Samstag, 13. November 2010

Unnützes Wissen 1: Sex sells

Was gibt es über die letzte Woche zu sagen? Nicht viel.
Aufgrund einer düsteren Stimmung meinerseits hab ich nicht so den Kontakt zu irgendwelchen Leuten gesucht und versucht den Frust, wo auch imemr er herkam, im Sport los zu werden. Hat soweit ganz gut geklappt, wenn man bedenkt, dass ich am Freitag dermaßen in die Sportsucht verfallen bin, dass ich mich zwingen musste vom Crosstrainer zu steigen. Passiert mir häufiger^^.
Ach, wo ich gerade dabei bin, ich habe die Fotos vom Festival bekommen, wo ich meine Freundin Tomoyo hebe. Ihr Kumpel sagte zu ihr, dass mein Vortrag, mit der anschließenden Demontration, des Denkwürdigste des ganzen Festival war. Na, wenn das nicht wie Öl runtergeht.

Im Japanischntterricht hatte ich mir über das lange Wochenende zwei Anfängerbücher auf Japanisch asgeliehen. Ich brauche abends was zum Lesen und warum nicht was auf Japanisch? Tja, ich hatte das aber komplett verpeilt und hab die beiden Bücher dann am Montag (da hatten wir noch frei) mal eben in ner Stunde durchgelesen. Die Lehrerin sagte, dass das eine sehr leicht ist (Aladdin) und das nächste Level dann die Benutzung eines Wörterbuchs bedarf. Ich habe das höhere Level (Die Schneefrau) komplett ohne Wörterbuch gelesen und ihr das auch gesagt. Sie war sehr überrascht. Naja, wenn man mich anhand meiner mündlichen Leistung bewertet verständlich, ich komm einfach damit besser klar zu lesen, als zu hören oder sprechen. Also hab ich das nächste Level gefordert und das ist jetzt ein stinknormaler Roman, ohne Lesungen über den Kanji und anstatt der bisherigen 30 Seiten 170. Gut, da brauch ich länger zu, aber sehen wir das als Herausforderung. Ich kann noch nicht mal den Titel lesen. Ist auf alle Fäle von Banana Yoshimoto ( nein, es ist nicht der bekannte Roman "Kitchen").

Am Donnerstag hatte ich dann in East Asia Business meinen Vortrag, auf Englisch, über Sony. Ich liebe diese Firma, die ist so toll und keiner weiß das. Allerdings hat sie auch manchmal übelst verkackt.
Wusstet ihr, dass Sony in dem Videoformat-Krieg -kennt ihr denn überhaupt?- mit Betamax gegen Toshiba mit seinem VHS verloren hat, weil sie keine Pornolizenzen verkauft haben? Also gab es Pornos auf VHS und Toshiba hat mehr Kassetten verkauft und sich im Markt gegen Sony durchgesetzt. Sex sells.
Meim Vortrag kam überraschenderweise gut an. Wer mich und meine Art vorzutragen kennt, weiß, dass ich damit bei Dozenten eher unbeliebt bin, Sie fand es aber gut und ich habe ihr auch viel neues Wissen vermittelt. Gepunktet. Ich freu mich schon auf die Hausarbeit.

Freitag ging es dann abends zum Darten und Billardspielen. War nett und am lustigsten war eigentlich der Rückweg. Kwon Hee, der Koreaner, hatte so komisch geschaut und ich hab gefragt ob alles prima ist. "Ja, Warum?" Da ich dann nicht wusste was "traurig" auf Japanisch heißt hab ich ihm mit meiner Mimik versucht zu erklären, dass er traurig aussieht und hab nach dem Wort gefragt. Naja, aus dem Lachflash kam er dann nicht mehr raus. Er lacht auch immer wenn ich den Mädels was auf Deutsch erzähle und sagt immer, dass ich "lustig" bin. Und mein "traurig" muss der Brüller gewesen sein. Ich hab zwar nie ne Ahnung was er von mir will (siehe oben und schlechtes Hörverstädnis^^), aber sein Lachen ist übelst ansteckend. Herrlich.

Spannend sind auch meine Experimente in der japanischen Küche. Schon in Deutschland wollt ich schn immer mal Süßkartoffel machen. Also hab ich eine gekauft und so ein Honigpaket extra für die Kartoffeln. Die kann man hier fertig gekocht in so einer süßen Melasse mit schwarzen Sesam kaufen. Steh ich voll drauf. Und jetzt kann ich das selber. Musste mir sogar nen Rest in menier Bentobox (Lunchbox) aufheben, weil es zuviel war. Es schmeckt genau wie die gekauften "Universitätskartoffeln". So heißen sie in dieser Variante.
Und mein Küchenchef Yoann hat mich wieder unter seine Fittiche genommen. Zusammen haben wir heute wieder gekocht. Also er hat gekocht, ich hab nur die Drecksarbeit gemacht und gelernt. Es gab Lamm in Joghurt-Rotwein-Sauce. Göttlich! Leider sind die Fotos vom Handy verschwunden, sonst hätte ich mit dem Essen angegeben.
Französsiche Küche, bzw. das was Yoann macht ist einfach toll. Und im Grunde genommen simpel. Ich sehe es schon, dass wenn ich wiederkommen, ich nicht Sushi und Onigiri machen kann, sondern Hühnchen unter Rotweinsauce an einem Spiegel von Bernaise. Was auch immer das ist, aber es hört sich gut an.^^

So, Montag steht die Mittsemesterprüfung an.

