Montag, 12. September 2011

Eindrücke

So, nun bin ich rund einen Monat wieder in Deutschland und zwei Wochen in Halle. Im Großen und Ganzen habe ich nicht allzu große Probleme mich hier einzufinden, aber manchmal haut einen dann der "Rück-Kulturschock" um.

Was mir allgemein negativ auffällt
  • Deutschland ist fett und ungepflegt. Wer mich kennt weiß das ich äußerst ungerne zu jemanden oder etwas "fett" sage. Ich zähle mich manchmal mit in diese Kategorie und man kann immer alles nett ausdrücken. Aber einer meiner ersten Gedanken in Deutschland war: alles sind fett. Verglichen mit Japan ist das an sich auch kein Wunder. Dort sind alle klein und schmal. Ja, es gibt auch große und übergewichtige Japaner, aber das ist eher selten und auf alle Fälle sind die gepfllegt. Und das ist das Schlimme an Deutschland: ein großer Teil in Lübeck und Halle sind einfach nur assi. Dreckig, mit der Bierpulle in der Hand, Kinder die wirklich zuviel auf die Waage bringen und doch noch ein Eis von den Eltern bekommen, null Interesse an dem Aussehen.
  • Unfreundlichkeit in den Läden. Eine Sache die mich schon seitdem ich als Kassiererin aufgeregt hat. Wieso ist es nicht möglich nur ein Lächeln zu Tage zu bringen? Allein ein "Hallo", kombiniert mit einem "Schönen Tag noch" wäre auch nicht zuviel. Man lässt Kunden warten und das nicht nur in den Warteschlangen. Da ist ein quietschiges "Irrashimaseeee~" doch viel netter, auch wenn es einem manchmal das Ohr wegfetzt.
  • Es ist allgemein dreckig in Deutschland. Müll auf den Straßen, Graffiti an den Wänden, umgeworfene Mülleimer. Ich will nicht sagen, dass es sowas in Japan nicht gibt, klar, als wir ein Graffiti entdeckt hatten, mussten wir das erstmal fotografieren weil es nicht so häufig ist. Mülleimer gibt es kaum in Japan, dass liegt an den Giftgasanschlägen und ist auch nachvollziehbar, aber dank der Disziplin der Japaner findet sich so gut wie kein Müll auf den Straßen.
  • Die Kriminalität ist greifbar in Deutschand. In Japan hatte ich nie Angst alleine im Dunkeln durch die Stadt zu gehen oder meine Tasche offen auf dem Schoss in der Bahn zu haben und einzuschlafen. Und kaum bin ich wieder hier, wird am zweiten Tag einer nur um die Ecke auf einem öffentlichen Parkplatz am Nachmittag abgestochen. Das gibt einem doch ein wunderbares Gefühl von Sicherheit.
Was mir allgemein positiv auffällt
  • Freundschaften. Ich habe nach bestem Wilen versucht Freundschaften in Japan mit Japanern zu schließen. Aber es ist nicht dasselbe wie mit Europäern oder Amerikanern. es gibt keine Umarmungen, das was ich nie groß gemocht habe aber dann doch missen gelernt hab, man steht nur vor sich und winkt wie Bernd das Brot. Auch die Geprächstiefe ist nicht gleich. Ich hab es -sprachlich mal davon abgesehen- kein intimes oder wirklich persönlichen Gespräch mit Japanern führen können. Und dadurch war mir durchaus bewusst, dass das was ich gesagt habe, auch an anderer Stelle weitergetragen wurde. Als Ausnahmen möcte ich die Leute nennen, die im Ausland studiert haben, und unsere Kutur kennengelernt haben. Die Gespächsmöglichkeiten, allein schon das Kennenlernen, waren leichter, wobei hier dann meistens die Sprache englisch waren,d a sie ihre Sprachkenntnisse nutzen wollten.
    Nichtsdestotrotz habe ich es auf sage und schreibe 165 neue Facebookfreunde aus Japan geschafft (wo jeder, auch Europäer drin sind, die ich dort kennengelernt hab). Und ich kenne jeden persönlich und habe auch mindestens einmal mit ihm gesprochen, bevor er mein Faceookfreund ist. Aus japanischer Sicht ist eine internetbasierte Freudnschaft schon eine richtige Freundschaft.
  • Deutschland ist billig. Ja ihr Ungläubigen die alle über zu hohe Milchpreise meckern, Deutschland ist in Relation zu Japan billig. Hier muss ich nicht 1€ pro Tomate, 25€ für eine Wassermelone oder 17€ für 5 kg Reis bezahlen. Wasserflaschen kosten hier 20 Cent und nicht 1,80€ -wenn man günstig einkauft-. Und das Fleisch ist auch nicht aus mehr Fett als Fleisch. Das Brot ist nicht nur süß.
  • Was jetzt mit den Lebensmitteln zusammenhängt. Es gibt hier in Deutschland mehr Bars, Kneipen oder Lokale wo man einfach für einen Kaffee oder abends auf ein Bier hingehen kann. In Japan ist es entweder ein richtiges Restaurant oder ein Izakaya. Aber ich habe nichts chilliges, ruhiges gefunden. Von morgendlichen Möglichkeiten irgendwo ein schönes Frühstück einzunehmen will ich garnicht sprechen, weil es unser europäisches Frühstück meines Erachtens nur in Hotels gab. Ich wüsste noch nicht mal eine Lokalität wo es ein japanisches Frühstück gibt. Es fällt einem so leichten Freunde zu treffen ohne großartig Geld auszugeben, also besser Treffmöglichkeiten und auch weniger Kosten.
Noch etwas was ich nicht direkt einordnen kann ist die Tatsache, dass der Erwartungshorizont oder der gesellschaftliche Status mit den entsprechenden Erwartungen an einen sehr unterschiedlich sind. In Japan war man der Ausländer. Man hat nicht erwartet dass man Japanisch kann und sich erst recht nicht wirklich an die Regeln hält, bzw. diese kennt. Beachtet man sie fälltman positiv auf und wird meistens nett angenommen, aber trotzdem würde man nie den Status eines Japaners erreichen, egal wie angepasst man ist und wie flüssig man spricht. Dementsprechend hat man in japan eine relative Narrenfreiheit. Trotz allem war man irgendwie immer unter Beobachtung weil man ja anders aussah und anders sprach. Allerdings ist man dadurch bei den meisten Japanern nicht im Gedächtnis geblieben.
In Deutschland hingegen kennt man die gesellschaftlichen Normen, weiß wie man sich zu verhalten hat und je nach dem gesellschaftlichen Status wird von einem auch ein gewisses Verhalten erwartet. Man hat keine allzu großen Freiheiten mehr, Leute wollen versuchen einen zu lenken. Andererseits wird man hier als Individuum angesehen. Man bleit im Gedächtnis als "Yvonne" und nicht als "Ausländer", wenn man beobachtet wird, dann nicht weil man anders ist, sondern weil...das hab ich noch nicht herausgefunden,aber ich seh eigentlich nicht besonders anders aus.

