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Mittwoch, 2. April 2025

Universal Studio Japan

Wie ich schon in meinem ersten Eintrag zu dieser Reise geschrieben habe, war der Plan, dass wir in die Universal Studios Japan fahren. Nach den wochenlangen Vorbereitungen und dem Warten auf die Tickets, sind die Erwartungen ziemlich hoch. Der Preis tut dazu sein Übriges. Wir haben tatsächlich umgerechnet zu zweit für den Eintritt mit Extraticket für das Nintendoland 470€ bezahlt. Wir haben uns gesagt, dass wir wahrscheinlich nie mehr hinfahren werden und als Achterbahnfans und Potter-Nerd muss man halt hin.

Gut vorbereitet ging es schon so früh los, dass wir um 8 Uhr angekommen sind. Und gut vorbereitet heißt: Marcel hat sein tattooverdeckendes Outfit mit Handschuhen, Schal und Pulli an. Das Make-Up ist im Rucksack. Obwohl unsere Bahn relativ leer war, standen schon Unmengen Menschen vor dem Eingang und die ersten Achterbahnen waren schon aktiv. Der Einlass ging aber relativ schnell mit Sicherheitskontrolle und da zeigt sich: Marcel kann aufatmen und muss sich nicht vermummen. Die Tattoos sind okay.

Unser Zeitplan war einfach. Wir haben einen Zeitraum von 11:50 an für das Nintendoland und in folgenden 1,5 Stunden können wir dort drei Bahnen fahren ohne in der normalen Schlange zu stehen. Um 18:10 Uhr geht es dann mit zwei weiteren Bahnen in der Wizarding World weiter, wo wir einen festen Zeitraum haben. In der restlichen Zeit können wir machen was wir wollen und haben sogar noch zwei weitere Bahnen unserer Wahl, wo wir die Warteschlange überspringen können. Daher sind wir am Anfang erstmal relativ planlos drauflos gelaufen und haben uns die amerikanisch angehauchten Welten am Anfang angeschaut. Die waren aber noch langweilig, da die Geschäfte uns Essenslokale die dort alle sind erst später aufmachen. Es war aber schon eindeutig zu sehen, dass USJ als Hauptziel hat, Unmengen an Merchandise an Leute loszuwerden. Es gab bestimmt 50 verschiedene Haarreifen zu den Themenwelten, lustige Hüte, Schlüsselanhänger etc. Man kann dort definitiv sehr viel Geld lassen. 

Die erste Welt in die wir gestolpert sind war die Minion-Welt. Die war relativ klein, aber sehr liebevoll gemacht. Man hat viele Shops und Themen aus der Welt erkannt. Und natürlich haben die Minions überall Blödsinn gemacht. Theoretisch hatten wir die Möglichkeit die dortige Attraktion zu besuchen, aber wir wollten lieber dafür den "Flying Dinosaur" nehmen. Das war eine der beiden Fahrattraktionen in der Nachbarwelt Jurassic Park. Die Achterbahn hat uns schon von weitem angelockt und wir wussten auf was wir uns einlassen. Man liegt bei dieser Achterbahn unter der Schiene und mit dem Gesicht zum Boden. Man ist sozusagen der Flugsaurier. Mit unserem Expresspass sind wir an der Schlange vorbeigehuscht und haben viel Zeit gespart, man kommt sich ein bisschen wie ein VIP vor. Klar, ein bisschen muss man warten, aber es sind vielleicht insgesamt mit Rucksack verstauen und Boarding 20 Minuten. Und dann hängt man da schon in der Luft und wird hochgezogen. Erst schräg, aber oben liegt man parallel zum Boden und stürzt dann kopfvoran hinab. Das ist total irre. In der Achterbahn gibt es mehrere Loopings und Schrauben. Dadurch, dass man unter der Bahn hängt sieht man nicht wirklich was kommt und das Gefühl beim Looping außen zu sein ist verrückt. Das hat absolut Spaß gemacht. 

