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Montag, 7. April 2025

Eine Insel mit einem Berg

 Der Endspurt geht los, die letzten Tage brechen an. Deshalb machen wir nochmal einen Tagesausflug nach Enoshima. Wir waren den Bergen nah genug, jetzt kommt das Meer.

Ich war schon zweimal auf, bzw. bei Enoshima und die Insel ist wirklich schön. Also diese kleine Insel bei der großen Insel Japan. Wir kommen auch bei strahlendem Sonnenschein an und spazieren gemächlich über die lange Brücke auf die kleine Insel. Ich liebe das Meer, alleine der salzige Geruch macht mich glücklich. Und Enoshima ist so klein und winzig, eigentlich so wie Helgoland. Nur ist die Botanik eine ganz andere, man sieht die üppige Natur und einige Klippen. Im Gegensatz zu Möwen sind hier viele Falken unterwegs (und stehlen auch Essen). 


Wir haben uns am Anfang den Tagespass gekauft, damit können wir die Rolltreppe nutzen (lacht ruhig, es gibt unglaublich viele Treppen hier und nur ein Bruchteil ist davon abgedeckt) und haben Eintritt in die Attraktionen der Sea Candle und der Höhlen. Aber im dorthin zu kommen schlängeln wir uns erstmal durch die übliche Touristenstraße mit Mitbringsel und Essen. Den Haupttempel der Insel, der Hetsunomiya, ist gar nicht zu verfehlen. Die Treppen führen an ihm vorbei zu der Spitze der Insel. Als Heiligtum gilt hier der Drache. Der ist auch in den Höhlen zu finden und es gibt die Liebesglocke des Drachen. Wir steigen aber weiter hinauf zur Sea Candle, das ist ein Aussichtsturm auf dem Berg der Insel und der ist umgeben von einem schönen Park. Hier wachsen so viele Palmen und andere für uns exotische Pflanzen, dass man denkt, dass man im Urwald ist. 


Wie so unzählige Male in diesem Urlaub geht es auf den Aussichtspunkt und wir haben wieder eine komplett neue Sicht. Wir blicken auf die Hauptinsel, die kleine Insel Enoshima und auf den Ozean hinaus. Theoretisch haben wir auch die Chance den Fuji zu sehen. Aber natürlich versteckt er sich hinter einer sehr eindeutigen Regenwand. Man kann sehr deutlich eine Wetterfront erkennen und es ist abzusehen, dass wir bald nass werden. Daher wandern wir weiter Richtung der Höhlen. Es ist wunderbar, dass wir den ganzen Weg rausgeschafft haben, auf der anderen Seite der Insel geht es bergab. Zwischendurch immer mal eine kleine Straße mit Restaurants, aber wir gehen hinab bis zu der Brandung. Man hat sogar die Chance auf die dortigen Felsen direkt ans Wasser zu geben, aber tatsächlich setzt jetzt ein Gewitter ein. Bestens ausgestattet mit den Regenschirmen gehen wir weiter, da die Höhlen nicht mehr weit sind. Dazu müssen wir kleine Brücken überqueren, direkt über der Brandung. 

Vorerst sicher vor dem Regen sind wir in der Drachenhöhle der Insel. Man hat früher hier drin kleine Buddhafiguren platziert, da es als heiliger Ort gilt. In meist gebückter Haltung können wir in die Höhlen hinein und sie betrachten. In einer zweiten Höhle verbirgt sich dann der Drachengott. In meiner Erinnerung war das eine Drachenfigur auf dem Wasser. Aber das scheinen sie umgestaltet zu haben zu einer großen Drachenfigur die bei Klatschen der Hände blitzt und brüllt. Ein netter Gimmick, aber der alte Drache hat mir besser gefallen. 


Im Regen gehen wir zurück und wir erfreuen uns an den Stufen. An sich sind wir rund gefressen von all dem guten Essen hier, aber wir werden nen Knackarsch von all den Treppen hier haben. Um den Regen zu überbrücken und weil es Zeit zum Essen war, haben wir einen Zwischenstopp gemacht. Leider gab es die regionale Shirasu, kleine Minifischchen, heute nicht. Da hatte ich mich sehr drauf gefreut, aber was will man machen. Wir haben auf jeden Fall den Regen perfekt abgepasst und konnten dann im Sonnenschein wieder weitergehen. Und das bedeutet hinauf, die ganzen Stufen die es in die Höhlen ging, geht es wieder hoch und die Stufen die wir vorhin gespart haben um hinauf zu gehen, durften wir jetzt hinuntergehen. Ich preise dabei auch gerne die Wadenmassagefunktion unseres Massagesessels an, die lohnt sich nach so einem Tag. 


Mit der Sonne im Rücken geht es zurück an das Festland Japans. Da der Weg ein bisschen länger ist und Marcel noch mal nach Shibuya wollte sind wir dann zurück ins Zentrum gefahren, hinein in die Menschenmengen. Auf der Insel war es ziemlich ruhig. Es war viele Chinesen unterwegs und nur ne Handvoll Europäer. Diese Tagesausflüge ins Umland sind definitiv zu empfehlen wenn man den Touristenspots entfliehen will.

Im Gegensatz zu Shibuya. Es ist überfüllt von Menschen. Aber Marcel wollte in den einen bestimmten Laden wo er eine tolle Figur gesehen hat und sie sich als Mitbringsel kaufen wollte. Also haben wir das gemacht. Zur Belohnung durfte ich dann noch in das Pokemon Center Parco in Shibuya. Es war nicht so groß wie erwartet, aber natürlich mit Ausländern überrannt. Immerhin die Aushängefigur, Mewtu im Tank, hat sich gelohnt. Jetzt werden nur noch die letzten Mitbringsel besorgt und die Frage wird immer lauter ob wir alles mitbekommen. Nur noch zwei ganze Tage...


Sonntag, 23. März 2025

Von Tokyo-Eki nach Ueno und zurück

 Nach dem späten Abend hatten wir für Sonntag sowieso ein sehr entspanntes Programm vorgesehen. Erstmal ordentlich Ausschlafen und dann einen entspannten Tag in Ueno und seinen Museen.