Alles im Allem kann man nicht sonderlich sagen, dass es hier oder dort besser ist, ich denke da muss auch jeder selber sehen wie er damit klar kommt. Ich habe genug Freiheiten hier und würde auf Dauer in Japan verrückt werden, weil ich doch den Drang habe allgemein als gleichwertig akzeptiert zu werden. Allerdings ist das Leben in Japan einfacher und sicherer.

So hat es mich doch endlich letzte Woche mit dem Rück-Kulturschock erwischt. Ich dachte er trifft früher ein, doch jetzt erst habe ich das was man Alltag nennen kann. Ich sitze in der Stadt, trinke nen Kaffee, beobachte wie immer Leute und dann waren diese bösen Gedanken von oben da "Alle sind fett, dumm und unfreundlich! Was mach ich hier? Ich gehör hier einfach nicht her." Ich weiß das ist nicht gerade nett, aber es ist das was ich dachte und ich weiß auch das nicht jeder mit mir übereinstimmt, aber immerhin beschreib ich hier meine Erfahrungen. Ich saß also da und eine ungemeine Traurigkeit überkam mich. Ich dachte an mein Leben in Japan, was ich jetzt so tun würde, was meine Aufgaben sind, wie selbstverständlich alles dort war. Ich hätte heulen können. Die Angst, das ich nie wieder dorthin kann und meine Freunde, die die ich gefunden habe, nie mehr sehen kann, war riesig.
Man kann es nicht wirklich beschreiben, ich habe mich auf einmal so fehl am Platz gefühlt, mich nicht im Geringsten mit etwas oder jemanden in der Straße identifizieren können, was ich aber 5 Minuten vorher konnte. Ich würd gern sagen der Anfall ist genauso schnell wieder weg, aber leider hat das den ganzen Abend mit nem Haufen Ablenkung gedauert.
Nach den Kommentaren von anderen die für ein Jahr weg waren, kommt das immer wieder, mal häufiger, mal weniger. Na prima....

Donnerstag, 1. September 2011

I am back

Der erneute Einzug in meine alte WG stand an. Und weil ich ja nicht wirklich vor Ort war, sondern im Norden, und auch nicht wirklich über eine neue Handynummer verfüge, musste alles per Internet organisisert werden. Und siehe da: es geht alles.
Nach der Odysee mit der Autopanne bin ich Sonntag um Mitternacht bei Franzi angekommen und habe dort zwei Nächte verbracht, um Montag Schlüsselübergabe machen zu können und Dienstag dann einzuziehen. Das heißt Montag früh die Vermieterin anrufen, weil sie nicht auf meine Mails geantwortet hat, zwecks Termin am Montag, und zack, da hatte ich ihn auch schon sofort. Ich hab aber die Zeit davor genutzt um zum Frisör zu gehen -ja, ich Mädchen, ich weiß- und bin schon vorher zu Klemens um einfach da zu sein. Wir haben ne Runde geklönt bis die Vermietern kam. Der Papierkram ging flott und ich hab schnell die Schlüssel bekommen. Es handelt sich nicht um mein altes Zimmer, aber das neue ist größer^^. Um meine fleissigen Helfer am nächsten Tag gut versorgen zu können haben wir noch schnell Bier besorgt und das sollte kalt gestellt werden, aber der Kühlschrank war bis zumBersten gefüllt. Gut, sagt Klemens, dann miste ich mal aus. Uh, ich will euch keine Details nennen, aber es war grenzwertig was da zu Tage kam. Den Ekel und das Unverständnis haben wir gekonnt mit Lachflashes übertönt und haben dann einfach kurzerhand den Kühlschrank komplett geleert, gesäubert und um 2/3 erleichert neu befüllt.
Gut, meine Zeit für den Tag war vorbei und ich bin zu einer Abschiedsfeier für meine deutsche Freundin die nun zum zweiten Semester nach Japan geht und eine Japanerin geladen worden. Da ich andere Pläne hatte, war ich da nur eine Stunde. Denn Franzi rief mich an, und wir sind, nach langer, langer Pause, zum Sport gegangen. Und siehe da, man hat uns sofort wiedererkannt, umarmt udn hereingelassen. Die Blicke mancher Leute dort waren köstlich, denn es war offensichtlich, dass wir -kurzzeitig- keine Mitglieder waren. Dann schnell was für den Körper getan, was angesicht der Tatsache, das sich am nächsten Tag einzieh doch ziemlich dumm ist. Aber so sind wir nun mal.