Und weil uns Jurassic Park gefällt nutzen wir unseren Pass auch gleich für die zweite Aktion. "The Ride" ist eine Bootsfahrt durch den Jurassic Park. Man schippert am Anfang gemächlich durch den Park und erfreut sich an den Stegosauriern und Brachiosauriern.  Und dann kommt man in die gefährliche Zone der Raptoren. Dummerweise, wer hätte es geahnt, ist der Zaun kaputt und anscheinend sind Saurier ausgebrochen. Die Story des Films ist ja bekannt. Und die Wasserfahrt wird ein wenig wilder als wir durch Lagerräume schippern und dann auf einmal ein Riesen T-Rex von vorne auf uns zustürmt. Tja, erwischt hat er uns nicht weil wir dann bergab gesaust sind. Es hat uns komplett durchnässt. Marcels Shirt war komplett durch und ich hab auch einiges abbekommen. Zum Glück hatten wir noch Pullis mit, sodass wir wechseln konnten. Das Wetter war zum Glück angenehm. 


Die Wartezeit für das Nintendoland haben wir mit ein bisschen Essenssuche und Rumlaufen überbrückt. Wir sind auch schon nach Hogsmeade, in die Wizarding World, gelaufen und haben uns dort schon mal umgeschaut. Es spricht bestimmt mein Potter-Herz aus mir, aber wenn man um die Ecke kommt, Hogsmeade sieht und im Hintergrund ragt Hogwarts raus, dann fühlt sich das schon schön an. Aber noch sind wir nicht soweit, dass wir da die Fahrattraktionen nutzen dürfen. Shoppen ist aber allemal drin.

Das Nintendoland ist der Aushänger der USJ. Und das auch zurecht. Man bestritt die Zone und man fühlt sich so, als wäre man direkt in den Mario-Spielen. Das Land hat mehrere Ebenen wo die fleischfressenden Pflanzen aus Röhren kommen oder Geldblöcke sind. Man sieht die Pilze umherwandern oder die Stachelpflanzen. Natürlich ist ein Bowserschloss vorhanden und Yoshies fahren auch umher. Wir haben zeitbedingt unsere Fahrten abgearbeitet. Zuerst gab es "Koopas Challenge". Man kann eigentlich sagen, dass wir in echt Mario Kart gefahren sind. Dazu saßen wir in Viererautos und hatten eine Brille auf, die uns durch Augmented Reality die Gegner gezeigt hat. Also wie im Sci-Fi Film hat man das Spiel auf der Brille vor Augen gehabt. Man musste Lenken (klar, das Auto fuhr eigentlich allein) und auf die Gegner schießen. Dabei hat man Münzen gesammelt. Für das Nintentoland konnte man sich ein Armband kaufen um Münzen zu sammeln und am Ende gegen Bowser zu spielen, das haben wir aber nicht gemacht. Koopas Challenge war cool gemacht und hat Spaß gemacht, weil man aktiv dabei war.

Direkt danach sind wir zu "Yoshi's Adventure" gehuscht. Das war superentspannt. Man saß in einem Yoshi und ist durch das Nintendoland gefahren. Nichts Aufregendes, aber man hat die Liebe gesehen die in den Aufbau gesteckt wurde. Es war wirklich jedes Detail irgendwie mit Mario und Co verwandt. Nach dieser kurzen Fahrt ging es dann in das neue Donkey Kong Land. Auch hier ist alles wie im Spiel, man kann Minispiele spielen um bekannte Charaktere zu sehen. Überall sind die Ruinen und Bananen. Wer Donkey Kong gespielt hat, kennt natürlich auch die Level wo man in der Lore gefahren ist und Bananen sammeln musste, dabei musste man springen um über Löcher zu kommen. "Mine Cart Madness" ist genau das. Man sitzt in der Lore und fährt über holprige Schienen und diese gehen mal zur Seite weg, oder hören auf oder man wird durch Tonnen neu gepusht und nimmt Speed auf. In dem Moment wo die Scheinen aufhören wird einem schon mulmig und das "Springen", wenn die Schienen aufhören ist sehr ruckartig. Aber insgesamt wieder verdammt cool gemacht.

