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Samstag, 25. Dezember 2010

Frohe Weihnachten

Hohohohoho! Es ist Weihnachten!
Und wie feiert man das in Japan? Ja, man geht eigentlich mit seinem Spatz aus und genießt das kitschige Kuschelpärchenleben. Aber wir sind ja doofe Aulsänder, wir feiern nach europäischer Art. Zumindestens versuchen wir es.

Yo hat mit Tomoya geplant, dass wir zu zehnt zu Tomoya gehen und dort gemeinsam essen. Also bin ich mit Katja hin, hab mich hübsch gemacht, wie es sich für Weihnachten gehört. Und haben dort ein leckeres Curry genossen. Für Weihnachten ungewöhnlich, aber das macht ja mal überhaupt nichts. Als Dessert gab es das Ultramega-Dessert, dass Yo schon seit Wochen plant. Bananeneis, mit Schokomousse, Beerenirgendwas und Sahne. Und das war echt lecker.
Nach einer Minibescherung von Yo, der seine Einzelgeschenke an besondere Freunde verteilt hat (ich hab ein Buch im besten Geschenkpapier verpackt bekommen. Ein Buch, dass offiziell erst seit einem Tag auf dem Markt ist *jipiiehh*) sind wir dann weiter nach Jiyûgaoka in die Mellow Lounge.
Schicker Laden. Gemütliche Sofas, mit vielen Aquarien, sogar im Klo und neben dem Waschbecken schwamm ein einzelner Fisch im Glas, guter Musik und teuren Getränken, aber super netter Bedienung. Hier kamen noch andere Freunde dazu, unter anderem Megumi, ne Kollegin von Tomoya. Ich liebe sie, sie ist sooo Zucker und ich versteh mich blendend mit ihr. Ich lache ja manchmal *muahahahaha* und das hat sie nachgemacht. Und jetzt stellt euch ein kleines, niedliches Mädchen vor das bösartig lacht. Herrlich!

Alle waren gut drauf, und auch ein Zwischenfall hat die Stimmung kaum ändern können, und das obwohl der männliche Part des Zwischenfalls geschlagene 5 Stunden schmollend herumsaß. Naja, es kann ja nie perfekt sein.

Nach etlichen Stunden, genauer gesagt um 6 Uhr morgens, die Bahnen fahren ja nachts nicht, ging es dann nach Hause. Da ich mich bisher wacker auf den hohen Schuhen geschlagen hab, bin ich in Turnschuhen (passend zum Kleid und Nylons^^) nach Hause und um Viertel vor 7 sind wir ins Bett gefallen.

Um 15:45 Uhr bin ich dann mal aufgestanden. Mit nem Schnupfen. Schön, das wünscht man sich immer, und der Schädel war auch nicht so richtig frisch. Aber das lag eher am Schnupfen, Alkohol hab ich kaum getrunken. Kurz zum Supermarkt gehüpft und Zutaten für einen super Glühwein gekauft udn dann ging es in der Küche los. Tabeas Mutter ist gerade in Japan udn hat uns ein Weihnachtsessen gekocht.
Aufgrund der Fleischpreise udn da Japaner anscheinend kaum Ente essen, gab es Hühnerschenkeln, aber dafür mit Klöße und Rotkohl. JAAA! Und passend dazu Bescherung. Es ist unglaublich, aber ich kann mich über eine rosa Haarspange freuen und über ein Sabishii-Plüschtier. "Sabishii" 寂しい heißt soviel wie "traurig udn einsam". In diesem Fall ist das Plüschtier mit einer Träne versehen gewesen, warum auch immer Plüschtiere traurig sein sollten. Das mit dem Sabishii ist ein Insider zwischen Katja und mir. Sie hat auch ein Sabishii-Plüschtier bekommen. Crepegutschein und Süßigkeiten runden alles ab. Und das essen, davon wollen wir garnicht sprechen.^^


Yoann kam noch dazu und ist spontan von Britta, Tabeas Mutter, eingeladen wurden und er ist in den Genuß deutscher Kost gekommen. Er hat Gefallen an Klößen gefunden, die gibt es nicht in Frankreich. Und auch Glühwein (Yvonne hat sich mal darin erfolgreich versucht) ist nach seinem französischem Gaumen gewesen. Es war wie ein Weihnachtsessen mit der Familie, vielleicht lag es am Wein, aber ich war glücklich.

Zwar war der Tag nicht lang, aber schön. DANKE!!!!!!!

Und Frohe Weihnachten!!!メリークリスマス!!!

