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Samstag, 13. August 2011

Feier-Marathon

Und weiter geht es mit dem Verabschieden:
Alex, mein brasilianischer Kumpel, hat mir ja einst, was maximal 2 Monate her ist, weil solange kennt man sich ja nicht, versprochen mir brasilianisches Essen zu zeigen. Also sind wir mit einigen Leuten im Schlepptau, unter anderem Franzi und Nancy aus Halle, Raffael und Ryan, sowie Bruno und Jackson, zum Brasilianer. Der Tabehodai-Spaß (All-you-can-eat) hat locker schlappe 50€ gekostet, aber das war es wert.
Wir saßen in einem gemütlichem Restaurant mit Live Musik und großem Buffett. Dort gab es allerlei Gemüse und Suppenarten brasilianischer Art. Allerdings kein Fleisch. Denn die Kellner sind mit Fleischspießen zu uns an den Tisch gekommen und haben uns gefragt ob wir denn dieses Fleisch essen möchten. Dann hat man "Ja" gesagt und ein Stück bekommen oder "Nein" und keins bekommen. Und was für Fleisch.....*sabber* Ich gebe zu, ich in begeisterte Fleischesserin und ich liebe Fleisch, allerdings nicht das japanische und bin von daher seit 4 Monaten auf Entzug. Dieses Fleisch war unglaublich. Es reichte von Hühnerherzen zu Roastbeef. Mein Highlight war Lamm, Medium Steak und keine Ahnung was es war, auf alle Fälle Rind. So zart und weich, aber saftig,. Man glaubt es nicht, ich habe ne Gänsehaut beim Essen bekommen. Zweimal, weil es zweimal angeboten wurde. Göttlich.
Dann noch reichhaltig am Obst-und Dessertbüffett gütlich getan und mit zwei wunderbaren richtigen echten brasilianischen Kaffee es beendet. Das Essen das ich bei meinen brasilianischen Freunden bekommenh abe, war schon gut, allerdings haben die natürlich Hausmannskost serviert und nicht 5 Sterne-Fleisch. Ich war glücklich, voll und aufgdreht von dem Kaffee.
Allerdings hat noch ein weiterer Brasilianer auf mich gewartet, da er nicht am Essen teilnahm ich ihn aber trotzdem treffen wollte. Zusammen haben wir ein Drink genossen und es geschafft, das sich die letzte Bahn verpasst hab. Ja, die Weltmetropole Japan hat nicht durchgängigen Bahnverkehr, auch nicht am Wochenende. Ich bin dann mit ihm nach Yokohama und hab dort genächtigt, nachdem wir drei Stunden lang am Fluss saßen, Bier tranken und geredet haben.

Am nachmittag um drei war ich dann am nächsten Tag zu Hause um dann aber auch keine 2 Stunden später meine chinesische Freundin am Bahnhof zu treffen und nen Haufen unbekannter Leute. Ich war ein wenig pissig, weil an sich wollten wir uns zusammen im Wohnheim treffen, da wir ja mal zusammen mit Midori Sukuyaki gegesse hatten, und gesagt haben, dass sie beim nächsten Mal ins Wohnheim kommen sollen, weil wir viel Platz haben. Allerdinsg wusste ich weder wer kommt, Li-chan hat einfach JEDEN eingeladen, und was wir kochen. Wenn ich den Platz anbiete will ich auch wissen was abgeht.
Naja, es kamen Li- und Cho-chan, beide Chinesinnen von der Muashi, a-chan, der Kumpel von Li-chan und drei Japaner die ich nie im Leben gesehen hab. Da war es am Anfang auch so, dass es die Chinesen-Gruppe, die Japaner-Gruppe und mich gab. Toll! Naja, Alex kam dann noch und er hat ein Talent Mittelpunkt einer Gruppe zu werden (flüssig in Japanisch, Englisch und Portugisiesch und Deutsch versteht er auch ein wenig), alleridngs konzentriert er es nicht auf sich, sondern verteilt die Aufmerksamkeit und lenkt Gespräche. Für diese Talent bin ich dankbar. So wurde es ein spaßiger Abend und wir endetetn im Bowling Center,
Der werter Herr Alex bowlte zuerst wie ein Mädchen, während die Mädchen die Kugel einfach fallen liessen aber abgeräumt haben wie die Großen. Die Kerle haben um die Wette "geschossen". In der zweiten Runde haben sich zwischen den beiden Teams dann irgednwie immer zwei gefunden die sich gebattlet haben. Unter anderem Alex und ich. 5 Runden lang haben wir exakt genau gebowlt. Zum Beispiel erst Nix und dann 9. Oder 8 und 1. Das war gruselig. Dann hab ich aber nachher mit 4 Punkten gewonnen :P.

Es ging dann Richtung Mitternacht und wir sind alle zu den letzten Zügen gesprintet. Es war schön nochmal ein paar leute zu sehen und kennenzulernen. Und weniger schön sie zu verabschieden, denn es steht die Frage im Raum: Sieht man sie jemals wieder?

Dienstag, 9. August 2011

Zeiten des Abschiedes

Während ich versuch noch Tokyo und Umgebung zu erleben, sollte ich nicht verdrängen, dass ich viele zum letzten Mal sehe.
Yoann hat am Sonntag ein BBQ geschmissen. Theoretisch waren die Leute dort auch alle meine Freunde -neben ihm war ich die einzige die alle kannte- aber Yo hat es organisiert und natürlich hat er das hervorragend gemacht. Wir sind mit 20 Mann nach Akabane und haben dort kostenlos einen Grillplatz in einem Park nutzen könne. Gemüse haben wir mitgeschleppt, wir Mädchen wurden zum Getränke kaufen geschickt, während die Kerle das Gemüse schnippeln angefangen haben, aber im Endeffekt haben wir dann auf's Fleisch warten müssen, dass mit den letzten Franzosen eingetrudelt kam. Und es war sooo lecker. Nach meinem Streitgespräch mit Alex, dem Brasilianer, hab ich Angst gehabt, dass ein Franzosen BBQ grausam sein könnte, aber es war echt gut. Auch die Stimmung war prima, und das trotz einiger Nationalitäten: Franzosen, Deutsche, Japaner, Koreaner, Brasilianer. Pünktlich zum Gewitter, dass so wunderbar vor sich hingegrollt hat, sind wir auch fertig geworden und haben es trocken ins Wohnheim geschafft, wo uns noch Yuki, Taiji und Alex hinbegleitet haben. Mit ein paar Bier haben wir das Restessen noch aufgebraten und wir haben ne Wii an den Fernseher im Aufenthaltsraum angeschlossen. War ein wunderbarer Abend und wir waren alle wegen der Hitze erschöpft.
Montag bin ich dann zum Arzt weil sich Sonntag schon herausgestellt hab, dass mir mein rechtes Ohr weh tut und auch mein rechter Kaumuskel dadurch angegriffen wurde. Nach ner schlaflosen Nacht wegen der Schmerzen bin ich notgedrungen hin: Abszess im Ohr, ich muss Antibiotika schlucken. Naja, gut. Verdrängt nur nicht die Schmerzen beim Essen oder Lachen.
Mittags hab ich Michael, den chinesischen Freund meiner hallensichen Freundin getroffen und er hat mir den Maneki-Neko-Schrein gezeigt. Dort solle ich doch bitte für Liebe und Beziehung beten...hm, okay, wenn es sein muss. Wir sind durch die Straßen geirrt, weil er zuerst den Weg verpasst hat, aber egal, nach ein paar Eis war alles wieder vergessen.
Direkt von ihm aus bin ich dann zu brasilianischen Freunden, die mich zum brasilianischem Essen eingeladen haben. Fragt mich nicht nach dem Namen, aber es gaben Art Bohnensuppe und frittierte Taschen mit Füllung. Lecker und lustig. Obwohl die vier dort anwesendenLeute sich ausschließlich in Portugiesisch untrhalteb haben, hatte ich meinen Spaß. Gerade mit Raffael, mit dem ich kaum sprachlich kommuniziere, weil wir nicht genau wissen wie, hab ich nur herumgealbert. Er hat, als wir in der Bahn einige Zeit warten durften, herausgefunden, dass ich in einer Woche weg bin. Bamm! Ja, es tut mir auch Leid schon zu gehen. Aber wir haben die Zeit in der Bahn genutzt. Es gab einen "menschlichen Unfall", weswegen wir ne Stunde warten durften.

Weiter mit dem Verabschieden geht es heute mit einem Essen mit Brian, dem Lehrer. Ich denke zwar dass ich nochmal in der Uni vorbei schau, aber offiziell ist es nun vorbei.
Und abends wollte ich noch die Leute aus meinem Politikkurs treffen. aber von den eingeladenen 8 Leuten ist doch tatsächlich nur einer gekommen. Zum Glück hat er noch nen Freund mitgebracht und David kam dazu. o hatten wir noch Spaß in der Bar und anschließend beim Darten. Es zeigt aber leider auch wie wenig man manchen bedeutet. Rushelle, unsere Britin hatte das Problem auch, als sie ihre Bai Bai Party gemacht hatte: ich war die einzige die kam.
Und es wir die Woche noch so weitergehen. Mittlerweile ist es wieder gut mit mir. Nach einigen Gefühlsausbrüchen weil einige Abschiede so plötzlich waren (Midori als sie zurück nach Brasilien ging, mein Trainer oder Sayuri die am Montag ausgezogen ist). Es wird hart alle Leute wiederzusehen, aber zum Glück gibt es ja das Internet,das macht einiges leichter.

Freitag, 8. Juli 2011

Tanabata

Etwas Trauriges ist passiert. Gestern, am 07.07.11 war der Himmel nachts bewölkt.