Nun hatten wir unsere drei Fahrten und konnten nun die Nintendowelten in Ruhe genießen. Parallel fing es leider an zu regnen, aber natürlich hatten wir Schirme mit, daher hat es kaum gestört. Die Hälfte der Welten sind Shops voller Mitbringsel. Und was man an Blödsinn kaufen kann, darauf kommt man noch nicht einmal. Für Japan ist es sehr typisch, dass man Süßigkeiten als Mitbringsel mitbringt, daher gab es von jeder Thematik zahlreiche Keks- und Schokoladenvarianten in hübschen Geschenkdosen.


Wir hatten unsere zwei Sonderexpresstickets schon für Jurassic Park eingesetzt, aber da wir viel Zeit hatten, sind wir in "Shaws" gegangen. Bei uns bekannt als der Weiße Hai. Allerdings haben wir uns gesagt, wir müssen ja nicht zwingend zusammen fahren, also haben wir die Singleline genutzt. Dadurch haben wir die Wartezeit von 80 Minuten auf 30 verkürzt. Die Fahrattraktion war eine Bootsfahrt und am Ende mussten wir dem Schiffsmann versprechen nicht zu erzählen was passiert ist. Wir sind während der Fahrt vom Weißen Hai angegriffen worden. Hierbei war die Bootsfahrt vom Schauspieltalent des Schiffmanns abhängig, da dieser Angst zeigte und den Hai beschoss. Es war total süß gemacht wie uns der Weiße Hei "angegriffen" hat.

Nun mussten wir eine ordentliche Spanne Zeit rumbekommen. Wir waren relativ überrascht, dass das USJ nicht so groß ist wie wir dachten. Man war schnell von einem Land zum anderen gewandert. Das haben wir auch gemacht um uns den Park-Stempel zu holen. Wir haben so ziemlich jeden Merchandise-Shop angesehen, gegessen und sogar eine kleine Show in Hogsmeade angesehen. 


Und dann durften wir in Hogwarts "Forbidden Journey" fahren. Und das war der Oberhammer. Unser Highlight, auch wenn Marcel danach einige Probleme mit dem Magen bekam. Es ist schwer zu beschreiben. Man sitzt in einer kleinen Kabine und schwebt durch die Geschichte. Hierbei werden mit Bewegungen an der Kabine Bewegungen erzeugt und durch, ich schätze runde Bildschirme und Projektionen um einen herum, wird einem vorgegaukelt, dass man Harry Potter auf dem Besen hinterher fliegt. Dabei flieht man vor dem Drachen oder den Dementoren. Der Bildschirm wechselt sich ab mit echten Figuren die sich bewegen und bei denen man denkt, dass sie einen fressen oder schlagen. Es war, als wäre man dabei. Es war der Hammer. Wer aber zu Motion Sickness neigt, für den ist das nichts. Wir waren auf jeden Fall begeistert.

Direkt danach ging es noch zum "Flight with the Hippogreif", eine normale Achterbahn, allerdings durften wir nicht mitfahren. Ich würde ja sagen wir waren zu dick für den Sicherheitsbügel, aber das stimmt nicht ganz. Unsere Beine waren zu lange und man konnte den Bügel nicht weit genug runterdrücken. Okay, wir sind lachend ausgestiegen, darauf haben wir doch nur gewartet. Wie Japan ist, hat man sich entschuldigt und man hat uns neue Expresskarten angeboten. Das fanden wir super. Man stelle sich vor, man wartet da seine 120 Minuten und dann darf man nicht mitfahren. Ich wäre so sackig. Da ist das ein tolles Angebot. Allerdings, was machen wir? Nochmal Harry Potter? Marcel hätte gekotzt, auch wenn es cool war. Den fliegenden Dinosaurier? Wir haben uns entschieden in die Minionwelt zu gehen und da die Attraktion zu machen.

