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Donnerstag, 20. März 2025

Alte und neue Erinnerungen

 Der erste ganze Tag in Japan.

Marcel hat es gestern Abend schon gegen 22 Uhr komplett ausgeknockt und ich bin auch kurz danach ins Traumland gefolgt. Beide hatten wir die Erwartung, dass wir wunderbar durchschlafen und nach ca. 8 Stunden wieder fit sind. Naja, der Plan ging leider nicht so auf. Um 3 Uhr morgens waren wir wach. Zum einen waren wir ausgeschlafen (Hallo Jetlag!) und zum anderen stelle ich mal wieder fest: Klimaanlagen sind fürchterlich. Wir können das Fenster nicht öffnen und hatten eine sehr trockene Luft im winzigen Zimmer und generell war auch die Temperatur nicht so unsere. Die kann man allerdings schnell ändern. Die Luftfeuchtigkeit eher wenig. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, dafür haben wir eine Regendusche und einen Massagestuhl, in dem ich mir während des Schreibens die Waden massieren lasse. 

Was macht man also wenn man nicht schlafen kann? Man holt sich erstmal gemütlich gegen halb 5 morgens das Frühstück aus dem Konbini (24h Conveniencestore). Natürlich gab es für mich Onigiri und Marcel musste sich erst einmal rantasten, aber auch er feiert die Produkte die man da immer für relativ wenig Geld erstehen kann. 

Gemütlich haben wir uns dann fertig gemacht und sind um 7 Uhr morgens losgestiefelt. Da wir gestern vor lauter Müdigkeit nicht wie angedacht zum benachbarten Kaiserpalast gegangen sind, haben wir das erstmal nachgeholt. Über einen kleinen Umweg durch den hübsch angelegten Hibiya-Park ging es dann direkt zum Kaiserpalast. Der darf man leider nur aus der Ferne bewundern, ist aber trotzdem eines der Touristenpunkte die ich schon fünf Mal oder so besucht habe. Also eine alte Erinnerung für mich und eine neue für Marcel. Es ist spannend zu sehen wie jemand der das alles so gar nicht kennt das Ganze betrachtet. Zumal er auch sehr wenig Vorkenntnisse von der japanischen Kultur hat. 

Der Kaisergarten hatte leider erst um 9 Uhr geöffnet, aber unser Morgenspaziergang war schon so früh, dass wir darauf nicht warten wollten. Es ist mehr oder weniger neben dem Hotel, daher können wir das jederzeit bei Bedarf nachholen. Dafür gab es dann den Touristenklassiker Nummer 2 für Marcel. Wir sind nach Harajuku gefahren und haben dort den Meiji-Schrein besucht. Ich möchte meinen, dass ist der wichtigste und bekannteste Schrein in Tokyo. Er ist auch superschön in einer sehr belebten Gegend gelegen, strahlt aber durch den dazugehörigen Wald sehr viel Ruhe aus. Es war auch nicht wirklich was los, so um 9 Uhr morgens. Wir hatten auf dem Spaziergang zum Schrein selbst noch eine kleine


Prozession Mönche sehen können. Und obwohl es noch ruhig war, fallen einem die ganzen Touristen auf. Generell ist der Anteil an europäisch wirkenden Menschen in Tokyo enorm angestiegen, aber an den Spots trifft man dann auch gerne auf diese ignoranten Touris die nur wegen des Beweisfotos da sind. Marcel hat auch sehr viel fotografiert, aber es war nie aufdringlich und hat jedes Verbotsschild respektiert. Aber nicht selten sind andere direkt an den Schrein, trotz Verbotsschildes und einem Wachmann mit Schild in der Hand, gegangen und haben fotografiert. Spannend war auch, dass die großen Torii (Tore) neu gemacht wurden. Das neue Holz ist sehr hell und tatsächlich bis zu einer Höhe von ca. 1,70 mit einer durchsichtigen Plastikfolie ummantelt. Ich behaupte einfach, dass das ist, weil so viele Ignoranten aus der ganzen Welt sich dort nämlich einritzen und die japanischen Heiligtümer beschädigen.

Wir, vorbildlich natürlich, haben uns mit Wasser vor dem Betreten gereinigt und am Schrein gebetet ohne Fotos. Damit alles auch traditionell klassisch abläuft, haben wir auch ein omikuji gezogen, ein Horoskop. Leider sagt unseres nichts über unser Glück aus, sondern enthält ein Gedicht des Meiji-Kaisers. Und Marcel hat von mir ein omamori geschenkt bekommen. Ein Talisman. Ich habe ihm eins gegen dunkle Einflüsse ausgesucht. Für eine gute Geburt fand ich nicht so passend :)

Nach diesem eher traditionellen Start in die Touristenspots sind wir in Harajuku gleich in die Takeshitadori gegangen. Also wollten wir. Marcel hat ein Katzen Cafe entdeckt und wollte da erst rein. Nach zwei Tagen war schon zu viel Kuschelentzug vorhanden. Man sitzt dort in einem Cafe (wobei Kaffee hier gar keine Rolle spielt) und kann die herumlaufenden Tiere bespielen und streicheln. Das bietet vielen Japanern die Möglichkeit mit Katzen zusammen zu sein, da häufig Haustiere verboten sind oder man sie aufgrund der Arbeitszeiten nicht halten kann. Es war auch eine katzengerechte Einrichtung und alle Katzen wirklich ziemlich gelassen, allerdings war keine wirklich verschmust. Als dann auch immer mehr Leute reingelassen wurden, sind wir gegangen, dass wurde uns zu viel und wir wollten es den Katzen nicht antun. Bevor hier aufgeschrien wird: die Katzen hatten einen Rückzugsort wo keiner hinkam. Es war alles schon okay und tiergerecht. 

Anders als in weiteren Tier-Cafes die wir in der Takeshitadori gesehen haben: Hunde-Cafe, ja okay, ein Mini-Schweinchen-Cafe und tatsächlich haben wir das Otter-Cafe gefunden, wo eine Mitarbeiterin mit einem Otter auf der Schulter draußen stand und die Kundschaft reingelockt hat. Das war uns zu hart. Katzen und Hunde sind domestizierte Haustiere, ja, aber Mini-Schweini und Otter nicht.

