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Donnerstag, 27. März 2025

Butter bei die Fische

Mittwoch ist bisher mit 25 Grad der wärmste Tag. Und wie man es aus Japan kennt, ist die Luftfeuchtigkeit nicht gerade die angenehmste, aber noch auszuhalten. Wir haben um 11 Uhr eine Tour über den Tsukijimarkt gebucht. Tsukiji ist der größte Fischmarkt der Welt. Hier werden die großen Thunfischauktionen durchgeführt. Nun ja, korrekterweise war es Tsukiji, der Fischmarkt wurde nach Toyosu umgesiedelt, aber der sogenannte "Outer Market", also da wo gekocht und offiziell verkauft wurde, blieb noch an alter Stelle.


Ich hatte eine nette kleine Tour über den Markt mit Verkostung gefunden die wir mitmachen wollten. Dazu sind wir überpünktlichen Deutschen schon frühzeitig aufgebrochen. Da der Treffpunkt relativ nah bei uns war, sind wir gemütlich hin spaziert. Und man merkt, dass der Frühling da ist. Auf den Straßen blühen einige Bäume, die Kirschblüte aber noch nicht ganz, und die Sonne britzelt auf uns nieder. Der Treffpunkt war einfach zu finden, da es der Haupteingang zum Tempel Tsukuji Hangwanji ist. Obwohl wir sehr zeitig da waren, standen schon einige Touristenführer herum und warteten auf uns. Keiko-san war unsere Tourguide. Sie ist eine ältere Dame und hatte einige Jahre in Amerika gelebt. Mit uns startet ein amerikanisches älteres Pärchen aus Atlanta und später stößt noch ein Paar dazu, aber die haben sich nicht richtig vorgestellt und haben die ganze Zeit auch komische Sonderbefinden gehabt. Ich nehmen von Dialekt Franzosen oder Russen an. 

Zuerst stellte Keiko-san uns den Tempel Tsukiji Hingwanji vor. Er ist von seiner Architektur äußerst ungewöhnlich. Ursprünglich stand er in dem Bereich Asakusa, aber nach einem großen Feuer wurde er dann am Tsukiji neu erbaut. In Japan ist Neuerbauen nicht zwingend damit verbunden das es 1:1 identisch ist. Hier geht es um die verehrte Personen oder Götter.  Da es hier um einen buddhistischen Tempel handelt hat sich der Architekt von indischen Bauten inspirieren lassen. 

Und dann ging es direkt nach nebenan auf den Fischmarkt. Rückblickend ist der Bereich wesentlich kleiner als erwartet, aber mittwochs hatten viele Läden zu. Leider auch die alten Auktionshallen. Nichtsdestotrotz hat Keiko-san ihr Bestes getan um das zu kompensieren. Zuerst gab es eine Leckerei aus Fischkuchen. Das war ein Spieß mit drei verschiedenen Variationen: Mais, Tintenfisch und Nori (Seetang). Fischkuchen ist eine recht feste, gummiartige, aber nicht zähe weiße Masse die dann in den Variationen gewälzt wurde. Sehr lecker! Wer Ramen isst: dass ist das weiß-rosa gekringelte Zeug. In einer weiteren Station gab es einen Spieß mit Level 4 Wagyu. Wagyu bedeutet lediglich japanisches Rindfleisch. Kobe-Beef ist auch Wagyu, aber nicht jedes Wagyu ist aus Kobe. Das Level ist dennoch sehr hoch an dem Stand gewesen und das Fleisch war nur kurz gegrillt. Unglaublich samtig und weich. Es zerfloss regelrecht auf der Zunge. Diese Beschreibung habe ich schon häufiger dafür gehört, aber konnte es nie greifen. Jetzt erst verstehe ich es. Marcel war auch absolut begeistert. Und ihn haben all die Eindrücke der essbaren Dinge abgelenkt. Ganze Krabben, Muscheln, Wagyu, Nori.....  

All die interessanten Infos von Keiko-san weiterzugeben würde den Rahmen hier sprengen. Sie hat uns Pärchen allen eine Tüte mit Konbini-Produkten zusammengestellt. Als Entschuldigung, dass viele Läden geschlossen haben und Dinge reingepackt die sie selber sehr gerne mag. Einige Produkte bestehen seit ihrer Kindheit und sie ist definitiv eine Rentnerin. Nach einem kurzen Schreinbesuch wo sie uns noch erklärte wie man betet und omikuji zieht -die Amerikaner waren unglaublich wissbegierig was tägliche Rituale und Manieren angeht- sind wir dann zum Schlusspunkt gegangen: ein kleines Sushi-Menü. Deutsches Sushi ist kein Vergleich zu der Fische und der Beschaffenheit des japanischen Originals. Und schon war die Tour rum. 

Marcel war angefüttert, also mussten wir noch mal zu zweit durch die Reihen stöbern. Und nach einem gegrillten Tintenfisch (Ika) haben wir uns an der Bahnstation noch ein traditionelles Taiyaki gegönnt um uns dann zum Tokyo Tower zu machen. Zwar hat der SkyTree mittlerweile den höchsten Aussichtspunkt, aber dennoch ist der Tokyo Tower eines der Wahrzeichen von Tokyo. Und er hat sich gemacht. Er war damals schon ein wenig altbacken, aber er ist restauriert und der Besuch des Oberdecks, was tatsächlich teurer ist als beim SkyTree, hat eine wunderschöne Aussicht mit vielen Infos seit Bau des Turmes. Es ist alles aufpoliert und dem neuen Influencergeschmack angepasst worden. Marcel fand es trotzdem nicht so prickelnd. Ich mag jedoch den alten Charme.