Es gab noch eine Achterbahn die uns fehlt, aber aufgrund des flauen Magens haben wir sie nicht genommen. Lange Story short: "Minion Mayhem" war auch wie Harry Potter mit Video und sich bewegenden Kabinen. Wir hatten zwar vorher nachgefragt, aber man sagte uns es sei nur ein bisschen so. Es war aber ganz schön dolle so. Marcel hat das Ganze mit geschlossenen Augen durchgestanden und ich bin das "Miniontraining" durch und habe es ganz erlebt. Es war süß gemacht und ich hatte Spaß. Ich kann aber auch jeden verstehen, der damit Probleme hat.

Und nun war Schluss. Der Magen war durch und wir hatten alles erlebt was wir erleben wollten. Ich habe zwischendurch mal durchgerechnet was wir mit dem Expresspass an Wartezeit gespart haben: ich bin auf 640 Minuten gekommen. So ziemlich jede Bahn hatte zwischen 100 und 120 Minuten Wartezeit. Ohne Pass hätten wir nicht ansatzweise alles schaffen können. Abgesehen davon, dass wir nicht soviel Lust hatten zu warten. Aber wir können behaupten: jede Bahn war es wert (außer Yoshi, das war zum Entspannen). Ob sich die Geldinvestition gelohnt hat muss jeder für sich selbst entschieden. Wir hatten einen schönen Tag mit einmaligen Achterbahnerlebnissen.


Dienstag, 1. April 2025

Daruma, Daruma und Daruma

 Nach dem übermäßigem Touriplan gestern haben wir beschlossen heute ein wenig außerhalb von Osaka was zu unternehmen. Wir wollen zum Kazuo-ji fahren. Das ist eine Tempelanlage die dem Daruma gewidmet wurde. Ein Daruma ist eine kleine (manchmal auch große) rote Figur die ein Gesicht darstellt. Es hat am Anfang keine Augen. Man wünscht sich etwas und malt ein Auge aus. Wenn der Wunsch in Erfüllung gegangen ist, dann wird das zweite Auge ausgemalt. Kauft man sich den Daruma im Tempel so soll er dann am besten auch wieder zurückgebracht werden um Respekt zu zahlen und den Göttern Bericht zu erstatten.

Für alle Stempelfanatiker wie mich gibt es dort im Tempel eine Stempelrallye für ein mehrfarbiges Stempelbild. Der Gedanke war aber, dass wir dort etwas sehen, was nicht jeder sieht und wir vom Gewühle weg kommen. Nun ja, dieser Gedanke verflog, als wir merkten, dass bereits am Busbahnhof extra der Tempel für Touristen gekennzeichnet wurde und auch Mitarbeiter die ganzen Ausländer auf


den Bus hinwiesen. Der Bus war so gerammelt voll, dass auch einige den nächsten nehmen mussten. Die Fahrt selbst ging 20 Minuten in die Berge. Der Bus fuhr in sehr engen Serpentinen an ziemlich tiefen Schluchten entlang. Wer den Linksverkehr nicht gewohnt ist, kann sich da ordentlich Sorgen machen. Angekommen sehen wir auch, dass der Temple sich komplett auf den Touristenstrom angepasst hat. Es gibt sehr moderne Kassensysteme für den Eintritt und eine ordentliche Merchandisesammlung war zu finden. Die Anlage selber war aber recht ursprünglich gehalten. Man sieht nur an den sehr neuen Farben, dass die Anlage sehr gepflegt wird. 

