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Samstag, 5. April 2025

Godzilla im Kimono

Super ausgeschlafen sind wir bequem in den Tag gestartet. Wir haben zum Abend hin einen Termin und wussten, dass es da enger wird im Zeitplan, aber morgens/mittags war alles entspannt. Da wir einen Mitbringwunsch für uns haben sind wir nach Ueno gefahren. Da waren wir ja schon im Park und Naturkundemuseum, aber diesmal sind wir da durchspaziert um zu einem Hanko-Laden zu kommen. Hanko sind Namensstempel die in Japan als Unterschriftersatz genutzt werden. Also der Stempel ist wichtiger als die Unterschrift. Dieser Hanko-Laden hat die Besonderheit, dass er Tiere, Essen oder was auch immer mit in den Namen baut. Man hat eine Auswahl von 200 Bilder, dann das Alphabet, die Schriftart, die Farbe, die Größe....Auf jeden Fall ein cooles Teil.


Wir sind eine Haltestelle früher ausgestiegen (mein Fehler) und sind dorthin spaziert. Dabei sind wir durch kleine Gassen und Hinterhöfe gegangen. Wenn man den Hauptweg verlässt, dann ist es gleich viel ruhiger und ländlicher. Es führte uns sogar durch eine wundervolle Kirschblütenallee. Hier waren zwar viele Menschen, aber kaum Ausländer. Dazu schien die Sonne und wie waren einfach glücklich hier zu sein. Als wir den Laden gefunden haben, war dieser auch in einer kleinen muckeligen Einkaufsstraße. Wir haben schnell unsere Wunschstempel bestellt und sind dann natürlich da noch rumgeschlichen bis wir die Stempel abholen konnten. Es gab unendlich viele Katzenläden. Also thematisch. Irgendwann fiel mir der Name der Straße ins Auge: Yanagata Ginza. Diese Straße kannte ich aus Social Media und hatte sie mir als Inspiration eigentlich auch bei GoogleMaps gespeichert. So einfach kann es manchmal sein. Zwischen all den Katzenläden gab es auch einige Gebrauchtwarenladen, in diesem Fall eher eine Mischung aus Trödelladen und Souvenir. Und bei einem Laden schau ich nicht richtig: da lagen Obis, Gürtel für Kimonos, für 550 Yen aus. Und einige waren extrem hochwertig. Ein guter Kimono kostet gerne 1000€ und ein Obi kann auch mehrere Hundert Euro kosten. 550 Yen sind umgerechnet knappe 3,50€. Da musste ich zuschlagen. Ich habe zwei Obi für 1550 Yen (ca. 10,50€) mitgenommen. Ich hab zwar noch keinen richtigen Kimono, aber das würde sich heute ändern, das war schon geplant. Oder ich benutze sie für das Tanzen, mal schauen. 


Nachdem wir unsere schicken Stempel abgeholt haben, sind wir Richtung unseren Termins gefahren. Auch hier hatten wir eine kleine Strecke zu Fuß zurückzulegen, da der Treffpunkt gefühlt im Nirgendwo war. Zwischen kleinen Straßen, Schulen und Tempels hat es uns dann doch zum Ziel geführt. Wir haben einen Kimono-Workshop gebucht. Für wenig Geld dürfen wir uns einen Kimono unserer Wahl aussuchen und dann wird er für uns angepasst. Marcel bügelt sich auf seinen Kimono seinen Namen in Kanji auf und meinen arbeite ich in einen Zweiteiler um, sodass er für uns Europäer leichter zu tragen ist. Dann wird er uns angezogen, mit allem Pipapo und Fotos geschossen. Wenn man will, dann kann man natürlich den ausgewählten Obi dazukaufen. Aber auch das ist für sehr wenig Geld möglich. 

Es waren mit uns zusammen eine polnische Familie dabei und wir haben uns gut unterhalten können während wir unsere Kleidung bearbeitet haben. Marcel hat sich das komplette Paket rausgesucht: Hemd, langer Kimono und Jacke. Man hatte uns vorher schon nach seinem Namen gefragt, sodass sie Kanji rausgesucht haben, die den Lauten seines Namens entsprechen. Dazu hat er sich noch die Farbe der Schrift ausgesucht und durfte es sich direkt auf die Jacke aufbügeln. Bei mir wurde Maß genommen und dann musste ich den Kimono zerschneiden. Nur in zwei Teile, aber es tat trotzdem weh den schönen Stoff zu zerstören. Es bleibt aber alles bei mir, da Schnüre zum einfachen Anziehen angebracht wurden.

Zum Ende wurden wir dann auch in allem eingepackt. Marcel hat seine drei Schichten anbekommen und durfte sich noch den passenden Obi plus Schmuckschnur aussuchen. Ich habe den Kimono anbekommen und durfte mir auch einen Obi mit Obituch und Schmuckkordel aussuchen. Es fühlte sich an wie ein Geschenk verpackt zu werden. Wir sind beide superglücklich mit unserer Wahl. Wir sind auch sehr glücklich mit dem Kurs, da die Mädels sehr lieb und nett waren. Klar, der eine oder andere fragt sich warum wir einen Kimono wollen, wir ziehen es doch wahrscheinlich nie wieder an. Tja, möglich. Aber es ist ein Stück Kultur das wir für uns mitnehmen. 