Aber das ist die Tokyo und die Takeshitadori. Die bekannteste Shoppingmeile mit manchen ausgefallenen Geschäften. Und nun ja, da ist er der Übertourismus. Die Straße war gerammelt voll. Und die Hälfte der Geschäfte waren Imbisse und Naschbuden die aber irgendwie alle das gleiche angeboten haben: Käsetaler und kandierte Erdbeeren. Auch gab es mittlerweile sehr viele Gachapon-Läden. Gachapon, bzw. GachaGacha, sie solche Automaten wie früher die Kaugummiautomaten waren. Du wirfst Geld rein, drehst, und bekommst nen Kaugummi oder nen Plastikring oder oder oder. Und GachGacha haben verschiedenste Inhalte. Das können berühme Animefiguren sein, Marvel, Schlüsselanhänger in Essensform, Mininotizbücher....Ich habe eine Serie gefunden, wo Katzen in Boxen oder Fischgläsern schlafen. Da bin ich schwach geworden und habe aber tatsächlich genau die Figur gezogen, die ich favorisiert habe (sieht aus wie unsere Carie). Für Marcel war das zu bunt und freakig, außerdem wurde er langsam schon hangry.

Deshalb haben wir uns ein Katsudon gegönnt. Ein Schnitzel auf Reis. Und weil wir nicht voll genug
waren, haben wir noch einen Matcha-Crepe-Stand gefunden und da noch einen superleckeren Crepe gegessen. Wir rollten danach dann Richtung Shibuya um den vorerst letzten geplanten Touristenspot für heute aufzusuchen: die Riesenkreuzung und Hachiko. Und auf dem Weg haben wie noch ein oder zwei Zwischenhalte gemacht, weil uns was ins Auge gefallen ist. Zum Beispiel das Tokyu Plaza. Es ist ein sehr bemerkenswertes Gebäude, also eigentlich zwei. Die Dachterrasse und der Rolltreppenaufgang sind mir schon einige Male bei Influencern auf Instagram gezeigt worden. Zack, mussten wir dann auch anschauen und uns wie Influencer fühlen. Und einen Nerd-Laden mit unglaublich sexy und realistischen Sammelfiguren von Marcel, DC, Alien etc haben wir gefunden. Marcel wollte einen lebensgroßen Gremlin mitnehmen. Aber A) wie soll der transportiert werden B) den kriegen wir nicht zollfrei ins Land. Gut, C) Platz haben wir nicht, war da nicht ganz so ausschlaggebend.

Also doch ohne Gremlin weiter zu Hachiko. Und bevor den erreichen, mussten wir über die berühmteste Kreuzung. Ich möchte meinen, dass jede zweite Hand ein Handy nach oben gehalten hat und das Kreuzen gefilmt hat. Auf sämtlichen Aussichtsplattformen hat man auch jede Menge Hobbyfilmer gesehen und Marcel wollte auf das höchste Hochhaus und von da schauen. Allerdings hat er sich Shibuya Sky rausgesucht. Auch unter Influencern sehr beliebt und der Spaß ist auch nicht supergünstig. Zum Glück (oder Pech?) waren alle Tickets für den Tag schon verkauft. Ich sag ja, man muss als Tourist in Japan wissen was man machen will, weil sonst alles weg ist. 

Aber die Hauptattraktion Hachiko war natürlich noch da. Überraschend artig standen die Touristen in Schlange vor der Statue und haben ihre Fotos gemacht. Ich hab jetzt mein viertes oder so, Marcel sein erstes. Dafür habe ich dann den neuen Hachiko-Stempel ergattert. So ziemlich jeder Japanreisender kennt die Stempel. Ich liebe es. An großen Sightseeingspots und den meisten (JR) Bahnhöfen gibt es Stempel die man suchen und in einem eigenen Buch oder in besonderen Stempelpässen sammeln kann. Ich finde das ist eine einfache Idee einige Spots attraktiver zu gestalten und das kostet noch nicht mal viel Geld oder menschlichen Einsatz. Manche Schreine oder Städte bieten sogar gewisse Ralleys an, wo man mehrere Stempel suchen und übereinander stempeln muss, um dann ein mehrfarbiges Bild zu haben (neu in einem Kaff ist jetzt der Gundam-Stempel, ich habe tatsächlich überlegt deswegen hinzufahren, ist aber doch zu weit weg). 


Nun haben wir den heutigen Tagesplan erfüllt und den gestrigen nachgeholt und trotzdem war es erst 16 Uhr. Spontan haben wir dann entschieden, mit einem noch spontaneren Besuch an einer Gozilla-Statue,  in Ginza, eigentlich auch fast neben dem Hotel, eine Ausstellung zu besuchen. Instagram sei Dank, habe ich mich ein bisschen inspirieren lassen und die Art Aquarium Exhibition gefunden. Dort sich Aquarien mit Lichtspielen versehen und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Laut Veranstalter für die Fische alles okay. Ich bin kein Experte dafür, aber die Fische wirkten gesund und nicht gestresst auf mich. Da muss man in Japan echt aufpassen. Ich meide hier Zoos, die sind echt eine Qual und nach der heutigen Erfahrung auch alles an Tier-Cafes. Ästhetisch war die Ausstellung auf jeden Fall.



Nach so viel Erlebnissen sind wir nur noch was Kleines essen gegangen und wir planen den nächsten Tag. Möge der Jetlag uns nun endlich mehr Schlaf gönnen.


Samstag, 1. Januar 2011

Frohes Neues!

