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Mittwoch, 19. März 2025

Lang, lang....

 ... ist's her. Nämlich so ziemlich genau 13 Jahre, 7 Monate und 2 Tage, dass ich Japan verlassen habe.


Und der Weg wieder zurück hat einen Zeitaufwand von nur 27 Stunden gekostet.


Tag 1 ist eigentlich nicht viel mehr als eine Fahrtbeschreibung. Um 4 Uhr morgens, Dienstag wohlgemerkt, sind wir mit dem Auto losgefahren. Die Nacht hat also nicht sehr viel Schlaf gehabt. Aber immerhin sind wir so pünktlich wie gehofft in Frankfurt am Flughafen angekommen und konnten auch in den geplanten zwei Stunden Puffer gleich das Gepäck wegschaffen.

Es ist 14 Jahre her, dass ich geflogen bin und das ganze Self-Service-Gedöns überfordert einen, wenn man nicht vorbereitet ist. Da frage ich mich immer wieder, was tun Menschen, die gar kein Internet oder kein Smartphone haben.

Nun denn, Boarding war auch wunderbar und wir hatten im Flugzeug nach Taipeh drei Sitze für uns. Marcel saß am Fenster und ich wanderte auf den anderen beiden Sitzen umher um irgendwie ne angenehme Schlafposition zu bekommen. Es kann einen definitiv schlechter für einen 12 eineinhalb Stunden lagen Flug treffen. Generell hat China Airlines eine super Filmauswahl und auch sehr gutes Essen. Aber schlafen ging trotzdem nicht wirklich bei uns. Das hat man uns auch sehr bei den drei Wartestunden in Taipeh angesehen. 

Und genau diese drei Stunden sind wir dann auch nochmal von Taipeh nach Tokyo geflogen. Hier war die Sitzauswahl weniger elegant und wir waren in der Mitte reingequetscht worden. Die drei Stunden haben wir das verkraftet, aber für den langen Flug wären wir gestorben. 

Aber damit waren wir dann endlich in Japan. Sogar schon in Tokyo. Marcel hat sich schon auf ein Ende der langen Reise gefreut, aber nein. Natürlich nicht.

Erstmal kommt die Bürokratie. Wir müssen Einreisedokumente ausfüllen und Fingerabdrücke abgeben. Aber da sind wir gut vorbereitet gewesen, dass konnten wir wunderbar zu Hause schon vorbereiten und den Papierkram mit nur einem QR Code erledigen. Trotzdem war es ne lange Schlange, weil viele nach Japan wollen. Zwischendurch haben wir dann auch andere Deutsche informiert, dass sie das noch schnell digital erledigen können. Genauso mit dem Zoll. Damit waren wir im Land, aber noch nicht "zu Hause".

Wir haben das JR (Japanese Railway) Büro aufgesucht um unsere Rail Tickets einzutauschen. Damit können wir in ganz Japan mit der Bahn umsonst fahren können. Auch den Shinkansen. Dazu gab es die klassische Suica-Card. Schließlich kommt man mit der staatlichen Bahn nicht überall hin, also muss die Metro auch abgedeckt sein. Dabei ist die Suica-Card wie eine Prepaidkarte die man mit Geld auflädt und wie in London legt man seine Karte zu Fahrtbeginn und -ende auf, und der Ticketpreis wird abgebucht. Marcel war in dem Moment total überfordert warum wir zwei Tickets haben und was es in noch alles für Papierbelege dazu gab. Aber er ist ganz pragmatisch mir einfach nur willenlos hinterhergelaufen als es dann zur Bahn ging, die uns (nach einer Stunde warten) endlich zum "Heimatbahnhof" brachte.