Zum Schluss ging es abends dann nochmal nach Shinjuku. Nach dem Minibesuch ein paar Tage vorher um die Lichtshow am Metropolitan Building zu bewundern, sind wir nun ins komplette Gewusel gegangen. Und ich merke wieder: ich hasse Shinjuku. Es ist mir zu groß, laut und viel zu viele Menschen. Die Tatsache, dass diese Trilliarden Menschen in dem größten Bahnhof der Welt sind und dieser durch die Größe auch nicht gerade übersichtlich ist, kann einen nur fertig machen. Aber Instagram hat uns Dinge gezeigt, die Marcel sehen wollte. Zum einen die 3D Katze. Es gibt einen riesigen Werbebildschirm, wo man eine Katze sieht, die dort liegt, spielt, schläft. Die ist viral gegangen. An dem Platz standen auch Tausende Touristen und haben auf das Filmchen gewartet. Aber die Katze ist nur immer kurz in Form von Werbung aufgetaucht. Sehr enttäuschend. Da ist der Hachiko auf dem Bildschirm in Shibuya besser gewesen. Zum anderen: Godzilla. Im tiefsten Gewusel über einem Kino schaut ein Godzilla über das Gebäude. Und nicht dieser Winzdino wie in Ginza, sondern er schaut aus einer Höhe von 60m oder so herab. Das ist schon cool, aber dann ging das Licht des Kinos aus, und Musik wurde eingespielt. Godzillas Augen begannen zu glühen und er "spie" blaues Feuer. Das kam für uns unerwartet und hat Spaß gemacht. 

Dennoch war es komplett überlaufen und voll, also sind wir nach dem langen Tag nach Hause. Wir laufen momentan durchschnittlich 20.000 Schritte durch Tokyo. Zwar tun die Füße mittlerweile nicht mehr weh, aber man merkt, dass der Körper das auf Dauer nicht gewohnt ist und abends den Tribut fordert. Also sind wir ins Bett und statt den pünktlichen Blogeintrag zu schreiben, haben wir einfach nur Netflix geschaut.

Montag, 24. März 2025

My Hood

 Laut der offiziellen Planung hatten wir heute nichts vor. Aber auch nur, weil wir das tatsächlich am ersten Tag schon mit erledigt hatten. Allerdings hat sich gestern noch ein Freund gemeldet, dass er heute spontan Zeit hätte. Perfekt!

Ausreichend ausgeschlafen, Marcels Husten wird wieder besser, sind wir entspannt gegen 10 Uhr morgens los. Da ich die ganze Zeit heiß drauf war, musste ich in das Poke-Center hier im Viertel gehen. Der ein oder andere mag jetzt genervt die Augen verdrehen, aber jedes Poke-Center hat tatsächlich seine eigenen Plüschis oder anderen besonderen Merchandise. Außerdem ist das Hauptpokemon ein anderes. Die wissen definitiv wie sie Geld machen.


Also sind wir rein und ich suche natürlich mein Lieblingspokemon, Onix. Ich finde einige Sachen mit der Weiterentwicklung Stahlos, aber tatsächlich wird mein Pokemon anscheinend diskriminiert. Es gibt nur einen Sticker und einen kleinen Anhänger. Fertig! Aber dafür gibt es 20 verschiedenen Pikachus und Evolis. Naja, ich mag halt Dinge die anders sind. Und dafür bin ich dann auch schneller durch. Ich halte mich mit den Einkäufen auch noch ziemlich zurück, da ich mir immer denke, dass ich es nur süß finde, aber nicht wirklich gebrauchen kann. Mal schauen, wie lange diese Einstellung noch hält.

Direkt danach sind wir nach Ekoda gefahren. Mein altes Viertel in dem ich damals wohnte und zur Uni gegangen bin. Alleine schon beim Umsteigen in Ikebukuro war ich schon sehr emotional. Und als wir dann in Ekoda ausgestiegen bin, hatte ich feuchte Augen. Es ist alles so gleich, aber auch so anders gewesen. Da wir bis zur Verabredung noch Zeit hatten, sind wir zum Wohnheim gegangen. Auf dem Weg konnte ich tatsächlich ziemlich genau sagen, welches Haus noch nicht stand oder welches ersetzt wurde. Der Gemüsehändler war auf der andern Straßenseite, aber der Verkäufer war noch immer derselbe. Das Wohnheim selbst, das alte Gebäude in dem ich wohnte, steht noch und ist unverändert. Dafür hat aber der Kindergarten der mit integriert ist, ein neues Tor und mehr Platz zum draußen Spielen. Wir standen vor dem Tor und ich habe Marcel erklärt wo mein Zimmer war, die Küche, wo Yoann damals lebte und dann sind wir zusammen den alten Weg zur Universität gegangen.

Auf dem Weg sind wir nochmal an dem Yaoya, dem Gemüsehändler, vorbei gekommen und ich habe den Händler gefragt, ob ich mich recht entsinne, dass es vorher gegenüber war. Ich hatte Recht. Er schaute mich an, weil ich sagte, dass ich vor 14 Jahren hier gelebt habe, aber ich befürchte, er hat mich nicht erkannt. Schade. Schließlich bin ich damals jeden Morgen an ihm zweimal vorbei gelaufen und wir haben uns immer gegrüßt. Nun ja, ich war halt nur eine Kundin von vielen.

Die Musashi University hat sich seit meinem Studium tatsächlich verändert. Ein Gebäude wurde während meines Aufenthaltes abgerissen und noch nicht gang fertig gebaut. Und in diesem Moment war ein weiteres Gebäude in Arbeit. Trotzdem musste ich eine Träne verdrücken als ich vor dem Campus stand. So viele Erinnerungen und alle sind tatsächlich gut. Dadurch, dass ich allerdings nicht mehr studiere und mein Professor erst in zwei Wochen da ist, bin ich nicht auf den Campus gegangen. Das machen wir, wenn wir mit Brian verabredet sind. Zu viele Emotionen würden mich heute fertig machen.


Also zurück zum Bahnhof und dort haben wir auf Hoshino gewartet. Er war kein Student, aber wir hatten uns auf dem Tag der offenen Tür der Uni damals kennen gelernt. sind über Freunde dann zusammen ins Kino und hatten eine schöne Zeit. Dadurch, dass er keine große Erfahrung mit Ausländern hatte, war es für mich immer schwer mit ihm zu reden, da er sehr umgangssprachlich spricht. Und vom Schreiben will ich gar nicht erst reden. In den letzten 14 Jahren gab es eher nur Glückwünsche zum Geburtstag und sehr selten mal ein "Wie geht`s?". Ich gestehe, ich habe nicht viel von dem Treffen erwartet und war schon überrascht, dass er es überhaupt wollte. Zumal er auch wusste, dass Marcel dabei ist. Für Marcel wiederum war es klar, dass es eher langweilig wird, sprachlich bedingt.