Und wo ich schon bei Sex sells bin: was möchte mir dieses Video sagen? Ich mag das Lied, absoluter Ohrwurmfaktor, aber was bitte soll mir das Viedo sagen?
Ich mag die Stellen mit den "Kätzchen". Und nebenbei, sowas wird hier rund um die Uhr gezeigt.

Sonntag, 7. November 2010

Kultur, Kultur und Kultur

Von Freitag bis Sonntag war das Kulturfest an der Musashi auf dem wir Ausländer unsere Präsentation wildfremden Japanern vorstellen sollten. Begeiterung pur bei uns.
Freitag: Katja und ich kommen um 12 Uhr zur Uni um dann erstmal ne heiße Show von Kerlen zu sehen, die alle Frauenkleider an hatten. Hübsch, hübsch. Und um 13 Uhr war ich ein weniger abgelenkt durch so manche Flüssigkeiten die den Geist vernebeln. Ich hatte meinen Spaß. Ich habe lebenswichtige Sätze in Koreanisch und Japanisch gelernt, mit dem Muskelmann geredet der Alkohol verkauft hat. Naja, er hatte ein Muskelshirt an, aber auf meine Frage, ob er auch trainiert, tut er es doch wirklich. Auch an meinen Tagen, wir haben uns nur noch nie gesehen (ich wäre ihm unter Garantie aufgefallen). Egal, das holen wir nach. Eigentlich wollte ich ihm meine Präsentation erzählen, aber ich denke, das hätte ihn nicht interessiert.
Ich bin stolz, dass ich an dem Tag zu dem einen Stad gegangen bin und dort Yosuke, aus unserem TOEFL Kurs der Schüchteren, angequatscht habe. Ich hab gesagt, auf Japanisch, wiel englisch kann er ja nicht, dass wir mal einen Trinken gehen sollten. Und dann haben wir uns unterhalten. Er hat gelächelt und hatte mich sogar freudig begrüßt. Ich dachte immer, dass er Angst vor uns hat. An dem Abend war ich früh im Bett, weil ich soviel Blödsinn gemacht hab.


Samstag: Heute mussten wir unsere Präsnetationen halten. Unser Lehrerin hat irgendwelche Leute herbeigezogen vor denen wir was erzählen sollten. Meine Zuhörer waren so unbegeistert, dass ich gekonnt die Hälfte weggelassen habe. Das nächste Mal hab ich alles erzählt, dann meinen Schwerpunkt auf den einen Schriftsteller in der Präsentation gelegt und dann komplett improvisiert, weil mich meine japanische Freudin immer unterbrochen hat. Insgesamt hab ich 5mal meine Präsentation gehalten, statt den geforderten 3mal. Und als Bonus durfte ich drei Japaner auf den Arm nehmen, weil ich soooo stark bin. Ich hoffe ich bekomme die Fotos noch mal zugeschickt.
Zwischendurch bin ich dann noch von einem Baseballer angesprochen worden, dass ich Nabe, Suppe essen soll. Ich hatte den Baseball-Mädchen das am Tag vorher schon versprochen, aber das Schlimme war, der kannte mich (und ich ihn nicht). Er kennt mich aus dem Fitnessstudio und konnte mir genau sagen welche Übungen ich mache. War mir irgendwie peinlich.^^

Abends sind wir nochmal ins Izakaya. War lustig, ich hab einige Lachflash gehabt. Yasuo war mit und er hat so eine lustige Mimik, und er grunzt immer, weil ich beim Karaoke ja soviel Metallieder geschmettert habe. Er hat mir auch seine Lieblingsbands gezeigt. Wow. japanischer Rock ist phantastisch.
Naja, wie gesagt wir hatten Spaß, was allerdings das Nachhause bringen von besoffenen Japanern/Koreanern angeht, darüber will ich kein Wort verlieren, es hätte nur fast Tote gegeben^^.

Sonntag: An sich wollte ich mich an so einige aufgeschobene Arbeit setzen, aber ich bin spontan mit Katja (und Ryota, Yuki, Kwoon Hee) zum Kulturtag an der Waseda Uni gefahren. Wir haben uns eine ganze halbe Stunde dort aufgehalten weil es soooo megavoll war.

Megavoll und riesig der Waseda-Campus
Also ging es wieder zurück an die Musashi, wo ich wie immer meinen Muskelmann begrüßt habe. Ich werde ihn wohl ohne Muskelshirt nicht erkenne, aber ich er mich und dann schreien^^ Heute war nichts Spannendes mehr los. Ryota und Yuki sind noch zu einer Aufführung und Katja und ich haben zusammen mit Rushelle auf sie gewartet um danach, dafür haben wir echt solange gewartet?, zu McDoof zu gehen und einen richtigen Kaffee getrunken haben. Nicht nur die süße Plörre aus den Automaten hier. War echt lustig da. Es ist schön zu wissen, dass die Japaner einen total verarschen, man aber nicht unbedingt mitbekommt wie genau. Aber dafür habt man selber ja auch noch ein paar Asse im Ärmel. Man muss nur aufpassen wem gegenüber man sie ausspielt.
Die lästern wie nichts Gutes.

