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Dienstag, 8. April 2025

Good old Musashi

 Zwar hat uns der Weg schon zweimal in mein altes Viertel geführt, aber heute hat Brian, mein alter Professor, Zeit für uns. Das Semester hat gestern offiziell begonnen und die Orientierungstage laufen. Ab morgen fängt der Unterricht an. Ach, da wäre ich gerne wieder dabei. 

Wir haben uns artig beim Pförtner angemeldet und sind dann auf den Campus gelaufen. Marcel hat bei den jungen Ersties mit seinen Tattoos gehörig Eindruck gemacht. Sie hatten alle sehr große Augen. Schnurstracks bin ich zum alten bekannten Gebäude 4 gelaufen und in den dritten Stock gefahren, da wo ich das Kokusai-Center hatte, also das Center für Auslandsstudenten. Aber irgendwie sah es damals anders aus. Tatsächlich sind sie in das Gebäude 1 gezogen und es heißt nun Global Communication Center. Das Gebäude 1 gab es damals nicht. Es war ziemlich alt und ranzig und wurde während meiner Zeit abgerissen und neu aufgebaut. Also rüber ins andere Gebäude und höflich nachgehakt ob Brian schon da ist. Obwohl wir uns mit Frühstück und einem Abstecher bei Book-Off Zeit gelassen haben, sind wir natürlich überpünktlich. Aber nicht schlimm, ich schwelge gerne in alten Erinnerungen und erzähle Marcel was ich von damals kenne und was nicht, dass man damals mit uns ausländischen Studenten nie Englisch gesprochen hat und jetzt keiner mit uns Japanisch gesprochen hat. 

Und dann kam Brian. Er ist ganz der alte, nur dezent älter. Die Begrüßung war herzlich. Er freut sich wirklich immer, wenn alte Studenten vorbei kommen. Man sieht es auch auf Instagram, wenn er Bilder mit ihnen postet. Zusammen sind wir über Campus spaziert. Es ist nicht der größte Campus, die Waseda oder Keio sind natürlich wesentlich größer, aber immerhin umfasst der Campus nun elf Gebäude. Das Gebäude mit der Mensa ist derzeit schon seit zwei Jahren im Umbau. Schade, ich hatte auf mein Lieblingsessen aus der Mensa gehofft. Die alten Gebäude mit den Schulungsräumen stehen noch unverändert und das Gebäude mit den Clubs, also den AGs, und meinem alten Fitnessstudio ist auch unverändert. Neu ist das Gebäude 11 wo anscheinend die Lehrkräfte ihre Räume haben. Und es gibt jetzt Honigbienen auf dem Campus. Da es eh einen kleinen Bach und angenehm viel Natur mit derzeit blühenden Kirschbäumen gibt, finde ich das super. Aber viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sehen.

Wir haben uns gegenseitig ausgefragt zu unserem beruflichen Stand, bzw. was die Familie so treibt Der kleinen Sohn den ich mit vier Jahren oder so kennengelernt hab ist nun über 1,80m groß und studiert, die kleine Tochter bereitet sich auf die Eintrittsexamen der Unis vor. Brian ist seit mittlerweile 21 Jahren an der Uni angestellt und überlegt 2027 ein Sabbatjahr zu machen. Allerdings plant er da potenzielle Partnerunis zu besuchen. Und natürlich haben wir abgecheckt wer von unseren gemeinsamen Bekannten was treibt. Er hat so wie ich mit vielen den passiven Kontakt über die sozialen Medien uns zu denen die in Tokyo leben auch mehr persönlichen Kontakt. Er freut sich darüber, wenn die alten Studenten danach noch Freunde bleiben und so ein weltweites Netzwerk der Musashi entsteht.


Für Marcel war der ganze Spaß natürlich ein wenig langweilig, da er keine Erinnerungen zu damals hat. Und im Mini-Fitnessstudio wollte er am liebsten gleich loslegen. Die Jungs da haben sehr ängstlich bezüglich seiner Statur geschaut. Im Coop, dem Uni Laden, hatte ein Mädchen hinter ihm so sehr Angst, dass es aussah, als wolle sie weinen. Brian hat es locker gesehen, es sei Vorbereitung für das Leben. 

Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind wir dann auch weiter gezogen. Leider war Sato-san, der Leiter des Kokusai Centers nicht da, sonst wäre er auch dabei gewesen. Der Abschied von Brian war leicht, aber der Abschied von der Musashi nicht. Es war einfach das beste Jahr meines Leben und hat mich in so vielen Dingen geprägt.


Nach dem emotionalen Teil des Tages sind wir nach Ikebukuro um die letzten gewünschten Mitbringsel zu besorgen. Wir haben viel bekommen, mussten aber nochmal nach Akihabara weil das Don Quijote hier nicht alles hatte. Dabei haben die wirklich jeden Scheiß. Damit haben wir zwei unglaublich überlaufende Viertel besucht und mein Stresslevel war ganz oben. Aber wir sollten jetzt alles haben. Bestimmt ist es bei den anderen Japanbesuchern auch so, man hat das Gefühl nur für andere einzukaufen, aber nimmt sich selbst nichts mit. Unseren letzten ganzen Tag wollen wir damit starten die Koffer neu zu sortieren um zu checken, dass alles passt. Zur Not müssen wir dann doch noch den Pikachu-Koffer kaufen. Irgendwie kann ich mir schlimmeres vorstellen....

Montag, 24. März 2025

My Hood

 Laut der offiziellen Planung hatten wir heute nichts vor. Aber auch nur, weil wir das tatsächlich am ersten Tag schon mit erledigt hatten. Allerdings hat sich gestern noch ein Freund gemeldet, dass er heute spontan Zeit hätte. Perfekt!

Ausreichend ausgeschlafen, Marcels Husten wird wieder besser, sind wir entspannt gegen 10 Uhr morgens los. Da ich die ganze Zeit heiß drauf war, musste ich in das Poke-Center hier im Viertel gehen. Der ein oder andere mag jetzt genervt die Augen verdrehen, aber jedes Poke-Center hat tatsächlich seine eigenen Plüschis oder anderen besonderen Merchandise. Außerdem ist das Hauptpokemon ein anderes. Die wissen definitiv wie sie Geld machen.


Also sind wir rein und ich suche natürlich mein Lieblingspokemon, Onix. Ich finde einige Sachen mit der Weiterentwicklung Stahlos, aber tatsächlich wird mein Pokemon anscheinend diskriminiert. Es gibt nur einen Sticker und einen kleinen Anhänger. Fertig! Aber dafür gibt es 20 verschiedenen Pikachus und Evolis. Naja, ich mag halt Dinge die anders sind. Und dafür bin ich dann auch schneller durch. Ich halte mich mit den Einkäufen auch noch ziemlich zurück, da ich mir immer denke, dass ich es nur süß finde, aber nicht wirklich gebrauchen kann. Mal schauen, wie lange diese Einstellung noch hält.

Direkt danach sind wir nach Ekoda gefahren. Mein altes Viertel in dem ich damals wohnte und zur Uni gegangen bin. Alleine schon beim Umsteigen in Ikebukuro war ich schon sehr emotional. Und als wir dann in Ekoda ausgestiegen bin, hatte ich feuchte Augen. Es ist alles so gleich, aber auch so anders gewesen. Da wir bis zur Verabredung noch Zeit hatten, sind wir zum Wohnheim gegangen. Auf dem Weg konnte ich tatsächlich ziemlich genau sagen, welches Haus noch nicht stand oder welches ersetzt wurde. Der Gemüsehändler war auf der andern Straßenseite, aber der Verkäufer war noch immer derselbe. Das Wohnheim selbst, das alte Gebäude in dem ich wohnte, steht noch und ist unverändert. Dafür hat aber der Kindergarten der mit integriert ist, ein neues Tor und mehr Platz zum draußen Spielen. Wir standen vor dem Tor und ich habe Marcel erklärt wo mein Zimmer war, die Küche, wo Yoann damals lebte und dann sind wir zusammen den alten Weg zur Universität gegangen.

Auf dem Weg sind wir nochmal an dem Yaoya, dem Gemüsehändler, vorbei gekommen und ich habe den Händler gefragt, ob ich mich recht entsinne, dass es vorher gegenüber war. Ich hatte Recht. Er schaute mich an, weil ich sagte, dass ich vor 14 Jahren hier gelebt habe, aber ich befürchte, er hat mich nicht erkannt. Schade. Schließlich bin ich damals jeden Morgen an ihm zweimal vorbei gelaufen und wir haben uns immer gegrüßt. Nun ja, ich war halt nur eine Kundin von vielen.

Die Musashi University hat sich seit meinem Studium tatsächlich verändert. Ein Gebäude wurde während meines Aufenthaltes abgerissen und noch nicht gang fertig gebaut. Und in diesem Moment war ein weiteres Gebäude in Arbeit. Trotzdem musste ich eine Träne verdrücken als ich vor dem Campus stand. So viele Erinnerungen und alle sind tatsächlich gut. Dadurch, dass ich allerdings nicht mehr studiere und mein Professor erst in zwei Wochen da ist, bin ich nicht auf den Campus gegangen. Das machen wir, wenn wir mit Brian verabredet sind. Zu viele Emotionen würden mich heute fertig machen.


Also zurück zum Bahnhof und dort haben wir auf Hoshino gewartet. Er war kein Student, aber wir hatten uns auf dem Tag der offenen Tür der Uni damals kennen gelernt. sind über Freunde dann zusammen ins Kino und hatten eine schöne Zeit. Dadurch, dass er keine große Erfahrung mit Ausländern hatte, war es für mich immer schwer mit ihm zu reden, da er sehr umgangssprachlich spricht. Und vom Schreiben will ich gar nicht erst reden. In den letzten 14 Jahren gab es eher nur Glückwünsche zum Geburtstag und sehr selten mal ein "Wie geht`s?". Ich gestehe, ich habe nicht viel von dem Treffen erwartet und war schon überrascht, dass er es überhaupt wollte. Zumal er auch wusste, dass Marcel dabei ist. Für Marcel wiederum war es klar, dass es eher langweilig wird, sprachlich bedingt.

Aber es war tatsächlich wesentlich entspannter und auch vom Verständnis sehr gut. Ich muss mich selbst loben, dass ich anscheinend doch wieder gut in die Sprache reingefunden habe. Für SmallTalk reicht es lockerflockig. Und es war lustig wie unterschiedlich die Zeitwahrnehmung ist. Er dachte, es sei erst 10 Jahre her und ich sei 3 Jahre in Tokyo gewesen. Schön wär es. Dafür erinnerte er sich an meine Präsentation die ich auf dem Unifest halten musste. Das hatte ich total verdrängt. Und er hatte tatsächlich noch von damals Fotos von dem Unifest auf dem Handy. Verrückt!