Aber es war tatsächlich wesentlich entspannter und auch vom Verständnis sehr gut. Ich muss mich selbst loben, dass ich anscheinend doch wieder gut in die Sprache reingefunden habe. Für SmallTalk reicht es lockerflockig. Und es war lustig wie unterschiedlich die Zeitwahrnehmung ist. Er dachte, es sei erst 10 Jahre her und ich sei 3 Jahre in Tokyo gewesen. Schön wär es. Dafür erinnerte er sich an meine Präsentation die ich auf dem Unifest halten musste. Das hatte ich total verdrängt. Und er hatte tatsächlich noch von damals Fotos von dem Unifest auf dem Handy. Verrückt!

Die beiden Jungs haben sich tatsächlich trotz Sprachbarriere gut verstanden. Sie haben beide Tattoos und rauchen, damit ist das Wichtigste geklärt. Und ich denke, das sich auch ausreichend übersetzen konnte, damit das läuft. Sogar so gut, dass wir nach einem guten Kaffee noch zusammen nach Ikebukuro gefahren sind. Dort habe ich damals auch viel Zeit im Book Off und anderen Geschäften verbracht. Mittlerweile hat sich das Viertel zum Anime-Mekka entwickelt. Selbst Akihabara soll nicht mehr mithalten können. Die vertrauten Ecken waren aber noch alle da. Sunshine City, das größte Einkaufszentrum, hat sich aber gemacht. Mittlerweile ist ein Aquarium drin (nein, diesmal waren wir nicht drin), ein Kulturzentrum mit Ausstellungen (aber leider nicht für uns) und....Überraschung....ein Poke-Center. Mit dem Jungs im Gepäck bin ich aber nicht rein und habe mich mit Fotos begnügt. 

Nachdem wir zusammen ein Purikura gemacht haben, Fotos in einem Foto-Automaten, ist Hoshino dann nach Hause. Wir sind noch weiter nach Shinjuku. An dem Metropolitan Building werden derzeit Filmchen auf das Gebäude gestrahlt. Über das Handy kann man die passende Musik abspielen. Das wollten wir uns anschauen. Aber schon auf dem Weg dorthin hat uns die Müdigkeit eingeholt. Marcel wahrscheinlich wegen Schlafmangels wegen des Hustens und ich, weil mein Kopf heute sehr viel arbeiten musste. Oder ich brüte was aus. Wer weiß. 


Die Lichtshow haben wir trotzdem gesehen. Und leider was es nicht so spektakulär wie wir dachten. Die besonderen Nummern mit Godzilla zeigen sie nur am Wochenende. Schade. Also ab nach Hause und nun sind wir früh heim. Gehen aber auch früh schlafen, da wir morgen einen relativ zeitig gebuchten Termin haben. Das wird toll!



Sonntag, 24. April 2011

Kirschblüten im Regen

Die erste Unterrichtswoche mit ganzen zwei Tagen ist zu Ende. Am Freitag hatte ich noch "East Asia Economy" und ich saß echt nur mit Chris, dem Amerikaner drin. Economy ist echt nicht mein Hauptinteressengebiet, aber ich denke, dass die kleine Anzahl von Studenten das gut kompensiert. War auch echt ne nette Runde, man redet einfach dem Prof rein wenn man was zu sagen hat.
Danach noch ne Runde Sport und ich war glücklich. Endlich ist die erste Runde Muskelkater seit heute vorbei, dafür Schmerzen die nächsten Muskeln aus der zweiten Runde. Schlimm, wieviel man an Muskeln abbaut wenn man mal pausiert. ja, ich weiß: Selbst Schuld!
In der Nacht hat es auf einmal fürchterlich zu regnen angefangen. Richtig Platzregen, als wären wir in der Monsunzeit. Passend dazu schüttelte es auf einmal wieder das ganze Haus. Wär ich nicht so müde gewesen, hätte es mich mehr gekratzt. So hab ich nur gedacht: Hehe, wie ein Weltuntergang.
Samstag hatten wir dann eine ne Orientation für uns Ausländer. Naja, wir anwesenden vier Europäer brauchten sie an sich nicht, aber die drei Chinesinnen, die dazugestossen sind. Aber was wir gelernt haben: Wie benimmt man sich im Falle eine Erdbebens. Danke, das wollte ich unbedingt wissen. Naja, gut ich weiß jetzt wie ich meinen Notfallrucksack packen muss und was ich am besten täglich bei mir tragen sollte. Ist auch nicht zu unterschätzen. Er hat uns auch erklärt, dass Nahrungsmittel und Wasser unter stetiger Kontrolle stehen. Man ist darauf bedacht die Metropole zu schützen. Auch was radioaktiven Regen angeht, brauchen wir uns momentan nicht fürchten. Selbst im Falle der Explosion, welche absolut unwahrscheinlich ist, besteht eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die megabösen Plutoniumpartikel nach Tokyo gelangen. Natürlich sollen wir aufmerksam alles verfolgen, da die Nachrichtenerstattung immer noch gering ist, aber beim Wetter ist mittlerweile auch ein Radioaktivitätszähler für die jeweiligen Regionen zu sehen. Brian unterstützt uns auch, sofern wir helfen wollen, rät uns aber dringend davon ab, in Sendai helfen zu wollen oder anderen nördlichen Gegenden. Die Uni sorgt wirklich um uns, und freundlicherweise haben sie uns die Miete für April erstattet. Wenn man bedenkt, dass ich von meiner deutschen Uni rein garnichts höre, ist das unglaublich.
Nachdem wir dann für Brian noch einen seiner geliebten Aufsätze geschrieben haben (Wie war das Erdbeben, was für Erfahrungen haben wir gemacht, wie hat sich die Uni verhalten und was wir noch dazu sagen wollen), hab ich schnell meine Kurse angemeldet und dann ging es indisch Essen.
Das hatte ich noch nicht in Tokyo und war auch sehr lecker. Zwar mir mein Schärfegrad nicht scharf genug, aber für's nächste Mal. Man hat sich mit den Chinesinnen unterhalten, Fotos gemacht und dann bin ich nach Haue hausaufgabenmchen, schließlich ist Montag noch ein Vokabeltest.
Nach Hause ging es doch nicht so leicht wie gedacht, weil es echt schüttete. Wozu hab ich nen Schirm, wenn ich eh zur Hälfte nass bin. Meine Hose hat sich bis zu den Knien vollgesogen. Und der Wind ist fies und will einem den Schirm klauen. Glücklicherweise wohn ich nicht so weit weg und hab dann halbtrocken mit dem Office über die Zimmer der deutschen Mädels geredet. Viel ist nicht bei rausgekommen, aber ich hab Montag noch nen Termin mit der Chefin aus der Uni, die soll da mehr wissen.