Marcel war so glück mit seinem Outfit, dass er es gleich anbehalten hat. Wir hatten noch vor nach Diver City nach Odaiba zu fahren um dort den größten Godzilla Store zu besuchen. Und die lebensgroße Gundamfigur muss natürlich auch noch besichtigt werden. Also sind wir das Stückchen Fußmarsch wieder zurück zur Station und Richtung Tokyo Bay gefahren. Marcel merkt, dass das Tragen eines Kimonos seine Herausforderungen hat und man sich anders bewegen muss. Jetzt kann er nachvollziehen, warum ich so selten Kleider anhabe. Aber die Reaktionen der anderen waren schon wohlwollend ihm gegenüber. 



Der Godzilla Laden war schnell gefunden und irgendwie nicht so groß wie erwartet. Natürlich hat uns ein riesiger Godzilla empfangen und der größten GatchaGatcha Automat war auch da, aber sonst...normal groß alles. Im Gegensatz zum Gundam. Der ist lebensgroß gewesen. Und im Falle eines Weltraumroboters bedeutet das 15 Meter. Das ist das Tolle an Japan, die machen das einfach. Die stellen eine riesige Figur irgendwo hin und alle freuen sich. Wir kamen auch gerade zu einer Lichtershow an, wo die Figur besonders beleuchtet wurde und sich auch bewegt hat. Grandios! Auch wenn ich keinen Plan von der Gundam Animeserie habe, so hat mich der Gundam Hype von Yoann damals gepackt und ich freue mich über diese großen Aktionen. So ein riesiger Bernd das Brot, das hätte für Deutschland doch auch was. 

Sonntag, 23. März 2025

Von Tokyo-Eki nach Ueno und zurück

 Nach dem späten Abend hatten wir für Sonntag sowieso ein sehr entspanntes Programm vorgesehen. Erstmal ordentlich Ausschlafen und dann einen entspannten Tag in Ueno und seinen Museen.

Marcel hat leider am Vortag eine Problem mit der Klimaanlage bekommen. Wenn wir im Hotelzimmer oder woanders drin sind, dann muss er fürchterlich husten. Nachts ist das natürlich ganz schlimm. Wir Deutschen sind die Klimaanlagen und die dadurch sehr trockene Luft nicht gewohnt. Und als wir heute morgens geduscht haben, wurde es auch extrem warm im Zimmer. Ein Grund mehr viel Zeit unterwegs zu sein.

Ueno ist mit der Bahn nur einen Katzsprung entfernt. Und Katzensprünge kann man gut laufen. Laut GoogleMaps nur 55 Minuten. Ein Klacks bei dem Wetter. Es waren wieder 25 Grad angesagt. Die Strecke war auch einfach nur geradeaus. Und tatsächlich hat es ungefähr 4 Stunden gedauert da zu sein. Der Masterplan für den ganzen Urlaub sieht so aus, dass wir große Sachen schon gebucht haben und sonst die Tage nach Regionen und ggfs kleinen Sachen aufgeteilt haben, damit bleibt uns maximale Flexibilität. So auch heute. Der Weg führt von Tokyo-Eki nach Nihonbashi. Auch noch ein sehr edles und aufgeräumtes Viertel voller Edelboutiquen und Marken. Aber hier finden sich auch kleine Juwele wie ein künstlerischer Upcyle-Laden. Die Roboter im Schaufenster haben uns aufmerksam gemacht und drinnen haben wir tolle Sachen aus alten Maschinen, Materialien oder Stoffen gefunden. Wir sind mit einer Designerin ins Gespräch gekommen die alte Kimonos in neue Klamotten verarbeitet. Superschön, aber für das Portemmonaie ein wenig zu teuer. Zumal die Gefahr sehr groß ist, dass man es nicht wirklich anzieht.

Nach Nihonbashi sehe ich vertraute Hochhäuser und erkenne: der Weg führt uns direkt durch Akihabara. Das bekannte Elektroviertel ist immer noch DAS Viertel für Animefans oder Spielefreunde. Man findet unglaubliche viele Fanshops, GatchaGatcha und Greifautomaten oder Shops die sich auf Sammelkarten spezialisiert haben. Und Maid-Cafes.

Als erstes fiel mir jedoch ein Taiyaki-Stand auf und erkannte, dass es der Stand ist, wo es Karpador-
Taiyaki gibt. Für alle Nicht-Japan-Nerds: Karpador ist ein Pokemon in Fischform, an sich das schwächste und sinnloseste Pokemon, aber es hat Kultstatus. Taiyaki sind Waffeln in Fischform die traditionell mit der Rotenbohnenpaste (Anko) gefüllt ist. Also ist es das, was wir essen müssen. Es war auch superlecker. Marcel liebte die Cremefüllung und ich hatte Rote Bohnen mit Kastanie.