Dienstag: viel zu früh ging es aus dem Bett, aber wohlgenährt sind wir dann mit all meinen Pflanzen die bei Franzis Eltern in Pflege waren und dem Kram den sie für mich mit nach Halle gebracht hat nach Halle rein und zu der Wohnung wo ich die Möbel eingelagert hab. Mit allen fleissigen Helfern standen wir auch pünktlich dort, aber wo war der Umzugswagen? Angerufen: "Wie heute? Nichtmorgen? Ähm, ja, ich komme schnell". Na toll, aber so haben wir schnell alles auf die Straße geräumt und den Wagen hurtig bepacken können. Auch schnell ausgepackt und ich war sehr günstig dabei. Insgesamt hat das Ganze vielleicht wieder 2 Stunden gedauert. Die Belohnungspizza konnte also perfekt zur Mittagszeit gegessen werden.
Nachdem die großen Möbel und das Licht angebohrt wurden, hab ich auch alle rausgeschmissen, denn einräumen ist eine persönliche Sache.
Da ich das Bohren am Dienstag nicht mehr machen wollte, hab ich damit am Mittwoch angefangen, aber der Kampf zwischen mir und derWand dauerte lange. Es fing schon mit dem ersten Loch an. Der Stuhl kippte nach dem Bohren leicht und ich rutschte elegant mit dem Knöchel am Stuhl und der Bettmittelstange entlang, was mir die Beine butterweich werden liess vor Schmerz. Sofort gekühlt und ausser einer langen Schramme war auch nicht viel zu sehen, ich konnte ach nach einer halben Stunde Beruhigung -man tat das weh- weiter bohren. 20 Löcher waren geplant. 14 davon haben vielleicht gleich geklappt, der Rest musste nachgebohrt werden und zwei haben sich komplett geweigert tief genug zu werden, egal wieviel Kraft ich aufwendete.
Klemens schaute dann irgendwann mal in mein Zimmer und sah wie ich fast explodiert bin, Dübel halten nicht oder wollen nicht rein und ich hätte in dem Moment am liebsten einen Vorschlaghammer gehabt. Im Endeffekt habich ein Regal komplett neu anbohren müssen und habe dadurch den Sieg aus dem dreistündigem Kampf getragen. Leichte pochende Verletzungen auf meiner Seite und eine komplette Niederlage auf der Wandseite. Ich hoffe darauf, dass sie nicht eine Rache plant und mir nachts die Bücher auf den Kopf schmeisst.
Dann ging alles recht flott mit einräumen und abends hatte ich alles geschafft. Allerdings verschlimmerte sich der Knöchel stark nach einem Abstecher im Supermarkt, sodass ich eine weitere Feier absagen musste. Beim alternativen Filmesehen ging es dann trotz Kühlen soweit, dass ich anschließend kaum Laufen konnte. Ich fürchtete das Auftreten so sehr, dass ich mich einfach nicht mehr bewegt habe. Das war alles so schmerzhaft und lächerlich, dass ich unter einem halbstündigem Lachkrampf in mein Zimmer gehumpelt bin. Aber in ein komplett eingerichtetes, sauberes Zimmer. Mit meinem neuen Bett, welches in den nächsten Tagen eineneue Matraze bekommt.
Ich bin Zuhause!

