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Samstag, 12. April 2025

Eine Reise in Zahlen

 Der Tag des Abfluges ist nicht schön. Es war wolkig, beim direkten Abflug regnete es. Ich habe viel geweint und Marcels Stimmung war auch auf dem Nullpunkt. Der Abflug in Tokyo hat sich um eine Stunde verschoben und der in Taipeh um 1,5 Stunden. Alles nicht wirklich schön und nichts wert um darüber zu schreiben. Deshalb habe ich mit einigen Zahlen gespielt um die Reise mal plakativ darzustellen.

Geflogene Entfernung (über Taipeh)

11.516 km


Dauer des Hinfluges von Haustür bis Hotel:

27 Stunden


Dauer des Rückfluges von Hotel bis Haustür:

35 Stunden


Dauer des Aufenthaltes in Japan

22 Tage


Insgesamt zu Fuß hinterlegte Strecke

429.132 Schritte / 296,63km


Durchschnittlich pro Tag

18.657 Schritte / 12,9km


Längste Entfernung innerhalb Japans mit der Bahn

520km


Besuchte Orte in Japan

9


Tage mit gutem Wetter

19


Zugelegtes (Körper-) Gewicht

ca. 3kg


Gesamte Kosten

noch nicht ermittelt und werde ich wahrscheinlich auch nicht hier verraten 😋

Alles in allem wollen wir natürlich wieder nach Japan. Am besten jetzt sofort, ob wohl wir gemerkt haben, dass drei Wochen unser Maximum ist. Am Ende ist man sich mehr angegangen und die Sehnsucht zu den Katzen ist sehr groß gewesen. Nicht aber die Sehnsucht nach Deutschland. Die Konfrontation am Flughafen mit der deutschen Kultur wollte uns schon direkt wieder umkehren lassen. Also müssen wir jetzt erstmal alle mit unseren Erlebnissen nerven und wenigstens gedanklich noch in Japan zu bleiben.

行ってきます!

Mittwoch, 19. März 2025

Lang, lang....

 ... ist's her. Nämlich so ziemlich genau 13 Jahre, 7 Monate und 2 Tage, dass ich Japan verlassen habe.


Und der Weg wieder zurück hat einen Zeitaufwand von nur 27 Stunden gekostet.


Tag 1 ist eigentlich nicht viel mehr als eine Fahrtbeschreibung. Um 4 Uhr morgens, Dienstag wohlgemerkt, sind wir mit dem Auto losgefahren. Die Nacht hat also nicht sehr viel Schlaf gehabt. Aber immerhin sind wir so pünktlich wie gehofft in Frankfurt am Flughafen angekommen und konnten auch in den geplanten zwei Stunden Puffer gleich das Gepäck wegschaffen.

Es ist 14 Jahre her, dass ich geflogen bin und das ganze Self-Service-Gedöns überfordert einen, wenn man nicht vorbereitet ist. Da frage ich mich immer wieder, was tun Menschen, die gar kein Internet oder kein Smartphone haben.

Nun denn, Boarding war auch wunderbar und wir hatten im Flugzeug nach Taipeh drei Sitze für uns. Marcel saß am Fenster und ich wanderte auf den anderen beiden Sitzen umher um irgendwie ne angenehme Schlafposition zu bekommen. Es kann einen definitiv schlechter für einen 12 eineinhalb Stunden lagen Flug treffen. Generell hat China Airlines eine super Filmauswahl und auch sehr gutes Essen. Aber schlafen ging trotzdem nicht wirklich bei uns. Das hat man uns auch sehr bei den drei Wartestunden in Taipeh angesehen. 

Und genau diese drei Stunden sind wir dann auch nochmal von Taipeh nach Tokyo geflogen. Hier war die Sitzauswahl weniger elegant und wir waren in der Mitte reingequetscht worden. Die drei Stunden haben wir das verkraftet, aber für den langen Flug wären wir gestorben. 

Aber damit waren wir dann endlich in Japan. Sogar schon in Tokyo. Marcel hat sich schon auf ein Ende der langen Reise gefreut, aber nein. Natürlich nicht.

Erstmal kommt die Bürokratie. Wir müssen Einreisedokumente ausfüllen und Fingerabdrücke abgeben. Aber da sind wir gut vorbereitet gewesen, dass konnten wir wunderbar zu Hause schon vorbereiten und den Papierkram mit nur einem QR Code erledigen. Trotzdem war es ne lange Schlange, weil viele nach Japan wollen. Zwischendurch haben wir dann auch andere Deutsche informiert, dass sie das noch schnell digital erledigen können. Genauso mit dem Zoll. Damit waren wir im Land, aber noch nicht "zu Hause".

