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Mittwoch, 9. April 2025

Die Kirschblüten fallen

 Der letzte ganze Tag bricht an. Damit wir morgen keinen Stress haben, haben wir uns vorgenommen als erstes die Koffer zu packen. Natürlich fehlen noch zwei, drei Dinge, aber die Mitbringsel und der Großteil der Klamotten kann schon verstaut werden. Wenn alles auf den Betten verteilt ist, glaubt man nicht, dass das ansatzweise reinpasst. Und es gehört auch jede Menge Tetris-Talent dazu, aber wir haben es geschafft. Jetzt darf es nur nicht zu schwer sein, aber das werden wir mein Auschecken prüfen. Zur Not ist noch ausreichend Platz in den Rücksäcken. 


Tagesaufgabe ist erfüllt, also können wir den letzten Tag gechillt angehen. Wir haben heute keine Pläne mehr, keine Dates und unser RailPass kann auch nicht mehr genutzt werden, da 21 Tage verstrichen sind. Weniger wild, wir haben noch unsre Sucia-Card mit der wir auch Bahn fahren können, aber das kostet dann und wir wollen sie nicht mehr aufladen, das ist verschenktes Geld (Suica-Karten sind Prepaid-Karten für das Bahnfahren. Man lädt einen Betrag auf und piept sich zu jeder Fahrt ein und am Ziel wieder aus. Je nach Strecke und Bahn wird der Betrag dann abgezogen). Deshalb beschließen wir beim Frühstück nach Asakusa zu laufen. Marcel möchte nochmal Asakusa sehen, weil wir am Anfang mit Yoann da sehr durchgehechtet sind. Außerdem möchte Marcel noch folgende Dinge essen: Taiyaki, Daifuku, Katsudon, Melonpan..... Ich zweifle nicht an seinem Magen, eher an der Zeit. 

Es ist wieder bestes Wetter und wir laufen nach Asakusa, ca, 4,5 km. Der Weg führt uns an das Ufer des Sumida-Flusses wo wir einfach nur am Wasser entlang Richtung SkyTree laufen. Der ragt natürlich über allem hinaus und sieht mit den Kirschblüten am Ufer nur toll aus. Aber die Hochblüte ist vorbei, die Blütenblätter fallen bereits, was einen überromantischen Moment macht, wenn der Wind weht und man mittendrin steht. Die Sonne scheint so sehr, dass wir befürchten mit einem kleinen Sonnenbrand nach Hause zu gehen.

In Asakusa angekommen gehen wir erst einmal in das Touristenzentrum und nutzen dort die Aussichtsmöglichkeit um über die Nakamise-dori zum Schrein zu schauen. Und um uns einen Plan zu machen, wie wir dort am besten durchhuschen. Da wir all unsere Souvenirs erledigt haben, haben wir einfach nur rumgeschnöpelt. Das Geld ging tatsächlich heute für das Essen drauf. Es gab Melonpan mit Matchaeis für mich und Vanielleeis für Marcel, Taiyaki hatte er mit Cremefüllung und ich mit Süßkartoffel. Zum Mittag haben wir uns Monja und Okonomiyaki gegönnt. Das kannte Marcel nicht und ist eins der bekanntesten Gerichte hier. Daifuku haben wir auch mitgenommen und zum Abschluss nach dem Bummeln haben wir in einem anscheinend sehr bekannten Matchacafe uns noch eine richtig gute Matcha-Latte gegönnt. Ein würdiger Abschluss mit Blick auf den SkyTree.

Da es aber zum Abend hin schon sehr windig und frisch wurde sind wir mit der Bahn zurückgefahren, Soviel Geld ist noch auf der Suica drauf gewesen. Da wir wegen des RailPasses nur den Bahnhof Tokyo genutzt haben, konnten wir diesmal direkt die Haltestelle vor dem Hotel nutzen und stellen fest: da ist die ganze Zeit ein Touristencenter und eine elegante Restaurant- und Einkaufspassage vor unserer Nase gewesen. Aber selbst im Hauptbahnhof hat man immer wieder ja nach der genutzten Bahn komplett andere Wege gefunden und neue Restaurants. Ich frage mich ernsthaft, ob irgendjemand den ganzen Bahnhof kennt und weiß was wo ist. Und ob das alles wirklich damals vom Architekten geplant wurde oder ob es sich vielleicht über die Jahre entwickelt hat.

Jetzt steht nur noch das Abendessen an und der letzte Tag ist zu Ende. Morgen geht es gemütlich zum Flughafen um dann viel zu lange im engen Flugzeug zu sein. Es ist aber okay, natürlich blutet das Herz, aber die Sehnsucht nach Hause, zu den Katzen, ist schon groß. Und im Flugzeug wird dann geplant, wann es wieder hierher geht...

