Sonntag, 21. Februar 2010

Hochhaus vor lauter Hochhäusern nicht sehen

Es ist Sonntag und keiner ist heute für unsere Bespaßung eingetragen. Was macht man da? Japp, man zieht auf eigene Faust los.
Da wir bisher eigentlich immer in Tokyo waren, haben wir uns gedacht uns heute Yokohama anzusehen. Dazu haben wir unsere Reiseführer gewälzt und haben beschlossen zum Minato Mirai 21 zu fahren, um dort das Minato Mirai (wer hätte das gedacht) anzusehen und zu einem Schrein zu fahren.
Das Minato Mirai 21 ist aufgeschüttetes Land an einer Bucht und soll bei Fertigstellung der Hafen des 21. Jahrhunderts werden. Außerdem steht dort der höchste Wolkenkratzer Japnas.
Wir kommen mit der Bahn dort in einem Einkaufszentrum an, dass die besten Geschäfte überhaupt hat: einen reinen Kitty-Shop, daneben einen Disney-Laden und daneben einen reinen Snoopyladen. Whoa! Kitty ist total überteuert gewesen. So ein Futzelanhänger hat mal eben 525 Yen gekostet (ganz grob 5€). Disney hatte dann leider nicht so viele Sachen von den alten Filmen, sondern nur aktuellen Kram gehabt, bzw. ganz viel Stitch. Und im Snoopyladen gab es die schönsten Sachen überhaupt. Sogar Woostocktaschen für die Bahnkarten. Herrlich. Ich liebe Snoopy und ich habe schon gesagt, wenn hier auch noch ein Garfieldladen wäre, würden sie mich nicht mehr herausbekommen^^

Und endlich haben wir ein Hard Rock Café gefunden, der perfekte Anlaufpunkt für Mitbringsel die nicht kitschig sind. Der Laden hat auch täglich von 10 bis 23 Uhr auf....nur war alles dunkel. Am Eingang hing ein Schild, das leider am Sonntag dem 21.02, der Laden leider geschlossen bleibt. Hallo? Warum denn gerade heute? Mist,wir müssen entweder einen anderen finden oder hierher zurückkommen. Nun gut, so schlimm wäre das nicht.
Da wir ohne Frühstück los sind, ich habe es sogar endlich geschafft zu verschlafen, sind wir dann auf die Suche nach Essen gegangen. In dem Kaufhaus selber war alles sehr sehr teuer, also sind wir raus und haben gesucht. Draußen haben wir dann erstmal festgestellt, dass direkt nebenan, bzw. auf einem eigenen Inselchen, ein Vergnügungspark ist. Mitten in der Stadt, ist auch wesentlich kleiber als der Hansa- oder Heidepark, aber trotzdem gab es ein Riesenrad und eine PINKE Achterbahn. Coole Sache. Neben der Fast Food Ecke mit McDonald, KFC und Subway gab es auch wieder leckere Crepes, aber wir wollten erst was richtiges essen.

Dummerweise waren wir genau in so einem exklusiven Hochhausviertel, wo es keine kleinen Essbuden gab, also sind wir stadteinwärts gegangen und haben in kleinen Gässchen nach was Essbarem gesucht, was nicht überteuert ist. Unser Wahl fiel auf ein unscheinbares Stübchen das Curryreis im Angebot hatte. Als wir rein sind, haben wir festgestellt, dass das in kleines Pferdewettlokal ist. Alles ist in braun-kupfer gehalten und mit Polsterstühlen. Die Gäste waren alle ältere Herschaften um die 60 Jahre und haben nicht schlecht gestaunt als ein paar junge Ausländer hereinkamen. Wir sind aber freundlich bedient worden und das Curry war auch sehr lecker. Sie hatte uns gefragt wo wir herkommen und was wir studieren. Eien ganz liebe alte Dame. Insgesamt hatten wir aber fast ein wenig Angst, dass wir in einem Yakuzawettbüro saßen und die tättowierten bösen Männer kommen. Aber sie kamen nicht.
Auf dem Rückweg haben noch vor dem Einkaufzentrum einem Straßenkünstler beim Jonglieren und Balancieren zugesehen. Respekt, das kann nicht jeder. Und während wir in der Schlange für die Crepes standen, hat ein weiterer seinen Stand aufgebaut und sich als eine dieser Künstlerholzpuppen verkleidet. So eine hat er dann aufgetellt und darum gebeten sie zu veränderm. Er hat dann jeweils die Position der Puppe eingenommen. Diese posen waren garantiert nicht leicht zu halten und er hat danach noch Handstände auf Stühlen, einhändig oder sonstwie gemacht. Respekt!
Weil uns kalt war, sind wir dann nach Hause gegangen. Den Schrein wollten wir dann nicht mehr besuchen.

