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Dienstag, 8. April 2025

Good old Musashi

 Zwar hat uns der Weg schon zweimal in mein altes Viertel geführt, aber heute hat Brian, mein alter Professor, Zeit für uns. Das Semester hat gestern offiziell begonnen und die Orientierungstage laufen. Ab morgen fängt der Unterricht an. Ach, da wäre ich gerne wieder dabei. 

Wir haben uns artig beim Pförtner angemeldet und sind dann auf den Campus gelaufen. Marcel hat bei den jungen Ersties mit seinen Tattoos gehörig Eindruck gemacht. Sie hatten alle sehr große Augen. Schnurstracks bin ich zum alten bekannten Gebäude 4 gelaufen und in den dritten Stock gefahren, da wo ich das Kokusai-Center hatte, also das Center für Auslandsstudenten. Aber irgendwie sah es damals anders aus. Tatsächlich sind sie in das Gebäude 1 gezogen und es heißt nun Global Communication Center. Das Gebäude 1 gab es damals nicht. Es war ziemlich alt und ranzig und wurde während meiner Zeit abgerissen und neu aufgebaut. Also rüber ins andere Gebäude und höflich nachgehakt ob Brian schon da ist. Obwohl wir uns mit Frühstück und einem Abstecher bei Book-Off Zeit gelassen haben, sind wir natürlich überpünktlich. Aber nicht schlimm, ich schwelge gerne in alten Erinnerungen und erzähle Marcel was ich von damals kenne und was nicht, dass man damals mit uns ausländischen Studenten nie Englisch gesprochen hat und jetzt keiner mit uns Japanisch gesprochen hat. 

Und dann kam Brian. Er ist ganz der alte, nur dezent älter. Die Begrüßung war herzlich. Er freut sich wirklich immer, wenn alte Studenten vorbei kommen. Man sieht es auch auf Instagram, wenn er Bilder mit ihnen postet. Zusammen sind wir über Campus spaziert. Es ist nicht der größte Campus, die Waseda oder Keio sind natürlich wesentlich größer, aber immerhin umfasst der Campus nun elf Gebäude. Das Gebäude mit der Mensa ist derzeit schon seit zwei Jahren im Umbau. Schade, ich hatte auf mein Lieblingsessen aus der Mensa gehofft. Die alten Gebäude mit den Schulungsräumen stehen noch unverändert und das Gebäude mit den Clubs, also den AGs, und meinem alten Fitnessstudio ist auch unverändert. Neu ist das Gebäude 11 wo anscheinend die Lehrkräfte ihre Räume haben. Und es gibt jetzt Honigbienen auf dem Campus. Da es eh einen kleinen Bach und angenehm viel Natur mit derzeit blühenden Kirschbäumen gibt, finde ich das super. Aber viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sehen.

Wir haben uns gegenseitig ausgefragt zu unserem beruflichen Stand, bzw. was die Familie so treibt Der kleinen Sohn den ich mit vier Jahren oder so kennengelernt hab ist nun über 1,80m groß und studiert, die kleine Tochter bereitet sich auf die Eintrittsexamen der Unis vor. Brian ist seit mittlerweile 21 Jahren an der Uni angestellt und überlegt 2027 ein Sabbatjahr zu machen. Allerdings plant er da potenzielle Partnerunis zu besuchen. Und natürlich haben wir abgecheckt wer von unseren gemeinsamen Bekannten was treibt. Er hat so wie ich mit vielen den passiven Kontakt über die sozialen Medien uns zu denen die in Tokyo leben auch mehr persönlichen Kontakt. Er freut sich darüber, wenn die alten Studenten danach noch Freunde bleiben und so ein weltweites Netzwerk der Musashi entsteht.


Für Marcel war der ganze Spaß natürlich ein wenig langweilig, da er keine Erinnerungen zu damals hat. Und im Mini-Fitnessstudio wollte er am liebsten gleich loslegen. Die Jungs da haben sehr ängstlich bezüglich seiner Statur geschaut. Im Coop, dem Uni Laden, hatte ein Mädchen hinter ihm so sehr Angst, dass es aussah, als wolle sie weinen. Brian hat es locker gesehen, es sei Vorbereitung für das Leben. 

Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind wir dann auch weiter gezogen. Leider war Sato-san, der Leiter des Kokusai Centers nicht da, sonst wäre er auch dabei gewesen. Der Abschied von Brian war leicht, aber der Abschied von der Musashi nicht. Es war einfach das beste Jahr meines Leben und hat mich in so vielen Dingen geprägt.