Gestern war Tanabata, das Sternenfest, in Japan. Es heißt, dass sich an diesem Abend die Sterne der Weberprinzessin und des Hirten treffen, was sie nur einmal im Jahr tun, denn ihr Vater hat das liebende Paar durch die Milchstraße getrennt, da sie sich zu sehr liebten und nicht arbeiteten. Hach, romantisch, nicht wahr?
Aber wie gesagt, es war bewölkt, sodass wir das Treffen der Liebenden nicht live mitverfolgen konnten. Ist auch nicht so schlimm, denn wir Austauschstudenten sind von der Seikei-Universität zum Tanabata-Fest eingeladen worden. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, obwohl ich weder wusste wo die Uni ist, noch wer die Studenten sind.
Aber es war ein genialer Abend. Zusammen mit Rushelle und Chris bin ich direkt von der Musashi nach Kichijôji gestartet, wo die Seikei beheimatet ist. Am Bahnhof dort treffen wir auf Cho und An, zwei der Chinesinnen und sind somit komplett als Musashigruppe angekommen. Die Party fand im Wohnheim statt, das direkt am Campus liegt und auch sowohl von Ausländern, als auch von Japanern bewohnt wird. Tolle Sache. Alle tragen Yukata und ich habe jedes Mädchen um ihren beneidet. Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich meinen angezogen...
Wie es auf jeder Party mit Fremden anfängt, bilden sich Gruppen der sich Kennenden Leute, aber ich hatte keinen Bock drauf und hab mich zu den anderen gesellt, aber trotzdem endet man doch wieder in der alten Truppe. Aber man kann durchaus sagen, dass die Seikei-Studenten, die japanischen, wesentlich kontaktfreudiger sind als Musashistudenten. Ich hab mich mit vielen Leuten unterhalten und auch die Ausländern stellten sich als nett heraus. Die beiden Kerle sind Deutsche *juchu* und die Französin kam auf mich zu "Du bist von der Musashi? Dann kennst du vielleicht einen Franzosen namens Yoann?" Sowas, das ist ne Kommilitonen und Freundin von Yo, die Welt ist doch klein. Auch die Schottin kenn ich irgendwoher.
Um die Fressorgie aufzulockern (mit deutschem Flammkuchen) und Kontakte zu knüpfen durften sich die Japaner später ihren Lieblingsauändern wählen und wir haben ein Quiz gemacht. Ist ja wohl klar, welche Gruppe gewonnen hat ^^ Ich hab nur Blödsinn gemacht. Aber alle haben mitgemacht. An der seikei hat mich keine ängstlich beschaut. Unser Preis waren 4 Packungen schwedisches Kartoffelnpüree. Sehr schön. Das ist doch mal was. Es gab noch Thaicurry und koreanische Ramen. Allein die Idee ist irre.
Danach gab es noch ne Runde Bingo, für mich mein erstes Mal, und die ersten Preise waren echt gut, T-Shirt von Kichijôji und ein Toko Tower aus Lego etc. es hat sich gelohnt.

Langsam, nach all den Gesprächen und Fotosessions, wurde dann aufgeräumt und natürlich haben Chris und ich die Leute noch ins Izakaya begleitet. Die Leute waren so nett, da musste man einfach noch weiterfeiern. Rushelle und die Chinesinnen mussten jedoch rechtzeitig ins Wohnheim zurück. Schade.
Im Izakaya hat man noch erzählt und getrunken und ich denke mit der letzten Bahn haben wir es auch nach Hause geschafft.

Das war wirklich ein herrlicher Abend, nette Leute, sehr aufgeschlossen. Da denkt man schon über ein Masterstudium an der Seikei nach.

Heute, unausgeschlafen und muffelig, ab zur ersten Stunde um die japanische Präsentation vorzubereiten. Nööööö. Und der Wirtschfatsunterricht war auch nicht spannender. Aber der Sport reisst es wieder heraus.
Wirklich schön war heute das Theaterstück, welches Yo und ich uns angesehen haben. Ich hatte von einer der Deutchtstudentinnen Freikarten bekommen und da kann ich es mir doch nicht entgehen lassen japanische Schauspielkultur anzusehen, auch wenn es sich um stinknormales Theater handelt.
Aber es war gut. Erst wie man begrüßt wird, als wäre man derjenige der den Oscar verleiht und man hat uns zum Platz begleitet. Das Stück selber war verständlich für uns und auch sehr gu gespielt. Ich fand die Art und Weise wie das Bühnenbild genutzt wurde, sehr gut. Schauspielerisch bin ich auch begeistert. Und hinterher, als wir ds Gebäude verlassen haben, standen alle am Ausgang, auch die Schauspieler, und haben sich im tiefsten Winkel verbeugt und sich bedankt. Hallo? Bedankt man sich nicht bei den Schauspielern?
War auf alle Fälle cool.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Isogashii 忙しい~

Ja, da haben wir es, ich hab keine Zeit meinen Blog zu schreiben. Hoffen wir mal, dass ich nicht jede Woche so spät zu Hause bin.
Neben dem normalen Unterricht bin ich letzte Woche zu zwei Academic Talks gegangen. Im Grunde ist das eine kleine wissenschaftliche Präsentation mit anschließender Diskussion. Es kann echt spannend sein, aber die Themen zu denen ich gegangen bin waren eher hilfreich für den Unterricht für den ich hinmusste, und da ich politisch echt mal so gut wie garnichts drauf habe, war es auch nicht spannend. Der Talk diese Woche verspricht toll zu werden: Tepco and Rethinking Nuclear Energy. Mal schauen.
Freitag hat Yo Geburtstag gehabt und ich hab ihn noch nach dem einen Talk getroffen und er schleppte mich in ein Restaurant um die Ecke. Wow, wie toll ist das denn? Angenehmes Flaire und die haben eher italienische Spezialitäten und Brot. Aber nicht das Japanische, nein, die machen das selber und dann mit Nüssen drin und es knackt...mjam. Und sie machen ihre Wurst selber, zwar die itaienische aber uaaahhhh, lecker. Wir haben uns mit dem Besitzer unterhalten (der Laden hatte erst einen Tag vorher aufgemacht) da stellt sich heraus, dass die Yo's Arbeitsplatz kennen und auch dass der Besitzer ein Musashistudent war. Die Welt ist klein.

Samstag bin ich dann nach Shibuya gefahren um Nancy und Franzi zu treffen. Endlich mal eine reale Unterhaltung in Deutsch. Es war nett und Purikuras durften natürlich nicht fehlen. Da sie aber noch zum Unterricht mussten, hab ich nen Zwischenstopp bei Book Off gemacht und bin nach Hause um dann abends für Yo's Feier wieder nach Shibuya zu fahren.
Wir haben in einem Aquariumrestaurant gegessen, nur sein engster Freundeskreis. Endlich hab ich seinen besten Kumpekl kennengelernt. Er kam mir so bekannt vor und auch Hitomi hat es gesagt...unglaublich, zwei Yos. Es war toll. Und weil es ein Highschool-Uniform-Kostüm für Männer für Yoann gab, musste er es anziehen und dann haben wir noch ein zweiters Izakaya gesucht.
Und nun stellt euch einen schlaksigen Franzosen mit Pornosonnenbrille und Lederschuhen in einer klassischen Schulmädchenuniform vor. Herzallerliebst. Wir haben so gelacht. Und weil die Welt wirklich klein ist, haben wir noch zwei Kumpels von Yo in Shibuya getroffen die wir mit ins nächste Restaurant geschleppt haben. Wiederholt frage ich mich: warum mögen wir Deutsche die Franzosen nicht? Die sind sooo lustig und *Überraschung* alle sind der englischen Sprache mächtig. Ja, die Party hat sich gelohnt.
Am Sonntag wollte ich eigentlich Ausschlafen und danach nach Asakusa zum Festival fahren, aber es gibt da jemanden der es mir nicht gönnt, dass ich länger schlafe. Yo hat mich wach geklingelt und gefragt, ob ich nicht mit ihm und Htomi ins kleine Restaurant gehen will und danach nach Komagome in den Rosengarten möchte. Och ja. So ein italienisches Frühstück ist schon verlockend. Wir mussten auch ordentlich warten, und dummerweise haben sie uns ein falsches Essen gegeben, wodurch wir noch extra die Wurst probieren konnten. Ja, da geh ich häufiger hin^^
Da das Wetter ätzend war hab ich dann spontan zugesagt mit in den Rosengarten anstatt ins überfüllte Asakusa zu gehen.
Der Rosengarten war auch schön. Gut, ehrlich gesagt sind Rosen nicht meine Lieblingsblumen und von daher versteh ich die Faszination und einzelnen Züchtungen nicht. Für mich war es eine Blume in vielen, vielen Farben. Aber der restliche

Garten dazu war echt schön. Und es gab eine "Konrad Henkel"-Rose (die rote). Unsinnige Information, aber das ist der einzige Blumenname, der mir im Gedächtnis geblieben ist.
Wir sind gerade durch mit unserem Spaziergang, da ging die Welt unter. Von jetzt auf gleich schüttete es. Dicke, fette und viele Regentropfen. Wir hatten zwar Schirme mit, aber viel hat es auc nichtgeholfen. Wir waren pitschenass.

Diese Woche ging es dann mit spannendem Unterricht weiter. In Brian Society Klasse sollten wir nen Artikel in Gruppen diskutieren. Ich erwähne: der Unterricht ist hauptsächlich für Japaner und in Englisch. Der Artikel ist naja, in meine Augen recht gemein. Lest selbst "Foreign students tareged for tours". Was die Gruppenarbeit angeht, das war harte Arbeit. Es ist mir leider bekannt, dass Japaner nicht unbedingt eine eigene Meinung haben, deswegen hab ich gleich am Anfang gefragt, ob sie die Idee in dem Artikel gut heißen. Alle drei bejahen. Gut, ich verneine. Ich frage warum sie das gut finden. Ich bekomm das Argument aus dem Text was ich sofort wiederlegen kann. Also hätte wiederlegen können wenn sie mich verstanden hätten. Ich hab es dreimal in langsamen, leichten, einfachem Englisch wiederholt...und nochmal im Krüppeljapanisch gesagt. Dann haben sie es verstanden. Meine drei Gruppenmitglieder konnten mich meistens nicht verstehen und sprechen ging auch nicht. Dementsprechend hab ich hauptsächlich auf Japanisch diskutiert.
Am Ende, nachdem wir eine Pro- und Contralise aufgestellt haben, hab ich nochmal nach ihrer Meinung gefragt. Alle drei finden jetzt die Idee schlecht. Ganz ehrlich: ich war nicht überrascht.
Da fragt man sich, warum sitzen die drei in dem Unterricht, wenn sie nichts verstehen. Ich hab gefragt ob sie den Lehrer verstehen: nein. Sie sind aber an der japanischen Kultur auf englischer Sprache interessiert. Na toll, das sie eine Präsentation halten müssen, ist ihnen wohl noch nicht klar.