Samstag, 20. Februar 2010

Edles Umgebungen

Und auf ein Neues: Heute haben wir drei uns mit Stefans Tandempartner in Shinjuku getroffen. Das Ganze ging aber natürlich nicht ohne Probleme. Da wir gestern Nancy nicht gefunden haben, obwohl sie auch eine Stunde auf uns gewartet hat, haben wir heute versucht ihr das Buch zu geben, was sie gestern bekommen hätte. Dazu mussten wir uns irgendwo treffen, aber ohne Handy ist das echt schwierig. Idee 1 war, dass wir sie auf dem Hinweg in Shibuya treffen, da wir da eh umsteigen mussten. Ging nicht, weil sie noch nicht da gewesen wäre. Plan 2: Wir treffen sie auf dem Rückweg. Haken: Wir wussten erstens nicht wann wir zurückfahren und wären zweitens wohl auch nicht über Shibuya gefahren. Plan 3: Wir treffen uns zwischendurch. Problem also erstmal verschoben.

In Shinjuku haben wir dann Stefans Tandempartner getroffen und sind erstmal essen gegangen. Was sonst. Danach haben wir einen 100-Yen-Shop gesucht und auch gefunden. Diese Läden sollen in Japan sehr populär sein und sind genau das was 1 Euro-Läden bei uns sind: größtenteils günstig. Jaja, die beiden Mädchen, Katha und ich, im Kaufrausch. Aber ich habe nicht wirklich was gefunden. Ich habe mir ein hübsches Paar Stäbchen in rot mit Häschen gekauft, weil ich ja in Asakusa zu geizig für Stäbchen war. Die passende Bentôbox (Lunchbox) wäre in Asakusa gewesen, auch mit Häschen, aber zu teuer. In dem Haushaltswarenladen Tokyo Hands, habe ich dann nach weitern Bentôboxen Ausschau gehalten und echt eine hübsche gefunden. Ich überlege noch sie mir zu kaufen. Jetzt denken einige, warum denn das? Tupperware gibt es in Deutschland auch. Ja, das stimmt, aber das ist einfach viel stilvoller und edler.
In Shinjuku gibt es Läden ohne Ende, teure Edelmarken und auch Jeansdicounter. Nebenbei natürlich die Mangaläden voller Gacha gacha. Katha wollte gerne einen Trunks haben (von Dragonball), hat aber was anders gezogen, wo wir dachten das es Kuririn ist. Hätte ich bekommen, aber es stellte sich heraus, dass es eine mir unbekannte Figur aus einem Movie ist, deswegen hat Stefan jetzt einen Anhänger^^.

Um 15 Uhr sind wir dann mit einem alten Tandempartner von Stefan in Ginza verabredet. Die Fahrt dahin war mal ausnahmsweise ohne Probleme und wir haben uns auch ohne Probleme gefunden. Endlich! Zusammen mit ihm und seiner Schwester sind wir dann in eine kostenlose Ausstellung gegangen. Ich liebe Kunst und Ausstellungen sind auch immer klasse, aber hier handelte es sich um moderne Plakatkunst der 60er und 70er Jahre. Ich bin ehrlich gesagt kein besonders großer Fan dieser Zeit, aber manche Werke waren echt nicht schlecht. Stolz kann ich auch behaupten, dass ich bei den meisten verstanden habe, was sie angepriesen haben, und das, obwohl das Plakat graphisch kaum Bezug zum Inhalt hat. Natürlich habe ich mich im Gästebuch verewigt.
Im Anschluss darauf haben wir diskutiert wie wir die Nancy-Buch-Sache handhaben und sie angerufen. Kurzerhand sind Katha und ich dann nach Shibuya und haben ihr das Buch gebracht, während Stefan noch in einer weiteren Ausstellung war. Laut Flyer war das wesentlich interessanter. Schade.
Wir haben uns dann wieder in Ginza getroffen und wollten in eine Bar oder so. Probleme gibt es da mit Katha, weil Alkohol in japan erst ab 21 erlaubt ist und sie noch nicht so alt ist. Aber deswegen würde sie nicht des Lokals verwiesen werden. Erste Anlaufstelle war eine Bierbar mit deutschen Gerichten auf der Speisekarte, wie Käsefondue und Schweinshackse. Aber weil wir un Ginza, dem Edelviertel (銀座-Silber+Sitz), waren, waren und die Preise zu heftig. Zack, da zogen die japaner ihre Handys und habn ein günsiges Lokal gegoogelt. Anscheinend haben sie aber kein Kompass integriert, sodass wir erstmal in die falsche Richting marschiert sind. Fand ich persönlich nicht ganz so schlimm, weil dann hat man die Geschäfte sehen können: Abercrombie& Fitch -ganz neu eröffnet, die Japaner standen Schlange- Svarowski, Prada, Rolex und H&M. Es fuhren dicke Ferraris herum und ein Motorrad mit blauer Unterbodenbeleuchtung. Zu Fuß waren die Damen auch mit Kimono unterwegs. Man hat sich eigentlich fehl am Platz gefühlt, bis man zu dem Baumkuchenladen kam. Die Japner stehen auf Baumkuchen, seit irgendwelche Deutschen den mal eingeführt haben. Die Japaber sagen auch richtig "Baumkuchen" dazu. Und sie haben auch wesentlich bessere Variationen als wir, z.B. Banane, Karamel oder Süßkartoffel. Das Geschäft hatte Baumkuchen auf spießen, die sich gedreht haben, dass sah dann aus wie bei uns Hähnchen auf dem Grill^^