In Akihabara waren wie immer viele Maids, Mädchen in niedlichen Kostümen, die Menschen ansprechen um mit ihnen ins Maid-Cafe zu gehen. Nun ja, long story short: wir wollen ja alles machen. Also sind wir mit einem süßen kleinen Mädchen in ein Cafe. Natürlich lag die Hauptkonversation bei mir, aber Arare, so hieß die Kleine, hat es gut gemacht. Natürlich ist das ein sinnloses und teures Vergnügen, aber die Mädchen bedienen ein echtes Bedürfnis. Hört sich verbotener an, als es ist. In Maid Cafes gehen Männer um mit Mädchen zu sprechen und ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Ja, oder auch eklige Typen die nen Fetisch haben. Aber es geht im Endeffekt darum, dass du dem Mädchen entweder einen ausgibst oder etwas zu essen bestellst, wo sie dann mit Schokosauce oder Ketchup Dinge drauf schreibt. In dieser Zeit ist sie für dich da und unterhält dich, zollt dir Aufmerksamkeit und tut so, als wärst du die interessanteste Person überhaupt. Obwohl wir sehr zurückhaltend mit dem Konsum waren, hat Arare ihren Job echt gut gemacht. Obwohl sie kein Englisch kann, hat sie das Gespräch super geleitet und uns wirklich aufmerksam zugehört, auch Marcel. Das muss man ihr lassen. Und natürlich wird die verbrachte Zeit mit Geld aufgewogen. Das Cafe selbst war...nun ja....in meinen Augen nichts wo ich meine Zeit verbringen möchte. Aber da gibt es unterschiedlichste Formen und Themen, je nach Geschmack. Es war eine Erfahrung wert und wir haben was zu erzählen. Natürlich gibt es in Japan auch das Gegenstück für Frauen: Host-Clubs.

Weiter führt uns der Weg dann nach Ueno, aber auf dem Weg haben wir noch eine kleine Rösterei entdeckt. Vorranging beruflich bedingt haben wir dort gehalten und noch einen Kaffee genossen. Der war auch wirklich gut, sodass wir gestärkt in Ueno angekommen sind. Statt aber direkt in den Park mit den Museen zu gehen, fiel der Blick in die Nebengasse und wir sind in der Ameyoko Dori, einer weiteren sehr bekannten Einkaufsstraße eingetaucht. Dort war es, wie überall, voll, aber nicht ganz so sehr voller Touristen. Hier war das Hauptaugenmerk auch nicht auf Mitbringsel, sondern auf Lebensmittel. Es gab einige Fischhändler oder Gemüsestände und man kannte superfrisches Sushi genießen. Was wir natürlich taten. Marcel ging es vorrangig um Austern und die waren unvergleichlich zu denen die wir damals in Wien gegessen haben.

Danach hatten wir auch kein Bock mehr auf das Rumgewusel und sind in den Ueno Park. Und Überraschung: hier fand ein Kirschblütenfest statt. Tatsächlich knospen erst zwei Bäume, aber auch hier wird es erst nächste Woche romantisch rosa sein. Überall waren Fressbuden aufgebaut und zahlreiche Menschen saßen bereits wie bei der Kirschblütenschau auf dem Rasen und picknickten. Wir waren begeistert, dass es mehrere Extrazelte gab, wo man seinen Müll abgeben konnte, getrennt natürlich. Deutschland schafft es gerade mal ne Extratonne hinzuklatschen.


Am Ende des Parkes angekommen sind wir in das Naturwissenschaftliche Museum gegangen. Wir wollten Dinos sehen. Tokyo hat eines der drei einzigen vollständigen T-Tex Skeletten. Es ist beeindruckend davor zu stehen und zu sehen, wie groß die Tiere damals waren. Der große Langhals-Dino (ich bin nicht sicher welcher genau) ist gerade in Osaka zur Expo unterwegs. Dennoch sind sie alle riesig. 


Man hat uns mit der Schließung mit rausgescheucht und wir sind auch direkt zurück nach Hause gelaufen. Spannenderweise war der Weg nun viel kürzer. Irgendwie kamen wir schneller voran. Dennoch hatten wir die Augen offen um noch richtig zu Abend zu essen und mir fiel ein Tempura-Restaurant ins Auge. Klein und schnuckelig. Man sitzt direkt vor dem Koch und sieht genau, wie frisch die Zutaten sind und wie er es zubereitet. Die Preise waren allerdings für Tempura recht hoch. Aber man merkte, dass wir uns was Gutes ausgesucht haben. Geschmacklich war es auch herrlich. Die Meeresfrüchte waren sehr zart und das Gemüse saftig. Es gab Gemüse, das wir noch nie gesehen haben (Pestwurz). Durch ein Gespräch mit dem Sitznachbar kam auch raus, dass es eins der besten Tempura Restaurants der Stadt ist. Satt, aber nicht vollgefressen wie die letzten Tag ist es zurück ins Hotel gegangen.

Wir haben mit dem Hotel bezüglich der Klimaanlage und dem Husten gesprochen. Nun experimentieren wir mit der Klimaanlage herum, wie es am besten ist und haben einen Luftbefeuchter bekommen. Mal schauen ob es klappt.

Samstag, 14. Mai 2011

Wunderwelten des Wissens

Ein weiteres Zimmer wurde heute von mir geräumt. Ich sollte es echt zum Beruf machen.
Nach einem sehr frühen Aufstehen nach einem recht feucht-fröhlichen Abend trieb es mich nach Mukogaokaayuen. Dort wurde ich auch schon freundlich von dem Herrn Yamada empfangen der mich zum Wohnheim begleitet hat. Dort hab ich auch ohne große Probleme alles zusammenpacken können was erwünscht worden ist. Während ich ein Drei-Mann-Jungen-Zimmer durchwühlt habe, hat Yamada-san herumtelefoniert um zu schauen wie wir die Pakete zur Post und dann nach Deutschland bekommen. Im Endeffekt hat er mich zur Post gefahren und von da aus wieder zur Bahn. Im Gegensatz zum letzten Mal hab ich diesmal nur die Hälfte der Zeit für das eine Zimmer gebraucht und war nur halb so kaputt. Man sieht ich verbesser mich^^ Wenn mich die Musashi lassen würde, wäre auch Tabeas Zimmer schon längst geräumt, aber ich soll mir nicht den Streß machen oder so. Im Grunde genommen hätte ich ihr Zimmer schon fünfmal verschickt, bevor die sich überhaupt regen.
Und weil ich so fix war und eigentlich auch schon letzte Woche ins Museum gehen wollte, hab ich das einfach heute gemacht. Ab nach Ueno wo ich ins "Museum of Western Arts" gegangen bin.