Mal schauen wann ich wieder was spannendes erzählen kann.

Mittwoch, 27. April 2011

Die erste Woche ist geschafft

Es kommt mir schon viel länger vor, aber vor einer Woche bin ich zurückgekommen. Seit 6 Tagen studiere ich wieder und komme nie früher als 18 Uhr nach Hause.
Gestern hab ich eigentlich 3 Stunden und einen Termin mit der deutschen Lehrerin gehabt, aber der wurde abgesagt und nachdem ich in einem mit Japanern überfüllten Raum saß, ist auch dieser Unterricht ausgefallen. Na toll. Da ich den gleiche Lehrer nochmal an dem Tag hab, hab ich schnell geschaut ob der Interricht auch ausfällt und Tatsache: ich saß dann 3 Unterrichtsstunden à 1,5 h und eine Mittagspause von 50 Minuten herum und hab mir nen Sonnenbrand geholt, Kanji gelernt und Konversation betrieben. Also eigentlich nur gegammelt. Dann gab esn och ne megaspannende Stunde(Sarkasmus) mit Brian bezüglich Japanischer Diplomatie uns wir sahen, Brian Studenten aufgepasst: einen Film. Der Tag hat sich echt gelohnt (Achtung: wieder Sarkasmus)
Abends hab ich mit Yo und Hitomi gekocht, da Alice, meine geliebte Malaysierin leider das Wohnheim verlässt. Ich hab sie echt gern und sie war immernett, wir hatten viel Spaß und nun ist sie in ihre Heimat. Ihre Eltern sind dagegen, dass sie momentan in Japan studiert. Es flossen Tränen, aber wir haben beschlossen, dass ich nach Malaysieen gehe und sie nach D-Land kommt.

Heute war mein Tagesplan erschöpfend. Mein erster Unterrict war komplett in Japanisch. Der Unterricht nennt sich 日本民俗史. Überstezt soviel wie "Geschichte der Japanischen Folklore", auf normalen Deutsch: Japanische Ethnologie. Inhaltlich passt das perfekt zu mir, gerade das zweite Semester scheint irre spannend zu sein, es geht um Tod und Schamanen, aber da bin ich leider nicht mehr da. Ich hatte der Professorin ne Mail gschrieben, ob ich als Sprachtrottel mitmachen darf und das sei kein Problem, bis auf die Hausarbeit die wohl in Japanisch sein soll. Naja, auf dem Weg zur Uni treff ich ne Bekannte die zufälligerweise auch das Fach belegt, in der Klasse sitzt dann Hitomi. Und dann kam noch KwonHee, der Koreaner den ich nicht versteh mit dem ich aber trotzdem lache, dazu. Cool. Der Unterricht war auch nicht sooo schlimm. Die Hälfte bestand daraus einen Fragebogen zu dem Thema auszufüllen, wie wir über Tod denken und so. Schön, dass mein elektronisches Wörterbuch diese Worte alle nicht kennt, aber Hitomi hat mir geholfen. Die Lehrerin fragte auch ob das alles in Ordnung sei und dass ich gerne auf Englisch antworten könne. Sehr gut, zumindestens für den Anfang. Das wird spannend.
Dann hatte ich Freistunde. Da auch noch Mittagspause war bin ich Sporten gegangen. Die Zeit wollte ich "sinnvoll" nutzen. Es war Beintag, ich hab 5 Wochen lang nichts gemacht, ich bin fast kollabiert. Ich kann ja garnichts mehr und der Kreislauf war auch zickig. Immerhin hat mein Trainer meine Musik laut abgespielt und ich hab dann ne Rundea uf dem Crosser gedreht. Da quatscht mich ein Japaner von der Seite an "Kann ich dich was fragen?" Ja, na klar. -Wo kommst du her? Erzähl mich was über dein Land? Warum bist du hier? blablabla. Hey, es ist nett mal im Trainigsraum von einem der Kerle angesprochen zu werden (wobei ich ihn noch nie gesehen hab), aber wenn ich Ausdauer mache, keuche, schwitze, in Gedanken versunken bin, dann hasse ich es angequatscht zu werden. Mein Sprachlevel existiert in dem Moment auch nicht, das merkt mein Trainer immer, wenn ich danach versuche zu kommunizieren. Manchmal sind Japaner komisch.
Gut, Ausdauer beendet und dann doch noch ne bilinguale Runde mit dem Trainer und dem Kerl gequatscht. Es ging um Saufen. Ich war ernsthaft erschrocken, dass mein Trainer nach dem Sport erstmal ein Entspannungsbier trinkt. Das widerum hat ihn erschrocken, ich bin doch ne biertrinkende Deutsche. Tja, man stellt fest: wir haben unterschiedliche Einstellungen zum Sport und Lebensstil. Fast hätte ich danach gefragt mit ihm zu saufen.....aber wie gesagt: Sparchlevel nach dem Sport ist nicht vorhanden.^^
So, ich hatt noch nichts gegessen, wollte Kanji lernen, aber auf dem Weg zur Etspannung zwischen Sport und nächstem Unterricht werde ich von Ayumu, nem Deutschlernenden, aufgehalten. Er stellt mir eine neue Studentin vor die unglaublich gut Deutsch kann, ich war begeistert. Aber mein Magen knurrte extrem (es war schon halb 3). Da konnte ich mich losreissen und bin zum Unterricht. Es ist der zweite Teil zu Brian Diplomatiekurs, der von einem Botschafter gehalten wird. Es sitzen neue Japaner drin und ich werde mit "Du bist doch Okaa-san, oder?" begrüßt. "Du bist doch Mutti, oder" Ee? Wo hat er das her. Naja, konnte ich mir schon denken. Der Unterricht selber war interssant, aber einschläfernd. Der Botschafter Asakai hat mich immer wieder befragt wie die Diplomatie zu besonderen Sachen in D-land aussieht, ob es bei uns auch so sei. Ich hab keinen Plan. Ich bin absolut nicht in Politik bewandert. Ich weiß was in Südostasien abgeht, aber doch nicht in meinem eigenen Land.^^
Nachdem auch dieser Unterricht überlebt worden ist, stand die Welcome-Party für die neuen Chinesinnen an. Chris und ich sind natürlich hin (es gab umsonst Essen und ich hatte noch immer Hunger). Wir standen schön unauffällig weit hinten, haben den Rednern zugehört, den Vorstellungen der Chinesinnen und da ruft uns Sato-san nach vorne. Unter dem Motto "Naja, wir haben da noch ein paar Leute die ihr kennenlernen müsst". Uah, ganz spontan haben wir dann vor versammelter Manschaft mal wieder ne japanische Selbstvorstellung gehalten. An sich nicht schlimm, aber man hätte uns vorwarnen können, die Party ist nicht für uns. Und dann erzählt Sato-san von mir im Trainingsraum...hm....
Naja, Peinlichkeit überstanden und man wird von Mädchen umringt. Wo komm ich her? (hab ich doch erzählt) Wie heiß ich? (Hab doch auch erzählt) und und und. Zwei Stunden japanische Konversation. Das haut rein, vor allem aus Höflichkeit isst man während der Gespräche nicht. Ich hab nen Miniteller essen können. Hey! Gut, ich hab nen Haufen netter Leute kennengelernt, aber wer mich kennt weiß: ich bin nicht so mit den Mädchen, mein Freundeskreis ist eher männlich. Gerad in Japan. Die Kerle die da waren kannte ich schon, bzw. der eine war heute auch im Gym, ich kenne ihn vom sehen, aber meint ihr der spricht einen an? Nein. Egal, war trotzdem lustig.

Wenn man bedenkt, das sich gestern ein Tief hatte, von wegen "ich bin allein, rede kaum auf Japanisch, die Leute haben Angst vor mir", dann war das heute das Hoch dafür. Zumindestens was das Interesse an mir angeht. ^^

