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Freitag, 25. November 2011

Gesprächsrunde mit Mitsumori-sensei

Am 23.11.2011 hat die Institutsgruppe der Hallender Japanologie eine Gesprächsrunde mit dem Professor Mitsumori von der Senshû-Uni in Tokyo organisiert. Es wurden damals aufgrund des Erdbebens und der Zerstörung des Ishinomaki-Campus' unserer Partner-Uni in Japan Spenden in Höhe von 1050€ gesammelt. Die Senshû hat uns gedankt und weil der Profeessor nun hier ist, baten wir ihn darum einen Vortrag über das Edeben und den Tsunami zu halten. Ich bin auch gebeten worden einen persönlichen Vortrag zu dem Thema zu halten. 
Ich poste hier mein Skript und werde hoffentlich noch einen Mitschnitt des Vortrags bekommen, den ich versuchen werde in den Bog zu integrieren.

"Hallo, ich denke das mich die meisten hier schon kennen, aber für die anderen: Ich bin Yvonne und studiere Japanologie und Ethnologie im 5ten Fachsemester. Letzten September bin ich ein Jahr an die Musashi Universität in Tokyo gegangen. Während ich dort war hat sich das große Tohoku Erdbeben ereignet und ich möchte euch heute erzählen wie ich es erlebt habe. Ich werde ich kurz was zu den Vorbereitungen und Warnungen erzählen, wie ich selber das Erbeben erlebt habe und warum ich nach Deutschland gekommen bin, nur um wieder kurz darauf zurückzukehren um mein Studium fertig zu machen. Wie es in Tokyo dann aussah und wie die Japaner mit der Situation umgegangen sind kommt dann logischerweise zum Schluss.

Wir, also ich und 5 weiter Studentinnen hier aus Halle, sind im September angekommen. Und wir haben von vorne bis hinten alles von der Musashi organisiert bekommen. Wer an dem angegebenen Tag da war wurde vom Flughafen abgeholt und zum Wohnheim gebracht. Gut, ich war daher da, aber das hab ich auch allein geschafft.
Wir wurden von Studenten zur Universität geführt und haben mit ihnen den Formalitäten im Amt erledigt. Und auch in der Uni gab es bevor es so richtig mit dem Studium los ging, was so 5 Tage später war, viele Treffen, Besprechungen und Gruppen die uns auf alles vorbereiten sollten was kommen konnte. Also wie läuft das ab, wo ist was, was müssen wir belegen und wer ist für uns zuständig. Wir haben unzählige Merkzettel und Listen bekommen, Telefonnummern für Notfälle – es kann ja immer mal vorkommend ,dass man bei der Polizei ist oder im Krankenhaus Hilfe braucht. Gut, ich hab mir natürlich gleichem ersten Monat meinen Knöchel gebrochen, aber da hat die Uni nicht soviel geholfen.
Das uns jemand erzählt hat wie man sich speziell bei einem Erdbeben verhält, daran kann ich mich nicht erinnern. Aber gut, man weiß als Japanologe das es hier viele Erdbeben gibt und hat mal im Unterricht als Übungstext mal zwei, drei Maßnahmen durchgenommen. Das haben wir auch an der Musashi, aber es war keine direkte Anweisung für uns.
Da unser Wohnheim nicht direkt von der Musashi war, haben wir dort auch noch mal direkt ein Einweisung bekommen. Wie wird das Postfach geöffnet, wann sind die Küchenzeiten, wo ist der Sammelplatz für Notfallsituation wie ein Erdbeben AHA! Aber wie man sich verhält wenn was passiert...ne, ich kann mich nicht erinnern.

Aber kein Problem, wer rechnet denn mit so etwas.
Und auch wenn alle sagen, dass es andauernd bebt, so hab ich erst nach 2 Monaten mein erstes gespürt. Ehrlich gesagt war ich an dem Tag angetrunken und hab gedacht das ich schwanke, aber ich habe in dem Raum den Fernseher wackeln sehen, da war mir klar, das nicht ich, sondern die Erde der Übeltäter ist. Aber war nicht schlimm. Ein weiteres Mal hab ich morgens ein Beben erlebt als ich noch im Bett lag. Ich bin aufgewacht und hab gedacht „Oh, ein Erdbeben“ und es schaukelt mich wieder angenehm sanft zurück in den Schlaf. Es war nicht das was ich mir unter einem Erdbeben vorgestellt hab. Es ist mehr so gewesen, als sei ein großer LKW an einem dicht vorbeigefahren. Das was man dann auch in Deutschland spürt. Nichts hat geklirrt oder ist umgefallen.
Man hat keine Angst und auch die Nachricht, dass es gerade ein paar Tage vorher in Miyagi ein Erdbeben der Stärke 7 oder so gab, hat uns in Tokyo nicht interessiert, da wir nichts gespürt haben.