Freitag, 21. März 2025

Alte Freunde und neue Wahrzeichen

 Der Touristentrip geht weiter.

Als absoluten Klassiker muss man neben dem berühmten Meiji Schrein auch den Senso-ji sehen. Vielmehr ist allerdings das Kaminari-mon, das Donnertor, davor bekannt. Bei der Planung für den Urlaub habe ich natürlich alte Freunde kontaktiert und gefragt, ob wer Zeit und Lust hat sich zu treffen. Und glücklicherweise hat Yoann, mein alter bester Freund aus der Japanzeit, tatsächlich Zeit für uns. Da er in der Nähe von Asakusa wohnt und er frei hat, haben wir uns direkt an dem Touristenspot getroffen.

Nach 14 Jahren sieht er noch immer so aus wie vorher und hat sich auch so nicht wirklich verändert. Selbst der französische Dialekt im Englischen ist unverändert. Naja, unsere Gespräche haben ein bisschen mehr Niveau bekommen, aber wir haben auch in den vier Stunden die letzten 14 Jahre zusammenfassen müssen. Für Marcel war es aufgrund der sprachlichen Barriere eher weniger spannend. 

Zusammen sind wir durch die kleine Verkaufsgasse zum Schrein gewandert. Links und rechts gibt es dort Souvenirs und Leckereien. Mal besserer und mal schlechterer Qualität. Aber auf jeden Fall gab es ein omamori für mich bevor wir zu dritt in ein Café gegangen sind, um den Menschenströmen dort zu entgehen. Yoann hatte da eine schöne Empfehlung mit gutem Kaffee. Und weil er sich auskannte, haben wir auch gleich zu Mittag gegessen. Sehr klassisch Japanisch mit einer Auswahl von Fisch, Hähnchen, eingelegten Gemüse und Misosuppe. 

Damit war der traditionelle Teil des Tages relativ schnell erledigt, obwohl ich ursprünglich dachte, dass wir das länger machen. Dafür sind wir aber zum Skytree gegangen. Das neue Wahrzeichen der Stadt was zu meiner Zeit damals noch im Bau war. Der Aussichtspunkt, bzw. der Turm ist 634m hoch. Die Zahl kann ich mir besonders gut merken, weil das auf Japanisch Mu-Sa-Shi heißt und ich an der Musashi studiert habe. Ich Fuchs, ich. Gemütlich sind wir am Sumidafluss entlanggeschlendert und haben uns erstmal Tickets für den Turm geholt. In unserer Reisevorbereitung haben wir viele Tickets bereits seit Wochen gebucht, aber hier dachte ich, dass wir spontan hingehen, es wird ja was frei sein. Nun ja, war es auch, aber erst in 3 Stunden. 


Wie gut, dass in dem Gebäude am Fuße des Skytree unglaublich viele Shops und Restaurants sind. Nachdem Yoann kurz mit in den Pokemon-Shop gekommen ist, hat er sich dann auch verabschiedet. Wir haben die Zeit dann beim Schaufensterbummeln verbracht. Und man kann sich da drin echt verlaufen oder in der Zeit verlieren oder in Geldnot geraten.

Wer keinen Bock auf Shopping hat, der kann in dem Gebäude auch ins Aquarium gehen. Das haben wir spontan gemacht. Es war auch wieder sehr liebevoll gestaltet und hat eine sehr große Auswahl an Quallen beherbergt. Ich habe mal gehört, dass es sehr schwer ist, Quallen zu züchten, weswegen man sie in Deutschland relativ selten in Aquarien findet. Sie sind auf jeden Fall hypnotisierend. Und es gab spannende Exemplare. Große, winzige, fast durchsichtige, welche die tatsächlich Reverse Jellyfish heißen und so aussehen, als lägen sie auf dem Kopf. Auch bei den Goldfischen gab es einige Arten die dort gezüchtet wurden. Die klassischen goldenen, weiße mit rotem Punkt auf der Stirn, mit Glubschaugen.....Wir haben die Zeit auf jeden Fall gekonnt herum bekommen.


Pünktlich zu unserer Zeit ging es dann auch direkt hoch auf 450m, die Höhe der höheren Aussichtsplattform. Da unser Zeitraum recht spät war, haben wir zwar die Sonne und Sonnenuntergang mit dem Blick auf den Fuji verpasst, aber dafür hatten wir die atemberaubende Nachtaussicht. Ich finde nachts sieht man vielmehr wie die Stadt lebt. Die Straßen sehen dann aus wie Adern und es blitzt und blinkt an vielen Ecken. Natürlich haben wir den "alten" Tokyo Tower von dort oben sehen können.

