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Samstag, 6. März 2010

Im Taumel der Gefühle

Gestern waren wir wieder ohne Begleitung, aber da man ja irgendwie noch Frende in Tokyo hat, trifft man sich mit denen. Es war geplant, dass wir (Stefan, Katha und ich) uns mit Hannah, einer Freundin von mir aus Halle, in Higashi-Ikebukuro treffen und uns Tempel, Schreine und Friedhöfe in Zoshigaya ansehen. Wir sind auch pünktlich dort und warten artig, bis wir sie dann anrufen. Mist, sie hat eine Mandelentzündung und liegt im Bett. Sie hatte es mir auch per Facebook geschreiben, aber da habe ich morgens nicht mehr reingesehen. Schade! Also sind wir alleine losgezogen.
Nach einer Orientierung auf einere Karte sind wir auch gleich die Nächste links rein und draufslos marschiert. Aber alles war so ruhig, sauber und nicht richtig für die Umgebung eines Tempels. Aber das machte nichts, weil es uns so gut gefallen hat. Vielleicht lag das auch nur an dem Wetter, weil wir um die 20 Grad hatten und der Himmel auch richtig blau war. Irgendwann haben wir einen recht kleinen Schrein gefunden und dort unser übliches Programm abgezogen. Er schien für seine Größe recht berühmt zu sein, da Fotos von einem matsuri, Fest, aushingen, wo die Männer so einen tragbaren Schrein trugen.

Nebenan war auch in kleiner Friedhof, aber wir wollten zu dem großen. Also weiter. Irgendwann haben wir auch den Friedhof gefunden und sind mit Vogelgezwitscher empfangen worden. Echtem Vogelgezwitscher, nicht so einen aus dem Lautsprecher. Es mag sich echt böse anhören, aber der Friedhof war echt schön. Das Wetter, die Vögel, die Umgebung. Ich bin echt berührt worden. Ich befürchte, dass der Buddhismus mich irgendwie erreicht hat. Es war traumhaft dort.

Dann haben wir erstmal beschlossen wieder zur Karte zurückzugehen und dort beschlossn wir zu dem Gokokuji-Tempel zu wandern. Meines Erachtens haben sich die Kartenschreiber mit der Entfernung ein wenig vertan, aber egal. Wir sind an der Straße entlang, haben ein paar Obdachlose unter der Brücke schlafen sehen udn haben den Tempel dann auch gefunden. Der war auch wieder sehr schön. Er gehört nicht zu den größten in Tokyo, aber ich fand ihn sehr edel und harmonisch. Ich glaube das Wetter hat ordentlich zu dieser Empfindung beigetragen. Dort haben wir uns auch auf die Bank gesetzt und Kindern beim Spielen zugesehen.

Und dann ging es noch mal kurz nach Hause. Abends wolten wir uns wieder mit Stefans Tandempatner Judai und seiner Freundin treffen. Also ab nach Shibuya und weil alle irgendwie Hunger hatten, sind wir in ein Restaurant. Wie letztes Mal habenwir wieder alle irgendetwas bestellt und alle haben davon gegessen. Ich wollte amaebi haben ("süße Garnelen") und sie sind wieder mit Augen gewesen. War echt keine Absicht, denn auf Sushi haben sie keine mehr. Lecker waren sie trotzdem. Genau wie das japanische Bier. Wir haben auch eine Delikatesse bestellt: Kartoffelsalat. Naja, für das Geld ein weig mickerig, aber schmeckt wie in Deutschland. Wir befürchten, der wurde importiert.
Wir haben einen riesen Spaß gehabt und bekloppte Fotos geschossen. Es gibt auch eine hübsche Geschichte um Katha, aber ich habe versprochen, nichts darüber zu schreiben. Wir waren schon böse genug zu ihr (obwohl sie uns nachher glaube ich doch dankbar war^^).

Danach sind wir noch in einen Gamecenter, Purikura machen. Schicke Bilder. Und danach mussten wir ja mal wieder moch eine Runde Taiko (Trommelspiel) spielen. Juliane hatte dieses Spiel fr die Playstation gefunden, aber da war nur eine Trommel drin, das macht überhaupt keinen Sinn.
Und weil es wieder spät wurde sind wir zur Bahn, haben Geschenke ausgetauscht und ab nach Hause. Weil wir aber so einen Spaß hatten, haben Juliane, Katha und ich noch Schnaps gekauft (ab wieviel Prozent spricht man von Schnaps? Zählen ganze 4% schon?) und habn uns bei Juliane einen koreanischen Film reingezogen. Erst war er voll lustig, und dann voll kitschig. Uns ist allen Dreien schlecht geworden^^. Weil es dann schon halb 2 war, dachte ich, dass ich keinen Blog mehr schreibe. Dafür habe ich ausgeschlafen und werdeh eute ein wenig die Gegend erkunden. Katha ist in Harajuku shoppen, Stefan in Nigata und Juliane forscht. Ich denke nicht, dass es dann groß was zu erzählen gibt.

