Posts mit dem Label Tourist werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tourist werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 31. März 2025

One day in Osaka

 Der Touristentrip geht wieder voll weiter. Nachdem wir uns über das Wochenende mit wenigen Schritten und sehr bedächtigen aber historisch schweren Sehenswürdigkeiten beschäftigt haben, sind wir wieder in einer Großstadt voller verrückter Dinge.


Wir haben uns entschieden für zwei Tage den Amazing Osaka Pass zu kaufen. Der beinhaltet 40 Sehenswürdigkeiten die kostenlos sind, sämtliche Busse und Bahnen und ein paar Vergünstigungen. Als ich damals einen Tag hier war, hatte ich den auch. Lohnt sich komplett. Und weil man vieles umsonst nutzen kann, will man auch mehr sehen. Wir haben uns gedacht, dass wir klassisch mit der Burg von Osaka starten. Das dachten sich allerdings auch sehr viele andere Personen. Der Spaziergang durch den Burggarten war sehr schön und ruhig. Die Kirschblüte ist in Osaka noch nicht ganz da, aber fast. Aber kaum kommt man in den näheren Burgbereich, sind da unglaublich viele Menschen. Mit dem Amazing Pass hat man aber die Chance schneller rein zu kommen, weil man den Kaufprozess überspringt. Also sind wir fix rein, konnten aber den Menschen natürlich nicht entfliehen. So schön die Burg von außen ist, so langweilig ist sie von innen. Innen drinnen ist es ein Museum. Es werden allerdings größtenteils Schriftstücke ausgehängt und. Uns hätte es viel mehr interessiert, wie die Burg damals von innen aussah. Wenn man kein Japanisch kann, ist es ziemlich monoton sich alles anzuschauen. Trotzdem war der Blick von oben sehr schön.

Spot 1 war abgearbeitet. Weiter sollte es zum Tsutenkaku gehen. Einem sehr alten Fernsehturm der zur Sehenswürdigkeit umgearbeitet wurde. Er ist alt, aber passt in die Gegend Shinsekai. Mittlerweile haben sie auch noch eine Riesenrutsche und "Dive&Walk" hinzugefügt. Dazu später. Auf dem Weg dorthin sind wir erstmal fast in zwei Deutsche gerannt, die neben uns im Flugzeug saßen. Wir hatten sie auch schon auf dem SkyTree getroffen. Japan ist wirklich klein. Auf dem Rückflug werden wir sie allerdings nicht sehen, da sie Mitte der Woche zurückfliegen.

Auf dem Weg zum Tsutenkaku wollten wir den Touristenströmen noch entfliehen und sind am Shitenno-ji gelandet. Das ist ein buddhistischer Tempel mit einem großen Friedhof. Neben einer Pagode hat es noch zwei Schildkrötenteiche und weitere zahlreiche Bethäuser wo Trauernde für ihre Verstorben beten können. Leider war der Haupttempel in Restauration. Generell kann man sagen, das die shintoistischen Schreine für die Lebenden sind und die buddhistischen Tempel für die Toten. So auch der nächste Schrein, der uns auf dem Weg durch seine sehr moderne und beeindruckenden Oni am Eingangstor aufgefallen ist. Dieser Isshin-ji hat eine Buddha-Statue der zu den Knochenbuddhas gehört. Wikipedia erklärt, dass damals Ton und Knochen von Verstorbenen vermischt wurden und daraus die Statuen gefertigt wurden. Nun gut, dass hab ich jetzt erst bei der Recherche zu dem Tempel erfahren. 


Am Ende führte es zum Tsutenkaku. Wir haben erstmal wieder die Aussichtsplattform genossen. Allerdings hat es uns nach all den bisherigen Türmen nicht geflasht. Mich hat nur Chance der zahlreichen Stempel erfreut. Heute war generell ein hervorragender Stempeltag. Ich habe 12 sammeln können. Mit Glück waren es sonst vielleicht vier am Tag (das Tolle daran versteht man wahrscheinlich erst, wenn man in Japan ist). Mit dem Pass wollten wir aber noch die neuen Features am Turm ausprobieren. Die Powerslide ist eine Riesenrutsche. Allerdings war die Warteschlange da schon bei 50 Minuten und die Rutschpartie hat rund 10 Sekunden gedauert. Das haben wir lieber gelassen. Dafür haben wir "Dive&Walk" gemacht. Dazu bekommen man einen Kletteranzug und Helm, wird an ein Seil gehängt und dann darf man auf der unteren Plattform oben auf dem Dach einmal herum laufen. An drei Stellen gibt es kleine Hindernisse über die man klettern kann und Fotos von sich schießt, aber nichts Anstrengendes. Es geht eher um den Nervenkitzel, weil es nebenan rund 26m tief runter geht. Ganz ehrlich, hat uns nicht so gefetzt. 