Aber auch hier an diesem sehr modernen Sightseeing Spot waren Massen an Leuten und das Warten auf den Fahrstuhl oder eine bestimmte Fotostelle oder oder oder ist doch ziemlich nervig. Ich würde es trotzdem jedem empfehlen hierzufahren, aber man muss sich wirklich auf die Warteschlangen einstellen.

Da wir dadurch doch viel Zeit in der Höhe verbracht haben, sind wir bequem zurück zur nächsten Bahnstation gewandert und sind nach Hause gefahren. Hört sich fast langweilig an, nach dem vollgepackten Tag von gestern. Aber dafür hatten wir, bzw. mehr ich, die Freude an einem Wiedersehen nach 14 Jahren.

Emotional dachte ich, dass ich mit dem Besuch in Japan viel glücklicher bin. Ich freue mich hier zu sein, dass will ich nicht bestreiten. Aber es ist ein anderes Glück als ich erwartet habe. Es ist nicht so herzüberwältigend und emotional, sondern eher ein leichtes Gefühl der Vertrautheit. Ich fühle mich hier unglaublich wohl, obwohl mir durchaus viele Probleme in Japan bewusst sind und sehe es tatsächlich ein bisschen wie ein Nachhausekommen an. Ich vermute, dass ich über die Jahre das Land für mich enorm romantisiert habe und deshalb an mich selbst diese Erwartung hatte, emotional auszuflippen (das bin ich bisher nur im Poke-Center). Da ich bisher schon ein paar Mal gefragt wurde, ob ich glücklich bin wieder hier zu sein, wollte ich dieses Gefühl mit euch teilen. Ist ja aber auch erst der zweite ganze Tag hier. 

Mittwoch, 27. Juli 2011

Sightseeing mit Yvonne

Nach einem 4 stündigem Volleyball-Match am Sonntag auf Portugiesisch (nein, ich hab nichts verstanden!), was mir einen höllischen Ganzkörpermuskelkater auf den alten beschert hat, hab ich Montag zwei eher lächerliche Vorträge gehalten. Meine geliebte Gruppe war grausam, aber ich denke insgesamt waren wir im Mittelbereich.
Dienstag kam Maria nach Tokyo. Sie studiert mit mir in Halle und ehrlich gesagt kennt man sich, aber hat an sich nicht sooo viel miteinander zu tun gehabt. Egal. Weil sie mir was für Nicole geben wollte, hab ich mich spontan in ihre Sightseeing-Tour eingehängt. Allein in Tokyo ist doof, da zeig ich doch gerne was.
Und es fing an, dass wir uns im Tokyo Bahnhof treffen wollten. Der ist neben Shinjuku grausam. Man weiß nicht wo was ist, aber der Zufall hat uns zueinandergeführt. Aber dann mussten wir den richtigen Ausgang finden..gut, Faustregel in japanischen Bahnhöfen: aufhören zu denken und blind den Schildern folgen. Hat funktioniert. Glücklicherweise konnte ich mich ausserhalb des Bahnhofes wieder orienteren und wir haben dann den Kaiserpalast aufgesucht. Für mich weniger interssant, allerdings mag ich die Umgebung und das Schicksal hat uns echt gern: der Prinz ist an dem Tag nach Tohoku gereist und wir konnten ihn an uns vorbeifahren sehen. Damit hab ich dann die ganze kaiserliche Familie live erlebt. Yes! Das können nicht so viele Japaner von sich behaupten. Quer durch den benachbarten kaiserlichen Garten sind wir dann zum Yasukuni-Schrein getappert. Wenn man schon auf der Ecke ist, muss man alles Historische zeigen. Und was ich für tolle Geschichten parat hatte. Uni bringt doch etwas!
Nach ner kurzen Rast sind wir dann quer vom Norden in den Süden durch Tokyo zum Tokyo Tower. An sich war der Plan hochzufahren, aber die haben ordentlich die Preise angzogen, sodas wir dann einfach in die Mitbringselecke wollten. Aber dann: Pokemon! Wie ungünstig, nicht nur das ich bescheuerte Fotos mit den Maskottchen des Towers machen musste, nein, ich musste auch noch ne dämliche PokemonMütze aufsetzen und vor riesigen Pokemon posen. Ja, da haben die Kinder gestaunt^^. Ich denke Maria hat auch ne Seite von mir entdeckt die sie nich nicht kannte.
Nachdem wir nun nicht die Aussicht geniessen konnten, hab ich ihr die Aussicht auf Tokyo Bay gezeigt. Ich rühme mich mal damit, dass dieser Spot nicht allzu bekannt ist.
Weiter gng es dann wieder Richtung Norden nach Asakusa. Dort ist auch Marias Hotel und nach nem Abstecher durch die Nakamise-Straße und einigen klugscheißerischen Bemerkungen zu dem Tempel, haben wir es auch gesucht. Und wider Erwarten auch recht schnell gefunden. Es ist klein, aber für das Geld absolut ausreichend.
Und dann haben wir noch ne Runde Monja gegessen. Maria kannte es nicht und wir haben über so manchem Kanji gegrübelt, aber es war lecker und spaßig. Ich bin eingeladen worden. Was mir bei den Preisen fast leid tat, aber die Rechnung war dann die Hälfte von dem Erwartetem. Wir beide haben gestaunt, aber ganz ehrlich, wer fragt in dem Moment nach warum man so sopttgünstig gegessen hat?