Mittwoch, 2. Februar 2011

Semesterende

Es ist vollbracht: nach einer noch kurzfristig reingewürgten Hausarbeit (innerhalb einer Woche ohne vorherige Ankündigung fertig zu stellen, bitte) und der letzten Präsentation ist das erste Semester glorreich zu Ende gegangen.
Gefeiert wurde das im koreanischen Restaurant, am Freitag, um auch gleichzeitig Hyung Gee, eine der Koreaner zu verabschieden. Neben dem reichlichem Fleisch floss auch der Shimizu, koreanische Schnaps, reichlich. Im Restaurant hab ich nichts gemerkt, aber auf dem Nachhauseweg, wo das BLut zirkuliert ist, bin ich dann doch ziemlich betrunken gewesen.
Aber angesehen davon war der Abend ziemlich lustig. Ich hab so einige Saufspiele gelernt. Die deutschen sind dagegen langweilig.
Samstag hab ich mich wieder mit Martina verabredet. Wir haben den Yokohamer Bahnhof unsicher gemacht. Wenn ich jetzt sage, dass wir 7 Stunden dort verbracht haben, denkt jeder "Äh? Im Bahnhof?" Yo, genau da. Bahnhöfe sind in Japan Labyrinthe. Unterirdisch ist alles mit zighundert Geschäften gesäumt und theoretisch sind auch alle Bahnhöfe miteinander verbunden, behaupte ich. Wer auch immer die konstruiert hat, war verrückt. Wir haben überlegt, ob es möglich ist in Japan zu überleben, ohne ans Tageslicht zu kommen. Ich behaupte: Ja!
Naja, aber davon mal abgesehen, haben wir uns Kopfhörer gekauft. Ich hatte meine geschrottet und das Angebot in Japan ist gigantisch. In-ear, normale, große und dann die Farbauswahl in pink, türkis, schwarz oder bling-bling-lila mit Schleife. Alles vorhanden. Naja, und dann noch mal was Essen, ne CD suchen, Mitbringsel kaufen..Kaffee, bzw. Maccha trinken. Da kriegt man schon mal eben 7 Stnden im Bahnhof rum, nicht zu vergessen der Book Off, der immer lockt. Also ich hatte Spaß. Purikura gab es natürlich auch.
Sonntag hab ich mich dann mit Fabian getroffen. Ich habe ihm sein Denshijisho abgekauft. Das ist ein elektronisches Wörterbuch. Nach dem gemütlichen Kaffee und dem üblichen Small-Talk, wo ich mal wieder ne super Vokabel gelernt habe (むささび/鼺鼠/Riesenflughörnchen), absolut unnütz, aber ich bekomme es nicht aus meinem Kopf heraus, bin ich dann nach Ikebukuro, wo ich mit Nicole Yasuo und Ryota zum Darten getroffen hab.
Ja, ich bin überrascht wie gut ich manchmal spielen kann. Und das Dartpfeile im Auschnitt nicht sooo sehr weh tun. Und im Rücken auch nicht. Jaja, und ich spiele unfair, genau. Das Ende vom Lied, bzw. das letzte Spiel, wo wir gesagt haben, dass der Gewinner bestimmt was die anderen machen: ich war am führen. In der letzten Runde hat mich Ryota doch tatsächlich um einen Punkt überholt. Aber Nicole hat es wieder rausgerissen. Hab ich mich gefreut, aber neee, Yasuo hat dann Nicole überholt. Ja, geil. Und wer darf die Aufgabe erfüllen? Ich natürlich. Ich darf Nori seinen ersten Kus rauben. Danke Jungs!
Danach sind wir noch ins Kino und haben uns "Social Networking" angesehen. Es geht um Facebook, wie es entstanden ist und den Rechtsstreit im Hintergrund. Ich bin überrascht. Erst hab ich gedacht, weil der Film auf englisch war, Junge, red mal langsamer. Und insgesamt hat der Film mehr den Rechtsstreit und die menschlichen Abgründe gezeit, als die Idee. Ist aber trotzdem zu empfehlen.
Montag: Sport (ja, auch in den Ferien dreimal die Woche) und dann bin ich spontan mit Yo und David, auch einem Franzosen, nach Tokyo-station gefahren, weil Yo dort arbeitet und was klären wollte. Also hab ich mir die Gegend mit Davis angesehen und es ist verdammt schick dort. Man merkt, dass das Viertel Geld an den Hacken hat.



Nach nem gemeinsamen Essen im Wohnheim, Yo hat gekocht^^, haben wir uns noch ein Bier gegönnt und ich habe versucht David beizubringen, wie man zum Nikushokukei wird.
Nikushokukei 肉食系 ist ein Begriff für "fleischessende" Personen, die einen aggressiven, bzw. selbstsicheren Charakter haben. Das Gegenteil Soshokukei 草食系 ist dementsprechend ein "pflanzenessender" Typ und hat einen schwachen Charakter. Das Ganze ist aber auch ein körperlicher Aspekt. Interessanterweise habe ich von einem Japaner zu hören bekommen, dass er zwar ein Nikushokokei ist, aber sich in meiner Gegenwart als ein Soshokukei fühlt. Ist das ein Kompliment? Ich denke nicht (Martina hatte sich am samstag dazu zwei tolle Bücher gekauft, die ich auch haben will: 肉食女子 "Nikushokujoshi", also "Fleischessende Frau" und 草食男子 "Soshokudanshi", Pfalnzenessender Mann. Es werden die sozialen Probleme der Feminisierung der Männer aufgezeigt.)
Der Dienstag war dann recht entspannend. Caro kam vorbei, damit wir uns über die geplante Kyotoreise unterhalten können. Ja, wurde ein schöner Kaffeeklatsch^^.
Und heute ging es dann wieder zum Darten. Ich hatte ja noch was einzulösen. Nach ein paar Runden sind wir dann in ein Izakaya, wo wir am Tisch gegrillt haben und auch verdammt gut angeheitert waren. Wozu so ein Tabe- und Nomihodai nicht gut ist^^ (Ess- und Trinkflatrate). Naja, reicht aber nicht und wir sind noch in ein "normales" Izakaya, wo wir das Königspiel gespielt haben. Jeder zieht ein Stäbchen mit einer Zahl und einer ist der König. Der bestimmt dann, welche Nummer, ohne zu wissen, wer wer ist, mit welcher Nummer was macht. Ja, natürlich wurde es so gedreht, dass ich Nori küssen durfte. Er hat es dann aber so gedreht, dass er mich geküsst hat (ach ja, männlicher Solz) und ich bin aus dem Schneider.
War ein super Abend. Und viel Party. Wie mögen die Ferien weiter gehen?

Samstag, 1. Januar 2011

Frohes Neues!

Der Tiger geht, der Hase kommt!
Was? Jupp, nach dem japanischen Eto, Tierkreiszeichen-System, ist nun das Jahr des Tigers zu Ende gegangen und das Jahr des Hasen ist im Anmarsch.
Das Neue Jahr und seine Feier hat in Japan mehr Tradition als das olle christliche Weihnachten. Es fängt schon bei der Kartenschreiberei an: Weihnachtskarten, naja, es gibt sie, aber nur weil man damit Geld machen kann. Es werden Neujahrskarten geschrieben und zwar an jeden und mit den besten Worten und Wünschen und natürlich mit dem neuen Jahrestier drauf. Ich glaube ich habe bei den Tausenden von Karten keine ohne Hase gesehen.
Aber mehr hab ich jetzt nicht so an die japanische Tradition angeknüpft.
Für uns hieß es: Izakaya und ein wenig Bônenkai 忘年会 machen, an sich heißt das, dass man bis zur Bewusstlosigkeit säuft, aber das haben wir natürlich nicht. Es war trotzdem feucht-fröhlich und es gab so viele lustige Themen. Ich finde es spannend das ich Japanerinnen versautes Vokabular auf Japanisch beibringen kann.^^ Zum Unwillen des deutschen Freundes.
Angeheitert ging es dann zusammen, Britta hat sich abgeseilt, sie wollte die 108 Glockenschläge am buddhsitsichen Tempel hören -schöne Idee-, nach Shibuya auf den Hachiko-Platz. Und so leer die Bahnen und Bahnhöfe waren, so voll war es auf sem Platz. Aber nicht mit Japanern, nein, mit Ausländern aus der ganze Welt. Und wir standen da, kein Countdown, keine Rakete, kein Böller. Auf einmal hat alles gebrüllt und wir mit. Geile Atmosphäre. "Happy New Year"
Und man kann sagen wir haben die Welt umarmt: Deutsche, Japaner, Koreaner, Franzosen, Briten, Araber (glaub ich) und was weiß ich noch. Alles sind Freunde gewesen, alle haben sich gefreut. Kein Sekt und immer noch keine Rakete, aber das neue Jahr ist da.
Und weil wir so "wild" gefeiert haben, stand auch die Polizei komplett in Shibuya und hat das Schlimmste befürchtet: Schlägereien, Diebstahl, Vergewaltigung und Terroranschläge. Ja ja, böse Ausländer^^
Zusammen ging es zu Fuß weiter zumnahegelegenen Meijijingu. Der gröte Schrein in Tokyo und auch der meistbesuchteste an Neujahr. Es heißt es besuchen im Schnitt 4 Millionen diesen Schrein an diesem Tag. Und natürlich der Großteil gegen Mitternacht, damit die Wünsche schnell in Erfüllung gehen. Dieses Hatsumode, Schreinbesuch, ist das Wichtigste an Neujahr.
Und es war voll, ich schätze wir haben eine Stunde in der Menschenmasse gestanden, was wenigstens schön kuschelig war, weil diese Nacht war eine der kältesten bisher war. Nebenbei, mein Plan des Yukatatragens habe ich aufgrund der Wetterlage und des Schnupfens abgesagt. Alles ist durchorganisiert gewesen in der Masse. Hier anstelllen, ab hier ne Stunde warten, hier warten, hier gehen, aber nur bis hier und dann bitte beten, aber danach bitte nach links oder rechts gehen.
Religiöse Atmosphäre gab es nicht. Aber trotzdem faszinierend.



Und dann kam die Katastrophe: nicht die gesamte Gruppe hat den gleichen Ausgang genommen und wir sind getrennt worden. Wo treffen wir uns? Wie kommen wir dahin? Wir haben abgemacht uns wieder am Haupteingang zu treffen. Karsten, Susi uns Sophia haben sich an diesem Punkt verabschiedet und der Rest hat sich auf eine Odysee begeben, deren Ziel der Haupteingang des Schreins war. Ich schätze wir sind eine Dreiviertelstunde gelaufen, haben einen Kofun, ein schlüssellochförmigen Grabhaufen, gefunden, das Gefühl in den Oberschenkeln und Gesicht verloren, aber trotzdem das Ziel erreicht. Nur sind die anderen mittlerweile in ein Family Restaurant gwandert, weil denen ja soo kalt war (Japaner, die bibbern nur). Gut, dann haben wir das Restaurant gesucht, das war auch ein Akt, aber endlich sind wir ins Warme gekommen, konnten auftauen und haben was gegessen (immer diese Bedingungen im Restaurants).
Gegen sechs Uhr morgens waren wir zu Haue, glücklich, müde und durchgefroren.


Frohes Neues Jahr!
明けましておめでとう!!

Samstag, 25. Dezember 2010

Frohe Weihnachten

Hohohohoho! Es ist Weihnachten!
Und wie feiert man das in Japan? Ja, man geht eigentlich mit seinem Spatz aus und genießt das kitschige Kuschelpärchenleben. Aber wir sind ja doofe Aulsänder, wir feiern nach europäischer Art. Zumindestens versuchen wir es.