Die beiden Jungs haben sich tatsächlich trotz Sprachbarriere gut verstanden. Sie haben beide Tattoos und rauchen, damit ist das Wichtigste geklärt. Und ich denke, das sich auch ausreichend übersetzen konnte, damit das läuft. Sogar so gut, dass wir nach einem guten Kaffee noch zusammen nach Ikebukuro gefahren sind. Dort habe ich damals auch viel Zeit im Book Off und anderen Geschäften verbracht. Mittlerweile hat sich das Viertel zum Anime-Mekka entwickelt. Selbst Akihabara soll nicht mehr mithalten können. Die vertrauten Ecken waren aber noch alle da. Sunshine City, das größte Einkaufszentrum, hat sich aber gemacht. Mittlerweile ist ein Aquarium drin (nein, diesmal waren wir nicht drin), ein Kulturzentrum mit Ausstellungen (aber leider nicht für uns) und....Überraschung....ein Poke-Center. Mit dem Jungs im Gepäck bin ich aber nicht rein und habe mich mit Fotos begnügt. 

Nachdem wir zusammen ein Purikura gemacht haben, Fotos in einem Foto-Automaten, ist Hoshino dann nach Hause. Wir sind noch weiter nach Shinjuku. An dem Metropolitan Building werden derzeit Filmchen auf das Gebäude gestrahlt. Über das Handy kann man die passende Musik abspielen. Das wollten wir uns anschauen. Aber schon auf dem Weg dorthin hat uns die Müdigkeit eingeholt. Marcel wahrscheinlich wegen Schlafmangels wegen des Hustens und ich, weil mein Kopf heute sehr viel arbeiten musste. Oder ich brüte was aus. Wer weiß. 


Die Lichtshow haben wir trotzdem gesehen. Und leider was es nicht so spektakulär wie wir dachten. Die besonderen Nummern mit Godzilla zeigen sie nur am Wochenende. Schade. Also ab nach Hause und nun sind wir früh heim. Gehen aber auch früh schlafen, da wir morgen einen relativ zeitig gebuchten Termin haben. Das wird toll!



Samstag, 23. Juli 2011

Exaaaams~

Gut, das wird ein herrlich kurzer Eintrag, nur damit man mir nicht vorwerfen kann ich lebe ein Lotterleben hier. Nenene, im Gegenteil. Ich kann den ganzen Kram den ich hier mache nicht in Halle nutzen, ich studiere hier aus Spaß an der Freude und bin auch noch so blöde und mach mehr als in Halle.
Also: Montag gab es keinen Unterricht. Dafür hab ich mich mit meiner "geliebten" Gruppe getroffen um die Abschlußpräsentation zu besprechen. Das das ein Disaster war, war zu erwarten. Keiner hat sich Gedanken gemacht, keiner hat gesprochen, keiner hat mitgearbeitet. Ich könnte die Gruppe eiskalt sitzen lassen, da komplett die Ideen von mir sind, allerdings meine Note schon lange feststeht. Ich könnte mich zurücklehnen und NICHTS machen. Aber das ist nicht mein Stil. Ich habe noch immer Hoffnung.
Dienstag: Präsenation in Mannings Unterricht. Wie waren als lezte Gruppe dran (andere Gruppe als die die mich wahnsinnig macht). Ich muss ungeschminkt sagen, dafür dass sich mal keiner von uns wirklich vorbereitet hat, waren wir trotzdem gut. Das Quiz in der Stunde, das veranstaltet wurde, haben...wir gewonnen.
Mittwoch: Ich habe meine japanische Hausarbeit abgegeben. Also die unkorrigierte Version. Da ich die Korrektur noch nicht bekommen habe, musste es erstmal so gehen, ich hab natürlich noch ne englische Version beigelegt weil man sonst mein Kauderwelsch-Japanisch nicht versteht. Es ist toll eine sechsseitige gedruckte Hausarbeit auf Japanisch in der Hand zu halten, die man selber geschrieben hat. Ja, da bin ich echt stolz drauf.
Donnerstag: Grammatikprüfung in Japanisch. Naja, darüber will ich mal nicht sprechen. Das Level war hoch im Unterricht und die Klausur auch.
Freitag: Abgabe für meine Hausarbeit in "Foreign Diplomacy". So was schlechtes hab ich garantiert noch nie produziert. Ich komm mit Politik nicht klar.
Samstag: Brian hat uns Ausländer ins Büro gerufen, damit unsere letzte Evaluation machen können und uns auf unseren Reverse Cultureshock vorbereiten können. Ach, er liebt es über unsere Emotionen zu reden. Es ist absolut logisch, dass wir arge Problem in der Heimat haben werden. Ich habe ehrlich gesagt auch Angst davor, nicht nur Japan zu verlassen, sondern mich in der Heimat nicht mehr zurechtfindee zu können. Aber "shô ga nai" - Muss man durch.

Zu sehen ist hier die Truppe des Sommersemesters. Nur eine Chinesin fehlt.

Aussicht auf nächste Woche: Montag zwei Präsentationen, Mittwoch Präsenation. Dann ne Minihausarbeit und ich bin frei....allerdings ist meine Freizeitplanung so gut wie ausgebucht.

Nebenbei: Am Montag gab es Midoris Abschiedsfeier. Meine kleine Girlie-Girl-Brasilianerin hat mich am Mittwoch verlassen, aber wir haben sie noch verabschiedet. Rund 8 Brasilianer und ich waren auswärts essen. Ich sag euch, wenn ich wiederkomme dann kann ich besser Französisch und Portugiesisch als Japanisch.^^ Ich konnte zeitweilig alles verstehen und habe nen wunderbaren Lachflash bekommen. Das war ein schöner Abend. Allerdings weniger schön, dass Midori weg ist.
Und heute gab es dann das Abschiedspicknick für Sayuri, die nach Inuyama zieht. Es waren, Überraschung!, fast nur Brasilinaer dabei. Aber es war nett auf einer Wiese zu sitzen, zu reden, Karten zu spielen, Tanzschritte zu lernen (ja, der "Tanzlehrer" von der brasilianischen Feier hat sich noch mal für so mutig befunden mir Sambaschritte beizubringen) und Volleyball zu spielen.
Danach noch ein paar Runden Dart und es war wieder ein wunderbarer abend. Aber nicht so wunderbar, dass Sayuri bald weg ist. Gut, ich hätte sie in einem Monat verlassen.

Der Abschied rückt näher und noch verdränge ich...

Freitag, 15. Juli 2011

Präsentieren mal auf Europäisch

Es war soweit: wir Ausländer mussten unsere Japanische Präsentation halten. An sich alles halb so wild. ich hab nichts gegen Referate oder Präsentationen, auf Japanisch, naja gut, kriegt man hin, aber die Musashi macht daraus ein Stadtfest. Es wurde ein Poster angefertigt (Danke, Nicole!) und ausgehangen, die Präsentation war offen für jedermann an der Uni und sowieso jeden den man kannte. Das setzt einen schon ein wenig unter Druck. Dazu kommt, das die Japaner einen extremen Wert darauf legen, dass wir unser geschriebenes Manuskript 1:1 auswendig können. Boah, das ist ja etwas was ich neben komplett Ablesen hasse. Noch unlebendiger kann man es nicht sein. Aber gut, dann lernt man das nach Möglichkeit auswendig. Was, nebenbei gesagt, keine wirklich konnte. Und dann muss man noch extra zu irgendwelchen Extrastunden kommen und in jedem Unterricht den Scheiß x-mal vorlesen und x-mal korrigieren lassen. Gut, mein Japanisch war simpel, da reichte eien Korrektur, aber bei Yoann haben sie bestimmt siebenmal herumgepfuscht bis es dann zu einfach war und haben es wieder in die Anfangssituation zurückgesetzt. Er ist fast explodiert.

Und nun zur eigentlichen Präsentation: jeder der Besucher hat ein gedrucktes Exemplar bekommen und einen Fragebogen. Andächtig und still, wie sie nun mal sind die Japaner, haben sie uns gelauscht und kaum reagiert.
Ich war als Dritte dran und hab ein wenig herumgeflachst, wie ich es immer mache wenn ich nervös bin. Es hielt sich eigentlich im Rahmen, trotzdem ist es merkwürdig vor ca. 50 Leuten Japanisch zu reden und auch noch fachmännisch zu wirken.
Ich habe gelächelt, nach Möglichkeit viel Augenkontakt gehalten und manche Stellen abgelesen, was aber meines Erachtens auch noch kompetent rüberkam. Aber Reaktionen hab ich kaum geerntet. Und das bei meinen provokanten aussagen: Japaner sind zu schüchtern um Freunde zu finden und haben keine eigene Meinung. Sie machen immer das was andere sagen. ... Lustigerweise haben mir alle Japaner zugestimmt. Das nenn ich Ironie.
Gut, Yvonne ist fertig und die anderen dürfen sprechen. Yoann erzählt was über Selbstbewusstsein und wirft ein dass "keiner die Welt auf den Schultern kann wie Atlas...Naja, vielleicht kann es Yvonne". Das war mein Stichwort um nochmal nach vorne zu gehen und zu posen. Was alle, inklusive mich überraschte, Yoann ist mir dann auf den Arm gesprungen. Naja, das Fliegengewicht halt ich locker, aber die Japaner waren .... ruhig. Solange wir Spaß haben ist es super.

Nach 2 Stunden war dann alles vorbei. Ein wenig Small Talk und dann sind wir Franzmänner und ich Deutsche in Begleitung von 3 Japanern ins Izakaya um das Event zu begießen. Das war ein Spaß. Es ist ja nicht so als ob die Prüfungphase vorbei wäre, aber wir haben so gefeiert, denn es ging danach noch ins Karaoke. Wohooo. Wunderbar. Nach einer Stunde haben wir verlängert und gegröhlt als gäbe es keinen Morgen. Alle konnten "Dschingis Khan" und "Moskau" singen, ich war begeistert und mein Sommerlied 2011, wo ich einfach nicht weiß wie es heißt, aber es rockt, war unmöglich zu singen, aber das hat uns auch nicht davon angehalten zu singen.

Ein wunderbarer Abend, bis ich dann zu Hause ankam. Sayuri und Midori standen auf dem Flur und haben mich empfangen. Gut, Midori verlässt mich nächste Woche, das weiß ich und ich bin nicht glücklich, aber nun wurde mir eröffnet, dass Sayuri am nächsten Tag weg ist. Pamm! Wie jetzt?
Zum Glück kommt sie nochmal wieder, dann wird ein brasilianisches BBQ gemacht und ich sehe sie noch mal wieder und kann sie richtig verabschieden. Ein Glück. Klar natürlich hätte ich sie alle verlassen, aber der Plan war ursprünglich, dass ich als Erste gehe und nun bin ich die Letzte...
Also wird die letzte Zeit gemeinsam genossen!

