Posts mit dem Label Hachiko werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hachiko werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. März 2025

Alte und neue Erinnerungen

 Der erste ganze Tag in Japan.

Marcel hat es gestern Abend schon gegen 22 Uhr komplett ausgeknockt und ich bin auch kurz danach ins Traumland gefolgt. Beide hatten wir die Erwartung, dass wir wunderbar durchschlafen und nach ca. 8 Stunden wieder fit sind. Naja, der Plan ging leider nicht so auf. Um 3 Uhr morgens waren wir wach. Zum einen waren wir ausgeschlafen (Hallo Jetlag!) und zum anderen stelle ich mal wieder fest: Klimaanlagen sind fürchterlich. Wir können das Fenster nicht öffnen und hatten eine sehr trockene Luft im winzigen Zimmer und generell war auch die Temperatur nicht so unsere. Die kann man allerdings schnell ändern. Die Luftfeuchtigkeit eher wenig. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, dafür haben wir eine Regendusche und einen Massagestuhl, in dem ich mir während des Schreibens die Waden massieren lasse. 

Was macht man also wenn man nicht schlafen kann? Man holt sich erstmal gemütlich gegen halb 5 morgens das Frühstück aus dem Konbini (24h Conveniencestore). Natürlich gab es für mich Onigiri und Marcel musste sich erst einmal rantasten, aber auch er feiert die Produkte die man da immer für relativ wenig Geld erstehen kann. 

Gemütlich haben wir uns dann fertig gemacht und sind um 7 Uhr morgens losgestiefelt. Da wir gestern vor lauter Müdigkeit nicht wie angedacht zum benachbarten Kaiserpalast gegangen sind, haben wir das erstmal nachgeholt. Über einen kleinen Umweg durch den hübsch angelegten Hibiya-Park ging es dann direkt zum Kaiserpalast. Der darf man leider nur aus der Ferne bewundern, ist aber trotzdem eines der Touristenpunkte die ich schon fünf Mal oder so besucht habe. Also eine alte Erinnerung für mich und eine neue für Marcel. Es ist spannend zu sehen wie jemand der das alles so gar nicht kennt das Ganze betrachtet. Zumal er auch sehr wenig Vorkenntnisse von der japanischen Kultur hat. 

Der Kaisergarten hatte leider erst um 9 Uhr geöffnet, aber unser Morgenspaziergang war schon so früh, dass wir darauf nicht warten wollten. Es ist mehr oder weniger neben dem Hotel, daher können wir das jederzeit bei Bedarf nachholen. Dafür gab es dann den Touristenklassiker Nummer 2 für Marcel. Wir sind nach Harajuku gefahren und haben dort den Meiji-Schrein besucht. Ich möchte meinen, dass ist der wichtigste und bekannteste Schrein in Tokyo. Er ist auch superschön in einer sehr belebten Gegend gelegen, strahlt aber durch den dazugehörigen Wald sehr viel Ruhe aus. Es war auch nicht wirklich was los, so um 9 Uhr morgens. Wir hatten auf dem Spaziergang zum Schrein selbst noch eine kleine


Prozession Mönche sehen können. Und obwohl es noch ruhig war, fallen einem die ganzen Touristen auf. Generell ist der Anteil an europäisch wirkenden Menschen in Tokyo enorm angestiegen, aber an den Spots trifft man dann auch gerne auf diese ignoranten Touris die nur wegen des Beweisfotos da sind. Marcel hat auch sehr viel fotografiert, aber es war nie aufdringlich und hat jedes Verbotsschild respektiert. Aber nicht selten sind andere direkt an den Schrein, trotz Verbotsschildes und einem Wachmann mit Schild in der Hand, gegangen und haben fotografiert. Spannend war auch, dass die großen Torii (Tore) neu gemacht wurden. Das neue Holz ist sehr hell und tatsächlich bis zu einer Höhe von ca. 1,70 mit einer durchsichtigen Plastikfolie ummantelt. Ich behaupte einfach, dass das ist, weil so viele Ignoranten aus der ganzen Welt sich dort nämlich einritzen und die japanischen Heiligtümer beschädigen.

