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Sonntag, 17. Juli 2011

Kawagoe in der Höllenglut

An sich kann ich es mir nicht erlauben, aber man hört ja nicht auf sich selber. Anstatt zu lernen und zu schreiben bin ich am Samstag wieder unterwegs gewesen. Brian hat wieder eine Walking Tour veranstaltet und weil ich Walking Touren so liebe hab ich wieder ein paar Freund eingeladen. Es sind der Brasilianer Alex den ich letzte Woche in Odaiba kennengelernt habe und meine beiden Freunde Nancy und Franzi mitgekommen. Dazu kamen noch Marie-Noelle und Olivier als Franzosen, Rushelle als Briten und die drei Chinesinnen. Internationaler geht es nicht.
Das Ziel war diesmal Kawagoe, ein Viertel das im klassischem Edo-Stil ist. Wir haben ein klein Schrein gefunden und sind danach um schattenfreien Kawagoe in der Hitze dahingekrochen, während wie eine feuchte Schweißspur hinter uns hergezogen haben. Man merke: in Japan ist es vormittags acht Uhr bis drei Uhr nachmittags höllisch. Danach geht es, da kommt der Wind.
Unser erstes Ziel ist ein Tempelbereich dessen Namen ich gekonnt vergessen hab. Es gab einen schönen Tempel, eine Minipagode und das Geburtshaus der Tokugawas. Man hat uns abgefangen und internationale Führer verteilt. Ich bin begeistert was das High-Level Deutsch angeht. Das hat uns auch verleitet in das Geburthaus zu gehen, naja und die Tatsache das es leicht gekühlt war. Ehrlich: es ist nicht anders als andere alte Häuser die ich in Japan kenne. aber der Garten war nett,wir haben uns auf die Terrasse gehockt und entspannt in den Zengarten geblickt. Interessant war unsere Diskussion über die riesigen Schmetterlinge hier. In Brasilien scheinen sie dieselbe Größe zu haben, aber sie sind nicht so flauschig. Und der schwarze Schmetterling der im Garten vor sich hin flatterte war sehr flauschig. Oder ist das ne Tag-Fledermaus gewesen? Überhaupt liebe ich die Schmetterlinge hier. Sie sind bunter und ich nenn sie Kamikaze-Chôchô. Sie fliegen mir regelmässig fast gegen den Kopf. So wie sich ein dicker fetter grünglänzender Käfer sich Zack auf meine Brust gesetzt hat und verschämt seine Fühler unter dem Kopf versteckt hat. So niedlich ist den fand, er hat dann nen Haufen gemacht und ist weg. Dreckskäfer :P!
Nach dem Geburtsshaus sind wir noch in den Garten der 500 buddhistischen Figuren. Es heißt wer sein Etô, chinesische Horoskop-Tier findet und es anbetet erfährt Glück. Natürlich haben wir alle 12 Etô gefunden und gläubig gebetet. Jetzt bin ich gespannt...

In der Eispause, die hatten wir nötig, kam eine große Diskussion über BBQ, oder Grillenauf. Laut Brasilianern ist es ein Unding Würste zu grillen. Nur Steaks gehören auf den Grill. Einig waren wir uns in der Tatsache, dass Yakisoba, gebratenen Nudeln, NICHT zum BBQ gehören. Aber dann ging es zu den Kartoffeln und wieder konnten wir uns nicht einigen. Schlußfolgerung: wir machen alle eine BBQ-Weltreise und essen uns durch.
Und weil wir hungrig worden bei der Diskussion sind wir weiter in die wirklich traditionelle Einkaufsmeile in Kawagoe. Alle Geschäfte waren aus altem dunklem Holz und hatten noch alte Schilder dran. Wir haben erfolgreich ein Soba-Geschäft gefunden und gegessen. Und weil es sooooo warm war, mussten wir uns zum Nachtisch noch ein Eis, ein Kakikoori, gegönnt Das ist geschabtes Eis mit Sirup. Schmeckt also süß und je nachdem chemikalisch. Aber es war kalt und reichlich.
In unserer Freizeit die Brian uns gegeben hat, haben wir den Süßigkeitenteil gefunden und haben uns über die wunderschönen Variationen gefreut. Was die nicht alles mit Süßkartoffeln und Sesam anstellen können. Abgesehen davon das es Zucker und 5000 Variationen gibt. Ich musste, es tut mir ja fast leid, ein "Yaki Imo Eis" essen. Übersetzt heißt das gegrillte Süßkartoffel-Eis. Es war wie eine Süßkartoffeln in einer lilanen Waffel und hat tatsächlich nach Süßkartoffel geschmeckt. Irritierend war nur die Schokolade drin.
Fotosessions mit riesen Plastiktieren und ein Abstecher im Yukataladen und dann waren wir fix und fertig. Wir haben uns am verabredeten Turm getroffen und nur noch Schatten gesucht.