Und dann: Yo kam in mein Zimmer vorbei (uh, wie ungezogen) und dann haben wir wieder gekocht. "Yvonne, it's a pleasure to cook with you again." Oh, ja, das ist es. Das hab ich echt vermisst. Leider ist die Küche sehr ruhig geworden, aber wir haben die kranke Midori dazu geholt damit sie was isst und es war wie vorher. Danach ging es auch wieder ins Studierzimmer. Japanisch erfordert dieses Semester mehr Disziplin, also haben wir Vokabeln und Grammatik bearbeitet und sind danach in eine unseren wunderbaren Diskussionen abgedriftet. Mit Yo macht das echt Spaß. Er meint er hat keine Ahnung von Ethnologie, aber sein ganzer Blick auf Japan ist ethnologisch. Kombiniert mit einigen Elementen aus Politik, Wirtschaft oder Geschichte und wir können uns stundenlang unterhalten. Vergleichen Japan mit Deutschland und Frankreich oder einfach nur unserer Länder. Ja, ich bin wieder zu Hause.

Sonntag ging es dann ganz spontan nach Shinjikugyoen. Ich wollte mit Midori, die nur einen Tag vor mir wieder hierher gekommen ist, noch ein Hanami (Kirschblütenfest) machen. Wir haben ja die Hauptblüte verpasst. Aber leider ist sie krank und hat abgesagt, da bin ich los und hab Yo mitgenommen.
Shinjukugyoen liegt in Shinjuku. Ich wusste nicht, dass es an dem größten Bahnhof direkt ein großer Park liegt. Er kostet auch Eintritt, aber der war es wert. Es blüten an allen Ecken Kirschbäume. Weil es hier verschiedene gibt, blühen sie länger als an anderen Orten. Aber auch anderen Blüten und extrem kreischig pinken Büsche waren in voller Blütenpracht. Zwei angelegte Seen und ein französischer Garten sorgen für Abwechslung. In den Seen sind Schildkröten und Fische (Überraschung) und eine Familie hat Flusskrebse gefangen. Das zeigt das die Qualität des Wasser sehr gut ist. Auf den freien Plätzen zwischen den Kirschbäumen haben Familien gespielt, unter den Bäumen lagen die Japaner und haben sich ausgeruht. Man sah viele Paare -ja, neben dem Umeda Sky Building würde ich Shinjukugyoen im Frühjahr als Dating-Spot für gut befinden- aber trotzdem war es trotz der Fülle an Menschen friedlich und beruhigend. Nebenbei, es ist Ostern, aber das bekommt man hier nicht im Geringsten mit.
Es war ein schöner Tag. Yo meinte ich sei zwar sehr ruhig, aber was soll man sagen wenn man das Gesicht der Sonne entgegenstreckt, Blüten bewundert und einfach glücklich ist? Ich denke wie bei ihm, das sich mich selber noch ein wenig innerlich sortieren muss, obwohl ich mich wieder zu Hause fühle und alles so ist und besser wie ich es kenne.

Montag, 10. Januar 2011

Hakone

An sich war ich ja schon in Hakone. Nämlich als wir diesen Bustrip hatten. Aber da haben wir nur die Landschaft aus dem Bus heraus bewundert. Und weil sie so hübsch war, hab ich gleich zugesagt als Jumpi mich fragte, ein japanischer Kumpel den ich aus Halle kenne, ob ich ihn und ein paar Deutsche nicht begleiten möchte. Naja, gut, er muste schon mit dem Onsen, den heißen Quellen, locken, damit ich ohne zu Überlegen zugestimmt habe.
Also bin ich am Samstag um unmögliche 6:30 Uhr aufgestanden und nach Shinjuku gefahren. Dort sollte ich mir nämlich ein "Hakone Free Pass" für 5000 Yen kaufen. Hört sich nach einer Masse Geld an, aber damit kommt man von Shinjuku hin und zurück (aber nicht mit dem Romance Train -> kostet nochmal extra, hab's leidlich erfahren) und kann in Hakone und dem nahegelegen Odawara so ziemlich jedes öffentliche Verkehrmittel nutzen. Außerdem gibt es allgemein noch ein paar Vergünstigungen.
Also in den Zug gestiegen und eineinhalb Stunden später in Odawara ausgestiegen. Hier wollten wir uns alle treffen und ich war locker ne Stunde zu früh. Jaja, dämliche Überpünktlichkeit und nerviges Organisiseren was imme massig Pufferzeit einberechnet.
Aber um 10 waren wir dann zu sechst: 3 Japanern mit Deutschkenntnissen und 3 Deutsche mit keinen bis leidlichen Japanischkenntnisses. Die Deutschen waren Debora, eine Studentin der Sprechwissenschaft in Halle, und Robert, Physikstudent aus München der aber eine bessere Japanischausbildung hat als ich. Wozu studier ich Japanologie wenn jeder Hans und Franz besser ist als ein Japanologe?
Jumpei war der Knotenpunkt der Bekanntschaften, weil er mit seinem verdammt guten Deutsch einfach mal jeden kennt. Es war in Halle immer lustig wenn man mit ihm zusammen zu Bahn gegangen ist. Er hat mehr Leute gegrüßt als ich, und ich dachte ich kenne schon viele Hallenser^^.
Zuerst ging es dann 45 Minuten mit dem Bus, nach einem Blick auf den alten Kaiserpalast, nach Hakone Machi. Aufgrund seines Jobbes am Odawarabahnhof kennt Jumpei die Touristenpunkte und hat uns entgegengesetzt der normalen Route durch Hakone geführt um uns Wartezeiten zu ersparen.
In Hakone Machi haben wir dann erstmal ohne Ende Fotos vom Fuji-san geschossen. Mit dem See zu seinen Füßen und dem strahlend blauen Himmel war es ideal. Man konnte garnicht die Kamera aus der Hand legen. Aber erstmal haben wir den "Checkpoint Hakone" besucht. Hier hat man in alter Zeit sich melden müssen, wenn man gereist ist. Man konnte garnicht an Hakone vorbei kommen und man hat hier auch Steuern gezahlt. Dieses Gebäude ist komplett restauriert worden. Danach sind wir auf den nächsten Hügel gekraxelt um in ein hässliches Haus zu gehen, was nur den Kaisern bestimmt war, aber nun der Öffentlichkeit zugänglich ist. Hässlich ist es weil es dem viktorianischem Stil ähnelt und einfach überhaupt nicht dahin passt. Aber die Aussicht von dort auf den See (mit dem Fuji) war klasse. Und danach....