Nur ist Tokyo Station so gar nicht meine Heimat. Ich glaube ich war hier nur ein einziges Mal. Also irrten wir dann doch relativ lange in dem Bahnhof umher, bis wir den richtigen Ausgang fanden. Ist ja nicht so, dass es wie in Deutschland so ca. 13 Bahnsteige gibt. Man hat mehrere Züge die dort fahren, -JR und Metro und die Shinkansen- die alle in einem eigenen Bereich abfahren und doch irgendwie alle verbunden sind. Und damit hat der Bahnhof dann auch ca. 10 Ausgänge. Ich bin immer wieder begeistert was so etwas mal geplant hat.

Zum Hotel ging es dann auch ganz easy und das Einchecken war eigentlich auch nur digitaler Selfservice. Aber egal, ziemlich kaputt sind wir ins Zimmer, haben uns nur kurz frisch gemacht und sind auf die Suche nach Essen gegangen. Da haben wir auch was hübsches kleines gefunden, dass ganz urig klassisch aufgebaut ist. Die Japankenner würden es mit einem Izakaya vergleichen. Man bestellt viele kleine Sachen, alle essen alles und man könnte noch viel nebenbei trinken. Aber das taten wir nicht, schließlich waren wir kaputt genug.


Also ab nach Hause, duschen und ins Bett.

Ab morgen will ich mich wieder wie zu Hause fühlen. 

Samstag, 19. Februar 2011

Kyoto, die Zweite

Der letzte Tag bricht an und wir wollten den Rest (ein Ding der Unmöglichkeit, aber zumindestens den letzten sehenswerten Teil) von Kyoto besuchen.


Nach dem Auschecken ging es zum Kinkaku-ji, dem Goldenen Pavillon. Zwar war es nicht sonnig und ein merkwürdiger ganz leichter Nieselregen fiel, aber man sah es nicht auf den Fotos. Dieser Pavillon ist wirklich aus Gold, das funkelt auch ohne Sonne. Schick, aber komischerweise hat dieses Gebäude, war es bewohnt?, keine Fenster.
Nach einem ausgiebigen omiyage-Kauf (Mitbringsel, hier in Form von Talismanen) wollten wir noch weiter zu dem nächsten Tempel mit Zen-Garten, da wir noch Zeit hatten, bevor wir zum kaiserlichen Palast von Kyoto mussten, da wir uns dort für eine Führung angemeldet haben. Nachdem wir den Schildern gefolgt sind, die unserer Ansicht nach falsche Entfernungen angeben, sind wir auch angekommen, waren aber definitiv nicht gewillt 800 Yen für Steine auszugeben. Also ging es gleich per Bus zum Palast.



Nach nem bisschen Rumgammeln sind wir hineingelassen worden. Mit zweifacher Kontrolle unserer Anmeldenummer und Kontrolle meines Passes durften wir im Warteraum warten. Warum nur mein Pass? Ich hab uns per Internet angemeldet, aber ich musste von jedem Adresse, Geschlecht, Alter und Grund des Auslandsaufenthaltes eingeben. Ich war nur Stellvertreterin unserer kleinen Reisegruppe. Egal.
Nach einem kurzen Film über das Anwesen hat uns eine nette und verdammt gut englischprechende Reiseleiterin mit weiteren 70 Ausländern herumgeführt. Der Palast wird gerade renoviert, die Dächer gammeln. Logisch nach ein paar Hundert Jahren. Es war interessant zu erfahren wo Boten empfangen wurden, wo die Gänge der bedeutesten waren und wie das Zimmer des Kaisers aussah. Es muss verdammt kalt gewesen sein im Winter, denn alles bestand aus Schiebetüren und Holz. Man hat an den heißen Sommer gedacht. Im Winter hat man fünfundzwanzig Schichten an Klamotten getragen und Kohlebecken benutzt. Die haben auch dafür gesorgt, dass die Holzbauten mehrmals abgebrannt sind. Passiert. Unglaublicherweise war diese Führung umsonst.



