Posts mit dem Label Essen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Essen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 27. März 2025

Butter bei die Fische

Mittwoch ist bisher mit 25 Grad der wärmste Tag. Und wie man es aus Japan kennt, ist die Luftfeuchtigkeit nicht gerade die angenehmste, aber noch auszuhalten. Wir haben um 11 Uhr eine Tour über den Tsukijimarkt gebucht. Tsukiji ist der größte Fischmarkt der Welt. Hier werden die großen Thunfischauktionen durchgeführt. Nun ja, korrekterweise war es Tsukiji, der Fischmarkt wurde nach Toyosu umgesiedelt, aber der sogenannte "Outer Market", also da wo gekocht und offiziell verkauft wurde, blieb noch an alter Stelle.


Ich hatte eine nette kleine Tour über den Markt mit Verkostung gefunden die wir mitmachen wollten. Dazu sind wir überpünktlichen Deutschen schon frühzeitig aufgebrochen. Da der Treffpunkt relativ nah bei uns war, sind wir gemütlich hin spaziert. Und man merkt, dass der Frühling da ist. Auf den Straßen blühen einige Bäume, die Kirschblüte aber noch nicht ganz, und die Sonne britzelt auf uns nieder. Der Treffpunkt war einfach zu finden, da es der Haupteingang zum Tempel Tsukuji Hangwanji ist. Obwohl wir sehr zeitig da waren, standen schon einige Touristenführer herum und warteten auf uns. Keiko-san war unsere Tourguide. Sie ist eine ältere Dame und hatte einige Jahre in Amerika gelebt. Mit uns startet ein amerikanisches älteres Pärchen aus Atlanta und später stößt noch ein Paar dazu, aber die haben sich nicht richtig vorgestellt und haben die ganze Zeit auch komische Sonderbefinden gehabt. Ich nehmen von Dialekt Franzosen oder Russen an. 

Zuerst stellte Keiko-san uns den Tempel Tsukiji Hingwanji vor. Er ist von seiner Architektur äußerst ungewöhnlich. Ursprünglich stand er in dem Bereich Asakusa, aber nach einem großen Feuer wurde er dann am Tsukiji neu erbaut. In Japan ist Neuerbauen nicht zwingend damit verbunden das es 1:1 identisch ist. Hier geht es um die verehrte Personen oder Götter.  Da es hier um einen buddhistischen Tempel handelt hat sich der Architekt von indischen Bauten inspirieren lassen. 

Und dann ging es direkt nach nebenan auf den Fischmarkt. Rückblickend ist der Bereich wesentlich kleiner als erwartet, aber mittwochs hatten viele Läden zu. Leider auch die alten Auktionshallen. Nichtsdestotrotz hat Keiko-san ihr Bestes getan um das zu kompensieren. Zuerst gab es eine Leckerei aus Fischkuchen. Das war ein Spieß mit drei verschiedenen Variationen: Mais, Tintenfisch und Nori (Seetang). Fischkuchen ist eine recht feste, gummiartige, aber nicht zähe weiße Masse die dann in den Variationen gewälzt wurde. Sehr lecker! Wer Ramen isst: dass ist das weiß-rosa gekringelte Zeug. In einer weiteren Station gab es einen Spieß mit Level 4 Wagyu. Wagyu bedeutet lediglich japanisches Rindfleisch. Kobe-Beef ist auch Wagyu, aber nicht jedes Wagyu ist aus Kobe. Das Level ist dennoch sehr hoch an dem Stand gewesen und das Fleisch war nur kurz gegrillt. Unglaublich samtig und weich. Es zerfloss regelrecht auf der Zunge. Diese Beschreibung habe ich schon häufiger dafür gehört, aber konnte es nie greifen. Jetzt erst verstehe ich es. Marcel war auch absolut begeistert. Und ihn haben all die Eindrücke der essbaren Dinge abgelenkt. Ganze Krabben, Muscheln, Wagyu, Nori.....  

All die interessanten Infos von Keiko-san weiterzugeben würde den Rahmen hier sprengen. Sie hat uns Pärchen allen eine Tüte mit Konbini-Produkten zusammengestellt. Als Entschuldigung, dass viele Läden geschlossen haben und Dinge reingepackt die sie selber sehr gerne mag. Einige Produkte bestehen seit ihrer Kindheit und sie ist definitiv eine Rentnerin. Nach einem kurzen Schreinbesuch wo sie uns noch erklärte wie man betet und omikuji zieht -die Amerikaner waren unglaublich wissbegierig was tägliche Rituale und Manieren angeht- sind wir dann zum Schlusspunkt gegangen: ein kleines Sushi-Menü. Deutsches Sushi ist kein Vergleich zu der Fische und der Beschaffenheit des japanischen Originals. Und schon war die Tour rum. 

Marcel war angefüttert, also mussten wir noch mal zu zweit durch die Reihen stöbern. Und nach einem gegrillten Tintenfisch (Ika) haben wir uns an der Bahnstation noch ein traditionelles Taiyaki gegönnt um uns dann zum Tokyo Tower zu machen. Zwar hat der SkyTree mittlerweile den höchsten Aussichtspunkt, aber dennoch ist der Tokyo Tower eines der Wahrzeichen von Tokyo. Und er hat sich gemacht. Er war damals schon ein wenig altbacken, aber er ist restauriert und der Besuch des Oberdecks, was tatsächlich teurer ist als beim SkyTree, hat eine wunderschöne Aussicht mit vielen Infos seit Bau des Turmes. Es ist alles aufpoliert und dem neuen Influencergeschmack angepasst worden. Marcel fand es trotzdem nicht so prickelnd. Ich mag jedoch den alten Charme.