Hamburg, meine Perle

Viel zu spät schreib, ich hatte kein Internet, ich jetzt über meine zweite Woche im Norden. Und die hab ich in Krempermoor im Haus meines Vaters verbracht. Da er aber am Bodensee war, hatte ich es wieder für mich allein. Bis zum zweiten Tag, wo Franzi mit Anhang zu Besuch kam. Aber die Finka Richter hat für jeden Platz und es war schön sie da zu haben. Wir haben stundenlange Diskussionen über Literatur und McFit gehabt, was zwar uns Mädels sehr gefallen hat, aber der Mann im Bunde kam da nicht mit.
Um auch noch richtig Ferien zu sein, sind wir zu dritt nach Hamburg rein und haben uns die Hafengegend angeshen. ich bin zwar in der Nähe von Hamburg geboren, aber ich kenn die Stadt kaum, nur ein paar Konzerthallen, Einkaufsmeile und das wars dann auch schon. Ich mag die Stadt auch nicht wirklich. Aber wir haben nun ein sehr schönes Gebiet gesehen.
Viele architektonisch moderne Gebäude standen dort. Wir nannten sie Legohäuser, weil sie aus einzelnen kubischen Elementen bestanden die irgendwie "nicht richtig" zusammengesetzt waren. Also leicht versetzt. Mit dem Hintergrund der Speicherstadt war es auch sehr schön anzusehen. Auch die neuen Philharmonie die noch im Bau ist, verspricht ein absoluter Hingucker zu werden.
Direkt am Hafen wurden schöne Sitzgelegenheiten und Grünanlagen gesetzt und mit dem Blick auf das Musicalgebäude von "König der Löwen" hat alles einen gehobenen Flair. Wir spazieren dort entlang, haben noch die zerbombte Nikolaikirche begutachtet, Postkarten gekauft und sind über die Landungdsbrücken wieder zurück, wobei wir an dem Sommerdom vorbei kamen. Dabei handelt es sich um einen Jahrmarkt oder Kirmes, je nachdem in
welcher Region man ist. Der Dom ist, soweit ich es beurteilen kann, besonders groß und seit einigen Jahren befindet sich im Kern noch ein Mittelaltermarkt oder Hexendorf. Es ändert sich jedes Mal, diesmal war es Cowboy-City.
Es ist schön Hamburg mal von einer anderen Seite zu sehen und langsam kann ich auch sagen, dass ich die Stadt mag.
Franzi war auch dann bald weg und ich hab meine Zeit mit ausgiebigen Lesen gekillt und war auch häufiger bei meiner "Rentnergang" nebenan. Und mein Vater kam aus dem Urlaub zurück, sodass wir uns noch sehen konnten, bis ich dann Sonntag auf meine Odyssee gen Halle aufgebrochen bin.

Von Hamburg aus habe ich eine Mitfahrgelegenheit gefunden und es versprach nett zu werden. Der Kontakt war gut und man hatte mich noch über nen Umweg über Berlin unterrichtet. War mir soweit egal, hauptsache ich komm an. Die Leute waren auch alle sehr nett und wie ich es mir angewöhnt habe: kaum sitz ich in einem fahrenden Objekt, nick ich weg. Dann ging es aber an eine Raststätte, der Keilriemen ist gerissen. Glücklicherweise hatte der Fahrer noch einen Ersatz mit und es wurde kurzerhand gewechselt. Weiter geht die Fahrt bis es auf einmal knallt und wir über etwas fahren. Zack, rechts auf den Standstreifen der Autobahn und Warnblink. Tja, es hat die Dingswelle, das Teil worüber der Keilriemen läuft -keine Ahnung von Autos-, zerledert und ist abgesprungen.
Ich schätze wir haben eine Stunde auf den ADAC gewartet und haben auch schon diskutiert wie es weiter Richtung Halle geht, da wir kurz vor Berlin standen. Ob mit der Bahn, irgendwo pennen oder ob man vielleichte in Auto gestellt bekommt. Nach Hause fahren war nicht über ADAC möglich, aber der Beifahrer hat Familie in Berlin, wo wir das Auto haben hinschleppen lassen. Dort sollte es bis Dienstag stehen und solange würde dem Fahrer, anscheinend bester Kumpel des Beifahrers, das Auto der Familie dort geliehen werden. Nicht schlecht.
Man hatte uns gewarnt, dass wir noch 5 Minuten Konversation machen sollen, Höflichkeit und so. Aber das war total freaky. Wir sind willkommen geheißen worden "Und wer seid ihr? Die Mitfahrer? Und wo habt ihr euch kennengelernt?" Uns wurde Kaffee geboten, auch Wein war im Angebot, wovon das frsich verheiratete Paar, aber schon 50+, ordentlich getrunken hatte. Die beiden haben mich stark an Hippies erinnert und ich fragte mich, wann auch ein Joint angeboten wurde.Was Gastfreundlichkeit anging konnten wir uns nicht beschweren. Man hat uns auch ein Bett angeboten, Essen, alles. Aber noch ungefähr einer halben Stunde Konversation sind wir dann gen Halle weiter. Um Mitternacht, mit einem neuen Rekord von 8 Stunden, war ich dann in Halle. Und, ich musste nichts zahlen. Nicht das es mich gestört hätte, war schon so unschlagbar günstig. Aber da sag ich nicht Nein.

