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Freitag, 15. Juli 2011

Präsentieren mal auf Europäisch

Es war soweit: wir Ausländer mussten unsere Japanische Präsentation halten. An sich alles halb so wild. ich hab nichts gegen Referate oder Präsentationen, auf Japanisch, naja gut, kriegt man hin, aber die Musashi macht daraus ein Stadtfest. Es wurde ein Poster angefertigt (Danke, Nicole!) und ausgehangen, die Präsentation war offen für jedermann an der Uni und sowieso jeden den man kannte. Das setzt einen schon ein wenig unter Druck. Dazu kommt, das die Japaner einen extremen Wert darauf legen, dass wir unser geschriebenes Manuskript 1:1 auswendig können. Boah, das ist ja etwas was ich neben komplett Ablesen hasse. Noch unlebendiger kann man es nicht sein. Aber gut, dann lernt man das nach Möglichkeit auswendig. Was, nebenbei gesagt, keine wirklich konnte. Und dann muss man noch extra zu irgendwelchen Extrastunden kommen und in jedem Unterricht den Scheiß x-mal vorlesen und x-mal korrigieren lassen. Gut, mein Japanisch war simpel, da reichte eien Korrektur, aber bei Yoann haben sie bestimmt siebenmal herumgepfuscht bis es dann zu einfach war und haben es wieder in die Anfangssituation zurückgesetzt. Er ist fast explodiert.

Und nun zur eigentlichen Präsentation: jeder der Besucher hat ein gedrucktes Exemplar bekommen und einen Fragebogen. Andächtig und still, wie sie nun mal sind die Japaner, haben sie uns gelauscht und kaum reagiert.
Ich war als Dritte dran und hab ein wenig herumgeflachst, wie ich es immer mache wenn ich nervös bin. Es hielt sich eigentlich im Rahmen, trotzdem ist es merkwürdig vor ca. 50 Leuten Japanisch zu reden und auch noch fachmännisch zu wirken.
Ich habe gelächelt, nach Möglichkeit viel Augenkontakt gehalten und manche Stellen abgelesen, was aber meines Erachtens auch noch kompetent rüberkam. Aber Reaktionen hab ich kaum geerntet. Und das bei meinen provokanten aussagen: Japaner sind zu schüchtern um Freunde zu finden und haben keine eigene Meinung. Sie machen immer das was andere sagen. ... Lustigerweise haben mir alle Japaner zugestimmt. Das nenn ich Ironie.
Gut, Yvonne ist fertig und die anderen dürfen sprechen. Yoann erzählt was über Selbstbewusstsein und wirft ein dass "keiner die Welt auf den Schultern kann wie Atlas...Naja, vielleicht kann es Yvonne". Das war mein Stichwort um nochmal nach vorne zu gehen und zu posen. Was alle, inklusive mich überraschte, Yoann ist mir dann auf den Arm gesprungen. Naja, das Fliegengewicht halt ich locker, aber die Japaner waren .... ruhig. Solange wir Spaß haben ist es super.

Nach 2 Stunden war dann alles vorbei. Ein wenig Small Talk und dann sind wir Franzmänner und ich Deutsche in Begleitung von 3 Japanern ins Izakaya um das Event zu begießen. Das war ein Spaß. Es ist ja nicht so als ob die Prüfungphase vorbei wäre, aber wir haben so gefeiert, denn es ging danach noch ins Karaoke. Wohooo. Wunderbar. Nach einer Stunde haben wir verlängert und gegröhlt als gäbe es keinen Morgen. Alle konnten "Dschingis Khan" und "Moskau" singen, ich war begeistert und mein Sommerlied 2011, wo ich einfach nicht weiß wie es heißt, aber es rockt, war unmöglich zu singen, aber das hat uns auch nicht davon angehalten zu singen.

Ein wunderbarer Abend, bis ich dann zu Hause ankam. Sayuri und Midori standen auf dem Flur und haben mich empfangen. Gut, Midori verlässt mich nächste Woche, das weiß ich und ich bin nicht glücklich, aber nun wurde mir eröffnet, dass Sayuri am nächsten Tag weg ist. Pamm! Wie jetzt?
Zum Glück kommt sie nochmal wieder, dann wird ein brasilianisches BBQ gemacht und ich sehe sie noch mal wieder und kann sie richtig verabschieden. Ein Glück. Klar natürlich hätte ich sie alle verlassen, aber der Plan war ursprünglich, dass ich als Erste gehe und nun bin ich die Letzte...
Also wird die letzte Zeit gemeinsam genossen!