Yo hat mit Tomoya geplant, dass wir zu zehnt zu Tomoya gehen und dort gemeinsam essen. Also bin ich mit Katja hin, hab mich hübsch gemacht, wie es sich für Weihnachten gehört. Und haben dort ein leckeres Curry genossen. Für Weihnachten ungewöhnlich, aber das macht ja mal überhaupt nichts. Als Dessert gab es das Ultramega-Dessert, dass Yo schon seit Wochen plant. Bananeneis, mit Schokomousse, Beerenirgendwas und Sahne. Und das war echt lecker.
Nach einer Minibescherung von Yo, der seine Einzelgeschenke an besondere Freunde verteilt hat (ich hab ein Buch im besten Geschenkpapier verpackt bekommen. Ein Buch, dass offiziell erst seit einem Tag auf dem Markt ist *jipiiehh*) sind wir dann weiter nach Jiyûgaoka in die Mellow Lounge.
Schicker Laden. Gemütliche Sofas, mit vielen Aquarien, sogar im Klo und neben dem Waschbecken schwamm ein einzelner Fisch im Glas, guter Musik und teuren Getränken, aber super netter Bedienung. Hier kamen noch andere Freunde dazu, unter anderem Megumi, ne Kollegin von Tomoya. Ich liebe sie, sie ist sooo Zucker und ich versteh mich blendend mit ihr. Ich lache ja manchmal *muahahahaha* und das hat sie nachgemacht. Und jetzt stellt euch ein kleines, niedliches Mädchen vor das bösartig lacht. Herrlich!

Alle waren gut drauf, und auch ein Zwischenfall hat die Stimmung kaum ändern können, und das obwohl der männliche Part des Zwischenfalls geschlagene 5 Stunden schmollend herumsaß. Naja, es kann ja nie perfekt sein.

Nach etlichen Stunden, genauer gesagt um 6 Uhr morgens, die Bahnen fahren ja nachts nicht, ging es dann nach Hause. Da ich mich bisher wacker auf den hohen Schuhen geschlagen hab, bin ich in Turnschuhen (passend zum Kleid und Nylons^^) nach Hause und um Viertel vor 7 sind wir ins Bett gefallen.

Um 15:45 Uhr bin ich dann mal aufgestanden. Mit nem Schnupfen. Schön, das wünscht man sich immer, und der Schädel war auch nicht so richtig frisch. Aber das lag eher am Schnupfen, Alkohol hab ich kaum getrunken. Kurz zum Supermarkt gehüpft und Zutaten für einen super Glühwein gekauft udn dann ging es in der Küche los. Tabeas Mutter ist gerade in Japan udn hat uns ein Weihnachtsessen gekocht.
Aufgrund der Fleischpreise udn da Japaner anscheinend kaum Ente essen, gab es Hühnerschenkeln, aber dafür mit Klöße und Rotkohl. JAAA! Und passend dazu Bescherung. Es ist unglaublich, aber ich kann mich über eine rosa Haarspange freuen und über ein Sabishii-Plüschtier. "Sabishii" 寂しい heißt soviel wie "traurig udn einsam". In diesem Fall ist das Plüschtier mit einer Träne versehen gewesen, warum auch immer Plüschtiere traurig sein sollten. Das mit dem Sabishii ist ein Insider zwischen Katja und mir. Sie hat auch ein Sabishii-Plüschtier bekommen. Crepegutschein und Süßigkeiten runden alles ab. Und das essen, davon wollen wir garnicht sprechen.^^


Yoann kam noch dazu und ist spontan von Britta, Tabeas Mutter, eingeladen wurden und er ist in den Genuß deutscher Kost gekommen. Er hat Gefallen an Klößen gefunden, die gibt es nicht in Frankreich. Und auch Glühwein (Yvonne hat sich mal darin erfolgreich versucht) ist nach seinem französischem Gaumen gewesen. Es war wie ein Weihnachtsessen mit der Familie, vielleicht lag es am Wein, aber ich war glücklich.

Zwar war der Tag nicht lang, aber schön. DANKE!!!!!!!

Und Frohe Weihnachten!!!メリークリスマス!!!

Samstag, 27. November 2010

zuviel von so vielem

Und eine neue Woche ist schon wieder vorbei. Picken wir uns die spannenden Sachen heraus:
Dienstag: Es ist nationaler Feiertag und wer muss zur Uni? Ich natürlich. Es gab einen Economy-Talk zu denen wir Economy-Studenten hin mussten. Zum Glück mussten wir nur den ersten Redner sehen. Ich bin mal wiedre fast weggeratzt und bin danach dann nach Shibuya gegangen und hab Fabian und Karsten getroffen. Wir haben da ein wenig rumgebummelt, bei Book-Off mal wieder zugeschlagen und nen leckeren Macha-Latte getrunken, Das ist der traditionelle Grüntee mit heißer Milch aufgeschlagen. Lecker!


Mittwoch: Mein definitiver Japanisch-Tag. In der ersten Stunde sollten wir uns wieder mit den Japanern unterhalten. Also hab ich das gemacht und mich über so simple Dinge wie Selbstmord unterhalten. Wir sollten uns ein Thema aussuchen und ich finde das nun mal leider interessant. Hat Spaß gemacht. Danach hatten wir Kultur und ich hab mich schon so auf die Diskussion über Selbstmord gefreut. Es gab wieder einen Fall von Ijime (Mobbing) in Japan, worauf sich eine 14jährige erhängt hat. Aber ne, wir haben ne Gruppeneinteilung für unsere Endpräsentation bekommen. Da ich aber megaunglücklich damit war (hatte echt nur nichtsprechende Japaner drin) hab ich ein wenig gebettelt und bin in Yoanns Gruppe gekommen. Wir hatten vorher schon über die Präsentation geredet und für uns beschlossen eine Gruppe zu bilden. Jaja, manchmal bringt schleimen was.
Nach der Uni durfte ich in der Bibliothek bei unserem Wohnheim eine Geschichte auf Deutsch vorlesen. Die Kinder dort sind allerdings 9 Monate bis 3 Jahre alt gewesen. Ich denke, die Eltern haben da mehr an Sprachkenntnissen mitgenommen. War echt niedlich die Geschichte. Natürlich hab ich ne japanische Kopie bekommen, die ich mir selber übersetzen durfte. War recht simpel, aber natürlich fehlten mir zwei, drei Worte, aber da hab ich in der Freistunde in der ich das gemacht hatte einfach ein paar Mädels gefragt. "Furon furon furon" ist das deutsche "Brr, brrr, brrr".
Es geht in der Geschichte darum, dass eine Maus, ein Frosch, ein Hase, ein Fuchs, ein Wolf, ein Wildschwein und ein Bär in einem Handschuh wohnen. Jupp, ich weiß, das geht nicht^^.
Nach der Vorlesung, waren ja gerade mal 10 Minuten, gab es noch lecker Kuchen und Kaffee im Hinterstübchen und natürlich musste Konversation betrieben werden. Hab ich aber überlebt. Abends ging es dann mit Tabea, ihrem Freund und dessen Kumpels ins Kino. "Harry Potter" haben wir gesehen. Da ich noch ne Rezension schreiben will, sag ich zu dem Film mal erstmal nichts. Nur dass er auf englisch mit japanischen Untertiteln war. Unser Glück. Wir waren um halb 2 Uhr morgens wieder zu Hause, weil wir die günstige Spätvorstellung genommen haben. Dementsprechend war ich am Donnerstag ein wenig müde, zumal das eh mein längster Tag in der Uni ist. Auf dem einstündigem Heimweg hab ich mich die ganze Zeit auf Japanisch unterhalten. Und ich denke ich bin auch verstanden worden *stolz*

Freitag: Karsten hatte Geburtstag und weil er nun mal nen sehr guter Freund ist, haben wir gefeiert. Und nicht nur Katja, Nicole und ich waren da, auch alte Freunde aus Halle, die wir lange nicht gesehen haben: Josi, Susi, Fabian und Manja. War schön mal wieder herumzublödeln. Zuerst ging es vier Stunden lang zum Karaoke mit Eis-tabehôdai (all-you-can-eat) für NUR 750 Yen, und weil das nicht genug ist danach noch zum "Sweets Paradise". Das ist echt ein Paradies. Da kann man in einer Studne für 1500 Yen soviel essen wie man will. Und hauptsächlich gibt es Kuchen, Torten und Süßes. Ich hatte mich zwar mehr an den Nudeln etc. aufgehalten, aber der Kuchen war trotzdem heftig lecker. Zusammen mit Kaffee, also so richtigem Kaffee, hat man den Preis echt schnell rausgehabt. Mit nem Bauch wie Schwangere sind wir dann alle glücklich nach Hause. Dabei haben noch die weihnachtliche Beleuchtung bewundert.


Samstag: Wer denkt uns sei kotzschlecht nach dem Essen, der täuscht sich. Heute waren wir bei unserer Lehrerin zum essen eingeladen. Dazu haben wir uns in Shibuya getroffen und sind mit dem Bus zu ihr. Dort haben wir ihre Familie kennengelernt und Massen an Essen gegessen. Sashimi-Carpacchio, Kiwi mit Speckmantel, Roasted Beef mit Gemüse. Deutsches(!) Brot, Lachs in Blätterteig und danach Kaffee/Tee und ne Schwabeltorte. Also eher Pudding in Kuchenform. Woah. JETZT ist uns schlecht. War ganz nett. Die Gespräche schwankten von Deutsch (3 Japaner, 6 Deutsche, 1 Franzose)nach Englisch und viel Japanisch. Dabei hatte Yoann aber das meiste gesagt. Er ist einfach der beste, ganz einfach. Anschließend sind Yo und ich nach in Shibuya herumgewandert, während die anderen nach Hause sind. Wir brauchten die Bewegung.
Anschließend sind wir zu Starbucks und haben dort die weltbekannet Aussicht auf die größte Kreuzung in Tokyo, behaupte ich jetzt so einfach, genossen. Dazu noch nen Maccha-Latte und ich war glücklich. Da es aber so heiß im Starbucks war, sind wir wieder raus und haben gerade überlegt was wir machen, da qietscht es von meiner rechten Seite und Mädchen springen wie blöde auf und ab. Ich denke: "Oah, was sind das denn für welche...Oh, die kenne ich!"
Da hab ich doch tatsächlich ne deutsche Kommilitonin getroffen. Die Welt, bzw. Tokyo ist echt klein. Der Haufen Japaner um sie herum war total betrunken und als sie mich vorgestellt hat, hab ich echt Angst bekommen, weil die so ne Party gemacht haben. Naja, Yo und ich haben uns dann noch mit denen unterhalten und wären auch noch zu ner Party mitgekommen, aber die sind dann alle nach Hause. Wir dann auch.