Wir haben das JR (Japanese Railway) Büro aufgesucht um unsere Rail Tickets einzutauschen. Damit können wir in ganz Japan mit der Bahn umsonst fahren können. Auch den Shinkansen. Dazu gab es die klassische Suica-Card. Schließlich kommt man mit der staatlichen Bahn nicht überall hin, also muss die Metro auch abgedeckt sein. Dabei ist die Suica-Card wie eine Prepaidkarte die man mit Geld auflädt und wie in London legt man seine Karte zu Fahrtbeginn und -ende auf, und der Ticketpreis wird abgebucht. Marcel war in dem Moment total überfordert warum wir zwei Tickets haben und was es in noch alles für Papierbelege dazu gab. Aber er ist ganz pragmatisch mir einfach nur willenlos hinterhergelaufen als es dann zur Bahn ging, die uns (nach einer Stunde warten) endlich zum "Heimatbahnhof" brachte.

Nur ist Tokyo Station so gar nicht meine Heimat. Ich glaube ich war hier nur ein einziges Mal. Also irrten wir dann doch relativ lange in dem Bahnhof umher, bis wir den richtigen Ausgang fanden. Ist ja nicht so, dass es wie in Deutschland so ca. 13 Bahnsteige gibt. Man hat mehrere Züge die dort fahren, -JR und Metro und die Shinkansen- die alle in einem eigenen Bereich abfahren und doch irgendwie alle verbunden sind. Und damit hat der Bahnhof dann auch ca. 10 Ausgänge. Ich bin immer wieder begeistert was so etwas mal geplant hat.

Zum Hotel ging es dann auch ganz easy und das Einchecken war eigentlich auch nur digitaler Selfservice. Aber egal, ziemlich kaputt sind wir ins Zimmer, haben uns nur kurz frisch gemacht und sind auf die Suche nach Essen gegangen. Da haben wir auch was hübsches kleines gefunden, dass ganz urig klassisch aufgebaut ist. Die Japankenner würden es mit einem Izakaya vergleichen. Man bestellt viele kleine Sachen, alle essen alles und man könnte noch viel nebenbei trinken. Aber das taten wir nicht, schließlich waren wir kaputt genug.


Also ab nach Hause, duschen und ins Bett.

Ab morgen will ich mich wieder wie zu Hause fühlen. 

Mittwoch, 17. August 2011

Und dann ging es ganz schnell...

Ja, unglaublich schnell. Sonntag noch mal eben zwei Freunde getroffen und mit Darts und ner Menge Alkohol verabschiedet, Montag Pakete weggebracht und eine letzte kleine Kochsession veranstaltet und dann flossen die Tränen. Alles was so unreal erschien, nämlich das ich bald im Flieger sitzen werde und das selbstverständliche japanische Leben aufhört ist aufeinmal greifbar. Ein letztes Mal zu dem einen Bahnhof gehen, ein letztes Mal die Freunde sehen, dass ist doch härter als ich dachte. Vor allem, ich weiß nicht ob und wann ich sie jemals wieder sehen werde. Und das ist das Schlimmste. Klar, Internet und Facebook sei Dank, ist Kontakt halten nicht mehr so schwierig, aber es ist einfach nicht Dasselbe.