Nach einer Rückkehr zum Bahnhof nach Brian-Art "Oh, irgendwie sind wir hier verkehrt" sind wir dann alle getrennte Wege gegangen. Ich bin mit Alex zu eine traditionellen brasilianischen Party gegangen. Dort hab ich fast alle Brasilianer von letzter Woche getroffen und Yo war überraschenderweise auch da. Was genau traditionell daran sein sollte weiß ich nicht, aber es war toll. Guarana ist lecker. Das ist ein Getränk das wir auch in D-Land trinken sollten. Gegessen hab ich nichts, aber aufgrund einiger drängender Freunde habe ich am Gemeinschaftstanz teilgenommen. Mit Bruno als meinem Partner, der Arme. Arm in Arm haben wir Runden gedreht, sind durch andere Paare "gekrochen", sind aufeinander zu und wieder voneinander weg getanzt. Alle haben geschwitzt, wie kann man nur im Sommer sowas machen? Es war lustig, weil es so unkoordiniert war, und das mit dem Körperkontakt ist auch so ne Sache gewesen mit den Japanern.
Danach gab es noch zwei Runden "Reise nach Jerusalem". Ich bin leider, leider ausgeflogen, aber man macht ja alles mit. Und dann, ich bin fast gestorben. Es war Tanzzeit. Man hat halbwegs Schmusemusik aufgelegt und die südamerikanischen Heißblüter haben zum Tanz aufgefordert. Uwahhhh! Meine Kumpels waren da jetzt nicht so interessiert, aber deren Kumpel hat mich aufgefoset. Das Argument das ich nicht tanzen kann zählte nicht und man er hat mich gelehrt zu tanzen. Soweit ich ne Ahnung hab, ist der Grundschritt schon anders. Aber naja, ich hab ein Lied durchgehalten, festgestellt das der Brasilianer an der Kunstuni im der Ecke studiert und man sich ja mal treffen könnte.
Um hab 10 war der Spaß vorbei und ich bin mit Yo zurück nach Hause. Das war ein schöner Tag. Ich hab noch ein brasiianisches BBQ offen und ich hab auch noch versprochen mit nach Roppongi zu gehen....nach den Prüfungen.

Sonntag, 19. Juni 2011

Edo Tokyo Architektur Museum

Eine neue Walking Tour mit Brian stand an, und wie es eigentlich abzusehen war, war die Gruppe sehr klein. Sie bestand aus den drei Chinesinnen, Chris, Marie-Noelle Midori und mir. Aber das macht nichts.
Der Plan war ins Edo-Tokyo-Architektur-Museum zu gehen und danach vielleicht nach Mitaka, Kichijoji oder ähnlichem zu wandern. Also ging es direkt zum Museum und wohl präpariert mit Regenschirmen haben wir das Freiluft-Museum betreten. Ausstellungsstücke waren typische Häuser aus der Edo-zeit (1803-1868). Es wurden Häuser mit europäischen Einfluss gezeigt, eine typische Einkaufsstraße oder auch ein Fotostudio. Man konnte alles betreten, jedoch nicht unbedingt jedes Zimmer. Und, man dufte nur durch den Haupteingang, und bloss nicht den Eingang für Rollstuhlfahrer benutzen, so wie wir das machen wollten...