Nach dem emotionalen Teil des Tages sind wir nach Ikebukuro um die letzten gewünschten Mitbringsel zu besorgen. Wir haben viel bekommen, mussten aber nochmal nach Akihabara weil das Don Quijote hier nicht alles hatte. Dabei haben die wirklich jeden Scheiß. Damit haben wir zwei unglaublich überlaufende Viertel besucht und mein Stresslevel war ganz oben. Aber wir sollten jetzt alles haben. Bestimmt ist es bei den anderen Japanbesuchern auch so, man hat das Gefühl nur für andere einzukaufen, aber nimmt sich selbst nichts mit. Unseren letzten ganzen Tag wollen wir damit starten die Koffer neu zu sortieren um zu checken, dass alles passt. Zur Not müssen wir dann doch noch den Pikachu-Koffer kaufen. Irgendwie kann ich mir schlimmeres vorstellen....

Montag, 24. März 2025

My Hood

 Laut der offiziellen Planung hatten wir heute nichts vor. Aber auch nur, weil wir das tatsächlich am ersten Tag schon mit erledigt hatten. Allerdings hat sich gestern noch ein Freund gemeldet, dass er heute spontan Zeit hätte. Perfekt!

Ausreichend ausgeschlafen, Marcels Husten wird wieder besser, sind wir entspannt gegen 10 Uhr morgens los. Da ich die ganze Zeit heiß drauf war, musste ich in das Poke-Center hier im Viertel gehen. Der ein oder andere mag jetzt genervt die Augen verdrehen, aber jedes Poke-Center hat tatsächlich seine eigenen Plüschis oder anderen besonderen Merchandise. Außerdem ist das Hauptpokemon ein anderes. Die wissen definitiv wie sie Geld machen.


Also sind wir rein und ich suche natürlich mein Lieblingspokemon, Onix. Ich finde einige Sachen mit der Weiterentwicklung Stahlos, aber tatsächlich wird mein Pokemon anscheinend diskriminiert. Es gibt nur einen Sticker und einen kleinen Anhänger. Fertig! Aber dafür gibt es 20 verschiedenen Pikachus und Evolis. Naja, ich mag halt Dinge die anders sind. Und dafür bin ich dann auch schneller durch. Ich halte mich mit den Einkäufen auch noch ziemlich zurück, da ich mir immer denke, dass ich es nur süß finde, aber nicht wirklich gebrauchen kann. Mal schauen, wie lange diese Einstellung noch hält.

Direkt danach sind wir nach Ekoda gefahren. Mein altes Viertel in dem ich damals wohnte und zur Uni gegangen bin. Alleine schon beim Umsteigen in Ikebukuro war ich schon sehr emotional. Und als wir dann in Ekoda ausgestiegen bin, hatte ich feuchte Augen. Es ist alles so gleich, aber auch so anders gewesen. Da wir bis zur Verabredung noch Zeit hatten, sind wir zum Wohnheim gegangen. Auf dem Weg konnte ich tatsächlich ziemlich genau sagen, welches Haus noch nicht stand oder welches ersetzt wurde. Der Gemüsehändler war auf der andern Straßenseite, aber der Verkäufer war noch immer derselbe. Das Wohnheim selbst, das alte Gebäude in dem ich wohnte, steht noch und ist unverändert. Dafür hat aber der Kindergarten der mit integriert ist, ein neues Tor und mehr Platz zum draußen Spielen. Wir standen vor dem Tor und ich habe Marcel erklärt wo mein Zimmer war, die Küche, wo Yoann damals lebte und dann sind wir zusammen den alten Weg zur Universität gegangen.

Auf dem Weg sind wir nochmal an dem Yaoya, dem Gemüsehändler, vorbei gekommen und ich habe den Händler gefragt, ob ich mich recht entsinne, dass es vorher gegenüber war. Ich hatte Recht. Er schaute mich an, weil ich sagte, dass ich vor 14 Jahren hier gelebt habe, aber ich befürchte, er hat mich nicht erkannt. Schade. Schließlich bin ich damals jeden Morgen an ihm zweimal vorbei gelaufen und wir haben uns immer gegrüßt. Nun ja, ich war halt nur eine Kundin von vielen.

Die Musashi University hat sich seit meinem Studium tatsächlich verändert. Ein Gebäude wurde während meines Aufenthaltes abgerissen und noch nicht gang fertig gebaut. Und in diesem Moment war ein weiteres Gebäude in Arbeit. Trotzdem musste ich eine Träne verdrücken als ich vor dem Campus stand. So viele Erinnerungen und alle sind tatsächlich gut. Dadurch, dass ich allerdings nicht mehr studiere und mein Professor erst in zwei Wochen da ist, bin ich nicht auf den Campus gegangen. Das machen wir, wenn wir mit Brian verabredet sind. Zu viele Emotionen würden mich heute fertig machen.