Der Tiger geht, der Hase kommt!
Was? Jupp, nach dem japanischen Eto, Tierkreiszeichen-System, ist nun das Jahr des Tigers zu Ende gegangen und das Jahr des Hasen ist im Anmarsch.
Das Neue Jahr und seine Feier hat in Japan mehr Tradition als das olle christliche Weihnachten. Es fängt schon bei der Kartenschreiberei an: Weihnachtskarten, naja, es gibt sie, aber nur weil man damit Geld machen kann. Es werden Neujahrskarten geschrieben und zwar an jeden und mit den besten Worten und Wünschen und natürlich mit dem neuen Jahrestier drauf. Ich glaube ich habe bei den Tausenden von Karten keine ohne Hase gesehen.
Aber mehr hab ich jetzt nicht so an die japanische Tradition angeknüpft.
Für uns hieß es: Izakaya und ein wenig Bônenkai 忘年会 machen, an sich heißt das, dass man bis zur Bewusstlosigkeit säuft, aber das haben wir natürlich nicht. Es war trotzdem feucht-fröhlich und es gab so viele lustige Themen. Ich finde es spannend das ich Japanerinnen versautes Vokabular auf Japanisch beibringen kann.^^ Zum Unwillen des deutschen Freundes.
Angeheitert ging es dann zusammen, Britta hat sich abgeseilt, sie wollte die 108 Glockenschläge am buddhsitsichen Tempel hören -schöne Idee-, nach Shibuya auf den Hachiko-Platz. Und so leer die Bahnen und Bahnhöfe waren, so voll war es auf sem Platz. Aber nicht mit Japanern, nein, mit Ausländern aus der ganze Welt. Und wir standen da, kein Countdown, keine Rakete, kein Böller. Auf einmal hat alles gebrüllt und wir mit. Geile Atmosphäre. "Happy New Year"
Und man kann sagen wir haben die Welt umarmt: Deutsche, Japaner, Koreaner, Franzosen, Briten, Araber (glaub ich) und was weiß ich noch. Alles sind Freunde gewesen, alle haben sich gefreut. Kein Sekt und immer noch keine Rakete, aber das neue Jahr ist da.
Und weil wir so "wild" gefeiert haben, stand auch die Polizei komplett in Shibuya und hat das Schlimmste befürchtet: Schlägereien, Diebstahl, Vergewaltigung und Terroranschläge. Ja ja, böse Ausländer^^
Zusammen ging es zu Fuß weiter zumnahegelegenen Meijijingu. Der gröte Schrein in Tokyo und auch der meistbesuchteste an Neujahr. Es heißt es besuchen im Schnitt 4 Millionen diesen Schrein an diesem Tag. Und natürlich der Großteil gegen Mitternacht, damit die Wünsche schnell in Erfüllung gehen. Dieses Hatsumode, Schreinbesuch, ist das Wichtigste an Neujahr.
Und es war voll, ich schätze wir haben eine Stunde in der Menschenmasse gestanden, was wenigstens schön kuschelig war, weil diese Nacht war eine der kältesten bisher war. Nebenbei, mein Plan des Yukatatragens habe ich aufgrund der Wetterlage und des Schnupfens abgesagt. Alles ist durchorganisiert gewesen in der Masse. Hier anstelllen, ab hier ne Stunde warten, hier warten, hier gehen, aber nur bis hier und dann bitte beten, aber danach bitte nach links oder rechts gehen.
Religiöse Atmosphäre gab es nicht. Aber trotzdem faszinierend.



Und dann kam die Katastrophe: nicht die gesamte Gruppe hat den gleichen Ausgang genommen und wir sind getrennt worden. Wo treffen wir uns? Wie kommen wir dahin? Wir haben abgemacht uns wieder am Haupteingang zu treffen. Karsten, Susi uns Sophia haben sich an diesem Punkt verabschiedet und der Rest hat sich auf eine Odysee begeben, deren Ziel der Haupteingang des Schreins war. Ich schätze wir sind eine Dreiviertelstunde gelaufen, haben einen Kofun, ein schlüssellochförmigen Grabhaufen, gefunden, das Gefühl in den Oberschenkeln und Gesicht verloren, aber trotzdem das Ziel erreicht. Nur sind die anderen mittlerweile in ein Family Restaurant gwandert, weil denen ja soo kalt war (Japaner, die bibbern nur). Gut, dann haben wir das Restaurant gesucht, das war auch ein Akt, aber endlich sind wir ins Warme gekommen, konnten auftauen und haben was gegessen (immer diese Bedingungen im Restaurants).
Gegen sechs Uhr morgens waren wir zu Haue, glücklich, müde und durchgefroren.


Frohes Neues Jahr!
明けましておめでとう!!

Samstag, 23. Oktober 2010

Bunte Bildchen

Zeit für nen neuen Blogeintrag:
Am Donnerstag haben wir in Business einen Gastvortrag zum Thema Japanischer Sarariman" bekommen. Wie den meisten bekannt ist, ist dieser Salaryman (hier die englische Schreibung, in den Tüttelchen ist die Japanische) ein Symbol für den japanischen Arbeiter. Er symbolisiert Arbeit, Männlichkeit und ein sicheres Einkommen. Für uns Europäer ist er hingegen die Langeweile pur, weil wir einen langweiligen Schreibtischjob damit verbinden, aßerdem sieht man keine Unterschied zwischen all den Sarariman in der Bahn. Alle haben sie nen dunklen, aber perfekt geschnittenen Anzug, die meisten mit nem schwarzen Aktenkoffer, manche mit einer schwarzen Männerhandtasche. Homogenität wohin man schaut.
Trotzdem gibt es eine Mangasparte, die man "Sarariman-Manga" nennt. Es geht um, ratet mal, ja: Sarariman. Und diese Sparte soll sehr erfolgreich sein (hauptsächlich natürlich unter Sarariman).
Unser Gastdozent hat dieses Phänomen untersucht und die Darstellung des Arbeiters untersucht. Speziell an dem Manga "Sarariman Kintaro". Und weil das natürlich zu eintönig ist, und manche Emanzen nicht einverstanden sind, hat er das noch auf die Darstellung der Frau in der Mangawelt ausgeweitet.
Wir hatten eineinhalb Studne lange einen äußerst interessanten Vortrag über einen uns bisher unbekannten Bereich der Mangawelt.
Und da soll jetzt bitte wieder einer meiner Eltern kommen und sagen "Yvonne, sag mal wie alt bist du, dass du noch Manga liest?" Tja, hier ist es absolut normal, in JEDEM Alter und jeder Position.

Hier der erste Teil des dazugehörigen Animes....wer will.

In der Woche selber ist dann nichts superspannendes passiert. Ich hab am Freitag Yûsuke trainiert und ich bin beeindruckt. Dafür dass er lange nicht mehr trainiert hat, hat er ganz schön gut mitgehalten. Respekt! Er hat mir erzählt, dass er wieder trainieren will, weil er am Bauch "puni-puni" ist. Auf deutsch wäre dieser schöne Ausdruck "schwabbel-schwabbel". Ihr könnt euch jetzt keinen dicken Japaner vorstellen? Kein Problem, er ist auch nirgends puni-puni, aber soll ich jetzt nen Japaner mental aufbauen und sagen er sei perfekt, absolut sexy und unglaublich begehrenswert? Naja, könnte ich, aber ich weiß noch nicht genau, wie das hier aufgenommen wird ^^