Marcel hat leider am Vortag eine Problem mit der Klimaanlage bekommen. Wenn wir im Hotelzimmer oder woanders drin sind, dann muss er fürchterlich husten. Nachts ist das natürlich ganz schlimm. Wir Deutschen sind die Klimaanlagen und die dadurch sehr trockene Luft nicht gewohnt. Und als wir heute morgens geduscht haben, wurde es auch extrem warm im Zimmer. Ein Grund mehr viel Zeit unterwegs zu sein.

Ueno ist mit der Bahn nur einen Katzsprung entfernt. Und Katzensprünge kann man gut laufen. Laut GoogleMaps nur 55 Minuten. Ein Klacks bei dem Wetter. Es waren wieder 25 Grad angesagt. Die Strecke war auch einfach nur geradeaus. Und tatsächlich hat es ungefähr 4 Stunden gedauert da zu sein. Der Masterplan für den ganzen Urlaub sieht so aus, dass wir große Sachen schon gebucht haben und sonst die Tage nach Regionen und ggfs kleinen Sachen aufgeteilt haben, damit bleibt uns maximale Flexibilität. So auch heute. Der Weg führt von Tokyo-Eki nach Nihonbashi. Auch noch ein sehr edles und aufgeräumtes Viertel voller Edelboutiquen und Marken. Aber hier finden sich auch kleine Juwele wie ein künstlerischer Upcyle-Laden. Die Roboter im Schaufenster haben uns aufmerksam gemacht und drinnen haben wir tolle Sachen aus alten Maschinen, Materialien oder Stoffen gefunden. Wir sind mit einer Designerin ins Gespräch gekommen die alte Kimonos in neue Klamotten verarbeitet. Superschön, aber für das Portemmonaie ein wenig zu teuer. Zumal die Gefahr sehr groß ist, dass man es nicht wirklich anzieht.

Nach Nihonbashi sehe ich vertraute Hochhäuser und erkenne: der Weg führt uns direkt durch Akihabara. Das bekannte Elektroviertel ist immer noch DAS Viertel für Animefans oder Spielefreunde. Man findet unglaubliche viele Fanshops, GatchaGatcha und Greifautomaten oder Shops die sich auf Sammelkarten spezialisiert haben. Und Maid-Cafes.

Als erstes fiel mir jedoch ein Taiyaki-Stand auf und erkannte, dass es der Stand ist, wo es Karpador-
Taiyaki gibt. Für alle Nicht-Japan-Nerds: Karpador ist ein Pokemon in Fischform, an sich das schwächste und sinnloseste Pokemon, aber es hat Kultstatus. Taiyaki sind Waffeln in Fischform die traditionell mit der Rotenbohnenpaste (Anko) gefüllt ist. Also ist es das, was wir essen müssen. Es war auch superlecker. Marcel liebte die Cremefüllung und ich hatte Rote Bohnen mit Kastanie.

In Akihabara waren wie immer viele Maids, Mädchen in niedlichen Kostümen, die Menschen ansprechen um mit ihnen ins Maid-Cafe zu gehen. Nun ja, long story short: wir wollen ja alles machen. Also sind wir mit einem süßen kleinen Mädchen in ein Cafe. Natürlich lag die Hauptkonversation bei mir, aber Arare, so hieß die Kleine, hat es gut gemacht. Natürlich ist das ein sinnloses und teures Vergnügen, aber die Mädchen bedienen ein echtes Bedürfnis. Hört sich verbotener an, als es ist. In Maid Cafes gehen Männer um mit Mädchen zu sprechen und ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Ja, oder auch eklige Typen die nen Fetisch haben. Aber es geht im Endeffekt darum, dass du dem Mädchen entweder einen ausgibst oder etwas zu essen bestellst, wo sie dann mit Schokosauce oder Ketchup Dinge drauf schreibt. In dieser Zeit ist sie für dich da und unterhält dich, zollt dir Aufmerksamkeit und tut so, als wärst du die interessanteste Person überhaupt. Obwohl wir sehr zurückhaltend mit dem Konsum waren, hat Arare ihren Job echt gut gemacht. Obwohl sie kein Englisch kann, hat sie das Gespräch super geleitet und uns wirklich aufmerksam zugehört, auch Marcel. Das muss man ihr lassen. Und natürlich wird die verbrachte Zeit mit Geld aufgewogen. Das Cafe selbst war...nun ja....in meinen Augen nichts wo ich meine Zeit verbringen möchte. Aber da gibt es unterschiedlichste Formen und Themen, je nach Geschmack. Es war eine Erfahrung wert und wir haben was zu erzählen. Natürlich gibt es in Japan auch das Gegenstück für Frauen: Host-Clubs.

Weiter führt uns der Weg dann nach Ueno, aber auf dem Weg haben wir noch eine kleine Rösterei entdeckt. Vorranging beruflich bedingt haben wir dort gehalten und noch einen Kaffee genossen. Der war auch wirklich gut, sodass wir gestärkt in Ueno angekommen sind. Statt aber direkt in den Park mit den Museen zu gehen, fiel der Blick in die Nebengasse und wir sind in der Ameyoko Dori, einer weiteren sehr bekannten Einkaufsstraße eingetaucht. Dort war es, wie überall, voll, aber nicht ganz so sehr voller Touristen. Hier war das Hauptaugenmerk auch nicht auf Mitbringsel, sondern auf Lebensmittel. Es gab einige Fischhändler oder Gemüsestände und man kannte superfrisches Sushi genießen. Was wir natürlich taten. Marcel ging es vorrangig um Austern und die waren unvergleichlich zu denen die wir damals in Wien gegessen haben.

Danach hatten wir auch kein Bock mehr auf das Rumgewusel und sind in den Ueno Park. Und Überraschung: hier fand ein Kirschblütenfest statt. Tatsächlich knospen erst zwei Bäume, aber auch hier wird es erst nächste Woche romantisch rosa sein. Überall waren Fressbuden aufgebaut und zahlreiche Menschen saßen bereits wie bei der Kirschblütenschau auf dem Rasen und picknickten. Wir waren begeistert, dass es mehrere Extrazelte gab, wo man seinen Müll abgeben konnte, getrennt natürlich. Deutschland schafft es gerade mal ne Extratonne hinzuklatschen.