Zum Schluss ging es abends dann nochmal nach Shinjuku. Nach dem Minibesuch ein paar Tage vorher um die Lichtshow am Metropolitan Building zu bewundern, sind wir nun ins komplette Gewusel gegangen. Und ich merke wieder: ich hasse Shinjuku. Es ist mir zu groß, laut und viel zu viele Menschen. Die Tatsache, dass diese Trilliarden Menschen in dem größten Bahnhof der Welt sind und dieser durch die Größe auch nicht gerade übersichtlich ist, kann einen nur fertig machen. Aber Instagram hat uns Dinge gezeigt, die Marcel sehen wollte. Zum einen die 3D Katze. Es gibt einen riesigen Werbebildschirm, wo man eine Katze sieht, die dort liegt, spielt, schläft. Die ist viral gegangen. An dem Platz standen auch Tausende Touristen und haben auf das Filmchen gewartet. Aber die Katze ist nur immer kurz in Form von Werbung aufgetaucht. Sehr enttäuschend. Da ist der Hachiko auf dem Bildschirm in Shibuya besser gewesen. Zum anderen: Godzilla. Im tiefsten Gewusel über einem Kino schaut ein Godzilla über das Gebäude. Und nicht dieser Winzdino wie in Ginza, sondern er schaut aus einer Höhe von 60m oder so herab. Das ist schon cool, aber dann ging das Licht des Kinos aus, und Musik wurde eingespielt. Godzillas Augen begannen zu glühen und er "spie" blaues Feuer. Das kam für uns unerwartet und hat Spaß gemacht. 

Dennoch war es komplett überlaufen und voll, also sind wir nach dem langen Tag nach Hause. Wir laufen momentan durchschnittlich 20.000 Schritte durch Tokyo. Zwar tun die Füße mittlerweile nicht mehr weh, aber man merkt, dass der Körper das auf Dauer nicht gewohnt ist und abends den Tribut fordert. Also sind wir ins Bett und statt den pünktlichen Blogeintrag zu schreiben, haben wir einfach nur Netflix geschaut.

Samstag, 13. August 2011

Feier-Marathon

Und weiter geht es mit dem Verabschieden:
Alex, mein brasilianischer Kumpel, hat mir ja einst, was maximal 2 Monate her ist, weil solange kennt man sich ja nicht, versprochen mir brasilianisches Essen zu zeigen. Also sind wir mit einigen Leuten im Schlepptau, unter anderem Franzi und Nancy aus Halle, Raffael und Ryan, sowie Bruno und Jackson, zum Brasilianer. Der Tabehodai-Spaß (All-you-can-eat) hat locker schlappe 50€ gekostet, aber das war es wert.
Wir saßen in einem gemütlichem Restaurant mit Live Musik und großem Buffett. Dort gab es allerlei Gemüse und Suppenarten brasilianischer Art. Allerdings kein Fleisch. Denn die Kellner sind mit Fleischspießen zu uns an den Tisch gekommen und haben uns gefragt ob wir denn dieses Fleisch essen möchten. Dann hat man "Ja" gesagt und ein Stück bekommen oder "Nein" und keins bekommen. Und was für Fleisch.....*sabber* Ich gebe zu, ich in begeisterte Fleischesserin und ich liebe Fleisch, allerdings nicht das japanische und bin von daher seit 4 Monaten auf Entzug. Dieses Fleisch war unglaublich. Es reichte von Hühnerherzen zu Roastbeef. Mein Highlight war Lamm, Medium Steak und keine Ahnung was es war, auf alle Fälle Rind. So zart und weich, aber saftig,. Man glaubt es nicht, ich habe ne Gänsehaut beim Essen bekommen. Zweimal, weil es zweimal angeboten wurde. Göttlich.
Dann noch reichhaltig am Obst-und Dessertbüffett gütlich getan und mit zwei wunderbaren richtigen echten brasilianischen Kaffee es beendet. Das Essen das ich bei meinen brasilianischen Freunden bekommenh abe, war schon gut, allerdings haben die natürlich Hausmannskost serviert und nicht 5 Sterne-Fleisch. Ich war glücklich, voll und aufgdreht von dem Kaffee.
Allerdings hat noch ein weiterer Brasilianer auf mich gewartet, da er nicht am Essen teilnahm ich ihn aber trotzdem treffen wollte. Zusammen haben wir ein Drink genossen und es geschafft, das sich die letzte Bahn verpasst hab. Ja, die Weltmetropole Japan hat nicht durchgängigen Bahnverkehr, auch nicht am Wochenende. Ich bin dann mit ihm nach Yokohama und hab dort genächtigt, nachdem wir drei Stunden lang am Fluss saßen, Bier tranken und geredet haben.

Am nachmittag um drei war ich dann am nächsten Tag zu Hause um dann aber auch keine 2 Stunden später meine chinesische Freundin am Bahnhof zu treffen und nen Haufen unbekannter Leute. Ich war ein wenig pissig, weil an sich wollten wir uns zusammen im Wohnheim treffen, da wir ja mal zusammen mit Midori Sukuyaki gegesse hatten, und gesagt haben, dass sie beim nächsten Mal ins Wohnheim kommen sollen, weil wir viel Platz haben. Allerdinsg wusste ich weder wer kommt, Li-chan hat einfach JEDEN eingeladen, und was wir kochen. Wenn ich den Platz anbiete will ich auch wissen was abgeht.
Naja, es kamen Li- und Cho-chan, beide Chinesinnen von der Muashi, a-chan, der Kumpel von Li-chan und drei Japaner die ich nie im Leben gesehen hab. Da war es am Anfang auch so, dass es die Chinesen-Gruppe, die Japaner-Gruppe und mich gab. Toll! Naja, Alex kam dann noch und er hat ein Talent Mittelpunkt einer Gruppe zu werden (flüssig in Japanisch, Englisch und Portugisiesch und Deutsch versteht er auch ein wenig), alleridngs konzentriert er es nicht auf sich, sondern verteilt die Aufmerksamkeit und lenkt Gespräche. Für diese Talent bin ich dankbar. So wurde es ein spaßiger Abend und wir endetetn im Bowling Center,
Der werter Herr Alex bowlte zuerst wie ein Mädchen, während die Mädchen die Kugel einfach fallen liessen aber abgeräumt haben wie die Großen. Die Kerle haben um die Wette "geschossen". In der zweiten Runde haben sich zwischen den beiden Teams dann irgednwie immer zwei gefunden die sich gebattlet haben. Unter anderem Alex und ich. 5 Runden lang haben wir exakt genau gebowlt. Zum Beispiel erst Nix und dann 9. Oder 8 und 1. Das war gruselig. Dann hab ich aber nachher mit 4 Punkten gewonnen :P.

