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Sonntag, 23. März 2025

Im Hafen der Zukuft

Wir haben am Samstag die Hochburg Tokyo verlassen und sind zu meinem Lieblingsort in Yokohama gefahren: Minato Mirai.

Als Touristen fahren wir nicht zwingend bis zur letzten Haltestelle, bzw, dadurch, dass wir mit dem RailPass nur die JR (Japanese Railway) kostenlos nutzen dürfen, fahren wir nicht zwingend an jede Station, weil wir dann bezahlen müssten. Aber so läuft man durch die Straßen und bekommt mehr mit.

Daher sind wir am Hauptbahnhof Yokohama ausgestiegen und zum Hafen gelaufen. Auf dem Weg lag das Pokemon Center und ich dachte, dass kann man doch gleich mitnehmen. Für unsere Verhältnisse waren wir recht spät unterwegs, aber viele Geschäfte machen erst um 11 Uhr auf. Das Poke-Center schon um 10:30 Uhr, aber da standen einige Menschen artig in Reih und Glied vor dem Einkaufszentrum. Wer weiß, da macht bestimmt ein neuer Laden auf und wir haben uns dazu gestellt, waren ja nur noch 10 Minuten oder so. Da kam ein netter Mittarbeiter und fragte ob wir ins Poke-Center wollen. Ja. Dann wollte er uns ein Kärtchen mit dem Zeitfenster 12:30 Uhr geben. Das fand ich sehr verwunderlich und fragte ob es denn heute ein spezielles Event gibt, weswegen der Andrang anscheinend so hoch ist. Das sei es nicht direkt, sagte er, sondern es wurden an dem Tag neue Produkte geliefert. Selbst das feiern die Japaner anscheinend so sehr, dass sie Schlange stehen. Wir haben das  Kärtchen dankend abgelehnt. Sooooo verrückt nach Pokemon bin ich auch nicht.

Also sind wir weiter marschiert und wundern uns warum so viele Menschen unterwegs sind. Als wir um die Ecke kamen, sahen wir dann das Anpan-Man-Museum. Anpan-Man ist eine sehr beliebte Comicfigur bei Kinder. Anpan ist ein Brot, also ist der Anpan-Man ein Brot-Superheld...fragt nicht. Bernd das Brot ist ja auch sehr bleibt :)  Aber das erklärte die vielen Kinder auf der Straße. Und kurz hinter dem Museum haben wir eine Riesenschlange an Menschen gesehen, wohlbemerkt immer noch gegen 10:30Uhr morgens. Google hat mir verraten, dass das eine Konzerthalle war und um 17 Uhr (Einlass 14:30 Uhr) eine Band spielt. Warten und Schlangestehen sind eindeutig die Lieblingsbeschäftigungen hier. 

Aber nicht für uns. Wir haben uns erstmal ein feines Frühstück mit French Toast gegönnt bevor wir dann in das Minato Mirai Gebiet gegangen sind. Minato Mirai bedeutet Hafen der Zukunft und ich habe schon damals im ersten Stipendium hier gerne meine Freizeit verbracht. Ich liebe die Skyline. Marcel schien erstmal nicht so begeistert.

Als wir näher zu dem Gebiet kamen fiel uns natürlich schon der Freizeitpark mit Riesenrad auf und das auch hier einige Menschen unterwegs waren. Wir haben auch noch eine hübsche Tanzeinlage einiger älteren Ladies gesehen. Wir haben dann herausgefunden, dass wir auf der Kirschblütenstraße waren und heute das Kirschblütenfest war. Da haben wir ja wieder ein Glück mit solchen Events. Nur fehlten noch die Kirschblüten. Die Bäume waren komplett kahl. Aber es ist für nächste Woche angekündigt.

Wir liefen weiter Richtung Landmark-Tower, da ich wusste, dass es dort oben eine schöne Aussichtsplattform gibt. Und wir stolpern direkt in die nächste Aufführung einer, ich schätze, Schulband. Während wir dort stehen und lauschen schau ich umher und finde tatsächlich einen Harry Potter Store. Das Nerd-Herz schlug schneller und wir mussten da rein. Nicht nur dass Hogwarts uns in den nächsten Tagen noch mehrmals geplant über den Weg läuft, spontan ist es doch immer am besten. Also sind wir durch einen süßen schrulligen Harry Potter Laden geschlendert und haben uns an all dem Merchandise erfreut.  Man kann sich echt dumm und dusslig kaufen an sowas und zum Glück bin ich sehr beherrscht, aber eine Todesser-Kette hat es mir angetan. Die gibt es auch NUR dort. Hab extra nachgefragt. Tja, dann bin ich anscheinend doch nicht nur Slytherin, sondern auch noch ein Todesser. Ups.

Genug vom Nerd-Sein. Wir haben die Aussichtsplattform gefunden und die Aussicht auf den Hafen ist wunderschön. Klar, Skytree ist viel höher, aber der Hafen direkt unter einem hat einen besonderen Flair. Momentan gibt es sogar eine Kollaboration zwischen dem Landmark-Tower und Doraemon (eine anderes beliebte Anime-Figur), sodass es für Stempelfans eine extra Stempelkarte gab, wo man an verschiedenen Stationen unterschiedliche Farben stempeln muss um ein Gesamtbild zu bekommen. Yeah!

Wieder unten haben wir uns dann entschieden über den Mini-Freizeitpark zu den Sky Cabins zu laufen. Das sind kleine Kabinen die quer über den Hafen schweben, sodass man nochmal eine ganz andere Aussicht auf die Skyline hat. Also voll der Touristenkram, aber genau das wollen wir auch. Die Fahrt war nicht wirklich lang. Wir bereuen es nicht, aber es war jetzt auch nicht supertoll. 