Auf dem Weg zum Lokal sind wir noch an einem Kabukitheater vorbeigekommen. Kabuki ist traditionelles Theater in Japan. Ein edles Gebäude.
Das lokal ist unterirdisch gewesen und bot hauptsächlich Fischgerichte an. Diesmal gab es keinen Automaten, wo wir vorher bestellen konnten, dafür haben wir am Tisch eine Liste von Gerichten gehabt, wo man sein Gericht angekreut hat. Die Gerichte wurden dann auf den Tisch gestellt und jeder hat davon gegessen. Das ist echt gut gewesen, weil alles lecker war. Uns ist im Grunde genommen gleich Alkohol bestellt worden. Ich hatte Schnaps mit Mango, sehr süffig und ohne Wirkung. Katha durfte nicht, aber sie hat trotzdem von mir getrunken. Von dem Sake, der später aufgetischt wurde, hat sie allerdings auch eingeschenkt bekommen.
Das Essen war herrlich: Im Grunde genommen hat alles geschmeckt. Es gab Sashimi -rohen Fisch-, Chicken Wings in perfekter Barbecuesauce, frittierte Garnelen-allerdings mit Allem noch dran, sodass Katha, als sie die Augen bemerkt hat, nicht mehr weiter essen konnte. Verständlich, aber schade drum. Dafür habe ich umso mehr gegessen- Fischbrust, gebratenen Oktopus -sehr lecker-, Tofu -nicht mein Lieblingessen- und Camnebert. Dummerweise habe ich mich bei einer Peperonie verschätzt und obwohl ich Scharfes echt gut abkann, hat sie mich doch tatsächlich zum Weinen gebracht. Das hat natürlich alle erheitert, mich auch. Tja, lieber Dönerladen in Trittau, nicht nur ihr bekommt mich zum Weinen ^^.
Der abend war echt herrlich. Lecker Essen, lecker Alkohol und nette Unterhaltung. Unsere japaische Begleitung war sehr neugierig und hat viel gefragt. Da sie kein deutsch konnte (der Tandempartner schon, aber sie nicht), hat sie zum Teil auch in englisch geredet, was bei mehr Alkohol schneller geworden ist. Wir haben über Umgangssprache, Aberglaube und Studium geredet. Ich hatte das Gefühl, endlich wieder mehr japanisch zu reden, wo wir gestern zu dritt unterwegs waren und kaum japanisch gesprochen haben.

Ich würde mich gerne wieder mit ihnen treffen.

Es war ein recht ereignisloser Tag. Zuhause ging es aber noch mal kurz rund: Wir wollten uns in der Küche treffen um den morgigen Tag zu planen uns Katha macht ihre Tür zu. Kein Ding, ihre Karte, hier besitzen wir Magnetkarten als Schlüssel, war noch in ihrem Zimmer in dem Apparat der für Strom sorgt (es gibt nur Strom wenn die Karte da ist). Aber als sie wieder ins Zimmer wollte, ging die Klinke nicht runter. Panik! Wie kommt sie jetzt ins Zimmer?
Wir haben dann versucht den House manager zu finden, haben ihn aber nicht gefunden. Dann haben wir an 6 Türen von den ganzen Room assistans geklopft, die für uns da sind, wenn wir Hilfe brauchen, aber keiner da. Eine Japanerin in der Küche wusste auch nicht was wir tun können und auf dem Weg zum nächsten Gang habe ich in der anderen Küche nachgefragt ob hier zufälligerweise ein Assistant ist und glücklicherweise war da einer. Natürlich hat er gleich die Mastercard geholt und versucht die Tür aufzubekommen. Aber das war echt kniffelig. Nach 20 Versuchen oder so, ging die Tür dann wieder auf. Katha soll die Tür von innen verschlossen haben, aber wir sind der Meinung dass dem nicht so war. Egal, alle sind glücklich und so ein Adrenalinschub ist doch auch immer wieder gut.