Es ging dann Richtung Mitternacht und wir sind alle zu den letzten Zügen gesprintet. Es war schön nochmal ein paar leute zu sehen und kennenzulernen. Und weniger schön sie zu verabschieden, denn es steht die Frage im Raum: Sieht man sie jemals wieder?

Samstag, 6. August 2011

Eine Busfahrt die ist lustig...

Auf Anfrage von Bruno, bin ich heute mit auf eine vielversprechende Fuji-Busfahrt gegangen.
Es hieß mit dem Bus Richtung Fuji, zum 5ten Base, danach All-you-can-eat mit Fuji Blick, Eishöhle und dann noch ein Pfirsich-All-you-can-eat. Super Beschreibung und die Bilder im Prospekt, na klar, bildhübsch.
Los ging es dann um halb 7 vom Wohnheim und der Bus startete um halb 8. Ein Glück, dass man mittlerweile es so drauf hat wie die Japaner und kaum in der Bahn oder Bus sitzt und wegpennt, denn die Hinfahrt hat aufgrund der überfüllten Verkehrslage mal eben 4,5 Stunden gedauert. Damit hat keiner gerechnet. Und dann wurden wir auf dem Berg, bei Nieselregen ausgesetzt. Irgendwie war ich zu verpennt und hab nicht mitbekommen was wir da sollen, weil es dort neben vielen Bergsteigern nur Mitbringsel gab. Es handelt sich hier um die 5te Stufe für's Bergsteigen am Fuji, deswegen die Bergsteiger und auch viele Radsportfahrer. Und die Mitbringsel...tja, kommen wir zur japanischen Touristenkultur: Japaner machen Reisen und kaufen nur Mitbringsel. Und dabei handelt es sich in der Regel um Essen. In Japan hat jede Region oder Stadt eine Spezialität die sich ausgezeichnet zum verschenken eignet. Wer mal etwas mitgebracht bekommt ist damit auch fast verpflichtet zurückzuschenken. Also sind all die Japaner die mit ins mitgefahren sind, Mitbringsel kaufen gegangen, während wie Südamerikaner, Amerikaner und Europäer drüber lustig gemacht haben, was es nicht alles mit dem Fuji drauf gibt. Mein Favorit: lange Unterhosen zum Wandern.
Kurz den dortigen Schrein angesehenund wir sind zurück in den Bus um nach ner Stunde durch strömenden Regen bei dem Hotel "Fuji View" anzukommen. Dort gab es ein All-you-can-eat-Büffet mit angeblichen Fuji-Blick. Allerdings ist mir der Fuji wohlgesonnen und hat sich hinter massiven Regenwolken versteckt. Nix mit Aussicht. Und das Essen, naja, ehrlich gesagt hat es mich nicht so umgehauen zumal wir auch "nur" ne Stunde Zeit hatten. Die Schokofontänenaschereien hab ich nur geschlungen...
Weiter ging es durch ein Gewitter. das war ziemlich cool. Erstens mag ich Gewitter und zweitens waren wir irgendwie in der Wolke. Dadurch das wir auf 3000m Höhe waren war alles Wolke und ich hab nen Blitz, vielleicht 500m neben uns gesehen, der aber auch neben uns entstanden ist. Fetzt!
Zum Glück war es aber wieder trocken als wir bei der Eishöhle angekommen sind. Man hat uns prächtige 45 Minuten Zeit gegeben, die wir allerdings brauchten um überhaupt zum Eingang der Höhle zu kommen, so lang war die Schlange. Da aber alle aus dem Bus in der Schlange waren, war uns das herrlich egal. Es wird die Eishöhle genannt, weil es dort Eis gibt, früher hat man es hier geschlagen und zum Palast gebracht. Allerdings liegt die Höhle nur 21m unter dem Erdboden. Es war spaßig von der schwül-warmen Sommerhitze zu kühlen 3 Grad zu gehen, sich durch Steinspalten zu quetschen, denn zwischendurch war die Höhe nur 91 cm und Eisblöcke zu bewundern. Hätten wir nicht so asig lange gewartet, wäre es richtig toll gewesen. So hatten wir leider einen Zeitdruck und haben es nicht richtig geniessen können.
Letzte Station mit dem Bus: Pfirsich essen. Hört sich für uns Europäer komisch an, aber wenn man die Preise hier in Japan sieht, dann weiß man, dass es sich lohnt: im Angebot 3 Stück für 500 Yen, oder meistens ein einzelner für 200 Yen+. Die Idee war, das wir sie auch selber pflücken, aber das Wetter und der Verkehr hat uns mal wieder zur Eile getrieben. Also haben wir nur gegessen. Ich hab es auf ganze 3 geschafft, während zwei auf wundersame Weise den Weg in meine Tasche gefunden haben. Upps! Obwohl sie recht hart waren, worüber sich alle lautstark beschwert haben, waren sie superlecker und getärkt sind wir den Rückweg angetreten.

Mit eineinhalb Stunden Verspätung sind wir wieder in Shinjuku angekommen. allgemeines Resümee: wir haben gespart mit der Tour, aber durch den Verkehr haben wir zuviel Zeit im Bus verbracht und zuwenig Zeit vor Ort gehabt. Für das Wetter kann keiner was. Muss man mal mitgemacht haben.

Freitag, 5. August 2011

Auf nach Enoshima

Gut, am Mittwoch hatte ich ein BBQ mit den Leuten von der Uni, aber prinzipiell lief es so ab wie letztes Jahr: Mehr Fett als Fleisch auf dem so genannten Grill und Yakisoba. Nudeln gehören doch nicht auf den Grill! Ich war gut angetrunken weil Chris mich mal wieder dazu aufgefordert hat und am Abend sind wir an den Strand gegangen. Das einzige was diesmal anders war, war, dass Chris, David und ich unser Abschiedsgeschenk bekommen haben. Wir hatten vor einem Jahr ein Japanisches Zeichen gemalt und nun haben wir dieses Bild zurückbekommen mit Kommentaren und Glückwünschen von einigen Japanern.