Wir, vorbildlich natürlich, haben uns mit Wasser vor dem Betreten gereinigt und am Schrein gebetet ohne Fotos. Damit alles auch traditionell klassisch abläuft, haben wir auch ein omikuji gezogen, ein Horoskop. Leider sagt unseres nichts über unser Glück aus, sondern enthält ein Gedicht des Meiji-Kaisers. Und Marcel hat von mir ein omamori geschenkt bekommen. Ein Talisman. Ich habe ihm eins gegen dunkle Einflüsse ausgesucht. Für eine gute Geburt fand ich nicht so passend :)

Nach diesem eher traditionellen Start in die Touristenspots sind wir in Harajuku gleich in die Takeshitadori gegangen. Also wollten wir. Marcel hat ein Katzen Cafe entdeckt und wollte da erst rein. Nach zwei Tagen war schon zu viel Kuschelentzug vorhanden. Man sitzt dort in einem Cafe (wobei Kaffee hier gar keine Rolle spielt) und kann die herumlaufenden Tiere bespielen und streicheln. Das bietet vielen Japanern die Möglichkeit mit Katzen zusammen zu sein, da häufig Haustiere verboten sind oder man sie aufgrund der Arbeitszeiten nicht halten kann. Es war auch eine katzengerechte Einrichtung und alle Katzen wirklich ziemlich gelassen, allerdings war keine wirklich verschmust. Als dann auch immer mehr Leute reingelassen wurden, sind wir gegangen, dass wurde uns zu viel und wir wollten es den Katzen nicht antun. Bevor hier aufgeschrien wird: die Katzen hatten einen Rückzugsort wo keiner hinkam. Es war alles schon okay und tiergerecht. 

Anders als in weiteren Tier-Cafes die wir in der Takeshitadori gesehen haben: Hunde-Cafe, ja okay, ein Mini-Schweinchen-Cafe und tatsächlich haben wir das Otter-Cafe gefunden, wo eine Mitarbeiterin mit einem Otter auf der Schulter draußen stand und die Kundschaft reingelockt hat. Das war uns zu hart. Katzen und Hunde sind domestizierte Haustiere, ja, aber Mini-Schweini und Otter nicht.

Aber das ist die Tokyo und die Takeshitadori. Die bekannteste Shoppingmeile mit manchen ausgefallenen Geschäften. Und nun ja, da ist er der Übertourismus. Die Straße war gerammelt voll. Und die Hälfte der Geschäfte waren Imbisse und Naschbuden die aber irgendwie alle das gleiche angeboten haben: Käsetaler und kandierte Erdbeeren. Auch gab es mittlerweile sehr viele Gachapon-Läden. Gachapon, bzw. GachaGacha, sie solche Automaten wie früher die Kaugummiautomaten waren. Du wirfst Geld rein, drehst, und bekommst nen Kaugummi oder nen Plastikring oder oder oder. Und GachGacha haben verschiedenste Inhalte. Das können berühme Animefiguren sein, Marvel, Schlüsselanhänger in Essensform, Mininotizbücher....Ich habe eine Serie gefunden, wo Katzen in Boxen oder Fischgläsern schlafen. Da bin ich schwach geworden und habe aber tatsächlich genau die Figur gezogen, die ich favorisiert habe (sieht aus wie unsere Carie). Für Marcel war das zu bunt und freakig, außerdem wurde er langsam schon hangry.

Deshalb haben wir uns ein Katsudon gegönnt. Ein Schnitzel auf Reis. Und weil wir nicht voll genug
waren, haben wir noch einen Matcha-Crepe-Stand gefunden und da noch einen superleckeren Crepe gegessen. Wir rollten danach dann Richtung Shibuya um den vorerst letzten geplanten Touristenspot für heute aufzusuchen: die Riesenkreuzung und Hachiko. Und auf dem Weg haben wie noch ein oder zwei Zwischenhalte gemacht, weil uns was ins Auge gefallen ist. Zum Beispiel das Tokyu Plaza. Es ist ein sehr bemerkenswertes Gebäude, also eigentlich zwei. Die Dachterrasse und der Rolltreppenaufgang sind mir schon einige Male bei Influencern auf Instagram gezeigt worden. Zack, mussten wir dann auch anschauen und uns wie Influencer fühlen. Und einen Nerd-Laden mit unglaublich sexy und realistischen Sammelfiguren von Marcel, DC, Alien etc haben wir gefunden. Marcel wollte einen lebensgroßen Gremlin mitnehmen. Aber A) wie soll der transportiert werden B) den kriegen wir nicht zollfrei ins Land. Gut, C) Platz haben wir nicht, war da nicht ganz so ausschlaggebend.