Der nächste Teil jedoch war schon ne Herausforderung. Aus einer Höhe von 40 Meter springt man auf die 26 Meter runter. Natürlich hängt man an dem Seil, aber ein Großteil ist freier Fall, bis man vom Seil aufgefangen wird. Marcel hatte dazu zu großen Respekt. Ich habe mich getraut. Und zum Glück ist der Anweiser recht rigoros gewesen. Denn auf einer winzigen Metallbrücke durch die man durchschauen kann zu stehen ist ziemlich unangenehm. Wenn man dann noch nachdenkt, dann ist es vorbei. Also bis zum Rand laufen, auf den angezählten Countdown hören und einen Schritt nach vorne machen.... Oh man, das hat ordentlich Puls gegeben. Danach war es sehr schwer die Treppen hinunter zu steigen, weil die Knie so weich waren.

Um dem Touristentag ein würdiges Ende zu geben, sind wir nach Dotonbori. Das Highlight dort ist die belebte Stadt um den Fluss herum und der Glico-Mann ist so ziemlich das Wahrzeichen von Osaka. Glico ist eine der ältesten Schokoladenfirmen hier und der Glico-Mann ist wie der Tsutenkaku aus einer anderen alten Zeit und hat mit einigen Modernisierungen überlebt. Unser Plan war mit dem Amazing Pass eine Bootstour zu machen und die Lichter der Läden zu betrachten. Aber es hat uns dort eigentlich nicht gefallen. Natürlich viele Touristen, aber es war auch relativ ranzig da und tatsächlich gab es dort einige Jugendgruppen die uns stark an Halle Neustadt oder Silberhöhe erinnert haben, nur japanisch. Daher haben wir uns spontan entschieden das Ebisu Turm Riesenrad von Don Quijote zu nutzen. Das ist besonders, weil man gefühlt in so einer Hamsterkugel sitzt und sich seitlich außen am Rad bewegt. Es ist wirklich ein komisches Gefühl, da vor einem nur eine abgerundete Glasscheibe ist und man nach vorne weg schauen kann, nicht wie im normalen Riesenrad über die Band seitlich hinweg. Dummerweise fällt einem auf dem Weg nach oben immer ein, dass man Riesenräder doch eigentlich nicht mag. Tja, wieder ein bisschen den Puls gefordert. Aber natürlich haben wir die Umrundung ohne Probleme geschafft, sodass wir dann den heutigen Touristentrip beenden konnten.


Nach Tokyo, Yokohama und Shizuoka sind wir bisher nicht übermäßig von Osaka begeistert. Ich habe eine ganz andere Erinnerung daran. Es ist hier vergleichsweise schmutzig und es wirkt alles irgendwie alt und heruntergekommen. Die Menschen sind hier auch ganz anders drauf. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass wir erst von unserer liebevollen japanischen Familie gekommen sind.

Sonntag, 23. März 2025

Im Hafen der Zukuft

Wir haben am Samstag die Hochburg Tokyo verlassen und sind zu meinem Lieblingsort in Yokohama gefahren: Minato Mirai.

Als Touristen fahren wir nicht zwingend bis zur letzten Haltestelle, bzw, dadurch, dass wir mit dem RailPass nur die JR (Japanese Railway) kostenlos nutzen dürfen, fahren wir nicht zwingend an jede Station, weil wir dann bezahlen müssten. Aber so läuft man durch die Straßen und bekommt mehr mit.

Daher sind wir am Hauptbahnhof Yokohama ausgestiegen und zum Hafen gelaufen. Auf dem Weg lag das Pokemon Center und ich dachte, dass kann man doch gleich mitnehmen. Für unsere Verhältnisse waren wir recht spät unterwegs, aber viele Geschäfte machen erst um 11 Uhr auf. Das Poke-Center schon um 10:30 Uhr, aber da standen einige Menschen artig in Reih und Glied vor dem Einkaufszentrum. Wer weiß, da macht bestimmt ein neuer Laden auf und wir haben uns dazu gestellt, waren ja nur noch 10 Minuten oder so. Da kam ein netter Mittarbeiter und fragte ob wir ins Poke-Center wollen. Ja. Dann wollte er uns ein Kärtchen mit dem Zeitfenster 12:30 Uhr geben. Das fand ich sehr verwunderlich und fragte ob es denn heute ein spezielles Event gibt, weswegen der Andrang anscheinend so hoch ist. Das sei es nicht direkt, sagte er, sondern es wurden an dem Tag neue Produkte geliefert. Selbst das feiern die Japaner anscheinend so sehr, dass sie Schlange stehen. Wir haben das  Kärtchen dankend abgelehnt. Sooooo verrückt nach Pokemon bin ich auch nicht.

Also sind wir weiter marschiert und wundern uns warum so viele Menschen unterwegs sind. Als wir um die Ecke kamen, sahen wir dann das Anpan-Man-Museum. Anpan-Man ist eine sehr beliebte Comicfigur bei Kinder. Anpan ist ein Brot, also ist der Anpan-Man ein Brot-Superheld...fragt nicht. Bernd das Brot ist ja auch sehr bleibt :)  Aber das erklärte die vielen Kinder auf der Straße. Und kurz hinter dem Museum haben wir eine Riesenschlange an Menschen gesehen, wohlbemerkt immer noch gegen 10:30Uhr morgens. Google hat mir verraten, dass das eine Konzerthalle war und um 17 Uhr (Einlass 14:30 Uhr) eine Band spielt. Warten und Schlangestehen sind eindeutig die Lieblingsbeschäftigungen hier. 