Donnerstag, 4. November 2010

Konbe!!!

Gestern war der "Tag der Kultur". Das ist ein richtiger nationaler Feiertag und die Uni blieb zu. Da denkt man: Mensch, endlich mal ausschlafen, wo doch das Wochenende so schlafarm war.
Ja, ne. Da es ein Kulturtag ist, muss man ja Kultur machen. Unsere Kultur bestand darin unseren Nachbarn und den Elten des zu unserem Wohheim gehörenden Kindergartens deutsche und französische Küche beizubringen. Hört sich ja echt toll. Haben wir auch begeistert zugesagt. Aber: nach dem Schälen von 30 Zwiebeln am Vorabend und dem Schälen von rund 12 kg Kartoffeln an dem Morgen (und es waren noch 28 kg übrig)merkten wir, dass es doch nicht so ein Spaß werden wird. Zusammen mit Yoann haben wir uns dann in den Garten des Kindergartens begeben und dort unsere Gerichte für sich angeboten. Yoann hat Hühnchen in Weißwein-Joghurtsauce angeboten (ein Gedicht) und wir klassisch deutsche Bratkartoffeln und Kartoffelpuffer.

Zu den Bratkartoffeln kann man nichts besonderes sagen, außer, dass die Kartoffeln hier irgendie rötlich werden wenn sie länger angeschnitten rumliegen. Da keiner von uns je selber Kartoffelpuffer gemacht hat, war das ein Experiment. Ein Missglücktes, aber da Japaner nicht wissen wie Kartoffelpuffer aussehen, ist denen das nicht aufgefallen. Wir haben eher geschnetzelte Kartoffeln mit selbstgemachten Apfelmus gemacht (und ich fand es unheimlich lecker).
Tabea und Katja haben gebrutzelt, Yoann hat gebrutzelt, Nicole und Sophia haben zurückgezogen weitere 18 kg Kartoffeln verarbeitet und ich habe mich in einer japanischen Marktschreierin versucht. Das klassiche "Irasshaimasen~" (Willkommen) hat das draufgängerische "Tabete mitte kudasai~" (Bitte versuchen Sie es!) abgelöst. In meiner Obhut war die Kasse und der Verkauf, ich habe die Kunden bedient und in meinem mickrigem Japanisch den Unterschied zwischen Bratkartofflen und Kartoffelpuffer erklärt. An sich lustig, ich liebe verkaufen, aber auf Japanisch ist es hart. Im Prinzip stand ich nur rum und hab organisiert. Im wunderschönen deutschen Outfit^^.
Der Spaß ging von halb 11 bis 14.30 Uhr und danach haben wir mit einer ins Negative gehende Motivation aufgeräumt. Da gekochte Kartoffeln übrig waren, haben wir die kurzerhand unter den Koreanerinnen aufgeteilt. Und unsere Aussicht für die nächsten Wochen: Kartoffeln (10 kg Rest), Speck (1 kg Rest), Zwiebeln (~20 Rest), Eier (30 Rest). Was kann man denn damit Hübsches anfangen? Ich persönlich bin für eine deutsche Küchenparty für unsere Freunde. Aber ich hab kein Bock auf Kochen.
Um den Tag dann wenigstens schön zu beenden, hatten Yoann und ich abgemacht, das wir wieder zu den Koreanern an die Kunstschule gehen. Die waren so nett zu uns, die haben von Yoann dann noch was von dem geilem Hähnchenfleisch abbekommen. Und wieder sind wir, diesmal um Katja und Nicole reicher, superfreundlich aufgenommen worden.
Zack, gab es koreanisches Essen -und das obwohl sie gerade viel zu tun hatten- und Schnaps, wieder den leckeren Schwarzer Sesam Schnaps (Makkori) vom Vorabend. Super. Ein wenig Small Talk und wir sind nochmal rein um zu schauen. Aber leider waren alle schon dabei aufzuräumen. Also wieder raus und ein Pantsu yaki essen.
Die haben uns doch tatsächich wieder erkannt und haben und supergroße Höschen gezaubert. Jaja, wozu Scherzen doch führen kann. Katja und Nicole haben ihr Höschen genossen und ich habe mich an einem Pikantem probiert. Auch nicht schlecht, aber Höschen sollten süß sein.
Zurück zu den Koreaner ist uns dann ein japanischer Jack Sparrow über den Weg gelaufen. Wow, Yvonne konnte ja mal wieder nicht an sich halten und ist zu ihm gerannt. Hach, ich wurde Lady Elisabeth genannt und der Japaner hatte es echt drauf wie der originale Pirat zu reden. Ich bin begeistert. Es war echt kalt, aber wir haben auf die Koreaner gewartet bis sie Feierabend gemacht haben, denn wir wollten mit ihnen ins Izakaya und unsere neue Freundschaft feiern. Und weil es Koreaner sind -ich berufe mich hier auf die Stereotypen die mir Yoann genannt hat- haben sie uns noch mehr Alkohol angeboten (die sind nur am Saufen) und noch mehr Essen. Es war echt unglaublich, was die einen aufzwingen. Während man sich dann so unterhält, in unserem Fall sehr gequält, hat man dann auch erfahren wie alt die denn so sind. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Die Jungs, jung, knackig, heiß, von denen ich gedacht habe, dass sie die 24 nicht überschrittenen haben, wenn überhaupt, sind 27 und 31 (!). Da bin ich immer noch nicht drüber weg. Die haben sich noch nicht mal erwachsen benommen.
Katja ist zwischenzeitlich verschwunden um Ryota, Nori, Chris.... zu holen, die ein Baseball-Spiel hatten und kam dann mit einem Haufen besoffener Jungs zurück. Wow, das war lustig. Ich hatte endlich jemanden der mir meine Eishände an seinem Bauch gerieben hat und Yasuo hat mich immer angegrunzt, was der dezente Hinweis darauf war, dass ihm meine Karaokemusikauswahl gefallen hat. War das lustig. Aber da die Koreaner uns eingeladen haben, mussten wir uns kurzerhand von dem lustigen Pack trennen und Katja -ich fühle mich immer noch schuldig- allein mit ihnen zurücklassen.
Mit 21 Koreanern, Yoann und Nicole sind wir dann in ein Izakaya. Man sagte uns gleich dass es 4.000 Yen kosten wirds. Ein verdammt stolzer Preis. Aber okay, neue Freunde und man kann alles essen und trinken. Also rein ins Vergnügen. Es wurde echt heiß, und zwar im normalen Sinne. Es standen vier Tischbrenner auf dem Tisch -wo sonst-, auf denen jeweils ein Topf Nabe stand (doppelt gemopppelt, weil Nabe Topf heißt, aber auch einen Eintopf bezeichnet). Natürlich wurden die gekocht. Dazu gab es noch Salat und Salat und Sashimi. Uns dann noch Austern (!) Da musste ich dann passen, weil ich durch ein ständig neu aufgefülltes Glas und den unterscheidlichen fetten Speisen ein wenig Magenprobleme bekommen habe. Aber die Koreaner legen immer wieder nach und schenken immer wieder nach. Ach war das lustig.
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Gelernt hab ich an dem Abend ausser ein paar Namen nichts. Nur das koreanische Wort für "Prost" und zwar "Konbe". Wichtig, wichtig. Mir schien es auch so, als ob die vor jedem Schluck anstossen müssen. Und zu jedem Schluck eine Zigarette rauchen müssen. Aber hey, kein Problem, der Abzug hat wunderbar funktioniert.
Befremdent, nicht schlimm, aber befremdent war, dass mich Lim, der unglaublicherweise31jährige, häufig angefasst hat. Um mir zu zeigen wohin einmal am Ellenbogen, um meine Aufmerksamkeit im Gespräch zu haben am Rücken. Absolut normal, aber wenn man hier fast zwei Monate ist, dann grenzt das fast an sexuelle Belästigung.^^ Es war herrlich. Die Koreaner sind echt cool.