Freitag, 4. März 2011

Von Puppen und Filmen

Fassen wir mal zusammen:
Gestern, am 03.03. war Hina-Matsuri. Das ist das Kinder- oder auch Puppenfest in Japan. Traditionell werden dann im Haus Puppen aufgestellt, die die Ränge im Kaiserhaus präsentieren. Und weil ich mal in der Metro eine Werbung von "Tokyo Heart", einer Werbereihe über Tokyos Viertel und Sehenswürdigkeiten gesehen habe, die Ningyocho gezeigt hat, dachte ich, dass wär ja mal spannend, am Puppenfest dort zu sein,denn Ningyocho heißt übersetzt "Puppenstadt". Also bin ich mit Nicole in die unbekannte Welt Tokyos aufgebrochen.
Dort angekommen stratzen wir erstmal in die eine Richtung in der wir die Ningyocho-dori, als die Puppenstadt-Straße vermuten. Es erschien uns irgendwie verkehrt. Zwar wurden da "ningyo-yaki" (wörtlich übersetzt "gebratenen Puppen"- sind aber Kekse mit süßer roten Bohnenfüllung) verkauft und es standen dort auch Uhren mit Puppen herum, aber ansonsten war es nicht sonderlich verspielt dort. Aber am Ende der vermeintlichen Straße haben wir einen Schrein ausgemacht und sind dorthin. Es handelt sich hier um den Suitengu. Gut, sagte mir auch nichts, aber während wir dort standen, haben wir uns gewundert, warum so viele Familie mit Neugeborenen dort standen. Es dämmerte uns, spätestens als wir die Statuen von Hundemüttern und Kappamüttern (ein mythisches Wesen aus dem Wasser das Gurken liebt), dass dieser Schrein wohl für das Wohl von Schwangeren und Neugeborenen sei. Gut, dass erklärt dann auf dem Rückweg auch die vielen Läden mit Schwangerschaftsmode.


Da es nicht viel mehr zu sehen gab, haben wir die eigentliche Ningyocho-dori aufgesucht und sind ihr gefolgt...nur gab es d nichts außer zwei, drei hübsche Hochhäuser. Auf den Stadtkarten haben wir dann gesehen, dass wir in der Nähe von Asakusabashi sind, was für uns hieß, auch in der Nähe von Asakusa. Gut, dort ist es schön, ds Wetter ist schön, da gehen wir hin. Nur war auf der Karte nie Asakusa direkt ausgeschildert und der Weg war länger als wir dachten. Egal.
Unterwegs haben wir ein Klamottenladen gesehen und sind hinein. Es waren echt günstige Sachen dort und für die Abendkleider würd ich glatt magersüchtig werden. Sogar was in meiner Größe war auffindbar. Nicole hat sich in ein Kleid verguckt, es hing nur kein Preis daran (abgesehen davon, dass sie es nicht hätte anprobieren können, weil es wie in so vielen Läden keine Umkleide gab). Als wir die Verkäuferin nach dem Preis fragten kam nur die Frage, ob wir ne Member Card hätten. "Nein." "Ja, ne, das gibt es nur für Leute mit Membercard." "Alle Klamotten?" Ja. Na toll, wir sind da schon echt lange drin gewesen und es ist ja nicht so, dass wir unbedingt wie Ortsansässige aussehen, hätten sie ja mal vorher sagen können. Also kein Kleid für Nicole.
In Asakusa haben wir uns erstmal im Starbucks aufgewärmt und wurden 45 Minuten lang von einer älteren Dame zugequatscht. Ich dachte erst "Woah, red mal langsamer wir sind Ausländer" aber auf wundersame Weise hab ich alles mitbekommen. Gespräch kann man das nicht nennen, weil sie eigentlich ununterbrochen geredet hat. Aber macht ja nichts^^
Kurz noch Mitbringsel für meinen anstehenden Besuch in Shizuoka gekauft und dann sind wir nach Shibuya. Wer ortkundig ist weiß, dass ist nicht gerade um die Ecke. Allerdings der günstigste Weg für uns und Nicole wollte gerne mal hin. Was haben wir dort gemacht? Book Off (erfolgreich OHNE Buch verlassen) und Purikura^^

Und heute ging es dann mit den Kurzstipendiaten aus Halle ins Ghibli-Museum. Alex hat mir so davon vorgeschwärmt, also musste ich hin^^. Und es hat sich gelohnt. Zwar war das Museum mit 1000 Yen recht teuer, aber es ist so liebevoll aufgemacht gewesen. Die Buntgläser sind mit Motiven aus den Ghibli-Filmen versehen gewesen und alles ist kindgerecht gemacht. Ach ja, Ghibli-Filme sind sehr beliebte und berühmte Animationsfilme von einem Studio, das international auch Preise eingeholt hat. Bei uns in Deutschland ist wahrscheinlich "Prinzessin Mononoke" am bekanntesten, allgemein aber auch "Mein Nachbar Totoro".
Man konnte die Art und Weise des Trickfilms durch Beispiele, selber an Kurbeln drehen und so, lernen. Alle Filme waren irgendwie verarbeitet und es gab sogar einen speziellen Kurzfilm den man nur im Museum zu sehen bekommt. Es ging um ein Ei und einen ungebackenen Brotmann. Hört sich komisch an, ist aber echt schön umgesetzt worden. Da man leider nicht im Museum fotografieren durte, ich wollte sooo gerne den Neko-basu (Katzenbus) fotografieren, kann ich nur die Fotos vom Dach mit dem Roboter zeigen.