Freitag, 24. Dezember 2010

Party des Weihnachtsmannes

Es gab schon die erste Weihnachtsfeier.
Das Kokusai-Center, bzw. die Leute die für uns zuständig sind, haben was in die Wege geleitet. Man könnte es Fressfest nennen.
Es lief so ab: Wir sind angekommen, haben usn unterhalten. Dann ist das Buffett eröffnet worden, welches aus tollen Sachen bestand. Nach amerikanischen Brauch heißer Schokolade mit Marshmallow, britischen Brauch den traditionellen Kuchen (ich weiß immer noch nicht wie der heißt) nach deutschen Brauch Haribo. Die sind allerdings aus Amerika importiert und haben ein sehr leuchtstarkes Grün.
Schokolade und Süßes ohne Ende und, mein persönlicher Favourit, Cracker mit Käse. Und Elch- und Wildsalami. Endlich was Richtiges zu Beißen. Aber damit ist es ja noch nicht genug. Nach den niedlichen Weihnachtsansprachen und einem Quiz, welcher sich aber nur auf die amerikanischen Weihnachtslieder berief, die wir alle nicht kannten, sind dann die Geschenke, die wir mitgebracht haben, eingesammelt wurden, damit man danach, in D-Land nennt man das Wichteln, ein Geschenk von jemanden anderen bekommt.
Aber das Geschenk gab es erst, nachdem die Pizza kam. Das ist japanische Tradition. ^^ Ne, weiß ich nicht. Im Gegensatz zu der letzten Bestellung gab es diesmal Pizza im Übermaß. Gut für uns Rikko Kaikan-Bewohner, uns wurden die Restlichen auf's Auge gedrückt und wir hatten am nächsten Tag was zu essen.
Ich hab auch den Preis erfahren für die, ich schätze 15 Pizzen (Durchmesser 26cm/ Salami/Vegetarisch/Speciale): 264 Euro. Wohooo. Bello Joanna, ich liebe euch, Ihr macht bessere und definitiv günstigere Pizzen!

Es war ein Festschmaus. Im Hintergrund lief verdammt ätzende Weihnachtsmusik, aber wen stört es. Und dann kam die Bescherung: Man hat Nummern zugeteilt bekommen und danach hat man sein Geschenk bekommen. Da Caro das Geschenk von Yo bekommen hat, und ich wusste was drin ist und auch wusste, dass sie es schon hat, hab ich ihr meins gegeben und verschenk Yos Geschenk heute am Heiligabend^^ Pssst! Caro hat dafür jetzt Süßigkeiten und einen Kalender.

Aber das Beste kommt noch: Brian wollte uns noch "A Night before Christmas" vorlesen. Ein klassisches Gedicht. Und jetzt stellt euch vor, wie 24 erwachsene Studenten im Schneidersitz vor dem Prof sitzen und ihm andächtig zuhören, wie er aus einem Bilderbuch vorliest. Das hat soviel Stil, dass einem jetzt endlich weihnachtlich zumute geworden ist.
In dem Sinne: FROHE WEIHNACHTEN!

Dienstag, 21. Dezember 2010

es weihnachtet...ich muss shoppen

Eine mehr oder weniger ereignislose Woche ist in ein Wochenende in den Massenspots der Stadt übergegegangen.

Uni und danach bin ich am Mittwoch und Freitag nach Ikebukuro gefahren. Ich hab versucht Weihnachtsgeschenke zu finden. Aber Mittwochhab ich meine Suche abgebrochen, weil ich mit Yo und seinem japanischen Kumpel Tomoya verabredet war. Wir wollten Weihnachten planen. Also eigentlich haben die beiden geplant und ich hab stumm daneben gesessen, weil die Diskussion auf Französisch abging. ABER: wenn ich nicht Japanisch hier lerne, dann Französisch. Ich kann es verstehen. Natürlich nicht Wort für Wort, aber häufig wenn Yo sich zu mir umgedreht hat und mir erklären wollte was besprochen wurde oder was sie jetzt vorhaben, dann konnte ich schon abwinken. Ich kann sogar an den richtigen Momenten mit Lachen einsetzen, ohne das es auffällt, dass ich nur 35% verstanden hab. Als Belohnung gab es abends dann Öl mit Pizza. Naja, es sollte Pizza sen, aber die war so fettig, dass Yo, der alles und viel isst, sie nicht mehr essen wollte. Mein Glück^^, ich wollte den Käse haben. Käse, ich vermiss es nicht wirklich, aber wenn ich was damit bekommen kann, dann nehme ich es auch.

Freitag dann die nächste Shopping-Tour mit Katja und Nicole, die damit endete, dass ich Weihnachtsgeschenke für die Mädels hab, aber nicht für die wichtigen Kerle hier, und wir nen Crepe gegessen haben. Und experimentiefreuddig wie ich nun mal bin, hab ich diesmal meinen Crepe mit Imo-Eis gegessen. Das ist Süßkartoffelgeschmack. Lecker!!!