Dienstag, 2. November 2010

Grinsekatzen

Was war denn das?
Ich bin morgens aufgestanden und als ich im Flur Sophia begegnete lacht sich mich an/aus. Ich muss auch lachen. Ich geh in die Küche um zu sagen das ich schon losgehe, da lach ich mit Nicole. Ich gehe zur Uni und habe die ganze Zeit ein fettes Grinsen im Gesicht.
Die Sonne schien mir auf den Pelz, ich habe supertolle Musik in den Ohren gehabt, die so ein schönes nostalgsiches Gefühl vermittelt haben und das lustige Gespräch über Facebook vom Vorabend ging mir nicht mehr aus dem Kopf (Details dazu gibt es nicht, nur: meine zweideutige Art und Nicoles Sprüche passen gut zusammen).
Ich sitz bei der Uni noch draußen und warte auf die anderen beiden und ticker Franzi in Argentinien, dass ich gerade sowas von glücklich bin. Prompt kommt ne Antwort zurück, dass sie mich ja "erst" zu Bett gebracht hat und nun bin ich wach und sie geht ins Bett.
Sogar TOEFL war heute superlustig. An sich bin ich total unterfordert, aber heute haben wir kurze Vorträge über Humor halten müssen und da hab ich, in 45 Sekunden wohlgemerkt, von meiner Art von Humor und ansatzweise von den Kulturunterschieden auf der Halloweenparty erzählt. Alle haben gelacht, also war meine Eede gut. Die der anderen waren auch lustig. War richtig interaktiv die Stunde, sogar die schüchternen Jungs haben was gesagt. Der eine hat gesagt, dass er wenn er trinkt lustig und sogar versaut wird....Ich war so versucht ihm am Ende zu sagen "Na, wenn wir dann mal Zeit haben, geht es ins Izakaya!" Aber er war so schnell weg. Naja, man sieht ihn bestimmt nochmal. Der andere hat garnichts hinbekommen für die Minirede.
Da sagt die Lehrerin, dass er mir das auch auf Japanisch erzählen kann und fragt danach (!) ob ich das dann verstehen würde. "Wakatte mimase!" hab ich geantwortet. Das heißt "Ich versuche es zu verstehen". Die Lehrerin ist abgegangen wie gut ich denn Japanisch kann. Ich hab geantwortet, dass das nur ZWEI Worte waren. Ja, aber das war schon sehr hohe Grammatrik. Aha. Egal, ich hatte gute Laune.
Danach haben wir auf Tabea gewartet. Da haben wir Yoann beim Rauchen gesehen und davor den Kleenen, so nenn ich ihn, aus dem Gemüseladen wo wir immer einkaufen. Wir haben immer der Gefühl, dass er vor uns Angst hat. Gestern waren wir wieder einkaufen, da ging die Bürotür auf, er sah uns und die Tür ging zu. Zufall oder Absicht. Egal. In meiner blendenden Laune bin ich dann zu Yoann, strahlend an dem Kerl vorbei, der dann auch schnell weg war. Egal. Ich hatte gute Laune.