Am Ende des Parkes angekommen sind wir in das Naturwissenschaftliche Museum gegangen. Wir wollten Dinos sehen. Tokyo hat eines der drei einzigen vollständigen T-Tex Skeletten. Es ist beeindruckend davor zu stehen und zu sehen, wie groß die Tiere damals waren. Der große Langhals-Dino (ich bin nicht sicher welcher genau) ist gerade in Osaka zur Expo unterwegs. Dennoch sind sie alle riesig. 


Man hat uns mit der Schließung mit rausgescheucht und wir sind auch direkt zurück nach Hause gelaufen. Spannenderweise war der Weg nun viel kürzer. Irgendwie kamen wir schneller voran. Dennoch hatten wir die Augen offen um noch richtig zu Abend zu essen und mir fiel ein Tempura-Restaurant ins Auge. Klein und schnuckelig. Man sitzt direkt vor dem Koch und sieht genau, wie frisch die Zutaten sind und wie er es zubereitet. Die Preise waren allerdings für Tempura recht hoch. Aber man merkte, dass wir uns was Gutes ausgesucht haben. Geschmacklich war es auch herrlich. Die Meeresfrüchte waren sehr zart und das Gemüse saftig. Es gab Gemüse, das wir noch nie gesehen haben (Pestwurz). Durch ein Gespräch mit dem Sitznachbar kam auch raus, dass es eins der besten Tempura Restaurants der Stadt ist. Satt, aber nicht vollgefressen wie die letzten Tag ist es zurück ins Hotel gegangen.

Wir haben mit dem Hotel bezüglich der Klimaanlage und dem Husten gesprochen. Nun experimentieren wir mit der Klimaanlage herum, wie es am besten ist und haben einen Luftbefeuchter bekommen. Mal schauen ob es klappt.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Sightseeing mit Yvonne

Nach einem 4 stündigem Volleyball-Match am Sonntag auf Portugiesisch (nein, ich hab nichts verstanden!), was mir einen höllischen Ganzkörpermuskelkater auf den alten beschert hat, hab ich Montag zwei eher lächerliche Vorträge gehalten. Meine geliebte Gruppe war grausam, aber ich denke insgesamt waren wir im Mittelbereich.
Dienstag kam Maria nach Tokyo. Sie studiert mit mir in Halle und ehrlich gesagt kennt man sich, aber hat an sich nicht sooo viel miteinander zu tun gehabt. Egal. Weil sie mir was für Nicole geben wollte, hab ich mich spontan in ihre Sightseeing-Tour eingehängt. Allein in Tokyo ist doof, da zeig ich doch gerne was.
Und es fing an, dass wir uns im Tokyo Bahnhof treffen wollten. Der ist neben Shinjuku grausam. Man weiß nicht wo was ist, aber der Zufall hat uns zueinandergeführt. Aber dann mussten wir den richtigen Ausgang finden..gut, Faustregel in japanischen Bahnhöfen: aufhören zu denken und blind den Schildern folgen. Hat funktioniert. Glücklicherweise konnte ich mich ausserhalb des Bahnhofes wieder orienteren und wir haben dann den Kaiserpalast aufgesucht. Für mich weniger interssant, allerdings mag ich die Umgebung und das Schicksal hat uns echt gern: der Prinz ist an dem Tag nach Tohoku gereist und wir konnten ihn an uns vorbeifahren sehen. Damit hab ich dann die ganze kaiserliche Familie live erlebt. Yes! Das können nicht so viele Japaner von sich behaupten. Quer durch den benachbarten kaiserlichen Garten sind wir dann zum Yasukuni-Schrein getappert. Wenn man schon auf der Ecke ist, muss man alles Historische zeigen. Und was ich für tolle Geschichten parat hatte. Uni bringt doch etwas!
Nach ner kurzen Rast sind wir dann quer vom Norden in den Süden durch Tokyo zum Tokyo Tower. An sich war der Plan hochzufahren, aber die haben ordentlich die Preise angzogen, sodas wir dann einfach in die Mitbringselecke wollten. Aber dann: Pokemon! Wie ungünstig, nicht nur das ich bescheuerte Fotos mit den Maskottchen des Towers machen musste, nein, ich musste auch noch ne dämliche PokemonMütze aufsetzen und vor riesigen Pokemon posen. Ja, da haben die Kinder gestaunt^^. Ich denke Maria hat auch ne Seite von mir entdeckt die sie nich nicht kannte.
Nachdem wir nun nicht die Aussicht geniessen konnten, hab ich ihr die Aussicht auf Tokyo Bay gezeigt. Ich rühme mich mal damit, dass dieser Spot nicht allzu bekannt ist.
Weiter gng es dann wieder Richtung Norden nach Asakusa. Dort ist auch Marias Hotel und nach nem Abstecher durch die Nakamise-Straße und einigen klugscheißerischen Bemerkungen zu dem Tempel, haben wir es auch gesucht. Und wider Erwarten auch recht schnell gefunden. Es ist klein, aber für das Geld absolut ausreichend.
Und dann haben wir noch ne Runde Monja gegessen. Maria kannte es nicht und wir haben über so manchem Kanji gegrübelt, aber es war lecker und spaßig. Ich bin eingeladen worden. Was mir bei den Preisen fast leid tat, aber die Rechnung war dann die Hälfte von dem Erwartetem. Wir beide haben gestaunt, aber ganz ehrlich, wer fragt in dem Moment nach warum man so sopttgünstig gegessen hat?


Es war ein langer, spaziergangreicher Tag und es war schön mal wieder komplett auf Deutsch zu reden. Wir haben die Unterschiede zwischen Deutschland und Japan verglichen und kaum Unterschiede zwischen Nagoya und Tokyo festgestellt.
Donnerstag geht es weiter....