Sind wir zu Piraten geworden. Stellt euch vor: Ihr seid in Japan. Im Gebirge. An einem See. Habt Ausblick auf den Fuji. Und dann kommt ein Piratenschiff angesegelt. Jaaaaaa, Realität, wo bist du geblieben? Aber egal. Ich wollte schon immer mal einen auf Capt'n Jack Sparrow machen. Also rauf aufs Schiff (kostenfrei, weil es ein öffentliches Verkehrsmittel ist!?) und ab auf die andere Seite des Sees. Hatte schon was, das muss man sagen.



Angekommen in Togendai sind wir dann in die Hakone Railrope, sprich Seilbahn, gestiegen. Und es ging aufwärts. Mit dem vollen Blick auf den Fuji stiegen wir hinauf. Bis nach Owakudani. Dieser Zwischenstopp mit der Seilbanh ist berühmt für seine sehr heißen Quellen. Wenn ich mich recht entsinne waren es so um die 80 Grad. Außerdem sind sie sehr schwefelhaltig, weswegen das Wasser milchig trüb ist. Und von dem Geruch wollen wir garnicht erst reden. Das der Fuji von diesem Nachbarberg 1A zu sehen war, muss ich glaube ich nicht erwähnen, oder?
Weil uns kalt war (*hust* eher den Japanern) sind wir bergauf marschiert um uns die Quellen richtig anzusehen und allein schon der Anblick von Schnee war super. Es ist unglaublich wie schnell man aus der Puste kommt, wenn die Luft so dünn ist. Der Schwefelgestank liess uns aber auch wieder schnell zur Seilbanh zurückkehren. Und wir sind ohne typisches "schwarzes Ei" weiter gegondelt. Diese schwarzen Eier sind normale Eier, die in den schwefelhaltigen Quellen gekocht werden und dann angeblich bei dem Verzehr das Leben um rund 7 Jahre verlängern. Dreisterweise hab ich schon zwei gegessen bevor ich selber an den Quellen war. Ich denke, mein Leben ist lang genug.





Weiter nach der Seilbahn mit zwei weiteren Bahnen sind wir dann wieder am Anfang "Hakone" angekommen, um dort ein Bus zu den Hotelanlagen zu nehmen, um dort ins heißbegehrte Onsen zu gehen.
Die abenteuerliche Fahrt des Busses durch die Serpentinen hat schon Spaß gemacht und lustigerweise kannte ich die Straße noch von dem Bustrip, wo man uns gesagt hat, dass in dem auf der rechten Seite gelegenen Hotels, die berühmtesten Onsen hat. Ratet mal wo wir waren?
Jupp. Für, ich finde läppische, 1100 Yen sind wir dann "plantschen" gegangen. Zusammen mit Debora ging es für mich in den Mädchentrackt. Und wo ich wegen meiner Erfahrungen echt dachte, dass Japaner verklemmt sind, war ich recht erstaunt wie extrem natürlich sich alle nackt bewegt haben. Es ist nicht erlaubt bekleidet ins Onsen zu steigen. Und zuerst muss man sich waschen. Das ist bei allen öffentlichen Bädern Brauch, dass man sich zuerst auf einem Höckerchen abschrubbt und dann sauber badet.
Und das Wasser, woaaahh. Man gleitet nach einem langen Tag hinein und denkt nur "Das will ich für immer haben". Aber nach bestimmt 10 Minuten musss man schon den Oberkörper an die Luft bringen. Da denkt man, halb an der extrem kalten Luft und der Rest im heißen Wasser, das ist doch nicht gut. Aber man hat die Kälte nicht gespürt so aufgeheizt war man. Der Kreislauf hat es auch nicht unbedingt mitgmacht. Nach einer Paue komplett an der Luft, sind wir noch in ein anderes Becken gesiegen und haben da die letzten Minuten genossen, bevor wir wieder rausmussten, um den letzten Bus zu bekommen.
Das hat sich gelohnt. Definitiv! Gegen 19 Uhr sind wir dann mit der Bahn nach Hause. Nach und nach haben mich alle in der Banh allein gelassen (wir wohnen einfach alle ganz woanders) und um 22 Uhr war ich dann zu Hause. Kaputt, mit Kopfschmerzen (ich denke ich hab zuwenig getrunken), aber wohlig warm.
Danke Jumpei!!!! Das war ein schöner Tag!!