Montag, 22. Februar 2010

Kiddy, Kitty, PlemPlem

Ein weiter freier Tag. Diesmal ging es in die Shoppingmeile Harajuku.
Als wir aus der Bahn kamen haben wir verwundert festgestellt, dass wir direkt am Meiji-Schrein waren. Der liegt direkt in der Stadt und ist aber von ganz viel Natur umgeben. Da wir eh gerade dort waren, haben wir zuerst Kultur gemacht.
Der Weg zum Schrein führt durch drei große Tori und Wald. Der Weg ist von Steinlampen gesäumt und lustigen Schildern, die auf japnaisch sagen: "Beim Spazierengehen bitte nicht Trinken, Essen und Rauchen". Die englische Übersetzung lautet "No smoking". Es mag viellicht nur mir so erscheinen, aber der Text ist doch stark gekürzt, oder?

Der Schrein selber ist wieder sehr schön gewesen und zählt auch wieder zu den Tourstenattraktionen. Katha ist wieder abgefangen und fotografiert worden^^. Aber das hat unsere vorbildliche, gläubige Verhaltensweise nicht gestört. Wie Shinobu uns es am Anfang gezeigt hat, verbeugen wir uns richtig und klatschen in die Hände. ich finde es sehr schade, dass die Keiko, die Priesterinnen, leider Andenken und Talismane verkaufen. Was wiederum interessant ist, weil sich die Schreine und Tempel nur aus diesen Mitteln finanzieren.
Auf dem Weg zurück in die Zivilisation haben wir sogar echt Vögel gesehen. Natürlich, denkt der aufmerksame Leser, aber ich habe hier bis auf eine Krähe und Tauben nichts gesehen.
In Harajuku sind wir erst einmal an der Promenade entlang geschlendert und haben mit großen Augen die Schaufenster begutachtet. Manchmal blitzte ein Preis auf und wir haben uns dann nicht getraut in das Geschäft hinein zu gehen. Ein Laden schien ganz nett, aber er lag ganz am Anfang, da hofften wir noch auf günstigere Schnäppchen (die Hoffnung stirbt zuletzt). Ein pinkes Geschäft hat Katha in seinen Bann gezogen und innen merkten wir dann, das es wohl eine französische Marke ist. Unter den Sale-Produkten, habe ich dann ein Bling-Bling-Visitenkartenhalter gefunden, der läppische 150€ gekostet hätte: im Schlussverkauf. Ein Schnäppchen!

Udn dann kam unser Verhängnis: Kiddy Land! Kiddy Land ist ein Spielwarengeschäft. Wenn ich mich recht entsinne 5stöckig. Und wir haben im Erdgeschoss angefangen. Dort gab es Twinkle Twins und andere Kawaiiprodukte (kawaii=süß) die ich nicht sonderlich kannte. Also ging es dann eine Etage höher. Da war dann Kitty Land. Hello Kitty hier und dort, in Plüschform, als Sticker, Anhänger, Stäbchen, Portemonaies.....und natürlich alles in Pink. Ich bin lieber nach hinten, dort gab es Totoro-Artikel. Wer sich wie ich im Animebereich nicht auskennt (japanische Trickfilme), dem erklär ich kurz, dass Totoro der wichtigste Charakter des Trickfilmstudios Ghibli ist. In Deutschland dürfte der bekannstest Film "Prinzessin Mononoke" Oder "Chiriros Reise ins Zauberland" sein. Wie gesagt, ich kenne mich da nicht so aus, aber der Merchandise war echt Zucker. In der Etage waren auch viele Disney und Rilakkuma-Figuren (das neue Kitty nur als Bär) und gleich daneben waren auch ein paar Sesamstraßenfiguren, aber die Preise sind grausam. Deswegen habe ich mir auch keine Totoro-Bentôbox gekauft. Da wollte ich lieber eine Snoopy-, bzw. Woodstockbox haben, denn im nächsten Stock war wieder Snoopyland. Herrlich. Und die Boxen waren auch recht günstig, aber ich habe mir gedacht: Yvonne, du bist doch kein Kind mehr (ne, Mama und Papa?), außerdem sind dir die Boxen zu klein. Also nichts gekauft. Aber ein Glücksbärchi aus einem Gacha Gacha musste sein.