Also zurück zum Bahnhof und dort haben wir auf Hoshino gewartet. Er war kein Student, aber wir hatten uns auf dem Tag der offenen Tür der Uni damals kennen gelernt. sind über Freunde dann zusammen ins Kino und hatten eine schöne Zeit. Dadurch, dass er keine große Erfahrung mit Ausländern hatte, war es für mich immer schwer mit ihm zu reden, da er sehr umgangssprachlich spricht. Und vom Schreiben will ich gar nicht erst reden. In den letzten 14 Jahren gab es eher nur Glückwünsche zum Geburtstag und sehr selten mal ein "Wie geht`s?". Ich gestehe, ich habe nicht viel von dem Treffen erwartet und war schon überrascht, dass er es überhaupt wollte. Zumal er auch wusste, dass Marcel dabei ist. Für Marcel wiederum war es klar, dass es eher langweilig wird, sprachlich bedingt.

Aber es war tatsächlich wesentlich entspannter und auch vom Verständnis sehr gut. Ich muss mich selbst loben, dass ich anscheinend doch wieder gut in die Sprache reingefunden habe. Für SmallTalk reicht es lockerflockig. Und es war lustig wie unterschiedlich die Zeitwahrnehmung ist. Er dachte, es sei erst 10 Jahre her und ich sei 3 Jahre in Tokyo gewesen. Schön wär es. Dafür erinnerte er sich an meine Präsentation die ich auf dem Unifest halten musste. Das hatte ich total verdrängt. Und er hatte tatsächlich noch von damals Fotos von dem Unifest auf dem Handy. Verrückt!

Die beiden Jungs haben sich tatsächlich trotz Sprachbarriere gut verstanden. Sie haben beide Tattoos und rauchen, damit ist das Wichtigste geklärt. Und ich denke, das sich auch ausreichend übersetzen konnte, damit das läuft. Sogar so gut, dass wir nach einem guten Kaffee noch zusammen nach Ikebukuro gefahren sind. Dort habe ich damals auch viel Zeit im Book Off und anderen Geschäften verbracht. Mittlerweile hat sich das Viertel zum Anime-Mekka entwickelt. Selbst Akihabara soll nicht mehr mithalten können. Die vertrauten Ecken waren aber noch alle da. Sunshine City, das größte Einkaufszentrum, hat sich aber gemacht. Mittlerweile ist ein Aquarium drin (nein, diesmal waren wir nicht drin), ein Kulturzentrum mit Ausstellungen (aber leider nicht für uns) und....Überraschung....ein Poke-Center. Mit dem Jungs im Gepäck bin ich aber nicht rein und habe mich mit Fotos begnügt. 

Nachdem wir zusammen ein Purikura gemacht haben, Fotos in einem Foto-Automaten, ist Hoshino dann nach Hause. Wir sind noch weiter nach Shinjuku. An dem Metropolitan Building werden derzeit Filmchen auf das Gebäude gestrahlt. Über das Handy kann man die passende Musik abspielen. Das wollten wir uns anschauen. Aber schon auf dem Weg dorthin hat uns die Müdigkeit eingeholt. Marcel wahrscheinlich wegen Schlafmangels wegen des Hustens und ich, weil mein Kopf heute sehr viel arbeiten musste. Oder ich brüte was aus. Wer weiß. 


Die Lichtshow haben wir trotzdem gesehen. Und leider was es nicht so spektakulär wie wir dachten. Die besonderen Nummern mit Godzilla zeigen sie nur am Wochenende. Schade. Also ab nach Hause und nun sind wir früh heim. Gehen aber auch früh schlafen, da wir morgen einen relativ zeitig gebuchten Termin haben. Das wird toll!