Aber nicht für uns. Wir haben uns erstmal ein feines Frühstück mit French Toast gegönnt bevor wir dann in das Minato Mirai Gebiet gegangen sind. Minato Mirai bedeutet Hafen der Zukunft und ich habe schon damals im ersten Stipendium hier gerne meine Freizeit verbracht. Ich liebe die Skyline. Marcel schien erstmal nicht so begeistert.

Als wir näher zu dem Gebiet kamen fiel uns natürlich schon der Freizeitpark mit Riesenrad auf und das auch hier einige Menschen unterwegs waren. Wir haben auch noch eine hübsche Tanzeinlage einiger älteren Ladies gesehen. Wir haben dann herausgefunden, dass wir auf der Kirschblütenstraße waren und heute das Kirschblütenfest war. Da haben wir ja wieder ein Glück mit solchen Events. Nur fehlten noch die Kirschblüten. Die Bäume waren komplett kahl. Aber es ist für nächste Woche angekündigt.

Wir liefen weiter Richtung Landmark-Tower, da ich wusste, dass es dort oben eine schöne Aussichtsplattform gibt. Und wir stolpern direkt in die nächste Aufführung einer, ich schätze, Schulband. Während wir dort stehen und lauschen schau ich umher und finde tatsächlich einen Harry Potter Store. Das Nerd-Herz schlug schneller und wir mussten da rein. Nicht nur dass Hogwarts uns in den nächsten Tagen noch mehrmals geplant über den Weg läuft, spontan ist es doch immer am besten. Also sind wir durch einen süßen schrulligen Harry Potter Laden geschlendert und haben uns an all dem Merchandise erfreut.  Man kann sich echt dumm und dusslig kaufen an sowas und zum Glück bin ich sehr beherrscht, aber eine Todesser-Kette hat es mir angetan. Die gibt es auch NUR dort. Hab extra nachgefragt. Tja, dann bin ich anscheinend doch nicht nur Slytherin, sondern auch noch ein Todesser. Ups.

Genug vom Nerd-Sein. Wir haben die Aussichtsplattform gefunden und die Aussicht auf den Hafen ist wunderschön. Klar, Skytree ist viel höher, aber der Hafen direkt unter einem hat einen besonderen Flair. Momentan gibt es sogar eine Kollaboration zwischen dem Landmark-Tower und Doraemon (eine anderes beliebte Anime-Figur), sodass es für Stempelfans eine extra Stempelkarte gab, wo man an verschiedenen Stationen unterschiedliche Farben stempeln muss um ein Gesamtbild zu bekommen. Yeah!

Wieder unten haben wir uns dann entschieden über den Mini-Freizeitpark zu den Sky Cabins zu laufen. Das sind kleine Kabinen die quer über den Hafen schweben, sodass man nochmal eine ganz andere Aussicht auf die Skyline hat. Also voll der Touristenkram, aber genau das wollen wir auch. Die Fahrt war nicht wirklich lang. Wir bereuen es nicht, aber es war jetzt auch nicht supertoll. 

Der Plan sah vor, dass wir dann an den Red Brick Area vorbei zu einem Riesensteg laufen. Dort ist die Osanbashi Hall versteckt. wobei uns nur das Deck mit der Aussicht interessiert hat. Aber auf dem Weg dorthin sind uns immer mehr Leute mit Hunden über den Weg gelaufen. Das fiel uns schon beim French Toast morgens auf. Entweder hatte der Hund eine Klamotte an, fuhr im Kinderwagen oder wurde getragen. Aber einen unbekleideten Hund der normal an der Leine lief, den sahen wir nicht. Und wir sahen nicht nur kleine Fußhupen sondern auch große Golden Retriever und sogar einen Dobermann. Zwischen den Roten Backsteinhäusern der Red Brick Area fand eine Art Hundemesse statt und die Auswahl an süßen Accessoires war riesig und verrückt. Sonnenbrillen und Käppis. Haarschmuck und Kleidchen. Alles was das Hundeherz begehrt.


Da sind wie lieber zu Osanbashi gegangen und haben bei langsam sinkender Sonne, es waren nebenbei rund 24 Grad, den Ausblick auf die Skyline genossen. Aber leider nicht lange, da wir noch eine Verabredung hatten. Damit wir die rechtzeitig schaffen sind wir dann durch Chinatown zur Bahnstation gelaufen. Chinatown war früher auch ein schönes Viertel, aber wie so ziemlich jede Attraktion absolut überlaufen. Da wir nur durchgehuscht sind, war es okay. Hier kann ich erwähnen: Marcel mag Yokohama nicht. Den Hafen schon, aber sonst ist es nichts für ihn. 