Für heute hab ich mir ne Freundin geschnappt und wir sind zu der kleinen Insel Enoshima gefahren. Man kann die Größe und Anzahl der Treppenstufen mit der norddeutschen Insel Helgoland vergleichen. Ich war schon einmal dort, allerdings im Winter und nur in dem riesigem Aquarium dort. Heute hatten wir uns vorgenommen auf die Insel zu gehen und uns dort umzusehen. Danach, soweit das Wetter in Ordnung war, stand noch ein Strandbesuch an.
Mayumi war ein wenig spät dran, aber das störte mich nicht. Dann ging es erst zum Ryokoji-Tempel der auf dem Weg lag. Naja, mittlerweile kann man sagen, ein Tempel wie jeder andere. Der Straße folgend sind wir auch direkt zum Meer gekommen. Jaaaa! Und sofort waren sie wieder da, meine Glückshormone. Die Sonne lachte, es waren rund 34 Grad und das Meer rauschte. Kann es besser sein?
Aber erstmal das harte Stück des Tages, die Erkundung von Enoshima. Über eine kleine Brücke erreichen wir die Insel und sehen schon, dass es hoch hinaus geht. Ja, ich geb zu wir waren faul und haben das Gruppenticket für alle Rolltreppen (darauf kommen auch nur Japaner) gekauft. Aber: viel spannender, damit hatten wir freien Eintritt in alle Attraktionen auf der Insel. Der Tempel und der Schrein waren natürlich frei und die Liebesglocke auch. Aber das war natürlich nicht das spannendste. Gut, die heiligen Gebäude auf der Insel waren Drachen gewidmet und auchzahlreich mit ihnen geschmückt, wobei ich immer an Dragonball denken muss, weil jeder Drache auch ne Kugel in der Kralle hielt.
Super war der Aussichtsturm. Man hatte vollen Überblick über Enoshima, den Pazifik und theoretisch auch über den Fuji, aber er hielt sich heute wieder bewölkt. Es regnete auf dem Festland. Mayumi und ich genossen den Anblick voll, die leichte Brise die uns dort oben abkühlte und die zahlreichen Adler die umherflogen sind cooler als Möwen.
Weiter ging es zu der Höhle der Insel. Das Gefühl war toll, dorthin zu gehen. Man lief am Fuße der Insel und direkt an der Brandung, wo die Wellen auf die Steine trafen. Ich wollte schon ins Wasser hüpfen... Die Höhle selber ist recht klein, und wie man es sich denken konnte "verheiligt" mit Buddhastatuen und Drachenfiguren. Es ist trotzdem eindrucksvoll hindurchzugehen und das Wasser tropft auf einen. Außerdem war es so schön kühl dort, was wir erst recht gemerkt haben. Als wir wieder zurück sind. Waren das vorher auch sooo viele Stufen? Nach dem Bewundern der absolut undspektakulären Liebesglocke -als Paar sollte man sie schlagen- haben wir ne Verscgnaufspause gegönnt udn die Enoshima Spezialität gegessen: Shirasu. Das sind winzig kleine weiße Fischchen, die vor der Küste gefangen werden. Unser Menü hatte sie zur Hälfte roh und zur Hälfte gekocht. Ich mag es, wie so ziemlich jeden (rohen) Fisch hier. Danach, nachdem wir fast die Insel verlassen haben, gab es noch ein Kakikoori, geschabtes Eis. "Kimochi!" wie Mayumi sagte. Frei übersetzt sowas wie "Ich fühl mich wohl". Ja, definitiv.
Und nun rufte der Strand. Es ist nicht zu vergleichen mit unseren deutschen Stränden, der Sand ist eher grau-schwarz und alles ziemlich dicht an der Stadt, wa sich persönlich toll find. Während wir uns nen Platz suchen, quatscht uns/ mich jemand an. Wo ich dennherkomme. Na toll, denk ich, ein Halbstarker der cool sein will. Und ganz ehrlich, er war cool. Wir haben uns unterhalten und in Japan gibt es am Strand Strandhäuser, wo man seine Sachen einschließen kann, duschen kann, weil es kein öffentliches sauberes Wasser gibt und sitzen kann. Er wollte uns rekrutieren, was er auch geschafft hat. Ich hab gefragt wie das denn mit dem Umziehen am Strand ist,ob man da ne Umkleide benutzen muss oder ob man das einfach so machen kann. Da sagt er, naja ich kann es ja machen, aber irgendwer wird die Polizei rufen. Na toll. Ich seh ja ein das manche verklemmt sind, aber sowas....
Gut, wir sind ins Strandhaus, umgezogen und -es tut mir nicht leid Mama und Papa- sind in die Fluten gehüpft. Boah, das Wasser war so warm, und die Wellen, dass kenn ich nicht aus Deutschland. Es war toll, aber auch wirklich schmutzig, zum Glück konnten wir duschen. Wir haben es mit dem baden nicht übertrieben, normalerweise kriegt man mich ja nicht mehr aus dem Wasser heraus. Ich dachte auch ich hab es mit der Sonnen nicht so übertrieben und mich schön eingecremt. Pustekuchen. Morgen bin ich wieder ne Spur dunkler, wenn das leichte Rot wieder weg ist.
Gegen 17 Uhr macht offiziell das Strandhaus, wie so ziemlich jede öffentliche Einrichtung in Japan zu, also haben wir uns fertig gemacht und ich hab mit dem Kerl noch herumgeblödelt. Es lief immer Musik und ich hab mal mitgeträllert oder zu BeeGees getanzt. Als ich den Schliessfachschlüssel abgeben wollte, lief auch was nettes im Hintergrund und der Typ hat getanzt und ich bin tanzend zu ihm hin, an einer Gruppe nett verbrannter Kerle vorbei, die mich entsetzt angeschaut haben. Ja, Unverschämtheit von mir gute Laune zu haben und mich rhythmisch zur Musik zu bewegen. Ich hab mich köstlich amüsiert, Mayumi auch und der Typ hat uns auch zugestimmt.

Ein wunderbarer Tag mit perfekt abgestimmtem Wetter. So soll es sein.