Ein Mitarbeiter hat uns darauf hingewiesen den normalen Eingang zu benutzen. Also sind wir ins andere Haus, wobei man immer bedenken muss: Schuhe aus! Er "folgte" uns und hat uns die Funktion des Fotostudios erklärt und wenn wir wollten könnten wir an bestimmten Tagen wiederkommen und uns für nur 500 Yen fotografieren lassen. Naja..hatten wir jetzt nicht unbedingt vor.
Weiter ging es zu den Bauernhäusern. Ich bin begeistert. In allen Häusern hatte man das Feuer angemacht. Wir haben gefragt warum und man erklärte uns, dass das die Feuchtigkeit vertreibt. Wir haben uns in dem einen Haus mit den Angestellten, die wirklich sehr nett waren, unterhalten und in einem zweiten Haus saßen ältere Damen die gewebt und gebastelt haben. Und wieder fragen wir was sie machen, man kommt uns Gespräch und dann schenkt man uns ein kleines selbstgebasteltes "Schmuckstück". Es handelt sich um eine in überschüssigen Kimonostoff eingenähte Muschel. Wir haben uns gefreut. Bei "wir" handelt es sich um Chris Midori und mich, weil wir uns von den anderen abgekoppelt haben.
Im letzten der drei Bauernhäusern hat man mir komplett alle Zimmer erklärt. Es handelte sich hier auch eher um ein öffentliches Haus, da Samurai empfangen worden. Ich hab erzählt, dass die Art und Weise des Hauses mich an die Bauernhäuser aus unserer deutschen Vorzeit erinnert und wir haben uns über die Unterschiede unterhalten und auch die Unterschiede des Kaufmannes in der Geschichte, da er in Japan sehr unterrangig war, während er in Deutschland doch sehr mächtig war. Ich fand das spannend, zumal der Herr, so wie alle dort, in einem ausländerfreundichem Japanisch gesprochen hat, und eigentlich jeder auch Englisch konnte.

Da Midori und Chris sich zu langweilen schienen, sind wir dann auch weiter, vorbei an einem Mausuleum einer Konkubine des damaligen mächtigsten Mann Japans. Mit einem Abstecher in einem alten "Koban" -Polizeistation- wo es mehr Bett als alles andere gibt^^ sind wir in das Anwesen eines höher gestellten Bauern getreten. Ganz edel mit Tatamiräumen, dunklem Holz und hübschem Garten. Und wieder saßen dort Herrschaften herum, die irgendetwas gebastelt haben. Also haben wir uns dazu gesetzt und ein "Windrädchen" aus buntem Origamipapier gebastelt. Und man hat uns das Origamifalten beigebracht, also eine neue Figur: Totoro. Diese Figur stammt aus einem berühmten Anime und wir lieben es alle. Allerdings war unsere Lehrerin ein wenig verwirrt und hat mehrmals vergessen wie es weitergeht oder hat uns falsch falten lassen. Aber es war lustig, wir haben kleine Misskreaturen gebastelt. Und weil es so toll war, haben Midori und ich versucht es aus dem Kopf nachzubasteln. Ich hab es geschafft, was mich dann Zack zur "Sensei" (Lehrerin) werden liess. Die echte Lehrerin ist weitergezogen, aber eine Mutter mit zwei Kindern kam dazu und ich habe dann bilingual den Kids erklärt, wie man den Totoro zaubert. Wir bekommen nebenbei noch eine "hebi" geschenkt, das ist eine Art Schlauch, den man sich auf den Finger steckt und wenn man dran zieht, zieht sich der Schlauch zu und steckt fest. Ist irgendwie unsinnig, aber spaßig. Wir hatten echt Spaß, aber der Magen knurrte auch langsam, wir sind schon rund 2 Stunde dort und haben dann Brian in der Einkaufsstraße im Edostil getroffen, wo wir frische selbstgemachte Udon in dem Restaurant gegessen haben. Die waren echt gut und alle wollten mehr.
Nach nem Blick in das öffentliche Badehaus, sowas will ich noch mal in echt besuchen, gingen wir mit allen zusammen nochmal zu dem Bauernhaus, weil alle ein Windrädchen haben wollten. Man begrüßte mich mit Sensei und ich musste nochmal Totoro erklären. Es war genial. In einem Sprachgewirr aus Japanisch und Englisch haben wir weitere Figuren wie den Panda gebastelt und sind nach insgesamt 5 Stunden aus dem Museum gegangen.
Keiner von uns hat erwartet das es so toll ist, selbst Midori die erst vor zwei Wochen hier war, hat Spaß gehabt. Es ist ein Spiel-und-Spaß Museum und echt empfehlenswert.
Zurück im Wohnheim haben wir, Midori und ich, noch einen Kaffee mit Chris getrunken, der Langeweile hatte und sich prächtig mit Mirdori verstanden hat. Außerdem haben wir unsere Monsterdonuts gegessen, die wir noch im Shinjukubahnhof gefunden haben.
Ja, das war ein gelungener Tag, lang, lehrreich und spaßig.