Am Freitag hab ich dann mit Katja zusammen Julä und Karsten in Ikebukuro getroffen. Ich wollte eh shoppen, Halloween steht an, und Julä ist für ein paar Wochen im Land. Das muss man kombinieren. Wohooooo!
Kurz: gekauft hab ich nicht das was ich für's Kostüm brauche, aber Proteinshakes (endlich!) udn zwei Manga. Wir mussten ja natürlich ins Book Off und billige Bücher anschauen. Ich hab mir zwei Pokemonmanga mitgenommen, weil sie so putzig waren. Jetzt hab ich gerade gesehen, dass sie für die Junior-High geeignet sind, das heißt ein wenig simpleres Japanisch haben. Ich könnte mich wegschmeissen so lustig ist der Manga.
Nach einen Purikura mit uns vieren hat Katja uns im Book Off verlassen, weil sie zu ner Party wollte. ch denke darüber wird sie in ihrem Blog irgendwann schreiben.
Zu dritt haben wir dann "Sushine City" eine Einkaufs-Mall in Ikebukuro unsicher gemacht. Schnick-Schnack hier und dort, Disneyland, Totoro-Laden und Hello-Kitty-Shop dort drüben. Herrlich. Was es nicht für unsinnigen Blödsinn gibt. Als Karsten dann auch weg ist, haben Julä und ich und auf die Suche nach etwas Essbaren gemacht. Yvonne ist wieder ein wenig pingelig was das Geld angeht und wir sind ziemlich lange herumgeirrt.
An der Stelle wo Katja und ich unsere erste Begegnung mit einem Host hatten, stand doch tatsächlich wieder Mr. Bling-Bling-Gürtel. Der Typ würde mir immer wieder auffallen. Wir gehen an ihm vorbei und hören ein leises "Hallo, hallo!" Wir haben und umgedreht, seinen Flyer genommen und auf seine Frage "Trinken?" mit Nö geantwortet und weiter. Glück gehabt.
Ja, ne. Doch nicht wirklich, weil an der nächsten roten Ampel wieder zwei Host ankamen. Die sahen besser aus, aber auf unseren deutlichen Hinweis, dass wir zu zweit was Essen und nicht Trinken wollen, haben sie nicht reagiert und gesagt, wie seien hübsch blablabla schnulz schleim. Ein Glück ist die Ampel irgendwann auch wieder blau geworden (in Japan sagt man "Die Ampel ist blau" weil die Farbe wirklich eher einem Blauton ähnelt) und wir sind einfach rüber gegangen. Julä hatte danach dann auch einen gehörigen Respekt vor den Männern mit den unmöglichen Frisuren.
Endlich haben wir uns dann in ein Fischrestaurant gesetzt, in einen Tatamiraum, also ein Raum, wo man an den niedrigen Toschen kniet oder im Schneidersitz sitzt und uns mit Sashimi verwöhnt. Es waren noch ein paar Sarariman in dem Raum und Julä sagte, dass die immer sehr interessiert aufgeschaut haben, als ich auf Japanisch bestellt habe. Naja, sooo gut ist mein Japanisch jetzt nicht, dass man darüber staunen müsste. Wenn die Herren nach dem Klogang dann den Raum wieder betreten haben, hatten sie immer einen schönen Blick in mein Dekoltee (man sitzt ja auf den Boden) und haben ihn genutzt (dazu ist er ja da), und ich hab mich aber die ganze Zeit gefragt, wann die werten Herren dann mal Eier in den Hosen haben und uns ansprechen, betrunken waren sie ja schon und sie wussten das wir Japanisch verstehen. Nicht, dass ich da megascharf drauf gewesen wäre, aber wer starrt....

Und als wir unsere Sashimi-Platte, verziert mit einem Fisch bestehend aus Gräte und Kopf, aufgegessen hatten, hat uns die Kellnerin erklärt, dass der unvollständige Fisch noch essbar ist und das sehr lecker ist. Es ist ein Service des Hauses. Was? Ihr versteht den Zusammenhang nicht ganz? Macht nix, sah bei mir genauso aus. Da es aber ein Service war, hab ich die Frau machen lassen und hab den Fisch komplett frittiert serviert bekommen. Also den zerschnippelten Dekofisch von der Sashimi-Platte. Naja, ich hab da ja keine Hemmungen und udn hab ihn dann komlett mit allem Drum und Dran gegessen. War echt gut!
Noch ein Purikura zu zweit und dann ab nach Hause.


Dort war es dann auch schon Mitternacht und Sophia, Tabea und ich haben Nicole zum Geburtstag gratuliert.

Heute ging es dann für sie nach Harajuku, Geburtstagpurikura machen. Fabian war auch mit von der Partie. Meines Erachtens ist es Selbstmord am Samstag nach Harajuku zu gehen, aber was macht man nicht immer für die Geburtstagskinder.^^
Aber vorher schauen wir noch an dem Meijischrein vorbei. Ein absolutes Muss für jeden Besucher in Tokyo. Zu unserem Glück war heute das Shichi-Go-San-Fest (auf deutsch (7-5-3). Das heißt das jedes Kind in dem Alter von 7, 5 oder 3 gefeiert wird. Und die kleinen Mädchen sine so hübsch herausgeputzt worden für den Schreinbesuch, wo sie eine Tüte mit Geschenken bekommen haben. Ich wollte jetzt nicht so dreist sein und sie einfach fotografieren, deshalb hab ich versucht eine Hochzeit festzuhalten. Danach ging es in die Einkaufsmeile.
Nach endlosen Schauen in den Läden haben wir auch zu fünft die bunten Bilder gemacht und haben das Daiso gestürmt. Das ist der größte 100-Yen-Shop den ich kenne. Es gibt größere, aber der hier hat schon 4 Etagen.
Damit ich dann auch günstig Essen mit in die Uni nehmen kann,hab ich mir dann endlich wieder eine Bentobox (Lunchbox) mit passenden Stäbchen gegönnt. Superschicke Box für nur einen Euro. Da können unsere Popel-1-Euro-Läden nicht mithalten.
Irgendwie hatten wir es aber nicht drauf zusammen zu shoppen, haben endlos aufeinander gewartet und weil mir die Füße wehtaten und ich noch viele Hausaufgaben machen musste (morgen bin ich auch wieder unterwegs), bin ich nach dem leckeren Crepe, diesmal mit Blaubeeren, mit Fabian nach Hause gegangen.

Lecker Essen in der Küche und noch leckeren Kuchen zum Geburtstag runden den Tag ab.