Montag, 13. Juni 2011

Brasilien schleicht sich in mein Leben

Und wieder ist eine wunderbare Woche zuende die sterbenslangweilig war, aber das Wochenende kann es zum Glück immer retten.
Samstag sind Midori und ich von den Freunden meiner chinesischen Freundin zum Sukiyaki eingeladen worden. Frage 1: Von wem? Frage 2: Was ist Sukiyaki? Bis Samstag wusste ich beides selber nicht.
Zu Frage 1: Ich bin nur gefragt worden: "Yvonne, meine Freunde würden dich gerne zum Sukiyaki einladen. Du kennst sie nicht, aber sie hätten gerne mehr Nicht-Japanische Freunde." Ja, das ist genau der eine Grund der mich immer NÖ! sagen lässt, aber in der Situation erschien mir das als gemein. Ich kenn die ja nicht, vielleicht hat sie sich doof ausgedrückt und Sukiyaki soll lecker sein. Also hab ich zugesagt, bin aber mit relativ wenig Erwartung an die Sache rangegangen. Midori hingegen, meine brasilianische Nachbarin, hat sich aufgebretzelt und hat sich nen Keks gefreut.
Nach einigen Missverständnissen haben Midori und ich Li, die Chinesin, und A-chan, der Kerl in der Runde, in Ikebukuro getroffen. Zusammen haben wir Essen gekauft und Midori und A-chan haben sich sofort gut verstanden. In Okikubo sind wir dann auf Mai-Mai und Minami gestossen, somit war die Gruppe komplett. Noch schnell, oder eher langsam, haben wir Getränke und Naschkram besorgt. Ich kam mir ein wenig abseits vor, Midori war sofort integriert, ihr japanisches Gesicht macht garantiert einiges leichter, nur Li hat sich mit mir unterhalten. Aber meine anfängliche Befürchtung hat sich dann in Mai-Mais Wohnung zerschlagen. Nun saßen wir uns alle gegenüber und haben zusammen das Essen zubereitet, da hat man sich unterhalten und ich scheine auch nen recht guten Japanischen Tag gehabt zu haben, ich kam mir selber flüssig vor.


Nun zu Frage 2: Sukiyaki ist eine Art Eintopf-Fondue. Allen denen ich erzählt habe das sich gehe, haben gefragt ob sie mitkönnen, weil sie es lieben. Hm...
Man kippt Sukiyaki-Soyasauce in einen Topf lässt es anköcheln und gibt dann alles dazu was man essen möchte. In unserem Fall Rindfleisch, Tofu, Spinatzeugs, Glasnudeln, Brotstückchen. Dann lässt man alles hübsch köcheln. Wenn alles durch ist -wunderbar an dem Fleisch zu erkennen- schlägt sich jeder ein Ei in einer Schale und sucht sich das was er essen will aus dem Eintropf, tunkt es in das rohe Ei und isst es. Ja, liebe Deutsche, man tunkt es ins rohe Ei. Ich selber war nie ein Freund davon und in D-Land kam mir bei wabbeligem Weißem bei dem Frühstücksei fasst das Frühstück hoch, aber hier wird viel mit rohem Ei gemischt und es ist echt lecker.
Wir haben zwei Runden zubereitet und uns gut unterhalten. Da Deutschland in der Runde nicht so bekannt war, musste ich mit einigen Klischees aufräumen und habe doch tatsächlich festgestellt, dass wir Deutschen ganz schöne Säufer sind, zumindestens die Studenten.^^ Immer wenn man sich trifft hat man sein "Konversations-Bierchen". Naja, solange man noch ohne leben kann.....
Und dann ging es los mit mir: zur dritten Runde ist mir nicht mehr wohl gewesen...der Kopf meinte zu spinnen und realtiv rapide ging es dann auch bergab. Ich habe nach Schmerztabletten gefragt und der Schmerz ging auch wieder weg, allerdings sind die, was wesentlich schlimmer ist, Nebenerscheinung geblieben. Während die anderen weitergegessen haben, musste ich wegsehen, weil ich den Anblick von Essen auf einmal nicht mehr ertragen konnte und das rohe Ei in mir Hallo sagen wollte. Das Gespräch, was ich super gut verstanden hab, zum Teil besser als Midori, war auf einmal unverständlich. Wie es für nicht Muttersprachler ist, baut man die Sprache im Kopf um, aber ich war auf einmal nicht mehr in der Lage, es hat zuviel Zeit gekostet und ich war raus.
So leid es mir tat, ich habe die lustige Runde verlassen, mit dem ersten Migräneanfall seit ich in Japan bin. Alle haben sich gesorgt, aber ich konnte alleine nach Hause. Ich war lediglich nur nicht in der Lage Informationen zu verarbeiten. Nach Hause finden ist da kein Problem, auch wenn man schläfrig wird. Aber einmal umsteigen und ich konnte durchfahren. In Ikebukuro, ich döse vor mich hin, stellt sich auf einmal jemand vor mich und ruft "RU RU RU". Oh man, ohne die Augen aufzumachen hab ich gesagt "Ima dame!" (Jetzt ist schlecht). Yo hat Feierabend und ich hab ihn in der Bahn getroffen. Er hat sofort gesehen, dass ich nicht auf dem Damm bin und wir sind zusammen nach Hause. Ich will die Leute aber gerne nochmal treffen.
Nebenfrage: Warum Migräne? Ich schätze das Wetter. Es war nicht übermässig warm, aber die Schwüle in Japan ist grausam, ohne sich zu bewegen tropft man und ich hab die ganze Zeit feuchte Haare. Da macht der Körper irgendwann nicht mehr mit.