Es war ein langer, spaziergangreicher Tag und es war schön mal wieder komplett auf Deutsch zu reden. Wir haben die Unterschiede zwischen Deutschland und Japan verglichen und kaum Unterschiede zwischen Nagoya und Tokyo festgestellt.
Donnerstag geht es weiter....

Freitag, 4. März 2011

Von Puppen und Filmen

Fassen wir mal zusammen:
Gestern, am 03.03. war Hina-Matsuri. Das ist das Kinder- oder auch Puppenfest in Japan. Traditionell werden dann im Haus Puppen aufgestellt, die die Ränge im Kaiserhaus präsentieren. Und weil ich mal in der Metro eine Werbung von "Tokyo Heart", einer Werbereihe über Tokyos Viertel und Sehenswürdigkeiten gesehen habe, die Ningyocho gezeigt hat, dachte ich, dass wär ja mal spannend, am Puppenfest dort zu sein,denn Ningyocho heißt übersetzt "Puppenstadt". Also bin ich mit Nicole in die unbekannte Welt Tokyos aufgebrochen.
Dort angekommen stratzen wir erstmal in die eine Richtung in der wir die Ningyocho-dori, als die Puppenstadt-Straße vermuten. Es erschien uns irgendwie verkehrt. Zwar wurden da "ningyo-yaki" (wörtlich übersetzt "gebratenen Puppen"- sind aber Kekse mit süßer roten Bohnenfüllung) verkauft und es standen dort auch Uhren mit Puppen herum, aber ansonsten war es nicht sonderlich verspielt dort. Aber am Ende der vermeintlichen Straße haben wir einen Schrein ausgemacht und sind dorthin. Es handelt sich hier um den Suitengu. Gut, sagte mir auch nichts, aber während wir dort standen, haben wir uns gewundert, warum so viele Familie mit Neugeborenen dort standen. Es dämmerte uns, spätestens als wir die Statuen von Hundemüttern und Kappamüttern (ein mythisches Wesen aus dem Wasser das Gurken liebt), dass dieser Schrein wohl für das Wohl von Schwangeren und Neugeborenen sei. Gut, dass erklärt dann auf dem Rückweg auch die vielen Läden mit Schwangerschaftsmode.


Da es nicht viel mehr zu sehen gab, haben wir die eigentliche Ningyocho-dori aufgesucht und sind ihr gefolgt...nur gab es d nichts außer zwei, drei hübsche Hochhäuser. Auf den Stadtkarten haben wir dann gesehen, dass wir in der Nähe von Asakusabashi sind, was für uns hieß, auch in der Nähe von Asakusa. Gut, dort ist es schön, ds Wetter ist schön, da gehen wir hin. Nur war auf der Karte nie Asakusa direkt ausgeschildert und der Weg war länger als wir dachten. Egal.
Unterwegs haben wir ein Klamottenladen gesehen und sind hinein. Es waren echt günstige Sachen dort und für die Abendkleider würd ich glatt magersüchtig werden. Sogar was in meiner Größe war auffindbar. Nicole hat sich in ein Kleid verguckt, es hing nur kein Preis daran (abgesehen davon, dass sie es nicht hätte anprobieren können, weil es wie in so vielen Läden keine Umkleide gab). Als wir die Verkäuferin nach dem Preis fragten kam nur die Frage, ob wir ne Member Card hätten. "Nein." "Ja, ne, das gibt es nur für Leute mit Membercard." "Alle Klamotten?" Ja. Na toll, wir sind da schon echt lange drin gewesen und es ist ja nicht so, dass wir unbedingt wie Ortsansässige aussehen, hätten sie ja mal vorher sagen können. Also kein Kleid für Nicole.
In Asakusa haben wir uns erstmal im Starbucks aufgewärmt und wurden 45 Minuten lang von einer älteren Dame zugequatscht. Ich dachte erst "Woah, red mal langsamer wir sind Ausländer" aber auf wundersame Weise hab ich alles mitbekommen. Gespräch kann man das nicht nennen, weil sie eigentlich ununterbrochen geredet hat. Aber macht ja nichts^^
Kurz noch Mitbringsel für meinen anstehenden Besuch in Shizuoka gekauft und dann sind wir nach Shibuya. Wer ortkundig ist weiß, dass ist nicht gerade um die Ecke. Allerdings der günstigste Weg für uns und Nicole wollte gerne mal hin. Was haben wir dort gemacht? Book Off (erfolgreich OHNE Buch verlassen) und Purikura^^