Der Plan sah vor, dass wir dann an den Red Brick Area vorbei zu einem Riesensteg laufen. Dort ist die Osanbashi Hall versteckt. wobei uns nur das Deck mit der Aussicht interessiert hat. Aber auf dem Weg dorthin sind uns immer mehr Leute mit Hunden über den Weg gelaufen. Das fiel uns schon beim French Toast morgens auf. Entweder hatte der Hund eine Klamotte an, fuhr im Kinderwagen oder wurde getragen. Aber einen unbekleideten Hund der normal an der Leine lief, den sahen wir nicht. Und wir sahen nicht nur kleine Fußhupen sondern auch große Golden Retriever und sogar einen Dobermann. Zwischen den Roten Backsteinhäusern der Red Brick Area fand eine Art Hundemesse statt und die Auswahl an süßen Accessoires war riesig und verrückt. Sonnenbrillen und Käppis. Haarschmuck und Kleidchen. Alles was das Hundeherz begehrt.


Da sind wie lieber zu Osanbashi gegangen und haben bei langsam sinkender Sonne, es waren nebenbei rund 24 Grad, den Ausblick auf die Skyline genossen. Aber leider nicht lange, da wir noch eine Verabredung hatten. Damit wir die rechtzeitig schaffen sind wir dann durch Chinatown zur Bahnstation gelaufen. Chinatown war früher auch ein schönes Viertel, aber wie so ziemlich jede Attraktion absolut überlaufen. Da wir nur durchgehuscht sind, war es okay. Hier kann ich erwähnen: Marcel mag Yokohama nicht. Den Hafen schon, aber sonst ist es nichts für ihn. 

Pünktlich haben wir es zu Kyohei und Ryosuke geschafft. Die Jungs kenne ich noch aus alten Studienzeiten. Sie haben an der Keio in Tokyo studiert und waren noch vor meinem Auslandsjahr in Halle, bzw. Leipzig. Ich gestehe, ich hab keinen Plan mehr was wir damals getrieben haben, ich hatte auch all die Jahre keinen Kontakt mehr, aber es gibt alte Fotos und unsere Freundin Katha bat mich für Kyohei Parfum mitzubringen. Das kann man nämlich nicht mehr in Japan (für wenig Geld) kaufen und erst recht nicht mit der Post senden. Aber gegen einen schönen Abend voller Erinnerungen hat doch keiner etwas. Für Marcel war es auch gut, denn die beiden können Deutsch. Es war lustig. Erst sind wir ins Izakaya, eine Kneipe. Marcel hat dort die Freuden der kleinen Snacks entdeckt. Obwohl ich im Japanischen gerne gestolpert bin und die Jungs im Deutschen, war es trotzdem eine gute Unterhaltung. Und so feuchtfröhlich, dass es zu einer Stunde Karaoke geführt hat. Ich hätte nicht gedacht, dass Marcel sich dafür begeistert kann, aber er hat gut mitgesungen. Natürlich gab es den Einstieg mit Nena, aber mit Slipknot und Electric Callboy wurde das Metal-Level gut gehalten. 


Der Abend wurde länger und nach einem zweiten Izakaya-Stopp sind wir dann zusammen nach Hause gefahren. Ryosuke wohnt nur zwei Stationen weiter als unser Hotel ist, sodass keine allein fahren musste. Wir kamen echt kaputt von der Sonne, dem Fußmarsch und dem geselligen Abend nach Hause und sind direkt ins Bett. 

Freitag, 29. Juli 2011

Puppen und Roboter

Donnerstag ging es mit Maria nochmal durch Tokyo. Nach einer eher enttäuschenden Aktion bei Book Off, wo ich sehr wenig Geld verdient hab, aber umso mehr für meine letzten Bücher ausgegeben hab -Ja, jetzt ab ich alle "Dunkler Turm"-Bücher zusammen- haben wir uns noch dem Mädchenhobby Purikura gewidmet. Maria hat weniger Möglichkeiten es in Inuyama zu machen, also musste die Großstadt ausgenutzt werden. da hab ich ja nichts dagegen.
Und dann ab nach Akihabara. Und wieder war die geringe Größe und nicht sichtbare Freakigkeit zuerst enttäuschend. Aber trotzdem sind wir von Geschäft zu Geschäft und haben uns die ganzen Figuren, Puppen und diesmal weniger Gundams angesehen. Die ganzen Spieleläden haben wir auch abgegrast, weil ich Ausschau nach einem bestimmten Spiel gehalten hab: erfolgreich! Allerdings ging der Alarm an der Tür zweimal los, obwohl ich noch zwei Meter davon entfernt war. Und der Typ hinter mir hat mich, die Spiele und wieder mich gemustert um anschließend die Augen zu verdrehen, sagt zu mindestens Maria. Mir doch egal.