Anschließend sind wir 5 Deutsche mit unserer Begleiterin Shizuka, die ich noch von vor einem Jahr vom Kurzstipendium kenne, Essen gegangen und mit ihrem Freund noch zusammen zum Karaoke. Woah...Netter Stilmix. Es sind viele japaniche Lieder geschmettert worden, und nicht nur Animesomgs, sonder auch Popsongs und Rock natürlich.
Meine Playlist: "Pay money to my pain - Pictures", "Disturbed- Down with the Sickness" "Mulan - I'll make a man out of you" "System of a down - B.Y.O.B" "One OK Rock- Liar" "Troy and Gabrielle (High School Musical 1)- Breaking Free" "The Calling - Wherever"..ich denke das wars.
Das Tolle daran: Das ist das erste Mal, dass ich "Pay money to my Pain" gefunden hab. Ich hab die bBand hier kennengelernt und sie ist spontan zu meiner Lieblingsband geworden. Und noch besser: mit One OK Rock hab ich ein Lied in Englisch und Japanisch gesungen. Dadurch dass das Japanisch in Kanji war, war das Springen von unserer Schrift in die Japanische ziemlich anstrengend, zumal ich noch nie ein japanisches Lied vorher gesungen hab. Koreanisch wollte ich auch probieren, aber als ich gesehen hab, dass es nur in der einen japanischen Schrift gewesen wäre, hab ich gleich aufgegeben^^
Das war ein lustiger und schöner Tag, das kann man gerne mal wieder machen.

Samstag, 11. Dezember 2010

Weihnachten, Neujahr und Goodbye

Eine weiter Woche ist wieder vorbei. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht, ich bin schon 3 Monate hier.

Am Freitag sidn wir Deutschen, ich finde recht sponatn, zu einer Weihnachtsfeier der Deutschstudenten gegangen. Ehrlich gesagt bin ich es nur, weil Tabea einen Vortrag auf Japanisch halten musste. Aber es war sooo lustig.
Es handelte sich hier um eine allgemeine Abschlußprüfung der Deutsch Studierenden. Die Erstsemester haben einen Dialog aufgeführt, wo sie sich und ihre Hobbies, etc. vorgestellt haben. Jetzt denkt man: langweilig, aber neeee. Die waren sprachlich echt gut. Vor allem wenn man bedenkt, dasss sie bisher nur 20 (!) Sprachstunden hatten. Alltagssprache und Humor. Hätten sie kein asiatisches Aussehen, hätte man sie echt für Europäer halten können. Hab ich gelacht.
Danach haben die im Zeiten Jahr auf Deutsch, die Lehrerin hat auch komplett auf Deutsch geredet, lustige Frau, ihre Heimat vorgestellt und einen Reiseplan mit Empfehlungen gezeigt. Irre, ich hätte das nicht im zweiten Jahr mit meinem Japanisch geschafft. Da Tabea eine Deutsche ist und das Seminar "Deutsche Kulur" besucht, ist sie gebeten worden ihre Heimatstadt auf Japanisch vorzustellen. Bei den Bildern der Präsentation hat man echt Bock auf Lebkuchen und Thüringer Würste bekommen.
Weiter ging es mit der Darstellung einer Bravo-Love-Story als Theaterstück. Haben wir gelacht. Es ging um ein Mädchen das immer ihrem Horoskop glaubt. Hey, die Geschichte ist schon so himmelschreienddämlich, aber dann noch mal dargestellt ist das zum in die Ecke schmeissen gewesen.
Zum Schluß gab es von den Drittjährigen, oder so ähnlich, noch ne Vorstellung von deutschen Städten. Natürlich waren Hamburg und Lübeck dabei. Ich hab gefeiert.
Danach gab es dann den versprochenen Weihnachtsstollen, extra aus Deutschland importiert. Ich bin echt kein Fan von diesem staubtrockenen Kuchen mit Tausenden von vergammelten Weintrauben, aber hier in Japan fang ich an sowas zu essen.
Abschließend sidn wir noch mit ner Handvoll Japanerinnen zu McDonalds und haben Spaß gehabt. Ein Mix aus Deutsch, Japanisch und Englisch. Wie schnell man damit durcheinander kommt. Das hat Nicole auch feststellen müssen, als Yoann sie auf Englisch was gefragt hat, und weil es ihr so vertaut vorkam hat sie komplett auf Deutsch in Seelenruhe geantwortet bis ich lachend auf dem Boden lag. Wir sind eine große Familie geworden.