Und heute ging es dann mit den Kurzstipendiaten aus Halle ins Ghibli-Museum. Alex hat mir so davon vorgeschwärmt, also musste ich hin^^. Und es hat sich gelohnt. Zwar war das Museum mit 1000 Yen recht teuer, aber es ist so liebevoll aufgemacht gewesen. Die Buntgläser sind mit Motiven aus den Ghibli-Filmen versehen gewesen und alles ist kindgerecht gemacht. Ach ja, Ghibli-Filme sind sehr beliebte und berühmte Animationsfilme von einem Studio, das international auch Preise eingeholt hat. Bei uns in Deutschland ist wahrscheinlich "Prinzessin Mononoke" am bekanntesten, allgemein aber auch "Mein Nachbar Totoro".
Man konnte die Art und Weise des Trickfilms durch Beispiele, selber an Kurbeln drehen und so, lernen. Alle Filme waren irgendwie verarbeitet und es gab sogar einen speziellen Kurzfilm den man nur im Museum zu sehen bekommt. Es ging um ein Ei und einen ungebackenen Brotmann. Hört sich komisch an, ist aber echt schön umgesetzt worden. Da man leider nicht im Museum fotografieren durte, ich wollte sooo gerne den Neko-basu (Katzenbus) fotografieren, kann ich nur die Fotos vom Dach mit dem Roboter zeigen.


Anschließend sind wir 5 Deutsche mit unserer Begleiterin Shizuka, die ich noch von vor einem Jahr vom Kurzstipendium kenne, Essen gegangen und mit ihrem Freund noch zusammen zum Karaoke. Woah...Netter Stilmix. Es sind viele japaniche Lieder geschmettert worden, und nicht nur Animesomgs, sonder auch Popsongs und Rock natürlich.
Meine Playlist: "Pay money to my pain - Pictures", "Disturbed- Down with the Sickness" "Mulan - I'll make a man out of you" "System of a down - B.Y.O.B" "One OK Rock- Liar" "Troy and Gabrielle (High School Musical 1)- Breaking Free" "The Calling - Wherever"..ich denke das wars.
Das Tolle daran: Das ist das erste Mal, dass ich "Pay money to my Pain" gefunden hab. Ich hab die bBand hier kennengelernt und sie ist spontan zu meiner Lieblingsband geworden. Und noch besser: mit One OK Rock hab ich ein Lied in Englisch und Japanisch gesungen. Dadurch dass das Japanisch in Kanji war, war das Springen von unserer Schrift in die Japanische ziemlich anstrengend, zumal ich noch nie ein japanisches Lied vorher gesungen hab. Koreanisch wollte ich auch probieren, aber als ich gesehen hab, dass es nur in der einen japanischen Schrift gewesen wäre, hab ich gleich aufgegeben^^
Das war ein lustiger und schöner Tag, das kann man gerne mal wieder machen.

Montag, 27. Dezember 2010

Der Shopping-Wahn geht weiter...

Weihnachten ist vorbei und was macht man? Ja, man geht einkaufen.
Was, schon wieder? Ja. Neujahr steht an und ich möchte das neue Hasenjahr im Yukata begrüßen. Ein Kimono wäre preislich nicht drin gewesen, daher muss der dünne Stofffetzen mich so warm halten. Quatsch, unsexy wie ich bin, zieh ich mir dann ne Jacke drüber.
Und wo bekommt man am besten traditionelle Sachen? Ja, in Asakusa. Ursprünglich wollte ich mich nur mit Martina dort treffen, aber ich hab spontan Nicole mitgenommen. Was mir später einige Seitenhiebe mehr eingebracht hat, aber was soll's. Zusammen haben wir den Tempel angesehen, die Hauptschnick-schnack-Straße erforscht, Yukata bewundert und für doof befunden, die Seitenstraße und deren Nippesläden erforscht und im Endeffekt haben wir doch tatsächlich Schöne gefunden. Recht schlicht, aber doch klassisch japanisch und mit einem passenden Obi. Ist nicht der günstigste Laden gewesen, aber ich denke,dafür haben wir Qualität abbekommen. Ich sehe es als mein Weihnachtsgeschenk. Danke Papa, Tantchen und "Schwarte"^^!