Dadurch dass es an diesem Tag recht frisch war, sind wir usn erst einmal aufwärmen gegangen und wollten dann die Nijo-Burg ansehen, die hat aber nur Einlass bis 16 Uhr. Unglaublicherweise macht alles um 17 Uhr zu, auch Tempel. Warum? Es wird noch nicht einmal dunkel und wie soll man so seine Tour schaffen? Wir sind trotzdem hin, vielleicht kann man es ja von aussen sehen. Nein. Nur die Wachtürme an den Ecken der Wälle. Also weiter im Programm. Man könnte ja vielleicht die große Pagode sehen. Also per Bus hin, aber wer hätte es gedacht? Geschlossen. Aber wir wären eh nicht bereit gewesen 800 Yen zu bezahlen. Also haben wir den Turm von außen fotografiert. Muss toll ausgesehen haben wie wir zu fünft, alle die Kamera gen Himmel gestreckt dort standen^^
Ab zum Banhof um dort den Kyoto Tower zu besteigen. Naja, wer hätte es gedacht, kostet viel Geld. Und da wir schon gestern zwei Türme bestiegen haben, haben wir es gelassen und haben eine angenehme Rast nach dem Mitbringselladen bei Starbucks gemacht. Kurz das Gepäck aus dem Hostel geholt und dann haben wir das vor uns hergeschobene Gion besucht. Dieses Viertel soll noch Geishas beherbergen und noch im alten Stil sein. Irgendwie kam es uns aber nicht so vor. Bis wir dann in die Nebengassen eingebogen sind. Nach der Entdeckung dass dies wohl die Rote Meile ist, haben wir auch in der Parallelstraße die altertümliche Gasse entdeckt. Kurz zurück zur Roten Meile: es sind sowohl ältere Damen in schicken Kimonos allein im Taxi angereist (keine Geishas), und jüngere Mädchen im eindeutigen Nuttenoutfit standen euch herum. Von den Etablissments konnte man kaum was erkennen, aber einige Türsteher sprachen für sich (die Hambuger Rote Meile Expertin spricht).
Die altertümliche Straße hat einige Restaurants von hinten gezeigt und man konnte in die Fenster sehen. Edel, sag ich nur. Alle schick gekleidet und die hatten Kohle, eindeutig. Da mal eingeladen zu werden...ein großer Traum.
Da aber die Gegend nicht mehr hergegeben hat, sind wir zum Bahnhof, haben da in der Kälte auf den Bus gewartet und sind dann um Mitternacht nach Tokyo zurückgefahren.

Der Ausflug war zwar anstrengend, drei Tage immer mindestens 10 Stunden marschiert, aber es war toll. Man kann es nur empfehlen hierher zu kommen. Mein persönlicher Favourit war Osaka. Und wenn man es richtig anstellt und nicht auf alles besteht, dann kann man auch recht günstig dabei sein.
Spaß hat es auf alle Fälle gemacht.

Osaka

Tag 2 bricht an. Nach einem weniger erholsamen Schlaf, aufgrund seiner Kürze, stehen wir um 7 auf, um um 8 zu frühstücken, um um 9 nach Osaka zu fahren und um 10 anzukommen.