Sonntag, nach ausreichend Schlaf, hab ich Bruno zugesagt zu der Dinosaurier-Ausstellung im Tokyo Tower zu gehen. Bruno ist der Brasilianer, den wir letzten Sonntag im strömenden Regen getroffen hatten. Zusammen sind wir aufgebrochen und wie sich während der Fahrt herausgestellt hat, haben alle anderen abgesagt. Aber was soll's, verbring ich den Tag mit einem mir bis dahin absolut unbekannten Kerl (Insider -> "最初皆での方がいい"/ Zuerst mit allen zusammen). Er wusste, dass ich Pokemon mag, weil wir letze Woche ja in Yokohama welche gesucht haben, also sind wir

ins Tokyoter Pokemon-Center gegangen. Wow, der Großteil er Besucher ging mir bis zur Hüfte und ich will garnicht zählen wieviele Kinder vor dem Geschäft mit einem DS in der Hand saßen und gezockt haben. Und wieder stelle ich fest: ich kenne keins der neuen Pokemon. Hat sich innerhalb einer Woche nicht geändert, aber ich befürchte, ich hab ein neues Pokemon gefunden, das Potenzial zum Lieblingspokemon hat: Schnodder-Bär. Ich hab keine Ahnung wie es heißt, aber es hat Schnodder an der Nase. Herrlich.


Nach dem Kampf ums Überleben im Pokemon-Center sind wir dann zum Toko Tower und haben uns Dinoskelette angeschaut. Neben T-Rex gab es die Klassiker Stegosaurus und Tryceratops....den Rest kannte ich dann namentlich nicht mehr, aber überraschenderweise waren wir Deutsche mit 4 Skeletten vertreten *stolz* Brasilianische Dinos gab es nicht, nur einen Argentinier...lassen wir einfach mal durchgehen. Was soll ich euch groß zu Dinos-Knochen sagen? Sie sind groß, echt beeindruckend und Kindermassen waren in der Ausstellung. Ich sag einfach mal: wenn ihr die Chance habt echte Dinos anzuschauen, tut es.
So, Hauptziel des Tages erreicht: und nun? Wir wollten die Lumination des Towers sehen, aber es war erst halb 4, was macht man solange? Wir haben uns die Miniparks in der Umgebung angesehen, aber die schließen auch alle um 5 und haben auf dem Kinderspielplaztz gespielt^^ Dann ab zu Starbucks. Dort haben wir rumgegammelt, aber weil genau an dem Tag die Sonne länger scheinen wollte (hinter Massen von Wolken) sind wir nochmal ins Poke-Center. Und dann dämmerte es langsam, nur damit wir feststellen konnten das Japaner endlich sowas wir Elektrizitäts-Sparmaßnahmen durchziehen: der Toko Tower war nicht beleuchtet. Nun gut, passiert.
Also ab nach Hause. Bruno kannte lustigerweise kaum Mädels aus dem Wohnheim und auch die Kerle machen sich rar, also haben wir beschlossen zu kochen und wie es das Schicksal so will waren alle Brasilianer in der Küche versammelt...und ich. Es wurde in Portugiesisch gesprochen und es war irgendwie wie früher: lustig, laut und voll. Es war schön in der Küche zu sitzen, kaputt vom Tag, irgendwelche Reste die wir zusammengekramt haben, essend und auch wenn ich sprachlich nicht mitkam, es war eine Einheit und ich war Teil davon.
Es ist ja wohl klar, dass ich eines Tages nach Brasiien gehe und dort ne Rundreise mach um alle mal zu besuchen^^. So wie es hoffentlich klar ist, dass mich alle Brasilianer mal besuchen kommen.

Sonntag, 5. Juni 2011

Minato Mirai, DAS ist mein Paradies!

Nach dem berauschendem Tag gestern sollte es heute so weiter gehen.
Ursprünglich hatte uns unserer Sprachlehrerin zum Essen geladen, sodass ich geplant habe, in Yokohama nach dem Essen nach langer Zeit wieder nach Minato Mirai ins Pokemon-Center zu gehen. Das Essen ist jedoch krankheitsbedingt ausgefallen, aber ich wollte so sehr nach Minato Mirai, das sich es trotzdem gegegangen bin. Am
Vorabend hab ich Midori und Sayuri gefragt ob sie mit wollen und morgens hat Yo sich noch gemeldet, da seine Pläne auch gestrichen wurden und er auch mit wollte.
Also machen wir uns auf den Weg und fahren komplett durch ins China Town von Yokohama. Es ist eins der Touristenpunkte dort und auch wirklich schön bunt. Überall sieht man Panda und Chili-Anhänger. Man kann die berühmten Niku-man kaufen (Art Brot mit Fleisch drin -sehr lecker) und heiße Maronen. Wir schauen uns geschwind den farbenreichen Tempel an und dann marschieren wir an die Wasserfront.
Leider war der Himmel bewölkt. Es war warm, aber leider konnten wir die Skyline von Minato Mirai von dem Yamashita Park aus nur gräulich sehen. Es ist trotzdem immer wieder schön, außerdem roch es wieder nach Meer. Wunderbar. Heute gab es dann noch