Mein Gammelsamstag ist nach eine Stunde Gruppenbesprechung zwischen Yo und mir für die Walking Tour in einem Ich-hab-kein-Bock-zu-denken-Shopping-Event zu Ende gegangen. Er wollte Sinnloses machen und ich hatte eh nichts Besseres zu tun (außer Tausende von Weihnachtskarten zu schreiben, aber wozu gibt es die Nacht?). Ergebnis: er hat ne neue Jacke und ich 17 neue Bücher vom Book-Off. Unter Bücher zähle ich auch Mangas, weil die auf Japanisch schwieriger sind^^ Und der Großteil ist als Weihnachtsgeschenk zu sehen. Ich kann es nicht häufig genug erwähnen: ich liebe den Laden.

Sonntag: es ist wirklich passiert. Nach unzähligen Verabredungen die immer aus unterschiedichen Gründen abgesagt wurden: ich habe Martina getroffen. Watt, wer?
Ja, ich hab sie eigentlich im Februar, eine Woche bevor ich ins Kurzstipendium aufgebrochen bin, kennengelernt, in dem Monat in Japan dann eineinhalb Wochen regen Kontakt mit ihr gehabt und dann über das halbe Jahr, das ich dann noch in Deutschland verbracht habe und sie in Tokyo, weil sie den Hallenser Doppel-Master macht, ungefähr drei Mails geschrieben. Ist das Freundschaft? YO!
In den drei Monaten hier haben wir auch kaum geschrieben, aber wollten uns veabreden. Aber das Schicksal wollte es nie. Aber nun ist es passiert.
Zussammen haben wir Shibuya unsicher gemacht. Naja, sie ist vorgerannt und ich hinterher, weil ich mich dort nicht so ganz auskenne. Wir haben uns über unseren bösen Humor gefreut, den man hier nicht soooo ausleben kann und ausgeheult, was wahre Freundschaften sind und was nicht. Und natürlich darf man den Informationsaustausch über Halle und das Studium nicht vergessen. Irre was man so in Japan über Halle erfährt.
Und dann ging es auch wieder auseinander. Da sie im Februar nach Deutschland zurückkehrt, wollen wir uns nochmal treffen, und wehe nicht^^

Damit ist die letzte Woche vorbeigegangen. Und diese bestand im Wesentlichen auch nur aus einer Stunde Japanischunterricht und ist bereits wieder ins Wochenende übergegangen. Es ist Weihnachts- und Neujahrspause.

Und diese Anekdote MUSS ich noch loswerden: Um halb 10 ging es heute mit Yo nach Ikebukuro um Tomoya zu treffen und die ersten Einkäufe für Weihnachten zu machen. Da es wieder auf Französisch abging, wollte ich nur schnell meine Hilfe anbieten und meine letzte Geschenkerledigung machen (Yo sagt auch, dass er zwar selber kein Deutsch sprechen wird am Ende, aber es auf alle Fälle schon so gut versteht wie ich Französisch. Und er ist abgegangen als ich Bonjour! gesagt hab. Meine Betonung sei genau richtig, nicht wie das der 08/15-ich-tu-so-als-ob-ich-französisch-könnte-Leute).
Ich flitze also für mein finales Geschenk ins "Lush", einen Seifenladen den es spannenderweise auch in D-Land gibt, wie ich erfahren habe, und suche die Massage-Seifen. Finde sie und theoretisch weiß ich auch welche ich will (Danke, Internet), aber wenn die jetzt wie Gülle stinken, dann hätte ich sie nicht gewollt. Schnupper also dran und die Verkäuferin macht mir phantomimisch vor, dass ich sie auf meine Haut ausprobieren kann. "Danke! Das sind die Massaji-baa (japanische Benennung), nicht wahr?" "Ja, genau" "Und dieses hier ist wenn man Muskelkater hat, oder?" Wow, irre wie die sich gefreut hat, dass ich so in ungewöhnliches Wort wie Muskelkater kenne. Ich hatte auch recht mit der Wirkung, aber sie wirkte sooo positiv überrascht, das hat mich gefreut. An der Kasse hat sich mich dann wegen einer Tasche fragt -nehme ich natürlich- und ob ich ne Bonuskarte/Treuekarte hab. Nö, möchte ich aber gerne. Tja, und dann weiß ich nicht was sie von mir wollte und wegen der Karte erklärt hat.
Da haben wir es wieder: Ich kann mit blödsinnigen Worten glänzen (obwohl ich das Wort Muskelkater sehr häufig nutze) und versage im normalen Alltag! Die muss sich auch gedacht haben: komischer Ausländer!