Dienstagmorgen, Yoann ist so untypisch Yoann und bringt mich, inklusive Koffertragen helfen, zum Kotake-Bahnhof, von wo ich dann mit zweimal umsteigen auf kostengünstigste Art und Weise zum Flughafen bin. Es flossen keine Tränen. Ist aber auch okay. Ich bin mir bei Yo extrem sicher, dass wir uns wiedersehen. Er soll lieber seine letzten beiden Tage geniessen.
Ab geht die Post mit den Bahnen, ganze eineinhalb Stunden gondel ich durch Tokyo bis ich in Narita ankomm und so genau in der Zeit, dass mein Schalter in genau dem Moment aufmacht und ich gleich meinen Koffer abgeben kann. Wunderbar, und nun? Was mach ich nun die letzten drei Stunden am Flughafen? Allein?
Ich hab mir nen Kaffee gegönnt, die letzten Mails geschrieben, ach, was werd ich mein geliebtes Handy vermissen, Tränen zurückgehalten und ne Stunde vor Boarding hab ich mich durchleuchten und kontrollieren lassen. Kein Bombenalarm, wie langweilig. Und natürlich hab ich ne sehr penible Kontrolleurin abbekommen, die meine Gaijin-Card, meinen Personalausweis für Japan, eingesackt hat. Mist.
Ich hab immer noch Zeit, also geb ich mein letztes Geld für Mitbringsel, die ich behalten werde^^, aus. Ich wollte meine Zeitschrift kaufen, aber die hatten sie nicht am Flughafen, sowas.
Und dann ab an Board, Wunderbarerweise saß ich in der Mittelreihe in der Mitte. Ganz grandios, schlafen erschien mir nicht möglich. auch funktionierte das Unterhaltungsprogramm an meinem Sitz nicht. Weder Musik noch Filme. Aber zum Glück hatte ich endlich mal nen netten Sitznachbarn. Ganz schnell haben wir uns unterhalten und noch schneller dann herausgefunden, dass wir beide Deutsche sind. Das hat uns beide über den Flug gerettet. Noch nicht mal essen konnte ich. Mir war schlecht, nicht weil ich flog, ich liebe fliegen, eher lag mit der letzte Onigiri im Magen, bzw. die Trauer? Ich musste unglaublicherweise das Essen unangerührt zurückgeben lassen. Das "Frühstück", was nach deutscher Zeit eher ein Abendessen war, ging dann nachher.
In Kopenhagen noch einmal Kontrolle ob wir uns nicht an Board eine Bombe zusammengebastelt haben und ne Stunde gewartet, dann ging es mit dem nächsten Fliege in einer flotten Stunde nach Hamburg. So flott, ich hab nicht mitbekommen dass wir wieder landen, dass mich das Aufsetzen vom Dösen aufschrecken liess.
Der Koffer kam nach bangen auch an -das ist echt immer der spannendste Punkt der Reise- aber, man glaubt es nicht, nach jeder Reise ist er noch kaputter. Letztes Jahr haben sie komplett die innere Verschalung zertrümmert bekommen, dann vom neuen Koffer das Rad und nun auch noch den Griff zum Ziehen, der ist nämlich weg. Gut, wozu mach ich Krafttraining, wennich nicht mal eben den unhandlichen 21kg Koffer durch den ganzen Flughafen schleppen kann. Hurtig vom öffentlichen Telefon Mutti angerufen, das sich da bin und den nächsten Bus nehme und dann auch ab zur Bushaltestelle, die erstmal gesucht werden muss. Ging aber flott, Hamburg ist nicht der größte Flughafen.
Ich war die einzige die herumchauffiert werden wollte und so hab ich anstatt zu schlafen, mich mit dem Busfahrer unterhalten. War echt nett und die Zeit verging wie im Flug (was für ein doofes Wortspiel, im -während des- Flug(es) vergeht sie nämlich garnicht schnell).
Und dann war ich in Lübeck, abgeholt von Mutti, begrüßt von der fetten Katze. Es ist kalt, nur 17 Grad. Wo sind die Menschenmasse? Die frühe Dämmerung? Das Geschrei vom Kindergarten? Warum sind hier soviele Ausländer?
Ich in gespannt wie der Reverse Culture Shock sich zeigen wird.

Mittwoch, 20. April 2011

ただいま!Bin wieder da!