Drachenboot-Rennen weswegen es im Yamashita Park recht voll war. Aber kein Ding, da Yo realtiv wenig Zeit hatte sind wir dann auf den Osanbashi-Steg gegangen sind. Ich bin mir über den Nutzen nicht sicher, aber der Steg war irgendwie toll mit Holz bearbeitet und wäre es ein sonniger Tag gewesen, wäre ich versucht gewesen dort zu sitzen und aufs Wasser zu starren. Aber es sollte nicht sein, und über einen kleinen Umweg, sind wir dann direkt ins Minato Mirai Gebiet gewandet und haben die Queens Tower geentert. Mein Plan das Poke-Center zu besuchen hat geklappt, schnell ein Beweisfoto mit Yo geschossen und dann ist er auch schnell zur Arbeit, während wir Mädels dort gestaunt haben, dass wir kaum eins der Poke-Viecher mehr kennen. Tja, es ist lang lang her, das es "nur" 150 davon gab. Und nun gibt es zig Plüschtiere zu den hässlichen Neuen aus den neuen Editionen "Weiß" und "Schwarz". Kaum eins aus der ersten Edition ist noch da und mein Lieblingspokemon eh nicht. Egal, es ist trotzdem toll zu sehen was es für nen Blödsinn gibt.
Das haben wir dann auch gleich gegenüber im Totoro-Shop und Jump-Shop gemacht. Kurz ein Abstecher in H&M (ich brauchte ne neue Sporthose und ich habe gehofft eine in meiner Größe dort zu finden -Yepp) haben wir uns ein Eis gegönnt, zu dem uns die Belegschaft ein Liedchen gesungen hat. Aber das wollten wir ja nicht ansetzen lassen, also das Eis, also ging es wieder zurück nach China-Town um richtig zu essen. Uns knurrte echt schon der Magen (5 Stunden am Marschieren und bestimmt rund 10 Kilometer geschafft).
Aber finde da mal was günstiges. Tabehôdai gab es ohne Ende, aber wir wollten nicht fressen, sondern einfach was essen und haben dann auch was nettes gefunden. Wir saßen bestimmt zwei Stunden da und haben uns unterhalten. Mit Sayuri und Midori kann man sich echt gut unterhalten, über Blödsinn, Ernstes, Kerle, Pokemon und Girlie-Girl-Stuff. Wie sich herausstellte, wird Sayuri "mit mir" im August ausziehen. Sie geht dann an ihre Uni in Kyoto und Midori wird wohl allein zurückbleiben, also was Freunde angeht. Natürlich kommen andere zurück die sie kennt, aber es ist wieder überraschend wie eng man zusammenwächst. Ich hätte nie gedacht, dass die Bindung so stark sein kann, da ich mit beiden Brasilianerinnen noch nicht soviel zusammen gemacht hab.
Also mussten wir das heute noch in einer Purikura-Session, perfektioniert mit einer Runde Taiko besiegeln. Ja, es war ein langer und anstrengender Tag. Und dann treffen wir noch Bruno, einen weiteren Brasilianer aus dem Wohnheim den ich noch nicht kannte, in der Bahn. Was für ein Spaß, man kann nur hoffen, dass die Japaner nicht so flüssig in Englisch oder Portugiesisch sind.
Das I-Tüpfelchen des Tages: Es goss wie aus Eimern als wir zurück kamen. Wir haben ne Viertelstunde gewartet, aber da Regen nicht so schnell aufhört in Japan sind wir dann (ohne Regenschirm selbstverständlich) losgejoggt, um dann festzustellen, dass normales Gehen den gleichen Effekt hat: man wird nass. Lustigerweise holt uns Yo auf dem Weg ein, weil er Feierabend hatte. Das war ein genialer Abschluß.

Endlich hab ich ein Wochenende wieder voll genossen. Was mach ich nächste Woche?

Samstag, 23. Oktober 2010

Bunte Bildchen

Zeit für nen neuen Blogeintrag:
Am Donnerstag haben wir in Business einen Gastvortrag zum Thema Japanischer Sarariman" bekommen. Wie den meisten bekannt ist, ist dieser Salaryman (hier die englische Schreibung, in den Tüttelchen ist die Japanische) ein Symbol für den japanischen Arbeiter. Er symbolisiert Arbeit, Männlichkeit und ein sicheres Einkommen. Für uns Europäer ist er hingegen die Langeweile pur, weil wir einen langweiligen Schreibtischjob damit verbinden, aßerdem sieht man keine Unterschied zwischen all den Sarariman in der Bahn. Alle haben sie nen dunklen, aber perfekt geschnittenen Anzug, die meisten mit nem schwarzen Aktenkoffer, manche mit einer schwarzen Männerhandtasche. Homogenität wohin man schaut.
Trotzdem gibt es eine Mangasparte, die man "Sarariman-Manga" nennt. Es geht um, ratet mal, ja: Sarariman. Und diese Sparte soll sehr erfolgreich sein (hauptsächlich natürlich unter Sarariman).
Unser Gastdozent hat dieses Phänomen untersucht und die Darstellung des Arbeiters untersucht. Speziell an dem Manga "Sarariman Kintaro". Und weil das natürlich zu eintönig ist, und manche Emanzen nicht einverstanden sind, hat er das noch auf die Darstellung der Frau in der Mangawelt ausgeweitet.
Wir hatten eineinhalb Studne lange einen äußerst interessanten Vortrag über einen uns bisher unbekannten Bereich der Mangawelt.
Und da soll jetzt bitte wieder einer meiner Eltern kommen und sagen "Yvonne, sag mal wie alt bist du, dass du noch Manga liest?" Tja, hier ist es absolut normal, in JEDEM Alter und jeder Position.

Hier der erste Teil des dazugehörigen Animes....wer will.

In der Woche selber ist dann nichts superspannendes passiert. Ich hab am Freitag Yûsuke trainiert und ich bin beeindruckt. Dafür dass er lange nicht mehr trainiert hat, hat er ganz schön gut mitgehalten. Respekt! Er hat mir erzählt, dass er wieder trainieren will, weil er am Bauch "puni-puni" ist. Auf deutsch wäre dieser schöne Ausdruck "schwabbel-schwabbel". Ihr könnt euch jetzt keinen dicken Japaner vorstellen? Kein Problem, er ist auch nirgends puni-puni, aber soll ich jetzt nen Japaner mental aufbauen und sagen er sei perfekt, absolut sexy und unglaublich begehrenswert? Naja, könnte ich, aber ich weiß noch nicht genau, wie das hier aufgenommen wird ^^