(man sieht hier links "Two sleepinh children" von Peter Paul Rubens und "Petrified Forest" von Max Ernst) Naja, das ich Kunstleistungskurs im Gymnasium belegt habe hat sich noch in einige Augenblicken bemerktbar gemacht. So bin ich mit der Sortierung der Gemälde überhaupt nicht klargekommen. Man hat einfach alles aus dem 14ten bis 16ten Jahrhundert in einen Raum gehängt. Okay. Ist ne Sortierung, aber es gingen die unterschiedlichsten Themen zusammen: Heiligenbilder neben griechischer Mythologie, manchmal ein Stillleben. Das hat mir irgendwie nicht gepasst. auch eine Unterscheidung zwischen den Nationalitäten wäre sinnvoller gewesen als eine historisch Einteilung. Aber gut, mal was neues.
Ist schön sagen zu können ich hab nen echten Monet, Picasso oder Rubens gesehen. Es sind zwar keine großen Klassiker gewesen, aber man erkennt die Herren auch auf anderen Werken. In der modernen Abteilung war auch ein Werk des deutschen Max Ernst zu finden, wer hätte das gedacht? Ich dachte wir seinen nur mit zwei Werken der Bruegel Brüder vertreten.
Wenn mich die Gemälde nicht sonderlich umgehauen haben, dafür haben es die
Skulpturen getan. Bis auf drei Stück sind alle von Rodin gewesen. Ich denke "der Denker" ist jedem irgendwie bekannt. In meinem Leistungskurs haben wir viele Werke abskizzieren dürfen und auch seine Zeichnungen studiert. Auch wenn seine Skulpturen nicht anatomisch korrekt sind, so strahlen sie in meinen Augen eine Lebendigkeit und meist leider auch Schmerz aus. Die Skulpturen zu sehen war es wert ins Museum zu gehen (und das heute freier Eintritt war, macht es noch lohnenswerter). (links "Der Denker" und rechts "Der Kuss" von Augsute Rodin)
Nach einer Stunde Kunst hab ich noch so viel Zeit und Elan gehabt ins nächste Museum direkt nebenan zu gehen. "Museum of Science and Nature". Schon eine Nachbildung eines Blauwals draußen vor dem Haus lässt einiges erhoffen und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu dem Kunstmuseum waren 600 Yen relativ teuer, aber es hat sich gelohnt. Gleich wenn man reinkommt hat man die Wahl ins "Welt-Haus", "Japan-Haus" oder ins 360°-Kino zu gehen. Ich war erst im Kino, aber das erzähl ich zuletzt^^.
Im "Welt-Haus" gab es alles was man sich erträumen kann. Ich persönlich finde die Museen in Japan sehr liebevoll. Man kommt hier in einen Raum und er ist dem Thema entsprechen gestaltet. Zuerst war ich im Bereich Ozean und alles war in blau gehalten (nicht schwer) aber es hingen Skelette von Walen von der Decke und Plastikfische. Wände sind nach Pflanzen, Tiere und anderen interessanten Themen
geordnet. Es gibt unwahrscheinlich viel Anschauungsmaterial in Form von ausgestopften Tieren, getrockneten Pflanzen, Skeletten oder für Kinder Videos und Ausprobierstationen. Obwohl Englisch nicht überall zu finden war, hab ich die Erklärungen verstanden, nicht weil ich so versessen darauf war mein Japanisch zu verbessern, sondern weil alles simpel dargestellt wurde.
Was man nicht verpassen sollte ist der Bereich der Dinosaurier. Es gibt in Tokio eins von, ich meine, drei Tyrannosaurus-Skeletten. Der erste Gedanke von mir war "der ist kleiner als ich dachte" und dann "Warte, wenn der in Fleisch und Blut auf mich zukommt, dann ist der nicht mehr so klein". Man konnte sehen dass die 30 Dino-Skelette echte Skelette waren. Also nicht T-Rex sondern auch Triceratops und ein Brachiosaurus waren da. Ich hab nen Säbelzahntiger und andere lustige Viecher gefunden, die ich aus Ice Age kannte, ich dachte die Tiere mit den komischen Hörnern an komischen Stellen sind ausgedacht. Nein, es gab sie anscheinend wirklich.
Es gab soviel zu sehen, neben den Dinos ab es auch einen großen Bereich zu Versteinerungen und der Evolution des Menschen. Auch was die Wissenschaft angeht fand man eine Etage voller Maschinerie zum Untersuchen und vielen Möglichkeiten es auszuprobieren.