Heute am Samstag hatten wir vom Wohnheim aus eine kleine Runde, in der wir gezeigt bekommen haben wie man Neujahrskarten beschriftet und welche Bedeutung Neujahr hat. Wie vielleicht schon einigen bekannt ist, feiern die Japaner kein Weihnachten, zumindestens nicht so familiär wie wir, wobei der Kommerz immer siegt. Dafür ist Neujahr extrem wichtig und man schickt sich Neujahhrs- und keine Weihnachtskarten. Dieses Jahr sind die mit Hasen geschmückt, weil das diesjährige Jahr des Tigers in das Jahr des Hasen übergeht. Danach haben wir noch ein paar traditionelle Spiele gespielt. Unter anderem ein Kartenspiel, in dem Karten mit einem Hiragana, also einen japaischen Buchstaben, auf dem Tisch liegen. Dann wird ein Satz vorgelesen und man muss die Karte mit dem Buchstaben, mit dem der Satz begann, suchen. Je weniger Karten, desto schneller muss man sein. Lustig. Gerade Yoann und ich battlen uns da gerne, weil er auch so ein lustiges Spiel "Jungle Speed" hat, wo wir schon geübt sind. Das Kartenspiel nennt sich "Iroha Karuta". Ich denke ich werd es mir besorgen, aber der Spaßfaktor wird in Deutschland recht gering sein, weil kaum einer japanische Zeichen lesen kann.
Abends ging es dann ins Izakaya, um Ryota zu befeiern, der seinen Abschlußessay geschrieben hat und morgen nach Deutschland fliegt. Nur so zum Freundin besuchen und umher Reisen. Er hat ganz schön Schiss vor den bösen Deutschen und der Kriminilität. Außerdem friert der Bengel in Japan schon extrem, ich denke, er wird bei dem Schneechaos, von dem man hier hört, sterben^^.
Ja, war wieder spaßig und die anschließende Stunde Karaoke war auch lustig. Nur sehr teuer und sie hatten auch echt keine einzige meiner Bands. Hmpf.

Aber Highlight des Tages: nach dem Kartenschreiben standen Yoann, Katja und ich im Hof und haben und schon die ganze Zeit gewundert warum da so ein Securitymann vor dem Tor rumlungert. Er sah heiß aus, aber warum war er da? Wir sind dann zum Tor, und zeitlich genau richtig: in dem Momant sind Motorräder vorgefahren (die Polizei fährt hier Honda) danach ein schwarzer Regierungswagen und danach noch einer, und in dem Wagen saß die Prinzessin von Japan, Masako, und die Kaiserin Michiko. Sie haben für uns beim Vorbeifahren das Fenster heruntergefahren und gewunken. Irre. Unspektakulär, aber irgendwie, so im Nachhinein, irre.

Die ältere grauhaarige Dame ist die Kaiserin und rechts die Prinzessin

Samstag, 27. November 2010

zuviel von so vielem

Und eine neue Woche ist schon wieder vorbei. Picken wir uns die spannenden Sachen heraus:
Dienstag: Es ist nationaler Feiertag und wer muss zur Uni? Ich natürlich. Es gab einen Economy-Talk zu denen wir Economy-Studenten hin mussten. Zum Glück mussten wir nur den ersten Redner sehen. Ich bin mal wiedre fast weggeratzt und bin danach dann nach Shibuya gegangen und hab Fabian und Karsten getroffen. Wir haben da ein wenig rumgebummelt, bei Book-Off mal wieder zugeschlagen und nen leckeren Macha-Latte getrunken, Das ist der traditionelle Grüntee mit heißer Milch aufgeschlagen. Lecker!