Freitag, 19. Februar 2010

Augenkrebs und sexuelle Neuigkeiten

Heute ging es ins Hightech-Paradies Akihabara. Dieses Viertel strotzt nur vor Leuchtreklame, Manga, Anime und Maids. Wer Japan noch nicht durch Manga oder Ähnlichem kennt wird hier die absolte Reizüberflutung erleiden.
Eigentlich wollten wir uns mit Nancy treffen, die für ein paar Tage in Tokyo ist, da sie für einen Kumpel noch ein Denshijisho kaufen wollte, also ein elektronisches Wörterbuch. Aber trotz eindeutiger Treffplanung hat das nicht hingehauen. Gut, wir waren 10 Minuten zu spät, aber auch als Stefan und Katha an dem einen Ausgang postiert wurden und ich alle anderen Ausgänge abgesucht habe, haben wir uns nicht gesehn. Ohne Handy läuft hir nichts. Nun gut, nach einer Stunde haben wir uns dann selber auf den Weg gemacht und das war auch nicht sonderlich schwer zu finden.
Dort wo Mangafiguren von den Hochäusern lächeln und Maids herumlaufen, kann es nicht verkehrt sein. Maids sind Japanerinnen in Hausmädchenkostümen. Sie laden einen ins Maidcafé ein, wo man von ihnen nett und freundlich bedient wird. Man kann Menüs mit Fotos bestellen und sich mit den Mädchen ablichten lassen. Ein Traum für jeden Mangafreak.


Eigentlich waren wir auch auf der Suche nach den Denshijishos und nach nach einem Nintendo DS. Weil ich zu geizig bin mir ein Wörterbuch zu kaufen, wollte ich mir den DS plus ein Kanjiwörterbuch-Spiel kaufen. Beides soll ziemlich gleichwertig sein, allerdings gute 100€ Unterschied haben. Für die Jishos haben wir tolle Angebote gefunden, allerdings am Straßenrand bei kleinen Läden, da bezahlt man auch zum Teil nur die Hälfte dafür. Aber ich will ja unbedingt den DS, damit könnte ich ja noch spielen ^^.
Aber egal wo wir nachgeschaut haben, das Teil ist echt teuer. Ich hab mich an dem japanischen Amazonpreis orientiert und umgerechnet den deutschen Preis im Kopf. Amazon ist günstiger als die Ladenpreise und minimal teurer als Deutschland. Auch die gebrauchten DS liegen im normalen Preisbereich.
Ich frage nochmal meine Japaner nach nem Akihabarapreistipp, ansonsten kauf ich mir hier das Spiel und den DS in Deutschand. Bin ja nicht so.