Samstag, 7. Mai 2011

Riding the Toden

Es ist mal wieder an der Zeit gewesen: neues Semester, neue Austauschstudenten. Brian macht wieder eine Walking Tour.
Diesmal war geplant mit dem Toden 都電, oder auf Deutsch der Tram-Bahn, zu fahren. Hört sich nicht so spannend an, aber in Japan sind Tram-Bahnen nicht so üblich. In Japan gibt es nur zwei Linien und wir haben die von Waseda nach Minowabashi genommen. Ich dachte es kommen wesentlich mehr Leute, aber es war eine überschaubare Truppe von drei Chinesinnen, drei Franzosen, eine Brasilianerin, einer Deutschen, einer Japanerin sowie Brian inklusive Sohn Leo. Später kam noch ein Kumpel von Brian dazu, aber er hat sich dezent im Hintergrund gehalten. Leo hat sofort sämtliche Mädchenherzen erobert. Alle mädchen-Mädchen, sprich die Asiatinnen und Midori, welche ich mitgenommen hatte, damit sie ein paar Leute kennenlernt, haben mit Leo Fotos geschossen, "Kawaii" gerufen und hätten sie die Er laubis gehabt zum Adoptieren, wäre Brian einen Satansbraten ärmer.
Die Fahrt mit der Tram hat rund eine Stunde gedauert und war recht nett. Für Hallenser/ Halunken ist das nichts besonderes. Dummerweise hat es geregnet, weswegen wir auch nicht allzu sehr zu Fuß unterwegs waren. Aber wir haben auf alle Fälle den Susanoo-Schrein besucht. Dort scheint es Brauch zu sein Kraniche zu falten. Es heißt, dass Tausend, oder waren es Zehntausend?, gebastelte Kraniche Glück und Heilung bringen. Sie hingen in einem überdachten Raum und man konnte auch selber für die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis Kraniche basteln. Ich denke mein erster Kranich ist in Ordnung. Leo hat lieber den Wasserdrachen, der das Wasser zum Reinigen speit mit dem heiligen Wasser begossen. Ja, auch der muss gereinigt werden.^^

Weiter ging es zu einem Park, der irgendwie cool war, aber irgendwie auch nicht wirklich zu beschreiben. Ich hab mich auf alle Fälle in ein Kinderspielpatz-Dino verliebt. Brian blieb mit Leo vor Ort, zumal Leo es auch als toll empfunden hat ins Wasser des Teiches zu rennen. Pitschepatschenass. Während er dort getummelt ist, haben wir versucht einen kleinen Tempel zu finden, aber das funktionierte nicht. Tja, dann haben wir die Reise zum Essen angetreten.
Oh ja. Monya und Okonomiyaki. Ich liebe es. Das Essen wir auf dem Grilltisch gebrutzelt. Zuerst haben wir zwei Ladungen Monya gegessen. Ich hab das Braten übernommen, einfach weil man mir die Schaufeln gegeben hat und alle waren begeistert wie toll ich das kann...hm, okay. Dann hat Brian zwei Okonomoyaki gemacht. Im Grunde genommen ist es gleich, nur das Monya flüssiger ist. Ich find es toll, weil man wirklich zusammen ist, so wie bei Fondue oder Raclette.
Und weil das nicht reicht haben wir uns noch eine japanische Süßigkeit zum Nachtisch gesucht. Anko (Brei aus gematschten Azuki-Bohnen)! Ja, ich liebe diese süßen roten Bohnen. Aber danach ist man echt pappesatt.

Was sich hier nach kurze Zeit anhört hat insgesamt rund 6 Stunden gedauert, weil wir immer wieder mit der Tram gefahren sind. Midori hat sich gut mit den Chinesinnen angefreundet. Das freut mich. Ich hab mich da rausgehalten, weil fünf mädchen-Mädchen schaff ich nicht. Midori allen ist nett und die Chinesinnen einzeln auch, aber zusammen ist mir das zu "Kawaii" und quietschig.^^
Aber dafür hab ich jetzt meine Dino und Leo mag mich auch :D

Samstag, 25. September 2010

Go Jiendo!!!