Heute ging es dann zum wiederholten Male nach Yokohama. Sudo-Sensei, unsere Sprachlehrerin hat uns zum Rundgang eingeladen. Uns ist in diesem Fall Marie-Noelle, Olivier und mich, der Rest kam irgendwie nicht. Wir haben uns um halb 10 in Yokohama getroffen, was mich Langschläferin früh aus dem Bett getrieben hat, aber wozu lebt man in Japan, wenn man nicht in der Bahn schläft? Und es regnete. Toll, und das bei dem Spaziergang. Naja, trotzdem haben wir es durchgezogen und sind zum Franzosenberg gegangen, ich war so frei und hab es übersetzt. Es handelt sich hier um ein altes Ausländerviertel aus uralter Yokohamazeit. Inklusive Ausländerfriedhof, englischer Kirche und ganz vielen Häusern im europäischem Stil, die wir auch besichtigen konnten. Interessant war das Spielzeugmuseum. Ganz klein, aber vollgestopft mit den schönsten Spielzeugen. Fast alle aus Metall und mechanisch. So richtiges Spielzeug eben. Der Herr der da arbeitete hat uns tolle Sachen erzählt, unter anderem hat er mir deutsches Spielzeug gezeigt und hat uns auch erzählt, dass einer der Toy Story Macher in dem Museum war und sich Inspiration geholt hat. Der Dackel stammt aus dem Museum. Haben wir wieder was gelernt.
Danach ging es dann zur Mittagszeit nach China Town. War irgendwie selbstverständlich das wir dort essen, dass uns Sudo Sensei allerdings in ein piekfeines Restaurant führt, hat keiner geahnt. So richtig mit Frack-Ober und jeder der Mitarbeiter hatte nen Knopf im Ohr um zu kommunizieren. Ganz schick.
Und was ich gegessen hab ist auch so ne Sache. Ich denke ich erwähne einfach nur das Ungewöhnliche^^: Haifischflosse (null Geschmack aber interessantes Kaugefühl), ein pechschwarzes gekochtes Entenei (lecker!), Qualle (schätze ich, keine Ahnung was das war) und wenn ich es richtig verstanden habe Jakobsmuschel (hervorragend). War nicht schlecht und sollte man alles mal gegessen haben.
Es ist fies zu sagen, aber zum Glück hat Sudo-SEnsei für uns bezahlt, das wäre der Hammer gewesen.

Danach ging es zum Verdauen an das Meer, in den Yamashita Park, von wo man man geliebtes Minato Mirai sehen kann. Mal wieder war es grau in grau, aber es hat immerhin aufgehört zu regnen. Und damit wir mal nen anderenBlickwinkel bekommen, hat sensei uns zu ner einstündigen Bootsfahrt durch Yokohama Bay eingeladen. Wohooooo! Yvonne ist glücklich: Meer, schaukelndes Boot, Minato Mirai und Seebrise. Das war echt schön.
Leider musste Marie-Noelle arbeiten und Olivier ist natürlich mit, aber Sudo-Sensei hat mich dann noch, zu gut die Frau, in den Landmark Tower, das höchste Gebäude in Japan, eingeladen, und wir haben den Rundumblick genossen. Allerdings war es so grau, dass wir den Fuji nicht sehen konnten. Es war komisch allein mit Sensei zu sein. Ich hab nicht sooo den Draht zu ihr und komm mir eh dumm vor, weil ich die schlechteste im Kurs bin, aber es ging. In der freien Konversation bin ich ganz gut.

Das war ein echt schöner Tag, klar, war ja in Minato Mira. Und anstrengend. Zum Glück plan ich früh ins Bett zu gehen, weil ich morgen ganz früh raus muss um zwei Tage nach Shizuoka zu gehen.

Sonntag, 5. Juni 2011

Minato Mirai, DAS ist mein Paradies!

Nach dem berauschendem Tag gestern sollte es heute so weiter gehen.
Ursprünglich hatte uns unserer Sprachlehrerin zum Essen geladen, sodass ich geplant habe, in Yokohama nach dem Essen nach langer Zeit wieder nach Minato Mirai ins Pokemon-Center zu gehen. Das Essen ist jedoch krankheitsbedingt ausgefallen, aber ich wollte so sehr nach Minato Mirai, das sich es trotzdem gegegangen bin. Am
Vorabend hab ich Midori und Sayuri gefragt ob sie mit wollen und morgens hat Yo sich noch gemeldet, da seine Pläne auch gestrichen wurden und er auch mit wollte.
Also machen wir uns auf den Weg und fahren komplett durch ins China Town von Yokohama. Es ist eins der Touristenpunkte dort und auch wirklich schön bunt. Überall sieht man Panda und Chili-Anhänger. Man kann die berühmten Niku-man kaufen (Art Brot mit Fleisch drin -sehr lecker) und heiße Maronen. Wir schauen uns geschwind den farbenreichen Tempel an und dann marschieren wir an die Wasserfront.
Leider war der Himmel bewölkt. Es war warm, aber leider konnten wir die Skyline von Minato Mirai von dem Yamashita Park aus nur gräulich sehen. Es ist trotzdem immer wieder schön, außerdem roch es wieder nach Meer. Wunderbar. Heute gab es dann noch