Naja, mit Katja ging es dann in der Freistunde in den Supermarkt, weil wir morgen für den Feiertag in unserem Wohnheim für die Nachbarschaft deutsch kochen sollen. Da fehlen natürlich noch Sachen. War echt anstrengend und Katja tut mir auch Leid, dass sie das organisieren darf.
Zwei weniger erwähnbare Stunden Uni, die mir meine zauberhafte Laune genommen haben, haben mich dann noch vom Kulturfest der Kunstuni in Ekoda getrennt. Da waren wir, Yoann, Nicole uns ich, gestern schon kurz drauf und waren begeistert wie die uns Ausländer aufgenommen haben. Also sind Yoann und ich heute nochmal hin.
Irre. Nachdem wir überraschenderweise Yuki dort getroffen haben sind wir kurz ins Gebäude und haben echt schicke Fotos angesehen. Draußen wollten wir dann essen und die Koreaner haben uns schon vorher einzufangen versucht. Also hat Yoann da was gekauft. Die haben uns dann in ein Gespräch verwickelt und man hat mich gefragt ob ich scharfes Essen mag und ob ich nicht deren koreanisches Ramen (Nudeln, auch Thema heute bei TOEFL) probieren will. Ja, klar warum nicht. Von wegen scharf, als wir das gesagt haben, waren sie alle überrascht. Da schenken die uns noch koreanischen Wein ein...den gab es dann nachher geschenkt, nachdem wir auch noch Facebook-Freunde wurden. Ich war total platt. Die besuch ich morgen nochmal.
Und dann wollte ich noch unbedingt "Pantsu yaki", gebratenen Unterhöschen. Ich hab Wunder was gedacht was das ist. Aber im Endeffekt sind das zwei in Höschenform geschnittenen Crepefladen zwischen die man seine Füllung machen kann und einem dann das gewünschte Muster aufgemalt wird. Da hab ich natürlich gleich zwei gefordert: eine für Charai (Yoann, heißt "Playboy") und eine für Hentai (mich/Perverse). Das fanden die lustig und ich hab mich beschwert, dass die so klein sind, dass ich die garnicht anziehen kann. Ich will morgen eine in meiner Größe haben...mal schauen.
Wir hatten unseren Spaß.
Im Wohnheim mussten wir dann allerdings das Essen für morgen (rund 150 Mann) vorbereiten und ich hatte die Zwiebeln versprochen zu übernehmen. Nach 40 Zwiebeln weiß ich jetzt, dass ich das nie mehe mache. Yo hab ich dann mit seinen 4 kg Fleisch auch noch geholfen. Mal gespannt wie das deutsche Essen morgen ankommt.

Der Tag hat mir auf alle Fälle einen Muskelkater in den Wangen beschert.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Halloween - die Nacht der Nächte

Was für eine Nacht!
Es fing schon damit an, dass wir mein Schminken im Bad totalen Spaß hatten. Neben dem Ausmalen des Abends -wer mit wem und warum und wer wie betrunken mit welchem Lied- kamen dann noch die normalen Frauangespräche auf: "Meine Nase, ich bin so blass, deine Augen sind so schön katzenhaft". Hab ich noch nie gehabt so ne Sotuation, fand ich lustig. Und auch als man dann schon im Kleidchen und mit ner Tonne Schminke im Gesicht im Bad für das letzte Zurechtzuppeln stand und die Chinesinnen einen gesehen haben. Denen sind die Augen aus dem Kopf gefallen. Und die eine hat sich erschrocken, dass ich mir schon wieder was getan habe. Jaja, lebensechte Kopfschusswunde.
Mit Yoann an der Spitze sind wird dann gemeinsam nach Ikebukuro um uns mit den anderen zu treffen. Es war sooo herrlich im Ikebukuro-Bahnhof. Da der sehr groß ist und wir einige Meter zu dem Treffpunkt laufen musste, haben viele Japaner die Gelegenheit gehabt uns zu bewundern. Die Mädels haben Yoann bewundert und so einige Salarymen sind fast gegen Säulen gerannt, weil sie und herausgeputzten Mädchen sahen. Hat schon was, vor allem wenn sie nicht weggucken wenn man sie ansieht und mit einem strahlenden Lächeln beschenkt. Ja, mein Selbstbewusstsein an dem Abend war ein wenig höher als sonst.
Beim Treffen haben wir dann fetsgestllt, dass wir als einzige verkleidet waren. Naja, die Mädels, ich nicht. Ich hab mir nur ne Schußwunde gegönnt.
Nach einigem warten kam noch Yuki, mit blauen Augen und Eckzähen, und kurz darauf kam dann Kwonhee. Er hatte doch tatsächlich ein Ganzkörper Winieh Poo Kostüm an. Echt schnuckelig. Sah vor allem später beim Singen verdammt lustig aus,
Als dann alle da waren sind wir ab zum Purikura machen. Hm...in so ein Zwei-Mann-Automat haben wir uns dann mit 12 mann reingequetscht. Hat geklappt und die Fotos sind auch lustig.
Draußen kam dann noch Ryota dazu udn wir sind dann ins Karaoke. Was für ein schicker Laden. Edelholz, große Räume, super Qualität, Alkohol all-you-can-drink.
Nori kam ein paar Minuten später und mit Mädchenperücke. Und wie es immer so ist, muss er geärgert werden und hat den ersten Song singen müssen: Livin la vida loca. Allerdings die japanische Fassung. Nicht schlecht Herr Specht. Nori hat es echt drauf.