Also doch ohne Gremlin weiter zu Hachiko. Und bevor den erreichen, mussten wir über die berühmteste Kreuzung. Ich möchte meinen, dass jede zweite Hand ein Handy nach oben gehalten hat und das Kreuzen gefilmt hat. Auf sämtlichen Aussichtsplattformen hat man auch jede Menge Hobbyfilmer gesehen und Marcel wollte auf das höchste Hochhaus und von da schauen. Allerdings hat er sich Shibuya Sky rausgesucht. Auch unter Influencern sehr beliebt und der Spaß ist auch nicht supergünstig. Zum Glück (oder Pech?) waren alle Tickets für den Tag schon verkauft. Ich sag ja, man muss als Tourist in Japan wissen was man machen will, weil sonst alles weg ist. 

Aber die Hauptattraktion Hachiko war natürlich noch da. Überraschend artig standen die Touristen in Schlange vor der Statue und haben ihre Fotos gemacht. Ich hab jetzt mein viertes oder so, Marcel sein erstes. Dafür habe ich dann den neuen Hachiko-Stempel ergattert. So ziemlich jeder Japanreisender kennt die Stempel. Ich liebe es. An großen Sightseeingspots und den meisten (JR) Bahnhöfen gibt es Stempel die man suchen und in einem eigenen Buch oder in besonderen Stempelpässen sammeln kann. Ich finde das ist eine einfache Idee einige Spots attraktiver zu gestalten und das kostet noch nicht mal viel Geld oder menschlichen Einsatz. Manche Schreine oder Städte bieten sogar gewisse Ralleys an, wo man mehrere Stempel suchen und übereinander stempeln muss, um dann ein mehrfarbiges Bild zu haben (neu in einem Kaff ist jetzt der Gundam-Stempel, ich habe tatsächlich überlegt deswegen hinzufahren, ist aber doch zu weit weg). 


Nun haben wir den heutigen Tagesplan erfüllt und den gestrigen nachgeholt und trotzdem war es erst 16 Uhr. Spontan haben wir dann entschieden, mit einem noch spontaneren Besuch an einer Gozilla-Statue,  in Ginza, eigentlich auch fast neben dem Hotel, eine Ausstellung zu besuchen. Instagram sei Dank, habe ich mich ein bisschen inspirieren lassen und die Art Aquarium Exhibition gefunden. Dort sich Aquarien mit Lichtspielen versehen und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Laut Veranstalter für die Fische alles okay. Ich bin kein Experte dafür, aber die Fische wirkten gesund und nicht gestresst auf mich. Da muss man in Japan echt aufpassen. Ich meide hier Zoos, die sind echt eine Qual und nach der heutigen Erfahrung auch alles an Tier-Cafes. Ästhetisch war die Ausstellung auf jeden Fall.



Nach so viel Erlebnissen sind wir nur noch was Kleines essen gegangen und wir planen den nächsten Tag. Möge der Jetlag uns nun endlich mehr Schlaf gönnen.


Freitag, 12. März 2010

Sehnsüchte

Tadaima!!!
Ich bin wieder im Lande. Und ich dachte eigentlich, dass ich das auch wollte, aber jetz will ich doch wieder in Japan sein.
Am Mittwoch Abend sind Stefan und Katha schon gefogen und ich habe sie zusammen mit ein paar Japanern zum Bus gebracht. Es flossen Tränen und letzte Geschenke wurden verteilt. Wir haben von unseren Gastgebern Fotoalben bekommen, wo die ganzen Gruppenfotos drin sind und von unseren Freunden kleine Briefe. Das hat uns allen gefallen.