Sonntag, 19. September 2010

Hoch hinaus

Endlich mal ausschlafen, wobei, wenn man das bedenkt, ist es echt rätselhaft warum ich so fertig und müde bin.

Ans sich sollte das ein Gammeltag werden und ich hatte überlegt nach Shibuya zu fahren um mal im Daiso vorbeizuschauen (100 Yen-Shop auf 4 Etagen), aber da die Mädels geplant hatten nach Shinjuku zufahren, um dort sich im Touristencenter Pläne jeglicher Art zu besorgen, bin ich einfach mal mit.
Die Fahrt ist unspektakulär, aber der Weg von der Sation zum Rathaus war echt gigantisch. Ich schätze den Weg von uns zur Uni haben wir dort unterirdisch zurückgelegt. Aber dafür hatten wir auch keinerlei Orientierungsprobleme.
Dort im Rathaus angekommen sind wir erstmal zur Aussichtsplattform hoch. Da kommt man umsonsthin und soll der Aussicht im Tokyo Tower sehr nahekommen. Lustigerweise sind auf dem Weg nach oben die Taschen kontrolliert worden und eine aus unseren Reihen ist aussortiert worden, weil sie in Messer dabei hatte, welches wir gerade gekauft haben. Aber kein Problem, ohne Messer, dafür mit einen Abholschein ging es dann hoch.
Und die Aussicht ist echt sehr gut. Es war trotz gutem Wetters wieder diesig, sodass wir den Fuji nichts sehen konnten, genauso wenig wie den Rand von Tokyo, aber es war gigantisch.


Besondere Aufmerksamkeit hat dann der Souvenirverkauf auf sich gezogen. Es gab jawohl jeden Scheiß dort. Von dicken Katzen über Hello Kitty zu Lollis mit bekannten Gemälden zu Figuren auf deren Gesichter man sein eigenes setzen konnte. Natürlich gab es auch ein Purikura (Passfotoautomat mit Spaßfaktor), welches wir nutzen musste. Sophias Gesicht ist rausgeschnitten worden, dass sah lustig aus, aber wir konnten sie wieder herzaubern^^.



Auf dem Weg nach unten haben wir auch die besagten Pläne gefunden. Eine Touristenstelle hat für jedes Viertel Pläne ausgelegt, zum Teil sogar auf deutsch, und jedes Viertel ist in einer 3D-Collage dargestellt worden. Einige konnten wir sofort auf Anhieb erkennen. Shibuya zum Beispiel an dem Hund oder Akihabara an den Techniksachen.


Auf dem Gebäude des Zweiten waren wir und das lustige Gebäude im Ersten ist das Nikko-Gebäude

Da wir Hunger hatten sind wir zurück zur Bahn, in der Hoffnung was zu Essen zu finden, aber im Endeffekt haben wir in Ekoda, sprich zu Hause gegessen. Zwei, drei Einkäufe, weil morgen Feiertag ist und nun sitz ich wieder hier und könnte einschlafen. Ich weiß echt nicht warum. Mein Kreislauf lief heute auch nicht so rund wie sonst. Sportmangel? Zuckermangel? Jetlag? Egal, morgen ist es wieder super!

Mittwoch, 15. September 2010

Gut Ding will Weile haben

Wie erzähle ich kurzweilig von 31,5 Stunden Reise?

Angefangen hat der spaßige Ausflug nach Japan mit einer 9stündigen Bahnfahrt von Lübeck nach Frankfurt. an sich wollte ich noch einen letzten langen Brief schreiben, aber das die Technik der Bahn dermassen ausgereift ist, dass kein Licht im Abteil funktioniert hat, hab ich einfach gepennt. So ging die Zeit auch recht schnell rum. Schnell noch nen Blick auf den bleuchteten Kölnr Dom bei Nacht geworfen -einfach irre schön- und eine Stunde mit einer Koblenzerin geschnackt und ich konnte in Frankfurt frohen Mutes aussteigen und einchecken.
Naja, so einfach war das nicht. Ich bin vorgewarnt worden, dass der Weg vom Bahnhof zum Flughafen eine dreiviertel Stunde dauert, aber obwohl ich langsam gegangen bin, ich hatte ja Zeit ohne Ende, bin ich in einer halben Stunde an meinem Schalter am weit entferntsten Terminal gewesen. Der hatte allerdings noch nicht auf, sodass ich auf einer Bank dort noch geratzt hab.
Der Check.In verlief einfach und anscheinend hatte ich kein Übergepäck, sodass ich mir noch rund 3 von 4 Stunden vertrödeln musst. Also ab zur aussichtsplattform. Gut, geplant war das nicht, ich wollte nur nen Kaffee von McD, aber warum nicht angenehmes miteinander verbinden? Dort saß ich nun in der schönen Morgensonne mit nem Kaffee und schrieb meine letzten Abschieds-SMS.
Zeitig ging ich dann zur Passkontrolle und zur Gepäckkontrolle. Wer hätte das gedacht: Bombenkontrolle an meiner externen Festplatte. Mit meinem Laptop htten sie dieses Mal Mitleid. Aber kein Problem, meine Blümchensticker haben den Beamten so fröhlich gestimmt, dass sie die Bombe nicht gefunden haben.
Die Watezeit im Vorraum will ich nicht erzählen, die ist langweilig. Im Flugzeug hatte ich wieder den Fensterplatz und einen Deutschen neben mir, mit dem ich nur ein "Hallo" und "Entschuldigung, ich müsste mal" getauscht habe. Ich war von dem Filmprogramm zu sehr abgelenkt. Topaktuelle Filme. Ich habe "Iron Man 2" auf englisch gesehen und "Valentinstag" auf deutsch. Es gab noch neuere wie "Prince of Persia", "Kick-Ass" etc. aber die kannte ich schon.
Der Service war super im Flugzeug: Essen a la carte. Ich hatte Talpia-Fisch auf Couscous. Und noch nen Kaffee, desert, Vorspeise, Snack....Und nen verdammt gut aussehenden Stewart. Ich bin zu dem Schluß gekommen, dass nur gutaussehende Leute im Flugzeug arbeiten dürfen und die Männer eigentlich alle schwul sind.