Freitag, 6. Mai 2011

Komischer Tag

Zum zweiten Mal in dieser Woche bin ich zu einem Date sitzen gelassen worden. Ich hätte es wissen sollen, aber man hofft ja immer und dann ärgert man sich. Ich will nicht sagen das ich am Boden zerstört war, aber ich war sauer auf mich selber, weil es ja abzusehen war, dass das wieder nichts wird.
Interessanterweise war aber mein restlicher Tag einer der amüsantesten überhaupt. Zuerst gehe ich zerknirscht aus der Umkleidekabine, ich hatte gerade Sport gemacht und wollte duschen- in den Duschraum, da hüpft ein nackter durchtrainierter männlicher Rücken über den Flur ins Männerklo. Beinahe hätte ich "sexy" gebrüllt, aber ich erkannte den Rücken und wusste, dass der Herr sich deswegen schämen würde^^. Aber das zauberte schon ein Lächeln auf mein Gesicht.
Nach dem Duschen, als ich nach Hause wollte, ist mir der Kerl angezogen entgegen gekommen und hat mich sogar gegrüßt. Unding, ist noch nie passiert. Boah, mein fettes Grinsen im Treppenhaus war schon nicht mehr schön.
Dann treff ich auf dem Heimweg eine meiner Wohmheimmädels. Nur ist sie leider während ich in D-Land war ausgezogen. Obwohl sie kein Englisch kann und unsere Konversationen recht sporadisch waren, mochte ich sie gerne. Wir haben uns unterhalten, Nummern ausgetauscht und da sie jetzt im Konbini im die Ecke arbeitet, werd ich sie häufiger sehen. Schön!
Weiter nach Hause...da überholen mich zwei Highschool-Kids, ich schätze so 14 oder 15 Jahre alt. Ich schau denen hinterher, hab ja nichts zu tun, da dreht sich der eine um und sieht mich an. Passiert. Er dreht sich nochmal um. Dann fahren beide in den kleinen Park direkt an der Straße und schauen mir hinterher, als ich vorbei ging. Und dann übeholen mich nochmal mit den Rädern und beide drehen sich um. Warum auch immer. Ja, gut, ich bin Ausländerin, aber die gibt es häufiger, ja, ich hab auch Brüste, aber die waren heute nicht sonderlich sichtbar. Sonstige Gründe fallen mir nicht ein. Ich hätte fast laut gelacht.
Zuhause treff ich dann die Brasilianerinnen und sie fragen mich, ob ich nicht nachher mit ihnen essen gehenw ill. Klar, ich kenn die Mädels kaum, warum nicht? Nachdem sie im 100-Yen-Shop waren wollen sie mich abholen. Also check ich meine Mails und hab ne Mail von nem Kumpel drin, der mich gleich sein Manuskript seines Buches mitgeschickt hat. Yeah!
Soweit ist ja alles schon lustig. aber dann gehen wir in ein Izakaya und ich bin so der Meinung gewesen, dass ich den Kellner kenne. Das Gesicht kam mir sehr bekannt vor (eins der Gesichter wo ich denke "Yessss, der Kerl ist interssant"). Aber ich war mir nicht sicher. Ich sag das den Mäddels und die fangen an, ich soll ihn ansprechen und mir die Nummer geben lassen. Hä? Oder sie sprechen ihn für mich an. Nix da, dass schaff ich schon alleine.
War ein lustiger abend mit den Mädels, ich kannte sie bisher nicht, nur mal in der Küche gesehen (außer Midori, die ist schon länger da) und so hat man sich mal kennengelernt, dass sie fast kein Englisch können ist okay, ich denke mittlerweile ist mein Japanisch alltagstauglich.
Wir bezahlen dann am Ende und ich hab dem Kellner gesagt, das sich sein Gesicht kenne. Ob er von der Musashi ist? Ja. Aus dem Trainigsraum? Ja. Ha! Ich kenn doch "meine Jungs" dort. Er dürfte nicht so häufig da sein, aber ich hab schon gesehen, dass er weiß wer ich bin -bin ja ein wenig auffällig im Trainingsraum^^-. Aber das die dann nie was sagen...

Junge, was die Mädchen sich dann da für eine Love-Story ausgedacht haben...tze.
Im Wohnheim haben wir noch Yo getroffen und einfach Spaß gehabt. Fast wie in "alten Zeiten", als wir mit internationalen Gruppen einfach Spaß hatten, aber leider hat sich die alte Clique zerstreut. Neue Leute müssen her...ich denke wir haben einen neuen Teil gefunden.