Gleich danach muss natürich die Internationalität des Abends betont werden und Moskau wurde angespielt. Tja, aber wer singt? Keiner wollte, klar logisch, keiner hatte was getrunken, man schämt sich. Aber als das Lied dann anfing hab ich mich dann hingestellt und den Song gesungen. Ich mag ihn zwar nicht aber alle haben gesagt, dass ich ne super Stimme hab (ja, die Karaokemaschien verzerrt auch wunderbar) und meine Performance soll allgemein auch immer gut gewesen sein. Der Hüftschwung machts.^^
Naja, man hat lustig gesungen und getrunken, nicht allzu viel aber man hatte nen angenehmen Pegel.
Weil auch Ryotas Geburtstag war, war ich an dem Tag seine Sklavin. Das war mein Geschenk an ihm, meinen Sklaven. Ich hab ihn befächert und die Jacke ausgezogen -mit Freuden- und ihn massiert. Ich weiß nicht warum, aber er fing an sich das Hemd aufzuknöpfen. Naja, warum auch nicht. Lustig ist nur, dass zu solchen Anlässen sämtliche Kameras gezückt werden.
Überhaupt hab ich viel Blödsinn gemacht. Und die Jungs gingen, im Gegensatz zu den Gelegenheiten an der Uni, ein wenig auf Tuchfühlung und dann hieß es schonmal häufiger "Ach, komm her" wenn sie paschamäßig mit ausgebreiteten Armen auf der Couch saßen, wenn man dann aber schmelzend das Bein über den Schoß geschwungen hat, dann waren sie allerdings von der Forschheit überrascht. Mir hat das Überraschen Spaß gemacht...natürlich musste das Ganze nochmal für die Kamera gestellt werden.

Mal kurz meine Songliste des Abends: "Slipknot- Duality" "System of a Down- Chop Suey" "Lost Prophets- Last Train home" "Disturbed- Down with the Sickness". Zuerst gab es eine allgemeine Überraschung bezüglich der Songwahl, aber zusammen mir Ryan, einem Amerikaner, haben wir dann nachher immer zusammen geschrien und gegrunzt und auch Yasu hat sich für ein Duett angemeldet.

Wie es sich über die letzen Tage angedeutet hat, hab ich dann auch noch zwei Strips bekommen. Fragt mich nicht wie meine grße Klappe mich wieder in diese Situation gebracht hat, aber genossen hab ich es schon. War jetzt nichts Schlimmes, nur ein wenig Nippel und Hüftschwung in Gesichthöhe (die Sessel waren sehr niedrig). Lecker, lecker. Und wie vorher, wenn man dann die Hand aussreckt zum Anfassen und einem auch die muskelbepackte Brust entgegen gestreckt wird (unglaublich aber wahr: eine durchtrainierte Japanerbrust), man dann mit den Nägel ein wenig drüberkratzt und gleichzeitig *rrrrrrrrrrr* macht, dann schrecken japaner zurück. Ich habe mir die ganze Zeit die Frage gestellt warum? Das ist doch die Reaktion die die haben wollten oder nicht? Ich glaube es liegt daran, man redet sich ja gerne was ein, die Japaner können dieses Geräusch nicht machen und kennen es auch nicht.

Was kann ich über den Abend noch sagen, außer das sich danach von meinen eigenen Hormonen ausgeknockt wurde?
Nicole ist als Polizistin übelst gut angekommen und musste regelmässig jemanden die nicht vorhandenen Handschellen anlegen. Sind Japaner alle devot? Sophia hatte die Ehre Yasu mit meinem Federfächer den Hintern zu versohlen.
Katja hat die internationalen Kontakte zu Korea ausgebaut, indem sie die ganze Zeit mit Kwonhee herumgeblödelt hat. Endlich bin ich auch mal in den Genuß gekommen mit ihm zu sprechen. Aber während irgendwelche besoffenen Amerikaner ins Mikrofon brüllen, kann man einfach nichts verstehen. Schade. Aber ausbaufähig.

Insgesamt hört sich das wie ein Gelage an, oder? Aber eigetlich alles im jugendfreien Rahmen.
Um 6 uhr morgens sidn wir dann endlich nach hause gekommen. Es war schon hell und der Schlaf dauerte für mich auch nur bis 12 Uhr. Aber dafür war er erholsam. Das wird nochmal gefeiert.
Und im Nachhinein haben sich soviele neue Informationen ergeben, die meinen Sonntag erhellt haben. Erst verdüstert, aber als ich dann mit Yoann und später Katja, zusammen gekocht habe -er ist echt ein Küchengott- hat sich ein komplett neues Bild bezüglich der Clique mit seinen Informationen gebildet. Wir sind das perfekte Lästerpaar. Naja, wir nutzen die Informationen um alles in die richtigen Bahnen zu lenken^^.