Am 11. März bin ich mit meiner deutschen Freundin zur Uni -bedenkt wir hatten Semesterferien- um im Gym dort eine Runde zu trainieren. Mein bester Kumpel war auch dabei und wir haben unser Work-out gemacht. Danach ging es unter die Dusche. Und genau dort befanden wir uns als es passierte.
Zuerst dachte ich in dieser kleinen Duschkabine das ich beim Sport nicht genügend getrunken habe, sodass mir schwindelig ist und halt mich an der Wand fest. Ich hab gemerkt, dass es nicht in meinem Kopf ist, sondern ein Erdbeben. Ein im Nachhinein böser Gedanke, aber ich dachte „Cool, man merkt ein Erdbeben sogar im 3. Obergeschoss!“ Ja, aber es hat nicht aufgehört, im Gegenteil es wurde schlimmer. Also kurz nachgedacht: was soll ich machen? „Im Fall eines Erdbebens Fenster und Türen öffnen und sich unter dem Tisch verstecken“. Äh ja. Also Duschtür auf und Raumtür auf – die Duschen hatte alle noch einen Miniraum davor- und dann standen meine Freundin und ich in einem komplett leeren Raum in Handtüchern und wussten nicht was zu tun ist? Raus? In die Tür zum Flur? Im Handtuch? Im Raum bleiben? Ihre Angst hat mich beruhigt. Ich hab uns gesagt dass die Gebäude erdbebensicher sind. Es war wie ein Mantra in meinem Kopf und hat auch erst nicht geholfen da es noch einmal richtig anfing zu wanken. Man kann es sich nicht vorstellen und ich kann es nicht beschreiben. Man sagt es ist wie Schiff fahren, aber nein, da bewegt sich das Schiff im Ganzen. Aber in einem Gebäude bewegen ich Boden und Wände getrennt.Die Türen knarren und es waren ein paar nicht identifizierbare Geräusche. Aber es ließ dann nach. Ich hab kurz das Shampoo ausgewaschen und bin nach vorne zum Trainingsraum, fragen was wir machen sollen. Keiner da! Und die Tür zum Treppenhaus ist zu! Panik! Also zurück in die Dusche und wir haben unsere Sachen gerafft und so schnell wie möglich raus. Da war der Trainer wieder da und ich schildere unsere Situation, und frag was wir hätten machen können, denn Treppe bei der Stärke wäre weniger gut und der Fahrstuhl steckte fest, wie wir gerade gemerkt haben. Er sagte war schon okay, aber in der Regel raus. In dem Moment fing es wieder leicht an und wir sind raus.
Draußen erstmal setzen und Leute anrufen. Wo ist mein Kumpel? Noch in der Dusche? Obwohl er ne habe Stunde vorher fertig war mit Sport? Kein Freizeichen. Ich versuch es bei den anderen Mädels, wir haben ein starkes Rudelgefühl gehabt. Auch kein Freizeichen. Also haben wir Mails geschrieben die auch rausgingen, aber kein Antwort kam.
Nun ja, die Situation war soweit wieder ruhig. Wir beschlossen heim zu gehen und vielleicht sind die anderen alle zu Hause. 10 Minuten später, als wir an einem Bahnübergang standen kam das oder war es eins der vielen?- Nachbeben. Die Straßenschilder und Überlandleitungen schwangen umher. Die Pachinkohalle neben uns wurde evakuiert, zumindest kamen Unmengen von Japanern heraus. Und alle komplett ruhig, keine Panik, man hat bei kaum der Menschen Angst in den Augen gesehen. Gut dachten wir uns, dann passt das.
Ab ins Yaoya (Gemüseladen) noch schnell Essen kaufen und mal nachhaken ob das ein starkes Beben war. „Naja, es war schon ein Stärkeres. Aber nichts schlimmes“ Gut die müssen es ja wissen. Vor dem Wohnheim saß unsere brasilianische Freundin und wirkte verängstigt und mein Kumpel kam heraus und sprang mir auf den Arm. Er hätte versucht uns zu erreichen. Eindeutig ist das Handynetz zusammengebrochen. Die Mal kam nämlich auch nicht durch. Erst morgens um 4.
Das Office vom Wohnheim hat gesagt wir sollen mit unserem „Erdbeben-Wasser“ uns am besten in der Küche (was auch gleich Aufenthaltsraum ist) zusammen tun, bzw. eigentlich haben wir das gleich auch automatisch gemacht. Keiner wollte im 2. Stock sein und die Nachbeben die alle Viertel-Halbe Stunde kamen allein erleben. Es wurde kontrolliert das die Gasherde wieder funktionieren und Wasser auch in Ordnung ist, aber trotzdem hatten wir an dem Tag Verbot mir Gas zu kochen und Leitungswasser zu trinken. Und dann wird es 18 Uhr. Das Office hat Feierabend und liess uns soweit allein. Und wir schalten den Fernseher ein. Und wir haben gedacht das es NUR ein Erdbeben war, aber die Bilder von dem Tsunami, wie er über den Flughafen in Sendai rollt hat uns erschreckt. Uns wurde in diesem Moment klar was das Erdbeben für Folgen hat, bzw. das es einen Tsunami gab, dass ein Leichenzähler bereits in der Ecke des Fernsehers rund 600 anzeigte. Glaubt mir, in diesem Moment stand uns allen Panik in den Augen!
Wir schauen ununterbrochen die Sendung die alle nur dieselben Bilder zeigten, als ich eine Nachricht auf mein Handy bekommen. Ich habe mich gefreut dass wir wieder Netz haben und wir endlich wissen wo die anderen sind -eine unserer Mädels war noch an einem unbekannten Ort. Aber ich hatte nicht eine Nachricht von ihr, sondern eine SMS aus Deutschland „Tochter! Alles klar bei dir? Ich kann dich nicht anrufen!“ Mein Vater. Und dann wurde uns klar, dass die ganze Welt weiß was passiert ist. Was müssen unsere Familien jetzt denken?
Da ich nicht antworten konnte bin ich ins Zimmer und habe schnell, da ich wieder zurück wollte, Mails an meine Eltern geschrieben, dass wir soweit in Ordnung sind, der Tsunami nichts mit uns zu tun hat und ich wieder in Küche bin, da ich mich dort sicherer fühle.
Aber wir waren nicht mehr solange in der Küche. Wir haben nachher schnell gekocht und dann haben wir uns getrennt. Die Beben sind seltener geworden, zwar immer noch häufig, aber es war ertragbar.
Im Zimmer hab ich dann per Internet Kontakt aufgenommen und 4 Stunden lang Mail beantwortet, bei Facebook geantwortet, per Facebook und Skype mit jedem der online war gechattet. Ich hab immer nur gesagt das es mir gut geht, das Tokyo steht und ich zig Leute habe die das noch wissen wollen und alle haben sie dann auch Ruhe gegeben. Ich habe mit meiner Mutter geskypt und die Lage erklärt, das uns in Tokyo keine Gefahr droht und es war Okay. Das Handynetz ging wieder und ich hab alle „Vermissten“ der Musashi-Leute gefunden, aber die Kurzzeitstipendiaten die in dem Moment auch in Tokyo waren, waren weg. Da sie kein Handy hatten hab ich mein Bestes versucht, da mir auch deren Familie per Skype im Nacken saß, aber ich konnte sie nur damit trösten, dass sie fest saßen und einfach nicht nach Hause kamen. Ich hatte auch Recht, denn eine halbe Stunde nachdem ich dann endlich ins Bett ging -eine Nacht mit sehr wenig Schlaf- sind sie dann in ihrem Wohnheim angekommen.