Pünktlich haben wir es zu Kyohei und Ryosuke geschafft. Die Jungs kenne ich noch aus alten Studienzeiten. Sie haben an der Keio in Tokyo studiert und waren noch vor meinem Auslandsjahr in Halle, bzw. Leipzig. Ich gestehe, ich hab keinen Plan mehr was wir damals getrieben haben, ich hatte auch all die Jahre keinen Kontakt mehr, aber es gibt alte Fotos und unsere Freundin Katha bat mich für Kyohei Parfum mitzubringen. Das kann man nämlich nicht mehr in Japan (für wenig Geld) kaufen und erst recht nicht mit der Post senden. Aber gegen einen schönen Abend voller Erinnerungen hat doch keiner etwas. Für Marcel war es auch gut, denn die beiden können Deutsch. Es war lustig. Erst sind wir ins Izakaya, eine Kneipe. Marcel hat dort die Freuden der kleinen Snacks entdeckt. Obwohl ich im Japanischen gerne gestolpert bin und die Jungs im Deutschen, war es trotzdem eine gute Unterhaltung. Und so feuchtfröhlich, dass es zu einer Stunde Karaoke geführt hat. Ich hätte nicht gedacht, dass Marcel sich dafür begeistert kann, aber er hat gut mitgesungen. Natürlich gab es den Einstieg mit Nena, aber mit Slipknot und Electric Callboy wurde das Metal-Level gut gehalten. 


Der Abend wurde länger und nach einem zweiten Izakaya-Stopp sind wir dann zusammen nach Hause gefahren. Ryosuke wohnt nur zwei Stationen weiter als unser Hotel ist, sodass keine allein fahren musste. Wir kamen echt kaputt von der Sonne, dem Fußmarsch und dem geselligen Abend nach Hause und sind direkt ins Bett. 

Donnerstag, 20. März 2025

Alte und neue Erinnerungen

 Der erste ganze Tag in Japan.

Marcel hat es gestern Abend schon gegen 22 Uhr komplett ausgeknockt und ich bin auch kurz danach ins Traumland gefolgt. Beide hatten wir die Erwartung, dass wir wunderbar durchschlafen und nach ca. 8 Stunden wieder fit sind. Naja, der Plan ging leider nicht so auf. Um 3 Uhr morgens waren wir wach. Zum einen waren wir ausgeschlafen (Hallo Jetlag!) und zum anderen stelle ich mal wieder fest: Klimaanlagen sind fürchterlich. Wir können das Fenster nicht öffnen und hatten eine sehr trockene Luft im winzigen Zimmer und generell war auch die Temperatur nicht so unsere. Die kann man allerdings schnell ändern. Die Luftfeuchtigkeit eher wenig. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, dafür haben wir eine Regendusche und einen Massagestuhl, in dem ich mir während des Schreibens die Waden massieren lasse. 

Was macht man also wenn man nicht schlafen kann? Man holt sich erstmal gemütlich gegen halb 5 morgens das Frühstück aus dem Konbini (24h Conveniencestore). Natürlich gab es für mich Onigiri und Marcel musste sich erst einmal rantasten, aber auch er feiert die Produkte die man da immer für relativ wenig Geld erstehen kann. 

Gemütlich haben wir uns dann fertig gemacht und sind um 7 Uhr morgens losgestiefelt. Da wir gestern vor lauter Müdigkeit nicht wie angedacht zum benachbarten Kaiserpalast gegangen sind, haben wir das erstmal nachgeholt. Über einen kleinen Umweg durch den hübsch angelegten Hibiya-Park ging es dann direkt zum Kaiserpalast. Der darf man leider nur aus der Ferne bewundern, ist aber trotzdem eines der Touristenpunkte die ich schon fünf Mal oder so besucht habe. Also eine alte Erinnerung für mich und eine neue für Marcel. Es ist spannend zu sehen wie jemand der das alles so gar nicht kennt das Ganze betrachtet. Zumal er auch sehr wenig Vorkenntnisse von der japanischen Kultur hat. 

Der Kaisergarten hatte leider erst um 9 Uhr geöffnet, aber unser Morgenspaziergang war schon so früh, dass wir darauf nicht warten wollten. Es ist mehr oder weniger neben dem Hotel, daher können wir das jederzeit bei Bedarf nachholen. Dafür gab es dann den Touristenklassiker Nummer 2 für Marcel. Wir sind nach Harajuku gefahren und haben dort den Meiji-Schrein besucht. Ich möchte meinen, dass ist der wichtigste und bekannteste Schrein in Tokyo. Er ist auch superschön in einer sehr belebten Gegend gelegen, strahlt aber durch den dazugehörigen Wald sehr viel Ruhe aus. Es war auch nicht wirklich was los, so um 9 Uhr morgens. Wir hatten auf dem Spaziergang zum Schrein selbst noch eine kleine


Prozession Mönche sehen können. Und obwohl es noch ruhig war, fallen einem die ganzen Touristen auf. Generell ist der Anteil an europäisch wirkenden Menschen in Tokyo enorm angestiegen, aber an den Spots trifft man dann auch gerne auf diese ignoranten Touris die nur wegen des Beweisfotos da sind. Marcel hat auch sehr viel fotografiert, aber es war nie aufdringlich und hat jedes Verbotsschild respektiert. Aber nicht selten sind andere direkt an den Schrein, trotz Verbotsschildes und einem Wachmann mit Schild in der Hand, gegangen und haben fotografiert. Spannend war auch, dass die großen Torii (Tore) neu gemacht wurden. Das neue Holz ist sehr hell und tatsächlich bis zu einer Höhe von ca. 1,70 mit einer durchsichtigen Plastikfolie ummantelt. Ich behaupte einfach, dass das ist, weil so viele Ignoranten aus der ganzen Welt sich dort nämlich einritzen und die japanischen Heiligtümer beschädigen.