Montag, 13. Juni 2011

Brasilien schleicht sich in mein Leben

Und wieder ist eine wunderbare Woche zuende die sterbenslangweilig war, aber das Wochenende kann es zum Glück immer retten.
Samstag sind Midori und ich von den Freunden meiner chinesischen Freundin zum Sukiyaki eingeladen worden. Frage 1: Von wem? Frage 2: Was ist Sukiyaki? Bis Samstag wusste ich beides selber nicht.
Zu Frage 1: Ich bin nur gefragt worden: "Yvonne, meine Freunde würden dich gerne zum Sukiyaki einladen. Du kennst sie nicht, aber sie hätten gerne mehr Nicht-Japanische Freunde." Ja, das ist genau der eine Grund der mich immer NÖ! sagen lässt, aber in der Situation erschien mir das als gemein. Ich kenn die ja nicht, vielleicht hat sie sich doof ausgedrückt und Sukiyaki soll lecker sein. Also hab ich zugesagt, bin aber mit relativ wenig Erwartung an die Sache rangegangen. Midori hingegen, meine brasilianische Nachbarin, hat sich aufgebretzelt und hat sich nen Keks gefreut.
Nach einigen Missverständnissen haben Midori und ich Li, die Chinesin, und A-chan, der Kerl in der Runde, in Ikebukuro getroffen. Zusammen haben wir Essen gekauft und Midori und A-chan haben sich sofort gut verstanden. In Okikubo sind wir dann auf Mai-Mai und Minami gestossen, somit war die Gruppe komplett. Noch schnell, oder eher langsam, haben wir Getränke und Naschkram besorgt. Ich kam mir ein wenig abseits vor, Midori war sofort integriert, ihr japanisches Gesicht macht garantiert einiges leichter, nur Li hat sich mit mir unterhalten. Aber meine anfängliche Befürchtung hat sich dann in Mai-Mais Wohnung zerschlagen. Nun saßen wir uns alle gegenüber und haben zusammen das Essen zubereitet, da hat man sich unterhalten und ich scheine auch nen recht guten Japanischen Tag gehabt zu haben, ich kam mir selber flüssig vor.


Nun zu Frage 2: Sukiyaki ist eine Art Eintopf-Fondue. Allen denen ich erzählt habe das sich gehe, haben gefragt ob sie mitkönnen, weil sie es lieben. Hm...
Man kippt Sukiyaki-Soyasauce in einen Topf lässt es anköcheln und gibt dann alles dazu was man essen möchte. In unserem Fall Rindfleisch, Tofu, Spinatzeugs, Glasnudeln, Brotstückchen. Dann lässt man alles hübsch köcheln. Wenn alles durch ist -wunderbar an dem Fleisch zu erkennen- schlägt sich jeder ein Ei in einer Schale und sucht sich das was er essen will aus dem Eintropf, tunkt es in das rohe Ei und isst es. Ja, liebe Deutsche, man tunkt es ins rohe Ei. Ich selber war nie ein Freund davon und in D-Land kam mir bei wabbeligem Weißem bei dem Frühstücksei fasst das Frühstück hoch, aber hier wird viel mit rohem Ei gemischt und es ist echt lecker.
Wir haben zwei Runden zubereitet und uns gut unterhalten. Da Deutschland in der Runde nicht so bekannt war, musste ich mit einigen Klischees aufräumen und habe doch tatsächlich festgestellt, dass wir Deutschen ganz schöne Säufer sind, zumindestens die Studenten.^^ Immer wenn man sich trifft hat man sein "Konversations-Bierchen". Naja, solange man noch ohne leben kann.....
Und dann ging es los mit mir: zur dritten Runde ist mir nicht mehr wohl gewesen...der Kopf meinte zu spinnen und realtiv rapide ging es dann auch bergab. Ich habe nach Schmerztabletten gefragt und der Schmerz ging auch wieder weg, allerdings sind die, was wesentlich schlimmer ist, Nebenerscheinung geblieben. Während die anderen weitergegessen haben, musste ich wegsehen, weil ich den Anblick von Essen auf einmal nicht mehr ertragen konnte und das rohe Ei in mir Hallo sagen wollte. Das Gespräch, was ich super gut verstanden hab, zum Teil besser als Midori, war auf einmal unverständlich. Wie es für nicht Muttersprachler ist, baut man die Sprache im Kopf um, aber ich war auf einmal nicht mehr in der Lage, es hat zuviel Zeit gekostet und ich war raus.
So leid es mir tat, ich habe die lustige Runde verlassen, mit dem ersten Migräneanfall seit ich in Japan bin. Alle haben sich gesorgt, aber ich konnte alleine nach Hause. Ich war lediglich nur nicht in der Lage Informationen zu verarbeiten. Nach Hause finden ist da kein Problem, auch wenn man schläfrig wird. Aber einmal umsteigen und ich konnte durchfahren. In Ikebukuro, ich döse vor mich hin, stellt sich auf einmal jemand vor mich und ruft "RU RU RU". Oh man, ohne die Augen aufzumachen hab ich gesagt "Ima dame!" (Jetzt ist schlecht). Yo hat Feierabend und ich hab ihn in der Bahn getroffen. Er hat sofort gesehen, dass ich nicht auf dem Damm bin und wir sind zusammen nach Hause. Ich will die Leute aber gerne nochmal treffen.
Nebenfrage: Warum Migräne? Ich schätze das Wetter. Es war nicht übermässig warm, aber die Schwüle in Japan ist grausam, ohne sich zu bewegen tropft man und ich hab die ganze Zeit feuchte Haare. Da macht der Körper irgendwann nicht mehr mit.

Sonntag, nach ausreichend Schlaf, hab ich Bruno zugesagt zu der Dinosaurier-Ausstellung im Tokyo Tower zu gehen. Bruno ist der Brasilianer, den wir letzten Sonntag im strömenden Regen getroffen hatten. Zusammen sind wir aufgebrochen und wie sich während der Fahrt herausgestellt hat, haben alle anderen abgesagt. Aber was soll's, verbring ich den Tag mit einem mir bis dahin absolut unbekannten Kerl (Insider -> "最初皆での方がいい"/ Zuerst mit allen zusammen). Er wusste, dass ich Pokemon mag, weil wir letze Woche ja in Yokohama welche gesucht haben, also sind wir

ins Tokyoter Pokemon-Center gegangen. Wow, der Großteil er Besucher ging mir bis zur Hüfte und ich will garnicht zählen wieviele Kinder vor dem Geschäft mit einem DS in der Hand saßen und gezockt haben. Und wieder stelle ich fest: ich kenne keins der neuen Pokemon. Hat sich innerhalb einer Woche nicht geändert, aber ich befürchte, ich hab ein neues Pokemon gefunden, das Potenzial zum Lieblingspokemon hat: Schnodder-Bär. Ich hab keine Ahnung wie es heißt, aber es hat Schnodder an der Nase. Herrlich.