Der nächste Tag war okay. Es gab Nachbeben,man hat sich irrsinnigerweise schon daran gewöhnt.
Aber trotzdem hat uns eine der Deutschen Hals über Kopf verlassen, wir anderen wollten nicht zurück, trotz der Nachricht dass es in Fukushima zu Problemen gekommen ist und das es eine Explosion gegeben hat.
Wir waren nicht sonderlich beunruhigt, denn die Japaner wirken es auch nicht. Da war wohl was in den Nachrichten was wir nicht verstanden haben . Also sind wir los und haben die Notfallrucksäcke gepackt, so wie eine Mail der Uni es uns empfohlen hat, da Black Outs aufgrund von Fukushima erwartet wurden. Alle Geschäfte hatten auf und es war auch nicht der Teufel los. Mehr als sonst, aber keine Panik. Alle standen ruhig herum, kein Gedränge, allerdings auch kein Wasser und kaum Getränke mehr. Es wirkte unheimlich.
Wir haben vorgekocht für den Fall eines BlackOuts.
Abends habe ich noch einmal mit beiden meiner Eltern geskypt und es war nicht mehr möglich sie zu beruhigen. Es ist eine Sache Erdbeben und Tsunami zu erklären, aber ein Reaktor der kurz davor steht in die Luft zu gehen, so wie es die deutschen Nachrichten verbreiteten, das ist etwas anderes. Die Angst meiner Eltern hat mir Angst gemacht und sie haben es soweit gebracht, dass ich nervlich zusammengebrochen bin. Wie soll ich ihnen klar machen, das wir sicher sind, dass ich nicht nach Hause will? Ich habe es geschafft sie um ein paar Tag zu vertrösten, da ich mit meine Uni absprechen wollte wie ernst die Lage ist und was zu tun ist. Es war klar, dass wir verbliebenen 4 Mädels nicht nach Deutschland wollen, aber abends als mein Kumpel, der Franzose, verängstigt herein kam, dass ihn seine Botschaft angerufen hat -unsere haben wir nie erreichen können nebenbei- und er soll SOFORT Tokyo und Umland verlassen, dass ein weiteres Erdbeben der Stärke 7 angekündigt wurde. Er packt sofort seine Sachen.
Ein Blick bei uns Mädels hat gereicht: Erdbeben allein: okay. Reaktor allein: Okay. Aber Reaktor und Erdbeben: nein, wir buchen. Also haben wir die letzte Deutsch die nicht im Wohnheim wohnt angerufen und haben Bescheid gesagt. sie wollte bleiben, aber wir haben uns gesagt, alle zusammen oder keiner. Ohne große Problem haben wir Flüge für Dienstag gefunden und auch gebucht, sodass wir zeitnah und relativ günstig weg waren.
Wir haben viel geweint und ich dachte ich sehe meinen Kumpel nicht mehr wieder der sofort an dem Abend das Wohnheim verließ.
Wir haben noch mit der Uni abgeklärt das wir nach Hause gehen, es war für alle okay und verständlich, man hat uns noch geholfen wegen es re-entry Dokumentes was zu organisieren, aber da wir aufgrund der zusammengebrochenen Infrastruktur einen Tag Anreise zum Flughafen eingeplant haben (was gut war, denn wir haben den letzten Bus bekommen) nichts mehr organisieren können. Aber alles war am Flughafen möglich. 20 Stunden haben wir dort verbracht, versorgt mit Keksen und Decken, free-Internet und so gut wie keinem Schlaf. Es war voll dort, aber nicht voller als ich gewohnt bin. Keine Angst, auch nicht als nachts ein größeres Beben war.
Alles lief reibungslos: re-entry, Flug nach Malaysia und von dort nach Frankfurt. Wir haben uns immer auf dem Laufenden gehalten was passiert ist,wir haben uns dafür gehasst unsere Freunde zurück zu lassen ohne uns zu verabschieden. Wir kamen uns vor wie Verräter. Aber nach 3 Tagen fast ohne Schlaf sind wir angekommen und alle unser Eltern waren da. Wir waren soweit sicher, obwohl wir uns nie direkt bedroht gefühlt haben. Und trotzdem gaukelt uns der Körper uns auch noch weiterhin das Gefühl vor, als würde die Erde beben. ich hab auch Deutschland immer mein Erdbebenwasser dabei gehabt um zu sehen ob es ein Erdbeben ist oder nur mein Körper. Natürlich war es nur mein Körper.
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.Ich war fertig ich wusste nicht was sich tun soll. Also bin ich nach zwei Wochen nach Halle und habe meine Freunde terrorisiert. Ich habe sie belagert was sich tun soll, um weitere objektive Argumente gebeten. Ich habe auch Kontakt nach Hause gehalten aber ich wollte diesen Zwang und Druck nicht haben. und dann musste ich mich entscheiden, von Seiten der Uni her. Ich habe es mir schwer getan: der eigene Wunsch oder der Wunsch meiner Familie.
Ich hab mich vorerst für mich entschieden und nach einer Woche wieder gut schlafen können. Es stand für mich fest und erzählte es meiner Mutter: sie meinte sie wusste es und es sei von ihr aus okay, solange ich glücklich bin. Meinem Vater wollte ich es erst sagen als ich wieder im Norden war. Ich wollte es persönlich machen und ihn vor vollendete Tatsachen stellen, ich bin erwachsen, ich kann abschätzen was um mich herum passiert.
Er wusste es auch schon, er war nicht begeistert, aber ich bin erwachsen. Er hat mir keine Steine in den Weg gelegt, kein Geld oder sonstiges gestrichen, aber ich sollte nicht mehr von ihm erwarten. Es war die härteste Entscheidung die ich je hatte, es tat mir weh und erschien mir verkehrt obwohl ich sicher war dass es genau das ist was sich will.