Nun ist es soweit: nachdem ich mich einschieden hatte nach Japan zurückzukehren, trotz einiger Vorbehalte einiger leute udn sämtlichen Versprechungen, wie "Nicht einen tagestrip nach Fukushima machen", "Nicht nördlicher als Tokyo" oder "Nicht wie blöde nur rohen Fisch in mich reinstopfen". Aber kein Ding: versprochen! Auch ein versprochener Arschvoll bei Verstrahlheit ist verstanden und von mir unterschrieben worden.
Also ab ins Flugzeug der Swiss Air und nach Zürich. Von dort dann weiter nach Tokyo. Hat jetzt insgesamt nicht so lange gedauert und man kann auch zufrieden sein. Gut, das Unterhaltungsprogramm war nicht so dolle, aber weil es nur halb belegt war, hatte man dafür Platz zum Schlafen. Und lustigerweise kennt die eine japanische Stewardess meine Uni. Ich hab ihr immer auf Japanisch geantwortet. Man kann ja schon mal üben. Mein Japanisch sei ja sooo gut. Ja klar. Ich hab dann erklärt, dass ich in Japan studiere und wo. Die Musashi kennt sie, weil sie gerne an der Hauptstraße davor langgeht, gerade bei der Kirschblüte. Die Welt ist so klein.
Ohne Probleme lief der Flug ab, weder Bombenalarm, noch Fummeleien, keine Turbulenzen und keine nennenswerte Verspätung.
Und weil es so schön passt hab ich sofort meinen Bus ohne Sprachprobleme und Zeitverlust bekommen. So muss das laufen. Manche Japaner müssen dann im Bus gedacht haben, dass die olle Ausländerin spinnt, so wie die grinst.
Es ist unbeschreiblich wie glücklich ich bin. Nicht nur das alles geklappt hat, anscheinend ist mein Sprachlevel nicht so extrem gesunken wie gedacht, dazu hat die Sonne geschienen und es einfach nur natürlich das ich hier bin. Die Minik, das Verhalten der Japaner ist so vertraut, die Architektur...einfach alles.
Vom Bus in die Bahn und von der unter Ächzen und Stöhnen weil der Koffer eine Rolle locker hat ins Wohnheim. Sofort kamen die Officeleute, naja nur Masuda-san war da, heraus und haben mich begrüßt. Und Zack, stand Tanaka-san auch da. Wie schön es ist "Tadaima" zu rufen (ich bin wieder zu Hause!). Man hat mir dann schon gleich erkärt, dass nur Midori, eine Brasilianerin, da ist. Das ließ mich schlucken. Aber zum Glück haben die nicht mal ne Ahnung wer hier wohnt. Im Mädchentrakt sind wir schon 5 und nen neuen Kerl hab ich auch schon gesehen.
Als ich ins Zimmer bin, kam ein wunderbares nostalgisches Gefühl auf. Es roch nach Wohnheim. Und in meinem Zimmer nach meinem Zimmer. Mir ist der Geruch nie bewusst gewesen. Und auch nicht, dass ich es so aufgeräumt zurückgelassen hab. Aber darüber will ich mich nicht beschweren.
Kurz den Koffer aufs Bett geschmissen, Oberteil gewechselt, da bin ich schon zum Miete zahlen runter und weiter zu Yo. Udn weil er zur Uni wollte hab ich mich einfach mal angeschlossen weil ich auch hinwollte.
Und alles was vertraut war ist auf einmal anders. Hier steht ein Haus, da ist eins weg, oder wird gebaut, dort fehlt Gebüsch. Unglaublich was Japaner in 5 Wochen anstellen können. Auch das eine Unigebäude ist nun fast ganz weg, ich dachte, dass sie das in den Ferien schaffen sollten, aber nö. Sieht lustig aus hinter den letzten blühenden Kirschbäumen die den Weg säumen. Und auch der Campus ist anders in seiner Vertrautheit.
Zuletzt war ich nur noch zum Sporten in den Semesterferein dort und nun ist alles voller Studenten. Die Ersties sind zur Orientierung dort. Ich ja auch, also zumindestens was meinen Stundneplan angeht. Sieht jetzt ziemlich voll aus, aber ich bin ja zum studieren hier. Ich trau mich sogar an ein ganz japanisches Seminar. Es ist einfach perfekt "Japanische Ethnologie", leider ist der interessantere Teil im zweiten Semester, aber ich nehm es auch so, sofern mich der Prof zulässt. Man muss so als Vollpfosten der Sprache, sprich als Sprachtrottel Yvonne, vorsichtshalber anfragen.
Und dann kam David dazu. Ich hab ihn nicht gesehen und auf einmal springt mich was an, drückt mich, lässt mich nicht los und dann bekomm ich auch noch nen Kuss auf die Wange. Woah! Überrumpelt. Aber ja, ich hab sie vermisst, die beiden Franzmänner.
Und weil der Tag eigentlich nicht schönner werden kann, geh ich schnell die Zeiten für den Trainigsraum checken, und da steht Kazuki, mein favourisierster Trainer allein drin, sieht mich und winkt. Da muss ich doch den Kopf zur Tür reinstecken und mal "久しぶり" (Lange nicht gesehen) reinrufen -nur den Kopf, weil ich zum betreten des Trainigsraums die Schuhe ausziehen muss und da hatte ich keinen Bock zu-. Tja, ich sag es mit einem Grinsen: ich bin anscheinend im Trainigsraum vermisst worden. Sehr schön, ratet mal was ich morgen nach dem Unterricht mache...

Wir haben dann in der Mensa gegessen und uns die Neulinge angeschaut. Da es eh so schön in der Sonne war, haben wir uns auch Zeit gelassen. Ich bin echt der Mienung am Ende des letzten Semesters 70% aller Studenten vom Gesicht her zu kennen, aber jetzt, nicht mal 20%. Yo musste dann zur Arbeit und ich bin einkaufen, bzw. noch die zweite Miete bezahlen. Mit Glück, ich hoffe es wirklich, wird die mir aber noch zurückgezahlt. Ken Wunder das Tanaka-san mich mag, wenn ich jedes mal 500€ auf den Tisch lege^^.