Samstag, 30. Oktober 2010

Präsentieren einmal anders

Endlich war es soweit, bzw. es war SCHON soweit.
Ich musste meine Poster-Präsentation halten. Seki-sensei lässt uns Poster machen, zu einem Thema das wir mögen oder wo wir gut drin sind. Mit diesen sollen wir an den Kulturtagen an der Uni auf dem Campus rumlaufen Japaner anquatschen und denen dann das Blaue vom Himmel erzählen.
Und damit wir das dann vorher geübt haben, sollen wir das vor allen Ausländern und deren Sprachpartnern vorstellen. Eigentlich sollte das am Mittwoch pasiert sein, aber weil wir so viele sind, bon ich auf Freitag verschoben worden. Kein Ding.

Freitagmorgen. Ich komme in den Raum und habe so überhaupt keine Lust irgendwelchen Leuten was über "Bodybuilding" mein selbst gewähltes Thema, zu erzählen. Aber was soll's. Freiwillig hab ich auch gleich als Erste ehalten. Zum Glück waren eigetnlich nur die Ausländer da. Das heißt Gen und Yusuke, meine Sprachpartner können sich nicht über mich lustig machen. Aber Shreck, da sitzt Yuki mit drin. Was soll das denn? Yuki ist mein "Sportschüler" im Trainingsraum, er will wie Daniel Craig aussehen. Hohes Ziel, aber ich helfe natürlich gerne.
Und dann fang ich an. Da geht die Tür auf, und: Ryota und Nori kommen rein. Na toll, den ganzen Haufen an coolen Jungs im Raum, schön, wenn sie mich nicht grundsätzlich verarschen würden.
Also stotter ich meinen Vortrag mehr oder wenigere runter. Ich erzähle von meiner Wette mit Phillip wer stärker ist (naja, ich hab es als Wette getarnt, weil verletzter Stolz wohl auf japanisch zu schwer wäre zu erklären), ich erzähle von Splittraining, zeige Muskeln, erkläre muskelaufbauende Ernährung und erwähnd mein Idol Yukio Mishima -beizeiten müsste ich einen intrag über ihn schreiben-.
Das Tolle ist, an sich dürfen wir auf unser Manuskripft schauen, aber wie ich das ja immer mache, roll ich das Papier, was ich in der Hand halte, zusammen, sodass ich nicht draufschauen kann. Also improvisier ich mehr oder weniger. Die Vokablen kenn ich ja schließlich.
Puh. Endlich vorbei. Am Mittwoch gab es keine Fragen, weil wir Ausländer sind ja alle nett und halten uns zurück. Aber was passiert: Yuki und Ryota melden sich. Na geil!
"Wieviel Protein sollte man denn essen?" Jaaaa, erklär mal, dass pro Kilo ewicht ca. 3gr gut wären. Naja, ich hab einfach gesag, dass ein 100 Kilo-Mann 300g essen sollte. "Ist Joggen vor dem Training gut?" Wenn interessiert denn das? Ja, ist okay als Warm-up. Ich hab die Fragen nie verstanden, aber mein Verständnis ist schon immer schlecht gewesen.
Boah, man war ich froh durch zu sein. Seki-sensei meinte am Ende, dass ich gerne einige Wörter weggenuschelt hab, aber alles sonst gut war. Immerhin.

Als Belohnung für den Vortrag dufte ich dann in der Mensa Armdrücken. Hahaha, sehr schön, da verlier ich doch auch immer. Also gegen Ryota angetreten, der Judoka. Ich hab echt gut gegengehalten, aber natürlich hat er mich geschlagen. Gegen Yuki hatte ich auch keine Chance. Ich denke aus Mitleid dufte ich nochmal mit links gegen Ryota antreten. Das ist seine schlecht Seite, und der Sieg war wirklich sehr einfach. Er sagte gerade noch vorher: "Wenn ich gewinne, wirst du ab sofort mein Sklave sein, Yvonne." Anscheinend gefällt ihm aber seine Position *muaharhar*
Es solten noch andere kämpfen, aber die hatten Angst (Ryotas Aussage -geb ich aber nicht soviel drauf^^) Und warum auch immer heiraten Yuki und ich, ich heiße dann Ashida mit Nachnamen und unsere Kinder können in eine deutsche Schule gehen. Gut, wir wollen beide keine Kinder also ist das geklärt.
Ich hatte eiegntlich die ganze Lunchpause über auf Yoann gewartet mit dem ich dann sporten gegangen bin. Hab mein Programm durchgezogen, aber irgendwie lief es nicht so. Kommt vor. Am Ende hab ich Yoann beim Butterfly zugesehen und dachte: "Mensch, hast du schon lange nicht mehr gemacht die Maschine, nur immer Freihantel. Mal schauen wie stark du geworden bist!" Ja, ich will nicht angeben, aber ich habe 5 Stufen mehr als Yoann geschafft (bin nicht sicher ca. 22-25 Kilo mehr) und dann wollte David mithalten. Aber er ist nochmal 2 Einheiten zurück gegangen. Irgendwie schäm ich mich dafür so stark zu sein. ...Quatsch.