Während unserer Suche quer durch das Technikviertel haben wir die Japaner und die Läden bewundert. Man kann echt Augenkrebs bkommen. Besonders wunderprächttig waren die Mangaläden. Aber vorsicht: Hier ist Mangaladen zum Teil auch gleich ein halber Pornoladen.
Wir waren in einem und dort lagen "normale" Manga neben "schmutzigen" Manga. Sind wir eine Etage höher wurde es schon versauter, an den Wänden hingen schon fast alles zeigende Bilder. Lustigerweise waren auch nur fast Kerle im Geschäft, aber Katha und ich wurden nicht sonderlich beäugt. An manchen Geschäften hingen ganz viele Bilder an den Wänden und kleine Boxen mit Zetteln. Laut unserer Vermutung und halbherziger Recherche handelt es sich da um Zettel für Hentai, Animepornos. Interessant. Und die standen da seelenruhig vor den Boxen und haben ausgewählt.
Katha wollte am Ende auch in so ein Gebäude wo man von außen Kostüme und Schulmädchenuniformen gesehen hat. An der Tür stand dann "Zutriit unter 18 Jahren verboten". .. .. .. Tja, damit war dann alles klar. Wir sind trotzdem rein, machen wir in Deutschland schließlich auch und ich kenne die Reeperbahn schon seit langem, ich dachte nicht, dass ich hier Neues erlebe.
Aber ich befürchte, ich habe nicht alles kennegelernt. Ich muss mich da jetz mal auslassen, auch wenn meine Profressoren den Blog lesen könnten: Es gibt eine automatische Wichsmaschine für Männer. Das ist ein hübsches Gerät, wo wahlweise eine Gummihand auf und ab fährt oder eine Röhre vor und zurück schwingt. Das loch in der Hand erschien mir ein wenig klein ^^. Naja gut, die Größe der Vibratoren ist jetzt nichts außergewöhnliches mehr, aber die Japanerinnen sind doch alle so klein, wo soll das hin? Und die Kostüme: Die stehen anscheinend wirklich auf Cosplay (Costume Play- man verkleidet sich nach Serien oder Mangas). Es gibt Unmengen von megakurzen Röcken und natürlich auch die dazu gehörige Unterwäsche. Natürlich gibt es wie hier auch das "Nichts", aber die richtige Unterwäsche für schulmädchen sind Baumwollschlüppis mit Ringelmuster, die züchtig alles bedecken. Jaja, das Mädchen ist ja nun mal ein anständiges Mädchen.
Wer doch lieber auf wenig steht kann dann für läppische 30€ ein "Nichts" kaufen. Das ist wirklich nur ein Bändchen für untenrum. Oder zum Teil auch mit für die Brüste. Das sieht dann aus wie Bondage mit Rüschen. Für die Herren gibt es dementsprechend auch einen Slip, eher Tanga, mit Loch vorne.
Das hört sich jetzt an, als hätten wir da viel Zeit drinnen verbracht, aber das täuscht. Man achtet nach einer Woche Japan auf so vieles, und im Sexshop sowieso auf soviel mehr.^^ Lustigerweise hat uns ein Kerl dort angesprochen, als wir gerade über das "Nichts" gelästert haben, wo wir denn herkämen. Na toll, ein Deutscher. Aber egal, er ist auch in dem Laden, also soll es uns nicht peinlich sein. Er ist aus Stuttgart und seit einer Woche in Tokyo. Erhat auch von seinem Erlebnis im Maid-Cafè erzählt. Die Welt ist so klein, vor allem in Akihabara, da waren sehr viele Ausländer.
So, neben meinem einen Lieblingsthema (Sex), sollte ich mein Lieblingsblogthema (Essen) nicht vernachlässigen: Zum Mittag gab es günstige Nudeln. Ich habe Ramen mit Curry gegessen, sehr lecker und diesmal auch sehr günstig. Die Bestellweise in Japan ist folgendermaßen: Man sucht sich das Essen aus, dazu stehen häufig Plastiknachbildungen im Schaufenster. Danach geht man in das Lokal und sagt entweder der Verkäuferin Bescheid und bezahlt sofort (Trinkgelder gibt es hier nicht) oder, was häufiger vorkommt, man geht an einen Automaten, steckt Geld rein und drückt sein Gericht. Dumm ist nur, wenn es keine Plastiken gibt und man die Zeichn nicht lesen kann. Den Zettel gibt man dann an die Theke und ziemlich schnell danach gibt es das Essen. Ziemlich schnell war in diesem Lokal in Akiba (kurz für Akihabara) so schnell, dass wir noch nicht einmal unsere Jacken ausgezogen hatten. Fünf Sterne.
Dann gab es noch einen Takoyakiladen. Yeah! Die mussten sein. Takoyaki sind Tintenfischbällchen. Mjam, die sind tierisch heiß innen drin, aber echt lecker. Auch das knorpelige Saugnapfstück. Und weil es so lecker war, sind wir gleich zum Nachbarstand gegangen und haben uns ein Crepe gegönnt.
In Japan wickeln sie ihre Zutaten im Crepe ein. Ich hatte Erdbeeren mit Schokolade (und Sahne). Man kann den Crepe dann löffeln. Ein Gedicht, sag ich euch. Soweit ich weiß, soll es in Berlin auch einen japanischen Crepestand geben. Superlecker!
Und weil das nicht genug war, sind wir todesmutig zu McDonalds und haben auf japanisch bestellt. In Japan gibt es andere 1-Euro Produkte (100 Yen)als bei uns, unter anderem den McPork. Den mussten wir natürlich bestellen, mit dem Milchshake für nen Euro, das könnte es auch in Deutschlanf geben, finde ich. Ich persönlich fand ihn jetz nicht so gut. Der Cheeseburger hingegen schmeckt genau wie in Deutschland. So soll es auch sein.


Und nebenbei: wir haben einen Dönerstand gefunden. Unser japanischer Sprachlehrer meint, es gibt keinen und er wüsste nicht, wie man Döner in japanischer Schrift schreibt. Hehe, jetz bekommt er ein Foto von uns.

An sich haben wir nicht so viel erlebt heute, aber trotzdem ist der Blogeintrag wieder so lang geworden....