Wir, vorbildlich natürlich, haben uns mit Wasser vor dem Betreten gereinigt und am Schrein gebetet ohne Fotos. Damit alles auch traditionell klassisch abläuft, haben wir auch ein omikuji gezogen, ein Horoskop. Leider sagt unseres nichts über unser Glück aus, sondern enthält ein Gedicht des Meiji-Kaisers. Und Marcel hat von mir ein omamori geschenkt bekommen. Ein Talisman. Ich habe ihm eins gegen dunkle Einflüsse ausgesucht. Für eine gute Geburt fand ich nicht so passend :)

Nach diesem eher traditionellen Start in die Touristenspots sind wir in Harajuku gleich in die Takeshitadori gegangen. Also wollten wir. Marcel hat ein Katzen Cafe entdeckt und wollte da erst rein. Nach zwei Tagen war schon zu viel Kuschelentzug vorhanden. Man sitzt dort in einem Cafe (wobei Kaffee hier gar keine Rolle spielt) und kann die herumlaufenden Tiere bespielen und streicheln. Das bietet vielen Japanern die Möglichkeit mit Katzen zusammen zu sein, da häufig Haustiere verboten sind oder man sie aufgrund der Arbeitszeiten nicht halten kann. Es war auch eine katzengerechte Einrichtung und alle Katzen wirklich ziemlich gelassen, allerdings war keine wirklich verschmust. Als dann auch immer mehr Leute reingelassen wurden, sind wir gegangen, dass wurde uns zu viel und wir wollten es den Katzen nicht antun. Bevor hier aufgeschrien wird: die Katzen hatten einen Rückzugsort wo keiner hinkam. Es war alles schon okay und tiergerecht. 

Anders als in weiteren Tier-Cafes die wir in der Takeshitadori gesehen haben: Hunde-Cafe, ja okay, ein Mini-Schweinchen-Cafe und tatsächlich haben wir das Otter-Cafe gefunden, wo eine Mitarbeiterin mit einem Otter auf der Schulter draußen stand und die Kundschaft reingelockt hat. Das war uns zu hart. Katzen und Hunde sind domestizierte Haustiere, ja, aber Mini-Schweini und Otter nicht.

Aber das ist die Tokyo und die Takeshitadori. Die bekannteste Shoppingmeile mit manchen ausgefallenen Geschäften. Und nun ja, da ist er der Übertourismus. Die Straße war gerammelt voll. Und die Hälfte der Geschäfte waren Imbisse und Naschbuden die aber irgendwie alle das gleiche angeboten haben: Käsetaler und kandierte Erdbeeren. Auch gab es mittlerweile sehr viele Gachapon-Läden. Gachapon, bzw. GachaGacha, sie solche Automaten wie früher die Kaugummiautomaten waren. Du wirfst Geld rein, drehst, und bekommst nen Kaugummi oder nen Plastikring oder oder oder. Und GachGacha haben verschiedenste Inhalte. Das können berühme Animefiguren sein, Marvel, Schlüsselanhänger in Essensform, Mininotizbücher....Ich habe eine Serie gefunden, wo Katzen in Boxen oder Fischgläsern schlafen. Da bin ich schwach geworden und habe aber tatsächlich genau die Figur gezogen, die ich favorisiert habe (sieht aus wie unsere Carie). Für Marcel war das zu bunt und freakig, außerdem wurde er langsam schon hangry.

Deshalb haben wir uns ein Katsudon gegönnt. Ein Schnitzel auf Reis. Und weil wir nicht voll genug
waren, haben wir noch einen Matcha-Crepe-Stand gefunden und da noch einen superleckeren Crepe gegessen. Wir rollten danach dann Richtung Shibuya um den vorerst letzten geplanten Touristenspot für heute aufzusuchen: die Riesenkreuzung und Hachiko. Und auf dem Weg haben wie noch ein oder zwei Zwischenhalte gemacht, weil uns was ins Auge gefallen ist. Zum Beispiel das Tokyu Plaza. Es ist ein sehr bemerkenswertes Gebäude, also eigentlich zwei. Die Dachterrasse und der Rolltreppenaufgang sind mir schon einige Male bei Influencern auf Instagram gezeigt worden. Zack, mussten wir dann auch anschauen und uns wie Influencer fühlen. Und einen Nerd-Laden mit unglaublich sexy und realistischen Sammelfiguren von Marcel, DC, Alien etc haben wir gefunden. Marcel wollte einen lebensgroßen Gremlin mitnehmen. Aber A) wie soll der transportiert werden B) den kriegen wir nicht zollfrei ins Land. Gut, C) Platz haben wir nicht, war da nicht ganz so ausschlaggebend.

