Montag, 1. August 2011

Shizuoka~ Shizuoka~

Ich habe ein wunderbares Wochenende Shizuoka verbracht. Dort wohnt meine Freundin Mariko, die ich im Internet kennengelernt hatte. Sie hatte mich als ich für einen Monat in Tokyo war hier mit ihrer Freundin besucht und nun war ich an der Reihe.
An sich hatten wir das Ganze schon früher geplant, aber wir hatten den Termin auf den Sonntag nach dem Erdbeben gelegt, da musste ich absagen, verständlicherweise.
Nun bin ich am Samstag um unchristliche halb 6 aufgestanden um mit dem Bus zu einem Spottpreis nach Shizuoka zu düsen. Dort wurde ich nach dreineinhlb Stunden von Mariko und ihrer Freundin Yasuko erwartet. Und der Vater kam auch noch mit, er war als Reiseführer eingeplant und sofort ging es in die Nachbarstadt Shimizu zum Mittagessen. Die Fahrt war recht ruhig. Es ist lange her das wir uns gesehen hatten und irgendwie wusste keiner so richtig wie er ein Gespräch anfangen sollte. Ist auch schon so ne Sache eine so gut wie unbekannte Ausländerin ins eigene Haus einzuladen.
Das Essen war der Hammer. Es war ein Donburi mit frischen Thunfisch, nicht dieses graue Zeug wie in Deutschland, Minigarnelen und allem Drum und Dran. Man hatte mich bei der Bestellung gefragt ob ich Probleme mit rohen Sachen hätte, nö. Auch nicht mit rohem Ei? Naja, ehrlich gesagt finde ich das ganz gut im Essen. Man staunte. Es war sooo lecker. Der Vater hat versucht während des Essens ein Gespräch zu führen, aber Mariko und Yasuko waren recht ruhig.
Danach ging es zu dem ersten Touristenspot in Shizuoka. Es handelt sich um den Kunozan Toshogu Schrein, der zu dem Herrscher Ieyasu gehört. Ieyasu, ich will jetzt nicht die ganze Geschichte hier erzählen, war einer der drei bekannten Reichseiniger und lebte damals in Shizuoka. Um allerdings zu dem Schrein zu kommen musste man mit der Seilbahn fahren. Und obwohl es langsam diesig wurde war die Aussicht gewaltig. Ich liebe es das Meer sehen zu können, aber mitten im Gebirge zu sein, also das was wir Deutsche als Gebirge bezeichnen. Und auch die Anlage des Schreins war wunderschön gelegen, mit vielen, vielen Treppen, aber wunderschön. Leider fing es leicht an zu regnen. Aber trotzdem knipsten wir fliessig Bilder und der Vater hat mir viel über die Anlage erklärt. Auf Japanisch versteht sich, zwar hat er englische Wörter eingestreut, aber die hätte ich auch im Japanischen verstanden.
Als wir zurück zu der Seilbahnanlage und dem Auto kamen, war es so extrem neblig geworden, dass wir die Fernsehmasten 20m vor uns kaum sehen konnten. Wir haben trotzdem versucht von der Aussichtsplattform den Fuji zu sehen. Da Shizuoka dicht am Fuji ist, gibt er einwunderbares Fotomotiv ab. Aber wir kommen da auf die Plattform und da war NICHTS. Echt, nur graue Suppe. Das mussten wir natürlich festhalten und ich hab herumgespaßt, dass ich euch hier ein graues Bild poste und ein roten Kreis male und behaupte, dass das der Fuji ist.
In der Halle haben wir aber noch eine super Aufnahme, vom Fuji gefundne und ich musste davor posen um zu beweisen, dass ich de Berg gesehen hab. Der Vater hat dadurch entdeckt dass ich dumme Fotos liebe und das passte hervorragend zu seinem Foto-Hobby.
Versuch Zwei den Fuji zu sehen was am Shizuoka Beach. Dort ist die Pinie zu finden, an der man einst ein kostbares Gewand fand. Es gehörte eine Göttin welche ohne da Gewand nicht zurückkehren konnte und sie tanzte im Austausch für das Kleid für den Mann der es fand. Ja, richtig, ich habe die Pinie dazu gesehen. Und lustigerweise gibt es eine alte und eine neue Pinie. Ich hab ne Vermutung warum man sie getauscht hat (die alte hatte nen Blitzschlag), abr ich find die Idee schon so toll, dass man ein Heiligtum einfach austauscht. Der Strand direkt an der Pinie war schwarz. Nicht weil es so dunkel war und es so wirkte, nein, der Sand war schwarz und viele schwarze Steine waren dort. Ich wollte in die Fluten springen, denn trotz des Regens war es warm und schwül, deswegen der heftige Nebel der mich wieder den Berg nicht sehen liess. Naja, egal, ich kann auch ohne Fuji Spaß haben.