Es ist nicht schwer nach Osaka zu kommen und auch nicht schwer an das Touristenticket für 2000 Yen zu kommen. Damit können wir umsonst Bahn fahren und haben viele Vergünstigungen und einige Attraktionen frei. Wir haben es voll ausgenutzt. Zuerst sind wir zum Osaka Schloss gefahren. Das ist eine der Hauptattraktionen in Osaka. Aber wenn man ein Schloss gesehen hat, dann kennt man alle anderen in Japan auch. Sie ähneln sich alle stark. Hält uns trotzdem nicht ab dorthin zu fahren. Das Museum in dem Schloss ist sehr schön und informativ. Auch die Schlossanlage ist nett, die Mirbringselläden haben es uns angetan. Und die dort verkaufte Takoyaki, Osakas Spezialität -Tintenfischbällchen- sind auch hervorragend.
An sich wollten wir mit der kleinen Bimmelbahn, die um das Schloss herum fährt fahren, da wir aber auf der anderen Seite des Burggeländes rausgekommen sind, nicht mehr dorthin laufen wollten, haben wir spontan zu der Freikarte des Waterbus' gegriffen. Damit sind wir auf dem Fluss herum gefahren, haben die von gestern noch schmerzenden Beine entspannt und uns was über die am Fluss liegenden Sehenswürdigkeiten erzählen lassen.
Weiter mit der Freikarte des Zoos, welcher in der Nähe des nächsten wichtigen Punktes unseres Planes stand, sind wir also noch Tiere gucken gegangen. Aber ganz ehrlich: So gerne ich Zoos mag, sie sollten doch wenigstens tierfreundlich sein, wenn sie sie schon einsperren. Ich hab endlich nen echte Kiwi gesehen. Da denkt man, dass dieses Vogelvieh so groß ist wie eine Kiwi, bietet sich ja an bei dem Namen, und dann kommt ein halben Meter großes Vieh aus dem Minibusch. Hab ich wieder was dazu gelernt. Und auch, dass Biberratten exotisch genug für einen Zoo sind. In Halle schwimmen sie in der Saale.^^
Da der Zoo, wie so jede Sehenswürdigkeit in Japan, früh zu macht, ging es dann in

das Viertel "Shinsekai", was soviel wie "Neue Welt" bedeutet. Neben dem Osaka Tower, der seit 99 Jahren steht gibt es hier eine sehr interessante bunte Straße. Es sind dort eigetnlich nur Mitbringselläden und Izakayas, aber die Straße leuchet nachts schön und ein großes Fugurestaurant (Kugelfisch) ist dort zu finden. Die Preise waren okay, und ich war echt versucht dort zu essen. Aber ich hatte Hunger und das hätte ich dann doch nicht bezahlen können.
Der Osaka Tower war ebenfalls kostenfrei für uns, also sind wir hinauf gefahren. Nicole mit ihrer Höhenangst hat gelitten, aber die Aussicht war schön. Und der Andenkenbereich auch. Man merkt, dass die meiste Zeit für das Andenkenkaufen draufgeht, wenn man mit 5 Mädels unterwegs ist. Der Turm beherbergt den gruseligen Billiken. Das ist ein Glücksgott. Keiner von uns mag ihn, weil er echt gruselig ist.
Der letzte Punkt auf der To-Do-Liste der kostenfreien und sehenswerten Attrraktionen war der "Floating Garden" in Umeda. Dieses Viertel ist eher modern und mit Hochhäusern übersät. Das Umade Sky Building wo der Floating Garden zu finden ist hat eine Höhe von 173 Meter und bietet einen 360 Rundumblick im Freien über die Stadt. Nach einer kleinen Odysee durch Baugebiete bei leichtem Regen haben wir das Gebäude gefunden. Allein seine aussergewöhnliche Architektur macht es interessant. Und dann der Weg aufwärts. Nicole und Sophia, bei der die Höhenangst langsam kam, haben leiden müssen. Erst in den dritten Stock mit dem Fahrstuhl, aber dann mit dem Fahrstuhl (Glaswände) in den 35. Stock, von da eine Rolltreppe im Gebäude ins nächste Stockwerk, aber die letzten 30 Meter sind wir noch mit einer weiteren Rolltreppe von einem Turm des Gebäudes in den anderen gefahren. Mit Glas an den Seiten. Ich fand es super. Nicoel ist gestorben. Und dann sind wir oben. Aber, was wir nicht wussten: kein Dach, wir sind AUF dem Dach. Schick, schick. Es war windig und hat leicht genieselt. Aber der Blick über die leuchtende Stadt in der Nacht ist unbeschreiblich. Fotos können es nicht einfangen.