Das war ne Woche mit viel Japanisch (man sieht endlich Fortschritte bei mir) und viel zu viel Essen. Sport, ich freu mich auf dich!

Sonntag, 7. November 2010

Kultur, Kultur und Kultur

Von Freitag bis Sonntag war das Kulturfest an der Musashi auf dem wir Ausländer unsere Präsentation wildfremden Japanern vorstellen sollten. Begeiterung pur bei uns.
Freitag: Katja und ich kommen um 12 Uhr zur Uni um dann erstmal ne heiße Show von Kerlen zu sehen, die alle Frauenkleider an hatten. Hübsch, hübsch. Und um 13 Uhr war ich ein weniger abgelenkt durch so manche Flüssigkeiten die den Geist vernebeln. Ich hatte meinen Spaß. Ich habe lebenswichtige Sätze in Koreanisch und Japanisch gelernt, mit dem Muskelmann geredet der Alkohol verkauft hat. Naja, er hatte ein Muskelshirt an, aber auf meine Frage, ob er auch trainiert, tut er es doch wirklich. Auch an meinen Tagen, wir haben uns nur noch nie gesehen (ich wäre ihm unter Garantie aufgefallen). Egal, das holen wir nach. Eigentlich wollte ich ihm meine Präsentation erzählen, aber ich denke, das hätte ihn nicht interessiert.
Ich bin stolz, dass ich an dem Tag zu dem einen Stad gegangen bin und dort Yosuke, aus unserem TOEFL Kurs der Schüchteren, angequatscht habe. Ich hab gesagt, auf Japanisch, wiel englisch kann er ja nicht, dass wir mal einen Trinken gehen sollten. Und dann haben wir uns unterhalten. Er hat gelächelt und hatte mich sogar freudig begrüßt. Ich dachte immer, dass er Angst vor uns hat. An dem Abend war ich früh im Bett, weil ich soviel Blödsinn gemacht hab.


Samstag: Heute mussten wir unsere Präsnetationen halten. Unser Lehrerin hat irgendwelche Leute herbeigezogen vor denen wir was erzählen sollten. Meine Zuhörer waren so unbegeistert, dass ich gekonnt die Hälfte weggelassen habe. Das nächste Mal hab ich alles erzählt, dann meinen Schwerpunkt auf den einen Schriftsteller in der Präsentation gelegt und dann komplett improvisiert, weil mich meine japanische Freudin immer unterbrochen hat. Insgesamt hab ich 5mal meine Präsentation gehalten, statt den geforderten 3mal. Und als Bonus durfte ich drei Japaner auf den Arm nehmen, weil ich soooo stark bin. Ich hoffe ich bekomme die Fotos noch mal zugeschickt.
Zwischendurch bin ich dann noch von einem Baseballer angesprochen worden, dass ich Nabe, Suppe essen soll. Ich hatte den Baseball-Mädchen das am Tag vorher schon versprochen, aber das Schlimme war, der kannte mich (und ich ihn nicht). Er kennt mich aus dem Fitnessstudio und konnte mir genau sagen welche Übungen ich mache. War mir irgendwie peinlich.^^

Abends sind wir nochmal ins Izakaya. War lustig, ich hab einige Lachflash gehabt. Yasuo war mit und er hat so eine lustige Mimik, und er grunzt immer, weil ich beim Karaoke ja soviel Metallieder geschmettert habe. Er hat mir auch seine Lieblingsbands gezeigt. Wow. japanischer Rock ist phantastisch.
Naja, wie gesagt wir hatten Spaß, was allerdings das Nachhause bringen von besoffenen Japanern/Koreanern angeht, darüber will ich kein Wort verlieren, es hätte nur fast Tote gegeben^^.

Sonntag: An sich wollte ich mich an so einige aufgeschobene Arbeit setzen, aber ich bin spontan mit Katja (und Ryota, Yuki, Kwoon Hee) zum Kulturtag an der Waseda Uni gefahren. Wir haben uns eine ganze halbe Stunde dort aufgehalten weil es soooo megavoll war.

Megavoll und riesig der Waseda-Campus
Also ging es wieder zurück an die Musashi, wo ich wie immer meinen Muskelmann begrüßt habe. Ich werde ihn wohl ohne Muskelshirt nicht erkenne, aber ich er mich und dann schreien^^ Heute war nichts Spannendes mehr los. Ryota und Yuki sind noch zu einer Aufführung und Katja und ich haben zusammen mit Rushelle auf sie gewartet um danach, dafür haben wir echt solange gewartet?, zu McDoof zu gehen und einen richtigen Kaffee getrunken haben. Nicht nur die süße Plörre aus den Automaten hier. War echt lustig da. Es ist schön zu wissen, dass die Japaner einen total verarschen, man aber nicht unbedingt mitbekommt wie genau. Aber dafür habt man selber ja auch noch ein paar Asse im Ärmel. Man muss nur aufpassen wem gegenüber man sie ausspielt.
Die lästern wie nichts Gutes.

Donnerstag, 4. November 2010

Konbe!!!

Gestern war der "Tag der Kultur". Das ist ein richtiger nationaler Feiertag und die Uni blieb zu. Da denkt man: Mensch, endlich mal ausschlafen, wo doch das Wochenende so schlafarm war.
Ja, ne. Da es ein Kulturtag ist, muss man ja Kultur machen. Unsere Kultur bestand darin unseren Nachbarn und den Elten des zu unserem Wohheim gehörenden Kindergartens deutsche und französische Küche beizubringen. Hört sich ja echt toll. Haben wir auch begeistert zugesagt. Aber: nach dem Schälen von 30 Zwiebeln am Vorabend und dem Schälen von rund 12 kg Kartoffeln an dem Morgen (und es waren noch 28 kg übrig)merkten wir, dass es doch nicht so ein Spaß werden wird. Zusammen mit Yoann haben wir uns dann in den Garten des Kindergartens begeben und dort unsere Gerichte für sich angeboten. Yoann hat Hühnchen in Weißwein-Joghurtsauce angeboten (ein Gedicht) und wir klassisch deutsche Bratkartoffeln und Kartoffelpuffer.

Zu den Bratkartoffeln kann man nichts besonderes sagen, außer, dass die Kartoffeln hier irgendie rötlich werden wenn sie länger angeschnitten rumliegen. Da keiner von uns je selber Kartoffelpuffer gemacht hat, war das ein Experiment. Ein Missglücktes, aber da Japaner nicht wissen wie Kartoffelpuffer aussehen, ist denen das nicht aufgefallen. Wir haben eher geschnetzelte Kartoffeln mit selbstgemachten Apfelmus gemacht (und ich fand es unheimlich lecker).
Tabea und Katja haben gebrutzelt, Yoann hat gebrutzelt, Nicole und Sophia haben zurückgezogen weitere 18 kg Kartoffeln verarbeitet und ich habe mich in einer japanischen Marktschreierin versucht. Das klassiche "Irasshaimasen~" (Willkommen) hat das draufgängerische "Tabete mitte kudasai~" (Bitte versuchen Sie es!) abgelöst. In meiner Obhut war die Kasse und der Verkauf, ich habe die Kunden bedient und in meinem mickrigem Japanisch den Unterschied zwischen Bratkartofflen und Kartoffelpuffer erklärt. An sich lustig, ich liebe verkaufen, aber auf Japanisch ist es hart. Im Prinzip stand ich nur rum und hab organisiert. Im wunderschönen deutschen Outfit^^.
Der Spaß ging von halb 11 bis 14.30 Uhr und danach haben wir mit einer ins Negative gehende Motivation aufgeräumt. Da gekochte Kartoffeln übrig waren, haben wir die kurzerhand unter den Koreanerinnen aufgeteilt. Und unsere Aussicht für die nächsten Wochen: Kartoffeln (10 kg Rest), Speck (1 kg Rest), Zwiebeln (~20 Rest), Eier (30 Rest). Was kann man denn damit Hübsches anfangen? Ich persönlich bin für eine deutsche Küchenparty für unsere Freunde. Aber ich hab kein Bock auf Kochen.
Um den Tag dann wenigstens schön zu beenden, hatten Yoann und ich abgemacht, das wir wieder zu den Koreanern an die Kunstschule gehen. Die waren so nett zu uns, die haben von Yoann dann noch was von dem geilem Hähnchenfleisch abbekommen. Und wieder sind wir, diesmal um Katja und Nicole reicher, superfreundlich aufgenommen worden.
Zack, gab es koreanisches Essen -und das obwohl sie gerade viel zu tun hatten- und Schnaps, wieder den leckeren Schwarzer Sesam Schnaps (Makkori) vom Vorabend. Super. Ein wenig Small Talk und wir sind nochmal rein um zu schauen. Aber leider waren alle schon dabei aufzuräumen. Also wieder raus und ein Pantsu yaki essen.
Die haben uns doch tatsächich wieder erkannt und haben und supergroße Höschen gezaubert. Jaja, wozu Scherzen doch führen kann. Katja und Nicole haben ihr Höschen genossen und ich habe mich an einem Pikantem probiert. Auch nicht schlecht, aber Höschen sollten süß sein.
Zurück zu den Koreaner ist uns dann ein japanischer Jack Sparrow über den Weg gelaufen. Wow, Yvonne konnte ja mal wieder nicht an sich halten und ist zu ihm gerannt. Hach, ich wurde Lady Elisabeth genannt und der Japaner hatte es echt drauf wie der originale Pirat zu reden. Ich bin begeistert. Es war echt kalt, aber wir haben auf die Koreaner gewartet bis sie Feierabend gemacht haben, denn wir wollten mit ihnen ins Izakaya und unsere neue Freundschaft feiern. Und weil es Koreaner sind -ich berufe mich hier auf die Stereotypen die mir Yoann genannt hat- haben sie uns noch mehr Alkohol angeboten (die sind nur am Saufen) und noch mehr Essen. Es war echt unglaublich, was die einen aufzwingen. Während man sich dann so unterhält, in unserem Fall sehr gequält, hat man dann auch erfahren wie alt die denn so sind. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Die Jungs, jung, knackig, heiß, von denen ich gedacht habe, dass sie die 24 nicht überschrittenen haben, wenn überhaupt, sind 27 und 31 (!). Da bin ich immer noch nicht drüber weg. Die haben sich noch nicht mal erwachsen benommen.
Katja ist zwischenzeitlich verschwunden um Ryota, Nori, Chris.... zu holen, die ein Baseball-Spiel hatten und kam dann mit einem Haufen besoffener Jungs zurück. Wow, das war lustig. Ich hatte endlich jemanden der mir meine Eishände an seinem Bauch gerieben hat und Yasuo hat mich immer angegrunzt, was der dezente Hinweis darauf war, dass ihm meine Karaokemusikauswahl gefallen hat. War das lustig. Aber da die Koreaner uns eingeladen haben, mussten wir uns kurzerhand von dem lustigen Pack trennen und Katja -ich fühle mich immer noch schuldig- allein mit ihnen zurücklassen.
Mit 21 Koreanern, Yoann und Nicole sind wir dann in ein Izakaya. Man sagte uns gleich dass es 4.000 Yen kosten wirds. Ein verdammt stolzer Preis. Aber okay, neue Freunde und man kann alles essen und trinken. Also rein ins Vergnügen. Es wurde echt heiß, und zwar im normalen Sinne. Es standen vier Tischbrenner auf dem Tisch -wo sonst-, auf denen jeweils ein Topf Nabe stand (doppelt gemopppelt, weil Nabe Topf heißt, aber auch einen Eintopf bezeichnet). Natürlich wurden die gekocht. Dazu gab es noch Salat und Salat und Sashimi. Uns dann noch Austern (!) Da musste ich dann passen, weil ich durch ein ständig neu aufgefülltes Glas und den unterscheidlichen fetten Speisen ein wenig Magenprobleme bekommen habe. Aber die Koreaner legen immer wieder nach und schenken immer wieder nach. Ach war das lustig.
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Gelernt hab ich an dem Abend ausser ein paar Namen nichts. Nur das koreanische Wort für "Prost" und zwar "Konbe". Wichtig, wichtig. Mir schien es auch so, als ob die vor jedem Schluck anstossen müssen. Und zu jedem Schluck eine Zigarette rauchen müssen. Aber hey, kein Problem, der Abzug hat wunderbar funktioniert.
Befremdent, nicht schlimm, aber befremdent war, dass mich Lim, der unglaublicherweise31jährige, häufig angefasst hat. Um mir zu zeigen wohin einmal am Ellenbogen, um meine Aufmerksamkeit im Gespräch zu haben am Rücken. Absolut normal, aber wenn man hier fast zwei Monate ist, dann grenzt das fast an sexuelle Belästigung.^^ Es war herrlich. Die Koreaner sind echt cool.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween - die Nacht der Nächte