Der Mittwoch ist sonst nicht weiter eewähnenswert. Ich habe nur meinen Kofer gepackt. Oh, doch. Morgens um 9, ich konnte an dem Tag ausschlafen, ging auf einmal meine Tür auf und jemand wollte in mein Zimmer. Die Tür ging wieder zu und wieder auf. Ein zaghaftes "Ohayo" (Morgen!) wurde gesagt und die Tür wieder geschlossen. Und dann klopfte es. Ich habe mich dann aufgerappelt und bin verschlafen an die Tür getorkelt. Das war Herr Ikeda, unser House Manager. Er dachte, dass niemand in dem Zimmer ist, da kein Name an der Tür klebte. Tja, den hat man mir am dritten Tag schon geklaut. Er hat sich tausendmal entschuldigt und ich habe gesagt, dass es okay ist. Abends bei der Zimmerabnahme hat er sich nochmal entschuldigt.
Am Donnerstag ging es dann um halb 7 aus den Federn. Ich habe mein Zimmer leer geräumt und bin nach Hiyoshi. Ich hatte schon Befürchtungen, dass ich mit dem Koffer in die Rushhour komme, aber das ging gut. In Yokohama habe ich dann meine Fahrkarte für den Bus gekauft und auf Rio gewartet, da ich es so verstanden hatte, dass sie mich noch verabschiedet. Wenn nicht, wäre das nicht so schlimm gewesen, ich bin schon ein großes Mädchen, dass alleine Bus fahren kann. Da sie 10 Minuten vor Abfahrt noch nicht da war, bin ich dann zum Bus. Da kam sie angerannt. Wir haben noch zwei, drei Worte gewechselt. Unter anderem hat sie erzählt, dass der 1.000 jährige heilige Baum in Kamakura gestürzt ist. Kein gutes Omen, habe ich gedacht. Und dann bin ich in den Bus gestiegen. Und da kamen sie, diese kleinen Mistviecher die ich hasse: Tränen.
Ich habe bestimmt die erste Viertelstunde geweint. Ich wollte Japan nicht verlassen, obwohl ich wusste, dass ich in einem halben Jahr wieder da bin.
Es war schönstes Wetter und der Bus fuhr über die Rainbow-Bridge von wo aus man einen Superblick auf mein geliebtes Minato Mirai hatte. Ich hätte fast übersehen, dass der Himmel so klar war, dass man hinter den Hochhäusern den Fuji-san gesehen hat. Er hat sich die ganzen 3 Wochen nicht geziegt, aber jetzt zum Abschied: ein gutes Omen.

Am Fughafen lief auch alles, noch nicht mal Sprengstoffalarm.
Im Flugzeug hatte ich eine 19jährige Japanerin neben mir. Wir sind aber erst am Ende warm miteinander geworden und haben und die letzten Stundne unterhalten. Sie flog nach München. Also konnte sie auch tatsächlich zwei, drei Wort deutsch, aber wir haben uns auf Japanisch unterhalten.
Das Fernsehprogramm war eher mau. Es sollte "New Moon" laufen oder "Hachiko". Toll, dachte ich, leckere Vampire und eine klassische Hundestory aus Japan, von der ich immer geredet habe und jetz kann ich es endlich sehen. Ne, lief nicht in unserem Flugzeug. Dafür habe ich den Kinderfilm "Where the wild things are" gesehen. (dt: "Wo die wilden Kerle wohnen"). Den wollte ich sowieso sehen, der sah knuffig aus. Dafür das das eine Kinderbuchverfilmung ist, finde ich die Story ziemlich heftig. Aber er war gut.
Essen war auch super, es gab diesmal mehr japanische Sachen wie O-Nigiri und O-Soba. Lecker!
In Kopenhagen lief auch alles (auch kein Sprengstoffalarm) und der kurze Flug nach Deutschland rüber war dunkel und ruhig. Es ist erschreckend zu sehen wie immer mehr Schnee auftaucht. Warum ist das in Deutschland noch so? Obwhol es wärmer ist als ich erwaret habe.
Tja, und meine Mutter war auch schon da um mich abzuholen. Zusammen mit meinem Koffer, der tatsächlich ein Kilo leichter geworden ist in Japan (bei mir weiß ich es noch nicht, ich gehe gleich zum Training und wiege mich dort) sind wir dann nach Lübeck.
Ich war langsam echt fertig. Insgesamt war ich 25 Stunden wach und unterwegs. Aber trotzdem habe ich nicht lange geschlafen. Naja, was soll`s.
Mit der Mitfahrgelegenhet ging es auch gleich schon mittags zurück nach Halle und jetzt sitze ich hier und schreibe meinen letzten offiziellen Japaneintrag. Alles ist ausgepackt, die ersten Mitbringsel verteilt und ich überlege, wie ich meine Stimmung beschreiben soll:
Ich bin schon froh in Halle zu sein, ich habe mich gefreut meine Jungs zu sehen und den Geruch meiner Wohnung zu riechen, aber ich möchte auch gerne nach Japan, wo ich neue Freunde gefunden habe und wo mich das Land fesselt.
Und das werde ich dieses Jahr auch wiedersehen. Garatiert!