Ich persönlich fand es nervig, dass diese Aussicht als romantisch benannt worden istund verdammt viele Pärchen da waren. Die haben alles, aber auch alles auf Pärchen ausgelegt. Muss man es so mit der Romatik übertreiben? Ist ja echt schön den Ausblick zu zweit zu geniessen, streite ich auch nicht ab, dass das erstrebendswert ist, aber Herzenstühle? Herzleuchtbogen für Fotos? Nein, danke. Trotzdem war dieses Gebäude mein absolutes Highlight. Allein dafür würd ich nochmal in Japans Süden fahren. Der Abstieg war nochmal ne Mutprobe für Nicole und Sophia, aber ich bin stolz auf beide.
Da wir uns viel Zeit gelassen haben an dem Tag, waren wir auch erst gegen halb elf zu Hause. Duschen und wieder ab ins Bett. Der letzte Tag in Kyoto ruft.

Kyoto, die Erste

Die Tatsache, dass es in Tokyo am Montag übelst geschneit hat (Seltenheit) und ich 2,5 Stunden im Schnee rumgetollt bin, zumal es noch Valentinstag war und ich einige Herren glücklich gemacht habe, überspringt ich jetzt, weil ich einen Rieseneintrag über meine dreitätige Reise nach Kyoto und Osaka machen will. Und weil es soviel ist, splitte ich den Eintrag in mehrere.

Am Dienstagabend kam Caro zu uns ins Wohnheim, und zusammen mit Tabea, Sophia und Nicole sind wir spät abends nach Shinjuku aufgebrochen, von wo unser Nachtbus, wohl die günstigste Möglichkeit zu reisen, startete. Wohlweislich sind wie sehr früh losgefahren, weil der Shinjukubahnhof bekanntlich riesig und unübersichtlich ist. Wir haben auch ne ganze Stunde nach der Haltestelle gesucht.
Die achtstündige Fahrt war ertragbar. Nicht gerade schlaffördernd, aber wir sind arme Studenten und hart im Nehmen.


Um 8 Uhr morgens sind wir dann in Kyoto angekommen und vom Bahnhof zu unserem Hostel gelaufen. Kein Problem und überraschenderweise durften wir unser Gepäck gleich im Zimmer lagern. Ein schnelles Frühstück vom Hostelbuffet (mit deutschen! Kartoffeln -warum auch immer-) und los ging das Abenteuer, der Zeitplan ist straff.
Es ging zum Ginkaku-ji, dem Silbernen Pavillon. Trotz seines Namens ist er nicht silbern, aber trotzdem uralt und mit einem äußerst schönen Zen-Garten versehen. Der Eintritt von 400 Yen hat sich gelohnt. Zum Glück war auch super Wetter von rund 16 Grad, sodass nicht nur der Ginkaku-ji erstrahlt ist.
Um zu den nächsten "nahegelegenen" Schreinen und Tempeln zu kommen, sind wir den "Philisophen-Weg" entlanggewandert. Bei Kirschblüte wäre er komplett mit Blüten gesäumt gewesen, aber noch ist es nicht soweit. Lediglich einige Pflaumenblüten waren sichtbar. Auf dem Weg lagen einige kleinere Schreine, die aber horrende Eintrittspreise verlangt haben, deswegen haben wir sie nur von außen bewundert. Das