Dienstag, 2. November 2010

Grinsekatzen

Was war denn das?
Ich bin morgens aufgestanden und als ich im Flur Sophia begegnete lacht sich mich an/aus. Ich muss auch lachen. Ich geh in die Küche um zu sagen das ich schon losgehe, da lach ich mit Nicole. Ich gehe zur Uni und habe die ganze Zeit ein fettes Grinsen im Gesicht.
Die Sonne schien mir auf den Pelz, ich habe supertolle Musik in den Ohren gehabt, die so ein schönes nostalgsiches Gefühl vermittelt haben und das lustige Gespräch über Facebook vom Vorabend ging mir nicht mehr aus dem Kopf (Details dazu gibt es nicht, nur: meine zweideutige Art und Nicoles Sprüche passen gut zusammen).
Ich sitz bei der Uni noch draußen und warte auf die anderen beiden und ticker Franzi in Argentinien, dass ich gerade sowas von glücklich bin. Prompt kommt ne Antwort zurück, dass sie mich ja "erst" zu Bett gebracht hat und nun bin ich wach und sie geht ins Bett.
Sogar TOEFL war heute superlustig. An sich bin ich total unterfordert, aber heute haben wir kurze Vorträge über Humor halten müssen und da hab ich, in 45 Sekunden wohlgemerkt, von meiner Art von Humor und ansatzweise von den Kulturunterschieden auf der Halloweenparty erzählt. Alle haben gelacht, also war meine Eede gut. Die der anderen waren auch lustig. War richtig interaktiv die Stunde, sogar die schüchternen Jungs haben was gesagt. Der eine hat gesagt, dass er wenn er trinkt lustig und sogar versaut wird....Ich war so versucht ihm am Ende zu sagen "Na, wenn wir dann mal Zeit haben, geht es ins Izakaya!" Aber er war so schnell weg. Naja, man sieht ihn bestimmt nochmal. Der andere hat garnichts hinbekommen für die Minirede.
Da sagt die Lehrerin, dass er mir das auch auf Japanisch erzählen kann und fragt danach (!) ob ich das dann verstehen würde. "Wakatte mimase!" hab ich geantwortet. Das heißt "Ich versuche es zu verstehen". Die Lehrerin ist abgegangen wie gut ich denn Japanisch kann. Ich hab geantwortet, dass das nur ZWEI Worte waren. Ja, aber das war schon sehr hohe Grammatrik. Aha. Egal, ich hatte gute Laune.
Danach haben wir auf Tabea gewartet. Da haben wir Yoann beim Rauchen gesehen und davor den Kleenen, so nenn ich ihn, aus dem Gemüseladen wo wir immer einkaufen. Wir haben immer der Gefühl, dass er vor uns Angst hat. Gestern waren wir wieder einkaufen, da ging die Bürotür auf, er sah uns und die Tür ging zu. Zufall oder Absicht. Egal. In meiner blendenden Laune bin ich dann zu Yoann, strahlend an dem Kerl vorbei, der dann auch schnell weg war. Egal. Ich hatte gute Laune.

Naja, mit Katja ging es dann in der Freistunde in den Supermarkt, weil wir morgen für den Feiertag in unserem Wohnheim für die Nachbarschaft deutsch kochen sollen. Da fehlen natürlich noch Sachen. War echt anstrengend und Katja tut mir auch Leid, dass sie das organisieren darf.
Zwei weniger erwähnbare Stunden Uni, die mir meine zauberhafte Laune genommen haben, haben mich dann noch vom Kulturfest der Kunstuni in Ekoda getrennt. Da waren wir, Yoann, Nicole uns ich, gestern schon kurz drauf und waren begeistert wie die uns Ausländer aufgenommen haben. Also sind Yoann und ich heute nochmal hin.
Irre. Nachdem wir überraschenderweise Yuki dort getroffen haben sind wir kurz ins Gebäude und haben echt schicke Fotos angesehen. Draußen wollten wir dann essen und die Koreaner haben uns schon vorher einzufangen versucht. Also hat Yoann da was gekauft. Die haben uns dann in ein Gespräch verwickelt und man hat mich gefragt ob ich scharfes Essen mag und ob ich nicht deren koreanisches Ramen (Nudeln, auch Thema heute bei TOEFL) probieren will. Ja, klar warum nicht. Von wegen scharf, als wir das gesagt haben, waren sie alle überrascht. Da schenken die uns noch koreanischen Wein ein...den gab es dann nachher geschenkt, nachdem wir auch noch Facebook-Freunde wurden. Ich war total platt. Die besuch ich morgen nochmal.
Und dann wollte ich noch unbedingt "Pantsu yaki", gebratenen Unterhöschen. Ich hab Wunder was gedacht was das ist. Aber im Endeffekt sind das zwei in Höschenform geschnittenen Crepefladen zwischen die man seine Füllung machen kann und einem dann das gewünschte Muster aufgemalt wird. Da hab ich natürlich gleich zwei gefordert: eine für Charai (Yoann, heißt "Playboy") und eine für Hentai (mich/Perverse). Das fanden die lustig und ich hab mich beschwert, dass die so klein sind, dass ich die garnicht anziehen kann. Ich will morgen eine in meiner Größe haben...mal schauen.
Wir hatten unseren Spaß.
Im Wohnheim mussten wir dann allerdings das Essen für morgen (rund 150 Mann) vorbereiten und ich hatte die Zwiebeln versprochen zu übernehmen. Nach 40 Zwiebeln weiß ich jetzt, dass ich das nie mehe mache. Yo hab ich dann mit seinen 4 kg Fleisch auch noch geholfen. Mal gespannt wie das deutsche Essen morgen ankommt.

Der Tag hat mir auf alle Fälle einen Muskelkater in den Wangen beschert.

Montag, 11. Oktober 2010

Z-End, my love!