Freitag, 8. Juli 2011

Tanabata

Etwas Trauriges ist passiert. Gestern, am 07.07.11 war der Himmel nachts bewölkt.

Gestern war Tanabata, das Sternenfest, in Japan. Es heißt, dass sich an diesem Abend die Sterne der Weberprinzessin und des Hirten treffen, was sie nur einmal im Jahr tun, denn ihr Vater hat das liebende Paar durch die Milchstraße getrennt, da sie sich zu sehr liebten und nicht arbeiteten. Hach, romantisch, nicht wahr?
Aber wie gesagt, es war bewölkt, sodass wir das Treffen der Liebenden nicht live mitverfolgen konnten. Ist auch nicht so schlimm, denn wir Austauschstudenten sind von der Seikei-Universität zum Tanabata-Fest eingeladen worden. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, obwohl ich weder wusste wo die Uni ist, noch wer die Studenten sind.
Aber es war ein genialer Abend. Zusammen mit Rushelle und Chris bin ich direkt von der Musashi nach Kichijôji gestartet, wo die Seikei beheimatet ist. Am Bahnhof dort treffen wir auf Cho und An, zwei der Chinesinnen und sind somit komplett als Musashigruppe angekommen. Die Party fand im Wohnheim statt, das direkt am Campus liegt und auch sowohl von Ausländern, als auch von Japanern bewohnt wird. Tolle Sache. Alle tragen Yukata und ich habe jedes Mädchen um ihren beneidet. Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich meinen angezogen...
Wie es auf jeder Party mit Fremden anfängt, bilden sich Gruppen der sich Kennenden Leute, aber ich hatte keinen Bock drauf und hab mich zu den anderen gesellt, aber trotzdem endet man doch wieder in der alten Truppe. Aber man kann durchaus sagen, dass die Seikei-Studenten, die japanischen, wesentlich kontaktfreudiger sind als Musashistudenten. Ich hab mich mit vielen Leuten unterhalten und auch die Ausländern stellten sich als nett heraus. Die beiden Kerle sind Deutsche *juchu* und die Französin kam auf mich zu "Du bist von der Musashi? Dann kennst du vielleicht einen Franzosen namens Yoann?" Sowas, das ist ne Kommilitonen und Freundin von Yo, die Welt ist doch klein. Auch die Schottin kenn ich irgendwoher.
Um die Fressorgie aufzulockern (mit deutschem Flammkuchen) und Kontakte zu knüpfen durften sich die Japaner später ihren Lieblingsauändern wählen und wir haben ein Quiz gemacht. Ist ja wohl klar, welche Gruppe gewonnen hat ^^ Ich hab nur Blödsinn gemacht. Aber alle haben mitgemacht. An der seikei hat mich keine ängstlich beschaut. Unser Preis waren 4 Packungen schwedisches Kartoffelnpüree. Sehr schön. Das ist doch mal was. Es gab noch Thaicurry und koreanische Ramen. Allein die Idee ist irre.
Danach gab es noch ne Runde Bingo, für mich mein erstes Mal, und die ersten Preise waren echt gut, T-Shirt von Kichijôji und ein Toko Tower aus Lego etc. es hat sich gelohnt.

Langsam, nach all den Gesprächen und Fotosessions, wurde dann aufgeräumt und natürlich haben Chris und ich die Leute noch ins Izakaya begleitet. Die Leute waren so nett, da musste man einfach noch weiterfeiern. Rushelle und die Chinesinnen mussten jedoch rechtzeitig ins Wohnheim zurück. Schade.
Im Izakaya hat man noch erzählt und getrunken und ich denke mit der letzten Bahn haben wir es auch nach Hause geschafft.

Das war wirklich ein herrlicher Abend, nette Leute, sehr aufgeschlossen. Da denkt man schon über ein Masterstudium an der Seikei nach.

Heute, unausgeschlafen und muffelig, ab zur ersten Stunde um die japanische Präsentation vorzubereiten. Nööööö. Und der Wirtschfatsunterricht war auch nicht spannender. Aber der Sport reisst es wieder heraus.
Wirklich schön war heute das Theaterstück, welches Yo und ich uns angesehen haben. Ich hatte von einer der Deutchtstudentinnen Freikarten bekommen und da kann ich es mir doch nicht entgehen lassen japanische Schauspielkultur anzusehen, auch wenn es sich um stinknormales Theater handelt.
Aber es war gut. Erst wie man begrüßt wird, als wäre man derjenige der den Oscar verleiht und man hat uns zum Platz begleitet. Das Stück selber war verständlich für uns und auch sehr gu gespielt. Ich fand die Art und Weise wie das Bühnenbild genutzt wurde, sehr gut. Schauspielerisch bin ich auch begeistert. Und hinterher, als wir ds Gebäude verlassen haben, standen alle am Ausgang, auch die Schauspieler, und haben sich im tiefsten Winkel verbeugt und sich bedankt. Hallo? Bedankt man sich nicht bei den Schauspielern?
War auf alle Fälle cool.

Freitag, 24. Juni 2011

Der Sommmer ist da

Ich könnte jetzt elend lang schreiben wie ätzend heiß es ist, aber das soll noch schlimmer werden. Heute waren es 34 Grad, so gegen 11 Uhr morgens. Ich kann machen was ich will, ich laufe buchstäblich aus.
Zum Glück war der morgendliche Spaziergang von dem Mitaka-Bahnhof zum Ghibli-Museum sehr schattig und der Weg nannte sich glücklicherweise 風の散歩通り, was nach meiner Übersetzung soviel wie "windiger Spaziergang-Weg" heißt. Und es war windig. herrlich, immerhin etwas Abkühlung, morgens um 9.
Heute war mein zweiter Deutsch-Tag in dieser Woche, mit 18 Deutschstudenten sind Frau Schwede und ich heute ins Ghibli-Museum gegangen. Ich war schon da, aber für umsonst geh ich doch gerne mit, lerne Leute kennen, schau mir nen neuen Film im Museum an und freu mich, dass ich mal wieder Deutsch reden kann.
Und wunderbarerweise beginnt das Treffen vor Ort mit einer deutschen Brotzeit. Woah, frisches deutsches Brot vom deutschen Bäcker in Kichijoji und auch Wurst vom deutschen Schlachter dort. Und es ist immer wieder erstaunlich, dass ich hier Sachen esse, die ich in D-Land meide: ich esse nicht sonderlich viel Brot und wenn dann das tiefschwarze und ich vermeide Aufschnitt, damit kann man mich jagen. Und hier: Lecker!
Und dann sind wir auch schon ns Museum, weil wir alle zur dritten Stunde zurück sein mussten. Als erstes haben wir uns den neuen Kurzfilm angeschaut. Ich war relativ enttäuscht. Der letzte Film über die "Ei-Prinzessin" war so toll, detaillreich und typisch Ghibli, aber der hier, war vom Zeichenstil ganz anders. Auch niedlich, natürlich, aber irgendwie unausgereift. Aber egal, ich freu mich auf das was Herr Miyazaki angekündigt hat: einen Animationsfilm der Erneuerbare Energien anpreist. Das nenn ich Engagement. Man sollte nicht unterschätzen welche Macht die Ghibli-Filme in Japan haben.
Danach haben wir das obligatorische Gruppenfoto vor dem Roboter auf dem Dach geschossen. Wie eine Freundin bei Facebook kommentiert hat "Alle schiessen dasselbe Foto". Ja, wenn es sich so anbietet und wer hat schon mal die Chance woanders vor dem Roboter zu stehen? Ich mag das Motiv.

Ein Foto das ich gerne haben wollte war das vom Katzen-Bus. Er ist momentan in Originalgröße zum Reinsetzen im Museum. Ein ganzer, echter Katzen-Bus. Boah, ich hab mich auf ihn gestürzt und gekrault und habe mir gewünscht er würde anfangen zu schnurren und mir willig nach Hause folgen, aber leider war es doch nur Plastik und Plüsch. Aber der Traum für jeden. ich hab versucht ein Foto zu schiessen aber die olle Aufpastante machte ihren Job zu gut. So gut, dass sie komplett auf uns Ausländer fixiert war und die Japaner in Ruhe die Handys gezückt haben. Blöde Diskriminierung.

Nach eineinhalb Stunde ging es dann wieder zur Uni, weniger spektakulär und auch der Unterricht ist nicht nennenswert. Aber die Fahrt war eine Tortur. Man ist in der Hitze und steigt in den sehr kühlen Zug, wo einem der Ventilator schön die eiskalte Luft in den schwitzigen Nacken bläst, steigt dann aus und rennt im wahrsten Sinne des Wortes gegen eine heiße Wand. Das wiederholt man drei-, vielmal und dann wird man seien Erkältungnie los. Ich befürworte Kühlungen in der Bahn, aber muss die Temperatur so unterschiedlich sein? Es wird einem angeraten, immer ne Strickjacke oder Pulli dabei zu haben, um es in einem Gebäude anzuziehen...verstehe nur ich den Sinn nicht?
Ich bin gespannt wie die Temperaturen zu toppen sind.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Deutsch für Anfänger