Nach dem Kampf ums Überleben im Pokemon-Center sind wir dann zum Toko Tower und haben uns Dinoskelette angeschaut. Neben T-Rex gab es die Klassiker Stegosaurus und Tryceratops....den Rest kannte ich dann namentlich nicht mehr, aber überraschenderweise waren wir Deutsche mit 4 Skeletten vertreten *stolz* Brasilianische Dinos gab es nicht, nur einen Argentinier...lassen wir einfach mal durchgehen. Was soll ich euch groß zu Dinos-Knochen sagen? Sie sind groß, echt beeindruckend und Kindermassen waren in der Ausstellung. Ich sag einfach mal: wenn ihr die Chance habt echte Dinos anzuschauen, tut es.
So, Hauptziel des Tages erreicht: und nun? Wir wollten die Lumination des Towers sehen, aber es war erst halb 4, was macht man solange? Wir haben uns die Miniparks in der Umgebung angesehen, aber die schließen auch alle um 5 und haben auf dem Kinderspielplaztz gespielt^^ Dann ab zu Starbucks. Dort haben wir rumgegammelt, aber weil genau an dem Tag die Sonne länger scheinen wollte (hinter Massen von Wolken) sind wir nochmal ins Poke-Center. Und dann dämmerte es langsam, nur damit wir feststellen konnten das Japaner endlich sowas wir Elektrizitäts-Sparmaßnahmen durchziehen: der Toko Tower war nicht beleuchtet. Nun gut, passiert.
Also ab nach Hause. Bruno kannte lustigerweise kaum Mädels aus dem Wohnheim und auch die Kerle machen sich rar, also haben wir beschlossen zu kochen und wie es das Schicksal so will waren alle Brasilianer in der Küche versammelt...und ich. Es wurde in Portugiesisch gesprochen und es war irgendwie wie früher: lustig, laut und voll. Es war schön in der Küche zu sitzen, kaputt vom Tag, irgendwelche Reste die wir zusammengekramt haben, essend und auch wenn ich sprachlich nicht mitkam, es war eine Einheit und ich war Teil davon.
Es ist ja wohl klar, dass ich eines Tages nach Brasiien gehe und dort ne Rundreise mach um alle mal zu besuchen^^. So wie es hoffentlich klar ist, dass mich alle Brasilianer mal besuchen kommen.

Montag, 30. Mai 2011

Von nuklearen Würstchen und Rum im Taifun

Tja, und wieder ist ratzfatz ne Woche um...einerseits schön wenn die Uni ins Wochenende geht, aber andererseits: ich hab doch noch sooo viel vor.

Diese Woche ging es dann Freitag zum meinen offiziellen letzten wissenschaftlichen Talk. Ich hatte unifrei, weil wir am Wochenende Sportfest hatten, aber ich bin nicht hingegangen. Ich wollte, aber das Wetter war weniger schön. Der Talk ging um die Situation in Japan, aber ehe speziell um TEPCO und die Zukunft der Stromversorgung. Das war wirklich interessant. Der Herr Salisle hat per Videokonferenz einige Daten gezeigt wo man denkt "Autsch!". So ist zum Beispiel die Energiereserve von TEPCO stetig gesunken, was nun, da 13 von 17 AKWs abgeschalten sind, fatal sein wird. Es steht außer Frage, dass es zu "Blackouts" im Sommer kommen wird, aber wie stark die sein werden ist fraglich. Interessant ist auch die Anmerkung, dass TEPCO auf eine freiwillige Einsparung der Nutzer um 25% hofft. Hübsch formuliert, aber der Sommer steht vor der Tür und Klimaanlagen sind unentbehrlich. Außerdem ist es schon ironisch, dass seit diesem Abend des Talkes die Rolltreppen bei den Bahnhöfen wieder alle eingeschaltet sind.
Unumgänglich wird wohl auch eine Preiserhöhung von rund 16% pro Kilowattstunde sein. Was sich vielleicht normal anhört, aber Japan hält eh schon den Rekord in hohen Energiekosten. Zudem, wozu werden sie genau genutzt? TEPCO ist definitiv nicht in der Lage die Kosten allein zu tragen, weswegen der Staat einspringen muss, welcher jedoch extrem hohe Schulden hat.
Interessant waren die Fragen aus dem Publikum: Warum legt Japan keine Leitung zum Kontinent wie England, und nutzt den günstigen Strom aus Korea? Tja, keiner will es bezahlen. Weder die privaten Energieversorger, noch der Staat der an sich damit nichts zu tun hat. Genauso die Frage: Warum keine erneuerbare Energien? Ja, wer bezahlt das? Die wollen, laut Salisle, schnellen Strom der günstig ist und jetzt verfügbar ist. Auch hat Japan das Problem in zwei Hertz-System geteilt zu sein, so kann die eine Hälfte die andere nicht mit Strom versorgen...das zu vereinheitlichen ist nahezu unmöglich. Ja, ganz ehrlich, Japan hat Probleme ist aber in meinen Augen nicht wirklich gewillt sie anzupacken. Lieber konzentriert man sich auf die Idee ausländische Studenten durch das Land zu schicken um neue Touristenspots entdecken (auch im verstrahltem Gebiet) um darauf zu hoffen, dass sie per Internet neue Touristen anlocken...Schwachsinn.

Soviel dazu. Mein Samstag war auch relativ ruhig, ich bin nur mit David ins Kino gegangen. Es sollten ursprünglich ein paar mehr sein, aber nach einigem Hin und Her, hatten wir unser "KinoDate" allein. Es ging in "Fluch der Karibik 4". Naja, was soll ich dazu sagen. Der 3D-Effekt war schwachsinnig, ich weiß nicht warum man den immer nutzen muss. Inhaltlich, naja, typisch Fluch der Karibik, es geht um Gerüchte, Seemannsgeschichten und Meerwesen (Meerjungfrauen sind cool^^). Intrigen von jeder Seite und die bekannten Hauptcharaktere sind alle dabei. Was mir fehlte waren die lustigen Nebencharaktere, es ist zwar der alte Humor da, aber weniger. Schade. Ich seh schon den fünften Teil.....
Was absolut lustig ist in Japan, nicht nur das das Kino schweine teuer ist, man kann auch jede Menge Blödsinn dazu kaufen. Es gibt immer einen Merchandisestand. Und in unserem Kino gab es einen extra Purikuraautomaten. Ich musste Puris machen.