Also doch ohne Gremlin weiter zu Hachiko. Und bevor den erreichen, mussten wir über die berühmteste Kreuzung. Ich möchte meinen, dass jede zweite Hand ein Handy nach oben gehalten hat und das Kreuzen gefilmt hat. Auf sämtlichen Aussichtsplattformen hat man auch jede Menge Hobbyfilmer gesehen und Marcel wollte auf das höchste Hochhaus und von da schauen. Allerdings hat er sich Shibuya Sky rausgesucht. Auch unter Influencern sehr beliebt und der Spaß ist auch nicht supergünstig. Zum Glück (oder Pech?) waren alle Tickets für den Tag schon verkauft. Ich sag ja, man muss als Tourist in Japan wissen was man machen will, weil sonst alles weg ist. 

Aber die Hauptattraktion Hachiko war natürlich noch da. Überraschend artig standen die Touristen in Schlange vor der Statue und haben ihre Fotos gemacht. Ich hab jetzt mein viertes oder so, Marcel sein erstes. Dafür habe ich dann den neuen Hachiko-Stempel ergattert. So ziemlich jeder Japanreisender kennt die Stempel. Ich liebe es. An großen Sightseeingspots und den meisten (JR) Bahnhöfen gibt es Stempel die man suchen und in einem eigenen Buch oder in besonderen Stempelpässen sammeln kann. Ich finde das ist eine einfache Idee einige Spots attraktiver zu gestalten und das kostet noch nicht mal viel Geld oder menschlichen Einsatz. Manche Schreine oder Städte bieten sogar gewisse Ralleys an, wo man mehrere Stempel suchen und übereinander stempeln muss, um dann ein mehrfarbiges Bild zu haben (neu in einem Kaff ist jetzt der Gundam-Stempel, ich habe tatsächlich überlegt deswegen hinzufahren, ist aber doch zu weit weg). 


Nun haben wir den heutigen Tagesplan erfüllt und den gestrigen nachgeholt und trotzdem war es erst 16 Uhr. Spontan haben wir dann entschieden, mit einem noch spontaneren Besuch an einer Gozilla-Statue,  in Ginza, eigentlich auch fast neben dem Hotel, eine Ausstellung zu besuchen. Instagram sei Dank, habe ich mich ein bisschen inspirieren lassen und die Art Aquarium Exhibition gefunden. Dort sich Aquarien mit Lichtspielen versehen und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Laut Veranstalter für die Fische alles okay. Ich bin kein Experte dafür, aber die Fische wirkten gesund und nicht gestresst auf mich. Da muss man in Japan echt aufpassen. Ich meide hier Zoos, die sind echt eine Qual und nach der heutigen Erfahrung auch alles an Tier-Cafes. Ästhetisch war die Ausstellung auf jeden Fall.



Nach so viel Erlebnissen sind wir nur noch was Kleines essen gegangen und wir planen den nächsten Tag. Möge der Jetlag uns nun endlich mehr Schlaf gönnen.


Dienstag, 25. Februar 2025

Neue Perspektive: der Tourist

Endlich wird es Zeit den Japan-Trip neu zu begehen. Aber diesmal aus einer ganz anderen Perspektive: ich bin ein Tourist.

Irgendwie dachte ich, dass das das Ganze einfacher macht, aber anscheinend habe ich mich geirrt. Ich bin ein zu armer (geiziger) Mensch, der einfach zu wenig Erfahrung mit Urlaubsbuchungen hat. Oder Japan macht alles bürokratischer als bisher. Oder die Tatsache, dass ich für zwei plane. Oder die Welt hat sich weiter gedreht. Oder alles zusammen.

Erstmal zurück: ich habe meinen Bachelor in Regelstudienzeit beendet und danach einen Master in Japanologie und Ethnologie drangehängt. Damit war ich in einer Topzeit durch das Studium gehuscht, aber das hilft nicht wirklich bei der Jobsuche. Um nicht direkt beim Arbeitsamt Gast sein zu dürfen, hatte ich meinen neuen Minijob beim Callcenter auf Vollzeit erhöht...und bin da ganze 8 Jahre hängen geblieben. Nicht weil ich es wollte. Aber die Bewerbungen gingen ins Leere und die eigenständige Umorientierung war auch wenig erfolgreich. Also das Umlernen schon, aber das Arbeitfinden nicht. Nun bin ich aber aus dem Callcenter raus und Barista in einer Kaffeerösterei. Hat zwar nichts mit dem Studium zu tun, ist aber dafür toll.