Dienstag, 9. März 2010

Die letzten Tage

Lang, lang ist es her, dass ich meinen Blog geschrieben habe. Aber es ist auch wirklich nicht so viel Spannendes passiert. Nur hauptsächlich Sachen die mich hier auf dem Teller drehen lassen. Aber die gehören hier nicht hin.
Am Samstag, dem 06.02. war ich mit Martina, einer der hallenser Doppelmasterinnen hier in Tokyo, mit der man sich die letzten Tag sehr gut angefreundet hat, in Jugoaka und habe dort ein wenig die Gegend erkundet. Das Gebiet haben wir auf Nakameguro ausgeweitet und jetzt bin ich um zwei japanische Romane reicher. Ich sag ja, Book off, ein Laden für gebrauche Bücher, ist in Deutschlamd dringend notwendig.^^
Am Sonntag sind wir Kurzstiepndiaten und zukünftige Langzeitstpendiaten von unserem Professor zum Essen eingeladen worden. Es ging in ein italienisches Restaurant. Und das war wirklich italienisch. Für japanische Verhältnisse war es in dem Lokal laut und das Essen hat auch so geschmeckt, wie man das erwartet. Es war eine sehr gesellige und lustige Runde. Nebenbei hat man zwei, drei organisatorische Dinge geklärt, aber zum Glück war das nicht so dominant. Nach dem Essen sind wir auch noch einen Kaffee trinken gegangen, wo sich Herr Oberländer dann irgednwann verabschiedet hat ("Also bei dem Tham Piercings kann ich jetzt nichts mehr dazu beitragen, da kenne ich mich nicht aus!")
Nach einer lustigen und teuren Fotosession meiner Wenigkeit bei einem Passbilautomaten sind wir auch nach Hause und haben eine weitere lustige Runde in der Küche eröffnet.
Montagmorgen um 9 Uhr stand dann ein Treffen an der Musashiuniversität an um viele organisatorische Dingezu klären. Nähere Informationen zu dieser Begebenheit werde ich demnächst geben. Aber ihr glaubt nicht wie glücklich war, als uns die Sportklubs der Uni gezeigt wurde. Ich stehe hier absolut unter Entzug. Nicht nur, dass wir hier in Japan nur am Essen sind, ich kann mich nicht ausgleichend bewegen, und das, wo an meinem Balkon eine super Aussicht zu dem hauseigenen Trainingsraum ist. Aber da dürfen nur Sportstudenten hin. Hmpf!
Da Katha gestern Geburtstag hatte (süße 19) und nicht im Wohnheim vergammeln wollte, ist sie mitgekommen, damit wir nach dem Treffen noch kurz durch Harajuku bummeln können. Sie musste noch letzte Einkäufe erledigen. Na klar. Ist ja ein Geburtstag, da lase ich das über mich ergehen. Ich war auch schon in dieser Straße, aber die Läden in die sie mich mit hineingezogen hat, kannte ich noch nicht. Gothic-Lolita-Stil, Emo-stil und Cosplay (Costume-Play). Okay, muss man gesehen haben. Ich habe dann auch noch eine Runde Purikura gesponsort.
Da ich auch noch eine kleine Erledigung machen musste, sind wir auch schnell zum Meijischrein gehüpft und danach nach Hause.
Abends stand dann um 19 Uhr ein Treffen mit Japanern und deutschen Leuten an, um Katha zu feiern. Nach einem Zwschenstopp ging es dann in eine Karaokebar, mit 12 Leuten. Und das hat auch funktioniert. Wir haben Bacstreet Boys, Bon Jovi, Jet, Slipknot, Manfred Mann und für mich unbekannte japanische Lieder gesungen. Das war echt lustig. Aber nach zweieinhalb Stunden mussten wir wechseln, da wir eine Minderjährige dabei hatten. Da auch schon bezahlt wurde und Stefan kein Geld dabei hatte, habe ich für ihn bezahlt und war blank. Also konten wir diese Singsession nicht weiter vertiefen. Schade eigentlich. Ich hätte auch Geld gehabt, wenn die Bank nicht am Montag geschlossen gewesen wäre, das war sehr merkwürdig.
Nach einer Runde Taikotrommeln ging es zurück. Aber: Dort wartete noch Kuchen für Katha. Sie hat immer diese wirklich verführerischen Erdbeersahneschnitten angehimmelt und da mussten wir zum Geburtstag welche kaufen (was sie natürlich nicht wusste). Um Mittenacht gab es also noch ein wenig Süßes. Sind schon nicht schlecht die Schnitten, aber unbezahlbar.
Tja, ich hatte dann noch einiges zu klären und habe mich um 5 nach 12 verabschiedet, um dann eine halbe Stunde später mit einem Wutanfall bei den anderen wieder auzutauchen. Aber da gehört wie gesagt nicht hierher. Der zieht sich auch noch auf den heutigen Tag hin.

Sonntag, 28. Februar 2010

Yukata und Yokatta

Also bevor meine deutschen Leser jetzt voller Panik wegklicken, ich habe versprochen was auf japanisch zu schreiben. Und die deutschen Leser die der Sprache mächtig sind, überseht einfach gekonnt die Fehler, mich müdet es sehr^^.

今日はとてもよかったです。友達のところに寝って渋谷メールの友達に合いました。そのメールの友達一年間くらい書きました。でも麻里子ちゃんがドイツ語が話せませんから、メールが日本語と英語で書きました。静岡に住んでいますから今日東京まで来ました。ありがとうございます。そして麻里子の友達やすこも来ました。よかった。
一緒に楽しかった日がありました。原宿に歩いて美味しいお寿司食べてプリクラをして面白かった会話をします。一日中日本語を話しましたから、今とても眠いです。ごめんなさい。でもたくさん習いました。
麻里子とやすこ、たくさんありがとうございます!!!