Drachenboot-Rennen weswegen es im Yamashita Park recht voll war. Aber kein Ding, da Yo realtiv wenig Zeit hatte sind wir dann auf den Osanbashi-Steg gegangen sind. Ich bin mir über den Nutzen nicht sicher, aber der Steg war irgendwie toll mit Holz bearbeitet und wäre es ein sonniger Tag gewesen, wäre ich versucht gewesen dort zu sitzen und aufs Wasser zu starren. Aber es sollte nicht sein, und über einen kleinen Umweg, sind wir dann direkt ins Minato Mirai Gebiet gewandet und haben die Queens Tower geentert. Mein Plan das Poke-Center zu besuchen hat geklappt, schnell ein Beweisfoto mit Yo geschossen und dann ist er auch schnell zur Arbeit, während wir Mädels dort gestaunt haben, dass wir kaum eins der Poke-Viecher mehr kennen. Tja, es ist lang lang her, das es "nur" 150 davon gab. Und nun gibt es zig Plüschtiere zu den hässlichen Neuen aus den neuen Editionen "Weiß" und "Schwarz". Kaum eins aus der ersten Edition ist noch da und mein Lieblingspokemon eh nicht. Egal, es ist trotzdem toll zu sehen was es für nen Blödsinn gibt.
Das haben wir dann auch gleich gegenüber im Totoro-Shop und Jump-Shop gemacht. Kurz ein Abstecher in H&M (ich brauchte ne neue Sporthose und ich habe gehofft eine in meiner Größe dort zu finden -Yepp) haben wir uns ein Eis gegönnt, zu dem uns die Belegschaft ein Liedchen gesungen hat. Aber das wollten wir ja nicht ansetzen lassen, also das Eis, also ging es wieder zurück nach China-Town um richtig zu essen. Uns knurrte echt schon der Magen (5 Stunden am Marschieren und bestimmt rund 10 Kilometer geschafft).
Aber finde da mal was günstiges. Tabehôdai gab es ohne Ende, aber wir wollten nicht fressen, sondern einfach was essen und haben dann auch was nettes gefunden. Wir saßen bestimmt zwei Stunden da und haben uns unterhalten. Mit Sayuri und Midori kann man sich echt gut unterhalten, über Blödsinn, Ernstes, Kerle, Pokemon und Girlie-Girl-Stuff. Wie sich herausstellte, wird Sayuri "mit mir" im August ausziehen. Sie geht dann an ihre Uni in Kyoto und Midori wird wohl allein zurückbleiben, also was Freunde angeht. Natürlich kommen andere zurück die sie kennt, aber es ist wieder überraschend wie eng man zusammenwächst. Ich hätte nie gedacht, dass die Bindung so stark sein kann, da ich mit beiden Brasilianerinnen noch nicht soviel zusammen gemacht hab.
Also mussten wir das heute noch in einer Purikura-Session, perfektioniert mit einer Runde Taiko besiegeln. Ja, es war ein langer und anstrengender Tag. Und dann treffen wir noch Bruno, einen weiteren Brasilianer aus dem Wohnheim den ich noch nicht kannte, in der Bahn. Was für ein Spaß, man kann nur hoffen, dass die Japaner nicht so flüssig in Englisch oder Portugiesisch sind.
Das I-Tüpfelchen des Tages: Es goss wie aus Eimern als wir zurück kamen. Wir haben ne Viertelstunde gewartet, aber da Regen nicht so schnell aufhört in Japan sind wir dann (ohne Regenschirm selbstverständlich) losgejoggt, um dann festzustellen, dass normales Gehen den gleichen Effekt hat: man wird nass. Lustigerweise holt uns Yo auf dem Weg ein, weil er Feierabend hatte. Das war ein genialer Abschluß.

Endlich hab ich ein Wochenende wieder voll genossen. Was mach ich nächste Woche?

Samstag, 30. April 2011

Neue Berufung? Internationale Auszugshilfe

Aufgrund der Bitten meiner Freundinnen, bin ich heute nach Yokohama ins Shimoda Wohnheim, Hiyoshi, gefahren. Ach war das schön dort wieder hinzugehen. Ich habe dort einen Monat lang gewohnt als ich das erste Mal in Japan war.
Allerdings habe ich nicht die herrliche Aussicht auf den Sportplatz genossen, sondern die beiden Zimmer besagter Frendinnen geleert. Im Grunde genommen sollte ich nur ein paar Sachen nach D-Land schicken, weil sie nicht mehr zurückkommen werden. Tja, erstmal wusste der Herr Yoshida, den ich nicht kannte -wo war Herr Ikeda?- nicht, dass ich gleich zwei Räume komplett säubern darf. aber wer sperrt sich schon dagegen?
Also ins erste Zimmer. Und ein Schock. Alles ziemlich vollgemüllt. Ich weiß jetzt nicht ob es an einer hektischen Flucht oder an einem Ausflug vor der Flucht lag. Aber naja, ich kämpfe mich durch. Aber wie geht man vor? Hangelt man sich durch die Liste die gegeben wurde oder räumt man einfach alles weg udn hofft alles zu finden? Ich habe zweiteres gemacht. Da ich di eListe im Kopf hatte, ging das sehr gut.
Schnell stellt sich raus, dass es Unmengen an Bücher sind -ich darf nicht an meine denken- und auch der Klamottenhaufen am Ende der in den Müll wanderte war riesig. Ich war selber überrascht wie rigoros ich die Dinge wegschmeissen kann. Im Grunde genommen war ich für die 16m² schnell durch: nur 2 Stunden, inklusive Bad und Pakete beschriften.
Auf ins zweite Zimmer. Das war gegen das erste leer und extrems ordentlich, aber das macht es einem irgendwie nicht einfacher Sachen zu suchen und zu sortieren. Auch hier hab ich 2 Stunden gebraucht.
Mit insgesamt 8 Paketen unterschiedlichster Größe, 10 Bibliotheksbüchern und zwei riesigen Taschen in denen ich all den deutschen Futterkram für mich verstaut habe, bin ich dann wieder zur Rezeption wo wir den Kampf um ein Postauto aufgenommen haben. Da heute Freitag ist, oder was für ein Grund auch immer herrschte, hatte das nächste Postamt geschlossen und würde die Pakete nicht abholen. Auch der sogenannte "Kuro Neko Yamato" holt es nicht, da die Pakete ins Ausland gehen. Aber Yoshida-san hat im größeren Postamt um die Ecke angerufen und die würden die Sachen gleich holen.
Ich hab dementsprechend brav gewartet, habee Konversation mit einem äußerst ansprechenden Japaner geführt und dann kam die Posttante.
Schnell stellte sich heraus, dass meine 50.000 Yen mitgebrachten Yen nicht reichen. Wer rechnet denn damit das Pakete sooo verdammt teuer sind. Man nannte mir mit dem schnellsten Versand einen Preis von 100.000 Yen (bei dem Kurs gerade rund 830€). Woah! Naja, gut ist ja nicht mein Geld, aber ich hätte es eh nicht parat. Wir haben den Preis mit einer etwas langsameren Versandart auf umgerechnet 680€ gedrückt. Aber wie komm ich spontan an das Geld ohne das die Dame warten muss?
Da ich eh bei der Post Geld ziehen muss, hat sie mich bis zur Post mitgenommen, dort habe ich abgehoben, die Formulare ausgefüllt (olle Zollbestimmungen) und geich auch bezahlt. Es ist ein zwiespältiges Gefühl 10.000 Yen-Scheine auf den Tisch zu zählen. Für mich sind es 100€-Scheine. 79.700 Yen bin ich auf einen Schlag losgeworden. Das tut weh.
Aber wie komm ich zurück? Das Postoffice ist weiter weg als ich dachte, aber die Dame hat nich zurück zum Wohnheim gefahren. Wie nett ist das denn? Nicht nur das sie mich mit zum Office nimmt, nein, auch zurückfährt. Ich war echt dankbar. Wenn ich meine Süßigkeitenbeutel nicht im Wohnheim gelassen hätte, hätte sie was bekommen.