Donnerstag, 25. Februar 2010

Kaiser der Kirschblüten

Heute war wieder ein wunderschöner Tag. Die Sonne schien und es war sogar fast zu warm für den Pullover. Gut, dass "Böse" habe ich schon erzählt, jetzt geht es mit den Interessanten Dingen los: Heute ging es zum Kaiserpalast und Yasukunischrein. Alle die jetzt auf Pokémon gehofft haben, muss ich erstmal enttäuschen, die kommen ein ander Mal. Der Kaiserpalast war natürlich nicht zugänglich für uns, aber man konnte von dem Burggraben aus sehen wie er an einem Berghang liegt. Schon schick. Leider haben wir den Kaiser nicht gesehen, aber er wohnt dort auch nicht ständig und hat auch hoffentlich Besseres zu tun, als sich Touristen zu zeigen. Weil es an sich nicht spannendes zu knipsen gab, haben wir lustige Bilder von uns gemacht. Wir sind eindeutig der Meinung, sollten sie neue Power Ranger scouten, dann bekommen wir die Rollen^^ Man merkt, dass Juliane bei uns ist.

Weiter geht die Tour durch den kaiserlichen Garten. Der ist öffentlich und kostenlos zugänglich. Leider ist noch Frühling und wenig Grün vorhanden, aber es ist schon zu sehen, wie er im Somer aussieht. Gleich zu Anfang gab es eine Ausstellung von Staatsgeschenken, die Japan mal bekommen hat. Sa sind tolle Sachen bei gewesen, Kristallvasen aus Schweden, Schatullen aus Kenia etc. Von Deutschland gab es ein grottenhässliches Bild. Es sieht aus wie ein Linolschnitt den man in der vierten Klasse macht, nur mit roter Tusche. Hässlich. So macht sich Deutschland nicht gerade beliebt. Im Garten ist der Rasen lustigerweise überall verbrannt oder sie haben einen genmanipulierten Rasen, der beige aussieht, man weiß es nicht genau. Unser Theorie: der Rasen ist nicht grün, damit man sich beim Hinsetzen keine Grasflecken holt. Logisch, oder?

Das Beste ist: Wir haben doch noch einen Kirschbaum in Blüte gesehen. Er blühte noch nicht ganz, ABER wir haben Fotos die rosarot und blumig sind. Perfekt mit blauen Hintergrund. Shinobu war schon ganz gelangweilt, weil wir solange fotografiert haben.

Mittagspause: Diesmal gab es für mich Rndfelisch und Curry auf Reis. Ich wollte eigentlich nicht unbedingt Fleisch in Japan essen, weil das übelst fettig ist, aber diese Rindfleischstreifen waren sehr lecker. Und das Curry sowieso. Danach gab es noch ein Eis aus dem Conbini. Es war wie unser Sandwicheis in einer Waffel, aber die Waffel ging ganz herum, sodass man nicht kleckern kann und keine gefrorenen Finger bekommt. Ab zum Yasukuni-Schrein. Ich bin der Meinung ich habe ihn schon irgendwo mal erwähnt...Egal, der Yasukuni-Schrein kann einmal im Jahr vom Premierminister besucht werden. Wenn er besucht wird, dann gibt es jedesmal großes politisches Trara darum, weil im Yasukuni-Schrein alle Kriegsgefallenen verehrt werden, also auch die Kriegsverbrechen. Ich in der Meinung die Orthodoxen sind gegen den Besuch, auf alle Fälle China und Korea. Wir haben auch am Schrein gebetet. Sind wir jetzt Kriegsverbrechersymphatisanten? Interessant an diesem Schrein ist, dass das Haupt-tori (Tor) nicht aus Holz ist, sondern aus Stahl. Es ist auch besonders riesig. Wieder eine Thorie von uns: Es steht für den Stahl im Krieg. Wer weiß?