Im Ganzen zeigt das aber auch, dass ich immer im Mindestlohnbereich herumgekrochen bin und auch mein Partner Marcel ist als Altenpflegehelfer nicht wirklich drüber. Viel Geld für teure Urlaube waren nie da. Seit Corona legen wir aber erfolgreich etwas beiseite und haben es nun geschafft unsere Arbeitgeber zu überzeugen uns vier Wochen am Stück Urlaub zu geben. 

Also geht die Planung los: 

I.

Als erstes der Flug. Uns war klar von wann bis wann aber von wo und ob mit oder ohne Stopp, war unklar. Wir haben was Schickes und absolut Preiswertes gefunden. Mit dem Extra: wir dürfen jeder zwei Koffer á 23kg mitnehmen. Besser geht es nicht!

Als ich den "Buchen"-Button gedrückt hatte, musste ich weinen. Ich bin mir nicht sicher welche Emotion das ausgelöst hat. Das Glück bald wieder in Japan zu sein oder die Angst, dass das jetzt alles Ernst wird. Oder aber der Schmerz, weil ich viel Geld auf einmal ausgegeben habe. Mich hat dieser Moment auf jeden Fall sehr gestresst. 

II.

In dem Moment wo wir wussten wann wir fliegen habe ich meiner Freundin Mariko in Shizuoka Bescheid gegeben, dass wir kommen. Ich kenne sie am länger als mein Studium in Tokyo und sie ist auch meine einzige verbliebene japanische Freundin. Ich hatte sie damals kurz vor meinem Abflug besucht und ihre Familie kennen gelernt. Seitdem spreche ich immer von meiner japanischen Familie und es war klar, dass ich sie mit Marcel besuchen werde. Da sie die höchste Priorität hat, habe ich mit ihr den Besuch abgestimmt und den Rest drum herum geplant bevor ich wild irgendwelche Hotels suche.

Mir schwebte ein günstiges Hotel in meiner alten Gegend Ekoda/ Ikebukuro vor. Da kenne ich mich aus und wir sind ja nur zum Schlafen und Duschen dort (und Wäsche waschen). Marcel waren aber meine herausgesuchten Hotels zu klein. Wir konnten uns auf nichts in der Gegend einigen, bis uns einfiel, dass ein Youtuber von einem Hotel ganz begeistert war. Filmchen rausgesucht, das Hotel gegoogelt und siehe da: zwar nicht supergünstig, aber okay. Dafür aber auch in einer Toplage direkt an der Tokyo Station. Von dort aus, können wir direkt überall mit unserem TrainTicket kostenlos hinfahren. 

In Kyoto und Osaka wo wir auch hin wollen gestaltet sich die Preislage ganz anders. Ich hätte gedacht, dass Tokyo teuer ist, aber damit lag ich komplett daneben. Währen der ganze Planung zeigt sich, dass Kyoto DER Touristenpunkt schlechthin ist. Dort sind die ganzen klassischen Tempel und Sehenswürdigkeiten. Und Osaka ist dieses Jahr Gastgeber der Expo. Zum Glück hat das Tokyoter Hotel dort auch einen Standort und das haben wir direkt ausgenutzt. Auch hier ist der Preis voll okay und die Lage megabequem. 

Hier habe ich mittlerweile nicht mehr geweint beim Buchen, aber es schmerzte sehr so viel Geld auszugeben. Insgesamt immer noch günstiger als im imaginären Masterplan, aber dennoch macht sich der ungeübte geizige Urlauber in mir bemerkbar.


III.

Was wollen wie machen und sehen? 

Dieser Punkt umfasst natürlich viel zu viel. Für Marcel werden es viele kleine Dinge sein, die ich schon x-mal gesehen habe. Sowas wie Tokyo Tower oder Asakusa. Für mich gibt es auch einige nette Dinge die wir gefunden haben wie eine Führung über den Fischmarkt. Und natürlich moderne Dinge wie TeamLab, einem Museum für Digitale Kunst. Da sind wir sehr gespannt drauf.

Selbstredend habe ich noch eine Handvoll alter Leute kontaktiert, ob man sich nicht treffen möchte. All die Ideen die schon keinen Platz in diesen 22 Tagen haben werden noch getoppt von Verabredungen. Es wird spannend, wie sich am Ende alles zusammenfügt.

Marcel hat für sich keine große Ahnung, was ihn erwartet oder was er sehen möchte. Aber einen Wunsch hat er: Universal Studio Japan (USJ). Wir überlegten in eins der Disneylands zu gehen, haben uns aber lieber für USJ entschieden. Das Nintendoland macht es attraktiv und mich Meganerd lockt die Wizarding World, wo man durch Hogsmeade nach Hogwarts läuft. Und hier zeigt sich, dass man große Dinge wirklich bewusst rechtzeitig planen muss. USJ hat mich bereits einige Nerven gekostet. Es zeigt sich nämlich, dass USJ in letzter Zeit keine Touristen in den Park lässt, wenn sie Tattoos haben. Die japanische Kultur verbindet mit Tattoos die Yakuza, die japanische Mafia. Da denkt man sich "Aber wir sind doch Europäer", aber da wird kein Unterscheid gemacht. Da Marcel sehr stark tätowiert ist, habe ich kein Onsen, Bad in einer heißen Quelle, geplant, da die dort in der Regel keine Tattoos zulassen.