Um 9.30 Uhr haben wir Mädels und mit dem Professor Brian und Leuten die Bock darauf hatten in Nagatacho getroffen. Brian bietet einmal im Monat an eine Wanderung durch Gebiete von Tokyo zu machen. Das Wetter war eigentlich so beschissen, dass ich fast zu Hause geblieben bin. Aber da Karsten extra eine Stunde gefahren ist um mit uns Spaß zu haben, bin ich natürlich hin. Brian hat uns durch Chiyoda-ku geführt, das Viertel, wo die Gebäude der Parteien stehen, das Theater von Tokyo und dann ging es weiter zum Kaiserpalast. Gut, den kannte ich schon, aber es ist trotzdem immer wieder cool ihn zu sehen.
Langsam klärt sich das Wetter dann gegen 11 Uhr auf. Pünktlich zum Essen. Endlich, endlich hab ich meine geliebten kalten Soba (Nudeln) bekommen. Ich liebe es, die Nudeln in die Sauce zu tunken und zu schlürfen (man eignet sich die tollsten Sachen in Japan an).
Im warmen Sonnenschein sind wir kurz noch durch die Bücherstraßen von ich weiß nicht wo geschlendert. Im warmen Sonnenschein sind wir kurz noch durch die Bücherstraßen von ich weiß nicht wo geschlendert. Wir hatten uns alle in Gruppen aufgeteilt und wir waren mit Yota und Nori unterwegs. Nori ist heute 21 geworden und er ist der erste Japaner von dem ich gedacht habe, dass er älter ist. Er und Yota haben, zu unserem Glück, auf englisch gesprochen. Yota hat es gelernt weil er schon (einige?) ausländische Freundinnen hatte. Er ist auch endlich mal ein großer Japaner, der offen ist und ganze Wichtig: er kennt Sarkasmus! Nori auch.^^


Ein ereignisreicher und verdammt genialer Tag.

Mit einem leckeren Maccha Frapucchino (Maccha ist grüner Tee. Viele Europäer mögen es nicht, ich mag es-logisch) ging es dann weiter zum Yasukuni-Schrein. Da war ich auch schon mal, aber diesmal hab ich ihn näher betrachtet. Wir haben dort auch eine traditionelle Hochzeit gesehen, bzw. das Brautpaar. Schick, schick.
Der Schrein gerät andauernd in die negative Presse wenn der Premierminister in besucht. Er huldigt dort den Kriegsopfern. Schöne Sache, nur sind dabei auch die Kriegsverbrecher bei und China, Korea und ich denke noch einige andere Länder sehen das dann nicht so gerne, zumal Japan im Zweiten Weltkrieg auch nicht unbedingt der netteste Feind war.



Weiter ging es nach Iidabashi (getrennt gesprochen:I-idabashi). Dort, so hat Brian es erklärt, sind die Straßen so klein und verwinkelt, wie im alten Kyoto. Jupp, so verwinkelt, dass er dreimal in die Falsche gelaufen ist. Aber eine sehr hübsche Gegend.
Zum Abschluss zeigte er uns noch einen Laden, wo es zwei, drei Waren aus der Heimat gibt. Hm, ja, gibt es tatsächlich, aber zu einem Preis, das ist unglaublich. Ein Glas Nutella, von dem Inhalt von ca. 100gr (ein Viertel von den deutschen Gläsern), kostet mal eben 4€. Ich hab einfach mal nichts gekauft. Ich hab noch keine Sehnsucht nach der Heimat. Sorry, Leute.
Der Tag war bisher sooo lustig. Die Sonne schien, alte Freunde und sarkastische Japaner. Besser kann es doch nicht kommen. Dachten wir....