Endlich war es soweit: ich hab Zeit und kann die Ersties im Deutschunterricht besuchen. Ich hatte mit Frau Schwede, der zuständigen Professorin, darüber gesprochen mich vorzustellen. Es würde zeigen wie man Deutsch benutzt und mir auch vielleicht auch Freunde bescheren. Da ich die einzige Deutsche momentan bin, konnte ich das machen wie ich will.
Also hab ich heute 3 Deutschklassen besucht. Dafür hab ich mich in "Foreign Diplomacy" entschuldigen lassen. Da ich immer dabei bin, kann ich mir das mal erlauben.
Ach, das war so lustig. Allein schon die Gesichter wenn nicht nur die Lehrerin, sondern auch noch eine andere Ausländerin in den Raum kommt und "Hallo" oder "Guten Tag" sagt. In der ersten Klasse haben manche ängstlich gesehen, manche erfreut, weil ich mit denen durch Zufall mal gesprochen hab, die zweite Klasse war recht neutral und die dritte hat fast gefeiert. Und dann durften alle Klassen mit Fragen an mich, auf Deutsch natürlich, anfangen. Manche haben vier, fünf Fragen gestellt, manche, vorrangig Jungs, keine. Naja, bei "nur" 3 Monaten Sprachunterricht kann man auch noch kein hochwertiges Interview führen.
Danach ging es jeweils mit zwei Vokabelspielen weiter. Erst hab ich gedacht "Och Gott, Kindergarten" aber die Japaner waren alle super begeistert dabei. Und sie haben kaum Fehler gemacht. Ich denke das uns das gefehlt hat in Halle. Natürlich hatten wir Spaß am Unterricht, sonst hätten wir es ja nicht studiert, aber so richtig Spaß, Spannung und Kindergeburtstag war es nicht. Ich hab soviel gelacht. Und was auch noch ein toller Nebeneffekt ist: es steigert das Selbstbewusstsein der Japaner, wenn sie aktiv lernen. Gerade mit der nächsten Übung.
Weiter ging es mit den "Tests", wie es Frau Schwede nannte. Alle Studenten haben zu der besprochenen Lektion eine Art Theaterspiel vorbereitet und so Vokabeln und Grammatik zu festigen. Es war immer dieselbe Handlung: jeder kauft ein, muss Mengen nennen und bezahlt. Die Akteure sind Verkäufer und Käufer. Hört sich auf Dauer und bei rund 17 Gruppen langweilig an, aber die Geschichten waren manchmal lustig und ideenreich. Manche haben mit Kreditkarte bezalt oder ihnen wurde auf japanische Art und Weise eine Treuekarte angedreht. Einer kaufte drei Autos, manche bezahlten für ein Kilo Käse und drei Flaschen Wasser 200€, Geschenke wurden gekauft und Parties geschmissen. Ich weiß nicht, ob manchemal der Humor bewusst war, oder manche Formulierung ungünstig gewählt wurden. Es war wirklich gut.
Leider konnte man hier auch den Unterschied in dem Niveau der Studenten sehen. Aber ist es nicht in jeder Sprache so, dass es Naturtalente und Dazu-genötigte-Menschen gibt?
Und weil es so ein Spaß war, haben Frau Schwede und ich spontan jeweils auch ein Theaterstück improvisiert. Natürlich haben wir schnelle rund mit schwereren Vokabeln gesprochen, aber danach haben wir gefragt was wir gekauft haben und was es nicht im Laden gab. Ich bin echt begeistert wie aufnahmefähig manche Studenten sind. Wenn ich bedenke wie schlecht mein Hörverständnis nach 2 Jahren Japanisch war als ich hierher kam, und wie schlecht es noch immer ist...wow.
Dann noch ein kleines Vorbereitngsspiel für die nächste Lektion und dann "Tschüß". Die drei Schulstunden flogen dahin.

Ich möchte noch über zwei, drei Studenten erzählen. Zum einen mein Partner aus der tollen Gruppenarbeit auf englisch, wo keiner mit mir redet. Er hat mich überrascht wie aktiv und engagiert er im Deutschunterricht war.
Und dann ein Mädchen, das mich nach meinem direktem Musikgeschmack gefragt hat. als ich Slipknot und Killswitch Engage erwähnt hab, da hat sie ihre Federmappe mit Stickern gezückt und sie kam nach dem Unterricht zu mir und wir haben uns über Metal unterhalten. Irre. Sie kennt sowohl meine amerikanischen, als auch skandinavischen Bands und sogar die japanische Band, auf die ich abfahr, die aber keiner kennt, ist ihr ein Begriff. Das Beste; sie kennt "Butter my bread with Butter". Die Band ist deutsch,kaum einer kennt sie und sie grunzen, stöhnen, kreischen Kinderlieder wie "Alle meine Entchen". Wie cool ist denn das? Eine andere Studentin ist Fan von "Oomph!", auch nicht allzu bekannt in Deutschland. Und sie, erstere Studentin, fragte ob ich aufs "Loud Park" gehe, das Metalfestival. Leider ist es im Oktober, also geht es nicht. Schade!
In der zweiten Klasse war dann ein Mädchen, ich dachte sie stammt direkt aus einem Manga. Ihr Verhalten war soooooo schüchtern, mit zitternder Lippe und hoher Stimme, ihr Verhalten ist sehr zurückhaltend, wirkt verzweifelt. Die Frisur ist artig mit Pferdeschwanz und sie trägt eine unauffällige Brille. auch der Kleiderstil ist wie eine Highschool-Schülerin ein wenig Uniform-mässig. Ich war irgendwie fasziniert. Ich find sie voll putzig und irgendwie spukt die Idee in meinem Kopf herum, dass vielleicht ein Teil davon gespielt ist.
Nach dem Unterricht hat sie der Lehrerin und mir eine Freikarte für ein Theaterstück in der Uni geschenkt, damit wir es uns ansehen könne. Mit tiefster Verbeugung als wir sie angenommen haben, dreiundzwanzigfacher Bedankung...irre.

Ja, das war wirklich spannend, lustig, lehrreich, amüsant.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Isogashii 忙しい~

Ja, da haben wir es, ich hab keine Zeit meinen Blog zu schreiben. Hoffen wir mal, dass ich nicht jede Woche so spät zu Hause bin.
Neben dem normalen Unterricht bin ich letzte Woche zu zwei Academic Talks gegangen. Im Grunde ist das eine kleine wissenschaftliche Präsentation mit anschließender Diskussion. Es kann echt spannend sein, aber die Themen zu denen ich gegangen bin waren eher hilfreich für den Unterricht für den ich hinmusste, und da ich politisch echt mal so gut wie garnichts drauf habe, war es auch nicht spannend. Der Talk diese Woche verspricht toll zu werden: Tepco and Rethinking Nuclear Energy. Mal schauen.
Freitag hat Yo Geburtstag gehabt und ich hab ihn noch nach dem einen Talk getroffen und er schleppte mich in ein Restaurant um die Ecke. Wow, wie toll ist das denn? Angenehmes Flaire und die haben eher italienische Spezialitäten und Brot. Aber nicht das Japanische, nein, die machen das selber und dann mit Nüssen drin und es knackt...mjam. Und sie machen ihre Wurst selber, zwar die itaienische aber uaaahhhh, lecker. Wir haben uns mit dem Besitzer unterhalten (der Laden hatte erst einen Tag vorher aufgemacht) da stellt sich heraus, dass die Yo's Arbeitsplatz kennen und auch dass der Besitzer ein Musashistudent war. Die Welt ist klein.

Samstag bin ich dann nach Shibuya gefahren um Nancy und Franzi zu treffen. Endlich mal eine reale Unterhaltung in Deutsch. Es war nett und Purikuras durften natürlich nicht fehlen. Da sie aber noch zum Unterricht mussten, hab ich nen Zwischenstopp bei Book Off gemacht und bin nach Hause um dann abends für Yo's Feier wieder nach Shibuya zu fahren.
Wir haben in einem Aquariumrestaurant gegessen, nur sein engster Freundeskreis. Endlich hab ich seinen besten Kumpekl kennengelernt. Er kam mir so bekannt vor und auch Hitomi hat es gesagt...unglaublich, zwei Yos. Es war toll. Und weil es ein Highschool-Uniform-Kostüm für Männer für Yoann gab, musste er es anziehen und dann haben wir noch ein zweiters Izakaya gesucht.
Und nun stellt euch einen schlaksigen Franzosen mit Pornosonnenbrille und Lederschuhen in einer klassischen Schulmädchenuniform vor. Herzallerliebst. Wir haben so gelacht. Und weil die Welt wirklich klein ist, haben wir noch zwei Kumpels von Yo in Shibuya getroffen die wir mit ins nächste Restaurant geschleppt haben. Wiederholt frage ich mich: warum mögen wir Deutsche die Franzosen nicht? Die sind sooo lustig und *Überraschung* alle sind der englischen Sprache mächtig. Ja, die Party hat sich gelohnt.
Am Sonntag wollte ich eigentlich Ausschlafen und danach nach Asakusa zum Festival fahren, aber es gibt da jemanden der es mir nicht gönnt, dass ich länger schlafe. Yo hat mich wach geklingelt und gefragt, ob ich nicht mit ihm und Htomi ins kleine Restaurant gehen will und danach nach Komagome in den Rosengarten möchte. Och ja. So ein italienisches Frühstück ist schon verlockend. Wir mussten auch ordentlich warten, und dummerweise haben sie uns ein falsches Essen gegeben, wodurch wir noch extra die Wurst probieren konnten. Ja, da geh ich häufiger hin^^
Da das Wetter ätzend war hab ich dann spontan zugesagt mit in den Rosengarten anstatt ins überfüllte Asakusa zu gehen.
Der Rosengarten war auch schön. Gut, ehrlich gesagt sind Rosen nicht meine Lieblingsblumen und von daher versteh ich die Faszination und einzelnen Züchtungen nicht. Für mich war es eine Blume in vielen, vielen Farben. Aber der restliche

Garten dazu war echt schön. Und es gab eine "Konrad Henkel"-Rose (die rote). Unsinnige Information, aber das ist der einzige Blumenname, der mir im Gedächtnis geblieben ist.
Wir sind gerade durch mit unserem Spaziergang, da ging die Welt unter. Von jetzt auf gleich schüttete es. Dicke, fette und viele Regentropfen. Wir hatten zwar Schirme mit, aber viel hat es auc nichtgeholfen. Wir waren pitschenass.

Diese Woche ging es dann mit spannendem Unterricht weiter. In Brian Society Klasse sollten wir nen Artikel in Gruppen diskutieren. Ich erwähne: der Unterricht ist hauptsächlich für Japaner und in Englisch. Der Artikel ist naja, in meine Augen recht gemein. Lest selbst "Foreign students tareged for tours". Was die Gruppenarbeit angeht, das war harte Arbeit. Es ist mir leider bekannt, dass Japaner nicht unbedingt eine eigene Meinung haben, deswegen hab ich gleich am Anfang gefragt, ob sie die Idee in dem Artikel gut heißen. Alle drei bejahen. Gut, ich verneine. Ich frage warum sie das gut finden. Ich bekomm das Argument aus dem Text was ich sofort wiederlegen kann. Also hätte wiederlegen können wenn sie mich verstanden hätten. Ich hab es dreimal in langsamen, leichten, einfachem Englisch wiederholt...und nochmal im Krüppeljapanisch gesagt. Dann haben sie es verstanden. Meine drei Gruppenmitglieder konnten mich meistens nicht verstehen und sprechen ging auch nicht. Dementsprechend hab ich hauptsächlich auf Japanisch diskutiert.
Am Ende, nachdem wir eine Pro- und Contralise aufgestellt haben, hab ich nochmal nach ihrer Meinung gefragt. Alle drei finden jetzt die Idee schlecht. Ganz ehrlich: ich war nicht überrascht.
Da fragt man sich, warum sitzen die drei in dem Unterricht, wenn sie nichts verstehen. Ich hab gefragt ob sie den Lehrer verstehen: nein. Sie sind aber an der japanischen Kultur auf englischer Sprache interessiert. Na toll, das sie eine Präsentation halten müssen, ist ihnen wohl noch nicht klar.