Am Freitag hab ich dann mit Katja zusammen Julä und Karsten in Ikebukuro getroffen. Ich wollte eh shoppen, Halloween steht an, und Julä ist für ein paar Wochen im Land. Das muss man kombinieren. Wohooooo!
Kurz: gekauft hab ich nicht das was ich für's Kostüm brauche, aber Proteinshakes (endlich!) udn zwei Manga. Wir mussten ja natürlich ins Book Off und billige Bücher anschauen. Ich hab mir zwei Pokemonmanga mitgenommen, weil sie so putzig waren. Jetzt hab ich gerade gesehen, dass sie für die Junior-High geeignet sind, das heißt ein wenig simpleres Japanisch haben. Ich könnte mich wegschmeissen so lustig ist der Manga.
Nach einen Purikura mit uns vieren hat Katja uns im Book Off verlassen, weil sie zu ner Party wollte. ch denke darüber wird sie in ihrem Blog irgendwann schreiben.
Zu dritt haben wir dann "Sushine City" eine Einkaufs-Mall in Ikebukuro unsicher gemacht. Schnick-Schnack hier und dort, Disneyland, Totoro-Laden und Hello-Kitty-Shop dort drüben. Herrlich. Was es nicht für unsinnigen Blödsinn gibt. Als Karsten dann auch weg ist, haben Julä und ich und auf die Suche nach etwas Essbaren gemacht. Yvonne ist wieder ein wenig pingelig was das Geld angeht und wir sind ziemlich lange herumgeirrt.
An der Stelle wo Katja und ich unsere erste Begegnung mit einem Host hatten, stand doch tatsächlich wieder Mr. Bling-Bling-Gürtel. Der Typ würde mir immer wieder auffallen. Wir gehen an ihm vorbei und hören ein leises "Hallo, hallo!" Wir haben und umgedreht, seinen Flyer genommen und auf seine Frage "Trinken?" mit Nö geantwortet und weiter. Glück gehabt.
Ja, ne. Doch nicht wirklich, weil an der nächsten roten Ampel wieder zwei Host ankamen. Die sahen besser aus, aber auf unseren deutlichen Hinweis, dass wir zu zweit was Essen und nicht Trinken wollen, haben sie nicht reagiert und gesagt, wie seien hübsch blablabla schnulz schleim. Ein Glück ist die Ampel irgendwann auch wieder blau geworden (in Japan sagt man "Die Ampel ist blau" weil die Farbe wirklich eher einem Blauton ähnelt) und wir sind einfach rüber gegangen. Julä hatte danach dann auch einen gehörigen Respekt vor den Männern mit den unmöglichen Frisuren.
Endlich haben wir uns dann in ein Fischrestaurant gesetzt, in einen Tatamiraum, also ein Raum, wo man an den niedrigen Toschen kniet oder im Schneidersitz sitzt und uns mit Sashimi verwöhnt. Es waren noch ein paar Sarariman in dem Raum und Julä sagte, dass die immer sehr interessiert aufgeschaut haben, als ich auf Japanisch bestellt habe. Naja, sooo gut ist mein Japanisch jetzt nicht, dass man darüber staunen müsste. Wenn die Herren nach dem Klogang dann den Raum wieder betreten haben, hatten sie immer einen schönen Blick in mein Dekoltee (man sitzt ja auf den Boden) und haben ihn genutzt (dazu ist er ja da), und ich hab mich aber die ganze Zeit gefragt, wann die werten Herren dann mal Eier in den Hosen haben und uns ansprechen, betrunken waren sie ja schon und sie wussten das wir Japanisch verstehen. Nicht, dass ich da megascharf drauf gewesen wäre, aber wer starrt....

Und als wir unsere Sashimi-Platte, verziert mit einem Fisch bestehend aus Gräte und Kopf, aufgegessen hatten, hat uns die Kellnerin erklärt, dass der unvollständige Fisch noch essbar ist und das sehr lecker ist. Es ist ein Service des Hauses. Was? Ihr versteht den Zusammenhang nicht ganz? Macht nix, sah bei mir genauso aus. Da es aber ein Service war, hab ich die Frau machen lassen und hab den Fisch komplett frittiert serviert bekommen. Also den zerschnippelten Dekofisch von der Sashimi-Platte. Naja, ich hab da ja keine Hemmungen und udn hab ihn dann komlett mit allem Drum und Dran gegessen. War echt gut!
Noch ein Purikura zu zweit und dann ab nach Hause.


Dort war es dann auch schon Mitternacht und Sophia, Tabea und ich haben Nicole zum Geburtstag gratuliert.

Heute ging es dann für sie nach Harajuku, Geburtstagpurikura machen. Fabian war auch mit von der Partie. Meines Erachtens ist es Selbstmord am Samstag nach Harajuku zu gehen, aber was macht man nicht immer für die Geburtstagskinder.^^
Aber vorher schauen wir noch an dem Meijischrein vorbei. Ein absolutes Muss für jeden Besucher in Tokyo. Zu unserem Glück war heute das Shichi-Go-San-Fest (auf deutsch (7-5-3). Das heißt das jedes Kind in dem Alter von 7, 5 oder 3 gefeiert wird. Und die kleinen Mädchen sine so hübsch herausgeputzt worden für den Schreinbesuch, wo sie eine Tüte mit Geschenken bekommen haben. Ich wollte jetzt nicht so dreist sein und sie einfach fotografieren, deshalb hab ich versucht eine Hochzeit festzuhalten. Danach ging es in die Einkaufsmeile.
Nach endlosen Schauen in den Läden haben wir auch zu fünft die bunten Bilder gemacht und haben das Daiso gestürmt. Das ist der größte 100-Yen-Shop den ich kenne. Es gibt größere, aber der hier hat schon 4 Etagen.
Damit ich dann auch günstig Essen mit in die Uni nehmen kann,hab ich mir dann endlich wieder eine Bentobox (Lunchbox) mit passenden Stäbchen gegönnt. Superschicke Box für nur einen Euro. Da können unsere Popel-1-Euro-Läden nicht mithalten.
Irgendwie hatten wir es aber nicht drauf zusammen zu shoppen, haben endlos aufeinander gewartet und weil mir die Füße wehtaten und ich noch viele Hausaufgaben machen musste (morgen bin ich auch wieder unterwegs), bin ich nach dem leckeren Crepe, diesmal mit Blaubeeren, mit Fabian nach Hause gegangen.

Lecker Essen in der Küche und noch leckeren Kuchen zum Geburtstag runden den Tag ab.