Was für eine Nacht!
Es fing schon damit an, dass wir mein Schminken im Bad totalen Spaß hatten. Neben dem Ausmalen des Abends -wer mit wem und warum und wer wie betrunken mit welchem Lied- kamen dann noch die normalen Frauangespräche auf: "Meine Nase, ich bin so blass, deine Augen sind so schön katzenhaft". Hab ich noch nie gehabt so ne Sotuation, fand ich lustig. Und auch als man dann schon im Kleidchen und mit ner Tonne Schminke im Gesicht im Bad für das letzte Zurechtzuppeln stand und die Chinesinnen einen gesehen haben. Denen sind die Augen aus dem Kopf gefallen. Und die eine hat sich erschrocken, dass ich mir schon wieder was getan habe. Jaja, lebensechte Kopfschusswunde.
Mit Yoann an der Spitze sind wird dann gemeinsam nach Ikebukuro um uns mit den anderen zu treffen. Es war sooo herrlich im Ikebukuro-Bahnhof. Da der sehr groß ist und wir einige Meter zu dem Treffpunkt laufen musste, haben viele Japaner die Gelegenheit gehabt uns zu bewundern. Die Mädels haben Yoann bewundert und so einige Salarymen sind fast gegen Säulen gerannt, weil sie und herausgeputzten Mädchen sahen. Hat schon was, vor allem wenn sie nicht weggucken wenn man sie ansieht und mit einem strahlenden Lächeln beschenkt. Ja, mein Selbstbewusstsein an dem Abend war ein wenig höher als sonst.
Beim Treffen haben wir dann fetsgestllt, dass wir als einzige verkleidet waren. Naja, die Mädels, ich nicht. Ich hab mir nur ne Schußwunde gegönnt.
Nach einigem warten kam noch Yuki, mit blauen Augen und Eckzähen, und kurz darauf kam dann Kwonhee. Er hatte doch tatsächlich ein Ganzkörper Winieh Poo Kostüm an. Echt schnuckelig. Sah vor allem später beim Singen verdammt lustig aus,
Als dann alle da waren sind wir ab zum Purikura machen. Hm...in so ein Zwei-Mann-Automat haben wir uns dann mit 12 mann reingequetscht. Hat geklappt und die Fotos sind auch lustig.
Draußen kam dann noch Ryota dazu udn wir sind dann ins Karaoke. Was für ein schicker Laden. Edelholz, große Räume, super Qualität, Alkohol all-you-can-drink.
Nori kam ein paar Minuten später und mit Mädchenperücke. Und wie es immer so ist, muss er geärgert werden und hat den ersten Song singen müssen: Livin la vida loca. Allerdings die japanische Fassung. Nicht schlecht Herr Specht. Nori hat es echt drauf.

Gleich danach muss natürich die Internationalität des Abends betont werden und Moskau wurde angespielt. Tja, aber wer singt? Keiner wollte, klar logisch, keiner hatte was getrunken, man schämt sich. Aber als das Lied dann anfing hab ich mich dann hingestellt und den Song gesungen. Ich mag ihn zwar nicht aber alle haben gesagt, dass ich ne super Stimme hab (ja, die Karaokemaschien verzerrt auch wunderbar) und meine Performance soll allgemein auch immer gut gewesen sein. Der Hüftschwung machts.^^
Naja, man hat lustig gesungen und getrunken, nicht allzu viel aber man hatte nen angenehmen Pegel.
Weil auch Ryotas Geburtstag war, war ich an dem Tag seine Sklavin. Das war mein Geschenk an ihm, meinen Sklaven. Ich hab ihn befächert und die Jacke ausgezogen -mit Freuden- und ihn massiert. Ich weiß nicht warum, aber er fing an sich das Hemd aufzuknöpfen. Naja, warum auch nicht. Lustig ist nur, dass zu solchen Anlässen sämtliche Kameras gezückt werden.
Überhaupt hab ich viel Blödsinn gemacht. Und die Jungs gingen, im Gegensatz zu den Gelegenheiten an der Uni, ein wenig auf Tuchfühlung und dann hieß es schonmal häufiger "Ach, komm her" wenn sie paschamäßig mit ausgebreiteten Armen auf der Couch saßen, wenn man dann aber schmelzend das Bein über den Schoß geschwungen hat, dann waren sie allerdings von der Forschheit überrascht. Mir hat das Überraschen Spaß gemacht...natürlich musste das Ganze nochmal für die Kamera gestellt werden.

Mal kurz meine Songliste des Abends: "Slipknot- Duality" "System of a Down- Chop Suey" "Lost Prophets- Last Train home" "Disturbed- Down with the Sickness". Zuerst gab es eine allgemeine Überraschung bezüglich der Songwahl, aber zusammen mir Ryan, einem Amerikaner, haben wir dann nachher immer zusammen geschrien und gegrunzt und auch Yasu hat sich für ein Duett angemeldet.

Wie es sich über die letzen Tage angedeutet hat, hab ich dann auch noch zwei Strips bekommen. Fragt mich nicht wie meine grße Klappe mich wieder in diese Situation gebracht hat, aber genossen hab ich es schon. War jetzt nichts Schlimmes, nur ein wenig Nippel und Hüftschwung in Gesichthöhe (die Sessel waren sehr niedrig). Lecker, lecker. Und wie vorher, wenn man dann die Hand aussreckt zum Anfassen und einem auch die muskelbepackte Brust entgegen gestreckt wird (unglaublich aber wahr: eine durchtrainierte Japanerbrust), man dann mit den Nägel ein wenig drüberkratzt und gleichzeitig *rrrrrrrrrrr* macht, dann schrecken japaner zurück. Ich habe mir die ganze Zeit die Frage gestellt warum? Das ist doch die Reaktion die die haben wollten oder nicht? Ich glaube es liegt daran, man redet sich ja gerne was ein, die Japaner können dieses Geräusch nicht machen und kennen es auch nicht.

Was kann ich über den Abend noch sagen, außer das sich danach von meinen eigenen Hormonen ausgeknockt wurde?
Nicole ist als Polizistin übelst gut angekommen und musste regelmässig jemanden die nicht vorhandenen Handschellen anlegen. Sind Japaner alle devot? Sophia hatte die Ehre Yasu mit meinem Federfächer den Hintern zu versohlen.
Katja hat die internationalen Kontakte zu Korea ausgebaut, indem sie die ganze Zeit mit Kwonhee herumgeblödelt hat. Endlich bin ich auch mal in den Genuß gekommen mit ihm zu sprechen. Aber während irgendwelche besoffenen Amerikaner ins Mikrofon brüllen, kann man einfach nichts verstehen. Schade. Aber ausbaufähig.