Mal schauen wann ich wieder was spannendes erzählen kann.

Mittwoch, 27. April 2011

Die erste Woche ist geschafft

Es kommt mir schon viel länger vor, aber vor einer Woche bin ich zurückgekommen. Seit 6 Tagen studiere ich wieder und komme nie früher als 18 Uhr nach Hause.
Gestern hab ich eigentlich 3 Stunden und einen Termin mit der deutschen Lehrerin gehabt, aber der wurde abgesagt und nachdem ich in einem mit Japanern überfüllten Raum saß, ist auch dieser Unterricht ausgefallen. Na toll. Da ich den gleiche Lehrer nochmal an dem Tag hab, hab ich schnell geschaut ob der Interricht auch ausfällt und Tatsache: ich saß dann 3 Unterrichtsstunden à 1,5 h und eine Mittagspause von 50 Minuten herum und hab mir nen Sonnenbrand geholt, Kanji gelernt und Konversation betrieben. Also eigentlich nur gegammelt. Dann gab esn och ne megaspannende Stunde(Sarkasmus) mit Brian bezüglich Japanischer Diplomatie uns wir sahen, Brian Studenten aufgepasst: einen Film. Der Tag hat sich echt gelohnt (Achtung: wieder Sarkasmus)
Abends hab ich mit Yo und Hitomi gekocht, da Alice, meine geliebte Malaysierin leider das Wohnheim verlässt. Ich hab sie echt gern und sie war immernett, wir hatten viel Spaß und nun ist sie in ihre Heimat. Ihre Eltern sind dagegen, dass sie momentan in Japan studiert. Es flossen Tränen, aber wir haben beschlossen, dass ich nach Malaysieen gehe und sie nach D-Land kommt.

Heute war mein Tagesplan erschöpfend. Mein erster Unterrict war komplett in Japanisch. Der Unterricht nennt sich 日本民俗史. Überstezt soviel wie "Geschichte der Japanischen Folklore", auf normalen Deutsch: Japanische Ethnologie. Inhaltlich passt das perfekt zu mir, gerade das zweite Semester scheint irre spannend zu sein, es geht um Tod und Schamanen, aber da bin ich leider nicht mehr da. Ich hatte der Professorin ne Mail gschrieben, ob ich als Sprachtrottel mitmachen darf und das sei kein Problem, bis auf die Hausarbeit die wohl in Japanisch sein soll. Naja, auf dem Weg zur Uni treff ich ne Bekannte die zufälligerweise auch das Fach belegt, in der Klasse sitzt dann Hitomi. Und dann kam noch KwonHee, der Koreaner den ich nicht versteh mit dem ich aber trotzdem lache, dazu. Cool. Der Unterricht war auch nicht sooo schlimm. Die Hälfte bestand daraus einen Fragebogen zu dem Thema auszufüllen, wie wir über Tod denken und so. Schön, dass mein elektronisches Wörterbuch diese Worte alle nicht kennt, aber Hitomi hat mir geholfen. Die Lehrerin fragte auch ob das alles in Ordnung sei und dass ich gerne auf Englisch antworten könne. Sehr gut, zumindestens für den Anfang. Das wird spannend.
Dann hatte ich Freistunde. Da auch noch Mittagspause war bin ich Sporten gegangen. Die Zeit wollte ich "sinnvoll" nutzen. Es war Beintag, ich hab 5 Wochen lang nichts gemacht, ich bin fast kollabiert. Ich kann ja garnichts mehr und der Kreislauf war auch zickig. Immerhin hat mein Trainer meine Musik laut abgespielt und ich hab dann ne Rundea uf dem Crosser gedreht. Da quatscht mich ein Japaner von der Seite an "Kann ich dich was fragen?" Ja, na klar. -Wo kommst du her? Erzähl mich was über dein Land? Warum bist du hier? blablabla. Hey, es ist nett mal im Trainigsraum von einem der Kerle angesprochen zu werden (wobei ich ihn noch nie gesehen hab), aber wenn ich Ausdauer mache, keuche, schwitze, in Gedanken versunken bin, dann hasse ich es angequatscht zu werden. Mein Sprachlevel existiert in dem Moment auch nicht, das merkt mein Trainer immer, wenn ich danach versuche zu kommunizieren. Manchmal sind Japaner komisch.
Gut, Ausdauer beendet und dann doch noch ne bilinguale Runde mit dem Trainer und dem Kerl gequatscht. Es ging um Saufen. Ich war ernsthaft erschrocken, dass mein Trainer nach dem Sport erstmal ein Entspannungsbier trinkt. Das widerum hat ihn erschrocken, ich bin doch ne biertrinkende Deutsche. Tja, man stellt fest: wir haben unterschiedliche Einstellungen zum Sport und Lebensstil. Fast hätte ich danach gefragt mit ihm zu saufen.....aber wie gesagt: Sparchlevel nach dem Sport ist nicht vorhanden.^^
So, ich hatt noch nichts gegessen, wollte Kanji lernen, aber auf dem Weg zur Etspannung zwischen Sport und nächstem Unterricht werde ich von Ayumu, nem Deutschlernenden, aufgehalten. Er stellt mir eine neue Studentin vor die unglaublich gut Deutsch kann, ich war begeistert. Aber mein Magen knurrte extrem (es war schon halb 3). Da konnte ich mich losreissen und bin zum Unterricht. Es ist der zweite Teil zu Brian Diplomatiekurs, der von einem Botschafter gehalten wird. Es sitzen neue Japaner drin und ich werde mit "Du bist doch Okaa-san, oder?" begrüßt. "Du bist doch Mutti, oder" Ee? Wo hat er das her. Naja, konnte ich mir schon denken. Der Unterricht selber war interssant, aber einschläfernd. Der Botschafter Asakai hat mich immer wieder befragt wie die Diplomatie zu besonderen Sachen in D-land aussieht, ob es bei uns auch so sei. Ich hab keinen Plan. Ich bin absolut nicht in Politik bewandert. Ich weiß was in Südostasien abgeht, aber doch nicht in meinem eigenen Land.^^
Nachdem auch dieser Unterricht überlebt worden ist, stand die Welcome-Party für die neuen Chinesinnen an. Chris und ich sind natürlich hin (es gab umsonst Essen und ich hatte noch immer Hunger). Wir standen schön unauffällig weit hinten, haben den Rednern zugehört, den Vorstellungen der Chinesinnen und da ruft uns Sato-san nach vorne. Unter dem Motto "Naja, wir haben da noch ein paar Leute die ihr kennenlernen müsst". Uah, ganz spontan haben wir dann vor versammelter Manschaft mal wieder ne japanische Selbstvorstellung gehalten. An sich nicht schlimm, aber man hätte uns vorwarnen können, die Party ist nicht für uns. Und dann erzählt Sato-san von mir im Trainingsraum...hm....
Naja, Peinlichkeit überstanden und man wird von Mädchen umringt. Wo komm ich her? (hab ich doch erzählt) Wie heiß ich? (Hab doch auch erzählt) und und und. Zwei Stunden japanische Konversation. Das haut rein, vor allem aus Höflichkeit isst man während der Gespräche nicht. Ich hab nen Miniteller essen können. Hey! Gut, ich hab nen Haufen netter Leute kennengelernt, aber wer mich kennt weiß: ich bin nicht so mit den Mädchen, mein Freundeskreis ist eher männlich. Gerad in Japan. Die Kerle die da waren kannte ich schon, bzw. der eine war heute auch im Gym, ich kenne ihn vom sehen, aber meint ihr der spricht einen an? Nein. Egal, war trotzdem lustig.

Wenn man bedenkt, das sich gestern ein Tief hatte, von wegen "ich bin allein, rede kaum auf Japanisch, die Leute haben Angst vor mir", dann war das heute das Hoch dafür. Zumindestens was das Interesse an mir angeht. ^^

Sonntag, 24. April 2011

Kirschblüten im Regen

Die erste Unterrichtswoche mit ganzen zwei Tagen ist zu Ende. Am Freitag hatte ich noch "East Asia Economy" und ich saß echt nur mit Chris, dem Amerikaner drin. Economy ist echt nicht mein Hauptinteressengebiet, aber ich denke, dass die kleine Anzahl von Studenten das gut kompensiert. War auch echt ne nette Runde, man redet einfach dem Prof rein wenn man was zu sagen hat.
Danach noch ne Runde Sport und ich war glücklich. Endlich ist die erste Runde Muskelkater seit heute vorbei, dafür Schmerzen die nächsten Muskeln aus der zweiten Runde. Schlimm, wieviel man an Muskeln abbaut wenn man mal pausiert. ja, ich weiß: Selbst Schuld!
In der Nacht hat es auf einmal fürchterlich zu regnen angefangen. Richtig Platzregen, als wären wir in der Monsunzeit. Passend dazu schüttelte es auf einmal wieder das ganze Haus. Wär ich nicht so müde gewesen, hätte es mich mehr gekratzt. So hab ich nur gedacht: Hehe, wie ein Weltuntergang.
Samstag hatten wir dann eine ne Orientation für uns Ausländer. Naja, wir anwesenden vier Europäer brauchten sie an sich nicht, aber die drei Chinesinnen, die dazugestossen sind. Aber was wir gelernt haben: Wie benimmt man sich im Falle eine Erdbebens. Danke, das wollte ich unbedingt wissen. Naja, gut ich weiß jetzt wie ich meinen Notfallrucksack packen muss und was ich am besten täglich bei mir tragen sollte. Ist auch nicht zu unterschätzen. Er hat uns auch erklärt, dass Nahrungsmittel und Wasser unter stetiger Kontrolle stehen. Man ist darauf bedacht die Metropole zu schützen. Auch was radioaktiven Regen angeht, brauchen wir uns momentan nicht fürchten. Selbst im Falle der Explosion, welche absolut unwahrscheinlich ist, besteht eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die megabösen Plutoniumpartikel nach Tokyo gelangen. Natürlich sollen wir aufmerksam alles verfolgen, da die Nachrichtenerstattung immer noch gering ist, aber beim Wetter ist mittlerweile auch ein Radioaktivitätszähler für die jeweiligen Regionen zu sehen. Brian unterstützt uns auch, sofern wir helfen wollen, rät uns aber dringend davon ab, in Sendai helfen zu wollen oder anderen nördlichen Gegenden. Die Uni sorgt wirklich um uns, und freundlicherweise haben sie uns die Miete für April erstattet. Wenn man bedenkt, dass ich von meiner deutschen Uni rein garnichts höre, ist das unglaublich.
Nachdem wir dann für Brian noch einen seiner geliebten Aufsätze geschrieben haben (Wie war das Erdbeben, was für Erfahrungen haben wir gemacht, wie hat sich die Uni verhalten und was wir noch dazu sagen wollen), hab ich schnell meine Kurse angemeldet und dann ging es indisch Essen.
Das hatte ich noch nicht in Tokyo und war auch sehr lecker. Zwar mir mein Schärfegrad nicht scharf genug, aber für's nächste Mal. Man hat sich mit den Chinesinnen unterhalten, Fotos gemacht und dann bin ich nach Haue hausaufgabenmchen, schließlich ist Montag noch ein Vokabeltest.
Nach Hause ging es doch nicht so leicht wie gedacht, weil es echt schüttete. Wozu hab ich nen Schirm, wenn ich eh zur Hälfte nass bin. Meine Hose hat sich bis zu den Knien vollgesogen. Und der Wind ist fies und will einem den Schirm klauen. Glücklicherweise wohn ich nicht so weit weg und hab dann halbtrocken mit dem Office über die Zimmer der deutschen Mädels geredet. Viel ist nicht bei rausgekommen, aber ich hab Montag noch nen Termin mit der Chefin aus der Uni, die soll da mehr wissen.