Und dann bin ich geflogen: allein, weil keine der Mädchen mit wollte, keiner mehr aus Halle. Wir haben die Chance gehabt ein Semester zu pausieren, aber das kam nie in Frage für mich.
Jetzt war ich allein in Japan, zumindest allein aus Deutschland. Glücklicherweise war mein bester Kumpel wieder da und haben für das zweite Semester unser Bestes gegeben.
Unser Glück das wir schon dort waren. Wir wussten halbwegs was uns erwartet, aber es war hart. Zu meine alten japanischen Freunde hatte ich keinen Kontakt mehr. Ich musste neue finden. Keiner hat meine Sprache gesprochen. Ich habe erkannt was Ignoranz bedeutet und ich hab mich durchgebissen. Ich hab mich mit Unterricht überhäuft, Kontakte geknüpft und es war das Richtige zurückzugehen. Ich habe alle Chancen genutzt die ich haben konnte und konnte mich voll und ganz auf die Kultur einlassen...zumindestens soweit sie mich haben wollte.
Aber in Tokyo war es so als wäre nie was gewesen. Ja, als das zweite Semester anfing gab es eine echte Einführung für uns, wie wir uns zu verhalten haben, wie wir unseren Notrucksack zu packen haben, was wir immer mit uns tragen sollen. Danke, das kommt für uns die dabei waren ein wenig spät, aber gut zu wissen. Wichtiger war für uns die Frage was können wir essen und trinken. Die deutschen Nachrichten haben uns wahnsinnig gemacht. Wasser ist verseucht...manchmal. Spinat und Milch gar nicht mehr genießbar. Was ist okay?
Man riet uns zu gekauften Wasser, dass ist größtenteils importiert und das Essen sei unter ständiger Kontrolle, das sei weniger wild. Zumal zu dem damaligen Zeitpunkt die Radioaktivität noch nicht im Boden war und alles oberflächlich war. Ich persönlich denke jetzt werden die Studenten Probleme haben, aber es ist eine Frage der Information vom Staat. Während ich dort war habe ich kaum etwas mitbekommen. Nur über das deutsche Nachrichtensystem, dem ich aber zutiefst misstraut habe. Im Laden war meistens alles erhältlich. Mal fehlte Spinat, eine Zeit lang waren Milchprodukte rar, aber insgesamt konnte man sich nicht beklagen. Es gab ausreichend Wasser, es waren keine Regale leer gekauft und auch die wenigen ängstlichen Gesichter waren weg. Keiner hat uns mehr abgeraten das Land zu verlassen, unsere ausländischen Lehrer haben über die Panik gelacht.
Trotzdem haben wir alle manchmal gezuckt, denn wir hatten noch immer die Phantombeben in unserem Körper und befürchteten ein weiteres Nachbeben die mit der Zeit bis Juni weniger wurden, dann aber interessanterweise im Wochenrhythmus wieder stärker auftraten. Von der schreckhaften Angst hab ich mich aber zum Durchschlafen gewandelt.
Die Japaner waren froh uns Ausländer zu sehen,aber keiner hat das Erdbeben -dort wird vom Erdbeben nicht von Fukushima gesprochen- von sich aus angesprochen und wenn wir darüber gesprochen haben, dann war es nur ein kleine Anekdote. Die Uni wollte es allerdings für uns häufiger zum Thema machen, aber irgendwann haben wir geschrien: „Wir wollen nicht mehr. Es ist alle gesagt, wir wollen uns nicht mehr rechtfertigen.“ Und es wurde akzeptiert.
Von Zuhause habe ich in jeder Mail die Frage bekommen ob ich schon nachts leuchte oder einen dritten Arm habe, und ich musst bestimmt Regeln befolgen: Nicht nördlicher als Tokyo reisen oder im Meer baden. Zum Teil habe ich sie eingehalten.