Das Schlangestehen wird auch zu unserem Hobby, denn an jedem der sechs Stempelorte warten schon einige Leute um ihren Druck zu machen. Auf dem freien Gelände verläuft es sich aber schnell. Die Anlage ist sehr groß und dadurch das es im Gebirge liegt auch auf unterschiedlichen Höhen aufgeteilt. Wohin man sieht, sieht man kleine Darumas stehen. An der Mauer, in den Zäunen, im Baum, am Wasser, einfach überall. Wir dachten, dass es von den Mönchen und Angestellten postiert wurde, aber am Haupttempel stellt sich heraus, dann man Darumamikuji kaufen kann. Das sind diese kleinen Püppchen und wenn man sie kauft denkt man bei der Auswahl der Puppe an eine Frage. Im Boden der Puppe steckt dann das omikuji Zettel mit dem Horoskop. Die Puppe kann man dann irgendwo hinstellen oder mit nach Hause nehmen. Hier sind die Augen allerdings schon ausgemalt, es geht ja um das Horoskop. Spoileralarm: wir haben uns jeder einen richtigen Daruman und jeder ein Darumamikuji gekauft. Unsere Püppchen treten die Reise nach Deutschland an.

Wir haben einige Stunden auf der Anlage verbracht bevor wir dann wieder zurück gefahren sind. Wir wollten noch ein bisschen den Amazing Osaka Pass nutzen und vom Umeda Sky Buidling schauen. Leider haben wir übersehen, dass das nur bis 15 Uhr kostenlos ist. Aber die Kasse ist eine Etage unter dem Aussichtspunkt, daher haben wir nicht viel verloren. Danach sind wir eher ziellos durch den Stadtteil Umeda gesteuert. Vom Amazing Pass hatte uns nichts mehr angesprochen und das einzige Große was wir eventuell planen macht erst um 19 Uhr auf. Da wir aber morgen ins Universal Studio fahren stehen wir seeeehr früh auf und deshalb lassen wir den Plan auch fallen. Aber wir wissen ja, dass das ziellose Herumsteuern zu netten Sachen führen kann. Wir sind durch schöne und mit Kunst versehen Gartenanlagen gelaufen und haben vor dem Osaka Bahnhof eine Ausstellung großer Gundam Figuren gefunden. Gundam ist das japanische Transformer und sehr beliebt. Sieht sind vielleicht 2 Meter hoch gewesen diese Figuren, aber der "lebensgroße" Gundam mit 18 Meter steht noch auf unserer To-Do Liste in Tokyo.


Der heutige Tag hört sich sehr erlebnisarm an, aber eigentlich wollten wir da auch mit dem Tempelbesuch erreichen. Morgen wird es mit den Achterbahnen, Nintendoland und der Wizarding World aufregend genug.

Montag, 31. März 2025

One day in Osaka

 Der Touristentrip geht wieder voll weiter. Nachdem wir uns über das Wochenende mit wenigen Schritten und sehr bedächtigen aber historisch schweren Sehenswürdigkeiten beschäftigt haben, sind wir wieder in einer Großstadt voller verrückter Dinge.


Wir haben uns entschieden für zwei Tage den Amazing Osaka Pass zu kaufen. Der beinhaltet 40 Sehenswürdigkeiten die kostenlos sind, sämtliche Busse und Bahnen und ein paar Vergünstigungen. Als ich damals einen Tag hier war, hatte ich den auch. Lohnt sich komplett. Und weil man vieles umsonst nutzen kann, will man auch mehr sehen. Wir haben uns gedacht, dass wir klassisch mit der Burg von Osaka starten. Das dachten sich allerdings auch sehr viele andere Personen. Der Spaziergang durch den Burggarten war sehr schön und ruhig. Die Kirschblüte ist in Osaka noch nicht ganz da, aber fast. Aber kaum kommt man in den näheren Burgbereich, sind da unglaublich viele Menschen. Mit dem Amazing Pass hat man aber die Chance schneller rein zu kommen, weil man den Kaufprozess überspringt. Also sind wir fix rein, konnten aber den Menschen natürlich nicht entfliehen. So schön die Burg von außen ist, so langweilig ist sie von innen. Innen drinnen ist es ein Museum. Es werden allerdings größtenteils Schriftstücke ausgehängt und. Uns hätte es viel mehr interessiert, wie die Burg damals von innen aussah. Wenn man kein Japanisch kann, ist es ziemlich monoton sich alles anzuschauen. Trotzdem war der Blick von oben sehr schön.