Im nächsten Stock sind dann "erwachseneere" Sachen gewesen. Star Wars Figuren udn Horrorpuppen, die haben mir mit ihren großen Augen Angst gemacht (oder war der das permanente Pink überall?). Das hat uns nicht so gefesselt. Also ab in den Keller, da gab es dann Lego und Spiele für Konsolen, aber da sie keinen DS hatten sind wir dann nach gefühlten 2 Stunden wieder raus. Ich denke es waren "nur" eineinhalb.
Kurze Essenpause, es gab Om-reis, kurz für Omelett-Reis. Lecker!
Ein Blick auf unsere Liste hat uns gesagt, dass wir neben dem Shoppen noch auf dem Ayoyama-Friedhof wollten. Für mich wieder sehr interessant, außerdem sollten dort viele bekannte Leute liegen, gut, ich habe niemanden gefunden. Im Frühjahr blühen dort auch sehr viele Kirschbäume, sodass es sehr schön aussehen soll. Ich fand den Friedhof auch so sehr schön. Er ist im Gegensatz zu den bisherigen sehr groß und die buddhistischen Gräber sind auch sehr ästhetisch. Unter den ganzen Gräbern, haben wir auch viele Kreuze und sogar eine Maria gefunden.

Und: die ersten Blüten. Gut, es sind noch keine Kirschblüten, aber zumindestens Pflaumenblüten. Die mussten wir natürlich fotografieren, wenn wir schon die Kirschblüte nicht miterleben dürfen. Mit diesen Fotos habe ich auch gleich mein Layout für den Blog geschückt. Aufgefallen?

Es dunkelte schon und wir machten uns auf den Heimweg.

Mittwoch, 17. Februar 2010

In luftiger Höhe, real und spirituell

Und wieder begann ein neuer Tag in Japan und er endete mit wunden und geschwollenen Füßen.
Heute trafen wir uns in Shibuya. Das ist das erste Mal, dass wir so richtig in Tokyo waren und das Stadtfeeling ist gleich ganz anders. Hochhäuser, viele Autos und noch mehr Menschen. Wir standen ungefähr eine halbe Stunde am Bahnhof Shibuya und waren immer wieder erstaunt wo die ganzen Japaner herkommen. Insgesamt sind in den Schwärmen NUR zwei Gaijin (Ausländer) an uns vorbei gekommen. Es ist schon ein komisches Gefühl die einzigen Ausländer in der Nähe zu sein, aber trotzdem habe ich mich nicht beobachtet oder ignoriert gefühlt. Liegt vielleicht daran, dass ich nicht blond bin ^^.
Heute wurde uns der zweite Campus gezeigt. Er liegt mitten in der Stadt und ist sehr schön. Das Gebäude wirkt sehr traditionell. Es gibt sogar ein Tor mit einem lateinischen Spruch. Wäre mein Latein nicht so eingerostet, hätte ich das spontan übersetzt. Als wir dort waren war gerade die Einschreibungsprüfung für die zukünftigen Studenten.

In Japan ist es genau anders herum als in Deutschland. Hier, also Japan, schreibt man Prüfungen um an die Uni zu kommen, während wir in Deutschland Abschlußprüfungen schreiben. Man kann jetz darüber diskutieren was der sinnvollere Weg ist.
Auf dem Dach der Uni hatten wir einen wunderschönen Ausblick und da wir uns sehr gut mit unseren beiden Führer verstanden haben, haben wir auch viel herumgealbert. Leider habe ich meine eigene Kamera vergessen, sodass ich auf die Bilder der anderen beiden zurückgreifen muss.


Als Höhepunkt wurde wir heute zum Tokyo Tower geführt. Er stellt das Sinnbild für Tokyo dar und ist im Grunde genommen eine kleine und buntere Version des Eifelturms. Natürlich sind wir bis ganz nach oben gefahren und haben den besten Blick über Tokyo gehabt. Das Wetter war zwar trocken, aber trotzdem diesig, deswegen konnten wir nicht besonders weit sehen. Aber was wir gesehen haben war nur Stadt. Egal zu welcher Seite wie hinaus gesehen haben, es war immer bis zum Horizont Stadt. Irre.
Eine besondere Mutprobe war das Fenster nach unten in einer Höhe von 150 m. Ich muss sagen, dass ich nicht genau verstehe, warum die anderen so eine Angst hatten sich darauf zu stellen. Als ich dann nach Gequieke gebeten wurde auch darauf zu gehen habe ich das gemacht und bin....gehüpft. Die Aufregeung der anderen war klasse. Shinobu war so mutig und hat sich mit mir darauf gestellt und wir sind zusammen kurz gehüpft. Was soll da auch passieren? Das ist fettes Panzerglas, mit Stahldraht gesichert und garantiert 25 Sicherheitschecks unterzogen worden.