Ich leuchte nicht, ich habe keinen dritten Arm. Ich habe richtige Freunde gefunden. Ich bin stolz auf meine Entscheidung, es war insgesamt das best Jahr meines Lebens.


Danke fürs Zuhören."

Freitag, 8. Juli 2011

Tanabata

Etwas Trauriges ist passiert. Gestern, am 07.07.11 war der Himmel nachts bewölkt.

Gestern war Tanabata, das Sternenfest, in Japan. Es heißt, dass sich an diesem Abend die Sterne der Weberprinzessin und des Hirten treffen, was sie nur einmal im Jahr tun, denn ihr Vater hat das liebende Paar durch die Milchstraße getrennt, da sie sich zu sehr liebten und nicht arbeiteten. Hach, romantisch, nicht wahr?
Aber wie gesagt, es war bewölkt, sodass wir das Treffen der Liebenden nicht live mitverfolgen konnten. Ist auch nicht so schlimm, denn wir Austauschstudenten sind von der Seikei-Universität zum Tanabata-Fest eingeladen worden. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen, obwohl ich weder wusste wo die Uni ist, noch wer die Studenten sind.
Aber es war ein genialer Abend. Zusammen mit Rushelle und Chris bin ich direkt von der Musashi nach Kichijôji gestartet, wo die Seikei beheimatet ist. Am Bahnhof dort treffen wir auf Cho und An, zwei der Chinesinnen und sind somit komplett als Musashigruppe angekommen. Die Party fand im Wohnheim statt, das direkt am Campus liegt und auch sowohl von Ausländern, als auch von Japanern bewohnt wird. Tolle Sache. Alle tragen Yukata und ich habe jedes Mädchen um ihren beneidet. Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich meinen angezogen...
Wie es auf jeder Party mit Fremden anfängt, bilden sich Gruppen der sich Kennenden Leute, aber ich hatte keinen Bock drauf und hab mich zu den anderen gesellt, aber trotzdem endet man doch wieder in der alten Truppe. Aber man kann durchaus sagen, dass die Seikei-Studenten, die japanischen, wesentlich kontaktfreudiger sind als Musashistudenten. Ich hab mich mit vielen Leuten unterhalten und auch die Ausländern stellten sich als nett heraus. Die beiden Kerle sind Deutsche *juchu* und die Französin kam auf mich zu "Du bist von der Musashi? Dann kennst du vielleicht einen Franzosen namens Yoann?" Sowas, das ist ne Kommilitonen und Freundin von Yo, die Welt ist doch klein. Auch die Schottin kenn ich irgendwoher.
Um die Fressorgie aufzulockern (mit deutschem Flammkuchen) und Kontakte zu knüpfen durften sich die Japaner später ihren Lieblingsauändern wählen und wir haben ein Quiz gemacht. Ist ja wohl klar, welche Gruppe gewonnen hat ^^ Ich hab nur Blödsinn gemacht. Aber alle haben mitgemacht. An der seikei hat mich keine ängstlich beschaut. Unser Preis waren 4 Packungen schwedisches Kartoffelnpüree. Sehr schön. Das ist doch mal was. Es gab noch Thaicurry und koreanische Ramen. Allein die Idee ist irre.
Danach gab es noch ne Runde Bingo, für mich mein erstes Mal, und die ersten Preise waren echt gut, T-Shirt von Kichijôji und ein Toko Tower aus Lego etc. es hat sich gelohnt.