Im "Japan-Haus" hat man dann eher auf Japan bezogenen Wissenschaft und Natur gefunden. Zum Beispiel alle Steinsorten, verschiedene Erdsorten. Spezielle japanische Tiere und Pflanzen und auch zum Thema Evolution gab es ne Abteilung. Mich hat eine in einem Topf bestattene Frau fasziniert. Es war in grauer Vorzeit Gang und Gebe Menschen sitzend in Tonkrügen zu begraben. Eine diese Toten war ich im aufgesägtem Krug zu sehen. Es hat mich ein wenig an die Moorleichen in Schloss Gottorf in Schleswig-Holsein erinnert.


So und nun zu meinen Erlebnis schlechthin in dem Museum: das 360°-Kino. Erst werde ich fast von der Dame am Eingang angesprungen, dass ich nen Flyer in Englisch haben kann, aber die Vorstellung auf Japanisch ist. Okay. Und dann stand ich ein paar Minuten hinter einem Paar...ohne Worte. Am faszinierendsten waren ihre Nägel. Kreischpink und Klunker darauf, woah, wäre der echt, dann wäre sie Milliardärin. Da die Krallen garantiert die Hälfte eines normalen Fingers ausmachten, konnte sie nichts anfassen. War lustig, weil sie immer an ihrem Kerl gefummelt hat, aber es nicht gebacken bekommen hat. Naja.
Im Kino selber war man auf einem Steg in der Mitte einer Kugel und komplett um einen herum wurde ein Film gezeigt. Erst etwas über Dinosairier und man kam sich vor, als wäre man auf eier Hebebühne mitten in der Natur und verfolgt es live mit. Man ist über die Dinos geflogen, durch Tannen und über einem waren Flugdinos. Danach ging es um den Urknall und die Entstehung von Sternen, dann sind wir um Planeten und Galaxien geflogen, durch Nebel und haben die Sonne besucht.
Wenn man denkt bei 3D ist man in dem Film, dann täuscht man sich. Es macht das Ganze erst lebendig, wenn es um einen herum ist. Man bekommt in dem Augewinkeln mit wie ein Vogel fliegt und wenn man sich bei den Bildern vom Mond, oder war es der Mars, umdreht und nicht die Roboter betrachtet, dann sieht man die Sonne hinter dem Berg untergehen.
Es war ein unglaubliches Gefühl den Film zu sehen (abgesehen davon das ich auf Japanisch erklärt bekommen habe wie Universen entstehen, und ich hab es auch verstanden). Darin könnte ich die Zukunft des Kinos sehen.

Insgesamt war es ein anstregender Tag. Erst körperliche Arbeit und dann viel geistige Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Ich empfehle jedem ins Natur-Museum in Ueno zu gehen. Nehmt Zeit und Laune mit, man kann soviel entdecken.

Sonntag, 3. Oktober 2010

Haniwa und Dogu

Nach einem verdammt ruhigen Samstag sind wir dann heute zum Tôkyôkokuritsuhakubutsukan gefahren. Ich liebe dieses Wort. Auf Deutsch ist es das National Museum in Tokyo, Ueno.

Pflichtmässig sollen wir für unsere Vorlesungen eh viele Meseen besuchen, zudem war heute der kostenlose Tag für Ausandsstudenten. Also mussten wir das nutzen. Ich war zwar schon drin, hab aber nur das Hauptgebäude begutachtet, sodass ich jetzt auch die archäologische Ausstellung sehen konnte. Vielleicht findet sich hier ja etwas für mien Forschungsthema Schamanismus?

Mit Karsten, den wir nach 15 Minuten Verspätung getroffen haben, weil wir zu doof waren, den richtigen Ausgang bein Bahnhof zu finden, ging es los. In dem "Löwengebäude" das uns wie schon im Frühjahr an das Löwengebäude in Halle erinnert, haben wir uralte Sachen aus verschiedenen Ländern, wie Indien, Ägypten und Korea gesehen. Lustigerweis eist in dem Museum insgesamt das Fotografieren erlaubt gewesen, jedoch nur bei Einzelstücken nicht. Komisch, aber gut für den Blog^^.

Im Hauptgebäude haben wir dan "den Weg des Buddhismus" entdeckt und seinen Spuren gefolgt. Da diese Religion eine sehr lange Geschichte in Japan hat, prägt sie natürlich auch die Kunst und Traditionen. Wandgemälde, Paravents und Schriftrollen spiegeln buddhistische Geschichten wieder. Ob das auch auf Kimono zutrifft weiß ich nicht genau, aber die sind definitv auch sehr spannend.



Mein persönliches Highlight an dem Museum war die archäologische Sammlung, wo man Dogu und Haniwa findet. Aha, denkt ihr jetzt , du mich auch. Dogu sind Tonstatuen, die in den ältesten Zeitaltern japans, Jomon-, Yayoi- und Kofunzeit (insgesamt 10.000 v. Chr. - 600 n.Chr.) als Grabbeigaben in Gräber gelegt wurden, Sie sollen Wächter sein. Besonders berühmt ist diese Figur mit der "Taucherbrille". Mit den Haniwa ist es ähnlich. Allerdings ist man ihrer Bedeutung nicht direkt klar, weil sie meist kaputt gefundee worden sind. Man geht also davon aus, dass sie, in Form von Pferden und Menschen, als Symbole der Kraft und Fruchtbarkeit erschaffen wurden sind, und als Symbol der Wiederauferstehen zerschlagen und ums Grab vertreut wurden. Oder vertu ich mich gerade mit beiden Figuren? Egal. Die Grundidee ist klar, denke ich.