Mittwoch: Mein definitiver Japanisch-Tag. In der ersten Stunde sollten wir uns wieder mit den Japanern unterhalten. Also hab ich das gemacht und mich über so simple Dinge wie Selbstmord unterhalten. Wir sollten uns ein Thema aussuchen und ich finde das nun mal leider interessant. Hat Spaß gemacht. Danach hatten wir Kultur und ich hab mich schon so auf die Diskussion über Selbstmord gefreut. Es gab wieder einen Fall von Ijime (Mobbing) in Japan, worauf sich eine 14jährige erhängt hat. Aber ne, wir haben ne Gruppeneinteilung für unsere Endpräsentation bekommen. Da ich aber megaunglücklich damit war (hatte echt nur nichtsprechende Japaner drin) hab ich ein wenig gebettelt und bin in Yoanns Gruppe gekommen. Wir hatten vorher schon über die Präsentation geredet und für uns beschlossen eine Gruppe zu bilden. Jaja, manchmal bringt schleimen was.
Nach der Uni durfte ich in der Bibliothek bei unserem Wohnheim eine Geschichte auf Deutsch vorlesen. Die Kinder dort sind allerdings 9 Monate bis 3 Jahre alt gewesen. Ich denke, die Eltern haben da mehr an Sprachkenntnissen mitgenommen. War echt niedlich die Geschichte. Natürlich hab ich ne japanische Kopie bekommen, die ich mir selber übersetzen durfte. War recht simpel, aber natürlich fehlten mir zwei, drei Worte, aber da hab ich in der Freistunde in der ich das gemacht hatte einfach ein paar Mädels gefragt. "Furon furon furon" ist das deutsche "Brr, brrr, brrr".
Es geht in der Geschichte darum, dass eine Maus, ein Frosch, ein Hase, ein Fuchs, ein Wolf, ein Wildschwein und ein Bär in einem Handschuh wohnen. Jupp, ich weiß, das geht nicht^^.
Nach der Vorlesung, waren ja gerade mal 10 Minuten, gab es noch lecker Kuchen und Kaffee im Hinterstübchen und natürlich musste Konversation betrieben werden. Hab ich aber überlebt. Abends ging es dann mit Tabea, ihrem Freund und dessen Kumpels ins Kino. "Harry Potter" haben wir gesehen. Da ich noch ne Rezension schreiben will, sag ich zu dem Film mal erstmal nichts. Nur dass er auf englisch mit japanischen Untertiteln war. Unser Glück. Wir waren um halb 2 Uhr morgens wieder zu Hause, weil wir die günstige Spätvorstellung genommen haben. Dementsprechend war ich am Donnerstag ein wenig müde, zumal das eh mein längster Tag in der Uni ist. Auf dem einstündigem Heimweg hab ich mich die ganze Zeit auf Japanisch unterhalten. Und ich denke ich bin auch verstanden worden *stolz*

Freitag: Karsten hatte Geburtstag und weil er nun mal nen sehr guter Freund ist, haben wir gefeiert. Und nicht nur Katja, Nicole und ich waren da, auch alte Freunde aus Halle, die wir lange nicht gesehen haben: Josi, Susi, Fabian und Manja. War schön mal wieder herumzublödeln. Zuerst ging es vier Stunden lang zum Karaoke mit Eis-tabehôdai (all-you-can-eat) für NUR 750 Yen, und weil das nicht genug ist danach noch zum "Sweets Paradise". Das ist echt ein Paradies. Da kann man in einer Studne für 1500 Yen soviel essen wie man will. Und hauptsächlich gibt es Kuchen, Torten und Süßes. Ich hatte mich zwar mehr an den Nudeln etc. aufgehalten, aber der Kuchen war trotzdem heftig lecker. Zusammen mit Kaffee, also so richtigem Kaffee, hat man den Preis echt schnell rausgehabt. Mit nem Bauch wie Schwangere sind wir dann alle glücklich nach Hause. Dabei haben noch die weihnachtliche Beleuchtung bewundert.


Samstag: Wer denkt uns sei kotzschlecht nach dem Essen, der täuscht sich. Heute waren wir bei unserer Lehrerin zum essen eingeladen. Dazu haben wir uns in Shibuya getroffen und sind mit dem Bus zu ihr. Dort haben wir ihre Familie kennengelernt und Massen an Essen gegessen. Sashimi-Carpacchio, Kiwi mit Speckmantel, Roasted Beef mit Gemüse. Deutsches(!) Brot, Lachs in Blätterteig und danach Kaffee/Tee und ne Schwabeltorte. Also eher Pudding in Kuchenform. Woah. JETZT ist uns schlecht. War ganz nett. Die Gespräche schwankten von Deutsch (3 Japaner, 6 Deutsche, 1 Franzose)nach Englisch und viel Japanisch. Dabei hatte Yoann aber das meiste gesagt. Er ist einfach der beste, ganz einfach. Anschließend sind Yo und ich nach in Shibuya herumgewandert, während die anderen nach Hause sind. Wir brauchten die Bewegung.
Anschließend sind wir zu Starbucks und haben dort die weltbekannet Aussicht auf die größte Kreuzung in Tokyo, behaupte ich jetzt so einfach, genossen. Dazu noch nen Maccha-Latte und ich war glücklich. Da es aber so heiß im Starbucks war, sind wir wieder raus und haben gerade überlegt was wir machen, da qietscht es von meiner rechten Seite und Mädchen springen wie blöde auf und ab. Ich denke: "Oah, was sind das denn für welche...Oh, die kenne ich!"
Da hab ich doch tatsächlich ne deutsche Kommilitonin getroffen. Die Welt, bzw. Tokyo ist echt klein. Der Haufen Japaner um sie herum war total betrunken und als sie mich vorgestellt hat, hab ich echt Angst bekommen, weil die so ne Party gemacht haben. Naja, Yo und ich haben uns dann noch mit denen unterhalten und wären auch noch zu ner Party mitgekommen, aber die sind dann alle nach Hause. Wir dann auch.