Langsam, nach all den Gesprächen und Fotosessions, wurde dann aufgeräumt und natürlich haben Chris und ich die Leute noch ins Izakaya begleitet. Die Leute waren so nett, da musste man einfach noch weiterfeiern. Rushelle und die Chinesinnen mussten jedoch rechtzeitig ins Wohnheim zurück. Schade.
Im Izakaya hat man noch erzählt und getrunken und ich denke mit der letzten Bahn haben wir es auch nach Hause geschafft.

Das war wirklich ein herrlicher Abend, nette Leute, sehr aufgeschlossen. Da denkt man schon über ein Masterstudium an der Seikei nach.

Heute, unausgeschlafen und muffelig, ab zur ersten Stunde um die japanische Präsentation vorzubereiten. Nööööö. Und der Wirtschfatsunterricht war auch nicht spannender. Aber der Sport reisst es wieder heraus.
Wirklich schön war heute das Theaterstück, welches Yo und ich uns angesehen haben. Ich hatte von einer der Deutchtstudentinnen Freikarten bekommen und da kann ich es mir doch nicht entgehen lassen japanische Schauspielkultur anzusehen, auch wenn es sich um stinknormales Theater handelt.
Aber es war gut. Erst wie man begrüßt wird, als wäre man derjenige der den Oscar verleiht und man hat uns zum Platz begleitet. Das Stück selber war verständlich für uns und auch sehr gu gespielt. Ich fand die Art und Weise wie das Bühnenbild genutzt wurde, sehr gut. Schauspielerisch bin ich auch begeistert. Und hinterher, als wir ds Gebäude verlassen haben, standen alle am Ausgang, auch die Schauspieler, und haben sich im tiefsten Winkel verbeugt und sich bedankt. Hallo? Bedankt man sich nicht bei den Schauspielern?
War auf alle Fälle cool.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Kinderquälen ist toll

Wie schon vor 2 Wochen, durfte ich wieder einen Vortrag über Deutschland halten. Diesmal handelte es sich um Viertklässler und insgesamt sollte das ganze auch länger dauern.
Laut meines Verständnisses der Erklärungen von Masuda-san, sollte jeder der mit macht ne Klasse allein unterrichten. Inklusive Spiel oder Sprache beibringen. Auch laut Yoann, der diesmal auch mitgemacht hat, klang es so. Also habe ich mich artig (kurzfristig, aber artig) hingesetzt und Vokabeln rausgesucht, Recherchen über Deutschland eingeholt.
Unnützes Wissen Teil 712: Die Farben der Deutschlandflagge stammen aus der Kriegszeit im 18 Jahrhundert gegen Frankreich. Die deutschen Soldaten trugen eine schwarze Uniform, mit goldenen Knöpfen und roten Aufschlagärmeln und -kragen. Erst als Dichter diese Farben "deutsch" nannten, wurden sie in die Flagge übernommen.
Haben wir wieder was dazu gelernt und die Kids haben sich gefreut. Außerdem habe ich, weil ich dachte, dass das schön ist, deutsche Musik herausgesucht und mir geben lassen, damit die Kinder Spaß haben. Es standen zur Auswahl die deutschen Fassungen von Pokemon etc. sowie Die Ärzte, Rammstein und Tokio Hotel. Ja, stöhnt alle auf, aber unglaublicherweise haben die gerade hier in Japan übelsten Erfolg.
Soo, es war soweit, zu sechst sind wir zur Schule. Yoann, ich und vier Brasilianerinnen. Nicht das die schon einwandfrei Japanisch können als Rückwanderer, sie sind auch noch in Gruppen unterwegs^^ Gut, zwei der Mädels sind ganz neu dabei und haben nur zugesehen.
Vor einem geballten Haufen von 120 Kindern durften wir dann zusammen eine ganze Schulstunde unterrichten. Sprich, ich durfte alles auf rund 10 Minuten runterkürzen. Das sah dann so aus, dass da eine große Yvonne vor vielen, vielen Kindern stand und provisorisch nach Bildern und Vokabeln gesucht hat. War definitiv nicht der Bringer, aber mal wieder bin ich um die Erkenntnis reicher, dass Japaner unter Präsentation was anderes verstehen als ich und dementsprechend anders vorbereitet sind.
Nach dem Disaster des Vortrags sind wir angehalten worden den Kids, aufgeteilt in vier Gruppen, ein klassiches Spiel beizubringen. Ursprünglich wollte ich ja Musik spielen, aber spontan hatte ich den Einfall von "Reise nach Jerusalem", dazu kann man die Musik auch benutzen. Ja, da japanische CD-Player nicht in der Lage sind Mp3 abzuspielen hat man den Laptop hochgefahren. In der Zeit hab ich dann die
einfachsten deutschen Sachen, sprich "aisatsu" Begrüßung, beigebracht. Wunderbar wie schön Kinder das "ü" und "ä" aussprechen. Ältere Japaner können das irgendwie nicht. Tja, der Laptop war dann hochgefahren, konnte die Daten auch lesen, aber die Lautsprecher gingen nicht. Schick. Da wurde dann der nächste Player gebracht und ich hab den Kiddies solange dann das deutsche Kinderlied "Summ, Summ, Summ" beigebracht. Das hatte ich ja noch vom letzten Mal vorbereitet dabei gehabt. Das war auch ein Spaß. Aber, tolle Sache, der letzte Player ist auch zu alt um meine Musik zu spielen. also musste ich den Kindern das Spiel so erklären und stand klatschen in der Mitte des Stuhlkreises und hab die Kinder auf uns von den Stühlen gescheucht.
Ist noch lustig geworden.
Und dann gab es Mittag. Wie durften mit den Kindern in den Klassenräumen zusammen essen. Wir sind extra abgeholt worden, und glücklicherweise ist Yo mit in meine Klasse gekommen. Junge, japanische Kinder sind in den Pausen extrem laut. So lieb und brav sie im Unterricht sind, so laut sind sie in der Pause. Das grenzt an Lärmbelästigung. Ein Gespräch konnte ich leider nicht in Gange bringen. Sie erschienen mir alle ein wenig schüchtern.
Im Warteraum wo unser Sachen lagen, haben Yo und ich auf die anderen gewartet und als eine Brasilianerin mit ihren Kiddies zurück kam, klebten mir auf einmal zwei Mädchen an den Seiten. Sie liefen auf mich zu und babsch...an mir dran. Und die liessen mich nicht los. Wir sind gezwungen worden Fotos zu machen. Und Zack! da waren auf einmal 20 Kinder um mich herum und ich fühlte mich als würde ich ertrinken. Herrlich, die war so süß die Kinder, die wollten gar nicht mehr in den Unterricht (würd ich auch nicht :P ).
Auch der Gang zusammen aus der Schule war schön. Die Kiddies hingen aus den Fenstern und haben "Adieu!" "Ciao!" gerufen. Ach, Zucker.