So, Kurzform des heutigen Tages ist beschrieben. Jetzt folgt auf deutsch der Blog für gestern und heute.
Wie ich ja voller Ärger beschreiben habe, bin ich ja voll gegen eine Glastür gerannt und ich habe dann abends festgestellt, das sich eine ziemlich geschwollenen Nase habe. Allerdings nur dort, wo ungefähr der Brillenbügel sitzt, das heißt, ich laufe seit zwei Tagen mit ner Hakennase rum^^. Noch ist es nicht sonderlich abgeschwollen. Da es nicht weh tut, es sei denn ich drück doll drauf rum, sollte es nicht Bleibendes sein.
Aber das nur nebenbei. Gestern ging es nach Ueno. Da wir wieder Begleitung hatten, sind wir zusammen erstmal essen gegangen. Nichts aufregendes, da wir abends noch für eine Homestay, also eine Übernachtung eingeladen worden sind. Danach ging es dann zum Nationalmuseum von Tokyo. Ich dachte, es sei wichtig für mein Forschungsprojekt, deswegen wollte ich da hin, und nebenbei hatte ich auch eigenes Interesse an den Austellungsstücken. Es drehte sich natürlich hauptsächlich um Kunst und Alltagsgegenständen aus der japanischen Geschichte. Es ist unglaublich was die damals für künstlerische Fähigkeiten hatten und Wert auf das Aussehen gelegt haben. Die dort ausgestellten Kimonos und Möbelstücke sind selbst heute noch unbezahlbar. Für meine Forschung konnte ich nicht so viel rausziehen, aber ich selber habe was über Tanz und Theater gelernt und auch so einen sehr schönen Einblick in die Kultur gehabt.
Das Nebengebäude des Hauptmuseums hat uns alle an das Hallenser Löwengebäude auf dem Uniplaz erinnert. Die Welt ist so klein. Das habe ich auch gemerkt, als ich zwei Franzosen, die wir mal in der Bahn gesehen haben, dort wiederfand. Dort wo wir sie gesehen haben, also in Ueno, dort vor demMuseum, war eine riesige Schlange von hauptsächlichen älteren Menschen. Uns vfiel anhand der blauen Planen auf, dass das alles Obdachlose waren, die Essen bekommen haben. Der Uenopark ist dafür bekannt, dass dort die meisten Obdachlosen hausen, und man erkennt sie daran, dass sie alle blaue Planen als Zelte haben. Wo sie dir her haben, weiß ich nicht.

Direkt von dem Museum ging es dann kurz für eine Stunde in den Ueno Zoo. Ich habe mich ja schon über die Delfine ausgelassen und nun muss ich mich leider über den Zoo auslassen. So sehr ich Zoos mag, aber der Ueno ist viel zu beengt für die Tiere. Verglichen mit unseren deutschen, also Hamburg oder Halle, sind die Käfige dort sehr klein. Gerade die Vögel hatten keinerlei Möglichkeiten zum Fliegen. Deshalb hatten schon einge Kraniche das Leopardensyndrom und sind an den Gitterstäben Auf und Ab gewandert. Da wir auch zu Besuchsende dort waren, haben sich schon viele Tiere nicht mehr gezeigt.

Das positive dort, es gab einen ungeheuer günstigen Crepestand. Da ich aber so gut wie kein Bargeld mehr hatte und bis Montag haushalten musste, haben alle außer mir, einen Crepe, bzw. Eis gegessen. Akiko und Kuro haben mir ein Löffelchen abgegeben und es war soo lecker. Aber ich kann bei sowas sehr gut hart bleben. Der Geiz ist bei mir häufig stärker als die Gier. Juliane sah das natürlich als Herausforderung und leckte ihr Eis besonders genüsslich vor meinen Augen. An sich hat mich das nicht gestört, ich wollte immer noch kein Eis, aber ich wollte sie einfach nur für ihre Boshaftigkeit hauen^^. Wie gut, dass wir uns schon so gut kenn, wir haben darüber gelacht.
Dann ging es direkt zu Kuro. Sie hat uns über Nacht eingeladen, aber nur Stefan und ich schliefen dort wirklich. Katha und Juliane sind trotzdem mit. Wir wurden schon am Bahnhof von der Mutter abgeholt,da wir aber zuviel waren sind Kuro, Stefan und ich nach einem Videothekenbesuch mit dem Taxi zu ihr gefahren. Ich betone wieder: Taxifahren in Japan ist grausam.
Zuhause gab es erst einmal eine herzliche Begrüßung nach der wir in das Kotatsu-Zimmer gesetzt worden. Ein Kotatsu ist ein Tisch unter dem eine Vertiefung für die Füße ist und er wird von unten beheizt. Tolle Sache, gerade im Winter. Die Katze fand es in der warmen Vertiefung auch sehr angenehm. Natürlich wurden dann Süßigkeiten auf den Tisch gestellt und Tee gereicht. Japanische Mandarinen sind besser als unsere und Maronen, Esskastanien, sind ein Traum. Auch die Mochi, Reisbreibällchen mit Süßen-Bohnen-Füllung, sind zum dahinschmelzen. Nach ein wenig Konversation wurde dann das richtige Essen aufgetragen.
Es ist unglaublich in was für Umstände Japaner sich schmeißen können. Es gab: Sushi, Yakisoba (gebratene Nudeln), Nabe (Allerlei aus dm Eintopftopf) und frittierte Hähnchen. Lecker! Man konnte garnicht aufhören mit dem Essen, und am Ende war immer noch was da. Beim anschließendem Tee wurden dann noch (garantiert überteuerte) Hina-Matsuri-Süßigkeiten geboten. Das Hina-matsuri ist das Puppenfest am 4.4. Da gibt es immer besondere Süßigkeiten und in der Wohnung werden Puppen, die das Kaiserpaar darstellen, aufgestellt. Nebenbei sagte Kuro, dass wir nicht so viel mitbringen sollen, die haben da kein Platz *hust* Nein, definitiv nicht *hust*
Katha und Juliane sind dann weg, weil es schon spät wurde und Stefan und ich sahen dann die ausgeliehene DVD "tonaro no totoro" oder auf deutsch "Mein Nachbar Totoro". Das ist ein alter Film aus dem Ghibli-Studio und ich finde ihn toll, obwohl ich ja keine Anime mag. Wir haben danach festgestellt, dass Heidi den gleichen Zeichenstil hat und haben dann nachgefragt. Tatsächlich: Heidi stammt aus dem Federn des Ghibli-Studios. Wir mussten den Japanern dann gleich mal erzählen, dass der Opa in Deutschland "Almöhi" heißt. Kannten sie natürlich nicht.
Dann ging es ins Bett. In Japan werden den Gästen Yukata zum Schlafen gegeben. Dass sind traditionelle Gewänder zum schlafen. Man kann sie sich als dünne Bademäntel vorstellen. Sie haben mir sogar gepasst, denn wir hatten echt Bedenken, da ich ja ein wenig größer und breiter bin als der Durchschnittsjapaner. Es sah auch ganz gut aus. Aber ganz ehrlich, zum schlafen halte ich die Teile für absolut ungeeignet. Ich bin ein Wühlkind und hätte auch nichst anhaben können, da wäre kein Unterschied gewesen.