Mit dem Klamotten ist dann die große Frage, welche Geta? Sprich, welche Schuhe? Geta sind edlere Flipflops. Und wie wir im Nachhinein herausgefunden haben, sind sie ein wenig kleiner als der japanische Fuß, sodass die Hacke ein wenig herauslugt. Uns Europäern würde das weh tun, da wir mit der Hacke zuerst auftreten, aber der Japaner schlurft ja, also ist das schick für ihn. Weiteres Problem: meine Klotzfüße haben Männergröße: Und selbst dafür sind sie groß. Aber man findet alles in Asakussa. ich hab mich an die schlichten gejalten, weil ich ein wenig zu geizig war mindestens 80€ für Geta auszugeben, die zwar bildschön mit Ministickereien sind, ich aber wohl nicht mehr als fünfmal im Leben anziehe. Aber gefunden und dazu natürlich die Tabi, die Socken, deren Großer Zeh getrennt ist. Fehlt theoretisch noch die passende Handtasche, aber hey, sonst geht es uns gut, oder wie?



Mittag haben wir dann im Okonomiyaki-Restaurant gegessen. Da war ich schon im Frühjahr und es war wieder soo lustig. Martinas Humor ist so herrlich böse und Nicole hat diesmal auch wieder so einiges herausgehauen, dass ich mich mal wieder gefragt habe "Warum gebe ich mich mit Leuten ab, die so gemein zu mir sind?" Keine Ahnung, aber ich habe wieder Tränen gelacht. Und: sollte Martina im letzten Blogeintrag schlecht rüber gekommen sein, dass war nicht so gedacht. Ich wollte nur die Besonderheit der Freundschaft aufzeigen.^^
Auch den Damen an dem Nachbartisch ist unsere super Stimmung aufgefallen und wir sind angesprochen worden, wo wir denn her seien. Deutschland. Und zack, wurde ein deutsches Weihnachtslied angestimmt. Und zwar die 9. Sinfonie von Beethoven mit Schillers Text "Freude, schöner Götterfunken". Das ist echt bekannt hier. Ein wenig Klönschnack später, viel Gelache udn einer kleinen Deutschstunde später ging es weiter.
Martina musste uns dann schon leider früher verlassen und Nicole und ich haben die Suche nach den Schuhen (die da noch nicht vorbei war) weitergeführt, und über McDonalds, Purikura und Starbucks dann beendet (vier "unds" in einem Satz -wow).
Das war wieder ein lustiger Tag, der mit Glühwein in der Küche endete. Alice, eine der Singapurier im Wohnheim, hat doch tatsächlich ein Becherchen nicht verkraftet und war ordentlich angetüttelt. Putzig.

Montag, 13. Dezember 2010

Walking Tour I

Unsere Abschußpräsentation für das Seminar "Culture and Society" besteht aus einer selbstkreierten Walking Tour durch Bereiche Tokyos. Gemeinschaftlich habt unsere Gruppe, bestehend aus Yoann, mir und drei eher ruhigen Japanern die nicht reden, es sei denn sie werden angesprochen, beschlossen Tradition und Modernität gegenüber zu stellen.
Was bietet sich an Modernität mehr an als der Bezirk Akihabara, das Eletronikparadies. Und gleich nebenan finden sich die Bezirke Ueno und Asakusa, die wegen ihrer Museen und Tempel bekannt sind. Nach einiger Recherchearbeit haben wir einige Spots lokalisiert und versucht eine Tour von einer maximalen Länge von 10km zu bauen. Der Rahmen, die Idee, der grobe Zeit- und Geldplan steht.
Doch für die Präsentation ist auch wichtig Fotos zu zeigen, die Tour selber gemacht zu haben und auch Hintergrundinformationen zu haben. Also, nichts wie ab..

Wie erwartet sind Yoann und ich am WE allein losgezogen, da die Japaner keine Zeit haben, bzw. sich auch nicht darum scheren, zumindstens erscheint es mir so, aber ich will hier nicht über die Studiermoral der Japaner schreiben, dass wird ein ander Mal passieren.

Bei sonnigem Wetter zieht also das "Henrai"-Duo los und macht sich auf dm Weg nach Akihabara, mal wieder. Dort gehen wir aber nicht Gundams shoppen oder Hentaimanga stöbern, sondern wir schlagen den Weg zum Kanda-Schrein ein. Ein kleine religiöse Oase in dem leuchtenden Viertel der Elektronik. Aber trotzdem kommt die Modernität nicht zu kurz: man kann die o-mikuji, die Horoskope, an einem Automaten ziehen, wo ein chinesischer Drache zu tanzt. Oder wenn man o-mamori, Talismane, kauft,so sind sie hier besonders bunt und mit den beliebten Comicfiguren Rilakkuma und Hello Kitty versehen. Trotzdem ist das Schreingebiet sehr schön angelegt mit einem Quellbrunnen und Statuen.


Von dort aus ziehen wir weiter zu dem Yushima-Tempel. Durch eine kleien Straße, wo kaum jemand war, links und rechts mit abfallenden Straßen, gesäumt von alten und neuen Häusern haben wir den Weg leicht gefunden und einen Tempel, umringt von kleinen Buden, gefunden. Es herrscht großer Andrang, aber ich komme mal wieder nicht umher, mir ein o-mikuji zu kaufen. Hier gibt es eine kleine spezielle Puppe dazu.