Nach 5,5 Stunden dann die Zwischenlandung in Abu Dhabi. Leider kann ich nichts dazu sagen, außer das es dunkel war. Ich konnte Palmen und Sand erkennen und es sollen 37 Grad gewesen sein. Ich hab mich allerdings nur drinnen aufgehalten udn das kostenlose W-LAN genutzt. Außerdem hab ich den Kerl aus der Reihe vor mir angequatscht der auch Auslandsstudent ist. Er geht an die Sophie (auch eine Uni von uns) und ist aus Trier, studiert allerdings Jura. Social Networking muss ja sein.
Im Flugzeug hab ich dann einfach nur versucht zu pennen, was eher schlecht als recht ging. Während des Essens hab ich dann noch den Film "Letters for Julia" angeschmissen -ja, den kannte ich auch noch nicht, ich weiß dasss das auch eine Schnulze ist-. Das Essen konnte ich mir auch wieder aussuchen und ich habe das Japanische Menü genommen, weil dort Soba-Nudeln waren. Aber leider hat es nicht ganz so gut geschmeckt.
Das Frühstück dann nachher war umso besser: Früchte, Croissant, Joghurt und Grüner Tee. Jetzt erst am Ende des 10stündigen Flus hab ich dann angefangen mit meinem italienischen Sitznachbar zu klönen. Er ist nur 4 Tage hier. Bis ich dann meinen Koffer hatte war das ne nette Unterhaltung. Und dann bin ich raus und abgeholt worden.
Mit 5 Deutschen sind wir dann durch Tokyo gecruist und ich bin dann mit Katja und ihrem Freund in unser Hostel angekommen. Es war ein "Wooden Capsule Hostel". Ich finde das sagt schon einiges und das Foto auch. War aber für eine Nacht definitiv in Ordnung, zumal sie eine Dusche hatten. Und der Common Room, also Aufenthaltssraum, mit dem kostenlosen Internet hat auch sein Übriges getan.


Aber der wurde erstmal nicht genutzt weil wir uns mit 12 weiten Leuten in Shinjuku getroffen haben, um zusammen zu trinken und essen. Kurz zusammengefasst: Pizza, Yakisoba (gebratene Nudeln), Takoyaki (Tintenfissbällchen), Hähnchen und Cocktails mit nichts an Alkohol drin.
Gegen halb 11 ging es zurück und trotz der Hitze (26 Grad)ist mein erster Einkauf ein Regenschirm gewesen. Naja, dann ein wenig Internet, Chatten und Nachricht abgeben und dann ging es auch schon ins Heiabettchen.
Morgens um 9 dann wieder raus und ab zum Wohnheim.

Aber das erzähl ich euch demnächst.

Samstag, 20. Februar 2010

Edles Umgebungen

Und auf ein Neues: Heute haben wir drei uns mit Stefans Tandempartner in Shinjuku getroffen. Das Ganze ging aber natürlich nicht ohne Probleme. Da wir gestern Nancy nicht gefunden haben, obwohl sie auch eine Stunde auf uns gewartet hat, haben wir heute versucht ihr das Buch zu geben, was sie gestern bekommen hätte. Dazu mussten wir uns irgendwo treffen, aber ohne Handy ist das echt schwierig. Idee 1 war, dass wir sie auf dem Hinweg in Shibuya treffen, da wir da eh umsteigen mussten. Ging nicht, weil sie noch nicht da gewesen wäre. Plan 2: Wir treffen sie auf dem Rückweg. Haken: Wir wussten erstens nicht wann wir zurückfahren und wären zweitens wohl auch nicht über Shibuya gefahren. Plan 3: Wir treffen uns zwischendurch. Problem also erstmal verschoben.

In Shinjuku haben wir dann Stefans Tandempartner getroffen und sind erstmal essen gegangen. Was sonst. Danach haben wir einen 100-Yen-Shop gesucht und auch gefunden. Diese Läden sollen in Japan sehr populär sein und sind genau das was 1 Euro-Läden bei uns sind: größtenteils günstig. Jaja, die beiden Mädchen, Katha und ich, im Kaufrausch. Aber ich habe nicht wirklich was gefunden. Ich habe mir ein hübsches Paar Stäbchen in rot mit Häschen gekauft, weil ich ja in Asakusa zu geizig für Stäbchen war. Die passende Bentôbox (Lunchbox) wäre in Asakusa gewesen, auch mit Häschen, aber zu teuer. In dem Haushaltswarenladen Tokyo Hands, habe ich dann nach weitern Bentôboxen Ausschau gehalten und echt eine hübsche gefunden. Ich überlege noch sie mir zu kaufen. Jetzt denken einige, warum denn das? Tupperware gibt es in Deutschland auch. Ja, das stimmt, aber das ist einfach viel stilvoller und edler.
In Shinjuku gibt es Läden ohne Ende, teure Edelmarken und auch Jeansdicounter. Nebenbei natürlich die Mangaläden voller Gacha gacha. Katha wollte gerne einen Trunks haben (von Dragonball), hat aber was anders gezogen, wo wir dachten das es Kuririn ist. Hätte ich bekommen, aber es stellte sich heraus, dass es eine mir unbekannte Figur aus einem Movie ist, deswegen hat Stefan jetzt einen Anhänger^^.