Spot 1 war abgearbeitet. Weiter sollte es zum Tsutenkaku gehen. Einem sehr alten Fernsehturm der zur Sehenswürdigkeit umgearbeitet wurde. Er ist alt, aber passt in die Gegend Shinsekai. Mittlerweile haben sie auch noch eine Riesenrutsche und "Dive&Walk" hinzugefügt. Dazu später. Auf dem Weg dorthin sind wir erstmal fast in zwei Deutsche gerannt, die neben uns im Flugzeug saßen. Wir hatten sie auch schon auf dem SkyTree getroffen. Japan ist wirklich klein. Auf dem Rückflug werden wir sie allerdings nicht sehen, da sie Mitte der Woche zurückfliegen.

Auf dem Weg zum Tsutenkaku wollten wir den Touristenströmen noch entfliehen und sind am Shitenno-ji gelandet. Das ist ein buddhistischer Tempel mit einem großen Friedhof. Neben einer Pagode hat es noch zwei Schildkrötenteiche und weitere zahlreiche Bethäuser wo Trauernde für ihre Verstorben beten können. Leider war der Haupttempel in Restauration. Generell kann man sagen, das die shintoistischen Schreine für die Lebenden sind und die buddhistischen Tempel für die Toten. So auch der nächste Schrein, der uns auf dem Weg durch seine sehr moderne und beeindruckenden Oni am Eingangstor aufgefallen ist. Dieser Isshin-ji hat eine Buddha-Statue der zu den Knochenbuddhas gehört. Wikipedia erklärt, dass damals Ton und Knochen von Verstorbenen vermischt wurden und daraus die Statuen gefertigt wurden. Nun gut, dass hab ich jetzt erst bei der Recherche zu dem Tempel erfahren. 


Am Ende führte es zum Tsutenkaku. Wir haben erstmal wieder die Aussichtsplattform genossen. Allerdings hat es uns nach all den bisherigen Türmen nicht geflasht. Mich hat nur Chance der zahlreichen Stempel erfreut. Heute war generell ein hervorragender Stempeltag. Ich habe 12 sammeln können. Mit Glück waren es sonst vielleicht vier am Tag (das Tolle daran versteht man wahrscheinlich erst, wenn man in Japan ist). Mit dem Pass wollten wir aber noch die neuen Features am Turm ausprobieren. Die Powerslide ist eine Riesenrutsche. Allerdings war die Warteschlange da schon bei 50 Minuten und die Rutschpartie hat rund 10 Sekunden gedauert. Das haben wir lieber gelassen. Dafür haben wir "Dive&Walk" gemacht. Dazu bekommen man einen Kletteranzug und Helm, wird an ein Seil gehängt und dann darf man auf der unteren Plattform oben auf dem Dach einmal herum laufen. An drei Stellen gibt es kleine Hindernisse über die man klettern kann und Fotos von sich schießt, aber nichts Anstrengendes. Es geht eher um den Nervenkitzel, weil es nebenan rund 26m tief runter geht. Ganz ehrlich, hat uns nicht so gefetzt. 


Der nächste Teil jedoch war schon ne Herausforderung. Aus einer Höhe von 40 Meter springt man auf die 26 Meter runter. Natürlich hängt man an dem Seil, aber ein Großteil ist freier Fall, bis man vom Seil aufgefangen wird. Marcel hatte dazu zu großen Respekt. Ich habe mich getraut. Und zum Glück ist der Anweiser recht rigoros gewesen. Denn auf einer winzigen Metallbrücke durch die man durchschauen kann zu stehen ist ziemlich unangenehm. Wenn man dann noch nachdenkt, dann ist es vorbei. Also bis zum Rand laufen, auf den angezählten Countdown hören und einen Schritt nach vorne machen.... Oh man, das hat ordentlich Puls gegeben. Danach war es sehr schwer die Treppen hinunter zu steigen, weil die Knie so weich waren.