Dann ging es nach Hause. Wir haben Yasuko auf dem Weg rausgeschmissen. Sie hatte leider noch andere Termine und dann ging es direkt in die Villa Kameyama, also nach Hause zu Mariko. Obwohl sie schon 30 ist, wohnt sich noch bei ihren Eltern. Es ist ein wirklich schönes Haus. Frisch renoviert und ich durfte im Tatami-Zimmer schlafen. Ich mochte den Geruch von dem Tatami-Matten und auf einem Futon hab ich auch zum ersten Mal geschlafen.
Aber noch war es nicht Schlafenszeit, ich hab mir Marikos Zimmer angeschaut und sie scheint deutsche Künstler zu lieben. Gut zu wissen. Und dann kam das Essen. Woah. Die Familie hat ein super Sushi bestellt und die Mutter hat dazu noch Tempura-Ebi und eine Art Kartoffelsalat gezaubert. Ein Gedicht. Die Gespäche liefen endlich und ich konnte auch die ganze Kameyama Familie super verstehen. Es klingelte dann plötzlich und Marikos Cousine kam zu Besuch. Man hat sie eingeladen weil sie Englisch kann und schon mal in Deutschland war. Laut der Fotos die ich zu sehen bekam noch zur alten DM-Zeit. Lang, lang ist's her. Es war spaßig, die Cousine ist absolut flippig und hat superschnell gesprochen, aber ich kam hinterher. Die ganze Familie war durch sie anders und offener.
Aber sie musste natürlich schon bald gehen. War aber auch okay, weil ich echt kaputt war. Nach dem Genuss eines echten Japanischen Badeerlebnisses, sprich, auf nem Hocker sitzend sich und das ganze Badezimmer nass spritzen und danach in das vorbereitete Bad gleiten lassen, bin ich auch fast tot ins Futon gefallen.
Ich hab super geschlafen, aber morgens hab ich mich echt gefragt was das für ein Lärm ist, wer benutzt den so ne komisch Maschine am Sonntag? Es stellte sich beim Frühstück heraus, dass es sich im die Zikaden handelte. Die haben ein Höllenlärm veranstaltet.
In Tokyo sind sie mir nie so bewusst geworden aber nun, während ich hier gerade schreibe, zirpen (brüllen?) sie auch hier.

Der vater kutschierte uns heute wieder und die Mutter blieb wieder zu Hause, weswegen ich o-Miyage (Mitbrinsel) verteilt hab. Man freute sich, aber im Endeffekt komm ich mir vor als hätte ich nichts mitgebracht.
Die mächste Station war die Wohnung der großen Schwester von Mariko. Sie hat vor 5 Wochen ihr Kind bekommen und das musste man mir zeigen. So klein und so süß. Nun kenn ich die ganze Familie und als ich der Schwester ein Geschenk zur Geburt gegeben hab, hat sie Augen gemacht. Das scheint hier nicht so Gang und Gebe zu sein.
Nächster Halt Sumpu Castle. Hier resisierte Ieyasu vor einiger Zeit und heute sind nur noch die Wachtürme und Ruinen erhalten. Aber trotzdem einer der Toursitenspots in Shizuoka. Die Wachtürme sind auch noch super erhalten. Und es wurde heiß.
Quer durch die Innenstadt sind wie gewandert um dann beim letzten Schrein, bzw. Schreinanlage bestehend aus 4 Schreinen angekommen. Mir erscheinen die heiligen Gebäude hier anders als in Kyoto und Tokyo, irgendwie bunter und ein Tick chinesischer. Ich kann mich aber auch täuschen.
Bevor ich dann leider schon um 14 Uhr zu meinem Bus musste gab es noch ein lecker Mittagessen und einen Spaziergang durch die Shoppingmeile. Hier kam ich mir vor wie in Deutschland. Die Gebäude wirken gleich, die Struktur der Straße auch. Lustig, allein schon da Shizuoka und Tokyo so unterschiedlich sind. Beide sind eindeutig japanisch, aber Tokyo ist so eng und laut, während Shizuoka weniger hohe Gebäude hat und ich hab auch kein großes U-Bahn-Netz feststellen können.
Ich mag die Stadt, ehrlich. Und ich mag die Familie Kameyama. Es tat mir im Herzen weh in den Bus zu steigen. Ich hätte mehr Zeit dort verbringen wollen und auch die großzügigen o-Miyage die sie mir noch gegeben haben, trieben mir die Tränen in die Augen. Es häuft sich langsam, dass ich "Tschüß" sagen muss. Der Vater hat zu mir gesagt, wie auch die Mutter, ich solle gefälligst wiederkommen und länger bleiben, er bezahle mir den Shinkansen.
Ich bin so herzlich und offen aufgenommen worden, dass war wunderbar und es hieß am Ende "Nun bin ich dein japanischer Papa und wir sind deine japanische Familie!"

麻理子ちゃん!その週末は本当に楽しかった。このブログはあなたの家族について。麻理子ちゃんのお父さんは「今私たちはイヴォンの日本の家族だよ!」と言いた。その文のために嬉しくなった。
ありがとうございました!麻理子たち大好き!!

Kommentare:

  1. Attoiumano futsukakan dattakeredo hontooni tanoshikatta!!
    Shizuoka ni kitekurete arigatoo.
    Watashitachi mo daisuki desu!!

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