Das aber USJ so strikt ist, kommt unerwartet. Disneyland ist da streng, was aber nicht verwunderlich ist wenn Kinder im Spiel sind. Aber USJ hat NIRGENDS einen Hinweis darauf auf der Homepage. Es steht nichts in der Hausordnung, also habe ich frühmorgens die englische Hotline angerufen um das abzuklären. Nicht das ich sehr viel Geld ausgeben um dann nicht reingelassen zu werden. Diese englische Hotline war allerdings japanisch. Also habe ich nach einem Jahrzehnt ganz spontan mein bestes Japanisch rausgeholt und nachgefragt, wie es denn mit Tattoos sei. Die Dame war sehr nett am Telefon. Das bedeutet, sie hat für mich eine äußerst schwere Grammatik benutzt. Im Großen uns Ganzen habe ich verstanden, dass Tattoos ok sind, wenn man sie nicht sieht. Auf die Nachfrage nach Hand- und Halstattoos habe ich sie nicht mehr verstanden. Auch nach mehrmaliger Bitte langsam und einfach zu sprechen, hat sie weiterhin sehr höflich und schnell gesprochen. Ich habe mich nett bedankt und habe das Telefonat an einen Muttersprachler ausgesourct. Aber es bleibt dabei: was man nicht sieht ist okay. Daher hat Marcel die Wahl: Schal, Handschuhe und Make-Up oder kein USJ.

Es ist klar wie die Antwort lautet. Nun muss der Spaß gebucht werden. Es ist natürlich kompliziert. Man braucht ein Hauptticket und wenn man ins Nintendoland will, noch ein Extraticket, das zeitfenstergebunden ist. Auf der originalen Homepage kann man Anfang April noch nicht buchen, auf einer deutschen Vermittlerseite (Japanexperience) kann man das Hauptticket buchen, aber generell derzeit kein Extraticket. Auf einer internationalen Vermittlerseite (Klook) kann man das Hauptticket buchen, aber noch nicht das Extraticket. Ich dachte, nun gut, zwei Monate vorher wird es freigegeben. Ne, falsch gedacht. Also schaue ich jeden Tag auf die Seiten und warte, dass es freigegeben wird. 

Und siehe da: auf Klook ist es möglich. Wir wollen den 1. April. Aber ich klicke das Extraticket an und der gaaaanze April außer dem 2ten ist schon ausgegraut. Total verrückt. Zum Glück haben wir mehrere Tage in Osaka geplant, daher können wir auch am 2ten hin. Und zum Glück hatte ich mit den Haupttickets gewartet. Nach ca. 1,5 Monaten voller Recherche, Warterei und Telefoniererei habe ich nun endlich die Tickets buchen können. Und niemals nie würde ich in Deutschland so viel Geld dafür ausgeben, zumal nicht zu 100% sicher ist, dass wir Marcel mit den Tattoos reinkriegen. Aber wir sind guter Dinge und freuen uns extrem auf SuperMario, Harry Potter und Jurassic Park.

IV.

Alle anderen Dinge erscheinen zu diesem Problem winzig und einfach. Alle anderen "großen" Attraktionen haben wir problemlos gebucht, bzw. Sachen wie Tokyo Tower machen wir dann spontan. Dadurch, dass ich schon da war, weiß ich wo was zu finden ist und wie das Bahnsystem läuft. Daher war klar, dass ein TrainTicket im Voraus gebucht wird und über den Kumpel war auch klar, wie einfach wir an mobiles Internet kommen. Der zeitliche Masterplan steht und der Großteil der Freunde ist grob eingeplant. Vor Ort werden wird dann genauer. 


Zusammenfassend kann ich jetzt schon sagen, dass der Perspektivenwechsel viele Herausforderungen mit sich bringt. Als Student musste ich mich nicht um das Wohnen kümmern, dass stand schon fest. Große Pläne außer zur Uni Gehen hatte ich auch nicht. Japan war vor 14 Jahren anscheinend auch weniger touristenüberlaufen, weswegen das vorzeitige Buchen kaum relevant war. Mobiles Internet war damals kein Thema und selbst mobil sein, war weniger wichtig. Zumindest für lange Strecken. Die ersten Gedanken gehen schon an das Packen. Damals reichte ein Koffer locker für ein Jahr Aufenthalt. Jetzt denke ich bei all den Mitbringsel (für die Japaner), dass die vier Koffer voll ausgenutzt werden (ne, wahrscheinlich nur zweieinhalb). Außerdem hat Marcel kaum Kenntnisse der Kultur, erst Recht nicht der Sprache. Ich wusste damals auf was ich mich einlasse, er tut es nicht wirklich. Also muss ich für ihn in einigen Dingen mitdenken. Ich finde es jetzt schon faszinierend, wie anders es sein wird. Und ich habe schon richtig Lust, diesen Blog dafür weiterzuführen. 

Aber jetzt heißt es erstmal noch WARTEN und VORFREUDE genießen.