Ziel des Nazen-ji haben wir trotzdem erreicht und auch kostenlos bewundert. Es handelt sich nicht nur um den Schrein, sondern auch um ein riesiges Tor. Ganz ehrlich, so hübsch und architektonisch genial es ist, ich kenn den Sinn nicht. Es hat Türen und kann geschlossen werden, aber soweit ich weiß, sind da keine Mauern. Egal, hübsch. Und faszinierend: hier gibt es ein Aquädukt. Als Anhänger der römischen Kultur bin ich fasziniert ein Aquädukt aus Backstein, für Japan ungewöhnlich, in Kyoto zu finden.
Weiter wollten wir zum Maruyama-Park, vorbei an dem Shorenin und Chionin Tempeln. Der eine war kostenpflichtig und der andere wurde restauriert, trotzdem haben wir was sichtbar war begutachtet. Das hört sich langweilig an, aber trotzdem haben wir viele alte Holzbauten gesehen.
An sich waren danach noch ein paar Tempel geplant, aber da in Japan die Sonne nen Tick schneller untergeht als in Deutschland, haben wir beschlossen zu dem Fushimi Inari Schrein zu gehen, der berühmt für seine roten Tore ist. Ja, aber dorthin zu kommen gestaltet sich doch etwas schwieriger als gedacht. Natürlich gibt es keine direkte Busverbindung, also mussten wir das Nächstmögliche nehmen. Ja, aber wo lang? Wir hatten keine Karte von Kyoto und konnten uns nur an dem Busplan orientieren. Also fragen wir Japaner. Und da die nicht erklären können, bringen sie uns den halben Weg durch die Pampa und dem Industriegebiet -wo zum Geier waren wir- in die Nähe und lassen uns erst allein laufen, als es nicht mehr zu verfehlen war. Überhaupt die fragenden Gesichter "Wie, ihr wollt da zu Fuß hin?" Ja, wir haben nur ne Karte für den Bus, Bahn kostet extra, außerdem sind wir bestimmt schon 15 Kilometer gelaufen, da stört das jetzt auch nicht mehr.
Angekommen sticht das strahlende Orange des Schreins in die Augen. Alles ist mir


Füchsen geschmückt und in Orange gehalten...aber wo sind die vielen Tore? Ein wenig bergauf des riesigen Schreingebiets hab ich sie gefunden und durch die ersten hundert gegangen. Ich dachte das wars. Ne, nach diese Hundert kam noch mal ein kleinerer Schrein und dann ging es erst richtig los. Obwohl ich kreislauftechnisch nicht mehr gut drauf war, wollte ich durch sie hindurch. Aber wer dachte denn dass es sich um Tausende handelt? Den Berg rauf, um die Kurve, weiter bergauf, Kreuzung, bergauf, aber dann auch wieder bergab, von Friedhöfen mit Fuchsstatuen geschmückt gesäumt, durch eine Wohnsiedlung zurück zum Hauptschrein. Irre. Aber auch anstrengend. Nach nun ungefähr 8 Stunden straffen Marsches und eher schlaflosen Nacht ging es dann zurück ins Hostel. Schnell was gegessen und um halb 11 war das Licht aus, wir waren ehrlich erschöpft. Tag Eins ist überstanden. Am nächsten Tag geht es nach Osaka.

Montag, 6. Dezember 2010

Nature live

Lang, lang ist es her und ich habe schon einige Nachfragen bekommen was los ist.
Es tut mir Leid. Ich habe mein Ladekabel für den Laptop kaputt bekommen und konnte dadurch den Rechner nicht nutzen. Außerdem war ich am Wochenende auf weiter Tour. Das ist soweit auch das einzige Mitteilenswerte, was das breite Publikum erfahren darf^^.

Am Wochenende stand ein Bustrip nach Yokohama, Kamakura und Hakone an. Ich hatte zwar Yokohama und Kamakuraschon vorher besucht (man erinnere sich, im Frühjahr hab ich einen Monat in Yokohama gewohnt) und an sich war der Trip auch nicht in meinem Budget, aber durch die Zahlung der Versicherung hab ich es mir einfach gegönnt. Ein Glück.