Sonntag ging es dann realtiv spontan zum Oktoberfest nach Hibiya (ja, richtig: Oktoberfest im Mai in Tokyo). Zusammen mit Nancy und Franzi hab ich Jumpei und noch zwei weitere Kerle getroffen. Zusammengakuert unter dem Regenschirm trotzten wir dem Taifun und sind durch Wasserlachen zum Festplatz gegangen. Ich habe meinen Augen kaum getraut: Deutsche Wurst, deutsches Bier und ein bayrisches Bierzelt. Schön, im Zelt haben wir keine Platz bekommen, also haben wir uns unter ein Minizelt gequetscht und so manch einer hat sich ne arschteure Hareico-Wurst gegönnt. Es nennt sich "Jaaman-Doggu" und ist ne Bratwurst im Brötchen mit Senf UND Ketchup und Überraschung: Sauerkraut im Brötchen. Muss ja sein, der Deutsche kann ja nicht ohne. War aber lecker. Und wir haben Kräppelchen (Hallenser Ausdruck) oder Mutzen (norddeutscher Ausdruck) probiert. Von "-chen" ist keine Rede, aber boah, besser als die deutschen.
Also hocken wir in der Kälte, manchmal von einem Schwall Regen vom Dach überrascht, in dem Zelt, klönen und dann gehen wir alle durchnässt wieder nach Hause. War nett, muss man mal gemacht haben.

Nach einem abschließenden Skypetelefonat nach Lübeck ist mein Tag dann auch zu Ende gegangen, mit ihm die Woche und eine neue Woche inklusive Taifun wartet sehnsüchtig...

Mittwoch, 25. Mai 2011

Isogashii 忙しい~

Ja, da haben wir es, ich hab keine Zeit meinen Blog zu schreiben. Hoffen wir mal, dass ich nicht jede Woche so spät zu Hause bin.
Neben dem normalen Unterricht bin ich letzte Woche zu zwei Academic Talks gegangen. Im Grunde ist das eine kleine wissenschaftliche Präsentation mit anschließender Diskussion. Es kann echt spannend sein, aber die Themen zu denen ich gegangen bin waren eher hilfreich für den Unterricht für den ich hinmusste, und da ich politisch echt mal so gut wie garnichts drauf habe, war es auch nicht spannend. Der Talk diese Woche verspricht toll zu werden: Tepco and Rethinking Nuclear Energy. Mal schauen.
Freitag hat Yo Geburtstag gehabt und ich hab ihn noch nach dem einen Talk getroffen und er schleppte mich in ein Restaurant um die Ecke. Wow, wie toll ist das denn? Angenehmes Flaire und die haben eher italienische Spezialitäten und Brot. Aber nicht das Japanische, nein, die machen das selber und dann mit Nüssen drin und es knackt...mjam. Und sie machen ihre Wurst selber, zwar die itaienische aber uaaahhhh, lecker. Wir haben uns mit dem Besitzer unterhalten (der Laden hatte erst einen Tag vorher aufgemacht) da stellt sich heraus, dass die Yo's Arbeitsplatz kennen und auch dass der Besitzer ein Musashistudent war. Die Welt ist klein.

Samstag bin ich dann nach Shibuya gefahren um Nancy und Franzi zu treffen. Endlich mal eine reale Unterhaltung in Deutsch. Es war nett und Purikuras durften natürlich nicht fehlen. Da sie aber noch zum Unterricht mussten, hab ich nen Zwischenstopp bei Book Off gemacht und bin nach Hause um dann abends für Yo's Feier wieder nach Shibuya zu fahren.
Wir haben in einem Aquariumrestaurant gegessen, nur sein engster Freundeskreis. Endlich hab ich seinen besten Kumpekl kennengelernt. Er kam mir so bekannt vor und auch Hitomi hat es gesagt...unglaublich, zwei Yos. Es war toll. Und weil es ein Highschool-Uniform-Kostüm für Männer für Yoann gab, musste er es anziehen und dann haben wir noch ein zweiters Izakaya gesucht.
Und nun stellt euch einen schlaksigen Franzosen mit Pornosonnenbrille und Lederschuhen in einer klassischen Schulmädchenuniform vor. Herzallerliebst. Wir haben so gelacht. Und weil die Welt wirklich klein ist, haben wir noch zwei Kumpels von Yo in Shibuya getroffen die wir mit ins nächste Restaurant geschleppt haben. Wiederholt frage ich mich: warum mögen wir Deutsche die Franzosen nicht? Die sind sooo lustig und *Überraschung* alle sind der englischen Sprache mächtig. Ja, die Party hat sich gelohnt.
Am Sonntag wollte ich eigentlich Ausschlafen und danach nach Asakusa zum Festival fahren, aber es gibt da jemanden der es mir nicht gönnt, dass ich länger schlafe. Yo hat mich wach geklingelt und gefragt, ob ich nicht mit ihm und Htomi ins kleine Restaurant gehen will und danach nach Komagome in den Rosengarten möchte. Och ja. So ein italienisches Frühstück ist schon verlockend. Wir mussten auch ordentlich warten, und dummerweise haben sie uns ein falsches Essen gegeben, wodurch wir noch extra die Wurst probieren konnten. Ja, da geh ich häufiger hin^^
Da das Wetter ätzend war hab ich dann spontan zugesagt mit in den Rosengarten anstatt ins überfüllte Asakusa zu gehen.
Der Rosengarten war auch schön. Gut, ehrlich gesagt sind Rosen nicht meine Lieblingsblumen und von daher versteh ich die Faszination und einzelnen Züchtungen nicht. Für mich war es eine Blume in vielen, vielen Farben. Aber der restliche

Garten dazu war echt schön. Und es gab eine "Konrad Henkel"-Rose (die rote). Unsinnige Information, aber das ist der einzige Blumenname, der mir im Gedächtnis geblieben ist.
Wir sind gerade durch mit unserem Spaziergang, da ging die Welt unter. Von jetzt auf gleich schüttete es. Dicke, fette und viele Regentropfen. Wir hatten zwar Schirme mit, aber viel hat es auc nichtgeholfen. Wir waren pitschenass.