Insgesamt hab ich allerdings nichts zu Schamanismus gefunden. War ja irgendwie klar. Dazu war das Ganze zu sehr auf Kunst ausgerichtet.

Nach dem Museum gab es dann endlich mein ersten Crepe. Mjam. Aber darüber hab ich vor langer Zeit ja schon zu genüge berichtet. Und der anschließende kleine Marsch durch Ueno hat uns kleine Motorradläden (mit einer heißen 1250 Bandit in schwarz) gezeigt und meinen Knöchel langsam erschöpft. Diese ewige langsame Gehen ist echt nervig und anstrengender als so mancher Sprint, finde ich.

Sonntag, 28. Februar 2010

Yukata und Yokatta

Also bevor meine deutschen Leser jetzt voller Panik wegklicken, ich habe versprochen was auf japanisch zu schreiben. Und die deutschen Leser die der Sprache mächtig sind, überseht einfach gekonnt die Fehler, mich müdet es sehr^^.

今日はとてもよかったです。友達のところに寝って渋谷メールの友達に合いました。そのメールの友達一年間くらい書きました。でも麻里子ちゃんがドイツ語が話せませんから、メールが日本語と英語で書きました。静岡に住んでいますから今日東京まで来ました。ありがとうございます。そして麻里子の友達やすこも来ました。よかった。
一緒に楽しかった日がありました。原宿に歩いて美味しいお寿司食べてプリクラをして面白かった会話をします。一日中日本語を話しましたから、今とても眠いです。ごめんなさい。でもたくさん習いました。
麻里子とやすこ、たくさんありがとうございます!!!

So, Kurzform des heutigen Tages ist beschrieben. Jetzt folgt auf deutsch der Blog für gestern und heute.
Wie ich ja voller Ärger beschreiben habe, bin ich ja voll gegen eine Glastür gerannt und ich habe dann abends festgestellt, das sich eine ziemlich geschwollenen Nase habe. Allerdings nur dort, wo ungefähr der Brillenbügel sitzt, das heißt, ich laufe seit zwei Tagen mit ner Hakennase rum^^. Noch ist es nicht sonderlich abgeschwollen. Da es nicht weh tut, es sei denn ich drück doll drauf rum, sollte es nicht Bleibendes sein.
Aber das nur nebenbei. Gestern ging es nach Ueno. Da wir wieder Begleitung hatten, sind wir zusammen erstmal essen gegangen. Nichts aufregendes, da wir abends noch für eine Homestay, also eine Übernachtung eingeladen worden sind. Danach ging es dann zum Nationalmuseum von Tokyo. Ich dachte, es sei wichtig für mein Forschungsprojekt, deswegen wollte ich da hin, und nebenbei hatte ich auch eigenes Interesse an den Austellungsstücken. Es drehte sich natürlich hauptsächlich um Kunst und Alltagsgegenständen aus der japanischen Geschichte. Es ist unglaublich was die damals für künstlerische Fähigkeiten hatten und Wert auf das Aussehen gelegt haben. Die dort ausgestellten Kimonos und Möbelstücke sind selbst heute noch unbezahlbar. Für meine Forschung konnte ich nicht so viel rausziehen, aber ich selber habe was über Tanz und Theater gelernt und auch so einen sehr schönen Einblick in die Kultur gehabt.
Das Nebengebäude des Hauptmuseums hat uns alle an das Hallenser Löwengebäude auf dem Uniplaz erinnert. Die Welt ist so klein. Das habe ich auch gemerkt, als ich zwei Franzosen, die wir mal in der Bahn gesehen haben, dort wiederfand. Dort wo wir sie gesehen haben, also in Ueno, dort vor demMuseum, war eine riesige Schlange von hauptsächlichen älteren Menschen. Uns vfiel anhand der blauen Planen auf, dass das alles Obdachlose waren, die Essen bekommen haben. Der Uenopark ist dafür bekannt, dass dort die meisten Obdachlosen hausen, und man erkennt sie daran, dass sie alle blaue Planen als Zelte haben. Wo sie dir her haben, weiß ich nicht.

Direkt von dem Museum ging es dann kurz für eine Stunde in den Ueno Zoo. Ich habe mich ja schon über die Delfine ausgelassen und nun muss ich mich leider über den Zoo auslassen. So sehr ich Zoos mag, aber der Ueno ist viel zu beengt für die Tiere. Verglichen mit unseren deutschen, also Hamburg oder Halle, sind die Käfige dort sehr klein. Gerade die Vögel hatten keinerlei Möglichkeiten zum Fliegen. Deshalb hatten schon einge Kraniche das Leopardensyndrom und sind an den Gitterstäben Auf und Ab gewandert. Da wir auch zu Besuchsende dort waren, haben sich schon viele Tiere nicht mehr gezeigt.