Am Freitag ging es um 17 Uhr los und wir sind zu unserem Hotel in Yokohama gefahren, direkt an Minato Mirai, meinem Lieblingsort in Japan -bisher-. Dort haben wir gemischte Zimmer gehabt,also Japanisch und Ausländisch gemischt. Naja, im Endeffekt war es bei der Party im Jungenzimmer auch geschlechtergemischt. Mann, war das lustig. Unglaublich wie mich zwei japanische Drinks aus der Bahn werfen können, aber immer wieder erhellend wie flüssig das Japanisch wird, oder das Englisch der nicht-englisch-sprechenden Japanern^^. Nur kurz erwähnt: es waren fast nur japanische Mädchen dabei und ein (!) japanischer Kerl. Dafür dann Rushelle, Mark (Engländer), Yoann, David (Franzosen), Ryan (Ami), Sophia, Tabea, Nicole und ich. Ziemlich gerecht aufgeteilt^^

Naja, spät ins Bett und ein früher Weckruf um halb 7. Meines Erachtens passt das nie. Aber muss man durch. Nach einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet wo ich mir dreimal Brot (Baguette und Croissant) nachgeholt habe, weil man hier so selten unsüßes Brot bekommt, ging es dann nach Minato Mirai.
Ich liebe diesen Stadtteil. Unser Führer, ein Alumni der Musashi, hat leider alles auf Japanisch erzählt. Wenn ich mich angestrengt hab, konnte ich es verstehen, aber ehrlich gesagt, wollte ich nicht wissen was er im Archiv von Yokohama erzählt. Das über den tollen Hafen des 21. Jahrhunderts, mit dem Riesenrad und dem höchsten Gebäude Japans wusste ich eh schon, weil ich mich in den Stadtteil verliebt habe.
Aber die Aussicht! Nach einer kleinen Wanderung bei schönstem Sonnenschein morgens um 9 haben wir dann ne Pause am Kai gemacht. Blick aufs Meer. Die Siloutte von Minato Mirai am Horizont, Blau am Himmel und ein Eis in der Hand. Glücklicher kann man nicht sein. Aber unglaublichweiser spricht mich ein Japaner an "Wo seid ihr denn her?" "Deutschland!" Aha...und dann ging es los. Der Herr ist Zeuge Jehovas, in Japan, und hat tatsächlich versucht mit mit auf Japanisch über Gott zu diskutieren. Ich hab ihn verstanden, aber diskutieren kann ich leider noch nicht auf Japanisch. Warum kommen die immer bei mir an?

Naja, danach ging es dann nach China Town in Yokohama. Bunt, laut, eng, vollgestopft. Mehr braucht man eigetnlich nicht sagen. Und weil es Mittag war sind wir dort in ein großes, edles Restaurant und haben chinesisch gegessen. Nicht schlecht. Mann kann schon sagen, dass es wie in Deutschland beim Chinesen geschmeckt hat, aber hier gab es noch das asiatische Feeling gratis dazu.

Mit dem Bus ging es dann weiter mach Kamakura. Eigentlich wollte ich dort Jumpei treffen, der lustigerweise an dem gleichen Tag auch da war, aber unser Zeitplan war so gestrafft, dass das nicht ging.
An sich kann ich nicht viel Neues über Kamakura sagen, außer dass wir alte Tempel besucht haben (was gibt es auch anderes in Kamakura?) und die Herbstfärbung echt der Hammer ist. Dadurch das Kamakura sehr wäldlich liegt ist das kombiniert mit der Sonne sehr schön gewesen.