Und dann: Yo kam in mein Zimmer vorbei (uh, wie ungezogen) und dann haben wir wieder gekocht. "Yvonne, it's a pleasure to cook with you again." Oh, ja, das ist es. Das hab ich echt vermisst. Leider ist die Küche sehr ruhig geworden, aber wir haben die kranke Midori dazu geholt damit sie was isst und es war wie vorher. Danach ging es auch wieder ins Studierzimmer. Japanisch erfordert dieses Semester mehr Disziplin, also haben wir Vokabeln und Grammatik bearbeitet und sind danach in eine unseren wunderbaren Diskussionen abgedriftet. Mit Yo macht das echt Spaß. Er meint er hat keine Ahnung von Ethnologie, aber sein ganzer Blick auf Japan ist ethnologisch. Kombiniert mit einigen Elementen aus Politik, Wirtschaft oder Geschichte und wir können uns stundenlang unterhalten. Vergleichen Japan mit Deutschland und Frankreich oder einfach nur unserer Länder. Ja, ich bin wieder zu Hause.

Sonntag ging es dann ganz spontan nach Shinjikugyoen. Ich wollte mit Midori, die nur einen Tag vor mir wieder hierher gekommen ist, noch ein Hanami (Kirschblütenfest) machen. Wir haben ja die Hauptblüte verpasst. Aber leider ist sie krank und hat abgesagt, da bin ich los und hab Yo mitgenommen.
Shinjukugyoen liegt in Shinjuku. Ich wusste nicht, dass es an dem größten Bahnhof direkt ein großer Park liegt. Er kostet auch Eintritt, aber der war es wert. Es blüten an allen Ecken Kirschbäume. Weil es hier verschiedene gibt, blühen sie länger als an anderen Orten. Aber auch anderen Blüten und extrem kreischig pinken Büsche waren in voller Blütenpracht. Zwei angelegte Seen und ein französischer Garten sorgen für Abwechslung. In den Seen sind Schildkröten und Fische (Überraschung) und eine Familie hat Flusskrebse gefangen. Das zeigt das die Qualität des Wasser sehr gut ist. Auf den freien Plätzen zwischen den Kirschbäumen haben Familien gespielt, unter den Bäumen lagen die Japaner und haben sich ausgeruht. Man sah viele Paare -ja, neben dem Umeda Sky Building würde ich Shinjukugyoen im Frühjahr als Dating-Spot für gut befinden- aber trotzdem war es trotz der Fülle an Menschen friedlich und beruhigend. Nebenbei, es ist Ostern, aber das bekommt man hier nicht im Geringsten mit.
Es war ein schöner Tag. Yo meinte ich sei zwar sehr ruhig, aber was soll man sagen wenn man das Gesicht der Sonne entgegenstreckt, Blüten bewundert und einfach glücklich ist? Ich denke wie bei ihm, das sich mich selber noch ein wenig innerlich sortieren muss, obwohl ich mich wieder zu Hause fühle und alles so ist und besser wie ich es kenne.

Donnerstag, 21. April 2011

Neue Gesichter und alte die auf einmal sprechen

Heute war der richtige Unitag. Nachdem ich gestern grob einen Plan zusammengeschustert habe, bin ich dann heute zu Japanisch gegangen. Ja, also, offiziell sind wir zu dritt im Mittelkurs, aber weil wir nur zu dritt sind, sind wir mit den Fortgeschrittenen zusammengewürfelt worden. Das heißt...weiß ich nicht genau. Auf alle Fälle werden wir ein höheres Level haben als geplant, sollte gut sein. Wäre es auch auf alle Fälle wenn ich nicht die Unbegabteste wäre. Aber ich versuch die Chance zu nutzen, bei nur zweimal die Woch eUnterricht. Das heißt jedes Mal Vokabeltest mit Vokabel aus dem JLPT (internationaler Japanischtest) 2. Den strebe ich auch selbstverliebt an. Also ist das schon mal praktisch. Die Grammatik wird auch Level 2 entsprechen. Die müssen wir uns allerdings anscheinend selber beibringen. Hm...prima.
Naja, inhaltlich gibt es jetzt nicht soviel spannendes zu erzählen, außer das wir die erste Hälfte nur über Fukushima gesprochen haben. Jetzt weiß ich auch die Vokabeln für Radioaktivität, Atombombe und Reaktor, wer hat je gedacht, dass ich die brauche? Senseis Meinung zu dem Status in Tokyo ist: Daijôbu! Alles prima. Das Essen unterliegt strengen Kontrollen, die Radioaktivität kommt auf keinen Fall hierher und die Sonne scheint. Kam mir ein wenig arg blauäugig vor und ich denke mir mal, dass sie es uns Ausländern schön reden will.
Zweite Stunde. Es schimpft sich "Contemporary Identity" -> Zeitgemäße Identität oder so. Der Prof ist Ethnologe, was mich freuen lässt, da ich endlich mal einen ethnologischen Blick mit ethnologischer Methodik beigebracht bekomme. Sofern er heute seinen Monolog geführt hat, wird das auch sehr spannend. Wir sitzen mit grandiosen vier Mann in dem Kurs. Ein Amerikaner, ein Franzose, ne Deutsche (meine Eine) und ein Japaner. Das ist eine wunderbare Mischung. Die Semesterarbeit wird dann eine Buchrezension über ein Buch unserer Wahl mit schriftlicher Ausarbeitung. Find ich gut. Laut seiner Liste sind auch tolle Titel dabei. Die Klassiker "Chrysantheme und Schwert" (Ruth Benedict) und "Strukturen der japanischen Gesellschaft" (Chie Nakane) fehlen natürlich nicht. Ja, da freu ich ich echt drauf.
Dritter Unterricht: Der sterbenslangweilige Titel "Sino-Japanese Relationship" -> Chinesisch-Japanische Beziehung lässt vermuten, dass es langweilig wird. Ich hab das Thema letztes Semester häufig besprochen und eigentlich bin ich nur rein um mir ne Meinung zu bilden, ob ich es belegen will. Der Prof ist Japaner und hat seinen Text zuerst nur abgelesen. Wohooo. Er sei gebeten worden auf English zu lehren, er beherrsche es aber nicht so wirklich. Ich bin da anderer Meinung, aber naja. Aber mit der Selbstvorstellung und einigen Anekdoten haben wir viel gelacht. Er war sehr interessiert an den europäischen Reaktionen zu Fukushima (natürlich) und auch an der französischen Kultur. Sprich er hat sich fast nur mit Yoann unterhalten. Soll mich ja nicht stören solange es unterhaltsam ist. Der Rest hat sich immer nur fragend angesehen, wenn sie auf französisch gewechselt sind. Der Rest ist eigentlich die Gruppe aus dem Unterricht davor und ein weitere Japaner. Ganze fünf Mann! Ich schau mir das Ganze an und richte mein Urteil über das Fach später^^.

Dann hab ich Schluß, und weil ich es versprochen habe, bzw. echt schon Sehnsucht nach Bewegung hab, bin ich Sporten. Wie erwartet war ich die Einzige. Da alle die Neulinge da sind, kümmern sich alle um ihre eigenen Klubs und nicht um Fitness. ich hab es dann doch echt geschafft mich mit dem Trainer ne Stunde zu unterhalten. Bisher hat es nur zu "Hallo" und "O tsukaresama deshita" (Da gibt es nix schönes Deutsches, vielleicht: Danke für die gemeinsame Arbeit oder so)gereicht. Einige Gesprächsversuche von mir sind kläglich gescheitert, weil ich immer nach dem Sport wenn der Kopf schön leer ist, versucht habe zu kommunizieren. Naja, aber diesmal hat es geklappt. Und dann kam noch ein weiterer Sportler, den ich vom Sehen kannte und dessen Trainigsmethode ich für dämlich erachte, aber das nur am Rande, mit dem hab ich dann auch noch geredet. Man hat sich bisher noch nicht mal gegrüßt. Woah!
Ich denke, dass mag daran liegen, dass ich nun hier allein bin. Zum einen muss ich mit den Leuten auf Japanisch/Englisch reden um überhaupt zu reden und zum anderen denke ich, dass ein Haufen deutscher Girlies auch abschreckt, da geht man nicht so schnell in ein Gespräch rein.
In dem Sinne, und das ist nicht böse gemeint, sondern nur situationsdankbar: Danke, das sich hier alleine bin! Natürlich will ich all meine Erlebnisse sofort mit jemanden teilen, aber da muss ich mich gedulden. Yo hat den Kopf gerade voll, weil es bei ihm noch einige Probleme gibt, aber wozu gibt es das Internet? Mails, Blog, Facebook...ich werde meinen tollen Nachrichten schon noch los.

Was die weitere Situation hier betrifft: gegen 22:30 Uhr hatten wir gerade ein Nachbeben. Nicht stärker als das was man bisher kannte, aber einen Tick länger, was dann den Puls ein wenig beschleunigen lässt. Aber kein Problem. Das Stromsparen wird recht gut durchgesetzt. In der Küche ist nun regulär das Licht aus, nur wenn jemand da ist, ist es an. In der Uni brennt auch nur jedes zweite Licht und an einigen Bahnhöfen funktionieren die Rolltreppen nicht. Alles im allem gut.
Die Leute mit denen ich heute gesprochen habe, sind alle der Meinung, dass Tokyo sicher ist. Und das auch nie was passieren wird. Gut, ersteres begrüße ich, zweiteres.....ich will nichts heraufbeschwören. Es ist auch anzumerken, dass die japanischen Nachrichten nicht mehr über Fukushima berichten dürfen. Hab ich noch nicht selber überprüft, ist mir aber von einigen Seiten berichtet worden. Den Grund dafür kenn ich noch nicht, hab Vermutungen, aber das wird erstmal überprüft.