Während des Zimmereinräumens klingelt das Telefon und Alice ist dran. Die Malaysierin ist momentan nur da um ihren Kram abzuholen. Schade, ich hab sie echt lieb gewonnen, aber Yan Fei, eine Indonesierin, ist auch noch da. Und dann saßen wir in fast alter Manier in der Küche und haben gekocht. Als wäre man nie weg gewesen und das Leben schon immer so gewesen wär. Hätte ich spontan nichts dagegen.

Soweit zu meinem strahlenden Tag. Was Strahlen angeht: ich sehe nichts und merke nichts. Und auch überhaupt nicht im Verhalten der Japaner. Sie geniessen die Sonne, der Supermarkt ist sogar recht menschenleer gewesen, alles zu haben (außer meinen Joghurt und Kaffee, aber das ist meistens so). Der Kindergarten nebenan kommt mir auch voller vor. Hier geht das leben weiter. Knallhart. Mal schauen was man noch so beobachten kann.

Mittwoch, 15. September 2010

Gut Ding will Weile haben

Wie erzähle ich kurzweilig von 31,5 Stunden Reise?

Angefangen hat der spaßige Ausflug nach Japan mit einer 9stündigen Bahnfahrt von Lübeck nach Frankfurt. an sich wollte ich noch einen letzten langen Brief schreiben, aber das die Technik der Bahn dermassen ausgereift ist, dass kein Licht im Abteil funktioniert hat, hab ich einfach gepennt. So ging die Zeit auch recht schnell rum. Schnell noch nen Blick auf den bleuchteten Kölnr Dom bei Nacht geworfen -einfach irre schön- und eine Stunde mit einer Koblenzerin geschnackt und ich konnte in Frankfurt frohen Mutes aussteigen und einchecken.
Naja, so einfach war das nicht. Ich bin vorgewarnt worden, dass der Weg vom Bahnhof zum Flughafen eine dreiviertel Stunde dauert, aber obwohl ich langsam gegangen bin, ich hatte ja Zeit ohne Ende, bin ich in einer halben Stunde an meinem Schalter am weit entferntsten Terminal gewesen. Der hatte allerdings noch nicht auf, sodass ich auf einer Bank dort noch geratzt hab.
Der Check.In verlief einfach und anscheinend hatte ich kein Übergepäck, sodass ich mir noch rund 3 von 4 Stunden vertrödeln musst. Also ab zur aussichtsplattform. Gut, geplant war das nicht, ich wollte nur nen Kaffee von McD, aber warum nicht angenehmes miteinander verbinden? Dort saß ich nun in der schönen Morgensonne mit nem Kaffee und schrieb meine letzten Abschieds-SMS.
Zeitig ging ich dann zur Passkontrolle und zur Gepäckkontrolle. Wer hätte das gedacht: Bombenkontrolle an meiner externen Festplatte. Mit meinem Laptop htten sie dieses Mal Mitleid. Aber kein Problem, meine Blümchensticker haben den Beamten so fröhlich gestimmt, dass sie die Bombe nicht gefunden haben.
Die Watezeit im Vorraum will ich nicht erzählen, die ist langweilig. Im Flugzeug hatte ich wieder den Fensterplatz und einen Deutschen neben mir, mit dem ich nur ein "Hallo" und "Entschuldigung, ich müsste mal" getauscht habe. Ich war von dem Filmprogramm zu sehr abgelenkt. Topaktuelle Filme. Ich habe "Iron Man 2" auf englisch gesehen und "Valentinstag" auf deutsch. Es gab noch neuere wie "Prince of Persia", "Kick-Ass" etc. aber die kannte ich schon.
Der Service war super im Flugzeug: Essen a la carte. Ich hatte Talpia-Fisch auf Couscous. Und noch nen Kaffee, desert, Vorspeise, Snack....Und nen verdammt gut aussehenden Stewart. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass nur gutaussehende Leute im Flugzeug arbeiten dürfen und die Männer eigentlich alle schwul sind.