Das positive dort, es gab einen ungeheuer günstigen Crepestand. Da ich aber so gut wie kein Bargeld mehr hatte und bis Montag haushalten musste, haben alle außer mir, einen Crepe, bzw. Eis gegessen. Akiko und Kuro haben mir ein Löffelchen abgegeben und es war soo lecker. Aber ich kann bei sowas sehr gut hart bleben. Der Geiz ist bei mir häufig stärker als die Gier. Juliane sah das natürlich als Herausforderung und leckte ihr Eis besonders genüsslich vor meinen Augen. An sich hat mich das nicht gestört, ich wollte immer noch kein Eis, aber ich wollte sie einfach nur für ihre Boshaftigkeit hauen^^. Wie gut, dass wir uns schon so gut kenn, wir haben darüber gelacht.
Dann ging es direkt zu Kuro. Sie hat uns über Nacht eingeladen, aber nur Stefan und ich schliefen dort wirklich. Katha und Juliane sind trotzdem mit. Wir wurden schon am Bahnhof von der Mutter abgeholt,da wir aber zuviel waren sind Kuro, Stefan und ich nach einem Videothekenbesuch mit dem Taxi zu ihr gefahren. Ich betone wieder: Taxifahren in Japan ist grausam.
Zuhause gab es erst einmal eine herzliche Begrüßung nach der wir in das Kotatsu-Zimmer gesetzt worden. Ein Kotatsu ist ein Tisch unter dem eine Vertiefung für die Füße ist und er wird von unten beheizt. Tolle Sache, gerade im Winter. Die Katze fand es in der warmen Vertiefung auch sehr angenehm. Natürlich wurden dann Süßigkeiten auf den Tisch gestellt und Tee gereicht. Japanische Mandarinen sind besser als unsere und Maronen, Esskastanien, sind ein Traum. Auch die Mochi, Reisbreibällchen mit Süßen-Bohnen-Füllung, sind zum dahinschmelzen. Nach ein wenig Konversation wurde dann das richtige Essen aufgetragen.
Es ist unglaublich in was für Umstände Japaner sich schmeißen können. Es gab: Sushi, Yakisoba (gebratene Nudeln), Nabe (Allerlei aus dm Eintopftopf) und frittierte Hähnchen. Lecker! Man konnte garnicht aufhören mit dem Essen, und am Ende war immer noch was da. Beim anschließendem Tee wurden dann noch (garantiert überteuerte) Hina-Matsuri-Süßigkeiten geboten. Das Hina-matsuri ist das Puppenfest am 4.4. Da gibt es immer besondere Süßigkeiten und in der Wohnung werden Puppen, die das Kaiserpaar darstellen, aufgestellt. Nebenbei sagte Kuro, dass wir nicht so viel mitbringen sollen, die haben da kein Platz *hust* Nein, definitiv nicht *hust*
Katha und Juliane sind dann weg, weil es schon spät wurde und Stefan und ich sahen dann die ausgeliehene DVD "tonaro no totoro" oder auf deutsch "Mein Nachbar Totoro". Das ist ein alter Film aus dem Ghibli-Studio und ich finde ihn toll, obwohl ich ja keine Anime mag. Wir haben danach festgestellt, dass Heidi den gleichen Zeichenstil hat und haben dann nachgefragt. Tatsächlich: Heidi stammt aus dem Federn des Ghibli-Studios. Wir mussten den Japanern dann gleich mal erzählen, dass der Opa in Deutschland "Almöhi" heißt. Kannten sie natürlich nicht.
Dann ging es ins Bett. In Japan werden den Gästen Yukata zum Schlafen gegeben. Dass sind traditionelle Gewänder zum schlafen. Man kann sie sich als dünne Bademäntel vorstellen. Sie haben mir sogar gepasst, denn wir hatten echt Bedenken, da ich ja ein wenig größer und breiter bin als der Durchschnittsjapaner. Es sah auch ganz gut aus. Aber ganz ehrlich, zum schlafen halte ich die Teile für absolut ungeeignet. Ich bin ein Wühlkind und hätte auch nichst anhaben können, da wäre kein Unterschied gewesen.

Überraschend war für mich auch das Aufschlagen der Decke. Es war nicht nur eine wie in Deutschland oder dem Wohnheim, nein, es waren drei. Ich dachte ich werde in der Nacht ersticken, aber es ging wunderbar. Ich habe sehr gut geshlafen.
Alerdings ging es morgens schon wieder sehr früh raus, weil ich um 11 Uhr eine Verabredung am Shibuyabahnhof hatte. Natürlich durften Stefan und ich ein japanisches Frühstück geniessen. Es bestand aus 5(!) Schüsseln. Da gab es Misosuppe, Glasnudelsalat, Rührei, Bratnudeln und Reis, der mit Noriblättern (Algenblätter, sind um die Sushi gewickelt) gegessen wurde. Und uns wurde Natto angeboten. Es ist mal was ganz anderes zum Frühstück wie zu Mittag zu essen. Aber das ist eine Sache, an die man sich gewöhnen könnte, wenn man kein Problem hat, wegen des Kochens zwei Stunden früher aufzustehen.
Dann ging es auch schon wieder los. Da ich immer noch keine Bank gefunden hatte, hat mir die Mutter 10.000 Yen geborgt und weil es regnete natürlich noch einen Schirm. Man kommt sich so unhöflich und wie ein Parasit vor, wenn man durchgefüttert und finanziell "bestochen" wird. Selbst unsere Dankeschön in Form von Hallorenkugeln konnten das Gefühl nicht mildern.