Zurück im Wohnheim haben uns die schmerzenden Füßen nicht davon abgehalten nochmal nach Ekoda zu gehen. Dort sollte ein Geschäft alles für 100 Yen verkaufen. Klamotten, Taschen etc. Also hin, Yoann ist auch mit, obwohl das ja eigentlich so eine Mädchensache ist.
Wie sich herausgestellt hat, ist das so eine Art Flohmarkt gewesen. Die Mädels haben bei den Klamotten und so geschaut, aber das war mir zu doof, ich passe ja eh nicht rein und wollte draußen warten. Da schnakt mich eine Japanerin an, ich soll mit Svarowski-Steinen was Hübsches basteln. Ich trag aber kein Bling-bling-Schmuck und ein Handy hab ich auch nicht, wo ich was ranhängen kann. Also hab ich Kekse und Lotus-Tee bekommen. Sehr lecker. Und weil sie alle so nett waren, hab ich doch gebastelt. Wir haben uns auf Englisch unterhalten und die ältere Dame neben mir hat meine zwei, drei Sätze gelobt und sich gewundert, dass ich so schnell mit dem Basteln fertig war. Ein paar Perlen auf fädeln ist jetzt auch nicht mein Problem gewesen. Da kamen die Mädels zurück und ZACK! alle, zuerst lustigerweise Yoann, sollten auch Basteln. Also saßen wir da und haben mit Perlen gespielt. Wir haben so herumgeblödelt, dass Yoann und ich nun „best friends“ sind, weil wir die gleichen Perlen genommen haben und wir lieben Bling-bling ja soooo sehr. Eien andere ältere Dame, die einfach nur zum tee trinken gekommen ist, hat mir, warum auch immer, Ein Anhänger von ihrem Handy geschenkt. Sei hat nur Japanisch gesprochen und mir war zwar klar, was sie will,a aber es war mir unangenehm. Im Endeffekt hab ich es dann nach dem gehörigen Abweisen doch genommen. Ich weiß echt nicht warum, aber es hat mich gefreut.
Auf der Straße war noch echt viel los und da dachten wir uns, schauen wir mal nach, was so abgeht. Anscheinend war ein Straßenfest im Gange und überall wurden Sachen, hauptsächlich Essen angeboten. Wir sind da entlang gewandert und dann kamen sie, die Kostümmenschen. Diese armen Menschen, die als Hasen und Mangagirls herumgelaufen sind. Uh! Wie ich es liebe mich zum Affen zu machen., und Yoann anscheinend auch. Also haben wir jede Puppe gefragt, ob es okay ist, dass wir ein Foto machen. Das war so lustig. Am Ende haben nicht nur unsere deutschen Mädels geknipst,sondern auch alle Japaner drumherum, die fasziniert von uns bekloppten Gaijins (eigentlich ein Schimpfwort für Ausländer) sind.
Am Ende der Straße gab es eine Band die gespielt hat. Ohne Sänger, aber trotzdem nicht schlecht. Die Mangamädchen die uns gefolgt sind haben dazu Luftgitarre gespielt. Naja.
Auf dem Rückweg haben wir doch noch tatsächlich Figuren gefunden, mit denen wir noch kein Foto gemacht haben. Irgend so wein Power Ranger Verschnitt. Lustig. Und dann haben sie uns zu dem Ober -Supermann-Ranger-Hero geschickt. Natürlich hat er mit uns Ausländer Fotos gemacht und alle Japaner waren so begeistert. Herrlich.
Nicole, die meine Kamera benutzt hatte, wurde die Hand entgegen gestreckt und sie dachte er will das Foto sehen, bzw. Geld dafür kassieren. Aber er wollte nur mit ihr ein Foto machen. Also hab ich die Kamera geschnappt und sie fotografiert. Aber vorher hat der Mister Power Man seinem Gehilfen was ins Ohr geflüstert. Ganz ehrlich: für mich sah es aus,wie „Hey, sorg dafür , das die Kleine in mein Zimmer kommt!“ Ich denke, im Endeffekt war es nur, dass der Gehilfe uns Sticker schenken sollte (Juchuuu!) und uns erzählt hat, dass es am 11.10. eine Live Action Show in Ekoda geben soll. Jetzt wollen wir erstmal googeln wer die überhaupt sind (der Feuermann heißt Jiendo und der andere Kurosudaiba) und dann werden wir höchstwahrscheinlich dorthin gehen. Fette Sache.



Auf dem Rückweg haben wir schon rumgesponnen, dass wir durch die ganzen Fotos die Berühmtheiten von Ekoda werden und und überall Sachen geschenkt werden und alle Fotos mit uns wollen. So einfach ist das!

Dieses Straßenfest ist toll gewesen. Die Leute sind uns gegenüber viel offener gewesen. Ich hoffe das wird sich nicht wieder ändern.
Es gibt zwar auch Straßenfeste oder Dorffeste bei uns, aber dass hier ist viel intimer und kultivierter gewesen. Damit mein ich nicht, dass wir keine Kultur haben, sondern, dass wir viel zu undiszipliniert sind, um die Stimmung (ohne Alkohol) so beizubehalten. Irgendjemand würde sofort über die Stränge schlagen, aber hier war alles perfekt.
Ich freu mich schon auf morgen. Wo ich euch hoffentlich -Nicole, mach bitte gute Fotos- überraschen werde. Das wird eine einmalige Sache an die man als Ausländer so schnell nicht rankommt. Ich freu mich schon tierisch.