Nach 5,5 Stunden dann die Zwischenlandung in Abu Dhabi. Leider kann ich nichts dazu sagen, außer das es dunkel war. Ich konnte Palmen und Sand erkennen und es sollen 37 Grad gewesen sein. Ich hab mich allerdings nur drinnen aufgehalten udn das kostenlose W-LAN genutzt. Außerdem hab ich den Kerl aus der Reihe vor mir angequatscht der auch Auslandsstudent ist. Er geht an die Sophie (auch eine Uni von uns) und ist aus Trier, studiert allerdings Jura. Social Networking muss ja sein.
Im Flugzeug hab ich dann einfach nur versucht zu pennen, was eher schlecht als recht ging. Während des Essens hab ich dann noch den Film "Letters for Julia" angeschmissen -ja, den kannte ich auch noch nicht, ich weiß dasss das auch eine Schnulze ist-. Das Essen konnte ich mir auch wieder aussuchen und ich habe das Japanische Menü genommen, weil dort Soba-Nudeln waren. Aber leider hat es nicht ganz so gut geschmeckt.
Das Frühstück dann nachher war umso besser: Früchte, Croissant, Joghurt und Grüner Tee. Jetzt erst am Ende des 10stündigen Flus hab ich dann angefangen mit meinem italienischen Sitznachbar zu klönen. Er ist nur 4 Tage hier. Bis ich dann meinen Koffer hatte war das ne nette Unterhaltung. Und dann bin ich raus und abgeholt worden.
Mit 5 Deutschen sind wir dann durch Tokyo gecruist und ich bin dann mit Katja und ihrem Freund in unser Hostel angekommen. Es war ein "Wooden Capsule Hostel". Ich finde das sagt schon einiges und das Foto auch. War aber für eine Nacht definitiv in Ordnung, zumal sie eine Dusche hatten. Und der Common Room, also Aufenthaltssraum, mit dem kostenlosen Internet hat auch sein Übriges getan.


Aber der wurde erstmal nicht genutzt weil wir uns mit 12 weiten Leuten in Shinjuku getroffen haben, um zusammen zu trinken und essen. Kurz zusammengefasst: Pizza, Yakisoba (gebratene Nudeln), Takoyaki (Tintenfissbällchen), Hähnchen und Cocktails mit nichts an Alkohol drin.
Gegen halb 11 ging es zurück und trotz der Hitze (26 Grad)ist mein erster Einkauf ein Regenschirm gewesen. Naja, dann ein wenig Internet, Chatten und Nachricht abgeben und dann ging es auch schon ins Heiabettchen.
Morgens um 9 dann wieder raus und ab zum Wohnheim.

Aber das erzähl ich euch demnächst.

Freitag, 12. März 2010

Sehnsüchte

Tadaima!!!
Ich bin wieder im Lande. Und ich dachte eigentlich, dass ich das auch wollte, aber jetz will ich doch wieder in Japan sein.
Am Mittwoch Abend sind Stefan und Katha schon gefogen und ich habe sie zusammen mit ein paar Japanern zum Bus gebracht. Es flossen Tränen und letzte Geschenke wurden verteilt. Wir haben von unseren Gastgebern Fotoalben bekommen, wo die ganzen Gruppenfotos drin sind und von unseren Freunden kleine Briefe. Das hat uns allen gefallen.

Der Mittwoch ist sonst nicht weiter eewähnenswert. Ich habe nur meinen Kofer gepackt. Oh, doch. Morgens um 9, ich konnte an dem Tag ausschlafen, ging auf einmal meine Tür auf und jemand wollte in mein Zimmer. Die Tür ging wieder zu und wieder auf. Ein zaghaftes "Ohayo" (Morgen!) wurde gesagt und die Tür wieder geschlossen. Und dann klopfte es. Ich habe mich dann aufgerappelt und bin verschlafen an die Tür getorkelt. Das war Herr Ikeda, unser House Manager. Er dachte, dass niemand in dem Zimmer ist, da kein Name an der Tür klebte. Tja, den hat man mir am dritten Tag schon geklaut. Er hat sich tausendmal entschuldigt und ich habe gesagt, dass es okay ist. Abends bei der Zimmerabnahme hat er sich nochmal entschuldigt.
Am Donnerstag ging es dann um halb 7 aus den Federn. Ich habe mein Zimmer leer geräumt und bin nach Hiyoshi. Ich hatte schon Befürchtungen, dass ich mit dem Koffer in die Rushhour komme, aber das ging gut. In Yokohama habe ich dann meine Fahrkarte für den Bus gekauft und auf Rio gewartet, da ich es so verstanden hatte, dass sie mich noch verabschiedet. Wenn nicht, wäre das nicht so schlimm gewesen, ich bin schon ein großes Mädchen, dass alleine Bus fahren kann. Da sie 10 Minuten vor Abfahrt noch nicht da war, bin ich dann zum Bus. Da kam sie angerannt. Wir haben noch zwei, drei Worte gewechselt. Unter anderem hat sie erzählt, dass der 1.000 jährige heilige Baum in Kamakura gestürzt ist. Kein gutes Omen, habe ich gedacht. Und dann bin ich in den Bus gestiegen. Und da kamen sie, diese kleinen Mistviecher die ich hasse: Tränen.
Ich habe bestimmt die erste Viertelstunde geweint. Ich wollte Japan nicht verlassen, obwohl ich wusste, dass ich in einem halben Jahr wieder da bin.
Es war schönstes Wetter und der Bus fuhr über die Rainbow-Bridge von wo aus man einen Superblick auf mein geliebtes Minato Mirai hatte. Ich hätte fast übersehen, dass der Himmel so klar war, dass man hinter den Hochhäusern den Fuji-san gesehen hat. Er hat sich die ganzen 3 Wochen nicht geziegt, aber jetzt zum Abschied: ein gutes Omen.