Und weil es nicht genug war, hab ich am nächsten Tag mit Tabea in der benachbarten Bibliothek eine kleine Lesung gemacht. Im Grunde genommen haben wir ein kleines Schauspiel das auf Japanisch gezeigt wurde, nur noch mal in Deutsch wiedergegeben. Das war auch lustig. Nach uns wurde noch ein kleines Spiel gespielt, wo wir auch neue Vokabeln gelernt haben. Und ein Takoyaki-Lied gesungen. Nach einer halben Stunde war wieder alles vorbei.
Im Anschluss gab es wieder Kaffee und Kuchen im Hinterzimmer und ein kleines Resümee. Das war noch viel lustiger. In unserem Kommentar über das Event hab ich in Japanisch geschrieben (die Damen waren erneut überrascht, dass ich Japanisch schreiben kann), dass Tabea und dich nun Takoyaki essen wollen (Tintenfischbällchen). Da mussten alle lachen. Und in dem Lied musste man die Bäckchen mit den Fingern umschließen. Mit meinem Pausbäckchen konnte ich das einwandfrei im Gegensatz zu den Japanerinnen. Da haben sich alle gefreut.
Da Tabea meine Schrift auf dem Blatt nicht entziffern konnte, habe ich erklärt, da das gerade auf Deutsch war, dass ich eine "Sauklaue" habe. Tja, das Wort gibt es so nicht also wird das mal wortwörtlich übersetzt "Buta no Te" und erklärt warum die Hand eines Schweins für schlechte Schrift steht. War extrem schwer zu erklären aber am Ende haben sie es gerafft. War lustig und das nächste Mal hab ich auch schon im Kalendar notiert.

Hach, was man nicht alles für Büchergutscheine tut. Und für die Einbildung das Sprachlevel zu steigern!

Freitag, 11. Februar 2011

Let's talk about...Germany

Letzten Samstag hatte ich eine kleine Präsentation. Das Wohnheim hat mich wieder gefragt, bzw. ich hatte mich in einer Umfrage freiwillig gemeldet, eine Präsentation vor Kindern zu machen. Thema: Deutschland.
Aber diesmal sollte ich kein Kinderbuch übersetzen, sondern frei über einige Dinge reden. Aber einfache Sachen, sagte Masuda-san, die Bürotante. Und was Kindergerechtes zeigen, ein einfaches Spiel oder ein Lied.
Alles klar. Yvonne arbeitet nach Absprache mit dem Büro stundenlang an einem Kinderlied, zeichnet die Noten, den japanischen Text, den deutschen Text und den deutschen Text in japanischen Zeichen (Katakana), damit wir alle zusammen singen können. Zur eigentlichen Präsentation hab ich kaum was gemacht, nur ein paar Bilder ausdrucken lassen: Brandenburger Tor, Dirndl, Kölner Dom, Würstchen....naja, man muss, es ist ja für Kinder, ein wenig die Klischees bedienen.
Und dann ging es los.
Zusammen mit einer Koreanerin und zwei Brasilianerinnen sind wir zu der Grundschule. Die drei kannten sich super und ich war ein wenig aussen vor, aber ist okay. Sind ja gute Freundinnen und mein Japanisch hält da natürlich auch nicht mit. Was man nachher auch bei der Präsentation gemerkt hat.