Montag, 22. August 2011

Norddeutschland~

Nun bin ich schon fast eine Woche zu Hause, bzw. auf Zwischenstation bei meinen Eltern und versuche nicht allzu sehr Japan hinterher zu trauern.
Überraschenderweise ist es doch recht leicht, wenn man erst wieder im eigenen Land ist. Es ist vertraut, man kennt die Leute, die Wohnung, das Leben. Gut, es handelt sich hier in der ersten Woche um die Wohnung meiner Mutter, aber trotzdem ist es vertraut. Ich habe nicht geweint und ich vermisse aktiv niemanden, was so gesagt er hart ist. Aber es gibt viele kleine Sachen die anders sind.
Ich will was unternehmen. In den letzten Tagen in Japan konnte ich nicht allein herum sitzen, ich MUSSTE raus gehen und was sehen. Und nun hab ich das hier auch, Klar der erste Tag wir entspannt, aber danach hat es mich gedrängt raus zu gehen, und wenn es nicht „shoppen“ ist. Es ist kalt in Deutschland, rund die Hälfte von dem was ich zuletzt in Japan hatte und ich hab so gut wie nichts langes mehr. Also muss ich das aufgestockt werden. Aber der Gang in die Innenstadt lässt einige Unterschiede deutlich machen: die Buspreis sind unmenschlich teuer, da ist sogar die JR günstig und die Verkäufer sind dermaßen kackenunfreundlich. Tschuldigung das ich einkaufen war. Und wo sind all die Farben? Nicht nur, dass es grau in grau und regnerisch ist, irgendwie fehlen allgemein die bunten Farben. Ohm und ja, ich entschuldige mich bei Fremden für jeden Kram, mit angedeuteter Verbeugung oder erhobener Hand..naja, solange ich nicht auf Japanisch anfange.

Es ist irgendwie ein Gefühl von Eingesperrtsein in Lübeck in der Wohnung. Obwohl ich frei bin zu gehen, aber gaaaanz ehrlich, das hab ich da immer, ich hab „allein“ gewohnt, da ist das bei den Eltern immer anders.
Das hat sich dann aber geändert als mein Bruder kam. Er war übers Wocheneden zu Hause und hatte keinen Dienst beim Bund und er hat sich gefreut und ich hab mich gefreut. Und nun war ich an der Reihe seine Leute kennenzulernen. Wir sind so ziemlich sofort zu einem Konzert einer befreundet Band von ihm aufgebrochen und dort haben sich auch all seine anderen Freunde getroffen. Manche kannte ich und manche habe ich kennen gelernt. Ich dachte ich kriege den Kontakt vielleicht nicht hin, aber da brauch ich mir anscheinend auch keine Sorgen machen. Und als das Konzert los ging, Metal vom feinsten: Laut, grunzig, Gitarre, Bass und Drums, da war ich zu Hause. Etwas was ich schon lange nicht mehr erlebt hab, ich hab mich so lebendig und glücklich gefühlt, auch wenn ich die Band nicht kannte, aber das war super. In der Pause bin ich zu Marc, meinem Bruder, und hab einfach nur gegrinst. „Ich hab mich so auf dieses Wochenende gefreut“ sagt er „Du bist ja meine Schwester!“ Ja, das bin ich und er ist mein Bruder. Ich weiß, dass dieses Verhältnis nicht wie jedes Geschwisterverhältnis ist und das ist auch gut so, denn obwohl wir uns vielleicht alle halbe Jahr sehen und kaum schreiben oder telefonieren, ist es sehr eng.
Danach noch schnell in die Rockkneipe in Lübeck aber da mich der Jet lag nun endlich hat, bin ich schnell müde geworden und wir sind nach Hause.
Samstag war dann endlich das Wetter mal hervorragend und wir mussten raus. Es ging gar nicht anders. Mama wollte Rad fahren und ich bin da nun nicht so begeistert, aber okay, ich hab mich breitschlagen lassen und bin mit ihr los geradelt. Marc hat Erledigungen in er Stadt gemacht. Auf dem Top Fahrrad meines Bruders bin ich meiner Mom hinterher am Kanal in Lübeck entlang und zu einer Badestelle gefahren. Das war echt schön. Die Aussicht war herrlich und man vergisst in der Stadt zu sein. Mit den sieben Kirchtürmen, dem blauen Himmel und dem Wasser gibt es ein anders Flair und wir saßen in der Sonne und haben es einfach genossen. Das mir der Hintern dermaßen wehtut erwähne ich am besten nicht, ich bin schließlich seit mindestens 3 Jahren nicht mehr gefahren.
Da aber noch Hanse Week, oder ehemals Harley Days, waren, sind wir noch in die Media Docks, haben ne Wurst (CURRYWURST!!!) gegessen und so einige schicke Motorräder begutachtet. Ach ja, das wär schön, mal wieder selbst zu fahren.
Ab nach Hause, der Hintern tat weh und Marc und ich wollten noch ins Kino. Super 8. Nachdem wir uns nochmal inhaltlich vorbereitet haben, wussten wir, dass es nicht um 8 Kinder mit Superkräften geht, sondern um einen Super-8-Film-Format. Egal. Ich mochte den Film, es war alles drin: Drama, Liebe, Witz, Action, Zombies, Aliens. Es war mal was anderes, nicht so ein abgeschmacktes Thema.
Und dann war auch schon wieder Sonntag. Das heißt Flohmarkt, aber für niemanden war es erfolgreich. Und dann hat Mama mich nach Itzehoe gebracht. Dort wohne ich jetzt erstmal ne Woche mehr oder weniger allein in dem Haus von meinem Vater, weil er im Urlaub ist. Gefüttert werde ich wieder, oder soll ich es mästen nennen?, von meinen Patenteltern.
Zusammen mit Mama hab ich aber noch meine Familie besucht und sie grausam mit 518 Fotos aus Japan gequält. Ich sollte die Show kürzen...aber was ich nie dachte: es ist schon schön mit der Familie zusammen zu sein. Auch meinen Onkel haben wir danach besucht. Ihn habe ich seit 3,5 Jahren nicht mehr gesehen. Er hat sich verändert, was krankheitlich bedingt ist, aber es ist eine positive Entwicklung.
Jetzt frag ich mich gerade, warum genieße ich es auf einmal mit der Familie zusammen zu sein? Werde dich erwachsen? War es die Sorge von jedem während des Erdbebens? Habe ich im Ausland gelernt was wichtig ist?