Wohoooo!
Es ist der 11.10. und das heißt es ist ein Feiertag. Das hat man schon daran gemerkt, dass man früh von dem nebenan liegenden Kindergarten geweckt wird. Es war irgendein Sportfest unf ein Mann har irgendwas in einer Lautstärke erzählt und dann haben gaaaanz viele Kinder gesungen. Ist ja putzig, aber nicht wenn man halbwegs ausschlafen kann. Denn ich musste trotz Feiertag in die Uni. Wir hatten aber nur Japanisch und es zog sich wieder hin.
Der Sprachunterricht gestaltet sich folgendermaßen: Kanjitest über die letzten ca. 30 Kanji (lesen und schreiben), dann Rückgabe des letzten Testes und Austeilung der Liste bis zum nächsten Mal. Die Vokabeln der Liste werden ausführlich auf japanisch erklärt -man versteht es tatsächlich- und dann wird in der restlichen Zeit, so rund 40 Minuten, ein wenig Grammatik gemacht. Aber die ist Erstens nicht so anspruchsvoll und Zweitens versteh ich nie was Seki-sensei von uns will.
Das machen wir jeden Montag und Freitag, der Mittwochunterricht ist für die Poster-Session mit den Japanern reserviert.

Nach der Uni wollten wir zu dem Straßenfest in Ekoda, weil unser geliebter Jiendo, oder wie wir herausgefunden haben, "Z-End" geschrieben, wieder da ist. Ihr erinnert euch? Das ist der lustige Flammenkopf, mit dem Yo und ich uns haben fotografieren lassen. Wir haben ein wenig recherchiert wer das ist und ich bin voll zum Groupie geworden, Nicole auch ein bisschen.

Z-End ist ein 16-Jähriger, der sich in diesen Flammenkopf verwandeln kann und die Welt vor dem Bösen rettet. Er hat auch Partner, Void, Albane, Nekuroman und Cosmo. Jeder von ihnen hat auch einen eigenen Manga. Z-Endo hat schon vier und die anderen ein bis zwei. Ich muss nicht sagen, das sich mir die früher oder später noch zulegen werde, oder? Ich bin abgegangen wie ein Zäpfchen, als Nicole mir ihren frischgedruckten Manga unter die Nase hielt.

Zum heutigen Tag: nachdem wir den Ort des Geschehens gesucht und auch gefunden haben, dachten wir erst, dass es nur ein Flohmarkt mit Aufführungen von Nachwuchstalenten im Ballett ist. Es gab auch schon einen Z-End-Stand, aber da konnte man nur Merchandise kaufen. Da es tierisch heiß war heute, haben wir kurz die Ballerinas betrachetet und wollten wieder in den Schatten, da haben wir Z-End an dem Stand gesehen. Mein Herz hat wie wild angefangen zu klopfen und es trieb mich in seine Nähe.
Schüchtern haben wir aus der Ferne (und dem Schatten) beobachtet was abgeht. Die Staff-Leute haben Folien hochgehalten, die 500 Yen kosten und die signiert werden. Man kann aber auch Sticker- und Button-Sets für das Geld kaufen. Aber wir wollten so gerne ein Poster signiert haben (500 Yen). Während wir da standen, haben Arukubein (links in grau) und Kurosudaiba (rechts in bunt) posiert. Aber das ist ja langweilig, wir wollten Z-End.
Ich bin dann todesmutig zu dem Stand und habe nach einem Poster gefragt "Kostet das wirklich 500 Yen? Und signiert Z-End das dann?" Ja, genau, welches ich denn möchte -natürlich dass Portrait von meinem Held^^. Ob ich dann auch ein Foto von ihm machen darf? "Ja." "Ja, aber auch mit mir zusammen?" "Naja, das kostet nochmal 500 Yen." Das war mir dann zu teuer und ich hab angewunken. ABER: was wäre denn mein Held für einer, wenn er das nicht mitbekommen hätte. Natürlich darf ich ein Foto mit ihm machen: kostenlos!
Ist das nicht toll? Und weil ich das Poster gekauft habe, hab ich noch eine Sammelkarte geschenkt bekommen. Alle haben so nen doofen anderen Held bekommen, aber Nicole und ich haben Z-End bekommen. Yeah! Also schnell Poster signieren lassen und dann Fotos machen. Hach! Wie schön das war. Naja, alle drumherum haben mitfotografiert, wie schon auf dem Straßenfest vor drei Wochen.

Ich dufte dann auch seine Hand schütteln und er hat mich auf dem Kopf getätschelt. Gut, das war jetzt nicht sooo toll, weil ich auch fast so groß war wie er, aber er durfte das. Garantiert bin ich älter als er (wenn der Schauspieler jetzt wirklich ein 16jähriger ist). Und um mein Zimmer komplett im Feuerstyle einzurichten, werde ich morgen bei einigen Geschäften nachfragen, ob ich das Poster, was das heutige Event angekündigt hat, bekommen kann. Das wär perfekt.