Überraschend war für mich auch das Aufschlagen der Decke. Es war nicht nur eine wie in Deutschland oder dem Wohnheim, nein, es waren drei. Ich dachte ich werde in der Nacht ersticken, aber es ging wunderbar. Ich habe sehr gut geshlafen.
Alerdings ging es morgens schon wieder sehr früh raus, weil ich um 11 Uhr eine Verabredung am Shibuyabahnhof hatte. Natürlich durften Stefan und ich ein japanisches Frühstück geniessen. Es bestand aus 5(!) Schüsseln. Da gab es Misosuppe, Glasnudelsalat, Rührei, Bratnudeln und Reis, der mit Noriblättern (Algenblätter, sind um die Sushi gewickelt) gegessen wurde. Und uns wurde Natto angeboten. Es ist mal was ganz anderes zum Frühstück wie zu Mittag zu essen. Aber das ist eine Sache, an die man sich gewöhnen könnte, wenn man kein Problem hat, wegen des Kochens zwei Stunden früher aufzustehen.
Dann ging es auch schon wieder los. Da ich immer noch keine Bank gefunden hatte, hat mir die Mutter 10.000 Yen geborgt und weil es regnete natürlich noch einen Schirm. Man kommt sich so unhöflich und wie ein Parasit vor, wenn man durchgefüttert und finanziell "bestochen" wird. Selbst unsere Dankeschön in Form von Hallorenkugeln konnten das Gefühl nicht mildern.


Ab nach Shibuya! Dort habe ich meine Mailfreundin aus dem Internet (www.busuu.com) getroffen. Weil sie in Shizuoka City wohnt und das verdammt weit weg ist, hat sie mich mit ihrer Freundin in Tokyo besucht, anstatt dass ich sie besuche. Ich war zwei, drei Minuten zu spät, aber wir haben uns dann auch gleich getroffen. Für mich war klar, dass wir auf japanisch reden, da Mariko, meine Freundin, kein deutsch kann und sie immer auf englisch geschrieben hat. Ihr Freundin konnte auch kein deutsch. Da ich egoistischer Weise alleine bei dem Treffen war, schließlich will ich auch mal richtig japanisch sprechen, konnte ich mich also austoben. Es funktionierte auch wunderbar. Traurigerweise hat Mariko kein Englisch gesprochen, sie hat sich geniert. Schade.
Wir sind dann nach Harajuku in eine günstig Seitenstraße und haben da lustige Sachen gefunden. Ich dachte, die beiden wollten shoppen, aber im Grunde genommen sind wir nur in die Geschäfte, in die ich wollte. Da war ein riesen 100-Yen-Shop und irgendein Krimskramsladen in Läden mit lustigen T-Shirts. Die beiden haben dann Purikura vorgeschlagen und da konnte ich nicht nein sagen. Lustigerweise schienen die beiden aber wie wir Deutschen auch keinen Plan von dem Automaten zu haben. Die Bilder sehen trotzdem gut aus. Ich habe mich in der Mitte hingekniet, weil ich einen Kopf größer war als die beiden.
Unglaublicherweise bin ich auf der Straße von DREI Schwarzen angemacht worden. Das ist unglaublich. Ich dachte, das gibt es nur in Halle, dass man von Schwarzen so extrem angemacht wird. Und hier sogar von jedem in drei Sprachen: Japanisch, Englisch und Deutsch. Ich raff das nicht. Wenn die auf breite Hüften stehen ,dann sollen die nicht nach Japan gehen. Und dann versucht mal den Japanern zu erklären, dass du immer von Schwarzen angemacht wirst.
Mariko wollte Sushi essen und da sind wir in einen Sushiladen gegangen, wo die Teller im Karusell durch das Restaurant fahren. Aber um zu essen, mussten wir uns erst einmal anstellen. Japaner stellen sich für alles an. Wenn irgendwo ein Lokal voll ist, stellen sie sich an um als nächste zu essen. Zum Glück ging das recht schnell und wir saßen vor dem Karussel. Wie überall gab es Grünen Tee umsonst, allerdings konnte man den sich selbermischen. Die Teller auf dem Restaurant hatten unterschiedliche Farben, was bedeutete, dass sie unterschiedlich teuer sind. Ich musste mir leider ein teures leisten ,weil ich Bock auf Sashimi, rohen Fisch, hatte. Ich liebe das Zeug. Lustigerweise begann das Karusell irgendwann zu spinnen und stapelte sich direkt vor uns, da mussten die Köche alle Teller von dem Band nehmen und putzen.

In dem Laden selber waren zwischenzeitlich 75% Ausländer, das war ein merkwürdiges Gefühl. Vor allem als ich auf Klo bin und mich einer fragte, ob das ein gemischtes Klo ist, auf englisch, konnte ich nur noch mit "Hai!" anworten. Als wir das Lokal verliessen haben mich auch zwei auf englisch gefragt, ob das grüne Pulver Tee oder Wasabi ist, und wieder konnte ich erst nur auf japanisch antworten. Komisch!
Wir hatten Harajuku soweit abgegrast und sind dann nach Iidabashi gefahren (warum weiß ich immer noch nicht) und dort sind wir erst einmal in ein Book Off, weil ich mich gefreut habe einen zu finden. Dort gibt es gebrauchte Bücher, CDs, DVDs und Spiele zu recht günstigen Preisen. Leider. Ich bin jetzt im Besitz der restlichen 6 japanischen Bände von einer meiner Lieblingsmangareihen. Ich hätte den halben Laden kaufen können, weil die Bücher nur 105 Yen, also etwas unter 'nem Euro, gekostet haben. Aber das Übergewicht meines Koffers war es mir nicht wert.

Ansonsten haben wir noch ein Ccafé gesucht, aber das was die beiden im Auge hatten, hatte auch schon eine Warteschlange vor der Tür. Also sind wir in ein Family Restaurant. Dort haben wir noch geklönt und ich habe Geschenke bekommen. Meine Mitbringsel hatte ich ihnen schon gegeben (Haribo und Halloren). Sie haben mir sogar für Stefan und Katha was mitgegeben. Von Juliane wussten sie nichts. Das ist sooo lieb gewesen. Japan ist schon echt liebenswert. Aber nicht was Wege oder Wegbeschreibungen angeht. An jeder Ecke stehen Infotafeln und die Japaner fragen immer ihr Handy und keine anderen Japaner um Rat, wo es hingeht. Sie können auch keine Wege erklären, sondern führen einen immer lieber selber hin.