Egal, das Wetter ist jetzt schön, der Grill wartet (oh ja, das hab ich echt vermisst) und ich will raus.

Mittwoch, 17. August 2011

Und dann ging es ganz schnell...

Ja, unglaublich schnell. Sonntag noch mal eben zwei Freunde getroffen und mit Darts und ner Menge Alkohol verabschiedet, Montag Pakete weggebracht und eine letzte kleine Kochsession veranstaltet und dann flossen die Tränen. Alles was so unreal erschien, nämlich das ich bald im Flieger sitzen werde und das selbstverständliche japanische Leben aufhört ist aufeinmal greifbar. Ein letztes Mal zu dem einen Bahnhof gehen, ein letztes Mal die Freunde sehen, dass ist doch härter als ich dachte. Vor allem, ich weiß nicht ob und wann ich sie jemals wieder sehen werde. Und das ist das Schlimmste. Klar, Internet und Facebook sei Dank, ist Kontakt halten nicht mehr so schwierig, aber es ist einfach nicht Dasselbe.

Dienstagmorgen, Yoann ist so untypisch Yoann und bringt mich, inklusive Koffertragen helfen, zum Kotake-Bahnhof, von wo ich dann mit zweimal umsteigen auf kostengünstigste Art und Weise zum Flughafen bin. Es flossen keine Tränen. Ist aber auch okay. Ich bin mir bei Yo extrem sicher, dass wir uns wiedersehen. Er soll lieber seine letzten beiden Tage geniessen.
Ab geht die Post mit den Bahnen, ganze eineinhalb Stunden gondel ich durch Tokyo bis ich in Narita ankomm und so genau in der Zeit, dass mein Schalter in genau dem Moment aufmacht und ich gleich meinen Koffer abgeben kann. Wunderbar, und nun? Was mach ich nun die letzten drei Stunden am Flughafen? Allein?
Ich hab mir nen Kaffee gegönnt, die letzten Mails geschrieben, ach, was werd ich mein geliebtes Handy vermissen, Tränen zurückgehalten und ne Stunde vor Boarding hab ich mich durchleuchten und kontrollieren lassen. Kein Bombenalarm, wie langweilig. Und natürlich hab ich ne sehr penible Kontrolleurin abbekommen, die meine Gaijin-Card, meinen Personalausweis für Japan, eingesackt hat. Mist.
Ich hab immer noch Zeit, also geb ich mein letztes Geld für Mitbringsel, die ich behalten werde^^, aus. Ich wollte meine Zeitschrift kaufen, aber die hatten sie nicht am Flughafen, sowas.
Und dann ab an Board, Wunderbarerweise saß ich in der Mittelreihe in der Mitte. Ganz grandios, schlafen erschien mir nicht möglich. auch funktionierte das Unterhaltungsprogramm an meinem Sitz nicht. Weder Musik noch Filme. Aber zum Glück hatte ich endlich mal nen netten Sitznachbarn. Ganz schnell haben wir uns unterhalten und noch schneller dann herausgefunden, dass wir beide Deutsche sind. Das hat uns beide über den Flug gerettet. Noch nicht mal essen konnte ich. Mir war schlecht, nicht weil ich flog, ich liebe fliegen, eher lag mit der letzte Onigiri im Magen, bzw. die Trauer? Ich musste unglaublicherweise das Essen unangerührt zurückgeben lassen. Das "Frühstück", was nach deutscher Zeit eher ein Abendessen war, ging dann nachher.
In Kopenhagen noch einmal Kontrolle ob wir uns nicht an Board eine Bombe zusammengebastelt haben und ne Stunde gewartet, dann ging es mit dem nächsten Fliege in einer flotten Stunde nach Hamburg. So flott, ich hab nicht mitbekommen dass wir wieder landen, dass mich das Aufsetzen vom Dösen aufschrecken liess.
Der Koffer kam nach bangen auch an -das ist echt immer der spannendste Punkt der Reise- aber, man glaubt es nicht, nach jeder Reise ist er noch kaputter. Letztes Jahr haben sie komplett die innere Verschalung zertrümmert bekommen, dann vom neuen Koffer das Rad und nun auch noch den Griff zum Ziehen, der ist nämlich weg. Gut, wozu mach ich Krafttraining, wennich nicht mal eben den unhandlichen 21kg Koffer durch den ganzen Flughafen schleppen kann. Hurtig vom öffentlichen Telefon Mutti angerufen, das sich da bin und den nächsten Bus nehme und dann auch ab zur Bushaltestelle, die erstmal gesucht werden muss. Ging aber flott, Hamburg ist nicht der größte Flughafen.
Ich war die einzige die herumchauffiert werden wollte und so hab ich anstatt zu schlafen, mich mit dem Busfahrer unterhalten. War echt nett und die Zeit verging wie im Flug (was für ein doofes Wortspiel, im -während des- Flug(es) vergeht sie nämlich garnicht schnell).
Und dann war ich in Lübeck, abgeholt von Mutti, begrüßt von der fetten Katze. Es ist kalt, nur 17 Grad. Wo sind die Menschenmasse? Die frühe Dämmerung? Das Geschrei vom Kindergarten? Warum sind hier soviele Ausländer?
Ich in gespannt wie der Reverse Culture Shock sich zeigen wird.