Oh, oh. Japan macht mich echt fertig. Jetzt bin ich ein Groupie von einem Kerl von dem ich die "Funktion" noch nicht einmal kenne. Egal.

Samstag, 25. September 2010

Go Jiendo!!!

Um 9.30 Uhr haben wir Mädels und mit dem Professor Brian und Leuten die Bock darauf hatten in Nagatacho getroffen. Brian bietet einmal im Monat an eine Wanderung durch Gebiete von Tokyo zu machen. Das Wetter war eigentlich so beschissen, dass ich fast zu Hause geblieben bin. Aber da Karsten extra eine Stunde gefahren ist um mit uns Spaß zu haben, bin ich natürlich hin. Brian hat uns durch Chiyoda-ku geführt, das Viertel, wo die Gebäude der Parteien stehen, das Theater von Tokyo und dann ging es weiter zum Kaiserpalast. Gut, den kannte ich schon, aber es ist trotzdem immer wieder cool ihn zu sehen.
Langsam klärt sich das Wetter dann gegen 11 Uhr auf. Pünktlich zum Essen. Endlich, endlich hab ich meine geliebten kalten Soba (Nudeln) bekommen. Ich liebe es, die Nudeln in die Sauce zu tunken und zu schlürfen (man eignet sich die tollsten Sachen in Japan an).
Im warmen Sonnenschein sind wir kurz noch durch die Bücherstraßen von ich weiß nicht wo geschlendert. Im warmen Sonnenschein sind wir kurz noch durch die Bücherstraßen von ich weiß nicht wo geschlendert. Wir hatten uns alle in Gruppen aufgeteilt und wir waren mit Yota und Nori unterwegs. Nori ist heute 21 geworden und er ist der erste Japaner von dem ich gedacht habe, dass er älter ist. Er und Yota haben, zu unserem Glück, auf englisch gesprochen. Yota hat es gelernt weil er schon (einige?) ausländische Freundinnen hatte. Er ist auch endlich mal ein großer Japaner, der offen ist und ganze Wichtig: er kennt Sarkasmus! Nori auch.^^


Ein ereignisreicher und verdammt genialer Tag.

Mit einem leckeren Maccha Frapucchino (Maccha ist grüner Tee. Viele Europäer mögen es nicht, ich mag es-logisch) ging es dann weiter zum Yasukuni-Schrein. Da war ich auch schon mal, aber diesmal hab ich ihn näher betrachtet. Wir haben dort auch eine traditionelle Hochzeit gesehen, bzw. das Brautpaar. Schick, schick.
Der Schrein gerät andauernd in die negative Presse wenn der Premierminister in besucht. Er huldigt dort den Kriegsopfern. Schöne Sache, nur sind dabei auch die Kriegsverbrecher bei und China, Korea und ich denke noch einige andere Länder sehen das dann nicht so gerne, zumal Japan im Zweiten Weltkrieg auch nicht unbedingt der netteste Feind war.



Weiter ging es nach Iidabashi (getrennt gesprochen:I-idabashi). Dort, so hat Brian es erklärt, sind die Straßen so klein und verwinkelt, wie im alten Kyoto. Jupp, so verwinkelt, dass er dreimal in die Falsche gelaufen ist. Aber eine sehr hübsche Gegend.
Zum Abschluss zeigte er uns noch einen Laden, wo es zwei, drei Waren aus der Heimat gibt. Hm, ja, gibt es tatsächlich, aber zu einem Preis, das ist unglaublich. Ein Glas Nutella, von dem Inhalt von ca. 100gr (ein Viertel von den deutschen Gläsern), kostet mal eben 4€. Ich hab einfach mal nichts gekauft. Ich hab noch keine Sehnsucht nach der Heimat. Sorry, Leute.
Der Tag war bisher sooo lustig. Die Sonne schien, alte Freunde und sarkastische Japaner. Besser kann es doch nicht kommen. Dachten wir....