Nun, es gab noch weiter Probleme zu lösen: in dem einen Zimmer stand ne Gitarre. Aber ich habe keinerlei Anweisungen erhalten. Was soll ich tun? In den Common Room stellen, damit sich jemand sie nehmen kann? Zurückschicken? Verkaufen? Ich habe soweit mit dem Studentenaufpasser der noch dazu kam, als ich mit Yoshida-san diskutiert hab, ausgemacht, dass ich nachhake und mich über Facebook melde.
Außerdem waren da noch die 10 Bibliotheksbücher. An sich -ich kann es auch falsch verstanden haben- kommen nächste Woche die nächsten Hallenser, mit denen ich soweit abgemacht hab, dass sie die Bücher in die Bibo bringen. Ich kenne weder den Ort noch hätte ich Zeit zu den Öffnungszeiten. Aber im Office war nicht bekannt, dass nächste Woche jemand kommt. ementsprechend konnte ich die Bücher in keinen Raum packen und ins Office ging auch nicht. Der Studentenhelfer hat angeboten, dass er das macht, da aber wahrscheinich ist, dass eine Überziehungsgebühr anfällt, ist es ungünstig, da er die Mädels nicht kennt. Ergebnis: ich bin mit zwei riesen Taschen voll mit Süßigkeiten, deutschem Tütenfutter und Büchern nach Hause getrabt.

Und ich war fertig. Weniger das Packen und Aufräumen war anstregend, eher der Streß wegen des Geldes, der Bücher und das Ganze auf Japanisch. LEVEL UP!
Zur Belohnung hab ich mir dann eine erbeutete Tütensuppe gemacht. Da kommt Yo in die Küche und feiert übelst ab, weil er sie so liebt. Das hätte ich nie erwartet. Und er hat vorgeschlagen: sein halbes Fleisch gegen meine halbe Suppe. Da kann ich nicht nein sagen. Sein wunderbar blutig gebratenes Fleisch mit leichter Weißweinsauce. So lieb ich das japanische Leben.
Wer will noch seinen Kram wiederhaben?^^

Mittwoch, 2. Februar 2011

Semesterende

Es ist vollbracht: nach einer noch kurzfristig reingewürgten Hausarbeit (innerhalb einer Woche ohne vorherige Ankündigung fertig zu stellen, bitte) und der letzten Präsentation ist das erste Semester glorreich zu Ende gegangen.
Gefeiert wurde das im koreanischen Restaurant, am Freitag, um auch gleichzeitig Hyung Gee, eine der Koreaner zu verabschieden. Neben dem reichlichem Fleisch floss auch der Shimizu, koreanische Schnaps, reichlich. Im Restaurant hab ich nichts gemerkt, aber auf dem Nachhauseweg, wo das BLut zirkuliert ist, bin ich dann doch ziemlich betrunken gewesen.
Aber angesehen davon war der Abend ziemlich lustig. Ich hab so einige Saufspiele gelernt. Die deutschen sind dagegen langweilig.
Samstag hab ich mich wieder mit Martina verabredet. Wir haben den Yokohamer Bahnhof unsicher gemacht. Wenn ich jetzt sage, dass wir 7 Stunden dort verbracht haben, denkt jeder "Äh? Im Bahnhof?" Yo, genau da. Bahnhöfe sind in Japan Labyrinthe. Unterirdisch ist alles mit zighundert Geschäften gesäumt und theoretisch sind auch alle Bahnhöfe miteinander verbunden, behaupte ich. Wer auch immer die konstruiert hat, war verrückt. Wir haben überlegt, ob es möglich ist in Japan zu überleben, ohne ans Tageslicht zu kommen. Ich behaupte: Ja!
Naja, aber davon mal abgesehen, haben wir uns Kopfhörer gekauft. Ich hatte meine geschrottet und das Angebot in Japan ist gigantisch. In-ear, normale, große und dann die Farbauswahl in pink, türkis, schwarz oder bling-bling-lila mit Schleife. Alles vorhanden. Naja, und dann noch mal was Essen, ne CD suchen, Mitbringsel kaufen..Kaffee, bzw. Maccha trinken. Da kriegt man schon mal eben 7 Stnden im Bahnhof rum, nicht zu vergessen der Book Off, der immer lockt. Also ich hatte Spaß. Purikura gab es natürlich auch.
Sonntag hab ich mich dann mit Fabian getroffen. Ich habe ihm sein Denshijisho abgekauft. Das ist ein elektronisches Wörterbuch. Nach dem gemütlichen Kaffee und dem üblichen Small-Talk, wo ich mal wieder ne super Vokabel gelernt habe (むささび/鼺鼠/Riesenflughörnchen), absolut unnütz, aber ich bekomme es nicht aus meinem Kopf heraus, bin ich dann nach Ikebukuro, wo ich mit Nicole Yasuo und Ryota zum Darten getroffen hab.
Ja, ich bin überrascht wie gut ich manchmal spielen kann. Und das Dartpfeile im Auschnitt nicht sooo sehr weh tun. Und im Rücken auch nicht. Jaja, und ich spiele unfair, genau. Das Ende vom Lied, bzw. das letzte Spiel, wo wir gesagt haben, dass der Gewinner bestimmt was die anderen machen: ich war am führen. In der letzten Runde hat mich Ryota doch tatsächlich um einen Punkt überholt. Aber Nicole hat es wieder rausgerissen. Hab ich mich gefreut, aber neee, Yasuo hat dann Nicole überholt. Ja, geil. Und wer darf die Aufgabe erfüllen? Ich natürlich. Ich darf Nori seinen ersten Kus rauben. Danke Jungs!
Danach sind wir noch ins Kino und haben uns "Social Networking" angesehen. Es geht um Facebook, wie es entstanden ist und den Rechtsstreit im Hintergrund. Ich bin überrascht. Erst hab ich gedacht, weil der Film auf englisch war, Junge, red mal langsamer. Und insgesamt hat der Film mehr den Rechtsstreit und die menschlichen Abgründe gezeit, als die Idee. Ist aber trotzdem zu empfehlen.
Montag: Sport (ja, auch in den Ferien dreimal die Woche) und dann bin ich spontan mit Yo und David, auch einem Franzosen, nach Tokyo-station gefahren, weil Yo dort arbeitet und was klären wollte. Also hab ich mir die Gegend mit Davis angesehen und es ist verdammt schick dort. Man merkt, dass das Viertel Geld an den Hacken hat.