Ab nach Shibuya! Dort habe ich meine Mailfreundin aus dem Internet (www.busuu.com) getroffen. Weil sie in Shizuoka City wohnt und das verdammt weit weg ist, hat sie mich mit ihrer Freundin in Tokyo besucht, anstatt dass ich sie besuche. Ich war zwei, drei Minuten zu spät, aber wir haben uns dann auch gleich getroffen. Für mich war klar, dass wir auf japanisch reden, da Mariko, meine Freundin, kein deutsch kann und sie immer auf englisch geschrieben hat. Ihr Freundin konnte auch kein deutsch. Da ich egoistischer Weise alleine bei dem Treffen war, schließlich will ich auch mal richtig japanisch sprechen, konnte ich mich also austoben. Es funktionierte auch wunderbar. Traurigerweise hat Mariko kein Englisch gesprochen, sie hat sich geniert. Schade.
Wir sind dann nach Harajuku in eine günstig Seitenstraße und haben da lustige Sachen gefunden. Ich dachte, die beiden wollten shoppen, aber im Grunde genommen sind wir nur in die Geschäfte, in die ich wollte. Da war ein riesen 100-Yen-Shop und irgendein Krimskramsladen in Läden mit lustigen T-Shirts. Die beiden haben dann Purikura vorgeschlagen und da konnte ich nicht nein sagen. Lustigerweise schienen die beiden aber wie wir Deutschen auch keinen Plan von dem Automaten zu haben. Die Bilder sehen trotzdem gut aus. Ich habe mich in der Mitte hingekniet, weil ich einen Kopf größer war als die beiden.
Unglaublicherweise bin ich auf der Straße von DREI Schwarzen angemacht worden. Das ist unglaublich. Ich dachte, das gibt es nur in Halle, dass man von Schwarzen so extrem angemacht wird. Und hier sogar von jedem in drei Sprachen: Japanisch, Englisch und Deutsch. Ich raff das nicht. Wenn die auf breite Hüften stehen ,dann sollen die nicht nach Japan gehen. Und dann versucht mal den Japanern zu erklären, dass du immer von Schwarzen angemacht wirst.
Mariko wollte Sushi essen und da sind wir in einen Sushiladen gegangen, wo die Teller im Karusell durch das Restaurant fahren. Aber um zu essen, mussten wir uns erst einmal anstellen. Japaner stellen sich für alles an. Wenn irgendwo ein Lokal voll ist, stellen sie sich an um als nächste zu essen. Zum Glück ging das recht schnell und wir saßen vor dem Karussel. Wie überall gab es Grünen Tee umsonst, allerdings konnte man den sich selbermischen. Die Teller auf dem Restaurant hatten unterschiedliche Farben, was bedeutete, dass sie unterschiedlich teuer sind. Ich musste mir leider ein teures leisten ,weil ich Bock auf Sashimi, rohen Fisch, hatte. Ich liebe das Zeug. Lustigerweise begann das Karusell irgendwann zu spinnen und stapelte sich direkt vor uns, da mussten die Köche alle Teller von dem Band nehmen und putzen.

In dem Laden selber waren zwischenzeitlich 75% Ausländer, das war ein merkwürdiges Gefühl. Vor allem als ich auf Klo bin und mich einer fragte, ob das ein gemischtes Klo ist, auf englisch, konnte ich nur noch mit "Hai!" anworten. Als wir das Lokal verliessen haben mich auch zwei auf englisch gefragt, ob das grüne Pulver Tee oder Wasabi ist, und wieder konnte ich erst nur auf japanisch antworten. Komisch!
Wir hatten Harajuku soweit abgegrast und sind dann nach Iidabashi gefahren (warum weiß ich immer noch nicht) und dort sind wir erst einmal in ein Book Off, weil ich mich gefreut habe einen zu finden. Dort gibt es gebrauchte Bücher, CDs, DVDs und Spiele zu recht günstigen Preisen. Leider. Ich bin jetzt im Besitz der restlichen 6 japanischen Bände von einer meiner Lieblingsmangareihen. Ich hätte den halben Laden kaufen können, weil die Bücher nur 105 Yen, also etwas unter 'nem Euro, gekostet haben. Aber das Übergewicht meines Koffers war es mir nicht wert.

Ansonsten haben wir noch ein Ccafé gesucht, aber das was die beiden im Auge hatten, hatte auch schon eine Warteschlange vor der Tür. Also sind wir in ein Family Restaurant. Dort haben wir noch geklönt und ich habe Geschenke bekommen. Meine Mitbringsel hatte ich ihnen schon gegeben (Haribo und Halloren). Sie haben mir sogar für Stefan und Katha was mitgegeben. Von Juliane wussten sie nichts. Das ist sooo lieb gewesen. Japan ist schon echt liebenswert. Aber nicht was Wege oder Wegbeschreibungen angeht. An jeder Ecke stehen Infotafeln und die Japaner fragen immer ihr Handy und keine anderen Japaner um Rat, wo es hingeht. Sie können auch keine Wege erklären, sondern führen einen immer lieber selber hin.

Und dann mussten sie auch langsam wieder zum Shinkansen (Magnetschnellzug), da sie rund vier Stunden nach Hause brauchen. Ich bin auch nach Hause. Garantiert habe ich die wichtigere Hälfte von den letzten beiden Tagen vergessen, aber das ist egal^^. Ich freue mich auf alle Fälle, dass meine Mailpartnerin mit der ich noch nie gesprochen oder sie gesehen habe, mich getroffen hat. Würde ein Deutscher für einen Fremden durch das ganze Land fahren?
ありがとうございます!!