Freitag, 24. Dezember 2010

Party des Weihnachtsmannes

Es gab schon die erste Weihnachtsfeier.
Das Kokusai-Center, bzw. die Leute die für uns zuständig sind, haben was in die Wege geleitet. Man könnte es Fressfest nennen.
Es lief so ab: Wir sind angekommen, haben usn unterhalten. Dann ist das Buffett eröffnet worden, welches aus tollen Sachen bestand. Nach amerikanischen Brauch heißer Schokolade mit Marshmallow, britischen Brauch den traditionellen Kuchen (ich weiß immer noch nicht wie der heißt) nach deutschen Brauch Haribo. Die sind allerdings aus Amerika importiert und haben ein sehr leuchtstarkes Grün.
Schokolade und Süßes ohne Ende und, mein persönlicher Favourit, Cracker mit Käse. Und Elch- und Wildsalami. Endlich was Richtiges zu Beißen. Aber damit ist es ja noch nicht genug. Nach den niedlichen Weihnachtsansprachen und einem Quiz, welcher sich aber nur auf die amerikanischen Weihnachtslieder berief, die wir alle nicht kannten, sind dann die Geschenke, die wir mitgebracht haben, eingesammelt wurden, damit man danach, in D-Land nennt man das Wichteln, ein Geschenk von jemanden anderen bekommt.
Aber das Geschenk gab es erst, nachdem die Pizza kam. Das ist japanische Tradition. ^^ Ne, weiß ich nicht. Im Gegensatz zu der letzten Bestellung gab es diesmal Pizza im Übermaß. Gut für uns Rikko Kaikan-Bewohner, uns wurden die Restlichen auf's Auge gedrückt und wir hatten am nächsten Tag was zu essen.
Ich hab auch den Preis erfahren für die, ich schätze 15 Pizzen (Durchmesser 26cm/ Salami/Vegetarisch/Speciale): 264 Euro. Wohooo. Bello Joanna, ich liebe euch, Ihr macht bessere und definitiv günstigere Pizzen!

Es war ein Festschmaus. Im Hintergrund lief verdammt ätzende Weihnachtsmusik, aber wen stört es. Und dann kam die Bescherung: Man hat Nummern zugeteilt bekommen und danach hat man sein Geschenk bekommen. Da Caro das Geschenk von Yo bekommen hat, und ich wusste was drin ist und auch wusste, dass sie es schon hat, hab ich ihr meins gegeben und verschenk Yos Geschenk heute am Heiligabend^^ Pssst! Caro hat dafür jetzt Süßigkeiten und einen Kalender.

Aber das Beste kommt noch: Brian wollte uns noch "A Night before Christmas" vorlesen. Ein klassisches Gedicht. Und jetzt stellt euch vor, wie 24 erwachsene Studenten im Schneidersitz vor dem Prof sitzen und ihm andächtig zuhören, wie er aus einem Bilderbuch vorliest. Das hat soviel Stil, dass einem jetzt endlich weihnachtlich zumute geworden ist.
In dem Sinne: FROHE WEIHNACHTEN!

Samstag, 13. November 2010

Unnützes Wissen 1: Sex sells

Was gibt es über die letzte Woche zu sagen? Nicht viel.
Aufgrund einer düsteren Stimmung meinerseits hab ich nicht so den Kontakt zu irgendwelchen Leuten gesucht und versucht den Frust, wo auch imemr er herkam, im Sport los zu werden. Hat soweit ganz gut geklappt, wenn man bedenkt, dass ich am Freitag dermaßen in die Sportsucht verfallen bin, dass ich mich zwingen musste vom Crosstrainer zu steigen. Passiert mir häufiger^^.
Ach, wo ich gerade dabei bin, ich habe die Fotos vom Festival bekommen, wo ich meine Freundin Tomoyo hebe. Ihr Kumpel sagte zu ihr, dass mein Vortrag, mit der anschließenden Demontration, des Denkwürdigste des ganzen Festival war. Na, wenn das nicht wie Öl runtergeht.

Im Japanischntterricht hatte ich mir über das lange Wochenende zwei Anfängerbücher auf Japanisch asgeliehen. Ich brauche abends was zum Lesen und warum nicht was auf Japanisch? Tja, ich hatte das aber komplett verpeilt und hab die beiden Bücher dann am Montag (da hatten wir noch frei) mal eben in ner Stunde durchgelesen. Die Lehrerin sagte, dass das eine sehr leicht ist (Aladdin) und das nächste Level dann die Benutzung eines Wörterbuchs bedarf. Ich habe das höhere Level (Die Schneefrau) komplett ohne Wörterbuch gelesen und ihr das auch gesagt. Sie war sehr überrascht. Naja, wenn man mich anhand meiner mündlichen Leistung bewertet verständlich, ich komm einfach damit besser klar zu lesen, als zu hören oder sprechen. Also hab ich das nächste Level gefordert und das ist jetzt ein stinknormaler Roman, ohne Lesungen über den Kanji und anstatt der bisherigen 30 Seiten 170. Gut, da brauch ich länger zu, aber sehen wir das als Herausforderung. Ich kann noch nicht mal den Titel lesen. Ist auf alle Fäle von Banana Yoshimoto ( nein, es ist nicht der bekannte Roman "Kitchen").

Am Donnerstag hatte ich dann in East Asia Business meinen Vortrag, auf Englisch, über Sony. Ich liebe diese Firma, die ist so toll und keiner weiß das. Allerdings hat sie auch manchmal übelst verkackt.
Wusstet ihr, dass Sony in dem Videoformat-Krieg -kennt ihr denn überhaupt?- mit Betamax gegen Toshiba mit seinem VHS verloren hat, weil sie keine Pornolizenzen verkauft haben? Also gab es Pornos auf VHS und Toshiba hat mehr Kassetten verkauft und sich im Markt gegen Sony durchgesetzt. Sex sells.
Meim Vortrag kam überraschenderweise gut an. Wer mich und meine Art vorzutragen kennt, weiß, dass ich damit bei Dozenten eher unbeliebt bin, Sie fand es aber gut und ich habe ihr auch viel neues Wissen vermittelt. Gepunktet. Ich freu mich schon auf die Hausarbeit.

Freitag ging es dann abends zum Darten und Billardspielen. War nett und am lustigsten war eigentlich der Rückweg. Kwon Hee, der Koreaner, hatte so komisch geschaut und ich hab gefragt ob alles prima ist. "Ja, Warum?" Da ich dann nicht wusste was "traurig" auf Japanisch heißt hab ich ihm mit meiner Mimik versucht zu erklären, dass er traurig aussieht und hab nach dem Wort gefragt. Naja, aus dem Lachflash kam er dann nicht mehr raus. Er lacht auch immer wenn ich den Mädels was auf Deutsch erzähle und sagt immer, dass ich "lustig" bin. Und mein "traurig" muss der Brüller gewesen sein. Ich hab zwar nie ne Ahnung was er von mir will (siehe oben und schlechtes Hörverstädnis^^), aber sein Lachen ist übelst ansteckend. Herrlich.

Spannend sind auch meine Experimente in der japanischen Küche. Schon in Deutschland wollt ich schn immer mal Süßkartoffel machen. Also hab ich eine gekauft und so ein Honigpaket extra für die Kartoffeln. Die kann man hier fertig gekocht in so einer süßen Melasse mit schwarzen Sesam kaufen. Steh ich voll drauf. Und jetzt kann ich das selber. Musste mir sogar nen Rest in menier Bentobox (Lunchbox) aufheben, weil es zuviel war. Es schmeckt genau wie die gekauften "Universitätskartoffeln". So heißen sie in dieser Variante.
Und mein Küchenchef Yoann hat mich wieder unter seine Fittiche genommen. Zusammen haben wir heute wieder gekocht. Also er hat gekocht, ich hab nur die Drecksarbeit gemacht und gelernt. Es gab Lamm in Joghurt-Rotwein-Sauce. Göttlich! Leider sind die Fotos vom Handy verschwunden, sonst hätte ich mit dem Essen angegeben.
Französsiche Küche, bzw. das was Yoann macht ist einfach toll. Und im Grunde genommen simpel. Ich sehe es schon, dass wenn ich wiederkommen, ich nicht Sushi und Onigiri machen kann, sondern Hühnchen unter Rotweinsauce an einem Spiegel von Bernaise. Was auch immer das ist, aber es hört sich gut an.^^

So, Montag steht die Mittsemesterprüfung an.

Und wo ich schon bei Sex sells bin: was möchte mir dieses Video sagen? Ich mag das Lied, absoluter Ohrwurmfaktor, aber was bitte soll mir das Viedo sagen?
Ich mag die Stellen mit den "Kätzchen". Und nebenbei, sowas wird hier rund um die Uhr gezeigt.

Sonntag, 7. November 2010

Kultur, Kultur und Kultur

Von Freitag bis Sonntag war das Kulturfest an der Musashi auf dem wir Ausländer unsere Präsentation wildfremden Japanern vorstellen sollten. Begeiterung pur bei uns.
Freitag: Katja und ich kommen um 12 Uhr zur Uni um dann erstmal ne heiße Show von Kerlen zu sehen, die alle Frauenkleider an hatten. Hübsch, hübsch. Und um 13 Uhr war ich ein weniger abgelenkt durch so manche Flüssigkeiten die den Geist vernebeln. Ich hatte meinen Spaß. Ich habe lebenswichtige Sätze in Koreanisch und Japanisch gelernt, mit dem Muskelmann geredet der Alkohol verkauft hat. Naja, er hatte ein Muskelshirt an, aber auf meine Frage, ob er auch trainiert, tut er es doch wirklich. Auch an meinen Tagen, wir haben uns nur noch nie gesehen (ich wäre ihm unter Garantie aufgefallen). Egal, das holen wir nach. Eigentlich wollte ich ihm meine Präsentation erzählen, aber ich denke, das hätte ihn nicht interessiert.
Ich bin stolz, dass ich an dem Tag zu dem einen Stad gegangen bin und dort Yosuke, aus unserem TOEFL Kurs der Schüchteren, angequatscht habe. Ich hab gesagt, auf Japanisch, wiel englisch kann er ja nicht, dass wir mal einen Trinken gehen sollten. Und dann haben wir uns unterhalten. Er hat gelächelt und hatte mich sogar freudig begrüßt. Ich dachte immer, dass er Angst vor uns hat. An dem Abend war ich früh im Bett, weil ich soviel Blödsinn gemacht hab.