Und dann mussten sie auch langsam wieder zum Shinkansen (Magnetschnellzug), da sie rund vier Stunden nach Hause brauchen. Ich bin auch nach Hause. Garantiert habe ich die wichtigere Hälfte von den letzten beiden Tagen vergessen, aber das ist egal^^. Ich freue mich auf alle Fälle, dass meine Mailpartnerin mit der ich noch nie gesprochen oder sie gesehen habe, mich getroffen hat. Würde ein Deutscher für einen Fremden durch das ganze Land fahren?
ありがとうございます!!

Montag, 22. Februar 2010

Kiddy, Kitty, PlemPlem

Ein weiter freier Tag. Diesmal ging es in die Shoppingmeile Harajuku.
Als wir aus der Bahn kamen haben wir verwundert festgestellt, dass wir direkt am Meiji-Schrein waren. Der liegt direkt in der Stadt und ist aber von ganz viel Natur umgeben. Da wir eh gerade dort waren, haben wir zuerst Kultur gemacht.
Der Weg zum Schrein führt durch drei große Tori und Wald. Der Weg ist von Steinlampen gesäumt und lustigen Schildern, die auf japnaisch sagen: "Beim Spazierengehen bitte nicht Trinken, Essen und Rauchen". Die englische Übersetzung lautet "No smoking". Es mag viellicht nur mir so erscheinen, aber der Text ist doch stark gekürzt, oder?

Der Schrein selber ist wieder sehr schön gewesen und zählt auch wieder zu den Tourstenattraktionen. Katha ist wieder abgefangen und fotografiert worden^^. Aber das hat unsere vorbildliche, gläubige Verhaltensweise nicht gestört. Wie Shinobu uns es am Anfang gezeigt hat, verbeugen wir uns richtig und klatschen in die Hände. ich finde es sehr schade, dass die Keiko, die Priesterinnen, leider Andenken und Talismane verkaufen. Was wiederum interessant ist, weil sich die Schreine und Tempel nur aus diesen Mitteln finanzieren.
Auf dem Weg zurück in die Zivilisation haben wir sogar echt Vögel gesehen. Natürlich, denkt der aufmerksame Leser, aber ich habe hier bis auf eine Krähe und Tauben nichts gesehen.
In Harajuku sind wir erst einmal an der Promenade entlang geschlendert und haben mit großen Augen die Schaufenster begutachtet. Manchmal blitzte ein Preis auf und wir haben uns dann nicht getraut in das Geschäft hinein zu gehen. Ein Laden schien ganz nett, aber er lag ganz am Anfang, da hofften wir noch auf günstigere Schnäppchen (die Hoffnung stirbt zuletzt). Ein pinkes Geschäft hat Katha in seinen Bann gezogen und innen merkten wir dann, das es wohl eine französische Marke ist. Unter den Sale-Produkten, habe ich dann ein Bling-Bling-Visitenkartenhalter gefunden, der läppische 150€ gekostet hätte: im Schlussverkauf. Ein Schnäppchen!

Udn dann kam unser Verhängnis: Kiddy Land! Kiddy Land ist ein Spielwarengeschäft. Wenn ich mich recht entsinne 5stöckig. Und wir haben im Erdgeschoss angefangen. Dort gab es Twinkle Twins und andere Kawaiiprodukte (kawaii=süß) die ich nicht sonderlich kannte. Also ging es dann eine Etage höher. Da war dann Kitty Land. Hello Kitty hier und dort, in Plüschform, als Sticker, Anhänger, Stäbchen, Portemonaies.....und natürlich alles in Pink. Ich bin lieber nach hinten, dort gab es Totoro-Artikel. Wer sich wie ich im Animebereich nicht auskennt (japanische Trickfilme), dem erklär ich kurz, dass Totoro der wichtigste Charakter des Trickfilmstudios Ghibli ist. In Deutschland dürfte der bekannstest Film "Prinzessin Mononoke" Oder "Chiriros Reise ins Zauberland" sein. Wie gesagt, ich kenne mich da nicht so aus, aber der Merchandise war echt Zucker. In der Etage waren auch viele Disney und Rilakkuma-Figuren (das neue Kitty nur als Bär) und gleich daneben waren auch ein paar Sesamstraßenfiguren, aber die Preise sind grausam. Deswegen habe ich mir auch keine Totoro-Bentôbox gekauft. Da wollte ich lieber eine Snoopy-, bzw. Woodstockbox haben, denn im nächsten Stock war wieder Snoopyland. Herrlich. Und die Boxen waren auch recht günstig, aber ich habe mir gedacht: Yvonne, du bist doch kein Kind mehr (ne, Mama und Papa?), außerdem sind dir die Boxen zu klein. Also nichts gekauft. Aber ein Glücksbärchi aus einem Gacha Gacha musste sein.

Im nächsten Stock sind dann "erwachseneere" Sachen gewesen. Star Wars Figuren udn Horrorpuppen, die haben mir mit ihren großen Augen Angst gemacht (oder war der das permanente Pink überall?). Das hat uns nicht so gefesselt. Also ab in den Keller, da gab es dann Lego und Spiele für Konsolen, aber da sie keinen DS hatten sind wir dann nach gefühlten 2 Stunden wieder raus. Ich denke es waren "nur" eineinhalb.
Kurze Essenpause, es gab Om-reis, kurz für Omelett-Reis. Lecker!
Ein Blick auf unsere Liste hat uns gesagt, dass wir neben dem Shoppen noch auf dem Ayoyama-Friedhof wollten. Für mich wieder sehr interessant, außerdem sollten dort viele bekannte Leute liegen, gut, ich habe niemanden gefunden. Im Frühjahr blühen dort auch sehr viele Kirschbäume, sodass es sehr schön aussehen soll. Ich fand den Friedhof auch so sehr schön. Er ist im Gegensatz zu den bisherigen sehr groß und die buddhistischen Gräber sind auch sehr ästhetisch. Unter den ganzen Gräbern, haben wir auch viele Kreuze und sogar eine Maria gefunden.

Und: die ersten Blüten. Gut, es sind noch keine Kirschblüten, aber zumindestens Pflaumenblüten. Die mussten wir natürlich fotografieren, wenn wir schon die Kirschblüte nicht miterleben dürfen. Mit diesen Fotos habe ich auch gleich mein Layout für den Blog geschückt. Aufgefallen?

Es dunkelte schon und wir machten uns auf den Heimweg.