Donnerstag, 18. Februar 2010

Donnergott des Schickschnacks

Heute war der Tag relativ kurz und die Füße nicht geschwollen. Um 10 Uhr haben wir uns mit Akiko in Shibuya getroffen und sind dann gemeinsam nach Asakusa (gesprochen Asaksa) gefahren. Schon auf der Fahrt selber kam ich mir beobachtet vor. Das was alle angekündigt haben und ich bisher vermisst habe ist endlich passiert: wir wurden beobachtet. Mag vielleicht auch daran liegen, dass wir uns ziemlich gut mit Akiko auf japanisch unterhalten haben. In Akusa selber sind wir gleich direkt bei dem großen Tor Kaminari-mon (Donnertor)herausgekommen. Dort war eine große Schwar an Leuten und obwohl dort auch viele Ausländer waren, wurden wir angesehen, aber egal. Geht man durch das Tor in die dahinterliegende Nakamise-Gasse kommt man am Denbô-in an. Das ist einer der sieben großen Tempel in Tokyo. Das Tor ist jetzt nicht sonderlich erwähnenswert, außer das es groß ist. aber die Nakamise-Gasse ist das Paradies für Einkauswütige. Wir konnten garnicht genug ansehen. Und was wir alles kaufen wollten. Es gab Fächer, Stäbchen, Kimono, Yukata, Katana...und jede Menge Krimskrams den man nicht braucht. Schlüsselanhänger ohne Ende, japanische Süßigkeiten und und und. Aber der ganze Kram ist trotzdem, oder gerade deswegen, extrem teuer. Es gab Stäbchen für 30€ oder eine Bentô-Box (Lunchbox) für 20€. Die war echt wunderschön, aber da bin ich viel zu geizig für. Ich habe die ganze Zeit nach Mitbringsel geschaut, aber ganz ehrlich, wenn ich für alle welche mitbringen, werde ich arm. Es sei denn ich lasse sie mir bezahlen, aber dann ist das ja auch schon wieder doof.
Der Denbô-in ist leider gerade verhangen gewesen, weil Bauarbeiten stattgefunden haben. Trotzdem haben wir ordentlich Fotos geschossen und vor der Pagode hat ein älterer Manng efragt, ob Katha mit ihm ein Bild macht. Ich wäre an ihrer Stelle auch verwirrt gewesen. Wir wissen immer noch nicht warum sie, sie ist nicht blond und es sind genügend andere Europäer herumgelaufen. Vor dem Tempel stand ein "Räucherbrunnen". Man kann sich Räucherstäbchen kaufen, die dort hineinstecken und alle anderen fächeln sich den Rauch zu. Das soll die Konzentrazion erhöhen. Natürlich reinigt man sich wieder mit Wasser. Wie ich gestern für den Schrein beschrieben habe, macht man da auch für Tempel. Hier ist der Innenraum leider abgesperrt worden, weil es so ein Touristenpunkt ist, aber immerhin konnte man Fotos machen. Natürlich haben wir wieder ein o-mikuji gezogen, diesmal hat man Stäbchen gezogen und je nachdem welche Zahl man gezogen hat, ein Fach aufgemacht und einen Tettel herausgenommen. Leider ist mein Glück heute "normal".
In Asakusa ist auch eine Straße wie im alten Edo, also aus ziemlich alter Zeit. Es ist schön zu sehen, wie es damals aussieht. Die Geschäfte die in dieser Straße stehen, sollen zum Teil noch den Familien von damals gehören. Zur Mittagszeit sind wir wieder essen gegangen. Ich könnte ganze Blogeinträge nur mit Essen füllen. Es beherrscht das Leben der Japaner ungemeint, wobei man jedoch nie jemanden auf der Straße oder in der Bahn essen sieht. Heute wollten wir Okonomiyake ausprobieren. Das ist ein Fladen mit Okonomiyekesauce und Mayonaise. Was in dem Fladen ist kann man sich bestellen. Zum Beispiel hatten wir Kartoffeln und Käse, oder irgendwas mit Ingwer und Shrimps. Sehr lecker, sogar mit Mayo, obwohl ich die nicht mag, aber Japaner essen fast alles mit Mayonaise. Neben dem Okonomiyake haben wir auch Moncha. Da mischt man Zutaten zusammen und kippt sie auf einen Tischgrill. Das brät man dann an, und kippt die zurückgebliebene Flüssigkeit in die Mitte. Das wird weiter angebraten und zerhackt. Das ist wirklich zu empfehlen. Es ist sehr gesellig und man kann auch zusammenmischen was man will.
Auf dem Weg nach zurück, als Stefan gerade in einem Laden war, haben uns fünf Schulmädchen von vielleicht 13 oder 14 Jahren angesprochen, ob sie mit uns ein Foto machen dürfen. Mit dieser Situation waren wir überfordert. Natürlich haben wir mit ihnen in Foto gemacht, aber es ist für uns deutsche unvorstellbar Fremde zu fragen, ob wir ein Foto machen dürfen. Ach, aber die waren so niedlich und höflich.
Auf diesem Bild sind das jetzt nicht die Mädchen, sondern Akiko und Shinobu. An sich waren wir für heute wieder durch. Wir haben noch einen kurzen Blick auf das Asahi-Gebäude geworfen und dann ging es nach Hause. Asahi ist eine große Getränkemarke in Japan und es gibt auch die Asahi-shinbun, eine tägliche Zeitung. Auf dem Dach des Gebäudes ist ein goldenes Irgendwas, was eine Schuamkrone von Bier darstellen soll. Hübsch. Zuhause haben wir uns endlich der großen Herausforderung gestellt: Natto. Natto ist für Deutsche das, was Milchreis für Japaner ist: Ekelhaft. Aber natürlich muss man alles mal ausprobieren, damit man auch ehrlich sagen kann, dass es nicht schmeckt. Zur Aufklärung, Natto sind vergorene Sojabohnen. Wenn man das Päckchen öffnet, strömt einem schon ein Geruch entgegen, der nicht super angenehm ist, aber auch nicht super eklig. Dann verrührt man die Bohnen, die nun ordentlich klebrig sind mit beigelegten Saucen und beim essen ziehen sie dann extrem lange Fäden. Ich finde, die Erklärung Natto zu essen in einem Blog von einem Kommilitonen sehr gut, deswegen verlinke ich dorthin. m meine persönliche eurteilung abzugeben: Nicht direkt widerlich, aber auch nicht genießbar. Probieren! Da ich denke, dass Wäsche waschen und die lustige Begegnung im Raucherraum (Achtung: Ich rauche nicht) mit einer unserer Hallenser Doppel-Masterin nicht von obersten Interesse ist, beende ich für heute den Blog wieder.