Am Fughafen lief auch alles, noch nicht mal Sprengstoffalarm.
Im Flugzeug hatte ich eine 19jährige Japanerin neben mir. Wir sind aber erst am Ende warm miteinander geworden und haben und die letzten Stundne unterhalten. Sie flog nach München. Also konnte sie auch tatsächlich zwei, drei Wort deutsch, aber wir haben uns auf Japanisch unterhalten.
Das Fernsehprogramm war eher mau. Es sollte "New Moon" laufen oder "Hachiko". Toll, dachte ich, leckere Vampire und eine klassische Hundestory aus Japan, von der ich immer geredet habe und jetz kann ich es endlich sehen. Ne, lief nicht in unserem Flugzeug. Dafür habe ich den Kinderfilm "Where the wild things are" gesehen. (dt: "Wo die wilden Kerle wohnen"). Den wollte ich sowieso sehen, der sah knuffig aus. Dafür das das eine Kinderbuchverfilmung ist, finde ich die Story ziemlich heftig. Aber er war gut.
Essen war auch super, es gab diesmal mehr japanische Sachen wie O-Nigiri und O-Soba. Lecker!
In Kopenhagen lief auch alles (auch kein Sprengstoffalarm) und der kurze Flug nach Deutschland rüber war dunkel und ruhig. Es ist erschreckend zu sehen wie immer mehr Schnee auftaucht. Warum ist das in Deutschland noch so? Obwhol es wärmer ist als ich erwaret habe.
Tja, und meine Mutter war auch schon da um mich abzuholen. Zusammen mit meinem Koffer, der tatsächlich ein Kilo leichter geworden ist in Japan (bei mir weiß ich es noch nicht, ich gehe gleich zum Training und wiege mich dort) sind wir dann nach Lübeck.
Ich war langsam echt fertig. Insgesamt war ich 25 Stunden wach und unterwegs. Aber trotzdem habe ich nicht lange geschlafen. Naja, was soll`s.
Mit der Mitfahrgelegenhet ging es auch gleich schon mittags zurück nach Halle und jetzt sitze ich hier und schreibe meinen letzten offiziellen Japaneintrag. Alles ist ausgepackt, die ersten Mitbringsel verteilt und ich überlege, wie ich meine Stimmung beschreiben soll:
Ich bin schon froh in Halle zu sein, ich habe mich gefreut meine Jungs zu sehen und den Geruch meiner Wohnung zu riechen, aber ich möchte auch gerne nach Japan, wo ich neue Freunde gefunden habe und wo mich das Land fesselt.
Und das werde ich dieses Jahr auch wiedersehen. Garatiert!