Da uns der Aufenthalt an den heiligen Orten schon sehr aufhalten hat und wir in dem Bezirk Ueno nicht genau wissen wonach wir schauen sollen, die Ideen stammt hier tatsächlich von einer Japanerin, beschlossen wir zu dem Touristenpunkt Asakusa zu fahren. Ueno sollte noch mal in der Gruppe besprochen werden, bzw. gemeinschaftlich besucht werden.
In Asakusa steigen wir aus der Bahn und finden und in einer belebten Straße wieder. An den Frühling erinnert führe ich uns zu dem großen berühmten Tempel mit seiner kleinen Nippes-Einkausstraße. Links und rechts gibt es nur das Herrlichste zu kaufen: Kimonos in allen Preiklassen, o-miyage (mitbringsel), Postkarten, Süßigkeiten, Spielzeug. In diesen Gassen, umringt von Tausenden von Besuchern treffen wir dann doch tatsächlich eine der Koreanerinnen der Kunsthochschule in Ekoda. Man unhält sich kurz udn geht seine Wege.
Unserer führt uns kurz an das berühmte Donnertor und lässt uns an der dortigen Hauptstraße einen Blick auf das moderne Asahi-Bier-Gebäude mit seiner goldenen "Schaumkrone" werfen. Zurück geht es zu dem Tempel und seinen wunderschönen Parkanlagen. Betäubt von Räucherstäbchenduft und von der Beleuchtung der fünfstöckigen Pagode bezaubert, entdecken wir im Schatten der Pagode das Profil des Sunshine-Towers, dem neuen Tokyo Towers. Noch nicht vollendet ragt das Gebäude schon 500m weit hinauf.
Zurück spazieren wir in der Dämmerung durch die Gassen Asakusas und freuen uns hier zu sein, da sich die Atmoshäre jetzt ändert. Es wird ruhiger, bequemer, man könnte meinen romantisch. Es sind viele Pärchen unterwegs.




Das verlockt uns zu einem leckeren Crepes, und es wären nicht wir, wenn und nicht die Lust auf einen Kaffee packen würde und wir beschließen einen Abstecher in das Starbucks im weit entfernten Shibuya zu machen. Yoann möchte mit seiner neuen Kamera die Kreuzung fotografieren, während wir unseren Kaffee geniessen. Das dieser Plan nicht ganz aufgeht versaut uns den Tag nicht ins Geringste.
Wir sind mit unserer Walking Tour soweit sehr glücklich und hoffen, sobald sie ganz fertig gestellt ist, dass mehr Leute die Schönheit einiger Ecken Tokyos entdecken möchten. Dazu wird es wohl einen eigenen Blog geben.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Donnergott des Schickschnacks