Das war ne Woche mit viel Japanisch (man sieht endlich Fortschritte bei mir) und viel zu viel Essen. Sport, ich freu mich auf dich!

Dienstag, 9. März 2010

Die letzten Tage

Lang, lang ist es her, dass ich meinen Blog geschrieben habe. Aber es ist auch wirklich nicht so viel Spannendes passiert. Nur hauptsächlich Sachen die mich hier auf dem Teller drehen lassen. Aber die gehören hier nicht hin.
Am Samstag, dem 06.02. war ich mit Martina, einer der hallenser Doppelmasterinnen hier in Tokyo, mit der man sich die letzten Tag sehr gut angefreundet hat, in Jugoaka und habe dort ein wenig die Gegend erkundet. Das Gebiet haben wir auf Nakameguro ausgeweitet und jetzt bin ich um zwei japanische Romane reicher. Ich sag ja, Book off, ein Laden für gebrauche Bücher, ist in Deutschlamd dringend notwendig.^^
Am Sonntag sind wir Kurzstiepndiaten und zukünftige Langzeitstpendiaten von unserem Professor zum Essen eingeladen worden. Es ging in ein italienisches Restaurant. Und das war wirklich italienisch. Für japanische Verhältnisse war es in dem Lokal laut und das Essen hat auch so geschmeckt, wie man das erwartet. Es war eine sehr gesellige und lustige Runde. Nebenbei hat man zwei, drei organisatorische Dinge geklärt, aber zum Glück war das nicht so dominant. Nach dem Essen sind wir auch noch einen Kaffee trinken gegangen, wo sich Herr Oberländer dann irgednwann verabschiedet hat ("Also bei dem Tham Piercings kann ich jetzt nichts mehr dazu beitragen, da kenne ich mich nicht aus!")
Nach einer lustigen und teuren Fotosession meiner Wenigkeit bei einem Passbilautomaten sind wir auch nach Hause und haben eine weitere lustige Runde in der Küche eröffnet.
Montagmorgen um 9 Uhr stand dann ein Treffen an der Musashiuniversität an um viele organisatorische Dingezu klären. Nähere Informationen zu dieser Begebenheit werde ich demnächst geben. Aber ihr glaubt nicht wie glücklich war, als uns die Sportklubs der Uni gezeigt wurde. Ich stehe hier absolut unter Entzug. Nicht nur, dass wir hier in Japan nur am Essen sind, ich kann mich nicht ausgleichend bewegen, und das, wo an meinem Balkon eine super Aussicht zu dem hauseigenen Trainingsraum ist. Aber da dürfen nur Sportstudenten hin. Hmpf!
Da Katha gestern Geburtstag hatte (süße 19) und nicht im Wohnheim vergammeln wollte, ist sie mitgekommen, damit wir nach dem Treffen noch kurz durch Harajuku bummeln können. Sie musste noch letzte Einkäufe erledigen. Na klar. Ist ja ein Geburtstag, da lase ich das über mich ergehen. Ich war auch schon in dieser Straße, aber die Läden in die sie mich mit hineingezogen hat, kannte ich noch nicht. Gothic-Lolita-Stil, Emo-stil und Cosplay (Costume-Play). Okay, muss man gesehen haben. Ich habe dann auch noch eine Runde Purikura gesponsort.
Da ich auch noch eine kleine Erledigung machen musste, sind wir auch schnell zum Meijischrein gehüpft und danach nach Hause.
Abends stand dann um 19 Uhr ein Treffen mit Japanern und deutschen Leuten an, um Katha zu feiern. Nach einem Zwschenstopp ging es dann in eine Karaokebar, mit 12 Leuten. Und das hat auch funktioniert. Wir haben Bacstreet Boys, Bon Jovi, Jet, Slipknot, Manfred Mann und für mich unbekannte japanische Lieder gesungen. Das war echt lustig. Aber nach zweieinhalb Stunden mussten wir wechseln, da wir eine Minderjährige dabei hatten. Da auch schon bezahlt wurde und Stefan kein Geld dabei hatte, habe ich für ihn bezahlt und war blank. Also konten wir diese Singsession nicht weiter vertiefen. Schade eigentlich. Ich hätte auch Geld gehabt, wenn die Bank nicht am Montag geschlossen gewesen wäre, das war sehr merkwürdig.
Nach einer Runde Taikotrommeln ging es zurück. Aber: Dort wartete noch Kuchen für Katha. Sie hat immer diese wirklich verführerischen Erdbeersahneschnitten angehimmelt und da mussten wir zum Geburtstag welche kaufen (was sie natürlich nicht wusste). Um Mittenacht gab es also noch ein wenig Süßes. Sind schon nicht schlecht die Schnitten, aber unbezahlbar.
Tja, ich hatte dann noch einiges zu klären und habe mich um 5 nach 12 verabschiedet, um dann eine halbe Stunde später mit einem Wutanfall bei den anderen wieder auzutauchen. Aber da gehört wie gesagt nicht hierher. Der zieht sich auch noch auf den heutigen Tag hin.