Nach langer Wanderung ging es zum nächsten Hotel. Ganz ehrlich: ich denke, das was wir für die Tour bezahlt haben, reicht gerade für eine Nacht in dem Hotel. Edel ohne Ende.
Dort im Hotel sind wir wieder neu aufgeteilt worden und ich bin allein mit zwei Japanerinnen in einem Zimmer gewesen. Kein Ding, aber die beiden haben sich bisher voll abgekapselt und sahen nicht danach aus, als ob sie Kontakt wollten. Im Endeffekt hatte ich sehr lustige Gespräche mit ihnen, über die Angwohnheit nachts nen BH zu tragen oder Kerlen zu sagen, dass man sie mag.
Aber zurück zum Tagesprogramm: mit den Alumni haben wir noch ne "Pary" mit viel lecker Essen gehabt, wo wir uns mal wieder auf Japanisch vorstellen mussten. Diesmal aber auch die Japaner. Die sind alle so aufgeregt gewesen, udn das obwohl sie das in Japanisch machen durften.^^ Zur Belohnung gab es für uns Ausländer nen Fächer.
Und danach noch ne Teezeremonie. Aebr: die vom Wohnheim war bei Weitem besser.
Und danach war freie Zeit (um 21 Uhr endlich). Und weil es so schön war, haben die Jungs wieder zur Party geladen. Der Clou: es gab ein Biru-dô (Bier-Zeremonie). Teezeremonie heißt auf Japanisch Sa-dô (von cha für Tee, und für der Weg der Erleuchtung). Es gibt viele Dôs, z.B. Judô, Kyudô, Kendô. Die Jungs haben aber die Regeln der Teezeremonie auf das Biereinschenken umgewandelt. Perfekt!
Ich bin aber recht früh ins Zimmer zurück, weil der nächste Weckruf wieder um halb 7 kommen soll. Naja, bis um 1 hab ich mit den Mädels geklönt.

Sonntag: Was für ein Megafrühstück. Wieder gab es Brot und Croissants (auch Würstchen, aber das ess ich nicht so gerne zum Frühstück) aber es gab auch Obst und Kellogs. Ja, genau: Kellogs. Und supertollen Joghurt. Ich kam mir schon sehr unverschämt vor, aber ich musste ja nichts bezahlen^^.

Heute ging es dann nach Hakone mit Zwischenstopp in Odawara. Der Weg führte direkt am Meer entlang, so wie am Vorabend, wo wir den Sonnenuntergang mit dem Fuji erleben durften. Die Landschaft war großartig. Links vom Bus war das Meer, ich liebe das Meer, rechts vom Bus waren Berge und der Fuji. Man kann nicht beschreiben wie toll das war. Und bei der Pause auf einer Raststätte waren dort viele, viele Motorräder, und was für welche. Ich hatte so Bock mir eins zu schnappen und die Strecke zu fahren. Aber neee.
In Odawara, bei srahlender Sonne, haben wir dann das Schloß von irgendnem Shogun besucht. Hübsch sowas mal live zu sehen. Aber leider war es innen ein Museum. Ich hätte es spannend gefunden es von innen restauriert zu betrachten. Aber man kann nicht alles haben.


Mittags gab es dann japanische Fischgerichte. Ich will nicht wissen was das gekostet hat. Es gab: Reis mit Fischeiern, Tintenfisch, Fischkuchen (was auch immer), eine Seeschnecke oder Muschel und ne Krabbe in Misosuppe. Alles was das Meer so bietet. Und obwohl ich alles esse, die Schnecke war jetzt nicht mein Ding. Leider mochten mehrere aus der Gruppe keinen Fisch, für die war das dann doof.

Letzte Station: Hakone und traditionelle Holzarbeien. Ganz ehrlich: da hätte ich drauf verzichten können. Mir hat der Ausblick gereicht. Gerade mal 20 Kilometer vom Meer enfernt waren wir im Gebirge wie wir es nur in Bayern kennen. Und dann diese Laubfärbung. Boah.

Also die Bastelstunde ertragen und dann dachten wir alle, dass es noch ins Onsen, das berühmte Bad in Quellen geht, aber wir hatten wegen des Verkehrs keine Zeit mehr. Wir waren alle traurig.
Also sind wir 3 Stunden zurück gefahren. Mit nem Quiz, dass ich gewonnen hab, und viel Schlaf.

Die Fahrt war insgesamt toll, für die 150€ haben wir echt viel erlebt und unter Garantie nen Haufen gespart. Unsere Reiseführerin "Drogen-Miki" war auch toll. Zwar war ihr englisch so super japanisch freundlich, aber eigetnlich war sie cool. Wir haben neue Frende und das Sprachlevel sollte sich auch gehoben haben. (Naja, bei meinem Telefonat gerade hab ich trotzdem nichts verstanden^^)