Danach sind wir in den nahegelegenen Park gegangen, vorbei an dem Budôkan, einem der größten Konzerthallen in Tokyo. Lustigerweise hat mein Vater einen Tag vor meinen Flug mir eine Live-CD vorgespielt, die im Budôkan aufgenommen worden ist. Die Halle wurde damals für die olympischen Spiele gebaut. Im Park haben wir uns in die Sonne gesetzt und uns unterhalten. Unter anderem über die Studiengebühren. Die Keio-Uni verlangt pro Semester (Festhalten!) 15.000 Euro. Sie soll die größte private Uni in Japan sein, deswegen auch so teuer. Aber wie die meisten hoffentlich wissen, haben Besucher von angesehenen Universitäten nahezu 100%ige Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weil große Firmen an der Uni sich die Studenten rekrutieren. Shinobu hat nicht schlecht gestaunt, als wir von unseren 65€ Studiengebühren erzählt haben. Aber ganz ehrlich: Nicht das Halle schlecht ist, aber veglichen mit dem was wir dort in Japan an der Uni schon gesehen haben, haben die ein wesentlich besseres Lernangebot. Da hoffe ich doch stark, dass ich irgendwie mal an die Keio, oder meinetwegen irgendeine andere japanische Uni komme^^. Shinobu musste uns um 15 Uhr verlassen und wir sind am Shibuya-Bahnhof zur Hachikô-Statue gegangen. Hachikô ist in Japan und zum Teil auch in Deutschland, ein berühmter Hund. Es soll eine wahre Begebenheit sein, dass Hachikô eine sehr enge Beziehung zu seinem Herrchen hatte, dass er ihn jeden Tag vom Bahnhof angeholt hat. Eines Tages ist das Herrchen aber gestorben und der Hund ist trotzdem täglich zum Bahnhof gegangen. Solange bis er getorben ist. Weil die Menschen den Hund so sehr mochten, haben sie ihm zu Ehre dann die Statue aufgestellt. Wie schon erwähnt, wurde der Film gerade erst von Amerika verfilmt. Und nebenbei, die überall bekannte Kreuzung aus Japan, die man immer im Fernsehen sieht, oder bei Fast and Furious-Tokyo Drift, die scheint direkt in Shibuya zu sein. Es sind aber auch echt Massen, die da umherwandern.
>

Juliane wollte noch ein wenig durch Shibuya nach Harakuju wandern, aber ich habe dann gemerkt, dass ich langsam Probleme bekomme und bin dann ab Harajuku alleine nach Hause. Es wunderte mich schon stark, das sich eineinhalb Wochen mit ein und denselben Menschen ausgehalten habe ohne aggressiv zu werden. Jetzt ist der Punkt erreicht gewesen, wo ich lieber weggegangen bin, anstatt pissig zu werden. Ich kriege mich noch ein und ich denke die anderen werden früher oder später auch diese Probleme haben, dass sie keinen Bock auf den Rest haben. Zum Abschluss noch eine weitere Theorie: In Hiyoshi gibt es auf der Straße, bei Kreuzungen, kleine rot blinkende Einlassungen in der Straße. Wir nennen sie liebevoll "Tore zur Hölle". Wir wissen aber nicht genau warum es sie gibt. Theorie 1: Sie kennzeichen im Dunkeln Kreuzungen. Abgelehnt, weil wir in derselben Straße auch Kreuzungen ohne Höllentore haben. Theorie 2: Sie sind nur an Kreuzungen an denen es besonders gefährlich ist. Noch nicht bestätigt, wäre aber bedenklich, weil wir genau vor dem Wohnheim eine Hölle haben. Schönes Schlusswort ^^