Diese Woche ging es dann mit spannendem Unterricht weiter. In Brian Society Klasse sollten wir nen Artikel in Gruppen diskutieren. Ich erwähne: der Unterricht ist hauptsächlich für Japaner und in Englisch. Der Artikel ist naja, in meine Augen recht gemein. Lest selbst "Foreign students tareged for tours". Was die Gruppenarbeit angeht, das war harte Arbeit. Es ist mir leider bekannt, dass Japaner nicht unbedingt eine eigene Meinung haben, deswegen hab ich gleich am Anfang gefragt, ob sie die Idee in dem Artikel gut heißen. Alle drei bejahen. Gut, ich verneine. Ich frage warum sie das gut finden. Ich bekomm das Argument aus dem Text was ich sofort wiederlegen kann. Also hätte wiederlegen können wenn sie mich verstanden hätten. Ich hab es dreimal in langsamen, leichten, einfachem Englisch wiederholt...und nochmal im Krüppeljapanisch gesagt. Dann haben sie es verstanden. Meine drei Gruppenmitglieder konnten mich meistens nicht verstehen und sprechen ging auch nicht. Dementsprechend hab ich hauptsächlich auf Japanisch diskutiert.
Am Ende, nachdem wir eine Pro- und Contralise aufgestellt haben, hab ich nochmal nach ihrer Meinung gefragt. Alle drei finden jetzt die Idee schlecht. Ganz ehrlich: ich war nicht überrascht.
Da fragt man sich, warum sitzen die drei in dem Unterricht, wenn sie nichts verstehen. Ich hab gefragt ob sie den Lehrer verstehen: nein. Sie sind aber an der japanischen Kultur auf englischer Sprache interessiert. Na toll, das sie eine Präsentation halten müssen, ist ihnen wohl noch nicht klar.

Mal schauen wann ich wieder was spannendes erzählen kann.

Samstag, 7. Mai 2011

Riding the Toden

Es ist mal wieder an der Zeit gewesen: neues Semester, neue Austauschstudenten. Brian macht wieder eine Walking Tour.
Diesmal war geplant mit dem Toden 都電, oder auf Deutsch der Tram-Bahn, zu fahren. Hört sich nicht so spannend an, aber in Japan sind Tram-Bahnen nicht so üblich. In Japan gibt es nur zwei Linien und wir haben die von Waseda nach Minowabashi genommen. Ich dachte es kommen wesentlich mehr Leute, aber es war eine überschaubare Truppe von drei Chinesinnen, drei Franzosen, eine Brasilianerin, einer Deutschen, einer Japanerin sowie Brian inklusive Sohn Leo. Später kam noch ein Kumpel von Brian dazu, aber er hat sich dezent im Hintergrund gehalten. Leo hat sofort sämtliche Mädchenherzen erobert. Alle mädchen-Mädchen, sprich die Asiatinnen und Midori, welche ich mitgenommen hatte, damit sie ein paar Leute kennenlernt, haben mit Leo Fotos geschossen, "Kawaii" gerufen und hätten sie die Er laubis gehabt zum Adoptieren, wäre Brian einen Satansbraten ärmer.
Die Fahrt mit der Tram hat rund eine Stunde gedauert und war recht nett. Für Hallenser/ Halunken ist das nichts besonderes. Dummerweise hat es geregnet, weswegen wir auch nicht allzu sehr zu Fuß unterwegs waren. Aber wir haben auf alle Fälle den Susanoo-Schrein besucht. Dort scheint es Brauch zu sein Kraniche zu falten. Es heißt, dass Tausend, oder waren es Zehntausend?, gebastelte Kraniche Glück und Heilung bringen. Sie hingen in einem überdachten Raum und man konnte auch selber für die Opfer des Erdbebens und des Tsunamis Kraniche basteln. Ich denke mein erster Kranich ist in Ordnung. Leo hat lieber den Wasserdrachen, der das Wasser zum Reinigen speit mit dem heiligen Wasser begossen. Ja, auch der muss gereinigt werden.^^

Weiter ging es zu einem Park, der irgendwie cool war, aber irgendwie auch nicht wirklich zu beschreiben. Ich hab mich auf alle Fälle in ein Kinderspielpatz-Dino verliebt. Brian blieb mit Leo vor Ort, zumal Leo es auch als toll empfunden hat ins Wasser des Teiches zu rennen. Pitschepatschenass. Während er dort getummelt ist, haben wir versucht einen kleinen Tempel zu finden, aber das funktionierte nicht. Tja, dann haben wir die Reise zum Essen angetreten.
Oh ja. Monya und Okonomiyaki. Ich liebe es. Das Essen wir auf dem Grilltisch gebrutzelt. Zuerst haben wir zwei Ladungen Monya gegessen. Ich hab das Braten übernommen, einfach weil man mir die Schaufeln gegeben hat und alle waren begeistert wie toll ich das kann...hm, okay. Dann hat Brian zwei Okonomoyaki gemacht. Im Grunde genommen ist es gleich, nur das Monya flüssiger ist. Ich find es toll, weil man wirklich zusammen ist, so wie bei Fondue oder Raclette.
Und weil das nicht reicht haben wir uns noch eine japanische Süßigkeit zum Nachtisch gesucht. Anko (Brei aus gematschten Azuki-Bohnen)! Ja, ich liebe diese süßen roten Bohnen. Aber danach ist man echt pappesatt.

Was sich hier nach kurze Zeit anhört hat insgesamt rund 6 Stunden gedauert, weil wir immer wieder mit der Tram gefahren sind. Midori hat sich gut mit den Chinesinnen angefreundet. Das freut mich. Ich hab mich da rausgehalten, weil fünf mädchen-Mädchen schaff ich nicht. Midori allen ist nett und die Chinesinnen einzeln auch, aber zusammen ist mir das zu "Kawaii" und quietschig.^^
Aber dafür hab ich jetzt meine Dino und Leo mag mich auch :D