Um dem Touristentag ein würdiges Ende zu geben, sind wir nach Dotonbori. Das Highlight dort ist die belebte Stadt um den Fluss herum und der Glico-Mann ist so ziemlich das Wahrzeichen von Osaka. Glico ist eine der ältesten Schokoladenfirmen hier und der Glico-Mann ist wie der Tsutenkaku aus einer anderen alten Zeit und hat mit einigen Modernisierungen überlebt. Unser Plan war mit dem Amazing Pass eine Bootstour zu machen und die Lichter der Läden zu betrachten. Aber es hat uns dort eigentlich nicht gefallen. Natürlich viele Touristen, aber es war auch relativ ranzig da und tatsächlich gab es dort einige Jugendgruppen die uns stark an Halle Neustadt oder Silberhöhe erinnert haben, nur japanisch. Daher haben wir uns spontan entschieden das Ebisu Turm Riesenrad von Don Quijote zu nutzen. Das ist besonders, weil man gefühlt in so einer Hamsterkugel sitzt und sich seitlich außen am Rad bewegt. Es ist wirklich ein komisches Gefühl, da vor einem nur eine abgerundete Glasscheibe ist und man nach vorne weg schauen kann, nicht wie im normalen Riesenrad über die Band seitlich hinweg. Dummerweise fällt einem auf dem Weg nach oben immer ein, dass man Riesenräder doch eigentlich nicht mag. Tja, wieder ein bisschen den Puls gefordert. Aber natürlich haben wir die Umrundung ohne Probleme geschafft, sodass wir dann den heutigen Touristentrip beenden konnten.


Nach Tokyo, Yokohama und Shizuoka sind wir bisher nicht übermäßig von Osaka begeistert. Ich habe eine ganz andere Erinnerung daran. Es ist hier vergleichsweise schmutzig und es wirkt alles irgendwie alt und heruntergekommen. Die Menschen sind hier auch ganz anders drauf. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir erst von unserer liebevollen japanischen Familie gekommen sind.

Samstag, 19. Februar 2011

Osaka

Tag 2 bricht an. Nach einem weniger erholsamen Schlaf, aufgrund seiner Kürze, stehen wir um 7 auf, um um 8 zu frühstücken, um um 9 nach Osaka zu fahren und um 10 anzukommen.



Es ist nicht schwer nach Osaka zu kommen und auch nicht schwer an das Touristenticket für 2000 Yen zu kommen. Damit können wir umsonst Bahn fahren und haben viele Vergünstigungen und einige Attraktionen frei. Wir haben es voll ausgenutzt. Zuerst sind wir zum Osaka Schloss gefahren. Das ist eine der Hauptattraktionen in Osaka. Aber wenn man ein Schloss gesehen hat, dann kennt man alle anderen in Japan auch. Sie ähneln sich alle stark. Hält uns trotzdem nicht ab dorthin zu fahren. Das Museum in dem Schloss ist sehr schön und informativ. Auch die Schlossanlage ist nett, die Mirbringselläden haben es uns angetan. Und die dort verkaufte Takoyaki, Osakas Spezialität -Tintenfischbällchen- sind auch hervorragend.
An sich wollten wir mit der kleinen Bimmelbahn, die um das Schloss herum fährt fahren, da wir aber auf der anderen Seite des Burggeländes rausgekommen sind, nicht mehr dorthin laufen wollten, haben wir spontan zu der Freikarte des Waterbus' gegriffen. Damit sind wir auf dem Fluss herum gefahren, haben die von gestern noch schmerzenden Beine entspannt und uns was über die am Fluss liegenden Sehenswürdigkeiten erzählen lassen.
Weiter mit der Freikarte des Zoos, welcher in der Nähe des nächsten wichtigen Punktes unseres Planes stand, sind wir also noch Tiere gucken gegangen. Aber ganz ehrlich: So gerne ich Zoos mag, sie sollten doch wenigstens tierfreundlich sein, wenn sie sie schon einsperren. Ich hab endlich nen echte Kiwi gesehen. Da denkt man, dass dieses Vogelvieh so groß ist wie eine Kiwi, bietet sich ja an bei dem Namen, und dann kommt ein halben Meter großes Vieh aus dem Minibusch. Hab ich wieder was dazu gelernt. Und auch, dass Biberratten exotisch genug für einen Zoo sind. In Halle schwimmen sie in der Saale.^^
Da der Zoo, wie so jede Sehenswürdigkeit in Japan, früh zu macht, ging es dann in