Nach nem gemeinsamen Essen im Wohnheim, Yo hat gekocht^^, haben wir uns noch ein Bier gegönnt und ich habe versucht David beizubringen, wie man zum Nikushokukei wird.
Nikushokukei 肉食系 ist ein Begriff für "fleischessende" Personen, die einen aggressiven, bzw. selbstsicheren Charakter haben. Das Gegenteil Soshokukei 草食系 ist dementsprechend ein "pflanzenessender" Typ und hat einen schwachen Charakter. Das Ganze ist aber auch ein körperlicher Aspekt. Interessanterweise habe ich von einem Japaner zu hören bekommen, dass er zwar ein Nikushokokei ist, aber sich in meiner Gegenwart als ein Soshokukei fühlt. Ist das ein Kompliment? Ich denke nicht (Martina hatte sich am samstag dazu zwei tolle Bücher gekauft, die ich auch haben will: 肉食女子 "Nikushokujoshi", also "Fleischessende Frau" und 草食男子 "Soshokudanshi", Pfalnzenessender Mann. Es werden die sozialen Probleme der Feminisierung der Männer aufgezeigt.)
Der Dienstag war dann recht entspannend. Caro kam vorbei, damit wir uns über die geplante Kyotoreise unterhalten können. Ja, wurde ein schöner Kaffeeklatsch^^.
Und heute ging es dann wieder zum Darten. Ich hatte ja noch was einzulösen. Nach ein paar Runden sind wir dann in ein Izakaya, wo wir am Tisch gegrillt haben und auch verdammt gut angeheitert waren. Wozu so ein Tabe- und Nomihodai nicht gut ist^^ (Ess- und Trinkflatrate). Naja, reicht aber nicht und wir sind noch in ein "normales" Izakaya, wo wir das Königspiel gespielt haben. Jeder zieht ein Stäbchen mit einer Zahl und einer ist der König. Der bestimmt dann, welche Nummer, ohne zu wissen, wer wer ist, mit welcher Nummer was macht. Ja, natürlich wurde es so gedreht, dass ich Nori küssen durfte. Er hat es dann aber so gedreht, dass er mich geküsst hat (ach ja, männlicher Solz) und ich bin aus dem Schneider.
War ein super Abend. Und viel Party. Wie mögen die Ferien weiter gehen?

Montag, 6. Dezember 2010

Nature live

Lang, lang ist es her und ich habe schon einige Nachfragen bekommen was los ist.
Es tut mir Leid. Ich habe mein Ladekabel für den Laptop kaputt bekommen und konnte dadurch den Rechner nicht nutzen. Außerdem war ich am Wochenende auf weiter Tour. Das ist soweit auch das einzige Mitteilenswerte, was das breite Publikum erfahren darf^^.

Am Wochenende stand ein Bustrip nach Yokohama, Kamakura und Hakone an. Ich hatte zwar Yokohama und Kamakuraschon vorher besucht (man erinnere sich, im Frühjahr hab ich einen Monat in Yokohama gewohnt) und an sich war der Trip auch nicht in meinem Budget, aber durch die Zahlung der Versicherung hab ich es mir einfach gegönnt. Ein Glück.

Am Freitag ging es um 17 Uhr los und wir sind zu unserem Hotel in Yokohama gefahren, direkt an Minato Mirai, meinem Lieblingsort in Japan -bisher-. Dort haben wir gemischte Zimmer gehabt,also Japanisch und Ausländisch gemischt. Naja, im Endeffekt war es bei der Party im Jungenzimmer auch geschlechtergemischt. Mann, war das lustig. Unglaublich wie mich zwei japanische Drinks aus der Bahn werfen können, aber immer wieder erhellend wie flüssig das Japanisch wird, oder das Englisch der nicht-englisch-sprechenden Japanern^^. Nur kurz erwähnt: es waren fast nur japanische Mädchen dabei und ein (!) japanischer Kerl. Dafür dann Rushelle, Mark (Engländer), Yoann, David (Franzosen), Ryan (Ami), Sophia, Tabea, Nicole und ich. Ziemlich gerecht aufgeteilt^^