Von oben aus konnte ich viele Friedhöfe sehen und weil sie für mein Projekt halbwegs interessant sind und ich mich grundsätzlich dafür interessiert habe, sind wir dorthin gegangen. Die Friedhöfe in Japan sind in der Regel buddhistisch. Direkt davor stand also auch ein buddhistischer Tempel in den wir hineingegangen sind und nach japanischen Brauch Budha begrüßt haben. Dazu haben wir dreimal eine Prise Kräuter an die Stirn geführt und in einem Topf mit Kohle verbrannt. Danach haben wir und mit aneinenander gelegten Händen verbeugt. Leider haben wir keine Fotos, weil wir nicht unhöflich sein wollten. Es war irre. Die katholische Kirche ist langweilig dagegen. Ein riesiger goldener Buddha saß mittig im Tempel umgeben von Schmuck. An einer Seite stand ein Gong mit einer Halterung aus Holz, an der wunderschöne Drachen und Wolken hineingeschnitzt wurden.
Der Fridhof selber hatte kleine "Steinpuppen" mit roten Kappen. Sie stehen für gestorbene Kinder und werden von ihren Eltern noch häufig besucht und beschenkt. Da frage ich mich, ob da auch die abgetriebenen Kinder sind. Denn laut einem Artikel werden gerade für die besondere Statuen verkauft und betreut, um das schlechte Gewissen über die Abtreibung zu mildern.

Die Gräber der "normal" Verstorbenen sind wesentlich pompöser als in Deutschland. Zwar sind meines Erachtens die Verstorbenen auch in einer Urne, jedoch ist das Grab wie ein großer Altar aufgebaut. Viel hatten schöne frische Blumen in integrierten Vasen stehen und es gibt eine Vorrichtung zum Verbrennen von Räucherstäbchen. Auf Holzlatten hinter dem Grab steht der Todeszeitpunkt des Verstorbenen. Meistens sidn mehrere Latten hinter einem Grab gesteckt-
Das war für mich persönlich das HIghlight des Tages.
Schon auf dem Weg zum Tower hatten wir einen Schreib besucht (Vorsicht: Tempel= Buddhismus, Schrein= Shintoismus). Dort haben wir nach traditionller Form die Hände und den Mund gereinigt und Geld in den Geldkasten geworfen um die Glocke läuten zu dürfen. Hier im Schrein verbeugt man sich zweimal, klatscht zweimal in die Hände und verbeugt sich noch einmal. Shinobu meinte, dass mittlerweile viele Japaner die buddhistischen und shintoistischen Bräuche vermischen und im Tempel klatschen. Das ist ein gutes Beispiel für die Religionen in Japan, wo an sich die Religion genutzt wird, die momentan günstiger ist (Shintoismus für die Lebenden und Buddhismus für die Toten heißt es).

Natürlich sollte man, wenn man an einem Schrein ist, sich ein o-mikuji kaufen. Das sind Glückszettel. Man bezahlt 100 Yen und zieht ein Zettelchen. Ich habe kleines Glück. Lustigerweise wird mir davon abgeraten zu reisen, aber eine Geburt wäre unproblematisch. Dann weiß ich jetzt, was ich zu tun habe. ^^

An sich war nach dem Friedhof Schluss, aber Katha hat noch eine Freundin getroffen und Stefan und ich waren dabei. Wir sind in einen Mega-Media Markt gegangen. Whoa, da bekomme ich Angst. Sowieso ist Technik nicht so ganz meine Welt und dann ist hier in Japan überall bunte Werbung und viele Verkäufer, die einen ansprechen. Mal nebenbei, Japan hat die besten Arbeitbeschaffungsmaßnahmen der Welt. Überall sind Verkäufer, Informanten, Aufräumer, Schilderhalter usw. Es gibt im Tokyo Tower Frauen die uns nur darauf hinweisen, dass wir an den Fahrstuhl treten sollen, während die nächste uns hinauffährt. Und alle superfreundlich.
Im Shop, bzw. Technikuniversum, haben wir uns wieder über elektonische Wörterbücher informiert und sind in die Spielabteilung gegangen. Es ist unglaublich was es hier für einen Scheiß gibt. Jede Menge Manga-und Animemerchandise. Und: Gacha Gacha. Das sind "Kaugummiautomaten" für Spielzeug. Meistens sind es Anhänger oder kleine Sammelfiguren zu Serien, Manga oder Markenteilen wie Hello Kitty. Je nachdem was man haben will steckt man 100 bis 400€ hinein, dreht an nem Ding und man bekommt eine Plastikkugel mit lustigen Inhalt (natürlich ohne vorher zu wissen, was genau man bekommt, wie im Kaugummiautomaten halt). Ich schätze die Gach Gacha-Automaten dort auf 1000 Stück. Und jetzt denkt nicht, dass das nur Kinder machen. Ich habe da mehr Erwachsenen gesehen.

Naja gut, diesen Tag haben wir gut 11 Stunden auf den Beinen verbracht und wir sind halbkriechend zu Hause angekommen.
Auf in einen neuen Tag...