So, nette Klönschnak mit Nutella-Bananen-Toast in der Küche und der nächste Tag, der Tag der Halloween-Party ist angebrochen. Stilecht mit nem Taifun. Das wird ein Spaß.

Freitag, 29. Oktober 2010

Klatsch aus der Woche

Eine weitere Woche nähert sich dem Ende. also eine Arbeitswoche ...
Mittwoch habe ich Katja genötigt noch mal mit mir nach Ikebukuro zu gehen. Mir fehlen noch zwei, drei kleine Sachen für men Kostüm und da die Feier am Samstag ist und ich vorher nicht gerade viel Zeit habe, muss ich vorher gehen.
Im Endeffekt ging alles schnell, alles gefunden und dann auch wieder nach Hause. Aber warum erzähl ich das? In Ikebukuro werden viele Taschentücher verteilt. Die dienen hier als Werbeträger und damit man sich die nicht kaufen muss, nehm ich sie gerne an. Aber in diesem Stadtteil haben die Verteiler leider die Gewohnheit uns Ausländern nicht mit Taschentücher zu beglücken. Sinnlose Zettel und Zeitschriften mit Adressen von Host kriegen wir, aber keine Taaschentücher. ich "ärger" mich schon so lange darüber und sage immer, dass ich das nächste Mal einfach stehenbleiben werde und bittend die Hand aufhalt. Naja, diesmal hab ich das doch tatsächlich getan. Das Mädchen guckt mich mit großen Augen an, was ich denn will und ich halte mein Hand auf, da gibt sie mir vorsichtig das Päckchen und ich bedake mich mit einem Zuckerlächeln. Yeah, wieder ne Japanerin verwirrt.
Und ich hab mir endlich Schuhe gekauft. Meine alten sind ein wenig löchrig geworden, was bei dem Wetter nicht so vorteilhaft ist, aber die Schuhpreise, abgesehen von den Damengrößen und der Mode, sind ziemlich heftig. Mindestens 50€ muss man hinblättern. Aber all die schlichten Sachen die mir gefallen kosten dann auch schon mal gleich 100€. Bis auf ein Paar K-Swiss. Boah, Markenproll! Naja, umgerechnte haben die mich nur 36€ gekostet und ich hoffe mal, dass ne Marke Qualität bedeutet (aufgescheuerte Hacken haben sie zumindestens schon mal verursacht).
In Deutschland brauch ich mindestens ein halbes Jahr, bis ich einen Schuh gefundenhab, der mir gefällt, passt und günsig ist.

Am Donerstag war Julä zu Besuch in der Uni. Todesmutig hat sie sich den langweiligsten Tag ausgesucht um das klassische Unialltagsleben auszuprobieren. Angefangen hat es mit East Asia Business. War mal wieder spaßig. Danach dann gleich die Mittagspause wo sie ein paar der Auländer kennengelernt hat, und dann haben wir zusammen in Yokokawas-senseis Unterricht gepennt. Naja, ich hab gepennt, Julä konnte sich unverständlicherweise wach halten. Den Abschluß hat dann International Relationship gebildet. Auch der Unterricht war wieder locker, vor allem wenn man bedenkt, dass Julä hinter mir saß. Wer sie kennt weiß Bescheid.

Aber damit war mein megalangweiliger Tag ja noch lange nicht zu Ende. Ich hab mich dummerweise für nen Talk angemeldet. Das heißt einenhalb Stunden lang irgendwas Langweiliges hören. Vorher sind wir aber mit Brian, einem unserer Profs, Ramen essen gegangen. Tja, man denkt eigenlich, dass er an unser Partemonaie denkt, aber diesmal hat er es nicht. Dafür war das Essen auch verdammt gut. Und wir hatten viel Spaß. Julä ist noch mitgekommen und wenn sie dabei ist, halte ich mit meinen Sprüchen garnicht mehr zurück. Die armen Jungs um uns herum. Aber wir hatten Spaß. Vielleicht sollte man nicht unbedingt sagen "I like the hot feeling inside my mouth!" Das nur die leichte Schärfe nach dem Essen gemeint ist, war in dem Moment nicht unbedingt herauszuhören. Tja, Chris versteht mich auf alle Fälle gut. Und es ist kein Wunder, dass ich den Spitznamen "Hentai" (Perverse) bekommen habe.

Julä hat uns dann leider verlassen und wir sind weiter zum Talk. Plötzlich wusste ich im Regen wo wir waren, aber das wollte mir keiner glauben. Bäh. Ich hatte doch Recht, als alle staunend vor dem Tokyo Tower standen.
Der Talk selber ging um...ich weiß es nicht so genau, laut Titel um Japanisch-Amerikanische Beziehung. Ich habe von Anfang an den roten Faden nicht mitbekommen und habe ihn auch nicht finden können. Also bin ich im Kopf meine Präsentation für den nächsten Tag durchgegangen. Am Ende meinte Brian, der Amerikaner ist, dass er den Talk auch nicht verstanden hat. Na toll, wie sollen wir Nicht-Muttersprachler dass dann machen.
Gut,was lernen wir daraus? Gehe nicht zu einem langweiligen Talk, wenn du den Kopf mit anderen Sachen voll hast.