Samstag, 13. August 2011

Feier-Marathon

Und weiter geht es mit dem Verabschieden:
Alex, mein brasilianischer Kumpel, hat mir ja einst, was maximal 2 Monate her ist, weil solange kennt man sich ja nicht, versprochen mir brasilianisches Essen zu zeigen. Also sind wir mit einigen Leuten im Schlepptau, unter anderem Franzi und Nancy aus Halle, Raffael und Ryan, sowie Bruno und Jackson, zum Brasilianer. Der Tabehodai-Spaß (All-you-can-eat) hat locker schlappe 50€ gekostet, aber das war es wert.
Wir saßen in einem gemütlichem Restaurant mit Live Musik und großem Buffett. Dort gab es allerlei Gemüse und Suppenarten brasilianischer Art. Allerdings kein Fleisch. Denn die Kellner sind mit Fleischspießen zu uns an den Tisch gekommen und haben uns gefragt ob wir denn dieses Fleisch essen möchten. Dann hat man "Ja" gesagt und ein Stück bekommen oder "Nein" und keins bekommen. Und was für Fleisch.....*sabber* Ich gebe zu, ich in begeisterte Fleischesserin und ich liebe Fleisch, allerdings nicht das japanische und bin von daher seit 4 Monaten auf Entzug. Dieses Fleisch war unglaublich. Es reichte von Hühnerherzen zu Roastbeef. Mein Highlight war Lamm, Medium Steak und keine Ahnung was es war, auf alle Fälle Rind. So zart und weich, aber saftig,. Man glaubt es nicht, ich habe ne Gänsehaut beim Essen bekommen. Zweimal, weil es zweimal angeboten wurde. Göttlich.
Dann noch reichhaltig am Obst-und Dessertbüffett gütlich getan und mit zwei wunderbaren richtigen echten brasilianischen Kaffee es beendet. Das Essen das ich bei meinen brasilianischen Freunden bekommenh abe, war schon gut, allerdings haben die natürlich Hausmannskost serviert und nicht 5 Sterne-Fleisch. Ich war glücklich, voll und aufgdreht von dem Kaffee.
Allerdings hat noch ein weiterer Brasilianer auf mich gewartet, da er nicht am Essen teilnahm ich ihn aber trotzdem treffen wollte. Zusammen haben wir ein Drink genossen und es geschafft, das sich die letzte Bahn verpasst hab. Ja, die Weltmetropole Japan hat nicht durchgängigen Bahnverkehr, auch nicht am Wochenende. Ich bin dann mit ihm nach Yokohama und hab dort genächtigt, nachdem wir drei Stunden lang am Fluss saßen, Bier tranken und geredet haben.

Am nachmittag um drei war ich dann am nächsten Tag zu Hause um dann aber auch keine 2 Stunden später meine chinesische Freundin am Bahnhof zu treffen und nen Haufen unbekannter Leute. Ich war ein wenig pissig, weil an sich wollten wir uns zusammen im Wohnheim treffen, da wir ja mal zusammen mit Midori Sukuyaki gegesse hatten, und gesagt haben, dass sie beim nächsten Mal ins Wohnheim kommen sollen, weil wir viel Platz haben. Allerdinsg wusste ich weder wer kommt, Li-chan hat einfach JEDEN eingeladen, und was wir kochen. Wenn ich den Platz anbiete will ich auch wissen was abgeht.
Naja, es kamen Li- und Cho-chan, beide Chinesinnen von der Muashi, a-chan, der Kumpel von Li-chan und drei Japaner die ich nie im Leben gesehen hab. Da war es am Anfang auch so, dass es die Chinesen-Gruppe, die Japaner-Gruppe und mich gab. Toll! Naja, Alex kam dann noch und er hat ein Talent Mittelpunkt einer Gruppe zu werden (flüssig in Japanisch, Englisch und Portugisiesch und Deutsch versteht er auch ein wenig), alleridngs konzentriert er es nicht auf sich, sondern verteilt die Aufmerksamkeit und lenkt Gespräche. Für diese Talent bin ich dankbar. So wurde es ein spaßiger Abend und wir endetetn im Bowling Center,
Der werter Herr Alex bowlte zuerst wie ein Mädchen, während die Mädchen die Kugel einfach fallen liessen aber abgeräumt haben wie die Großen. Die Kerle haben um die Wette "geschossen". In der zweiten Runde haben sich zwischen den beiden Teams dann irgednwie immer zwei gefunden die sich gebattlet haben. Unter anderem Alex und ich. 5 Runden lang haben wir exakt genau gebowlt. Zum Beispiel erst Nix und dann 9. Oder 8 und 1. Das war gruselig. Dann hab ich aber nachher mit 4 Punkten gewonnen :P.