Mittwoch, 3. März 2010

Der Göttliche

Bevor sich hier jemand Sorgen macht, ich bin gestern erst um halb 12 zu Hause gewesen, da habe ich keinen Bock mehr auf Blog schreiben. Ich hoffe es wird mir verziehen^^.

Gestern kam der recht spontane Vorschlag nach Kamakura zu fahren. Kamakura ist eine Stadt mit historischer Bedeutung. In der damaligen Kamakurazeit hatte der Shogun, der Herrscher Japans, seinen Sitz in dieser Sadt. In diesem Zeitalter (1185-1333) ist der Aufstieg des Kriegeradels sehr dominant. Die "bushi" 武士 oder auch "samurai" 侍 entstehen. Es ist Pflicht als Japanologiestudent früher oder später mal in Kamakura zu sein. Mir hat es auch sehr gut gefallen. Für Touristen ist der Daibutsu, der große Buddha, am interessantesten. Aber der Reihe nach:
Wir haben uns in Yokohama getroffen uns sind dort mit Ruko und Mio weiter und haben in Kamakura Sonobe eingesammelt die auch gestern Geburtstag hatte. Also gab es erst einmal eine große Gschenkübergabe. Sonobe hat sich echt gefreut was von uns zu bekommen. Beim Essen hat sie ausgepackt, naja war nur eine Kette und Schoki. Katha hat auch gleich Geschenke bekommen, obwohl sie erst Montag Geburtstag hat.
Es ging erstmal durch eine Allee aus Kirschbäumen, die leider noch nicht geblüht haben. Diese Allee war damals die Verbindung zwischen Schrein und Regierungsgebäude. Wir sind zum Schrein. Er lag wunderbar vor einem malerischen Gebirge. Vorbildlich haben wir wieder gebetet und uns die Ausstellungsstücke vor dem Museum angesehen. Es wurden Feiertagsschreine ausgestellt, die zu Feiertagen von Männern durch die Stadt getragen werden. Das müssen echt starke Männer sein.

Und diesmal habe ich mir o-mamori schenken lassen. Das sind diese kleinen Talismanbeutelchen für besondere Gelegenheiten. Es ist wirksamer, wenn es geschenkt wird. Deswegen hat Katha mir "Glück für's Lernen" geschenkt und ich ich ihr "Glück im Verkehr". Die Götter werden diesen Betrug übersehen^^. Aber ich muss mich meinem Forschungsthema entsprechend (Aberglaube) den Gewohnheiten anpassen, um es besser nachvollziehen zu können. Was für ein wunderbarer ethnologischer Gedanke.
Nach dem besagtem Essen sind wir dann zum Tempel von Kamakura. Der liegt sogar richtig im und am Berghang. Man geht durch einen wunderschönen Garten und dann ein paar (viele) Stufen rauf. Dort ist der Tempel und eine super Aussicht über's Meer. Auch hier haben wir gebetet und ich muss sagen: Jesus ist ein Loser. Tut mir Leid für alle christlich Gläubige, aber ich bin nicht gläubig und wenn ich es wäre, hätte mich dieser Buddha bekehrt. In dem Tempel stand eine riesige Statue, ich schätze 4 Meter, aus Gold mit einer Goldaura hinter ihm. Das wirkte äußerst beeindruckend, da man hinaufschauen musste und der Buddha irgendwie strahlte.