Montag, 15. Februar 2010

Jungfernflug oder Als Terrorist nach Japan

Es ist vollbracht, ich bin in Japan und habe einen Internetanschluß. Für mich ist erst Abend, aber ich weiß, dass alle jetzt erst wieder zur Arbeit raus müssen..das erklärt auch warum ich so extrem müde bin.
Ich möchte euch meine ersten Erfahrungen mit dem Fliegen und Japan erzählen:
Wieder Erwarten war ich vor dem ersten Flug nicht im Geringsten aufgeregt, eher im Gegenteil, ich war gelangweilt. Viel zu früh am Flughafen gewesen und die Zeitschrift die ich mir gekauft hatte, hat auch nicht lange gehalten.
Der Check-In selber war kein Problem, aber die Kontrolle. Brav wie ich bin, habe ich alles in die hübschen Körbe gelegt und habe selber beim Durchgehen gepiept. Ganz ehrlich, habe ich auch nicht anders erwartet, wenn man seinen Schmuck und den Gürtel nicht abnehmen muss. An mir wurde nichts gefunden, aber an meinem Laptop. Den wollte man mir nicht aushändigen, ich dürfe ihn nicht weiter mitnehmen. Prima, ich habe ein wenig Panik gehabt. Da kommt ein netter und lustiger Herr vorbei, der meinen Rechner näher untersucht. Er zieht einen Streifen Irgendwas über das Gerät und prüft damit, ob er mit Sprengstoff gefüllt ist. Die Kabelage des Rechners sei äußerst ungewöhnlich heißt es. Mehr aber auch nicht, er tickt nicht und hat auch keine Sprengstoffspuren hinterlassen (bin nun mal ein gekonnter Terrorist ^^).
Dann steige ich in den ersten Flieger von Hamburg nach Kopenhagen und staune nicht schlecht wie klein das Teil ist. Der Flieger hat ungefähr die Größe eines Busses und genauso so viele Sitzreihen (13). Ich bin immer noch nicht aufgeregt gewesen und nach dem Flug wusste ich, dass ich das auchcnicht brauchte. Wer Achterbahnfahren mag, der mag auch Fliegen. Keine Probleme. Was soll auch bei 30 Minuten Flugzeit schief gehen?

In Copenhagen hatte ich auch keine Schwierigkeiten das richtige Gate zu finden und den Flieger zu besteigen. Leider hatte ich keinen sehr gespächigen Sitzpartner, aber imemrhin das Fenster. Das hat mich allerdings auch nicht zum Schlafen gebracht. Ich habe die ganze Zeit vor mich hingedämmert, weil mich auch das Filmprogramm nicht fesseln komnnte. Hier ist gerade kein Platz für Filmrezensionen, aber vielleicht hole ich das nach. Es gab "Surrogates" mit Bruce Willis und "Cloudy with a chance for meatballs". Essen ist auch gut gewesen und nett waren sie auch alle. Scandinavian Airlines sind zu empfehlen.

Meine größten Befürchtungen hatte ich am Narita Airport meinen Bus zu finden, aber der ist kleiner als gedacht, das ging alles fix, auch der Zoll und die Immigrationsfragen. Allerdings bin ich dadurch 2 Stunden früher durch gewesen als gedacht. Und nun findet mal ein Telefon am Flughafen. Laut Tafel war es da, aber irgendwie nicht dort wo ich gesucht habe. Und dann habe ich nur extrem großes Geld und keiner kann wechseln. Außerdem stand auf dem Telefon "Wählen Sie diese Nummer für den Anbieter, die Nummer für dieses Gebiet und die Nummer für was weiß ich was". Ich wollte doch nur auf Handy nrufen. Aber Dank meines perfekten Japanisch (助けて下さい-Bitte helfen Sie mir) lässt sich doch was machen. Aso habe ich bescheid gesagt, dass ich mit dem nächsten Bus ankomme und ich am Yokohama-Bahnhof abgeholt werden kann. Da hätte ich auch meine Orientierung verloren.
Auf der Busfahrt sind mir dann schon einige Dinge aufgefallen. Erstens, das Linksfahren ist irgendwie irritieren, dann sind wir 90 Minuten auf der Autobahn gefahren, obwohl Yokohama nicht so weit von Narita weg ist und alle ist Industriegebiet gewesen, außer dem Disneyland Resort, da bin ich auch vorbei gefahren ^^. An sich kan ich jetzt nicht behaupten, dass Japan mich bisher umgehauen hat. Ist vielleicht aber auch ganz gut so.
Von meinen leckeren Essenserfahrungen und Eindrücken schreibe ich lieber, wenn ich auch Bilder zu bieten habe....Japan ist ein Essparadie!
Nun gut, und dann mein Zimmer. Klein, ausreichend und definitiv sauberer als das in Halle. Die beiden Jungs, die hier Verwalter spielen, haben mir dann netterweise alles erklärt, mit Wäsche, Müll, Kochen, Schlüssel, Stromkosten und so weiter, und schön brav auf Japanisch. Ich kann sagen, dass ich nichts verstanden habe, aber andererseits habe ich verstanden was sie sagten. Ich denke, so soll das funktionieren.
Nach einem Kampf mit der Bettwäsche (wieso gibt es zwei Laken, zwei Decken , aber nicht einen richtigen Bezug?) und einer herrlichen Dusche, werde ich jetz schön ins Bett gehen.
Morgen geht das Abenteuer weiter...

Ich empfehle auch die beiden Blogs von Stefan und Katharina. Die mögen all das was ich schreibe ganz anders sehen^^.