Heute war der Tag relativ kurz und die Füße nicht geschwollen. Um 10 Uhr haben wir uns mit Akiko in Shibuya getroffen und sind dann gemeinsam nach Asakusa (gesprochen Asaksa) gefahren. Schon auf der Fahrt selber kam ich mir beobachtet vor. Das was alle angekündigt haben und ich bisher vermisst habe ist endlich passiert: wir wurden beobachtet. Mag vielleicht auch daran liegen, dass wir uns ziemlich gut mit Akiko auf japanisch unterhalten haben. In Akusa selber sind wir gleich direkt bei dem großen Tor Kaminari-mon (Donnertor)herausgekommen. Dort war eine große Schwar an Leuten und obwohl dort auch viele Ausländer waren, wurden wir angesehen, aber egal. Geht man durch das Tor in die dahinterliegende Nakamise-Gasse kommt man am Denbô-in an. Das ist einer der sieben großen Tempel in Tokyo. Das Tor ist jetzt nicht sonderlich erwähnenswert, außer das es groß ist. aber die Nakamise-Gasse ist das Paradies für Einkauswütige. Wir konnten garnicht genug ansehen. Und was wir alles kaufen wollten. Es gab Fächer, Stäbchen, Kimono, Yukata, Katana...und jede Menge Krimskrams den man nicht braucht. Schlüsselanhänger ohne Ende, japanische Süßigkeiten und und und. Aber der ganze Kram ist trotzdem, oder gerade deswegen, extrem teuer. Es gab Stäbchen für 30€ oder eine Bentô-Box (Lunchbox) für 20€. Die war echt wunderschön, aber da bin ich viel zu geizig für. Ich habe die ganze Zeit nach Mitbringsel geschaut, aber ganz ehrlich, wenn ich für alle welche mitbringen, werde ich arm. Es sei denn ich lasse sie mir bezahlen, aber dann ist das ja auch schon wieder doof.
Der Denbô-in ist leider gerade verhangen gewesen, weil Bauarbeiten stattgefunden haben. Trotzdem haben wir ordentlich Fotos geschossen und vor der Pagode hat ein älterer Manng efragt, ob Katha mit ihm ein Bild macht. Ich wäre an ihrer Stelle auch verwirrt gewesen. Wir wissen immer noch nicht warum sie, sie ist nicht blond und es sind genügend andere Europäer herumgelaufen. Vor dem Tempel stand ein "Räucherbrunnen". Man kann sich Räucherstäbchen kaufen, die dort hineinstecken und alle anderen fächeln sich den Rauch zu. Das soll die Konzentrazion erhöhen. Natürlich reinigt man sich wieder mit Wasser. Wie ich gestern für den Schrein beschrieben habe, macht man da auch für Tempel. Hier ist der Innenraum leider abgesperrt worden, weil es so ein Touristenpunkt ist, aber immerhin konnte man Fotos machen. Natürlich haben wir wieder ein o-mikuji gezogen, diesmal hat man Stäbchen gezogen und je nachdem welche Zahl man gezogen hat, ein Fach aufgemacht und einen Tettel herausgenommen. Leider ist mein Glück heute "normal".
In Asakusa ist auch eine Straße wie im alten Edo, also aus ziemlich alter Zeit. Es ist schön zu sehen, wie es damals aussieht. Die Geschäfte die in dieser Straße stehen, sollen zum Teil noch den Familien von damals gehören. Zur Mittagszeit sind wir wieder essen gegangen. Ich könnte ganze Blogeinträge nur mit Essen füllen. Es beherrscht das Leben der Japaner ungemeint, wobei man jedoch nie jemanden auf der Straße oder in der Bahn essen sieht. Heute wollten wir Okonomiyake ausprobieren. Das ist ein Fladen mit Okonomiyekesauce und Mayonaise. Was in dem Fladen ist kann man sich bestellen. Zum Beispiel hatten wir Kartoffeln und Käse, oder irgendwas mit Ingwer und Shrimps. Sehr lecker, sogar mit Mayo, obwohl ich die nicht mag, aber Japaner essen fast alles mit Mayonaise. Neben dem Okonomiyake haben wir auch Moncha. Da mischt man Zutaten zusammen und kippt sie auf einen Tischgrill. Das brät man dann an, und kippt die zurückgebliebene Flüssigkeit in die Mitte. Das wird weiter angebraten und zerhackt. Das ist wirklich zu empfehlen. Es ist sehr gesellig und man kann auch zusammenmischen was man will.
Auf dem Weg nach zurück, als Stefan gerade in einem Laden war, haben uns fünf Schulmädchen von vielleicht 13 oder 14 Jahren angesprochen, ob sie mit uns ein Foto machen dürfen. Mit dieser Situation waren wir überfordert. Natürlich haben wir mit ihnen in Foto gemacht, aber es ist für uns deutsche unvorstellbar Fremde zu fragen, ob wir ein Foto machen dürfen. Ach, aber die waren so niedlich und höflich.
Auf diesem Bild sind das jetzt nicht die Mädchen, sondern Akiko und Shinobu. An sich waren wir für heute wieder durch. Wir haben noch einen kurzen Blick auf das Asahi-Gebäude geworfen und dann ging es nach Hause. Asahi ist eine große Getränkemarke in Japan und es gibt auch die Asahi-shinbun, eine tägliche Zeitung. Auf dem Dach des Gebäudes ist ein goldenes Irgendwas, was eine Schuamkrone von Bier darstellen soll. Hübsch. Zuhause haben wir uns endlich der großen Herausforderung gestellt: Natto. Natto ist für Deutsche das, was Milchreis für Japaner ist: Ekelhaft. Aber natürlich muss man alles mal ausprobieren, damit man auch ehrlich sagen kann, dass es nicht schmeckt. Zur Aufklärung, Natto sind vergorene Sojabohnen. Wenn man das Päckchen öffnet, strömt einem schon ein Geruch entgegen, der nicht super angenehm ist, aber auch nicht super eklig. Dann verrührt man die Bohnen, die nun ordentlich klebrig sind mit beigelegten Saucen und beim essen ziehen sie dann extrem lange Fäden. Ich finde, die Erklärung Natto zu essen in einem Blog von einem Kommilitonen sehr gut, deswegen verlinke ich dorthin. m meine persönliche eurteilung abzugeben: Nicht direkt widerlich, aber auch nicht genießbar. Probieren! Da ich denke, dass Wäsche waschen und die lustige Begegnung im Raucherraum (Achtung: Ich rauche nicht) mit einer unserer Hallenser Doppel-Masterin nicht von obersten Interesse ist, beende ich für heute den Blog wieder.