Dienstag, 23. Februar 2010

Willkommen in der Randgruppe

Wie ihr gleich gesehen habt, gibt es heute keine Fotos. Ich habe auch nicht so viel zu erzählen, nur ein wenig Leid zu klagen.
Warum auch immer, ist aber auch weiter nicht schlimm, ist mein eines Piercing, bzw. die Haut drumherum angeschwollen. Es hat nicht geschmerzt, aber man hat es halt gemerkt. Da es nach zwei Tagen noch so war, habe ich es heraus genommen und gereinigt. In weiser Vorraussicht habe ich im Badezimmer den Waschbecken- und Badewannenabfluss verstopft, damit mir die Verschlußkugel beim wieder Reinfriemeln nicht verloren geht. Tja, dummrweise gibt es bei diesem Bad aber neben der Wanne noch ein weiteres Loch das in die Kanalisation führt. Und genau das musste meine Kugel nehmen. Prima. Da stehe ich nun mit einem Piercing, dass heraus fällt und will es wieder reinstecken, weil das Loch sonst wieder gaz schnell zu wächst.
Da wir heute eh keinen großen Plan hatten, haben wir kurzerhand beschlossen nach Yokohama zu fahren, um dort einen Tättowierer aufzusuchen. Auf dem Weg dorthin habe ich im Conbini mal nachgefragt, ob es hier in Hiyoshi nicht auch ein Piercingsstudio gibt, aber die Verkäuferin wusste nichts davon.
Kurz darauf kam uns ein rauchender Japaner mit Lippenpiercing entgegen. Ohne groß zu überlegen bin ich ihm hinterher "Chotto matte kudasai! Sumimasen!" (Warte kurz! 'Tschuldigung). Er hat auch ganz verwundert seine Kopfhörer abgenommen und gefragt was es gibt. Also frag ich nach dem Piercingstudio. Nö, gibt es in Hiyoshi nicht, aber er hat mir freundlichrweise einen in Shibuya aufgezeichnet. Es sei recht schwer zu finden. Ich mochte den Japaner. Er hatte nen weiß gefärbten Bart, rasierte Augenbrauen (ist hier halbwegs normal) und lange Haare, aber an den Seiten auch rasiert. Hier würde man "Zecke" zu ihm sagen.
Also ab nach Shibuya. In der Bahn habe ich mich immer wieder gefragt was der sich gedacht hat, von nem Ausländer nach nem Piercingstudio gefragt zu werden. Egal.
In Shibuya hat uns ein Bahnangestellter den Weg zu Tokyo Hands erklärt, in dessen Nähe das Sudio sein soll. Soweit ganz einfach, am Hachiko vorbei(ein sehr berühmter Hund in Japan, letztes Jahr wurde seine Geschichte mit Richrad Gere verfilmt) und die eine Straße lang.
Ja, irgendwie ware nwir aber falsch. Also habe ich die nächste Frau angequatscht, die hat uns auch halb hingebracht. Dummerweise nur halb, denn wir mussten die nächste Frau fragen und dann haben wir es gefunden. Gut, aber wo ist das Studio? Laut der Zeichungn war der Ort auch einfach zu finden, aber wo zum Geier war das Studio.
Zum Glück standen da ein paar Kerle rum, die so aussahen, als wüssten sie das. Also ist Yvonne hin und hat nochmal um Hilfe gebeten. Ich habe auch die Zeichnung gezeigt und der eine (lecker) Kerl hat den Platz auch gleich erkannt, aber er kannte das Studio nicht. Wir schauten um uns herum und dann fiel der Blick nach oben, weil es im 2 Stock sein sollte. Und da waren ganz kleine Schilder "Piercing Studio". Das gab dann ein Gelächter und ich bin hoch. Aber dieser ranzig wirkende Schuppen, so wie eine Piercingbude sein muss, war natürlich! zu. Prima. Also wieder zurück nach Hiyoshi.
Eigentlich wollten wir Juliane abholen, aber irgendwie habe ich entweder was verplant oder sie kam einfach nicht.
Zu Hause habe ich dann noch an meiner Hausarbeit gearbeitet. Nach einer Essenspause (Dschadschamen <- lustiger Name, sowas wie Bolognese nur asiatischer) und vor dem Wäschewaschen haben wir noch einen Klönschnack mit den Doppelmastern im Aufenthaltsraum gehalten.
Da habe ich zum Gück von Martina einen Gummiaufsatz bekommen, den man eigntlich an die Ohrringe ran macht. Jetzt sitzt es auf dem Piercig. Sieht scheiße aus, aber es sieht ja eh keiner.