Insgesamt hört sich das wie ein Gelage an, oder? Aber eigetlich alles im jugendfreien Rahmen.
Um 6 uhr morgens sidn wir dann endlich nach hause gekommen. Es war schon hell und der Schlaf dauerte für mich auch nur bis 12 Uhr. Aber dafür war er erholsam. Das wird nochmal gefeiert.
Und im Nachhinein haben sich soviele neue Informationen ergeben, die meinen Sonntag erhellt haben. Erst verdüstert, aber als ich dann mit Yoann und später Katja, zusammen gekocht habe -er ist echt ein Küchengott- hat sich ein komplett neues Bild bezüglich der Clique mit seinen Informationen gebildet. Wir sind das perfekte Lästerpaar. Naja, wir nutzen die Informationen um alles in die richtigen Bahnen zu lenken^^.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Bier Party

Wider Erwarten war die Englisch-Party oder auch Bier-Party genannt, verdammt langweilig.
Wer die Erwartung hatte Kontakte zu Studenten zu knüpfen, der hatte Pech. Es waren hauptsächlich alte Absolventen der East Asia Studies da und die die jetzt gerade studieren waren zu schüchtern um mit uns zu reden. Zum Glück waren Ryota und Nori da, da hatten wir wenigstens Spaß und mussten uns nicht nur mit dem verdammt guten Sushi abgeben.
Das Bier, wonach es ja Bierparty genannt wurde, war leckeres Asahi-Bier. Meines Erachtens schmeckt es wie Kölsch, also süffig und schnell weg^^.
Ich hatte zum Glück schon genug intus, dass ich die obligatorische Selbstvorstellung auf Japanisch flott hinter mich bringen konnte. Und der anschließende Klön mit den älteren Herren ließ sich ertragen. Rushelle tat mir leid, dadurch dass sie schwarz und aus Jamaica ist, ist sie von den aufdringlichsten Herren bedrängt worden. Und sie ist im Anfängerkurs und versteht kaum Japanisch.

Um den angefangenen Tag sinnvoll zu beenden, sind wir zu acht ins nächten Izakaya (Kneipe) und haben Spaß gehabt. Günstiges Bier und andere günstige Sachen liessen die Stimmung kochen. Nori war als einziger Japaner dabei, weil Ryota leider arbeiten musste. Aber er hat sich gut geschlagen und Themen wie "Wie viele Ex-Freundinnen?", "Wo zum Teufel kann man gebrauchte Schlüppis verkaufen?" und dergleichen ertragen. Er hat auch etliche "Schläge" von den Franzosen eingesackt. Anscheinend ist es dort so üblich. Dafür hat er sich bei mir ausgetobt und mich geboxt. Mit Mäuschenfäusten. Bitte, nur zu.^^
An sich haben wir die gleiche Vorstellung von Beziehungen, aber in einem Punkt kamen wir auf keinen Nenner: In Japan scheint es so zu sein, dass wenn man ein Paar ist, dass das Mädchen nicht allein weg geht. Auch nicht so wirklich mit Freundinnen. Zusammen ist okay, und wenn ich es richtig verstanden hab, der Mann allein ist auch okay. Ich verstehe die Argumentation der Japaner, dass sie Angst haben, dass das Mädchen fremdgeht, aber ganz ehrlich...wo ist denn da das Vertrauen? Ich hab versucht zu erklären, dass das bei uns okay ist und der Mann genau so nen Mist bauen kann, wenn er allein unterwegs ist. Nori hat das nicht verstanden, ich habe seinen Punkt nicht verstanden. Die Lösung: Beziehungen sind dämlich und zu kompliziert.

Cris, der Ami, und Yoann wollten noch nach Roppongi weiter Party machen, aber ich wollte nicht mit, wiel es Erstens teuer ist, und Zweitens mit meinem Fuß kein Bock hatte (an dem Abend hab ich die Schiene abgebaut). Nori hat so gebettelt das wir mitkommen, aber Katja und ich haben uns auf dem Weg nach Hause gemacht. Er hätte ehrlich gesagt auch nach Hause gemusst, nach nur zwei Stunden Schlaf in der Nacht. Wie ich gehört hab, war es noch ein sehr lustiger Abend.

Den Sonntag hab ich dann sinnvoll mit 6 Stunden Skypen verbracht (4 Stunden mit Franzi ins Argentinien ^^ und zwei mit meiner Mom). Referat ist vorbereitet, Aufsatz fast fertig geschrieben und Vokabeln gelernt. Gutes Resümee des Wochenendes.

Freitag, 8. Oktober 2010

Kämpfe um Land und Bälle

Heute war mal wieder lustig.

Nachdem ich es geschafft habe eine Stunde zu früh aufzustehen und auch im Glauben rechzeitig da zu sein früher in die Uni bin, hab ich mir an die Stirn gefasst wie doof ich doch bin.
Was mach ich mit der "gewonnenen" zeit? Nachdem ich erstmal allein auf dem Campus gefrühstückt hab und mich der einzige Japaner dort angesprochen hat, weil ich ihn kenne -immer wieder unglaublich- bin ich dann in die Frendsprachenbibliothek gegangen, um die 100 Seiten zu letzter Woche "International Relationship" nachzuholen. War ganz nett und ich hab die deutsche Abteilung gefunden. Da stehen Sachen wie "Lyrik aus dem 16ten Jahrhundert",und "Volkslieder" "Friedrich Dürrenmatt". Whoa. Meine Idee sich was für die abendliche Lesestunde auszuleihen schwand dann ein wenig. Aber mal schauen was sich da noch finden lässt.

Eine megaspannende Stunde Japanisch.

Und auf dem Weg zur Bahn haben Nicole, Katja und ich im Mister Donut die Wiedereröffnung genutzt und Donuts für 100 Yen gekauft. Es war gerammelt voll und vor dem LAden war ein Stand an dem man bei einem Kauf von 600 Yen eine Sache aussuchen dufte. Es war alles für Knder, aber wir haben dann die Bons zusammengelegt (wir hatten jeder maximal 500 Yen) und Katja hat sich eine kreischgelbe Regenjacke für Kinder ausgesucht. Wenn sie nicht atmet passt sie auch^^

Da diese Woche "International Relationship" ausfiel, sollten wir ins Yûshukan, dem Museum am Yasukunischrein, besuchen. Das haben wir heute erledigt. Wir waren schon dort, aber diesmal sind wir an einer anderen Haltestelle ausgestiegen und sind den Karten gefolgt. Das die alle immer wieder was anderes darstellen haben wir nicht eingeplant und nach einer dreiviertelstündigen Odysee haben wir es dann auch geschafft. Min Fuß fing an zu streiken. Nicht das er weh tut, aber dadurch, dass er in dem Verband noch immr eingesperrt ist und ich mein Gewicht verlagern muss, geht es auf ungewohnte Muskeln.
Das Museum selber ist eher kontrovers, genauso wie der Schrein. Da es aber um internationale Beziehungen geht, eignet sich dieses Museum hervorragend. Es geht um Japans Kriegsgeschichte. Der Samuraikodex, Verbindungen zum Ausland, Kolonievisionen und natürlich die Weltkriege.
Interessant ist es nun, dass ich nur japanische Opferzahlen gefunden hab. Zwar sind die Angriffe von japanischer Seite erwähnt worden, aber in stark verharmloster Form. Das stark diskutierte Thema "Massaker von Nanking", wo China von 300.000 Opfern spricht, ist in dem Museum zwar erwähnt, aber dermaßen verharmlost worden, dass wenn man davon nie etwas gehört hätte, nie als Massaker oder Wendepunkt im Krieg verstanden hätte. Ebenso der Angriff auf Pearl Habour, gut von amerikanischer Seite stark gepusht, aber hier nur als erfolgreicher Schachzug erwähnt. Es wurden Briefe der Soldaten an die Familie übersetzt: die an die Eltern sind voller Stolz auf das Soldatendasein, die an die Frau sind voller Liebe und Sorge um die Kinder.
Ganz ehrlich, dass kann mir keiner erzählen. Es ist bekannt, dass auch Kamikaze-Flieger Angst hatten, außerdem denke ich persönlich, dass die Ehemämnner sich kaum um ihre Frau gekümmert haben, da arrangierte Ehen Standart waren.
Obwohl dieses Museum recht einseitig war, war es jedoch gut.

Für den Abend war dann eien kleine Party in einem englischen Pub geplant. Rushelle, eine unserer Briten, hatte Geburtstag, udn sie hat alle eingeladen im Pub was zu trinken und danach in einen Club in Shibuya zu gehen. Katja, Nicole und ich sind in den Pub mit und haben eigentlich viel Spaß gehabt. Wir haben da einen echt leckeren Drink getrunken. Milch mit nem Likör (nicht Likör 43) und da Happy Hour war, absolut günstig. Und endlich mal konnten wir und mit den anderen Ausländern unterhalten. Chris, dem Hawaiianer, hab ich versucht dass Alter zu entkitzeln. Mit Ryan hab ich mich über Manga und Anime unterhalten (und Chris' Alter erfahren, aber ich darf nicht petzen) und mit Marus über Kriegserben und Entschuldigungen. Hört sich langweilig an, aber nebenbei lief dann noch Fußball: Japan gegen Argentinien. Da ich "Verbindungen" nach Argentinien hab, war ich zwiegespalten.
Man musste aber für Japan sein, bei jeder Annäherung an das argentinische Tor sind die Japaner übelst abgegangen. Und der Pub war ganz schön voll zum Spiel. Natürlich hat Japan ein Tor geschossen und alles hat gejubelt. Sogar eine Vuvuzela war zu hören. Wir Deutschen waren von dieser Begeisterung bei jedem Schuß recht gelangweilt, aber das Feeling war trotzdem herrlich. Da kann man häufger hingehen. Die letzten 10 Minuten haben wir nicht mehr gesehen, aber ich gehe stark davon aus, dass es bei 1:0 für Japan blieb.

Rushelle und die anderen wollten dann in einen Club. Angeblich ist der Eintritt vor 11 Uhr für Frauen frei, aber da ich mein Fuß so überanstrengt habe und auch nicht unbedingt auf Clubs stehe, bin ich mit Nicole nach Hause. Katja schafft das auch allein! Es war schön, die anderen kennenzulernen. Bisher waren die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Wohnheimen ja eher kühl.
Mal schauen, was dann morgen auf der nächsten Uniparty abgeht (von 15 bis 17 Uhr -soviel wird das wohl nicht sein^^)

Entschuldigt, dass ich nicht soviele Fotos beisteuer, aber es ist doof, jede Kleinigkeit festzuhalten.