Zurück im Wohnheim haben uns die schmerzenden Füßen nicht davon abgehalten nochmal nach Ekoda zu gehen. Dort sollte ein Geschäft alles für 100 Yen verkaufen. Klamotten, Taschen etc. Also hin, Yoann ist auch mit, obwohl das ja eigentlich so eine Mädchensache ist.
Wie sich herausgestellt hat, ist das so eine Art Flohmarkt gewesen. Die Mädels haben bei den Klamotten und so geschaut, aber das war mir zu doof, ich passe ja eh nicht rein und wollte draußen warten. Da schnakt mich eine Japanerin an, ich soll mit Svarowski-Steinen was Hübsches basteln. Ich trag aber kein Bling-bling-Schmuck und ein Handy hab ich auch nicht, wo ich was ranhängen kann. Also hab ich Kekse und Lotus-Tee bekommen. Sehr lecker. Und weil sie alle so nett waren, hab ich doch gebastelt. Wir haben uns auf Englisch unterhalten und die ältere Dame neben mir hat meine zwei, drei Sätze gelobt und sich gewundert, dass ich so schnell mit dem Basteln fertig war. Ein paar Perlen auf fädeln ist jetzt auch nicht mein Problem gewesen. Da kamen die Mädels zurück und ZACK! alle, zuerst lustigerweise Yoann, sollten auch Basteln. Also saßen wir da und haben mit Perlen gespielt. Wir haben so herumgeblödelt, dass Yoann und ich nun „best friends“ sind, weil wir die gleichen Perlen genommen haben und wir lieben Bling-bling ja soooo sehr. Eien andere ältere Dame, die einfach nur zum tee trinken gekommen ist, hat mir, warum auch immer, Ein Anhänger von ihrem Handy geschenkt. Sei hat nur Japanisch gesprochen und mir war zwar klar, was sie will,a aber es war mir unangenehm. Im Endeffekt hab ich es dann nach dem gehörigen Abweisen doch genommen. Ich weiß echt nicht warum, aber es hat mich gefreut.
Auf der Straße war noch echt viel los und da dachten wir uns, schauen wir mal nach, was so abgeht. Anscheinend war ein Straßenfest im Gange und überall wurden Sachen, hauptsächlich Essen angeboten. Wir sind da entlang gewandert und dann kamen sie, die Kostümmenschen. Diese armen Menschen, die als Hasen und Mangagirls herumgelaufen sind. Uh! Wie ich es liebe mich zum Affen zu machen., und Yoann anscheinend auch. Also haben wir jede Puppe gefragt, ob es okay ist, dass wir ein Foto machen. Das war so lustig. Am Ende haben nicht nur unsere deutschen Mädels geknipst,sondern auch alle Japaner drumherum, die fasziniert von uns bekloppten Gaijins (eigentlich ein Schimpfwort für Ausländer) sind.
Am Ende der Straße gab es eine Band die gespielt hat. Ohne Sänger, aber trotzdem nicht schlecht. Die Mangamädchen die uns gefolgt sind haben dazu Luftgitarre gespielt. Naja.
Auf dem Rückweg haben wir doch noch tatsächlich Figuren gefunden, mit denen wir noch kein Foto gemacht haben. Irgend so wein Power Ranger Verschnitt. Lustig. Und dann haben sie uns zu dem Ober -Supermann-Ranger-Hero geschickt. Natürlich hat er mit uns Ausländer Fotos gemacht und alle Japaner waren so begeistert. Herrlich.
Nicole, die meine Kamera benutzt hatte, wurde die Hand entgegen gestreckt und sie dachte er will das Foto sehen, bzw. Geld dafür kassieren. Aber er wollte nur mit ihr ein Foto machen. Also hab ich die Kamera geschnappt und sie fotografiert. Aber vorher hat der Mister Power Man seinem Gehilfen was ins Ohr geflüstert. Ganz ehrlich: für mich sah es aus,wie „Hey, sorg dafür , das die Kleine in mein Zimmer kommt!“ Ich denke, im Endeffekt war es nur, dass der Gehilfe uns Sticker schenken sollte (Juchuuu!) und uns erzählt hat, dass es am 11.10. eine Live Action Show in Ekoda geben soll. Jetzt wollen wir erstmal googeln wer die überhaupt sind (der Feuermann heißt Jiendo und der andere Kurosudaiba) und dann werden wir höchstwahrscheinlich dorthin gehen. Fette Sache.



Auf dem Rückweg haben wir schon rumgesponnen, dass wir durch die ganzen Fotos die Berühmtheiten von Ekoda werden und und überall Sachen geschenkt werden und alle Fotos mit uns wollen. So einfach ist das!

Dieses Straßenfest ist toll gewesen. Die Leute sind uns gegenüber viel offener gewesen. Ich hoffe das wird sich nicht wieder ändern.
Es gibt zwar auch Straßenfeste oder Dorffeste bei uns, aber dass hier ist viel intimer und kultivierter gewesen. Damit mein ich nicht, dass wir keine Kultur haben, sondern, dass wir viel zu undiszipliniert sind, um die Stimmung (ohne Alkohol) so beizubehalten. Irgendjemand würde sofort über die Stränge schlagen, aber hier war alles perfekt.
Ich freu mich schon auf morgen. Wo ich euch hoffentlich -Nicole, mach bitte gute Fotos- überraschen werde. Das wird eine einmalige Sache an die man als Ausländer so schnell nicht rankommt. Ich freu mich schon tierisch.