das Viertel "Shinsekai", was soviel wie "Neue Welt" bedeutet. Neben dem Osaka Tower, der seit 99 Jahren steht gibt es hier eine sehr interessante bunte Straße. Es sind dort eigetnlich nur Mitbringselläden und Izakayas, aber die Straße leuchet nachts schön und ein großes Fugurestaurant (Kugelfisch) ist dort zu finden. Die Preise waren okay, und ich war echt versucht dort zu essen. Aber ich hatte Hunger und das hätte ich dann doch nicht bezahlen können.
Der Osaka Tower war ebenfalls kostenfrei für uns, also sind wir hinauf gefahren. Nicole mit ihrer Höhenangst hat gelitten, aber die Aussicht war schön. Und der Andenkenbereich auch. Man merkt, dass die meiste Zeit für das Andenkenkaufen draufgeht, wenn man mit 5 Mädels unterwegs ist. Der Turm beherbergt den gruseligen Billiken. Das ist ein Glücksgott. Keiner von uns mag ihn, weil er echt gruselig ist.
Der letzte Punkt auf der To-Do-Liste der kostenfreien und sehenswerten Attrraktionen war der "Floating Garden" in Umeda. Dieses Viertel ist eher modern und mit Hochhäusern übersät. Das Umade Sky Building wo der Floating Garden zu finden ist hat eine Höhe von 173 Meter und bietet einen 360 Rundumblick im Freien über die Stadt. Nach einer kleinen Odysee durch Baugebiete bei leichtem Regen haben wir das Gebäude gefunden. Allein seine aussergewöhnliche Architektur macht es interessant. Und dann der Weg aufwärts. Nicole und Sophia, bei der die Höhenangst langsam kam, haben leiden müssen. Erst in den dritten Stock mit dem Fahrstuhl, aber dann mit dem Fahrstuhl (Glaswände) in den 35. Stock, von da eine Rolltreppe im Gebäude ins nächste Stockwerk, aber die letzten 30 Meter sind wir noch mit einer weiteren Rolltreppe von einem Turm des Gebäudes in den anderen gefahren. Mit Glas an den Seiten. Ich fand es super. Nicoel ist gestorben. Und dann sind wir oben. Aber, was wir nicht wussten: kein Dach, wir sind AUF dem Dach. Schick, schick. Es war windig und hat leicht genieselt. Aber der Blick über die leuchtende Stadt in der Nacht ist unbeschreiblich. Fotos können es nicht einfangen.



Ich persönlich fand es nervig, dass diese Aussicht als romantisch benannt worden istund verdammt viele Pärchen da waren. Die haben alles, aber auch alles auf Pärchen ausgelegt. Muss man es so mit der Romatik übertreiben? Ist ja echt schön den Ausblick zu zweit zu geniessen, streite ich auch nicht ab, dass das erstrebendswert ist, aber Herzenstühle? Herzleuchtbogen für Fotos? Nein, danke. Trotzdem war dieses Gebäude mein absolutes Highlight. Allein dafür würd ich nochmal in Japans Süden fahren. Der Abstieg war nochmal ne Mutprobe für Nicole und Sophia, aber ich bin stolz auf beide.
Da wir uns viel Zeit gelassen haben an dem Tag, waren wir auch erst gegen halb elf zu Hause. Duschen und wieder ab ins Bett. Der letzte Tag in Kyoto ruft.