Mittwoch, 17. Februar 2010

In luftiger Höhe, real und spirituell

Und wieder begann ein neuer Tag in Japan und er endete mit wunden und geschwollenen Füßen.
Heute trafen wir uns in Shibuya. Das ist das erste Mal, dass wir so richtig in Tokyo waren und das Stadtfeeling ist gleich ganz anders. Hochhäuser, viele Autos und noch mehr Menschen. Wir standen ungefähr eine halbe Stunde am Bahnhof Shibuya und waren immer wieder erstaunt wo die ganzen Japaner herkommen. Insgesamt sind in den Schwärmen NUR zwei Gaijin (Ausländer) an uns vorbei gekommen. Es ist schon ein komisches Gefühl die einzigen Ausländer in der Nähe zu sein, aber trotzdem habe ich mich nicht beobachtet oder ignoriert gefühlt. Liegt vielleicht daran, dass ich nicht blond bin ^^.
Heute wurde uns der zweite Campus gezeigt. Er liegt mitten in der Stadt und ist sehr schön. Das Gebäude wirkt sehr traditionell. Es gibt sogar ein Tor mit einem lateinischen Spruch. Wäre mein Latein nicht so eingerostet, hätte ich das spontan übersetzt. Als wir dort waren war gerade die Einschreibungsprüfung für die zukünftigen Studenten.

In Japan ist es genau anders herum als in Deutschland. Hier, also Japan, schreibt man Prüfungen um an die Uni zu kommen, während wir in Deutschland Abschlußprüfungen schreiben. Man kann jetz darüber diskutieren was der sinnvollere Weg ist.
Auf dem Dach der Uni hatten wir einen wunderschönen Ausblick und da wir uns sehr gut mit unseren beiden Führer verstanden haben, haben wir auch viel herumgealbert. Leider habe ich meine eigene Kamera vergessen, sodass ich auf die Bilder der anderen beiden zurückgreifen muss.


Als Höhepunkt wurde wir heute zum Tokyo Tower geführt. Er stellt das Sinnbild für Tokyo dar und ist im Grunde genommen eine kleine und buntere Version des Eifelturms. Natürlich sind wir bis ganz nach oben gefahren und haben den besten Blick über Tokyo gehabt. Das Wetter war zwar trocken, aber trotzdem diesig, deswegen konnten wir nicht besonders weit sehen. Aber was wir gesehen haben war nur Stadt. Egal zu welcher Seite wie hinaus gesehen haben, es war immer bis zum Horizont Stadt. Irre.
Eine besondere Mutprobe war das Fenster nach unten in einer Höhe von 150 m. Ich muss sagen, dass ich nicht genau verstehe, warum die anderen so eine Angst hatten sich darauf zu stellen. Als ich dann nach Gequieke gebeten wurde auch darauf zu gehen habe ich das gemacht und bin....gehüpft. Die Aufregeung der anderen war klasse. Shinobu war so mutig und hat sich mit mir darauf gestellt und wir sind zusammen kurz gehüpft. Was soll da auch passieren? Das ist fettes Panzerglas, mit Stahldraht gesichert und garantiert 25 Sicherheitschecks unterzogen worden.