Naja, spät ins Bett und ein früher Weckruf um halb 7. Meines Erachtens passt das nie. Aber muss man durch. Nach einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet wo ich mir dreimal Brot (Baguette und Croissant) nachgeholt habe, weil man hier so selten unsüßes Brot bekommt, ging es dann nach Minato Mirai.
Ich liebe diesen Stadtteil. Unser Führer, ein Alumni der Musashi, hat leider alles auf Japanisch erzählt. Wenn ich mich angestrengt hab, konnte ich es verstehen, aber ehrlich gesagt, wollte ich nicht wissen was er im Archiv von Yokohama erzählt. Das über den tollen Hafen des 21. Jahrhunderts, mit dem Riesenrad und dem höchsten Gebäude Japans wusste ich eh schon, weil ich mich in den Stadtteil verliebt habe.
Aber die Aussicht! Nach einer kleinen Wanderung bei schönstem Sonnenschein morgens um 9 haben wir dann ne Pause am Kai gemacht. Blick aufs Meer. Die Siloutte von Minato Mirai am Horizont, Blau am Himmel und ein Eis in der Hand. Glücklicher kann man nicht sein. Aber unglaublichweiser spricht mich ein Japaner an "Wo seid ihr denn her?" "Deutschland!" Aha...und dann ging es los. Der Herr ist Zeuge Jehovas, in Japan, und hat tatsächlich versucht mit mit auf Japanisch über Gott zu diskutieren. Ich hab ihn verstanden, aber diskutieren kann ich leider noch nicht auf Japanisch. Warum kommen die immer bei mir an?

Naja, danach ging es dann nach China Town in Yokohama. Bunt, laut, eng, vollgestopft. Mehr braucht man eigetnlich nicht sagen. Und weil es Mittag war sind wir dort in ein großes, edles Restaurant und haben chinesisch gegessen. Nicht schlecht. Mann kann schon sagen, dass es wie in Deutschland beim Chinesen geschmeckt hat, aber hier gab es noch das asiatische Feeling gratis dazu.

Mit dem Bus ging es dann weiter mach Kamakura. Eigentlich wollte ich dort Jumpei treffen, der lustigerweise an dem gleichen Tag auch da war, aber unser Zeitplan war so gestrafft, dass das nicht ging.
An sich kann ich nicht viel Neues über Kamakura sagen, außer dass wir alte Tempel besucht haben (was gibt es auch anderes in Kamakura?) und die Herbstfärbung echt der Hammer ist. Dadurch das Kamakura sehr wäldlich liegt ist das kombiniert mit der Sonne sehr schön gewesen.

Nach langer Wanderung ging es zum nächsten Hotel. Ganz ehrlich: ich denke, das was wir für die Tour bezahlt haben, reicht gerade für eine Nacht in dem Hotel. Edel ohne Ende.
Dort im Hotel sind wir wieder neu aufgeteilt worden und ich bin allein mit zwei Japanerinnen in einem Zimmer gewesen. Kein Ding, aber die beiden haben sich bisher voll abgekapselt und sahen nicht danach aus, als ob sie Kontakt wollten. Im Endeffekt hatte ich sehr lustige Gespräche mit ihnen, über die Angwohnheit nachts nen BH zu tragen oder Kerlen zu sagen, dass man sie mag.
Aber zurück zum Tagesprogramm: mit den Alumni haben wir noch ne "Pary" mit viel lecker Essen gehabt, wo wir uns mal wieder auf Japanisch vorstellen mussten. Diesmal aber auch die Japaner. Die sind alle so aufgeregt gewesen, udn das obwohl sie das in Japanisch machen durften.^^ Zur Belohnung gab es für uns Ausländer nen Fächer.
Und danach noch ne Teezeremonie. Aebr: die vom Wohnheim war bei Weitem besser.
Und danach war freie Zeit (um 21 Uhr endlich). Und weil es so schön war, haben die Jungs wieder zur Party geladen. Der Clou: es gab ein Biru-dô (Bier-Zeremonie). Teezeremonie heißt auf Japanisch Sa-dô (von cha für Tee, und dô für der Weg der Erleuchtung). Es gibt viele Dôs, z.B. Judô, Kyudô, Kendô. Die Jungs haben aber die Regeln der Teezeremonie auf das Biereinschenken umgewandelt. Perfekt!
Ich bin aber recht früh ins Zimmer zurück, weil der nächste Weckruf wieder um halb 7 kommen soll. Naja, bis um 1 hab ich mit den Mädels geklönt.

Sonntag: Was für ein Megafrühstück. Wieder gab es Brot und Croissants (auch Würstchen, aber das ess ich nicht so gerne zum Frühstück) aber es gab auch Obst und Kellogs. Ja, genau: Kellogs. Und supertollen Joghurt. Ich kam mir schon sehr unverschämt vor, aber ich musste ja nichts bezahlen^^.

Heute ging es dann nach Hakone mit Zwischenstopp in Odawara. Der Weg führte direkt am Meer entlang, so wie am Vorabend, wo wir den Sonnenuntergang mit dem Fuji erleben durften. Die Landschaft war großartig. Links vom Bus war das Meer, ich liebe das Meer, rechts vom Bus waren Berge und der Fuji. Man kann nicht beschreiben wie toll das war. Und bei der Pause auf einer Raststätte waren dort viele, viele Motorräder, und was für welche. Ich hatte so Bock mir eins zu schnappen und die Strecke zu fahren. Aber neee.
In Odawara, bei srahlender Sonne, haben wir dann das Schloß von irgendnem Shogun besucht. Hübsch sowas mal live zu sehen. Aber leider war es innen ein Museum. Ich hätte es spannend gefunden es von innen restauriert zu betrachten. Aber man kann nicht alles haben.


Mittags gab es dann japanische Fischgerichte. Ich will nicht wissen was das gekostet hat. Es gab: Reis mit Fischeiern, Tintenfisch, Fischkuchen (was auch immer), eine Seeschnecke oder Muschel und ne Krabbe in Misosuppe. Alles was das Meer so bietet. Und obwohl ich alles esse, die Schnecke war jetzt nicht mein Ding. Leider mochten mehrere aus der Gruppe keinen Fisch, für die war das dann doof.