Bei dem Tempel war noch eine Trommel, von der es heißt, wer sie zweimal dreht, der erhält das Wissen von 1000 Büchern. Dummerweise haben die so doof Schilder aufgestellt, dass man es noch nicht mal probieren kann. Hätte das Studium erspart.
An dem Berghang unten konnte man noch in eine Höhle gehen, in der Leute kleine Figuren für jemanden aufgestellt haben. Der Gang war recht nieddrig, sodass wir Deutschen gebückt gehen mussten.
Um dann zum großen Buddha zu kommen, sind wir durch Einkaufsstraßen gebummelt und haben jede Menge o-miyage, Mitbringsel, gekauft. An sich habe ich jetzt alles, mir fehlt nur noch so eine kleine doofe Winkekatze. Also mal wieder zuviel Geld ausgegeben. Nebenbei haben uns mal wieder Mittelschüler angesprochen, mit denen wir ein Interview auf Englisch machen sollten. Es ist schwer, wenn man Japaner vor sich hat, mit denen englisch zu sprechen, ich habe in zwei Sprachen gesprochen, weil ich immer automatisch ins Japanische gefallen bin.
Und ab zum Daibutsu mit der lustigen nostalgischen Enoshimalinie.
Ich weiß ehrlich nicht genau warum der Buddha so berühmt ist. Ja, er ist groß, aber ich habe ihn mir größer vorgestellt. Und so einschüchternd wie der Goldene ist er auch nicht. Mann kann aber lustigerweise in den Buddha hingehen und die Gußtechnik bewundern. Für uns Laien nicht so der Bringer.
Und dann ging es auch wieder nach Hause.
Abends, nach einem kurzen Stop zu Hause, haben wir Shu getroffen, meine Kommilitonin aus Halle die seit September in Tokyo studiert, und sind Karaoke singen gegangen. Und zwar in dem Leuchtreklameviertel Shibuya. Wir sind ins Karako-kan und ich muss sagen der Spaß ist ganz schön teuer. Für zwei Stunden haben wir, sogar mit 20% Rabatt durch Shu's Karte, 1600 Yen bezahlt. Also rund 15€ und das ohne was zu Trinken. Aber das Singen selber hat voll Spaß gemacht. Man hat so kleine Computer wo man seinen Interpeeten eingibt und dann spuckt er die Lieder aus.
Man sucht sich eins aus und dann geht es los. Es ist wirklich nur reiner Text und damit die Japaner das auch singen können ist das Englisch mit Katakana (Schriftsystem) "übersetzt". Zum Glück waren wir eine kleine Rockgruppe und haben Blink 182, Red Hot Chii Pepper, Slipknot (kommt fett geil) und Puddel of Mudd gesungen. Stefan hat das so ziemlich als einziger japanische Songs gesungen. Gut, wenn ich so textfest wäre, täte ich das auch, aber so kann ich nicht so schnell die Silbenschrift mitlesen. also Üben, Üben, Üben, Yvonne! Danach sind wir auch so ziemlich nach Hause, weil Shu direkt von ihrem Praktikum kam und ich durch denn Lärm auch Kopfschmerzen hatte. Am Bahnhof hat uns dann ein Japaner auf Knien und auf englisch um Geld angebettelt. Das war sehr komisch, da er meines Erachtens nicht wie ein Penner aussah.

Heute ging es dann wieder nach Akihabara. Endlich wollten wir uns die Denshi jishos kaufen, bzw. ich mir die Kanjiprogramme für den DS. Nach einem Abstecher bei Book off (brauchen wir in Deutschland!!), wo wir alle irgendwelche Bücher gekauft haben, haben Juliane und Stefan sich dann auch das Ex-word 2009er Modell für 31.000 Yen, also schlappe 300€ gekauft. Nach relativ kurzer Suche habe ich mir dann zweimal das Kanjispiel für den DS gekauft, ich sollte nämlich noch eins mitbringen. Und obwohl ich gegen gebrauchte DS war, weil die immer noch schweineteuer waren, habe ich mir dann doch einen gebrauchten für 1080 Yen gegönnt (~100€). Ich wollte an sich den schicken Bordeauxroten haben, aber jetzt habe ich einen Dunkelblauen, scheint auch ein spezieller aus Japan zu sein. Jetzt können wir alles lesen. ^^
Auf dem Weg nach Hause habe ich dann die absolute Reizüberflutung erlitten. Ich weiß nicht woran es lag, aber ich konnte auf einmal nicht mehr regulieren was auf mich einstürmt und habe übelste Kopfschmerzen bekommen. Also habe ich die Fahrt über in der Bahn gepennt und habe mich bis zum Essen ins Bett gelegt. Jetzt ist es wieder in Ordnung. Vieleicht ist es auch nur eine Verspannugn im Schulterbereich. Ich merke mittlerweile, dass mir der Sport fehlt. Zwar ist mit an unserem Wohnheim ein Sportwohnheim, aber ich kann den Fitnessraum nicht mitnutzen. Ich will trainieren!! Ein wenig Sehnsucht nach Deutschland kommt durch, obwohl es hier echt schön ist.