Von oben aus konnte ich viele Friedhöfe sehen und weil sie für mein Projekt halbwegs interessant sind und ich mich grundsätzlich dafür interessiert habe, sind wir dorthin gegangen. Die Friedhöfe in Japan sind in der Regel buddhistisch. Direkt davor stand also auch ein buddhistischer Tempel in den wir hineingegangen sind und nach japanischen Brauch Budha begrüßt haben. Dazu haben wir dreimal eine Prise Kräuter an die Stirn geführt und in einem Topf mit Kohle verbrannt. Danach haben wir und mit aneinenander gelegten Händen verbeugt. Leider haben wir keine Fotos, weil wir nicht unhöflich sein wollten. Es war irre. Die katholische Kirche ist langweilig dagegen. Ein riesiger goldener Buddha saß mittig im Tempel umgeben von Schmuck. An einer Seite stand ein Gong mit einer Halterung aus Holz, an der wunderschöne Drachen und Wolken hineingeschnitzt wurden.
Der Fridhof selber hatte kleine "Steinpuppen" mit roten Kappen. Sie stehen für gestorbene Kinder und werden von ihren Eltern noch häufig besucht und beschenkt. Da frage ich mich, ob da auch die abgetriebenen Kinder sind. Denn laut einem Artikel werden gerade für die besondere Statuen verkauft und betreut, um das schlechte Gewissen über die Abtreibung zu mildern.

Die Gräber der "normal" Verstorbenen sind wesentlich pompöser als in Deutschland. Zwar sind meines Erachtens die Verstorbenen auch in einer Urne, jedoch ist das Grab wie ein großer Altar aufgebaut. Viel hatten schöne frische Blumen in integrierten Vasen stehen und es gibt eine Vorrichtung zum Verbrennen von Räucherstäbchen. Auf Holzlatten hinter dem Grab steht der Todeszeitpunkt des Verstorbenen. Meistens sidn mehrere Latten hinter einem Grab gesteckt-
Das war für mich persönlich das HIghlight des Tages.
Schon auf dem Weg zum Tower hatten wir einen Schreib besucht (Vorsicht: Tempel= Buddhismus, Schrein= Shintoismus). Dort haben wir nach traditionller Form die Hände und den Mund gereinigt und Geld in den Geldkasten geworfen um die Glocke läuten zu dürfen. Hier im Schrein verbeugt man sich zweimal, klatscht zweimal in die Hände und verbeugt sich noch einmal. Shinobu meinte, dass mittlerweile viele Japaner die buddhistischen und shintoistischen Bräuche vermischen und im Tempel klatschen. Das ist ein gutes Beispiel für die Religionen in Japan, wo an sich die Religion genutzt wird, die momentan günstiger ist (Shintoismus für die Lebenden und Buddhismus für die Toten heißt es).

Natürlich sollte man, wenn man an einem Schrein ist, sich ein o-mikuji kaufen. Das sind Glückszettel. Man bezahlt 100 Yen und zieht ein Zettelchen. Ich habe kleines Glück. Lustigerweise wird mir davon abgeraten zu reisen, aber eine Geburt wäre unproblematisch. Dann weiß ich jetzt, was ich zu tun habe. ^^

An sich war nach dem Friedhof Schluss, aber Katha hat noch eine Freundin getroffen und Stefan und ich waren dabei. Wir sind in einen Mega-Media Markt gegangen. Whoa, da bekomme ich Angst. Sowieso ist Technik nicht so ganz meine Welt und dann ist hier in Japan überall bunte Werbung und viele Verkäufer, die einen ansprechen. Mal nebenbei, Japan hat die besten Arbeitbeschaffungsmaßnahmen der Welt. Überall sind Verkäufer, Informanten, Aufräumer, Schilderhalter usw. Es gibt im Tokyo Tower Frauen die uns nur darauf hinweisen, dass wir an den Fahrstuhl treten sollen, während die nächste uns hinauffährt. Und alle superfreundlich.
Im Shop, bzw. Technikuniversum, haben wir uns wieder über elektonische Wörterbücher informiert und sind in die Spielabteilung gegangen. Es ist unglaublich was es hier für einen Scheiß gibt. Jede Menge Manga-und Animemerchandise. Und: Gacha Gacha. Das sind "Kaugummiautomaten" für Spielzeug. Meistens sind es Anhänger oder kleine Sammelfiguren zu Serien, Manga oder Markenteilen wie Hello Kitty. Je nachdem was man haben will steckt man 100 bis 400€ hinein, dreht an nem Ding und man bekommt eine Plastikkugel mit lustigen Inhalt (natürlich ohne vorher zu wissen, was genau man bekommt, wie im Kaugummiautomaten halt). Ich schätze die Gach Gacha-Automaten dort auf 1000 Stück. Und jetzt denkt nicht, dass das nur Kinder machen. Ich habe da mehr Erwachsenen gesehen.

Naja gut, diesen Tag haben wir gut 11 Stunden auf den Beinen verbracht und wir sind halbkriechend zu Hause angekommen.
Auf in einen neuen Tag...