Um 15 Uhr sind wir dann mit einem alten Tandempartner von Stefan in Ginza verabredet. Die Fahrt dahin war mal ausnahmsweise ohne Probleme und wir haben uns auch ohne Probleme gefunden. Endlich! Zusammen mit ihm und seiner Schwester sind wir dann in eine kostenlose Ausstellung gegangen. Ich liebe Kunst und Ausstellungen sind auch immer klasse, aber hier handelte es sich um moderne Plakatkunst der 60er und 70er Jahre. Ich bin ehrlich gesagt kein besonders großer Fan dieser Zeit, aber manche Werke waren echt nicht schlecht. Stolz kann ich auch behaupten, dass ich bei den meisten verstanden habe, was sie angepriesen haben, und das, obwohl das Plakat graphisch kaum Bezug zum Inhalt hat. Natürlich habe ich mich im Gästebuch verewigt.
Im Anschluss darauf haben wir diskutiert wie wir die Nancy-Buch-Sache handhaben und sie angerufen. Kurzerhand sind Katha und ich dann nach Shibuya und haben ihr das Buch gebracht, während Stefan noch in einer weiteren Ausstellung war. Laut Flyer war das wesentlich interessanter. Schade.
Wir haben uns dann wieder in Ginza getroffen und wollten in eine Bar oder so. Probleme gibt es da mit Katha, weil Alkohol in japan erst ab 21 erlaubt ist und sie noch nicht so alt ist. Aber deswegen würde sie nicht des Lokals verwiesen werden. Erste Anlaufstelle war eine Bierbar mit deutschen Gerichten auf der Speisekarte, wie Käsefondue und Schweinshackse. Aber weil wir un Ginza, dem Edelviertel (銀座-Silber+Sitz), waren, waren und die Preise zu heftig. Zack, da zogen die japaner ihre Handys und habn ein günsiges Lokal gegoogelt. Anscheinend haben sie aber kein Kompass integriert, sodass wir erstmal in die falsche Richting marschiert sind. Fand ich persönlich nicht ganz so schlimm, weil dann hat man die Geschäfte sehen können: Abercrombie& Fitch -ganz neu eröffnet, die Japaner standen Schlange- Svarowski, Prada, Rolex und H&M. Es fuhren dicke Ferraris herum und ein Motorrad mit blauer Unterbodenbeleuchtung. Zu Fuß waren die Damen auch mit Kimono unterwegs. Man hat sich eigentlich fehl am Platz gefühlt, bis man zu dem Baumkuchenladen kam. Die Japner stehen auf Baumkuchen, seit irgendwelche Deutschen den mal eingeführt haben. Die Japaber sagen auch richtig "Baumkuchen" dazu. Und sie haben auch wesentlich bessere Variationen als wir, z.B. Banane, Karamel oder Süßkartoffel. Das Geschäft hatte Baumkuchen auf spießen, die sich gedreht haben, dass sah dann aus wie bei uns Hähnchen auf dem Grill^^

Auf dem Weg zum Lokal sind wir noch an einem Kabukitheater vorbeigekommen. Kabuki ist traditionelles Theater in Japan. Ein edles Gebäude.
Das lokal ist unterirdisch gewesen und bot hauptsächlich Fischgerichte an. Diesmal gab es keinen Automaten, wo wir vorher bestellen konnten, dafür haben wir am Tisch eine Liste von Gerichten gehabt, wo man sein Gericht angekreut hat. Die Gerichte wurden dann auf den Tisch gestellt und jeder hat davon gegessen. Das ist echt gut gewesen, weil alles lecker war. Uns ist im Grunde genommen gleich Alkohol bestellt worden. Ich hatte Schnaps mit Mango, sehr süffig und ohne Wirkung. Katha durfte nicht, aber sie hat trotzdem von mir getrunken. Von dem Sake, der später aufgetischt wurde, hat sie allerdings auch eingeschenkt bekommen.
Das Essen war herrlich: Im Grunde genommen hat alles geschmeckt. Es gab Sashimi -rohen Fisch-, Chicken Wings in perfekter Barbecuesauce, frittierte Garnelen-allerdings mit Allem noch dran, sodass Katha, als sie die Augen bemerkt hat, nicht mehr weiter essen konnte. Verständlich, aber schade drum. Dafür habe ich umso mehr gegessen- Fischbrust, gebratenen Oktopus -sehr lecker-, Tofu -nicht mein Lieblingessen- und Camnebert. Dummerweise habe ich mich bei einer Peperonie verschätzt und obwohl ich Scharfes echt gut abkann, hat sie mich doch tatsächlich zum Weinen gebracht. Das hat natürlich alle erheitert, mich auch. Tja, lieber Dönerladen in Trittau, nicht nur ihr bekommt mich zum Weinen ^^.
Der abend war echt herrlich. Lecker Essen, lecker Alkohol und nette Unterhaltung. Unsere japaische Begleitung war sehr neugierig und hat viel gefragt. Da sie kein deutsch konnte (der Tandempartner schon, aber sie nicht), hat sie zum Teil auch in englisch geredet, was bei mehr Alkohol schneller geworden ist. Wir haben über Umgangssprache, Aberglaube und Studium geredet. Ich hatte das Gefühl, endlich wieder mehr japanisch zu reden, wo wir gestern zu dritt unterwegs waren und kaum japanisch gesprochen haben.

Ich würde mich gerne wieder mit ihnen treffen.

Es war ein recht ereignisloser Tag. Zuhause ging es aber noch mal kurz rund: Wir wollten uns in der Küche treffen um den morgigen Tag zu planen uns Katha macht ihre Tür zu. Kein Ding, ihre Karte, hier besitzen wir Magnetkarten als Schlüssel, war noch in ihrem Zimmer in dem Apparat der für Strom sorgt (es gibt nur Strom wenn die Karte da ist). Aber als sie wieder ins Zimmer wollte, ging die Klinke nicht runter. Panik! Wie kommt sie jetzt ins Zimmer?
Wir haben dann versucht den House manager zu finden, haben ihn aber nicht gefunden. Dann haben wir an 6 Türen von den ganzen Room assistans geklopft, die für uns da sind, wenn wir Hilfe brauchen, aber keiner da. Eine Japanerin in der Küche wusste auch nicht was wir tun können und auf dem Weg zum nächsten Gang habe ich in der anderen Küche nachgefragt ob hier zufälligerweise ein Assistant ist und glücklicherweise war da einer. Natürlich hat er gleich die Mastercard geholt und versucht die Tür aufzubekommen. Aber das war echt kniffelig. Nach 20 Versuchen oder so, ging die Tür dann wieder auf. Katha soll die Tür von innen verschlossen haben, aber wir sind der Meinung dass dem nicht so war. Egal, alle sind glücklich und so ein Adrenalinschub ist doch auch immer wieder gut.