Donnerstag, 4. März 2010

Japanische Kultur

Was passierte denn heute?
Für meine Verhältnise habe ich mich sehr früh zusammen mit Juliane mit Anne Lange getroffen, um einige organisatorische Sachen zu klären. Sie ist die wissenschaftliche Mitarbeiterin meines Professors und für und die direkte Ansprechpartnerin.
Das Treffen ging schnell und ich habe mich alleine auf dem Weg nach Minato Mirai gemacht. Dort haben Stefan, Katha, Roku, Shizuka und ich uns getroffen. Da ich schneller war als gedacht, war ich eine halbe Stunde zu früh, aber Shizuka war zum Glück auch überpünktlich und wir haben und unterhalten. Langsam läuft es mit dem Japanisch^^. Roku kam auch zeitig aber Stefan und Kathá haben ein wenig länger gebraucht. Nicht so schlimm.
Und dann ging es zum Kulturhöhepunkt: Das Pokemon Center. Okay, Scherz, es war nicht unser Kulturhöhepunkt, aber die meisten denken bei Japan sofort an Pokemon. Für einige unwissende Leser: Pokemon sind äußerst erfolgreiche kleine Monster aus einem Gameboy-Spiel, die mit einem Anime Karriere gemacht haben. Man muss diese "Tiere" fangen und dann kämpft man im Duell gegeneinander. Die ersten beiden Spiele (Rot und Blau) haben 150 Pokemon beinhaltet, aber nicht jedes Spiel alle, sodass man sich mit Freunden zusammen tun musste und per Linkkabel Pokemon austauschen musste. Nach diesen erfolgreichen Spielen kam Gold, Silber, Rubin und was weiß ich nicht alles raus. Hier eine kleine Auswahl. Ich habe zu dem Zeitpunkt den Sprung aus der Kindheit zum Teenager geschafft. Ich bin aber immer noch Fan von dem ersten Spiel und den ersten 150 Pokemon. Das ist einfach Kindheit!
Das Pokemon Center ist im Grunde nur ein Laden in dem es ausschließlich Pokemon und Merchandise gibt. Und was nicht für Merchandise: Teller, Besteck, Windeln, Plüschtiere, Trading Crads (In Deutschland ein Riesenerfolg, aber in japan gefloppt -dafür sind die Yu-gi-oh-Karten umso erfolgreicher), Figuren, Schmuckanhänger, Notizblöcke, Naschkram...einfach alles. Leider, leider ist mein Lieblingspokemon Onix (oder in japanisch Iwaaku イワーク) nicht so stark vertreten gewesen. Es gehört zu den ersten 150, die langsam out sind, und dort auch nicht unbedingt zu den beliebtesten. Es gab ne kleine Figur, aber Hinstellkram habe ich genug, und überteuerte Anhänger. Also habe ich es mir nicht gekauft. Von den Preisen allgemein wollen wir sowieso nicht sprechen.^^


Genau gegenüber in dem Kaufhaus war ein Jump-laden. Dieser Laden vertreibt Merchandise zu dem wöchentlichen Magazin "Weekly Jump". Ich schätze das ist das erfolgreichste Mangamagazin in Japan und beinhaltet Jungenmanga. Ich kannte so gut wie nichts. Nur den Klassiker "Dragonball", wo es eine unglaublich tolle Hinstellfigur von dem Charakter Piccolo gab. Die Figur war noch toller als die auf dem Foto. Für nur (relativ gesehen) lächerliche 70€. Aber die wäre zu sperrig für den Koffer gewesen. Stefan und Katha kannten sich da besser aus.
Nebenan war wieder ein Totoro-Merchandise-Laden, aber den haben wir schon zu häufig besucht.
Um natürlich den Touristenstatus zu vervollständigen sind wir dann noch zu dem Hard-Rock-Cafe gegangen, das heute dann endlich auf hatte. Was für geile Klamotten. Ein wenig zuviel Bling-bling für meinen Geschmack, aber trotzdem schöne Metallersachen. Aber ein Blick auf die Preise sagte "NÖ!". 35€ für ein Shirt oder 45€ für ein Hoodie ist zviel. Egal wie schick und qualitativ wertvoll. Aber man muss einfach zu einem Hard-Rock-Cafe gehen.

Essenspause: Katsudon mit kalten Soba. Katsudon ist ein kleines Schnitzel. Meins war mir zu fettig und ich habe den Rest Stefan gegeben. Aber die Soba waren himmlisch. Ich mag sie kalt. Man tunkt diese Nudeln dann in eine Sobasauce, muss hauptsächlich Sojasauce sein, und schlürt sie dann ein. Lecker!
Und dann ging es mit Roku in die Hauptbibliiothek von Yokohama. Eigentlich wollten wir per Mail Juliane noch dazu holen, aber die kam bei ihr nicht wirllich an. Mist.
In der Bibo hat Roku uns das Computersystem gezeigt uns für mein Forschungsthema was heraus gesucht. Die Bücher mussten uns dann die Mitarbeiter heraussuchen und Roku hat mir in der Kinderabteilung leichte Bücher gegeben. Die habe ich dann auch gelesen (am Kindertisch auf Kinderstühlen), bis ich mir meine Bücher abholen konnte. Der Herr der sie mir gegeben hat, hat mich gefragt, ob ich sie ausleihen will -Nein, zum Hierlesen-, ob ich eine Bibokarte habe - Nein- und noch irgendwas was für mich zu schnell war. Das habe ich auch gesagt und das er es bitte wiederhole. Und dann hat er nur noch englisch mit mir geredet und ich habe auf Japanisch geantwortet. Ich meine, ich müsste ja theoretisch Japanisch verstehen, wenn ich mir in dem Moment japanische Bücher ausleihe, oder?
Naja, egal. Die Bücher habe ich dann ganz grob überflogen, weil ich nicht ewig Zeit hatte alles haarklein zu lesen, zumal ich die Hälfte der Kanji nicht lesen konnte, aber mein toller DS hat mir da sehr geholfen.^^
Weil es dann schon wieder Zeit wurde, ging es ab nach Hause, aber nicht ohne einmal in einer "Bäckerei" reinzuschauen. Sie wurde wirklich mit dem deutschen Wort und auch dem Umlaut ausgeschrieben. Natürlich gab es Bretzeln und Mohncrossaints. Aber das wars leider auch schon, kein Schwarzbrot.
Zu Hause haben wir noch ne Runde mit Juliane abgelästert und für den Weg zu meinem Zimmer habe ich dann zwei Stunden gebraucht, weil ich mich festgequatscht habe. Ach ja, was wären die Frauen ohne das Gerede?