Es ging dann Richtung Mitternacht und wir sind alle zu den letzten Zügen gesprintet. Es war schön nochmal ein paar leute zu sehen und kennenzulernen. Und weniger schön sie zu verabschieden, denn es steht die Frage im Raum: Sieht man sie jemals wieder?

Dienstag, 9. August 2011

Zeiten des Abschiedes

Während ich versuch noch Tokyo und Umgebung zu erleben, sollte ich nicht verdrängen, dass ich viele zum letzten Mal sehe.
Yoann hat am Sonntag ein BBQ geschmissen. Theoretisch waren die Leute dort auch alle meine Freunde -neben ihm war ich die einzige die alle kannte- aber Yo hat es organisiert und natürlich hat er das hervorragend gemacht. Wir sind mit 20 Mann nach Akabane und haben dort kostenlos einen Grillplatz in einem Park nutzen könne. Gemüse haben wir mitgeschleppt, wir Mädchen wurden zum Getränke kaufen geschickt, während die Kerle das Gemüse schnippeln angefangen haben, aber im Endeffekt haben wir dann auf's Fleisch warten müssen, dass mit den letzten Franzosen eingetrudelt kam. Und es war sooo lecker. Nach meinem Streitgespräch mit Alex, dem Brasilianer, hab ich Angst gehabt, dass ein Franzosen BBQ grausam sein könnte, aber es war echt gut. Auch die Stimmung war prima, und das trotz einiger Nationalitäten: Franzosen, Deutsche, Japaner, Koreaner, Brasilianer. Pünktlich zum Gewitter, dass so wunderbar vor sich hingegrollt hat, sind wir auch fertig geworden und haben es trocken ins Wohnheim geschafft, wo uns noch Yuki, Taiji und Alex hinbegleitet haben. Mit ein paar Bier haben wir das Restessen noch aufgebraten und wir haben ne Wii an den Fernseher im Aufenthaltsraum angeschlossen. War ein wunderbarer Abend und wir waren alle wegen der Hitze erschöpft.
Montag bin ich dann zum Arzt weil sich Sonntag schon herausgestellt hab, dass mir mein rechtes Ohr weh tut und auch mein rechter Kaumuskel dadurch angegriffen wurde. Nach ner schlaflosen Nacht wegen der Schmerzen bin ich notgedrungen hin: Abszess im Ohr, ich muss Antibiotika schlucken. Naja, gut. Verdrängt nur nicht die Schmerzen beim Essen oder Lachen.
Mittags hab ich Michael, den chinesischen Freund meiner hallensichen Freundin getroffen und er hat mir den Maneki-Neko-Schrein gezeigt. Dort solle ich doch bitte für Liebe und Beziehung beten...hm, okay, wenn es sein muss. Wir sind durch die Straßen geirrt, weil er zuerst den Weg verpasst hat, aber egal, nach ein paar Eis war alles wieder vergessen.
Direkt von ihm aus bin ich dann zu brasilianischen Freunden, die mich zum brasilianischem Essen eingeladen haben. Fragt mich nicht nach dem Namen, aber es gaben Art Bohnensuppe und frittierte Taschen mit Füllung. Lecker und lustig. Obwohl die vier dort anwesendenLeute sich ausschließlich in Portugiesisch untrhalteb haben, hatte ich meinen Spaß. Gerade mit Raffael, mit dem ich kaum sprachlich kommuniziere, weil wir nicht genau wissen wie, hab ich nur herumgealbert. Er hat, als wir in der Bahn einige Zeit warten durften, herausgefunden, dass ich in einer Woche weg bin. Bamm! Ja, es tut mir auch Leid schon zu gehen. Aber wir haben die Zeit in der Bahn genutzt. Es gab einen "menschlichen Unfall", weswegen wir ne Stunde warten durften.

Weiter mit dem Verabschieden geht es heute mit einem Essen mit Brian, dem Lehrer. Ich denke zwar dass ich nochmal in der Uni vorbei schau, aber offiziell ist es nun vorbei.
Und abends wollte ich noch die Leute aus meinem Politikkurs treffen. aber von den eingeladenen 8 Leuten ist doch tatsächlich nur einer gekommen. Zum Glück hat er noch nen Freund mitgebracht und David kam dazu. o hatten wir noch Spaß in der Bar und anschließend beim Darten. Es zeigt aber leider auch wie wenig man manchen bedeutet. Rushelle, unsere Britin hatte das Problem auch, als sie ihre Bai Bai Party gemacht hatte: ich war die einzige die kam.
Und es wir die Woche noch so weitergehen. Mittlerweile ist es wieder gut mit mir. Nach einigen Gefühlsausbrüchen weil einige Abschiede so plötzlich waren (Midori als sie zurück nach Brasilien ging, mein Trainer oder Sayuri die am Montag ausgezogen ist). Es wird hart alle Leute wiederzusehen, aber zum Glück gibt es ja das Internet,das macht einiges leichter.