Wir sind freundlich empfangen worden und ich bin tatsächlich die erste Deutsche die hier einen Vortrag hält. Schön!
In einem turnhallenähnlichen Raum sassen dann ca. 30 Kinder, die an unseren Lippen hingen..mehr oder weniger. Durch traditionelle japanische Art und Weise (Ching Chang Chong)haben wir die Reihenfolge festgelegt und ich durfte das Sahnehäubchen am Ende sein.
Die Koreanerin erzählt und erzählt. Einwohnerzahlen, Bedeutung der Farben in der Flagge...einwandfreies Japanisch, aber die Kinder interessiert das doch nicht. Die Brasilianerinnen erzählen auch viel und auch sooo viele Daten. Aber sie punkten dadurch, dass sie brasilianisches Geld mitgebracht haben.
Und dann komm ich. Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder hat schon arg abgenommen, und ab dem Teil mit interssanten und berühmten Gebäuden in D-Land war es komplett weg. Also hab ich grob geschätzt sieben Minuten gesprochen^^ Aber man hat mir eine Frage gestellt: Gibt es einen berühmten Anime? Hähä...Heidi! Als ich dann angefangen hab Heidi zu singen, sind die Augen groß geworden und ich hab aufgehört.

Nun kam der spaßige Teil. Wir haben gesungen und gespielt. Die Koreanerin hat ein Lied vorbereitet. Ich kannte die Melodie, aber bin nicht auf den deutschen Text oder Titel gekommen. Die Brasilianerinnen haben ein Spiel vorbereitet. Man stellt sich in einen Kreis, einer ist mit geschlossenen Augen in der Mitte und dann wird ein Ball rumgegeben mit dem Text (auf Deutsch übersett) "Die Kartoffel ist heiß, heiß, heiß, heiß, heiß, heiß......" und dann ruft der in der Mitte Stop, und der der den Ball hat, muss danach in die Mitte. Das war lustig. Mich hat es natürlich auch erwischt^^.

Danach haben wir "Summ, Summ, Summ, Bienchen, summ herum" gesungen. Ich habe es vorgeträllert, weil nun mal die deutsche Aussprache mit dem "chen", "ä", "ü" und "ö" schon schwer ist. Aber sie haben tapfer durchgehalten. Es war so toll. Bei "Summ Summ Summ" waren sie laut, dass konnten sie sich merken, in der Strophe wurden sie leise und dann beim letzten "Summ Summ Summ" wurde es wieder lauter. Herrlich!
Und weil es ein internationaler Tag war, duften wir Gäste "Sadô" machen, Teezeremonie. Hab ich jetzt dann schon dreimal, aber ich find das toll. Und ein kleines Mädchen saß neben mir, vielleicht 6 Jahre "Machst du das zum ersten Mal?" "Nein, ich hab das schon mal gemacht. Du auch?" "Ja, hab ich" Zuckersüß die Kleine. Und als ich dann angefangen habe den Grüntee zu schäumen (der Höhepunkt der Ästhetik bei der Teezeremonie), dann kam von mir herum ein "Oooohhhhh, sugoi. Jôzu!" (Cool, das kann sie gut). Ich kann nicht leugnen, dass ich in dem Moment stolz auf mich war.
Danach gab es noch Small Talk mit dem Leiter der Schule und ab nach Hause.
Auf dem Rückweg bin ich gefragt worden, ob ich bei dem nächsten Event auch dabei bin (ich hatte es in der Umfrage angekreuzt, aber ich hab mich für alles gemeldet^^). Ja na klar. Wieder kleine Kinder? Ja ne. Diesmal darf ich ne ganze Unterrichtsstunde über Deutschland reden, vor ca. 13-Jährigen. Jaaa, das wird dann echt ne Herausforderung. Aber okay. Ich hab zugestimmt, ich bekomm nen Büchergutschein und ich tu was für mein Sprachlevel.
Drei Tage vor dem Termin ist dann wieder ein Kinderbuchvorlesen...Ich wollte es auch wieder machen (Bedenke: Büchergutschein^^). Im Büro machen sie sich schon "lustig" über mich, weil ich mich für alles melde. Ja na klar, wenn ich Zeit hab, sicher. Sie wussten sogar, dass ich Freiwillige für die Uni bin und die nächsten Studenten abhol....Ja, endlich hab ich den Status hier erreicht, den ich in D-Land aufgegeben hab: Mutti und Organisatorin für alles.
Und der Kommentar von meiner Frendin heute "Respekt. Ich hätte nicht den Mut so einen Vortrag zu halten" ging runter wie Öl. Und der Satz kam gerade von einer, die ich selber als mein Vorbild sehe.