Letzte Station: Hakone und traditionelle Holzarbeien. Ganz ehrlich: da hätte ich drauf verzichten können. Mir hat der Ausblick gereicht. Gerade mal 20 Kilometer vom Meer enfernt waren wir im Gebirge wie wir es nur in Bayern kennen. Und dann diese Laubfärbung. Boah.

Also die Bastelstunde ertragen und dann dachten wir alle, dass es noch ins Onsen, das berühmte Bad in Quellen geht, aber wir hatten wegen des Verkehrs keine Zeit mehr. Wir waren alle traurig.
Also sind wir 3 Stunden zurück gefahren. Mit nem Quiz, dass ich gewonnen hab, und viel Schlaf.

Die Fahrt war insgesamt toll, für die 150€ haben wir echt viel erlebt und unter Garantie nen Haufen gespart. Unsere Reiseführerin "Drogen-Miki" war auch toll. Zwar war ihr englisch so super japanisch freundlich, aber eigetnlich war sie cool. Wir haben neue Frende und das Sprachlevel sollte sich auch gehoben haben. (Naja, bei meinem Telefonat gerade hab ich trotzdem nichts verstanden^^)

Sonntag, 21. Februar 2010

Hochhaus vor lauter Hochhäusern nicht sehen

Es ist Sonntag und keiner ist heute für unsere Bespaßung eingetragen. Was macht man da? Japp, man zieht auf eigene Faust los.
Da wir bisher eigentlich immer in Tokyo waren, haben wir uns gedacht uns heute Yokohama anzusehen. Dazu haben wir unsere Reiseführer gewälzt und haben beschlossen zum Minato Mirai 21 zu fahren, um dort das Minato Mirai (wer hätte das gedacht) anzusehen und zu einem Schrein zu fahren.
Das Minato Mirai 21 ist aufgeschüttetes Land an einer Bucht und soll bei Fertigstellung der Hafen des 21. Jahrhunderts werden. Außerdem steht dort der höchste Wolkenkratzer Japnas.
Wir kommen mit der Bahn dort in einem Einkaufszentrum an, dass die besten Geschäfte überhaupt hat: einen reinen Kitty-Shop, daneben einen Disney-Laden und daneben einen reinen Snoopyladen. Whoa! Kitty ist total überteuert gewesen. So ein Futzelanhänger hat mal eben 525 Yen gekostet (ganz grob 5€). Disney hatte dann leider nicht so viele Sachen von den alten Filmen, sondern nur aktuellen Kram gehabt, bzw. ganz viel Stitch. Und im Snoopyladen gab es die schönsten Sachen überhaupt. Sogar Woostocktaschen für die Bahnkarten. Herrlich. Ich liebe Snoopy und ich habe schon gesagt, wenn hier auch noch ein Garfieldladen wäre, würden sie mich nicht mehr herausbekommen^^

Und endlich haben wir ein Hard Rock Café gefunden, der perfekte Anlaufpunkt für Mitbringsel die nicht kitschig sind. Der Laden hat auch täglich von 10 bis 23 Uhr auf....nur war alles dunkel. Am Eingang hing ein Schild, das leider am Sonntag dem 21.02, der Laden leider geschlossen bleibt. Hallo? Warum denn gerade heute? Mist,wir müssen entweder einen anderen finden oder hierher zurückkommen. Nun gut, so schlimm wäre das nicht.
Da wir ohne Frühstück los sind, ich habe es sogar endlich geschafft zu verschlafen, sind wir dann auf die Suche nach Essen gegangen. In dem Kaufhaus selber war alles sehr sehr teuer, also sind wir raus und haben gesucht. Draußen haben wir dann erstmal festgestellt, dass direkt nebenan, bzw. auf einem eigenen Inselchen, ein Vergnügungspark ist. Mitten in der Stadt, ist auch wesentlich kleiber als der Hansa- oder Heidepark, aber trotzdem gab es ein Riesenrad und eine PINKE Achterbahn. Coole Sache. Neben der Fast Food Ecke mit McDonald, KFC und Subway gab es auch wieder leckere Crepes, aber wir wollten erst was richtiges essen.

Dummerweise waren wir genau in so einem exklusiven Hochhausviertel, wo es keine kleinen Essbuden gab, also sind wir stadteinwärts gegangen und haben in kleinen Gässchen nach was Essbarem gesucht, was nicht überteuert ist. Unser Wahl fiel auf ein unscheinbares Stübchen das Curryreis im Angebot hatte. Als wir rein sind, haben wir festgestellt, dass das in kleines Pferdewettlokal ist. Alles ist in braun-kupfer gehalten und mit Polsterstühlen. Die Gäste waren alle ältere Herschaften um die 60 Jahre und haben nicht schlecht gestaunt als ein paar junge Ausländer hereinkamen. Wir sind aber freundlich bedient worden und das Curry war auch sehr lecker. Sie hatte uns gefragt wo wir herkommen und was wir studieren. Eien ganz liebe alte Dame. Insgesamt hatten wir aber fast ein wenig Angst, dass wir in einem Yakuzawettbüro saßen und die tättowierten bösen Männer kommen. Aber sie kamen nicht.
Auf dem Rückweg haben noch vor dem Einkaufzentrum einem Straßenkünstler beim Jonglieren und Balancieren zugesehen. Respekt, das kann nicht jeder. Und während wir in der Schlange für die Crepes standen, hat ein weiterer seinen Stand aufgebaut und sich als eine dieser Künstlerholzpuppen verkleidet. So eine hat er dann aufgetellt und darum gebeten sie zu veränderm. Er hat dann jeweils die Position der Puppe eingenommen. Diese posen waren garantiert nicht leicht zu halten und er hat danach noch Handstände auf Stühlen, einhändig oder sonstwie gemacht. Respekt!
Weil uns kalt war, sind wir dann nach Hause gegangen. Den Schrein wollten wir dann nicht mehr besuchen.