Samstag: Heute mussten wir unsere Präsnetationen halten. Unser Lehrerin hat irgendwelche Leute herbeigezogen vor denen wir was erzählen sollten. Meine Zuhörer waren so unbegeistert, dass ich gekonnt die Hälfte weggelassen habe. Das nächste Mal hab ich alles erzählt, dann meinen Schwerpunkt auf den einen Schriftsteller in der Präsentation gelegt und dann komplett improvisiert, weil mich meine japanische Freudin immer unterbrochen hat. Insgesamt hab ich 5mal meine Präsentation gehalten, statt den geforderten 3mal. Und als Bonus durfte ich drei Japaner auf den Arm nehmen, weil ich soooo stark bin. Ich hoffe ich bekomme die Fotos noch mal zugeschickt.
Zwischendurch bin ich dann noch von einem Baseballer angesprochen worden, dass ich Nabe, Suppe essen soll. Ich hatte den Baseball-Mädchen das am Tag vorher schon versprochen, aber das Schlimme war, der kannte mich (und ich ihn nicht). Er kennt mich aus dem Fitnessstudio und konnte mir genau sagen welche Übungen ich mache. War mir irgendwie peinlich.^^

Abends sind wir nochmal ins Izakaya. War lustig, ich hab einige Lachflash gehabt. Yasuo war mit und er hat so eine lustige Mimik, und er grunzt immer, weil ich beim Karaoke ja soviel Metallieder geschmettert habe. Er hat mir auch seine Lieblingsbands gezeigt. Wow. japanischer Rock ist phantastisch.
Naja, wie gesagt wir hatten Spaß, was allerdings das Nachhause bringen von besoffenen Japanern/Koreanern angeht, darüber will ich kein Wort verlieren, es hätte nur fast Tote gegeben^^.

Sonntag: An sich wollte ich mich an so einige aufgeschobene Arbeit setzen, aber ich bin spontan mit Katja (und Ryota, Yuki, Kwoon Hee) zum Kulturtag an der Waseda Uni gefahren. Wir haben uns eine ganze halbe Stunde dort aufgehalten weil es soooo megavoll war.

Megavoll und riesig der Waseda-Campus
Also ging es wieder zurück an die Musashi, wo ich wie immer meinen Muskelmann begrüßt habe. Ich werde ihn wohl ohne Muskelshirt nicht erkenne, aber ich er mich und dann schreien^^ Heute war nichts Spannendes mehr los. Ryota und Yuki sind noch zu einer Aufführung und Katja und ich haben zusammen mit Rushelle auf sie gewartet um danach, dafür haben wir echt solange gewartet?, zu McDoof zu gehen und einen richtigen Kaffee getrunken haben. Nicht nur die süße Plörre aus den Automaten hier. War echt lustig da. Es ist schön zu wissen, dass die Japaner einen total verarschen, man aber nicht unbedingt mitbekommt wie genau. Aber dafür habt man selber ja auch noch ein paar Asse im Ärmel. Man muss nur aufpassen wem gegenüber man sie ausspielt.
Die lästern wie nichts Gutes.

Donnerstag, 4. November 2010

Konbe!!!

Gestern war der "Tag der Kultur". Das ist ein richtiger nationaler Feiertag und die Uni blieb zu. Da denkt man: Mensch, endlich mal ausschlafen, wo doch das Wochenende so schlafarm war.
Ja, ne. Da es ein Kulturtag ist, muss man ja Kultur machen. Unsere Kultur bestand darin unseren Nachbarn und den Elten des zu unserem Wohheim gehörenden Kindergartens deutsche und französische Küche beizubringen. Hört sich ja echt toll. Haben wir auch begeistert zugesagt. Aber: nach dem Schälen von 30 Zwiebeln am Vorabend und dem Schälen von rund 12 kg Kartoffeln an dem Morgen (und es waren noch 28 kg übrig)merkten wir, dass es doch nicht so ein Spaß werden wird. Zusammen mit Yoann haben wir uns dann in den Garten des Kindergartens begeben und dort unsere Gerichte für sich angeboten. Yoann hat Hühnchen in Weißwein-Joghurtsauce angeboten (ein Gedicht) und wir klassisch deutsche Bratkartoffeln und Kartoffelpuffer.

Zu den Bratkartoffeln kann man nichts besonderes sagen, außer, dass die Kartoffeln hier irgendie rötlich werden wenn sie länger angeschnitten rumliegen. Da keiner von uns je selber Kartoffelpuffer gemacht hat, war das ein Experiment. Ein Missglücktes, aber da Japaner nicht wissen wie Kartoffelpuffer aussehen, ist denen das nicht aufgefallen. Wir haben eher geschnetzelte Kartoffeln mit selbstgemachten Apfelmus gemacht (und ich fand es unheimlich lecker).
Tabea und Katja haben gebrutzelt, Yoann hat gebrutzelt, Nicole und Sophia haben zurückgezogen weitere 18 kg Kartoffeln verarbeitet und ich habe mich in einer japanischen Marktschreierin versucht. Das klassiche "Irasshaimasen~" (Willkommen) hat das draufgängerische "Tabete mitte kudasai~" (Bitte versuchen Sie es!) abgelöst. In meiner Obhut war die Kasse und der Verkauf, ich habe die Kunden bedient und in meinem mickrigem Japanisch den Unterschied zwischen Bratkartofflen und Kartoffelpuffer erklärt. An sich lustig, ich liebe verkaufen, aber auf Japanisch ist es hart. Im Prinzip stand ich nur rum und hab organisiert. Im wunderschönen deutschen Outfit^^.
Der Spaß ging von halb 11 bis 14.30 Uhr und danach haben wir mit einer ins Negative gehende Motivation aufgeräumt. Da gekochte Kartoffeln übrig waren, haben wir die kurzerhand unter den Koreanerinnen aufgeteilt. Und unsere Aussicht für die nächsten Wochen: Kartoffeln (10 kg Rest), Speck (1 kg Rest), Zwiebeln (~20 Rest), Eier (30 Rest). Was kann man denn damit Hübsches anfangen? Ich persönlich bin für eine deutsche Küchenparty für unsere Freunde. Aber ich hab kein Bock auf Kochen.
Um den Tag dann wenigstens schön zu beenden, hatten Yoann und ich abgemacht, das wir wieder zu den Koreanern an die Kunstschule gehen. Die waren so nett zu uns, die haben von Yoann dann noch was von dem geilem Hähnchenfleisch abbekommen. Und wieder sind wir, diesmal um Katja und Nicole reicher, superfreundlich aufgenommen worden.
Zack, gab es koreanisches Essen -und das obwohl sie gerade viel zu tun hatten- und Schnaps, wieder den leckeren Schwarzer Sesam Schnaps (Makkori) vom Vorabend. Super. Ein wenig Small Talk und wir sind nochmal rein um zu schauen. Aber leider waren alle schon dabei aufzuräumen. Also wieder raus und ein Pantsu yaki essen.
Die haben uns doch tatsächich wieder erkannt und haben und supergroße Höschen gezaubert. Jaja, wozu Scherzen doch führen kann. Katja und Nicole haben ihr Höschen genossen und ich habe mich an einem Pikantem probiert. Auch nicht schlecht, aber Höschen sollten süß sein.
Zurück zu den Koreaner ist uns dann ein japanischer Jack Sparrow über den Weg gelaufen. Wow, Yvonne konnte ja mal wieder nicht an sich halten und ist zu ihm gerannt. Hach, ich wurde Lady Elisabeth genannt und der Japaner hatte es echt drauf wie der originale Pirat zu reden. Ich bin begeistert. Es war echt kalt, aber wir haben auf die Koreaner gewartet bis sie Feierabend gemacht haben, denn wir wollten mit ihnen ins Izakaya und unsere neue Freundschaft feiern. Und weil es Koreaner sind -ich berufe mich hier auf die Stereotypen die mir Yoann genannt hat- haben sie uns noch mehr Alkohol angeboten (die sind nur am Saufen) und noch mehr Essen. Es war echt unglaublich, was die einen aufzwingen. Während man sich dann so unterhält, in unserem Fall sehr gequält, hat man dann auch erfahren wie alt die denn so sind. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Die Jungs, jung, knackig, heiß, von denen ich gedacht habe, dass sie die 24 nicht überschrittenen haben, wenn überhaupt, sind 27 und 31 (!). Da bin ich immer noch nicht drüber weg. Die haben sich noch nicht mal erwachsen benommen.
Katja ist zwischenzeitlich verschwunden um Ryota, Nori, Chris.... zu holen, die ein Baseball-Spiel hatten und kam dann mit einem Haufen besoffener Jungs zurück. Wow, das war lustig. Ich hatte endlich jemanden der mir meine Eishände an seinem Bauch gerieben hat und Yasuo hat mich immer angegrunzt, was der dezente Hinweis darauf war, dass ihm meine Karaokemusikauswahl gefallen hat. War das lustig. Aber da die Koreaner uns eingeladen haben, mussten wir uns kurzerhand von dem lustigen Pack trennen und Katja -ich fühle mich immer noch schuldig- allein mit ihnen zurücklassen.
Mit 21 Koreanern, Yoann und Nicole sind wir dann in ein Izakaya. Man sagte uns gleich dass es 4.000 Yen kosten wirds. Ein verdammt stolzer Preis. Aber okay, neue Freunde und man kann alles essen und trinken. Also rein ins Vergnügen. Es wurde echt heiß, und zwar im normalen Sinne. Es standen vier Tischbrenner auf dem Tisch -wo sonst-, auf denen jeweils ein Topf Nabe stand (doppelt gemopppelt, weil Nabe Topf heißt, aber auch einen Eintopf bezeichnet). Natürlich wurden die gekocht. Dazu gab es noch Salat und Salat und Sashimi. Uns dann noch Austern (!) Da musste ich dann passen, weil ich durch ein ständig neu aufgefülltes Glas und den unterscheidlichen fetten Speisen ein wenig Magenprobleme bekommen habe. Aber die Koreaner legen immer wieder nach und schenken immer wieder nach. Ach war das lustig.
r
Gelernt hab ich an dem Abend ausser ein paar Namen nichts. Nur das koreanische Wort für "Prost" und zwar "Konbe". Wichtig, wichtig. Mir schien es auch so, als ob die vor jedem Schluck anstossen müssen. Und zu jedem Schluck eine Zigarette rauchen müssen. Aber hey, kein Problem, der Abzug hat wunderbar funktioniert.
Befremdent, nicht schlimm, aber befremdent war, dass mich Lim, der unglaublicherweise31jährige, häufig angefasst hat. Um mir zu zeigen wohin einmal am Ellenbogen, um meine Aufmerksamkeit im Gespräch zu haben am Rücken. Absolut normal, aber wenn man hier fast zwei Monate ist, dann grenzt das fast an sexuelle Belästigung.^^ Es war herrlich. Die Koreaner sind echt cool.